Donnerstag 1« SRtti 1902
ISS. Jahrgang
Zweites Blatt.
LZom Burenkrieg.
Von den unzähligen Beweisen für die notorische Entstellung und Unwahrheit der amtlichen englischen Berichte über die Lage auf dem Kriegsschauplatz und alle darauf bezüglichen Daten ist der zwingendsten einer der krasse Widerjpruch in den offiziellen Angaben des englischen Kriegsministeriums über die Abgänge im englischen Speere in der monatlichen „Tab le o f C as.u a l- ties" einerseits und den veröffentlichten täglichen Verlustlisten andererseits. Nach der ersteren hätten
Nr. 101
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Eichener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck il Verlag der Brüh l'schen Unioers.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erbens Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schul st raße 7.
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Fcrnsprrchanschluß Nr. 51.
Politische Tagesschau.
Die Branntweinsteuer-Kommission
des Reichstages nahm einen Compromißantrag an, der als Brenn st euerskala festsetzt: 200—300 Hl. je 2 Mk., 300—400 je 2.50 Mk., 400—600 je 3 Mk., 600—800 je 3.50 Mk., 800—1000 je 4 Mk., 1000—1200 je 4.50 Mk., 1200—1400 je 6 Mk., 1400—1600 je 5.50 Mk., 1600 bis 1800 je 6 Mk., 1800 je 6.50 Mk.; in denjenigen Brennereien, ivelche ausschließlich Roggen, Weizen, Hafer, Gerste verarbeiten, wird Brennsteuer für eine Erzeugung bis zu 300 Hl. überhaupt nicht, für eine Erzeugung über 300 bis 600 Hl. nur zur Hälfte erhoben. Sodann nahm die Kommission mit einigen Abänderungen das ganze Gesetz an. Für den Sonunerbrand wird Steuerfreiheit derjenigen Brennereien beschlossen, die au einem Tage durchschnittlich nicht über 1050 Liter Bottichraum bemaischen. Die Untergrenze von 300 Hektoliter für die Erhebung von Brennsteuer fällt fort bei den seit bem 1, Juli 1895 neu entstandenen Brennereien, die Melasse, Rüben oder Rübensaft verarbeiten; diese haben auch für Erzeugung bis 300 Hl. je 15 Mk. für den Hektoliter reinen Alkohols zu zahlen. Das Gesetz soll am 1. Oktober d. I. in Kraft treten, die Bestimmungen über den Sommerbrand sofort. Gegen das Gesetz stimmten die Sozialdemokraten, die Freisinnigen und Dr. Semler. Angenommen wurde noch eine Resolution, betreffend Aufhebung der Maischraumsteuer und ihre Ersetzung durch eine Fabrikatsteuer; ebenso eine Resolution, die auf Hefe Bezug hat. Der Kvmmissionsbericht soll am Freitag festgestellt und am Samstag verteilt werden.
der Gesamtforderuno, statt mit dieser Abfindung sich zu begnügen, so hätte die Regierung im Interesse der Durch- beratung des Tarifentwurfs wohl oder übel nachgeben müssen. Die Annahme der Pauschal-Borlage ist cm Sieg, ein Triumph der Regierung und eine der eklatantesten Niederlagen, die sich je ein Parlament geholt hat. Em Taktiker wie Windthorst als Zentrumsführer wurde schleunigst die „ganze Hand" ergriffen haben. Und auch der Abgeordnete Lieber hätte sicherlich gesagt: Jetzt oder nie!
