wird Vieles ge
baiUc.
)e, zu verhören, iicibcr Zöckler .lich als Zeugen
von Bobenhausen bann eben- vorzuladen. Ter Gerichtshof unb beide Zeugen sollen eiligst
pUHÜfc
konnten wir von C. Herber bc- derselben soeben
8. an I
*ltt< Stau
13
N
L fireita 1902 6 ütUnt
DanaSwi
Ä runde
C4296 (fi| m
Kamme
MhH fi
u.
boten werden.
" Auszeichnung. Erst vor Kurzem einer Auszeichnung der hiesigen Weinsirnw
Heu
Sm
richten. Eine weitere Auszeichnung wurde m London zuteil. Sie erhielt auf ehre Weine das Ehrens diplom mit Jnsignie (gold. Ehrenkreuz) und goldene Me>
6861 1
söhnungsfest, am 16. daS Laubhüttenfest, am 22. Laubhüttenende und endlich am 24. Oktober Gesetzes-Freude (Simiat- Thora). An diesem Tage findet hier ein Ball statt.
— Meisterprüfungen für Oberhessen. Mit dem heutigen Tage haben die theoretischen Prüfungen der Meister-Kandidaten begonnen und werden in den nächsten acht Tagen fortgesetzt. Als Prüfungsgegenstände werden festgestellt: Fachkenntnisse schriftlich und mündlich, Wechselkunde, Gesetzeskunde und Kostenveranschlagung.
*• Orpheum. Das Gießener Varietetheater, das Or- pheum beginnt heute Abend seine Vorstellungen. Der Rührigkeit des Direktors und Besitzers Herrn Prottengc-ger ist cs zu verdanken, daß neben vorteilhaften Erneuerungen des Lokals in der Schanzenstraße und der Aufstellung einer hübschen Bühne mit sehr geschmackvollen Dekorationen ic., auch ein wirklich gutes und dezentes Programm geboten wird. Tas Personal besteht aus zwei Soubretten (Frl. Erna Wolslcdt uud Lilly Blondin), 1 Humoristen und Blitzdichter fordert Stein), ein Duett (Frl. Else und Helene Belloni), ein Schnell- zeichner und Transparentmaler (Szandor Kline) und ein Ventriloquisten (C. Hald). Man sicht, es wird Vieles ge
il Anträgen statt, „
eben. — Im weiteren Verlause ber Verhandlung
Aus und Lund.
Gießen, 1. Oktober 1902.
- Geheimer Rat Paul Schlippe t. Aus Darmstadt wird uns telegraphisch gemeldet: Ter, erst kürzlich In Pension getretene Generalstaatsanwalt und Vortragende Rat im Ministerium des Innern, Geheimer Rat Paul Schlippe ist heute morgen seinem, schon längere Zeit währendem Leiden erlegen.
•• Personalien. Wie uns telegraphisch aus Darmstadt gemeldet wird, wurde dem Kreisamtmann Dr. Otto Heinrichs in Gießen der Charakter als Re- gierungSrat mit Wirkung vom 1. Oktober an verliehen. — Zu LehramtSasiessoren wurden ernannt die LchramtS- accessisten Dr. Friedrich Adami in Lauterbach, Franz Como in Alsfeld, Gustav Köllner in Laubach, und Friedrich Werner in Lauterbach.
** Vortr ag im Cafö Leib. Auf den morgen abend im Festsaale des Lass Leib stattfindenden Vortrag „Eine Nordlandsreise" sei nochmals aufmerksam gemacht. Es ist dankbar zu begrüßen, daß durch ein billiges Eintrittsgeld jedem die Gelegenheit geboten ist, die Reise mitzumachen, wozu es gewiß keiner weiteren Empfehlung bedarf.
