Ausgabe 
1.4.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Tchrrlstrahe 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Sietze«. Fernsprcchanschluß Nr. bl.

Nr. 75

Erscheint tSglich außer SormtagS.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vesstsche« Landwirt die Gietzen« Lamttien- bviU« viermal in der Woche bei gelegt.

Rotationsdruck tu Ver­lag der Brüh l'scheu Umverf^Buch- u. Steirr- druckerei (Pietsch Erbe»)

Erstes Blatt. 15». Jahrgang Dienstag L. April 1903

@ © mo^at?ich7bPß,vi«t^

SießenerAMgerW

W General-Anzeiger « MU

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen MM

PolMsche Mocheuschml.

Die politische Osterstille hat den leitenden Berliner Staatsmännern Gelegenheit zu Reisen gebracht- Der Reichs­kanzler Gras B ü lo w sucht, wie im Dorjahre, Erholung im schönen Italien, dem Heunatlande seiner Gattin, und hat in Venedig eine Zusammenkunft mit dem italienischen Minister des Aeußern PrinettL gehabt, bei der die schie­benden Fragen der auswärtigen und der hxDrdelspolitik, soweit das Verhältnis Deutschlands zu Italien in Betracht kommt, zur Erörterung gelangt sind. Gut informierte Per­sonen in Rom wollen wissen, daß auch die Tripolisfrage! berührt worden sei. Prinetti soll von Deutschland verlangen, sein Einverständnis zu geben, daß Tripolis für Italien reserviert werde. Eine Besetzung von Tripolis soll vor der Hand nicht stattfinden. Was von Verhand­lungen über Ostasien gemeldet wird, sowie von besonderenErgebnissen" bezüglich des Dreibundes, be­ruht nach offiziösen Meldungen auf Erfindung. Auch be­treffs der Zollpolitik hat die Zusammenkunft nur be- K was früher schon anzunehmen war, nämlich daß rlltarif für Italien kein ernsthaftes Hindernis zum Abschluß eines neuen Handelsvertrages bildet.

Ueber die Zolltarisfrage hat auch der Staats­sekretär Graf Posadowsky in Dresden mit den sächsi­schen Ministern v. Metsch und Rüger verhandelt. Von Dresden hat er sich nach München begeben, wo er heute (Dienstag) abend eintrisft, um sich, wie offiziös gemeldet wird,mit der bayerischen Staatsregierung, insbesondere mit dem Ministerpräsidenten Grafen v. Crailsheim über ver- chiedene schwebende Fragen persönlich ins Benehmen zu etzen". Weitere Konferenzen in Stuttgart werden olgen. Es wurde und wird dabei in erster Linie über die Reuhsfinanzreform verhandelt, und es verlautet, daß auch die Tiätenftage erörtert werden wird, wie in Dresden. Bisher galt die sächsische Regierung wie die preußische als Gegnerin der allgemeinen Einführung von Diäten für die Reichstagsmitglieder; ob sich jetzt ein Wandel in dieser Beziehung aubahnt, bleibt abzuwarten. In der Presse kommt überwiegend die Meinung zum Ausdruck, daß jetzt oder nie «der Augenblick gekommen sei, die allgemeinen Diäten durchMlsetzen. Vereinzeltem Widerspruch begegnet man nur in konservativen Blättern. Rach der Haltrmg der Zentrnms- oraane zu urteilen, scheint das Zentrum, die ausschlag­gebende Partei deS Reichstages, jedoch entschlossen, jetzt nach Ostern die Gelegenheit energisch zu benutzen, um tue Regierung zur endlichen Annahme der alten Forderung des Reichstages zu bewegen. Ueber den Zolltarif selbst hat es den Anschein, als ob Verhandlungen hinter den Konlissen im Gange seien, irm eine Verständigung zwischen den Mehr- heitsparleien der Kommission und den Regierungen herbei- zusühren. Ob eine solche Verständigung erzielt wird, muß sich nach Wiederaufnahme der Kommissionsverhandlungen sehr bald Herausstellen.