Beirat dienten die Professoren S ch i l l und K l e e f a t t e l. — Diese etwas weitgehende Fürsorge ist dem Kunstpalast nicht gut bekommen. Die Front des Renaissancebaues mit der mittleren Kuppel und mannigfachen barocken Anklängen ist viel zu akademisch und konventionell ausge- allen. Es ist so eine Art Museum, wie es mehrere giebt. Sie sehen einander ziemlich ähnlich, sodaß man bei ihrem Anblick durch den Ge,amteindruck niemals angenehm überrascht wird, obwohl man die Lösung der Aufgabe an und ür sich als ganz gefällig und üer)tänbig bezeichnen darf. Es ist eine Art konventioneller Schönheit, rote inan sie öfter auch bei den Frauen mit regelmäßig abgezirkelten Gesichtern findet, die uns aber nicht auf.die Tauer zu esseln und zu interessieren vermögen. Wir kennen das ganze Genre schon zu genau, und darum vermag es teuie neuen Gedanken und Empfindungen in uns roachzurufen. Ter klare, symmetrische Grundriß verleitete wohl zu dieser etwas nüchternen Architektur, aber man hätte auch einige Tropfen modernen Geistes in diese träufeln, man hätte sich ein wenig an die pariserische Grazie des „Pettt Palais" der Weltausstellung erinnern können.
Ter Grundrißdispofitiou wird man alles Lob spenden müssen. Tas Gebäude besteht aus einem langgestreckten Frontbau, an welchen sich em Bauteil von nahezu quadratischer Grundfläche anfchließt. Die Länge der Hauptsronl beträgt 132 Meter, die Tiefe des Gebäudes 90, die Fronthöhe 18 bis 22 Meter und die größte Höhenausdehnung dis zur Kuppelspitze 39 Meter. Tas Hauptportal, in der Mitte des Gebäudes, führt in die große Kuppelhalle; von dieser gelangt man, der Hauptachse des Gebäudes folgend, in einen inneren Ehrenhof mit gärtnerischen Schmuckanlagen, und von hier in den Skulptur en saal, welcher nach hinten einen halbkreisförmigen Abschluß erhalten hat. Tas ist der Mittelbau, an welchen sich symmetrisch zu beiden Seiten je zwei (im ganzen also vier- große Ausstellungshallen anschließen, von denen die an der Front liegenden Säle nur Seiteillicht durch je sieben Frontfenster erhalten, während die übrigen zwei durch große Oberlichte erhellt werden An diese Fronthallcn schließen sich beiderseits je ein monumentales Treppenhaus, sowie em kleinerer Saal. Zweigeschossig ist nur der Kopfbau ausgeführt. Er enthalt im Obergeschoß, in derselben Anordnung wie im Erdgeschoß, zwei große und zwei kleine Säle. In den großen Oberlichtsälen ist eine prattoche Einrichtung getroffen, welche vielfach 'Nachahmung finden wird. Tie Säle können durch verstellbare Holzwände in Abteilungen von beliebiger Ausdehnung geteilt werden, sodaß die Mumme den gerade ■ zu einer Ausstellung eintressenden Kunstwerken angepaßt ■ L1 ^hr" bedauerlich ist es, daß sich die Architekten nicht
Düsseldorfer Industrie- und Kewerve-Ausstellung.
~ " K. Düsseldorf, 30. April.
Am 1. Mai wird in der rheinischen Kunststadt Düffel- ’ dorf jenes gewaltige Unternehmen eröffnet, in dem sich ! nüchterne Arbeit mit künstlerischem Idealismus, physische Kraft mit höchster Intelligenz einen. Die nüchterne Arbeit hat jetzt noch äußerlich die Oberhand, sie beherrscht das Terrain, und viele Hunderte von Mannern ün Arbeitskittel schaffen vom frühen Morgen bis zum späten Abend, um alles das, was noch an das Werden gemahnt, aus dem Wege zu räumen.