- Israelitische Feiertage. Die Israeliten feiern bekanntlich im Monat Oktober ihre höchsten Feste und zwar am 2. und 3. das Neujahrsfest (5663), am 11. das Ver
nül|c
Vcl litt» nachnull ich im *
1 epttäf Losai.K gpitfltl1 6843 3<
Mr
1 baufc- Ml, b IW
arune Mo ur Lchr
8.1 mü |oroi
gegen 'i werden.
lSiebei 04294[t
Bei lonntt na versteig, von et jammen bei der inaner, <
«erst
Ohtßti 04263 l
. äger ersucht dic Gesa)worciien, oen Angeklagten des Meineides schuldig zu |ptedicn; einen fahrlässig Aschen Cid habe derselbe «ich: gelt. ..t, denn sonn lja.i. ; per Staatsanwalt, leinen Moment gezögert, Dafür ein-
t»"1*
wieder vor de die Sm' Hr tvur Monate atbet
2o sind fr auch " "n. gt»tlg uthen. • Pa> Dünscher findet, i die Test sich im
.darmerie-Wachtmeister, Dörr von Rupperten- .berger würde in .Ober-Ohmen immer nur .s John" genannt, auch werde er mit „Schlup bezeichnet. Er selber, der Wachtmeister, habe uiger Zeit nicht gewußt, daß „Schomberts John" i richtigen Namen „Momberger" heiße. Er habe and erst erfahren, als er von Westfalen her aus- jorben sei, gegen einen gewissen Johann Mom- Ober-Ohmen wegen Diebstahls vorzugehen, unb ) damals erst erkundigen muffen, toer denn dieser e eigentlich sei. Er halte Momberger wegen t[trafen für einen wenig glaubwürdigen Mann, , n halte er für loahr, was Scharmann sage, dem Meineid nicht zutraue. Der Staatscuuvalt fragt n, Wachtmeister Torr, ob es denn wahr sei, daß ser Sache alles aufgebvten habe, um den Ange- iis der Patsche zu helfen. Ter Zeuge bestreitet dies Auf die weitere Frage, ob Zeuge in letzter Zeit, .mann schon wegen Meineids sich in Untersuch- . befand, mit diesem noch getrunken und ihm ge- jc, gegen Ruppert und Momberger wegen falscher gung Anzeige zu erstatten, erklärt Zeuge, er wisse )t mehr.
nächste Zeugin Wirtin Ernst giebt an, daß der le mit Momberger eines AbeiidS im vergangenen i Ostern das in Rede stehende Renkontre gehabt lomberger heiße übrigens wie alle seine Familien- igen „Schombert". Tie Zeugin will gewußt haben, .-omberts John" und Johann D^omberger identisch . feien; ob der Angeklagte Scharmann dies indessen habe, könne sie nicht sagen.
nächste Zeuge, Geometer Schäfer, kann auch n, daß Momberger überall mit „Schomberts John" .et werde. Er glaube, daß Scharniann den Mom- nuc unter dem anderen Namen gekannt habe, er demselben einen falschen Eid nicht zu. Zeuge erklärt, am man ihn nach Momberger gefragt hätte, er sich Ate besinnen müsfen, wer gemeint sei. Auch die j Zeugen, darunter der Bürgermeister unb o liz eidien e r von Ober-Ohmen bestätigen, baß ^rger allgemein ben Nameii „Schomberts John" en habe. Ob der wirtliche Name dem Angeklagten l gewesen sei, kann keiner der Zeugen sagen. — at bann eine Pause ein.
n der Nachmittagssitzung wird zuerst der .rmeister Karl Geiß vernommen. Er erklärt, er in Angeklagten nicht feindlich gefilmt. Im Mai vor. j fei er mit dem Angeklagten auf der Mücke zusam- .troffen, wo chn dieser wörtlich gefragt habe, ob er iberger aus Ober-Ohmen in Arbeit habe. >euge will diese Frage bejaht haben. Auf die Frage Verteidigers, ob der Zeuge ganz bestimmt behaupten , daß Scharmann nach Momberger und nicht vielmehr Schomberts John gefragt habe, erklärt Zeuge, er genau, daß der Name Momberger gefallen sei. iie weiteren Zeugenvernehmungen beschränken sich auf Feststellung der Glaubwürdigkeit .des Zeugen Geiß, möcffen airf den Gang der Verhandlung von keinem enswerten Einfluß.