Sehr gefreut haben sich natürlich die Konservativen und Agrarier, daß der Abg. Graf Oriola mit 16 national­

liberalen Genossen in der hessischen Abgeordneten­kammer eine Anfrage im Sinne des Kompromißantrages der Mehrheitsparteien gestellt hat. Namentlich dieKreuz­zeitung" hat sich darüber besonders befriedigt geäußert. Aber die Großh. Regierung erklärte durch den Mund des Staatsministers Rothe, die Regierung habe sich auf den Boden der zur Zeit den Reichstag besänftigenden Vorlage gestellt; sie sei außer Stande, auf dre Erhöhung der Minimal­zölle aus Getreide hinzuwirken, um nicht den Abschluß neuer Handelsverträge zu gefährden. Die Regierung würde die Bekämpfung sowie die Erhöhung der vorgeschla­genen Zölle für gefährlich und die neuen Handelsverträge gefährdend halten. Graf Oriola erklärte sich zwar mit diesen Ausführungen nicht einverstanden, das wird aber den Standpunkt unferer Regierung nicht erschüttern, und Graf Posaoowsky scheint im Begriff zu stehen, ähnliche Regierungserklärungen in Dresden und München einzu­sammeln. Ministerialrat Braun in Darmstadt sagte neu­lich scherzend, daß die große Politik nicht amgroßen Woog gemacht werde"; aber die Bundesregierungen helfen doch mit, die große Politik zu machen, und es wäre immerhin nicht ohne Bedeutung, wenn auch in den anderen deutschen Einzellandtagen derartige Kundgebungen vom Regierungs­tische aus erfolgten.

Erfteulich ist es, daß unmittelbar vor dem Feste alle Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Kammern unseres Landes ausgeglichen worden sind, sodaß das hessi­sche Budget endgiltig genehmigt werden konnte. Auch sonst ist noch mancherlei Bemerkenswertes aus den hessischen Kammern hier kurz zusammenzufassen. Wie vor­auszusehen war, wurde von der zweiten Kammer die nach­gesuchte Einwilligung zu den gegen den soz. Abg. Haas- Mainz vorgeschlagenen gerichtlichen Maßnahmen nicht ge­geben. Die Kammern genehmigten den Gesetzentwurf betr. die Abänderung des Gesetzes die Ausführung der Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirtschaft­lichen Betrieben Beschäftigten betr. Bezüglich der Frage der Umwandlung der a. o. Professur für Geographie an der Landesuniversität bestehen zwischen den beiden Kammern noch Differenzen; auch dem Beschluß der zweiten Kammer bezüglich »der obligatorischen staatlichen Atobiliarversiche- rung trat die erste Kammer nicht bei, vielmehr soll an die Regierung das Ersuchen gerichtet werden, die Frage noch­mals zu prüfen. Sonst ist noch zu erwähnen, daß die zweite Kammer den Antrag Haas auf Einführung eines Sonderausschusses von neun Mitgliedern zur Berichterstat­tung über den Antrag auf Errichtung einer Landwirt­schaftskamm ex annahm. Nach dieser fleißigen Arbeit, die durch sehr angeregte Diskussionen ihre Würze erhielt, gingen die beiden Kammern am Mittwoch vor- Ostern in die Ferien, und das Erholungsbedürfnis steht durchaus im rechten Verhältnis zur geleisteten Arbeit. Die parla­mentarische Pause in der Hochsaison" aber ist für die Presse eine kleine Sauregurkenzeit.