Obwohl die Gewerbe und ^ndustneen m den Vordergrund der Llusstelliing gerückt sind, hat man den ganzen Plan derselben im wesentlichen der Düsseldorfer Künstlerschaft zu verdanken. Tas Schmerzenskind der Düsseldorfer, die Kun st halle, sollte durch einen neuen modernen Bau ersetzt werden, welcher würdig und weit genug wäre, wieder eine große nationale Kunstausstellung in Missel- dorf zu veranstalten, die dem Namen der alten Kunststadt Ehre zu bereiten geeignet Seit dem Jahre 1880 hat Düsseldorf wegen Mangels an geeigneten Raumen keine größere Kunstausstellung veranstalten können, lodajz die Stadt mehr und mehr durch Berlin, München und Dresden auf dem Kunstmarkt zurückgedränat wurde. In erner Generalversammlung der Kunstlerichaft am 8. Marz 1898 entwickelte Profefsor Stöber einen vollständigen Plan zur Erreichung seines Zieles. Es war vor allen Dingen Geld, ^hr viel Geld erforderlich. Professor Röber betonte, daß man die Mittel zum Bau am besten durch Veranstaltung einer großen deutsch-nationalen Industrie- und Gewerbe- Ausstellung, in Verbindung mit einer großen Kunst-Ausstellung, erlangen könne. L-o wurde der Plan zur Aussuhr- una eines permanenten Kuchtausstellungs-Geoaud-es der Ausgangspulitt zur Veranstaltung der ganzen Ausstellung.
Be? der Verwirklichung des .Projektes ist man nun etwas merkwürdig vorgegangen, ja, die Baugeschichte des
Bvusrfffi »wu« Ausiübruua ana-'uommen, während man ,ich furdre Front- '^'111^^110 vorbehielt. Tann über- gestaltung eine fieie ■beaibei Emdes, ein
schließlich' aller archllektonischen ^wiirse ftir die au&eoe ÄÄ* M. bMarbeiAng der Deiailpläne des Baues, sowie mit diese den Architekten ERuckgauer. Als runstleriscyer
der grandiosen, unvergeßlichen Wirkung der Skulpturenhalle )es „Grand Palais" erinnert haben, wo der Ehrenhof zugleich die Skulpturenhalle bildet und mit einem gewaltigen Glasdach überdeckt wird. Ich werde niemals den uberwal- tigenden Eindruck vergessen, welchen man während der Weltausstellung bei einem Blick von 'der großen Prunktreppe dieses Hauses auf die Fülle köstlicher Skulpturen gewann, welche diese Halle erfüllten. Die Grundrißdisposition des Düsseldorfer Kunstpalastes hatte eine Vereinigung des Ehren- Hofes und der Skulpturenhalle sehr wohl gestattet, und es wäre möglich gewesen, in kleinerem Maßgabe etwas ähnliches wie in Paris zu schaffen. Wir wollen jedoch geduldig die Eröffnung der Ausstellung abwarten, um zu ehen, wie sich die Bildwerke in diesen Räumen ausnehmen werden. . L , .. ,
Tie Ausdehnung der Räume wird ziemlich weitgehen- den Ansprüchen genügen. Die großen Hallen weisen eine Längenausdehnung von 38 bezw. 55 Metern auf, bet 22 Meter Breite und 8—9 Meter Höhe. Tie Kuppelhalle zewst eine Seitenlänge von 16 und eine lichte Höhe von 22 Metern. Den Skulpturensaal von 28 Meter Länge und 16 Meter Breite möchte ich als räumlich bescheiden ansehen.
Für den künstlerischen Schmuck des Baues ist viel geschehen. Der Kimstverein für die Rheinlande und We,u- jalen hat reiche Mittel für den figürlichen und allegorischen Schmuck des Giebelfeldes über dem Hauptportal zur Verfügung gestellt, er wurde nach einem preisgekrönten Entwurf von E. Heinzh Müller ausgeführt, darstellend „Prometheus mit dem hohen Lichtfunken die Kunst begeisternd, Gewerbe und Handwerk befruchtend". Außerdem sind über öem Portal der Treppenhäuser noch schöne Reliefs nach Skizzen des Bildhauers Nieder, eines talentvollen Meister- fchülers der Königlichen Kunstakademie zu Düsteldorf, zur Ausführung gebracht worden . Tas südliche Eckrfialit, an welches sich der von Rückgauer entworfene und ausgeführte elegante Restauraiionsvau des Kunstpalastes anschließt, zieren zwei inännliche Figuren, „Architektur und Plastik" — diese beiden unzertrennlichen Geschwister. Tas nördliche Risalit schmückt dagegen eine Gruppe weiblicher Figuren /Meret und graphische Kunst". Die Fensterbrüstungen des Mittelbaues zeigen Geschöpfe des feuchten Elements, welche sich mit einem fabelhaften Wa^ertiere herumbalgen, offenbar irgend eine An'pielung an Die Sagen des Rheins.
