Ausgabe 
1.2.1902 Zweites Blatt
 
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Das Fest begann um 6i/2 Uhr und erreichte sein Ende um IVs Uhr. Tanzunlustige Herren sieht man auf solchen Bällen nicht. Bewegung, Leben und gute Laune bis zum

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Künstlerinnenfest in Wiesöaden.

(Originalbericht desGieß. Anz.") Die Damenmaskenbälle gewinnen in den Kreisen

Kygienische Hlaischläge.

Bemerkungen über die Pflege des Mundes.

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beteiligten von Jahr zu Jahr ein größeres Interesse, man auch gerechtfertigt heißen darf im Hinblick darauf.

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Eine nicht geringe Anzahl von Erkrankungen, mentlich des Magens, kann durch eine sorgfältige Pflege der Mundhöhle verhütet werden.

Dazu gehört vor allem das Ausspülen des Mundes, das sehr häufig in unzweckmäßiger Weise vorgenommen wird. Die Reinigung des Mundes soll min-

daß derartige Arrangements dem künstlerischen Erfind- ungssinn der Damen reizvolle Aufgaben stellen und jene Grenze, die im gewöhnlichen Ballsaal dem weiblichen Ge­schlecht gesteckt ist, bedeutend hinaufrücken. Da bekannt­lich Frohsinn, Lebenslust und sprudelnde Laune, die im Dialog ein Kreuzfeuer von Repliken eröffnet, sich bei der femme de trente ans eher einstellen als bei dem jungen Dingelchen, das mit schüchternen Augen und llopfen- ben Herzen den Tanzsaal betritt, steigt das Ballgespräch bei diesen Damenredouten, bei denen überdies den Mystifi­kationen ein großes Feld ein geräumt ist, über das sonstige konventionelle Niveau. Bisher kamen für nennenswerte Veranstaltungen in diesem Stil hauptsächlich München und Berlin irr Frage. Jetzt fangen Wiesbaden und Mainz an, sich dem Reigen anzugliedern. Während die Rheinstadt ihren karnevalistischen Damenabend crber noch in ganz be­scheidenen Rahmen hält, macht in 'Wiesbaden die erste Gesellschaft mit und bemüht sich voll Eifers um das Zu­standekommen bunter, wechselnder Bilder. In das heitere Farbenspiel, das am 30. Januar im Festsaal des Viktoria- Hotels an unseren Augen oorüberzog und um dessen Ar­rangement zunächst die Malerin Jenny Rochlitz sich den Dank aller Gäste erworben hat, klangen alle Töne hinein. Reiche Rokokotrachten sah man da neben stil- voller Empire kostümen und feschen Hochgebirgsanzügen. Daß wir Deutsche eine militärische Nation sind, sreht man sogar auf diesen Damenbällen. Die modernen Umformen waren, bis zu der allerneuesten Kakiuniform zahlreicher vertreten als altdeutsches Wams und spanische Galatracht. Viel Leben verbreiteten um sich die luftigen BubenMax und Moritz", ein Teufel, der mit einer Mixturenverkäuferin zusammen seinen Hoeuspocus trieb, derBerliner Schuster­junge" und dann vor allem auch der Ueberbrettlbaron, bei inWolzogen's Maske auftrat. Im Ballsaal herrschte während des Soupers und des Tanzes eine musterhafte Ordnung, für deren Aufrechterhallung in erster Linie ein Herold" und ein in gvldstrotzender Livree prangender energischerPortier" sorgten (natürlich auch Damen). An 320 Einladungskarten waren ausgegeben worden.

werden, um wenigstens die größeren Speisereste zu ent­fernen. Gewöhnlich wird nur der Quere nach auf den Vorderflächen der Zähne gebürstet. Das ist falsch. Das Bürsten soll auf- und abwärts (von unten nach oben und oben nach unten), und zwar nicht nur an den Vorder­zähnen, sondern auch und besonders an den Backenzähnen gründlich vorgenommen werden. Während des Bürstens behalte man einen Schluck Spülwasser im Mund, damit der losgebürstete Sck)mutz nicht blos hin- und hergeschoben, son­dern vom Spülwasser ausgenommen, und ausgeworfen wer­den kann- Die Zahnbürste sott nicht zu hart, sondern' mittelweich sein.

