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DaS Telegramm teilt mit, daß eine englische Kolonne unter- dem Befehl deS Obersten Doran von starken Buren-Ab- teilnwgen angegriffen und aufgerieben worden fei. Die Engländer mutzten dem Feinde sämttiche mitgeführten Pro- viantwagen überlasten. Nach heftigem Kamps wurde Oberff Daran und 11 Alaun getötet, 30 verwundet.
Pcris, 1. April. In der vergangenen Nacht trntt vor einem üLel berüchtigten Hanse auf dem Boulevard La> Vilette zu Schlägereien. Ms die Polizei ernschrttt, fand sie 12 Verwundete vor, von denen zwei derartig verletzt waren, daß an chrem Aufkommen gezweifelt wird. Die Polizei nahm 40 Verhaftungen vor.
Fiume, 1. April. Die Heizer uud Schiffsarbeiter traten heute ftuh in den Aubstaud.
Kapstadt, 1. April. Die Kommandanten Mal an und Foucho, die sich in nordöstlicher Richtung von Murapsburg besinden, sind von den Engländern in östlicher Richtung zurückgedrängt worden. — Aus Bloemfontein wird gemeldet, ein Buren-Feldkornett ist gestern in der Nähe von Bethlehem gefangen genommen worden.
Washington, 1. April. Im Repräsentantenhaus e brachte Sulzer eine Resolution ein, in der dre Sympathie des Hauses für die Buren ausgedrückt und Roosevelt aufgesordert wird, ein Schiedsgericht zu verlangen, und gleichzeitig ersucht wird, auf die Älufrecht- erhaltung strikter Neutralität hinzuwirken. — Der tolmn- bische Gesandte überreichte dem Staatssekretär Hay das e* giltige Protokoll, worin die Bedingungen angegeben sind, unter denen Kolumbien die zum Bau des Kanals erforderlichen Rechte zugestcht.
Schiffsnachrichten.
„Red StarLinie" Antwerpen.
Der Postdampfer „Nederland" der Red Star Line, in Antwerpen, ist laut Telegramm am 26. März wohlbehalten m Phüa- delphia angekommen.
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Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 1. April. Wie gemeldet wird, soll sich Graf Pückler, 'sofort, nachdem er in Berlin erfahren, daß die Glogauer Strafkammer seine Verhaftung beschlossen hatte, nach der Schweiz begeben haben, wo er sich angeblich jetzt noch aufhält.
Berlin 1. April. Der Südw eststurm, der vom ersten Feiertage ab 25 Stunden wütete und der sich zeitweilig zum Orkan erhob, scheint keinen größeren Schaden anaerichtet zu haben, kleineren dafür um so mehr.
Königsberg, 1. April. Hier ist man einem vor längerer Zett verübten Morde auf die Spur gekommen. Ein Werkmeister, dessen Frau vor anderthalb Jahren plötzlich verschwand und ihn angeblich böslich verlassen hatte, ließ im Keller seiner alten Wohnung eine Kiste mrgeblich mit Handwetttzeug stehen. Allmählich entstand Verdacht und auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurde dre Kiste geöffnet. Man fand in derselben eine verlöthete Zinkkiste und in dieser eine stark in Verwesung uber- gegangene Frauenleiche mit einem Strrck um den vals, in der die Frau des Werkmeisters an den Kleidern erkannt wurde. Dieser ist seit Mitte März mit einer andern Frau verschwunden und angeblich m Suddeutsch- lanb. c ..< < r,,
Thorn, 1. April. Sert gestern früh herrscht im Weichselgebiet starker Schneefall, beglertet von heftigem Sturm unter Sinken des Barometers unter Null.— In Dirschau kenterte ein Schifserkahn, in dem zwei Brüder MM «eunaugen.Fang auf die Weichsel gefahren waren, beim Umlegen des Segels. Beide Fische ertranken, trotzdem Hilfe sofort zur Stelle war.
London, 31. März. An Bord des Transportdampfers „Kanada", welcher am 31. d. in Queenstown eingetroffen ist, befindet sich eine Anzahl militärischer Gefangener, darunter zwei australische Offiziere, die zu lebenslan glich er Zwangsarbeit verurteilt worden sind als Mitschuldige zweier anderer australischer Offiziere, die bereits hin gerichtet wurden, weil sie gefangene Buren erschossen hatten.