Ter Tod hat in der Karwoche drei Staatsmänner von großer Bedeutung zu sich genommen, einen deutschen, einen

Engländer und einen Ungar. FürstMünsterzuDerne^ burg-Ledenburg, der ehemalige Botschafter des Deutschen Reiches in Paris, ist am Karfreitag vormittag in Hannover sanft entschlafen. Er hatte vor wenigen Tagen über Unwohlsein gellagt, ohne daß ernste Erscheinungen hinzutraten, sodaß man in feiner Umgebung nichts Schlimmes befürchtete. Als der Fürst am Freitag zur ge-, wohnten Zeit nicht aufstand und die Diener in das Schlaf­zimmer traten, um nach ihm zu sehen, war er bereits! verschieden. Der Tod muß kurz vorher eingetreten sein. Man nimmt an, daß .Herzschwäche und Lungenlähmung bcn. Tod herbeigeführt haben. Die Leiche des Fürsten wird nach seinem Schloß Derneburg überführt, wo et in der Familien«, gruft neben seiner vor zwei Jahren verstorbenen Tochter beigesetzt wird. DieNordd. Allg. Ztg." sagt u. a. über den Verstorbenen: Unsere Diplomatie betrauert in dem Heimgegangenen einen ihrer vornehmsten Repräsentanten. Die Bereitwilligkeit, mit der er nach den Ereignissen deA Jahres 1866 seine ausgezeichnete Begabung in den Dienst der nationalen Sache stellte, sichert seinem Namen ein dank­bares Gedächtnis. Ein Patriot, der in per Neuerstehung von Kaiser und Reich, wie er offen ausgesprochen hat, den schönsten Traum seiner Jugend erfültt sah, ist in dem Fürsten Münster dahin gegangen. Mit Cecil Rhodes, den seine Landsleute bewundernd denNapoleon von Süd­afrika" nannten, ist eine der markantesten Persönlichkeiten des englischen Imperialismus dahingeschieden. Der Tote soll den größten Teil seines ungeheuren Vermögens der Förderung eines imperialistischen Erziehungsplanes der-, macht haben, dessen Aufgaben die intellektuelle Verbesserung der britischen Rasse durch die gesamte britische Welt seien. Tas Vermächtnis an die Universität Oxford bildet nur einen integrierenden Teil dieses Planes. Nichts ist den Minen-' interessen oder anderen Unternehmen in Rhodesia hinter­lassen, dieses wird nur an dem allgemeinen Vermächtnis! terlnehmen. Rhodes' Leiche wird auf der von chm bei der Belagerung von Kimberley für das GeschützLong Cecil" erbauten Lafette bei der Leichenfeier in Kapstadt nach der Kathedrale und von dort in einem Separatzuge nach Bulu-, wayo übergeführt, von wo die Beisetzung aus der Matvpo Hills stattfindet. Koloman Tisza, der verstorbene ungarische Staatsmann, hat sich als Freund Deutschlands um die Erhalcung und Festigung des Dreibundes wohl vetdient gemacht.

Die Dreibundpolitit hat übrigens jetzt mit einer neuen Konstellation zu rechnen. Die Ausdehnung des russisch-französischen Zweibundes auf das Gebiet der ostasiatischen Politik als Gegenstück zum englisch-' japanischen Abkommen ist von nicht zu' unterschätzender Bedeutung. Wie die Verhandlungen in der französischen Kammer bekundet haben, hat diese neue französisch-russische Aktion auch in manchen Kreisen Frankreichs gewisse Be­denken hervorgerufen. Insbesondere ist die Besorgnis laut geworden, daß Frankreich, dessen Interessen in China auf einem ganz anderen Gebiete liegen, in die Lage kommen könnte, die Ansprüche seiner russischen Verbündeten auf die

Ueberraschende Fnude tu Giehens Umgebung.

Das Interesse, das man den Ausgrabungen in der Nähe Gießens in weitesten Kreisen ganz Oberhessens entgegen bringt, hat uns Veranlassung gegeben, uns an wohl unterrichtete Stelle zu wenden mit der Bitte, unsere Leserschaft eingehend über die letzten Ergebnisse der so mühevollen als lohnenden Arbeit zu unterrichten, und wir find heute in der bevorzugten Lage, folgende zweifellos größtes Aufsehen in der ganzen wissenschaftlichen Well erregenden Mitteilungen zu machen. Man schreibt uns von sehr geschätzter Seite:

