Wetter
April/Mai
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1.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
30. April/1. Mai 30.
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Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Bereinigung zwischen vcu transatlantischen «chissfahrts- Gesellschasteu. Tas Verhältnis der deutschen Rhedereren zu dein englisch-amerikanischen Schissfahrts-Syndikat ist offiziell von den Verwaltungen der Hamburg-Amerika- und der Norddeutschen -loyd- Linie sestgestellt. Es wird nochmals betont, daß die deutschen Ec- sellschasren es abgelehnt haben, dem amerikamsch-englischen Syndikat beizutreten, um in jeder Beziehung ihre Unabhängigkeit zu wahren. Unter den Abmachungen gehl die sur die deutschen Cn= teressen wichtigste dahin, daß dieSyndttatslinien Uch fu^ d^e ganze auf 20 Jahre bemessene Dauer des Vertrages verpflichtet haben, ohne Einverständnis der deutschen Linien nut keinem Jh^^ ^chstfe nach einem deutschen Hasen zu kommen, wogegen die deutschen Oe- eUschaslen die Verpflichtung übernommen haben, ihren^ gegenwärtigen Verkehr von England nicht über ein bestimmtes Maß hinaus zu erweitern. Daneben sind noch eine Reihe von anderen Vereinbarungen getroffen worden, welche bestimmt sind, jeder Konkurrenz zwischen den beiden großen Gruppen — dem amerikanisch-englischen Syndikat und den deutschen Gesellschaften - von vornyereln oorzubeuqen. An den ftnanziellen Erfolgen der emzeüien Gesellschaften sind alle gleichmäßig interessiert. Tie wahre schlage ist, daß die Reformen im Betrieb der transatlantischen Rhedereien angesichts der unter den verschiedenen englischen Linien bei leber Geleqenheit herooraetreteneii Eifers richt die Griindung eines solchen Syndikats geradezu zur Voraussetzung haben. Die deulstt)en Ge-
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Er irrte dann in verschiedenen Ortschaften umher, nahm danni bei einem Bauer in Oschatz einige Tag« Arbeit und «iste nach Hause, wo er verhastei wurde. Der Angeklagte gab «mch vor Gericht an, daß er nur infolge der Behandlung und der rheumatischen Schmerzen entlausen sei und nicht habe daueriid ernbleiben wollen. ?er Lerichtshos aber sah das Vergehen des'Angeklagt n als ein schweres an und verurteilte ihn wegen Fahnenflucht zu 8 Monaldi Gefängnis und Versetzung in die 2. SUaffe des oolbaien-
München, 30. April. (Schwurgericht.) In einer bis in die Nacht dauernden Verhandlung wurde der 32 Jahre alle Schneidermeister P o n g r a tz wegen o t sch l a gs z u 1 o ^ ah r en Zuchthaus verurteilt. Pongratz, ein sehr ausschwenender, fah- zorniger und gewaltchätiger Mann, Öen ferne £rau und nach chr eine Haushälterinnen (Geliebten) wegen dieser Eigenschaften verlassen hatten, lockte, da er vergeblich Ersatz sur ferne letzte Haushälterin gesucht hatte, em Ichahriges Mädchen in sem Zimmer, tötete es durch Hammerschläge aüf den Kopf, fchmtt ihm den Unterleib aus, riß einen Teil der Gedärme heraus legte dann einen Zettel mit den Worten: .Bete für mich Ungludlidjen auf d,e Leiche, ging direkt zur Polizei und zeigte sich feckst an.^ In der Untersuchung und Verhandlung suchte er psychyche -Störungen qeltenb zu machen. Tie Sachverständigen, darunter Irrenärzte, die ihn in Beobachtung hatten, bestreiten letzteres, erklären ihn vielmehr für normal und völlig zurechnungsfähig. Ein AtoNv der begangenen Unchat ist nicht ersichtlich. Ein M'vbrauch des Kindes ist nicht nachgewiesen. Körperliche ober geistige Abnormitäten fmb an P. nicht wahrnehmbar, tfur einen Luftrnorder wird er nicht gehalten. _ . ,_ ...
Bcucdig, 30. April. Der Gerichtshof fällte geltem das Urteil gegen die Offiziere des gegenwärtig dort ankernden amerikanischen Panzerkreuzers „Ehicago , meld)e am Sonntag in einem Kaffeehause und spater auch auf der Straße eine große Schlägerei verursacht haben. Ein Sxapitanleuhiant wurde zu 130 Tagen Gefängnis verurteilt, drei Leutnants und em Matrose bekamen 90 Tage Gefängnis, «ter Antrag au einstweilige Haftentlassung wurde abgelehnt. -ter Romman= bant des Schiffes machte dem Stadtprasekten einen Entschul- digungsbesuch. ---------------------
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femcbaften erwarten daher mit Recht von der jetzt enoncy voD- annenen bisher niemals erreichbar gewesenen Einigung der großm impnfnnifcheu und englischen Rhedereien ein Aufblühen auch ihres amerikanischen uns engm^ , Angelegenhell ge-
g-oßer °on ^en dL.K-n Gesell- chaften erzielter Erfolg anzusehen.
Märkte.
