Ausgabe 
2.7.1902 Zweites Blatt
 
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die Nachgabe des Klägers wurde festgestellt, daß ein Fuhrwerk der Beklagten am 19. Juni wegen des unbefugten Fernbleibens des Klägers von der Arbeit an 7 Stunden nicht hat benützt werden können. Der als Sachverständige vernommene Fuhrunternehmer beinr. Herzberger erklärt den von den Beklagten geltend gemachten Schadensersatzanfpruch für sehr mäßig. Das Gericht verurteilte hiernach den Kläger kosten fällig zur Zahlung des von den Be­sagten verlangten Schadensersatzes von 7 Mk.

Sohu contra Vater. Der 24jahr. Studiosus der Chemie G. aus Wiesbaden klagte dort bei dem Landgericht gegen seinen Vater auf Zahlung fortlaufender Alimente von mo­natlich 500 Mk, weil er seine Studien noch nicht vollendet habe und darum nicht in der Lage sei, den Unterhalt für sich und seine Familie er ist verheiratet und Vater eines Kin­de s zu erwerben. Der Anspruch in der beantragten Höhe sei den Vermögensverhältnissen des Vaters, der ein Einkommen von jährlich 100 000 Mk. besitze, anaepaßt. Der Beklagte wandte ein, daß sein Sohn durch eigenes Verschulden in Notlage geraten sei und durch unmoralisches Verhalten die Ansprüche an ihn nach § 1611 Bürgert. Gesetzbuches nur ins amt erheben könne, als sie den not­dürftigsten Lebensunterhalt betreffen. Für diese Behauptungen giebt der Vater eine Reihe von Thatsachen an, u. A., daß der Sohn eine sittlich tiefstehende Frau geheiratet habe, einen lüderlichen Lebenswandel führe und Betrügereien verübe, ja in Wiesbaden, was sittliche Verkommenheit anlange, zu einer typischen Persönlichkeit geworden sei. Ter Sohn denke nicht ernschaft daran, seine Studien zu vollenden, sondern wolle ihn schon zu Leibzeiten beerben. Das Landgericht trat den Ausführungen des Be­klagten bei und bewilligte dem Kläger durch einstweilige Verfügung nur 60 Mark monatlich. Auf Zureden des Präsidenten, der dem Beklagten vorstellte, daß fein Sohn möglicher Weise auf die Bahn des Verbrechens gelange, wenn er mittellos sei, verstand dieser sich vor der Berufungsinstanz vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt, im Wege des Vergleichs, ohne eine Präjudiz für den Hauptprozeß damit zu schaffen, 150 Mark monatlich bis zur rechtskräftigen Entscheidung an den Sohn zu zahlen.

Unioersttüts-Uachrichten.

Das diamantene Doktor-Jubiläum feiert heute 6er Altmeister der Strafrechtswissenschaft, Geb. Justizrat Professor Dr. Albert Friedrich Berner zu Charlottenourg.

Der deutsche Gesandte in Bern hat an den Bundesrat ein Schreiben gerichtet, die schweizerischen Universitäten möchten sich dem von Deutschland projektierten einheitlichen R e g I e m e n t für die juristische, medizinische und philosophische Doktorprüfung anschließen.

Der o. Professor der klassischen Philologie an der Uni­versität Gießen Dr. G. Gundermann wird sein Tübinger Amt mit Beginn des Wintersemesters antreten.

Sport.

Frankfurt a. M., 30. Juni. Im weiteren Verlauf der Frank­furter Ruderregatta gewann im Seniorzweier ohne Steuer­mann die Rudergesellfchaft Heidelberg überlegen. Beim Junior­vierer siegte der Ruderverein Offenbach mit drei Längen. Da im Seniorachter der Sieger vom Jahre 1901, der Ruderklub Berlin, nicht erschien, ging als Erster der holländische Studentenverein Laga aus Delft ourchs Ziel, hart bedrängt von Amicitia-Mannheim. Die Holländer wurden stark acclamiert.

Wien, L Juli. Renault wurde als Erster in der Auto­mobilfahrt ParisWien erklärt, Henri Farman als Zweiter.

Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Petroleum aus Zeutralafieu. Bei dem Kampfe, der augenblicklich gegen das amerikanische Petroleummonopol ent­brannt ist, ist es für die Kaufleute von großer Bedeutung, daß neuerdings die Petroleumquellen des Ferghana- di strikt es (Zentralasien) die Aufmerksamkeit von Jndustrie- und Finanzkreisen auf sich zu ziehen beginnen. Jenes Gebiet ist reich an Naphtalagern, die sich durch mehr oder weniger starke Gasausströmungen bemerkbar machen. Tas Mineralöl ist dort im Allgemeinen von einer schwarzen, bituminösen Masse begleitet, die sich zur Gewinnung von Asphalt eignet und hierzu bereits in ziemlich beträchtlichem Umfange ausgebeutet wird. Die reichsten Vorkommen finden sich im Distrikt Andichan längs des Flusses Malu-Su, ebenso im Bezirk Margelan (Lager von Tschimione). Die erstgenannten werden seit vorigem Sommer ausgebeutet. Die Lager von Tschimione, etwa 27 Kilometer von der Stadt Margelan uno 20 Kilometer von Wannowskaja, einer Station der zentral- asiatischen Bahn, entfernt, sind anscheinend bereits vor langer Zeit ausgebeutet worden, denn man findet dort Spuren früherer Thätigkeit. Kurze Zeit nach der rufsischen Okkupation des Ferg- kcmadistrikts wurden Brunnen von 20 bis 25 Meter Tiefe und l1/, Meter Durchmesser angelegt, die im Durchschnitt 1600 Kilogramm Mineralöl pro Tag und Brunnen lieferten. Dieses Del, m sehr primitiver Weise destilliert, wurde zur Beleuchtung der Stadt Mar­gelan und für Haushaltungszwecke verwendet. Erst im Jahre .1898 brachte der Bau der Bahn von Samarkand nach Andichane in jenes Gebiet neue Bewegung, einige Ingenieure der Eisenbahn interessierten sich für die Petroleumquellen, und ihre Versuche zur Petroleumgewinnung mürben von so günstigen Erfolgen gekrönt, daß sie beschlossen, oiefelbe mit maschinellen Mitteln fortzusetzen. Eine Gesellschaft mit einem Kapital von 250000 Rubeln war bald gegründet; man beschaffte die notwendigen Maschinen und Appa­rate, baute Arbeiterwohnungen, und seit dem April 1901 sind die Betriebsarbeiten ordnungsmäßig und in moderner Art ausgenom- :tnen worden. Eine Röhrenleitung ist auch im Bau, um das Del His nach der Station Wannowskaja zu führen, wo große Nieder­lagen eingerichtet werden sollen. Das Del wird einen sicheren und Kroßen Absatz finden durch die Eisenbahn Zentralasiens und die tm Bau begriffene Linie von Orenburg nach Taschkent, die beide fjehr große Mengen hiervon als Brennstoff verbrauchen können. (Nach dem Moniteur ofticiel du Commerce.)

Schuckert-Gesellschaft und Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft. Die Verhandlungen, die neuerdings über eine Betriebsvereinbarung, sowie über andere von den beiden genannten Gesellschaften gehegte Pläne geführt wurden, scheinen etwas ins Stocken gekommen ru sein, wenigstens sind letzthin die Besprechungen recht schleppend fortgesetzt worden. Wenn aber, berichtet wird, daß man sie jetzt ckbgebrochen habe, so ist das nicht zu­treffend; sie werden vielmehr, wie dieH. B.-H." be­stätigt, des weiteren fortgesetzt. Ob aber auf Seiten der Nürnberger Gesellschaft noch das gleiche Interesse an den Verhandlungen genommen wird, nachdem aus der Ver­waltung der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft mehrere Herren ausgeschieden sind, resp. ausscheiden werden, mit deren hervorragender Arbeitskraft man bei Einleitung der Erörterungen gerechnet haben wird, steht immerhin dahin.

Neueste Meldungen.

Vriginaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Darmstadt, 2. Juli. (Zweite Kammer.) Auf der Tagesoronung steht dieL.LesungderWahlrechts^ Vorlage. Staatsminister Rothe erklärt, daß die Aen- deruna des Titels derStände" inLandtag" gegen die Verfassung verstoße. Außerdem läge zu einer solchen Aen- derung keine Veranlassung vor. Eine Generaldebatte andet nicht statt. Abg. Dr. David erläutert nochmals )ie Stellungnahme seiner Partei zu der Vorlage. Gehe diese etzt nicht durchs so würde sie immer wiederkommen. Abg. Böhler-Langsdorf will, wenn auch mit schwerem Herzen, jür die ^Vorlage Ammen. Abg. Schönberger verwahrL

sich und seine Freunde gegen den Vorwurf, daß sie geheime Gegner der Vorlage seien. Abg. v. Brentano schließt! sich den Ausführungen des Abg. Dr. David an. Staats- Minister Rothe erklärt nochmals, daß die Vorlage in allen ihren Einzelheiten von der Regierung wohl erwogen und geprüft worden sei. Die Sitzung dauert noch fort.

Berlin, 2. Juli. DasB. T." bezeichnetes als auf­fällig, daß man von einem Besuch des Königs Vik­tor Emanuel in Wien bisher nichts erfahren hat. Dieser Umstand sei geeignet, dem Gerüchte neue Nahrung zu geben, als ob zwischen dem Wiener Hofe und dem Quirinal nicht alles so i|t, wie es angesichts des engen Bünd­nis-Verhältnisses sein sollte. Die Erinnerung an die jüngste Jtalienreise des Erzherzog Franz Ferdinand, bei der dieser dem Vatikan zuliebe der Stadt Rom geflissentlich aus dem Wege ging, scheint also am italienischen Königshofe noch nicht erloschen zu sein.

Berlin, 2. Juli. In gut unterrichteten Kreisen hält man nunmehr nach der letzten Unterredung des Frhrn. von Hertling mit dem Papst die Errichtung einer katho­lisch-theologischen Fakultät in Straßburg für gesichert.

London, 2. Juli. Die Zeremonie der Krönung wird durch die Vertagung eine Aenderung erfahren und soll besonders einen mehr religiösen Charakter tragen, während die Festlichkeiten weniger geräuschvoll gefeiert werden sollen. So wird die Zahl der Eingeladenen ver­mindert werden und sich auf diejenigen Persönlichkeiten beschränken, welche mit dem englischen Hofe verwandt oder eng befreundet sind. Die Festlichkeiten sollen bereits wäh­rend der Krankheit des Königs stattfinden, da der König denselben wegen der damit verbundenen Ermüdung doch nicht beiwohnen könne. Das Kriegsamt teilt mit, daß die Feindseligkeiten in Südafrika völlig beendet sind. Die daselbst befindlichen englischen Trup­pen belaufen sich auf 202 000 Mann, die Lokal-Truppen mit eingerechnet. Von den regulären Truppen werden 70 000 Mann sofort in die Heimat zurückbefördert werden, wo sie alsbald zur Entlassung gelangen.

London, 2. Juli. Eine hervorragende ärztliche Au­torität äußerte sich zu einem «Vertreter derWestminster Gazette" über den bisherigen Verlauf der Krankheit des Königs dahin, daß die Wunde noch immer eine Quelle der Besorgnis sei. Es fei auch Dhatsache, daß die Wunde langsamer heile, als die Aerzte erwartet hätten. Zu bedenken sei, daß es ein sehr großer Schnitt von 4i/2 Zoll war, und da er von der Tiefe aus durch Granulation heilen müsse, sei die Wunde zu sehr zu Wechselfällen ge­neigt. Das, was die Aerzte jetzt befürchteten, sei, daß die Bauchhöhle wegen Eiterung der Wunde wieder geöffnet werden müsse. Die Operation bauerte fast 40 Minuten. Es fand keine Trennung von Muskeln statt. Die Muskeln wurden durchschnitten, doch wurde kein spezielles Instru­ment benutzt, und die Wunde wurde nach Entleerung des Geschwüres nicht geschlossen. Der Eiter saß so tief, daß die Operation gefahrvoll und langwierig wurde und ein ungewöhnlich langer und tiefer Einschnitt ausgeführt wer­den mußte.