Zum Schlüsse wird gegurgelt- Tas gewöhnliche, mit großem Geräusch vorgenommene Gurgeln ist höchst unzweck­mäßig, das Geräusch überflüssig. Man nehme einen kleinen Schluck Flüssigkeit, lasse ihn bei halb zurückgeneigtem Kovfe langsam ruhrg nach hinten fließen, bis auf den reflek­torischen Reiz hin sich die Schlundrachenmuskeln zusam­menziehen, und bei einer kurzen Vorwärtsbewegung des Kopfes den ganzen Inhalt durch den Mund auswerfen-

Ms Spülwasser genügt bei Personen mit unversehrtem Gebiß und guter Verdauung einfach frisches Wasser. Bei schadhaften Zähnen ist der Gebrauch eines antiseptischen Mundwassers unbedingt erforderlich. Dasselbe soll fol­genden Anforderungen entsprechen.- Es muß 1) für Zähne und Mundschleimhaut unschädlich sein, 2) antiseptisch wir­ken, 3) einen angenehmen erfrischenden Geschmack haben und 4) gleichzeitig den etwa vorhandenen übelriechenden Atem beseitigen- Diesen Anforderungen entsprechen die meisten im Handel befindlichen Mundwässer nicht- Tie französischen Mundwässer Eau de Pierre uuo Eau oe Botot sind antiseptisch unwirksam- Das früher oft empfohlene übermangansaure Kali ist zu verwerfen, weil es das Zahn­bein angreift, und die Schleimhaut verätzt- Noch schäd­licher wirkt Kali chlorieum- Salleylsäurehaltige Mund­wässer entkalken die Gerbwirkung der Mundschleimhaut- Ns vollständig unschädlich und dabei von guter anti­septischer Wirkung haben sich nach den wissenschaftlichen Untersuchungen nur zwei Mittel herausgestellt- Tas Mund­wasser Odol und die sogenannte physiologische Kochsalz­lösung. Odol ist antiseptisch noch wirksamer als die phy­siologische Kochsalzlösung und wird auch wegen seines er­frischenden Geschmackes vorgezogen.

destens zweimal täglich geschehen, und zwar des Morgens beim Waschen und des Miends vor dem Schlafen­gehen; das letztere sollten insbesondere Raucher und Leute, die schadhafte oder gar h o h le Z äh n e im Munde haben, sich ernstlich gesagt sein lassem Die Sitte, nach jeder Mahlzeit eine Ausspülung des Mundes vorzunehmen, ist leider nickt allerorten eingesührt, und doch würde die Befolgung dieser Sitte gewiß von dem größten Vorteil fein. Es braucht die Spülung nicht direkt bei Tisch zu geschehen, wie das in vielen Häusern üblich ist. Das Ausspülen des Mundes soll nicht allzu flüchtig erfolgen, sondern möglichst gründlich und auch so, daß das Spülwasser durch abwechselnde Spannung und Er­schlaffung der Wangen und Lippenmuskeln im kräftigen Strome durch die geschlossenen Zahnreihen hindurchgepreßt wird- Es werden dadurch die lose anhaftenden S-chleim- und Speisen Partikel, die durch ihre Zersetzung Fäulnis und üblen Geruch erzeugen, entfernt- Die Temperatur des Spülwassers sei lauwam, wie sie für die Mund­höhle angenehm ist; eine kühlere Temperatur ist nicht empfehlenswert-