Die Ausgrabungen, die seit etwa Jahresfrist in der weiteren Umgebung unserer Stadt ausgefühtt werden, haben zu den interessantesten Entdeckungen geführt. Wir wissen jetzt, daß unsere Gegend in der sog. Hallstattzeit, d. h. in der Zeit von etwa 700400 v. Ehr., reich bestedelt gewesen ist. Der Name Hallstattzeit sei zunächst einem größeren Publikum er­läutert. In den vierziger Jahren des vor. Jahrhunderts wurde in der Mhe des oberösterreichischen Ottes Hallstadt ein großes Gräberfeld entdeckt, das ein reiches archäologisches Material lieferte. Selldem ist der AusdruckHallstädter Zeit" allgemein üblich geworden für die ganze Kulturepoche, die tmrch jenes Gräberfeld repräsentiert wird, obwohl Hallstatt keineswegs der Ausgangspunkt dieser Kultur ist, sondern, wie man neuerdings hier mtt guten Gründen annimmt, gerade unsere Gegend, speziell die Gegend, die durch denSchiffen - berg und den Wartberg sowie den Fahlgraben im Osten, den Schrenzer- und Heidelbeerberg im Süden, den Stoppelberg im Westen und nördlich von der Lahn umgrenzt wird. Man wird daher in Zukunft diese Zeit, die eigentlich die Periode des Ueberganges von der Bronzekultur zur Eisenkultur ist, fortan mit mehr Recht die Gießener Zeit zu nennen haben.

Die Entdeckungen, die man bisher hier gemacht hatte, waren kleinerer Att. Man hatte Brandgräber entdeckt, von denen einzelne bis 15 keramische und sonstige Beigaben auf­weisen. Teilweise zeigen sich die Funde unmittelbar neben der ehemaligen Brandstätte, frei im Boden; $um Teil sind sie in viereckigen, durch schwere Dachziegel gebildeten Hohl­räumen untergebracht, in einzelnen Fällen liegen sie auch innerhalb steinerner Aschenkisten. Außer zahlreichen großen Amphoren fand man vielfältige Terra sigillata-Gefäße. Die Bruchstücke mehrerer Schalen zeigen eine fein ausgefühtte

Ornamentik. Besonders reich sind die Urnen vertreten. Es finden sich solche von der winzigsten Größe bis zu den statt­lichsten Exemplaren. Die vielfältigsten Formen und Muster kommen dabei vor. Dasselbe gilt von den zahlreich ge­fundenen Krügen, Tellern, Bechern undKumpen". Besonders intereffant ist eine Reihe von Glasgefäßen, von denen etliche einfachere wohl erhalten, andere leider mehr oder weniger beschädigt sind. Einzelne Formen dieser Gläser zeigen eine äußerst zierliche Ausführung und in ihren Bruchstücken teil­weise eine edle Linienführung. Eine durch eine haarfeine Glaswand in zwei Hälften geteilte Kugelflasche ist besonders intereffant. Ueberhaupt weisen einige der gefundenen Glas­gefäße eine weit fortgeschrittene Technik auf. Unter den Thon- lampen sind besonders eine vierteilige und eine andere be­merkenswett, die zwei nebeneinander stehende mit Sandalen bekleidete Füße darstellt. Alle diese Funde sind unter sach­kundiger Leitung geborgen und, soweit sie beschädigt waren und nur bruchstückweise Vorlagen, wieder zusammengesetzt worden. Auch wurden die Gegenstände genau notiert und nach den einzelnen Gräbern geordnet.