Die Hauptfassadc ist in Tuffstein unter teilweiser Verwendung von Sandstein, Granit und Basalt ausgeführt, die Kuppel ist in Kupfer eingedeckt. Die Fronten des in den Formen italienischer Renaisscmoe gehaltenen Ehren- hoses sind mit gelbem Sandstein bekleidet.
z. B- die Abgänge während des zweiten Halbjahrs 1901 927 Offiziere und 16 604 Mann betragen, während sie nach den letztem, also in Wirklichkeit, i<o< Offiziere und 29 578 Mann umfaßt hoben, woS einen lln terfdjicb von 680 Offizieren und 12977 Mann zum Sckiaden der Stärke des im Felde stehenden englifchen Heeres ausmacht. Für den Monat Februar 1902 weist die monatliche „Table of Casualties" an Abgängen 179 Offiziere und 3446 Mann auf, die täglichen Verlustlisten dagegen 319 Offiziere und 5453 Mann, woraus sich wiederum ein ganz ansehnlicher Unterschied von 140 Ossi z i er e n u n d 2007 Mann ergiebt. Ganz außerordentlich ausfallend ist aber der Unterschied für den Monat März 1902. Man vergleiche! Monatliche „Table of Casualties": Os iziere 170 Mannschaften 3579 ; Tägliche Verlustlisten: Os tziere 403, Mannschaften 10107. Tie Vergleichung dieser Zahlen ergiebt eine amtliche Unterschlagung von 233 Offiz i e r e n und 6528 Mann, die jedenfalls das Opfer der „Siege über Kemp, BeyerS u. a. geworden sind. Diesem ganz gewaltigen Abgänge von 403 Offizieren unb 1010< Mann im englischen Heere während des einzigen Monats März steht nach den amtlichen englischen Ausweisen em Nachschub von nur 375 Offizieren, 7752 Mann und 1297 Pferden gegenüber, von denen obendrein noch anfangs März 18 Offiziere und 535 Mann in St. Helena abaesetzt worden sind. Ein Vergleich diefer englifchen Ver- luftzifjern mit den a m t l i ch e n A n g a b end er B u re n über ihre Verluste kann nur die Bestätigung der Thatjache liefern, daß die Buren auf dem ganzen Kriegsschauplatz sich den Vorteil errungen haben. Nach der Statistik des Vorstandes des Jdentitäts-Departements, ty % Oosterhagen, haben die Verluste der Trans- vaaler vom 1. September 1900 bis zum 30. eP- t c m b c r 1901, also wahrend 13 voller Monate, jnxo t e n nur rund 400, au Verwundete n nur rund ,00 betragen, von denen aber die letzteren fast alle langst wieder- hergestellt sind. Und General De l a re y giebt m feinem Rapport vom Dezember 1901 an den Präsidenten .Krüger seine Verluste vom 7. Juli 1900 b i s z u m 4. N o v em der 1901, also während 16 voller Monate, mit 1 <0 Toten und 380 Verwundeten an.
Tas Amsterdamer Telegramm eines Berliner Blattes, in der Umgebung Krügers habe man die Meldung, daß ein Bote SteijnS an Krüger unterwegs sei, wird auf eine Anfrage von Boeschoten, bem Sekretär Krugers, als Erfindung bezeichnet. Auch die Mitteilung, man wisse von einer Mlehnung der Friedensvorschläge durch . die Burenführer, ist unrichtig.