Unentbehrlich ist dem Erwachsenen der Zahnstocher, um auch die zwischen den. Zähnen liegen gebliebenen resp. festgeklemmten Speisereste zu entfernen. Ter Zahn­stocher fei aus elastischem Holze oder Elfenbein oder aus einem zugespitzten Federkiele angefertigt. Das Stochern mit dem spitzigen Messer oder mittels Gabel ifc unbedingt zu verwerfen-

Mindestens einmal täglich, am besten des Abends, müssen die Zähne gründlich mittels Zahnbürste gereinigt

Samstag 1. Februar LNOL

Zweites Blatt

152- Jahrgang

J>ie Heutige Wummer umfaßt 16 Seiten

zu hohem Kurse veräußern zu können und die hohen Tan­tiemen zu erhalten Die oben namentlich aufgeführten Auf­sichtsratsmitglieder wurden sämtlich verhaftet, und obwohl sie mit großer Entschiedenheit bestreiten, von den Hand­lungen Schmidts irgend welck)e Kenntnis gehabt zu haben, zumal sie selbst an ihrem Vermögen ungemein gesck)ädigt worden seien, so werden sie sich dennoch am Montag wegen Verschleierung, Untreue und betrügerischen Einwirkens auf den Kurs von Aktien, auf Grund der 314 und 312 des Handelsgesetzbuches und § 73 des Börsengesetzes, vor dem eingangs bezeichneten Gerichtshöfe verantworten müssen. Tie Untreue usw. wird darin gefunden, daß, obwohl sie die Notlage der Gesellschaft kannten, sie der Entnahme der hohen Dividenden und Tantiemen ans der Kasse der Ge­sellschaft zustimmten, und daß sie dadurch, sowie durch, die falsche Bilanz die ZulassungSstette der Berliner Börse ge­täuscht und somit auf den Kurs der alten Aktien in betrügeri­scher Weise eingewirkt haben. Mit Rücksicht auf die Fest­nahme des Direktors Schmidt war die Vertagung des Ter­mins in Erwägung gezogen worden. Da sich aber die An­geklagten sämtlich seit Anfang August 1901 in Untersuche ungshaft befinden, so ist von einer Vertagung Mstand ge­nommen, dagegen beschlossen worden, es zu veranlassen, daß Direktor Schmidt, nötigenfalls unter Zusicherung freien Ge­leits, als Zeuge nach Kassel gebracht wird. Auch der Di­rektor der Leipziger Bank, Heinrich August Exner, der sich im Leipziger Untersuchungsgefängnis befindet, wird als Zeuge nach Kassel gebracht werden. Es sind für die Ver- handlung 4 bis 5 Tage in Aussicht genommen.

yezugSpretSr monatlich 75'111, viertel- icihrlid) Mk. 2.20; durch Abhol«." u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost 9)^.2.viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme van Anzeigen für dte Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr, ZeüenpretS: lokal 12Pf_ auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den poltt. u. allgem. Teil: P. Witt ko: für ,^tadt und Land* und ,GerichtSfaal":R.Ditt» mann; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

GWnerAmeigel

General-Anzeiger *' 4887

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Die Treber-Trocknungs-HLtien-Kesessschaft ^or Kericht.

Kaff el, 31. Januar.