Die Ausgrabungsarbeiten sind aber in der letzten Zeit, auch in der Karwoche, ungemein fleißig gefördert worden, und man hat kurz vor dem Osterfeste ganz überraschende, außerordentlich wertvolle Funde gemacht, und zwar im Sch isfen berg er Walde. Man erreicht den Fundott von Gießen aus am nächsten, indem man die Abzweigung der Schiffenberger Landstraße nach Steinberg zu verfolgt und dann etwa in der Mitte des Waldes nach dem Schiffenberg zu den Klein lind en er Fußpfad einschlägt, den der Taunusklub mit braunen Zeichen versehen hat. Leider ist der Weg nach Steinberg z. Z. recht schlecht paffirbar, um so besser aber dafür der freilich etwas weitere Weg vom Forstgatten her. Etwa 700 Meter vom Schiffenb erghause entfernt, unwert des Bahnkörpers, hat man in der Tiefe von etwa 12 Fuß ganz wunderbar erhaltene Reste eines Gebäudes entdeckt, das man anfangs für einen Tempel hielt. An der Heidenmauer bei Wiesbaden ist man unlängst bei Ausgrabungen auf einen dem persischen Sonnengotte Mithras gewidmeten Tempel gestoßen. Dieses kann aber kaum ein Mithrastempel sein. Alle übrigen Funde in unserer Gegend weisen mit Bestimmthett auf die bisher sog. Hallstattzeit, die mehrere Jahrhundette vor Christo zurücklicgt; der Mithraslllltus hat sich aber erst etwa seit dem Jahre 70 v. Chr. über das Abendland verbreitet. Außerdem deuten die vorgefundenen prächtigen Mauerreste

schon archtitektonisch auf eine frühere Zeit, anderes wieder allerdings mit aller Bestimmtheit auf die Römerzeit. Man darf also wohl annehmen, daß auf dem Grunde einer An-< siedlung aus derHallstätter Zeit", wie wir wohl z. Z. noch sagen müssen, eine römische Kolonie, etwa um das Jahr 90 n. Chr., hier entstand. Thatsächlich ist dieses Gebäude zuletzt als Villa eines Römers in Benutzung gewesen, und man hat auch bereits festgestellt, daß eine große Römer-- straße längs dem Fallgraben sich hinzog, die dann weiter an dieser Villa vorüberftihtte, wie an dem Römerkastell zwischen Butzbach und Pohlgöns, und die man bisher bis zu der Badenburg-Ruine an der Lahn verfolgt hat. Die römischen Besitzer des Landhauses, das in der Mitte großer Gattenanlagen gestanden zu haben scheint die vor­trefflich^ Kultur des Forstgartens deutet noch heute daraus hin -r-, hatten gewiß Muße genug, sich procul negotiis" des Daseins zu erfreuen und die Größe und Anlage der Villa mit dem, was man bisher innerhalb der übrig gebliebenen Mauerreste gefunden hat, verrät, daß sie nicht nur reich, sondern auch von Geschmack waren. Am Samstag stieß man bei den weiteren Entdeckungsarbeiten auf einen vollständig erhaltenen Mosaikfußboden von vollendet künstlerischer Ausführung. Er soll nach seiner Bloßlegung, eingefriedigt werden, damtt das Publikum Gelegenheit findet, das Werkin situ" zu bewundern. Zu gleicher Zeit fand man eine, in einer Urne aufbewahrte Münzensammlung, deren jüngste Stücke aus der Zeit Hadrians (117138) stammen. Die Münzen sind so gut erhalten, als ob sie frisch aus der Münze gekommen wären. Figuren und In­schriften sind klar und deutlich. Ein weiterer Fund fördette reiche Stuckaturarbeiten, die zur Verzierung der Wände ge­dient haben, sowie Vasen altettuskischen Stils, wohl noch aus derHallstadtzeit" stammend, zutage. In der Rückwand des zum Teil bloßgelegten Gebäudes befindet sich eine kleine Oeffnung, die anscheinend zur Durchführung einer Wasser­leitung diente. Außerdem hat man einen ziemlich gut er­haltenen Hausaltar aus Sandstein und ein Bruchstück eines kleinen zierlichen Altärchens gefunden. Dieses Fundstück trägt eine Inschrift, auf der deuttich der Ausdruckcorvinus" zu lesen ist. Sodann wurde noch ein Bruchstück eines größeren Altars gefunden, der wieder der Vermutung, daß das Ge­bäude vielleicht doch eine Zeit lang auch als Tempel gedient hat, einigen Raum gibt. Eine Cchriftentafel trägt eine In­schrift, von der nur einige Buchstaben zu erkennen sind, ans