Ter Gerichtshof füllt hierauf an die Geschworenen 1. Frage ob schuldig des Meineids und 2. die .ge nach mildernden Umständen aus § 157, . 1, ob nämlich der Angeklagte bei einer wahrhcits- äßen Aussage fich einer strafbaren Handlung bezichtigt e usw. Staatsanwalt Reust begründet die Anklage.
. Fall Ruppert liege ja weit zurück, da könne es wohl glich sein, daß der Angeklagte, als er eidlich darüber .agt worden sei dies vergessen habe. Es wurde l'e Sache auch nur zur Illustration herangezogen, und solche sei sie für die Anklage wichtig. Ter Fall Äiom- ger sei dagegen noch nicht so lange her gewesen, als - Angeklagte von der Strafkammer danach befragt wor- i fei. In dem kleinen Dörfchen Ober-Ohmen kenne nun ter den andern, und der Angeklagte habe am 1. Januar I., als er den fraglichen Vorfall unter Eid bestritt, nau gewußt, daß „Schomberts John" und „Johann omberger" ein uno dieselbe Person seien, er war gefragt orden, ob er mit demselben Streit gehabt, ihn an dem vagen gepackt habe usw. uud habe dies wissentlich unter < id in Abrede gestellt Wenn der heute vernommene Zeuge .omberger ein mehrfach bestrafter Mensch sei, so habe .is mit der vorliegenoen Sache nichts zu tyun. Ter An
sei. Die Frage nach Milderungsgründen ersuche er zu bejahen. Im vorliegenden Fall sei der Gerichtshof dadurch in die Lage versetzt, nicht auf Zuchthausstrafe, die auf Meineid steht, zu erkennen, sondern auf eine mildere Gefängnisstrafe. Ter Verteidiger Rechtsanwalt Rosenberg plaidiert auf Freisprechung. Im Fall Ruppert habe sein Klient nur beschworen: er habe diesen nicht bedroht mit „kalt machen". So und nicht anders habe die dem Angeklagten vorgelegte Frage gelautet, und wenn er dieselbe verneint habe, so habe er die Wahrheit gesagt; denn der als Zeuge vernommene Maurer Kaspar, wie man den Ruppert bezeichne, habe selbst nicht bekundet, daß damals auf der Landstraße von „kalt machen" die Rede lvar. Weiter sei der Angeklagte befragt worden nach einem Renkontre mit dem Maurer Johann Momberger. Der Familienname Momberger war dem Angeklagten aber nicht bekannt. Er kannte damals den Momberger nur unter dem Namen Schombert. Der Ang.klagte konnte nicht denken und brauchte nach Lage der Sache nicht darüber nachzudenken, ob dieser „Sciwmberts John" der damals gemeinte Maurergeselle war. Wenn der Bürgermeister, der Polizeidiener rc., Leute, die dies wissen müssen, den wahren 'Sachverhalt hinsichtlich des Familiennamens also kennen, so kann man dem Angeklagten wohl glauben, wenn er sagte, er habe nur gewußt, daß der Mann Schombert heiße, und wenn er dann sagte: „Mit einem Momberger habe ich keinen Streit gehabt, einen Maurer dieses Namens kenne ich überhaupt nicht", so könne dessen Aussage als objektiv falsche, als wissentlich falscher Eid nicht angesehen werden. Die Aussage des Zeugen Geiß könne man nicht als Beweis für die Schuld seines Klienten ansehen. Ter Vorsitzende, Landgerichtsrat Holzapfel, teilt mit, daß der Gerichtshof inzwischen beschlossen habe, von Amts wegen an die Geschworenen für den Fall der Verneinung der Schuldsrage wegen Meineids eine weitere Frage wegen fahrlässigen Falsch cid es zu stellen. Staatsanwalt und Verteidiger gehen noch kurz auf die Würdigung dieser Frage ein. Beide sind der Ansicht, cs liege ein fahrlässiger Meineid nicht vor. Nach erfolgter Rechtsbelehrung ziehen sich die Geschworenen zu einer breiviertelstündigen Beratung zurück, woraus der Obmaim das Verdikt verkündet, welches auf nichtschuldig lautet sowohl hinsichtlich eines Meineides als auch eines fahrlässigen Falscheides. Ter Gerichtshof fällte darauf ein freisprechendes Urteil.