Dem „Daily Telegraph" wird aus Pretoria telegraphiert: Ende letzter Woche hielten die Utrechter und Vryheider Kommandos Versammlungen unter Louis Botha und anderen Führern ab. Sie sprachen energisch ihre - Meinung zu Gunsten des Friedens ans. Die Versammlungen wurden von den englischen Truppen nicht de- [ lästigt, doch endete der stillschweigende Waffenstillstand in
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MM
Die heutige Kummer umfaßt 10 Seiten«
Der bescheidene Reichstag.
Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 80. Apiül:
Der Reichstag hat in der Frage einer Entschädigung der Zollkommission sich „von der noblen Seite" gezeigt. Die Regierung bot ein Pauschquantum von Mark 2400 den Zollkommissions-Männern, und mit nur Mk. 2000 erklären sie sich zufrieden. Obendrein sollen die von Landtags-Abgeordneten zu beziehenden Diäten in Anrechnung kommen. Die Reichstagsmehrheit hat also der Ungunst der Zeit Rechnung getragen; immerhin sind auch Mk. 2000 ein recht anständtaes, recht acceptables „Taschengeld". Damit kann man selbst in Berlin auskommen, denn angenommen, daß die Zollkommission etwa sechszig Sitzungen noch abhält, entfallen auf den Tag ca. 33 Mark Entschädigung. Mit solchem Tagesetat tritt sogar ein Champagner-Reisender splendid auf .
Menn nun wenigstens für das schöne Geld, auf Ge- neralunkosten der Steuerzahler, eine erfreuliche Arbeit geleistet, wenn der Zolltarifentwurf in dem Sinne gestaltet würde, der den Wünschen der großen Mehrheit der Bevölkerung entspricht! Das steht leider aus einem anderen Blatt. Die Noblesse der Reichstagsmehrheit ist unvollständig; was will der Verzicht auf Mk. 400 pro Person besagen, wenn auf der andern Seite Schlag auf Schlag Beschlüsse von Agrariern und Agrarfrennden gefaßt werden, die den Zoll auf eine Reihe notwendiger Lebensbedürfnisse um viele Millionen erhöhen? „Bücken Sie sich doch nicht nach einem 50 Pfg.-Stück, wenn Sie auf dem Wege zur Kasse sind, um Millionen abzuheben!" So hat in der Zollkommission mit scharser, aber berechtigter Satire ein Vertreter der Regierung ausgerusen, angesichts der eifrigen Zollerhöhungs-Bestrebungen, wo immer selbst ein minimales Interesse der Laridwirtschast in Betracht kommt. Die Absetzung der 400 Mark von dem Pauschquantum mag einigermaßen von der generösen Regierung beeinfluß worden fein, hier wenigstens fein zu großes Opfer zu fordern. Es ist fein schmerzlicher Verzicht, aber man sieht den guten Millen — in Kleinigkeiten koulant zu sein.
Konsequent wäre die Annahme der Anträge gewesen, solange die Beschlußfassung über die Zollkommissions-Ent- schädigung auszusetzen, als der Bundesrat sich nicht über Diäten im allgemeinen schlüssig gemacht hat. Durch die Annahme des Mehrheitsantrages, durch die Zustimmung zu einer Maßregel, die von der Regierung ausdrücklich als eine ausnahmsweise bezeichnet worden ist, hat der Reichstag selbst seiner grundsätzlichen Diätenforderung ein schwer zu beseitigendes Hindernis in den Weg gelegt. Ter günstigste, nicht so bald wiederkehrende Moment, allgemeine Diäten für den Reichstag zu erlangen, ii)t ungenützt geblieben. Bestand der Reichstag mit aller Festigkeit auf