Paris, 2. Jnli. DerTemps" will wissen, daß Graf Bülow und Graf Goluchowsky demnächst in Karls­bad zusammenkommen werden, um über die han­delspolitischen Schwierig leiten und über die angeblich zwischen Rußland und Bulgarien abge­schlossene Militär-Konvention zu beraten.

Petersburg, 2. Juli. Für Ende August erwartet das Kaiserpaar ein freudiges Ereignis.

Konstantinopel, 2. Juli. Eine griechische Fa­milie aus Siphni, welche nach Konstantinopel gekommen war, ist plötzlich an der Cholera erkrankt. Die Frau ist bereits gestorben, während der Mann und zwei Kinder schwer krank darniederliegen.

Washington, 2. Juli. Die diesjährigen Budget- Einnahmen betragen eine viertel Mtlliaroe Dollar mehr als im Vorjahre. Dies ist der höchste Ueberschuß, der bisher zu verzeichnen gewesen ist.

Schiffsnachrichten.

Red Star Linie" Antwerpen.

Der PostdampserZeeland" derRed Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegrainm am 30. Juni wohlbehalten in New-Port angekommen.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Juli

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

1.

1.

2.

225

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17 v>

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744,7

744,5

745,0

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16,7

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Sonnenschein Klarer Himm. Bed. Himmel

)°O.

C.

Telephonischer Kursbericht Frankfurt a. M.

37a% Reichsanleihe . , 102.05 3»/u do. ... 92.75 3i/,% Konsole .... 102.00 3% do......92.45

31/8% Hessen .... 99.90 3Oberhessen . . . 99.25 4% Oesterr. Goldretne . . 102.90 4*/,% Oesterr. tiilberrente 101.70 4% Ungar. Goldrente . . 101.70 4°/j Italien. Rente . . . 103.25 4/2% Portugiesen . . . 46.70 b°/ Portugiesen. .... 29.35 196 0. Türken .... 26.10 Türkenlose......112.00

4% Griech. Monopol.-Anl. 43.90 4*/,% äussere Argentiner 10.00

2. Jul» 1802.

3u/o Mexikaner .... 26.20 Ji/s /o Chinesen .... 90.25 Electric. Bchuckert . . . 103.50 Nordd. Lloyd . . , . . 108.10 Kreditaktien , . . . . 213.10 Diskonto-Kommandit. . . 184.90 Darmstädter Bank . > . 137.10 Dresdener Bank .... 144.90 Berliner Handelsges. . . 156.30 Oesterr. Staatsbahn , . . 151.00 Lombarden ..... 16.80 Gotthard bahn ..... 168.00 Laurahütte......198.50

Bochum ....... 190.10 Harpener......169.60

Tendenz: ruhig.

Welch gute Gewinnaussichten die Darmstädter Schkotz- freihettSlotterie bietet, ergiebt folgender Vergleich: Die bekannte große deutsche sogenannte Wohlfahrtslotterie, eine viel größere Lotterie als die Schloßsreiheitslotterie, gewährt den Teilnehmern nur Gewinne von zusammen 575 000 Mk., die Darmstädter Schloß­sreiheitslotterie bietet dagegen, trotz einer weit geringeren Ein­nahme für ihre Lose als sie von der Wohlfahrtslotterie erxielt wird, 844 770 Alk. Gewinne. Die Lose bekommt man das Zehntel zu 3 Mk., das Fünftel zu 6 Mk., das -halbe zu 15 Mk., das Ganze zu 30 All. bei allen Kollekteuren und Wiederverkaufsstellen.

Iilanz am 31. Dezember 1901.

Vermöge». JL H Schulde». jK, H

Darlehen gegen Geschäftsanteile 9942.36

Hypotheken 384670.06 Aufgenommene

Darlehen gegen Kapitalien 789097.28

Schuldscheine 188779.67 Reseroefond 26203.05

Darlehen an eine Gewinnsaldo 9115.48

Genossenschaft 26000.