Verhandlung vom 1. Oktober.
Landgerichtsrat Holzapfel eröffnete heute vormittag 9 Uhr die Sitzung. Verhandelt wird gegen ben 30 Jahre alten, bisher noch unbestraften Tienstknecht Wilhelm Alt- vatter von Jlbenstabt wegen Verbrechens nüber bie Sittlichkeit. Die Anklage wirb vertreten vom Oberstaatsanwalt Theobalb. Der Angeklagte wirb verteibigt von Justizrat Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch. Es sinb vier Zeugen und als mebizinischer Sachperständiger Medizinalrat Dr. Matthias- Friedberg geladen. Dem geständigen Angeklagten wird nach dem Anklagebeschlust zur Last gelegt, daß er an einer geisteskranken Person zu Ilbenstadt im Frühjahr dieses Jahres die inkriminierte Thal verübt haben soll. Ans Antrag des Vertreters »Der Anklagebehörde wird unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelt. Als die Oessentlichkeit wieder- gestellt worden war, wird das Urteil verkündigt. Tie Geschworenen bejahten nach kurzer Beratung die Schuldsrage, bewilligten jedoch dem Angeklagten mildernde Umstände, woraus der Gerichtshof auf 3 Jahre 6 Monate Gefängnis erkannte, auf welche ein Adonai ber Untersuchungshaft in Anrechnung kommt.
.v................ u-o-u—, .....- Hotel.Erwerbung. Restaurateur Bernd, der
urreten^d.aß, audj. diese Frage M die Iuri/gesteUt worden Inhaber des Restaurants .Hohenzollern', hat das bekannte
95 ehmtal von Scharmann vor dessen Hof- .t worden sei. Kurz darauf sei dieser ihm aße begegnet, sei an ihn berangetreten unb Tu, wenn ich Dich einmal kriege", bann sei igen. Von „kalt machen" sei bamals keine Er, ber Zeuge, will sich durch den Vorfall edroht gehalten haben, und habe Anzeige n erstattet. Einige Zeit später sei ihm Schar- -, und habe zu ihm gesagt „Kaspar, verstehst .i Spaß?", unb 6a sei er, ber Zeuge, wieder n Gegangen und habe erklärt, daß er in ber Scharmann keine Anzeige erstattet haben fragen des Verteibigers erklärt Ruppert, hn überall „Mäuern Kaspar", unter dieser nne ihn jedes Kind in Ober-Ohmen. Der neue Zeuge Momberger erklärt, man i der ganzen Gegend nur „Schomber t's Befragen des Vorsitzenden erklärt der Zeuge Scharmann, der 19 Jahre in Ober-Ohmen gewußt hat, daß er Momberger heißt. Er vor zwei Jahren bei dem Angeklagten um agt, folche auch zugesagt erhalten, er sei aber Maurermeister Karl Geiß in Ruppertenrod in .en, unb dieser habe ihm kürzlich mit ge- Äharmann damals bei ihm gewesen fei, ragt habe, ob er den Momberger beschäftige, l des Rechtsanwalts Rosenberg, wieso er denn , als Maurergeselle aufzutreten, ob er denn geschäft erlernt habe, giebt der Zeuge Monier sei seit zwei Jahren auf Bauten thatig ge*
. .latsanwalt beantragte hierauf den Maurer-
llciu'lte Meldungen.