Ter Zusammenbruch der Treber-Trocknungs-Gesellschaft wird am Montag vor der Strafkammer verhandelt werden. Auf der Anttagebank erscheinen: die Aufsichtsrats-Mitglieder 1) Kaufmann Hermann Sumpf (Kassel), 2) Fabrikant und Kaufmann Richard Schlegel (Kassel), 3) Bierbrauer Ernst Otto (Dortmund), 4) Rittergutsbesitzer Theodor Schulze-De llwig (Haus Sölde, Kreis Hörde), 5)Ritter- gutsbesitzex Arnold Sumpf (Greifswald). Der vor einigen Lagen in Paris verhaftete Direktor der Treber- Trocknungs-Gesellschaft Adolf Schmidt besaß in Wehl­heiden bei Kassel eine Treber-Trocknungs-Anlage. Um jedoch die Treber-Trocknung im Großen betreiben zu können, plante Schmidt im Jahre 1889 die Gründung einer Aktien- Gesettschaft. Es gelang ihm, den Ratsherrn August Sumpf in Greifswald, und dessen beide Söhne, den zur Zeit in Kassel lebenden Kaufmann Hermann Sumpf und den Ritter­gutsbesitzer 9lmolb Sumpf in Greifswald, sowie den Bier­brauereibesitzer Ernst Otto in Dortmund für das Unter­nehmen zu gewinnen. Der Ratsherr Sumpf zeichnete sofort 20 000 Mk., seine beiden Söhne je 10 000 Mk. Otto gab seine bei Dortmund betriebene Treber-Trocknungs-Anlage in die Aktiengesellschaft hinein. Schmidt wurde zum alleinigen Direktor, Hermann und Wolf Sumpf, Ernst Otto, ferner Kaufmann Richard Schlegel und Rittergutsbesitzer Theodor Schulze-Dellwig, die ebenfalls ein ansehnliches Kapital ge­zeichnet hatten, wurden in den Aufsichtsrat gewählt. Das Grundkapital der Gesellschaft betrug 350000 Mk., und zwar 350 Aktien» zu 1000 Mk. Die Gesellschaft beschäftigte sich zunächst lediglich mit der Trocknung von Bier- und Brannt- weintrebern und Rübenschnitzeln, und mit deren Verwertung als Futtermittel. Nach einiger Zeit wurde auch die Her­stellung von Apparaten und Maschinen für Trebertrocknung usw. betrieben. Aus diesem Anlaß wurde das Aktienkapital auf eine Million Mark erhöht. 1895 erwarb die Gesell­schaft ein Patent der von dem Ingenieur Berger erfundenen Holzverkohlungsvorrichtung. Zur Ausnutzung dieses Pa­tentes errichtete die Gesellschaft in verschiedenen Gegenden Deutschlands, ferner in Oesterreich-Ungarn, Galizien, Bos­nien, Frankreich, Italien, Norwegen, Nllrßland und Finland eine große Anzahl Gesellschaften für Chemische Industrie, die alle Tochtergesellschaften der Stammgesellschaft in Kassel wurden . Diese Tochtergesellschaften hatten jedoch zumeist Mißerfolge, und bald trat auch in dem Geschäftsbetrieb der Muttergesellschaft in Kassel ein arger Rückgang ein. Allein die Bilanzen und Geschäftsberichte wiesen nach wie vor einen glänzenden Geschäftsgang nach. Durchs falsche Buch­ungen ,Wechselschiebungen usw. wurden alljährlich hohe Ge­winne herausgerechnet, während in Wirklichkeit ein starkes Minus vorhanden war. Dadurch gelang es, obwohl sich die Gesellschaft in einer offenbaren Notlage befand, den hohen Kursstand der Aktien nicht nur zu halten, sondern geradezu auf eine fabelhafte Höhe zu treiben. Anfang