Bestand an Staats­papieren (Kurs

vom 31. Dez.)

1901) 37608.

Cedierte Güterkauf­

gelder 116559.41

Immobilien 16405.96

Kassevorrat und rück­

ständige Forder­

ungen 64335.07

834358.17

834358.17'

Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1900 116

Während 1901 gingen ab ..... . 6

n n ,, ZU ..... . 6

Daher Stand der Mitglieder Ende 1901 . 116

Hungen, den 2. Juli 1902. 4853-

Der VchM der Lpar- nnö LeMe zu Hungen.

Eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht.

Rouge. Fendt. Gustav Kohlheyer.!

Gascokes.

Infolge Stadtverordneten-Beschlusses vorn 10. April d. 3*. tritt eine

PreisttmtziWg msmr teotti ein und wurden die Preise derselben bis auf weiteres festgesetzt, wie folgt:

Für den Zentner ab Verkaufsstellen Stück-Cokes.............. 1,10 All.

Stutz-Cokes, ausschließlich trocken gelagert, in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert:

Größe 9tr. 1, etwas größer als durchschnitt­liche Korngröße des Anthracil, gang» barste Sorte ........ 1,25 Mk.

Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthractt .....IM ML.

In Wagenladungen von mindestens 36 Centuern: Stttckcokes ....... 1,05 All. Stutzcokes 9tr. 1.....1,20 ,

Nutzcokes Nr. 2.....1,25 r

Bei Entnahme von mindestens 200 Gentnern:

Stückcokes ....... 1, Mk. Nutzcokes Nr. 1 .... . 1,15 , Nutzcokes 9h:. 2.....1,20 ,

Für Lokesabnehiner, welche zwei und mehr DoPPelwaggimS beziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Centner.

Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Centner berechnet.

NB. Sofern das Verbringen der Cokes bis zu 6 Centneru -* auf die bett. Lagerplätze (Keller, Stall 2c.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besoirdere Vergütung.

Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von Über 5 Ceutrrer Cokes statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der ^kiaurrhanf ter fecota von 1 bis 5 Centner

eingerichtet, nämlich bei den Herren: Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 33 und 34, Gcbr. Kahl, Franksurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pi stör Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Lrcherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5.

Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer GaScokeL^ samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben cuuch in Mengen unter 5 Gentnern.

Die Preise unserer Gascokes für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag dev Octroirückvergütung von 4 Pfg. für den Centner.

Gießen, den 16. April 1902. 8086'

Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.

Maurerarbeit.

Die Herstellung von 290 qm Klinkerpflaster auf Beton­unterlage in der Plockstr. soll Pmcretag, 10 Ni d. I., vorm. ll/o Uhr, öffentlich verdungen werden.

Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind bis zum genannten Termin einzu­reichen.

Zuschlagsfrist 18 Tage.

Gießen, 1. Juli 1902. Das Stadtbauamt.

Schmandt. 4842

Verdingung.

Die nachstehenden Unterhalt­ungsarbeiten an städtischen Schulen sollen

Uittwöch, 9. Ni I. I., vorm. 11% Uhr, öffentlich verdungen werden.

a) Weißbinderarbeit.

Sch ul haus in der Neustadt, Stadttnabcnschule, Stadtmäd­chenschule, höhere und erwei­

terte Mädchenschule, Realgym­nasium und Realschule und Gewerbeschule.

b) Schreinerarbeit.

Realgymnasium und Real­schule, höhere und erweiterte Mädchenschule.

c) Tapezierarbeit.

Realgymnasium und Real­schule.

d) Terrazzoarbeit.

Stadtknabenschule.

e) Pflasterarbeit.

Realgymnasium und Real­schule.

Arbeitsbeschreibung und S8e*. dingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Bu­reau, Zimmer Nr. 2, Schreib­stube, zur Einsicht der Jnter- effenten offen. Älngebote auf Vordruck, der daselbst erhält­lich, sind bis zum ; genannten Termin bei uns einzureichen.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, 30. Juni 1902.

Das Stadtbauamt.

Schmandt. 4840*