Lriginaldrahtnieldungen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 1. Okt. Nach der „Magdeb. Ztg." wird das Abkommen der Rcichsregiernng mit dem Vatikan über die Errichtung einer katholisch-theologisch en a tu l - tät bei der Universität Straßburg vorausfichtlich. ui nicht ferner Zeit veröffentlicht werben.
Gumbinnen, 1. Okt. Tas große Dampf müh len- Etablissement der Firma A. Prang steht fett heute früh in Flammen. Tas große fünfstocktge Tampfmühlen- gebäube brennt in seinem ganzen Umfange unb ist unrettbar verloren. Große Menschenmengen umlagern die Brandstätte. lieber die Entstehung des Brandes ist noch nichts bekannt.
Kiel, 1. Okt. TaL Linienschiff Wetttn wurde heute zum ersten Mal mit Flottcnparade in Dienst gestellt.
Görlitz, 1. Okt. In Strcchwcide schoß ein 28jäh» riger Zigarrenarbeiter aus Eifersucht auf seine 26jäh» rige Ehefrau, die tätlich verletzt wurde. Ter Thäter beging dann Selbstinord.
Haag, 1. Oktober. Tie Buren Generale beendigen ihre Hollandreise am Samstag. Am Montag besuchen sie Biüffel, dann Paris und Frankreich. Sie erklärten den Bericht von einem Audieuz-Gesuch beim Kaiser für eiu<
Hotel Schlüter zu Bebra käuflich erworben und wird schon Anfang Dezember dorthin übersiedeln.
Dcirmstabt, 30. Sept. Die Nachricht, daß bie in der S elbstmordaf faire Patriz Hu ber-Commichau vielfach genannte Witwe den Versuch gemacht habe, ebenfalls Selbstmord zu begehen, ist vollständig unrichtig. Da die Dame aus bem Vermögen ihres verstorbenen Mannes nur die Nutznießung hatte, welche ihr laut testamentarischer Verfügung im Falle einer Wiederoerheiratung entzogen worden wäre, sind viele ihrer Bekannten der Ansicht, daß sie trotz der Verlobung auch den unglücklichen Commichau nicht geheiratet haben würde.
Darmstadt, 30. Sept. Die Affaire Huber- Commichau, so lesen wir in einem Artikel der ,Rh. bildet den letzten Akt eines Sittendramas, zu dem bie Ausstellung der Künstlerkolonie den Hintergrund abgegeben hat, unb von bem nur bet Schluß sich vor ber Ceffentlidj- feit abgespielt hat. Für unsere Stadt hat die Ausstellung nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine moralische Em- büße zur Folge gehabt..... lieber die Vorgänge, welche
sich mährend der Ausstellung im , Platanenhain * ereignet, unb bei benen nicht bloS junge Mädchen, sondern auch Frauen eine traurige Rolle gespielt haben, hat des Chronisten Höflichkeit geschwiegen, weil sie sich zum Teil hinter den Conliffen abgespielt haben, zum Teil sich ber Erörterung in der Leffent- lichkeit entzogen. Tie Lacher, welche vorher über Muckerei gespottet haben, fingen nun an zu verstummen, namentlich als sich gewisse Leute anschickten, ihre sittlichen Uebergriffe ins Praktische zu übertragen, und als ein Einbruch in die Ehe eines ehrenwerten und hochangesehenen Mannes begangen wurde, durch den Unglück über ihn und seine Familie gebracht wurde. Da die Schuldigen still bei Seite getreten sind, so hat die TageSchronik feine Notiz davon genommen, wie von der letzten schrecklichen LiebeS- tragöbie, beten ersten Akte sich während der Ausstellung ab- gespielt haben unb deren Personen denselben