A b 2 30. April. Fruchtmarkt Durch-
Erbsen 0.00 Alk., Kartoffeln 0.00 Alk.
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fahren als abgeschloffen anzusehen set Das Gericht erachtete bie jettens des Rechtsanwalts Dr. Sondheimer-Gelnhausen eingelegte < Berufung nach Anhörung des Direktors des Hanauer Landkranken- i Hauses für begründet und verurteilte die Genoffenschaft zur Wetterzahlung der lOOproz. Rente. — Albert Schulz zu Grebenhain war । mü der von der Sektion 9 der Brauerei- und Mälzerecherufs- genossenschaft wegen des Verlustes des rechten Vorderarms be- > willigten Entschädigung von 75 Prozent nicht zufrieden. Schulz beantragte beim Schiedsgericht Zuerkennung der gesetzlichen Dollrente und Beschaffung eines künstlichen Armes. Zu letzterem erklärte sich die beklagte Genossenschaft bereit, nicht bagegen zur Tragung der später etwa entstehenden Repa- rattirkosten. Das Gericht vernrtettte jedoch die Oienonen- schäft hierzu, wies aber im übrigen die Berufung zurutt. — Heinrich List I.-Strebendori hatte gegen den die lOproz. Rente fernes minderjährigen Sohnes Heinrich emstellenden Bescheid der Sektion 11 ber Alüllereiberufsgenoffenschaft Berufung verfolgt und Wetter- gewährung ber Rente beantragt. Das Gericht kam jedoch ZU ber Ueberzeugung, baß Heinrich List 1L in einem im wirtschaftlichen Leben meßbaren Grade nicht mehr beschränkt ist und verwarf demgemäß die Berufung. - Karl Backes zu Lber-Rosbach hatte sich eine Schntttwunde an dem kleinen Fmger der linken Hand mtt Durchschneidung der Sehne und Verletzung des Knochens zugezogen. Die Sektion 7 der Berufsgenossenschaft der chemischen Jndistttle lehnte den geltend gemachten Entschädigirngsanspruch ab, weil -öaaes burth die Folgen des Unfalles in abschätzbarer Weise in feiner Erwerbsfähigkeit nicht beeinträchtigt sei. Tas Gericht kam auf Grund ber Inaugenscheinnahme des verletzten Fingers zu gleicher Ansicht und wies daher die Berufung als unbegründet zuruck. — Braumeister Karl Rüdersdorf zu Friedberg hatte sich infolge eines Unfalls eine Verletzung der ganzen rechten Hand zugezogeii, ferner ben kleinen Finger unb bie beiben ersten Glieder des Ringfinger^ der rechten Hand verloren. Als Entschädigung gewahrte die Brauerel- unb Mälzereiberufsgenoffenschaft eine Rente von ^Op^t«, roelct)e fte mtt Bescheib vom 30. Januar 1902 auf 30 pEt. herabsetzte. Das Gericht verurteilte die Genoffenschaft nach Anhörung des Privatdozenten für Chirurgie Dr. Bötticher zu Greben zur Weiterzahlung der 40proz. Rente. — Bieroerwalter Georg Ruhl zu Herbstem will sich beim Abladen von Bierfässern einen rechtsseitigen &n|tenbrud) zuaezogen haben. Die Brauerei- und Mälzerelberufsgenoffenschaft lehnte den dieserhalb erhobenen Eiitschädigungsanspruch ab mtt der Begründung, der Bruch sei nickt „plötzlich" b. h- unsallsweife entstanden. Das Gericht kam zu der Ansicht, daß der !Bruchaustritt nicht in ursächlichem Zusammenhang mit der Arbeit steht, daß fick vielmehr der Bmch, wie in den meisten fallen allmählich entwickelt hat und gelegentlich bet ber Arbeit ausgetreten is. Der Austritt des Bruchs hätte ebensogut beim Springen vom Wagen, starken Husten usw. erfolgen können. Der Berufung mußte daher der Erfolg versagt werden.
Halle a. d. S., 30. April. Aus Verzweiflung über Mißhandlungen f ah n enf lüchti g geworden ist, wie er anaiebt, der Musketier Richter von der 7. Kompagme des Thuring. Jnf.-Regiments Nr. 153 in Altenburg, der sich vor dem Kriegsgericht in Halle a.d.S. wegen Fahnenflucht zu verantworten hatte- Richter, der 1901 beim Militär eingetreten ist, war bis zum 8. Januar er. im Lazarett und deswegen in feiner Ausbildung surud» aeblieden. Er wurde dann dem Unteroffizier Remharbt zur Ausbildung übergeben, konnte aber feinen Vomesetzten wegen rheumatischer Schmerzen nicht zufrieden stellen. -er. Antero Wer glaubte, Richter sei ein Simulant, und soll ihm wiederholt ^.toße mtt bem Gewehrkolben vor die Brust, Tritte m bie Kniekehle und Faustschläge gegen das Kinn versetzt haben. Biese Angaben machte Richter unb erklärte zugleich, er habe diese Behandlung nicht länger aushalten können und sei aus Verzweislung weggelaufen Er hatte sich vorher vom Kammerunterofstzier fernen
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