London, 1. April. Ein Telegramm, das über ein Ge. fecht mitteilt, welches vom 5. zum 6. v. M. bei Calvinia stattgesunden hat, ist von der Zensur zurückgehalten worden.
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Der Hauptfruchtmarkt findet am 2. April statt.
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Groß-Rechtenbach, den 31. März 1902.
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Seite 3. 2556
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einstimmig gegen die Zr>llerhöhungeu ans Lebensmittel und Gebrauchsgeg enständ^^g Hündel und Verkehr. Nolksivirlschaft.
Hamburg, 30. März. Tie hiesige Kaffee-Import- f ir m a Neben, Schulz u. Co. ist mit 3 Mill. Mark Passiva in Zahlungsschwierigkeiten geraten.
Yokohama, 31. Marz. Der Fmanzmunster machte sich den Stand des Marktes zu Nutze, um am 29. März zwei Emissionen von Bonds zu veranstalten, die eine über 6 Millionen für den Eisenbahnbau, die andere über 1'/» Millionen für öffentliche Arbeiten auf Formosa. Die Bonds, roebche 5proz. sind, sind vollständig von der Barck von Japan gezeichnet worden.
— Zu bett großen Transaktionen. Der ungarische Fmanz- mimfter beeilt sich mit seiner »großen Transaktion" nicht. Die ungarische Konversion wird hübsch langfam in 2 /2 Jahren abgewickelt werden, das ist das neueste, was man über den Gegenstand erfährt. — Anders steht es mit der neuen russischen Anleihe. Mair findet den Zeichnungsprers von 97V, P^t med- riaer als erwartet werden konnte und ein riesiger Erfolg ist so gut wie sicher. Man kann dem Geschick, ja der Raffiniertheit, nut der die ganze Operation in Szene gesetzt wurde, die Bewunderung Nicht versagen. — Die Schwierigkeiten, die dem türkischen Unifikationsprojekt entgegenstehen, scheinen noch immer zu ivachen, und es ist sehr fraglich, ob der Plan Rouviers auch wirklich zur Durchführung gelangt. ö
— Die Reform des Börsengefetzes, bte von allen Kreisen, die mit der Börse in Beziehung stehen, als dringendes Bedürmis bezeichnet wird, scheint wieder in weite Ferne geruckt zu |em. Man hat sogar in einigen Blättern die Behauptung ausgestellt, dre Regierung habe die Vorlage ganz zurückgezogen. Die wird jedoch von einer Seite, die es wissen kann, als unrichtia bezeichnet, aber zugegeben, daß eine Verschleppungspolitik in dieser Beziehung getrieben wird, die mit nichts zu rechtfertigen ist, auch nicht nut dem Zolltarif, der angeblich das ausschließliche Jnteretze des Reichstags gefangen nimmt. „ . ..
— Neue Ludwigshafener Stadtankeihe. Auf tue neue ßV.proft. Anleihe im Betrag von l1/, Mill. Niark hat das Bankhaus Delbrück, Leo u. Eie. in Berlin den Zuschlag erhalten.
— lieber die Verwendung des Erlöses der 4proz. neuen russischen Staatsanleihe erhält die „Franks. Ztg." voii uiiter- richteter Stelle Informationen, die bestätigen, daß em großer ^.eil der Anleihe für die ostchinesische Eisenbahn-Gesellschaft Verwendung sindeii wird. Dieser Teilbetrag gehört aber nicht zu demsemgen, der für Darlehen an Privatbahnen bestimmt ist, sondern figuriert inder den Entschädigungssummen. Die Zerstörung von Eigentum der ostchinesischen Eisenbahn während der Unruhen xn China war eine sehr weitgehende. Das Erfordenns hierfür bildete einen der Hauptpunkte unter den von Rußland an China gestellten Entschädigungsansprüchen. Für Darlehen an Privatbahnen, rote der Anleihe-Ukas sie Vorsicht, roerben aus der Anleihe m runder Summe etwa 100 Mill. Rubel verbleiben. Die Verroettdung dieses Betrages wird sich verteilen auf die Moskau—Windau—Rybmsk—Egenbahn, die Wladckawkas-Bahit, die Moskatt—Kiew—Woronesch-Bahn, bte Sübost-Bahn unb bie Rjäsan-Uralsk°Bahn. Vo,t diesen Bahnen hat keine einzige strategische Linien im Bau.
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Knüppel 1 rm,
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Gießen, den L April 1902 Johatttt, Pfandmeister.
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