Kreisen an- gehörten; bie Schuld der hierbei beteiligten Frau war nicht größer als die ber erstgenannten, sondern nur der Skandal. Auf die unglücklichen Opfer wird niemand einen Stein werfen, sie haben schwer gebüßt, ja, man kann sagen, das Opfer, das sie einer treulosen Geliebten gebracht haben, war zu groß. Andererseits zeigt dieser Fall aber, daß diejenigen, welche freieren sittlichen Anschauungen huldigen, und welche glauben, das Vorrecht für sich in Anspruch nehmen zu dürfen, nicht nach der herkömmlichen strengbürgerlichen Dtoral beurteilt zu werden, die nicht anders unb nicht minder streng urteilen, wenn ihre eigene Person in Frage kommt. Nach all diesen Vorgängen, nach dem fürchterlichen finanziellen Krach ber Ausstellung, und da sich die Hoffnungen, welche man für die Belebung des hessischen KunsthandwerfeS an die Ausstellung geknüpft hatte, nur zum geringen Teil sich erfüllt haben, ist es nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß die Leute in Darmstadt, welche mit wirklicher Befriedigung auf daS ereignisreiche Jahr 1901 zurückblicken, zu zählen sind.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. DaS Feuer, welches das Schleif'sche Holzlager in Biebrich cinäscherte, ist noch nicht vollständig gelöscht. Jedoch ist jede Gesahr einer weiteren Ausdehnung beseitigt. Der Schaden wird auf mehr als 300 000 Mk. geschätzt. Ein Arbeiter würbe unter dem Verdacht der Brandstiftung verhaftet. — Wie bereits in den letzten Jahren, wird auch in diesem eine nachträgliche Ausstellung der für die Berliner GerstenauLstellung angemeldeten Proben hessischer Gersten am 6. Oktober in Frankfurt a. M. stattfinden, und zwar vormittags im Frachtmarkt der Börse und nachmittags im Klub für Landwirte. — Heute, am 1. Oktober, übernehmen die Restaurateure und Hoteliers Adalbert W. Müller und I. Schert, seither in Ostende und London, die Restauration deS Frankfurter Palmen» gartens. Die jährliche Pacht beträgt 15 000 Mk., für Beleuchtung und Heizung müffen 18 000 Mk. an die Palmengarten-Gesellschaft bezahlt werben. Der seitherige Pachter Bolee-Ritz hat das Palasthotel Fürstenhof gekauft.
Gottesdienst in der §ijnagogtT Südantage. Israelitische Neligionsgemeinde.
Donnerstag, den 2. und Freitag, den 8. Oktober Neujahrsfest.
1. Tag. Vorabend: 5" Uhr. Morgens: 7" Uhr. Nachmittags: 4 Uhr: P r e d i g t. ee,
2. Tag. Vorabend: 6" Uhr. Morgens: 7* Uhr. Abends: 5" Uhr: Predigt.
NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet.
Hottesdienff der israelitischen Keligionsgesellschast. TonnerStag, ben 2. und Freitag, den 3. Cftober 1002:
Neujahrsfest. '
1. 2a g: Vorabend: 5“ Uhr: Predigt. Morgens Uhr. Nachmittags 400 Uhr.
2. 2ag: Vorabend 6*° Uhr. Morgens 6 Uhr. Sabbathfeier am 4. Oktober 1902.
Freitagabend o’°. Samstag morgens 8W Uhr: Predigt. Nachmittag 400. Cabbathausgang 6“.
Wochengoltesbiensl: Morgen? 500 Uhr, abends 5 Uhr.
.1 Geiß von Ruppertenrod telegraphisch zur Verhandlung zu laden. Es sei für die ^raus wichtig, dciiselben über die von Mom- teilte Thatsache, daß der Angellagte ihm gegen- Momberger mit seinem richtigen Namen be- Die Verteidigung beantragte