1895 notierten die Aktien an der Berliner Börse 144 Proz., im Tezember desselben Jahres 370 Proz. und im November 1896 895 Proz. Dem hohen Kursstand entsprachen auch die Dividenden. 1895/96 betrug die Dividende 30 Proz., 1896/97 50 Proz., 1897/98 40 Proz., 1898/99 40 Proz., 1899/1900, in welchem Jahre der Kurs 350 Proz. notierte, 25 Proz. Diese Dividenden mußten selbstveritäudllch gegeben werden, um den hohen Kursstand und gleichzeitig die hohen Tantiemen für die Mitglieder der Verwaltung zu rechtfertigen. Tie Presse ließ es an Warnungen nicht fehlen. Direktor Schmidt, der ein außergewöhnlich luxuriöses Leben geführt haben sott, achtete aber nicht der vielen Zeitungsangriffe; er hatte ja den glänzenden Scheinerfolg auf seiner Seite. Allein er tonnte die Gesellschaft nur durch fortwährende Kapitalerhöhung über Wasser halten. Ende November 1899 stand er wiederum vor der Notwendigkeit einer Aktien-- Emission. 'Nun befürchtete er aber, die Zahlungsstelle der Berliner Börse könnte durch die vielen Preßangriffe doch stutzig werden und die Emission ablehnen. Er war daher bemüht, durch gefälschte Buchungen und Wechselschiebungen mit einem in Berlin erscheinenden Finanzblättchen, das dem Vernehmen nach zu dem bekanntenBankier" Hugo Löwy in engster Verbindung stehen sott, eine glänzeirde Bilanz aufzustellen. Da es aber nicht gut ratsam erschien, das Berliner Finanzblättchen als so großen Wechseldebitor aufzuführen, so wurde derCredit Lvonnchs" in Brüssel dafür vorgeschoben. Diese Bilanz wurde einer zum 3. No­vember 1899 eniberufenen außerordentlichen Generalver­sammlung vorgelegt. In dieser Generalversammlung gab Schmidt den Aktionären die Versicherung, daß all die ge­hässigen Preßangriffe nur von Neid und Mißgunst der Kon­kurrenz diktiert seien. Es wurde ihm Entlastung erteilt, und es gelang ihm auch, die Zulassungsstelle der Börse zu täuschen, sodaß schließlich das Aktienkapital 20 400 000 Mk. betrug. Am 24. Juni 1901 brach aber die Leipziger Bank zusammen. Dabei stellte es sich heraus, daß die Kasseler Treber-Trocknungs-Gesellschaft der Leipziger Bank 90 Mill. Mark schuldete. Der Konkursverwalter forderte sofortige Rückzahlung. Da diese aber ausblieb, so beantragte er den Konkurs der einst so stolzen Kasseler Treber-Trocknungs- Gesellschaft. Die Aktien dieser Gesellschaft, die damals noch 350 Proz. standen, fielen, als der Zusammenbruch bekannt wurde, sofort aus 20 Proz. Heute sotten die Aktien 1 Proz. Brief notieren. Zahllos sollen die Leute sein, die ihr ganzes Vermögen in Treber-Aktien angelegt hatten und über Nacht zu Bettlern wurden. Bei Eröffnung des Kon­kurses ergab sich, daß die Gesellschaft eine Schuldenlast von 177 Millionen hatte, der verhältnismäßig nur geringe Aktiva gegen üb er stand en. Am 4. Juli 1901 erfolgte der Zusammenbruch, aber noch in der Nacht vorher verschwand Direktor Schmidt aus Deutschland. Obwohl sofort ein Steckbrief gegen ihn erlassen wurde, denn es war sofort seine Verhaftung beschlossen worden, so gelang es doch (wie wir berichtet haben. Red.) erst vor einigen Tagen, ihn in einem Pariser Hotel festzunehmen. Aus einer Reihe beschlagnahmter Briefe sott hervorgehen, daß die Aufsichts- ratsmitglieder die wahre Sachlage schon seit vielen Jahren kannten und die Manipulationen Schmidts in jeder Be­ziehung unterstützt haben, und zwar, um ihren Aktienbesitz

Politische Tagesschau.

Der Senioren-Konvent des Reichstages verständigte sich, wie D. B. Hd. heute meldet, dahin, daß die Osterferien spätestens am 18. März beginnen sollen. Das Budget soll spätestens 14 Tage vor Ostern erledigt werden. Nach dem Etat des Reichs­amts des Innern soll zunächst über den Marine-Etat ver­handelt werden.

Bei allem Respekt vor der Autorität dieses Konvents darf doch bezweifelt werden, ob die Parlamentarier ledig­lich auf dieses Ersuchen hin der liebgewordenen Gepflogen- heit, schier endlose Reden zu halten, sich entäußern werden. Eher dürfte der in den Thatsachen liegende Zwang dies zu Wege bringen. Man ist mit der zweiten Lesung des Etats so weit zurück, wie in keinem früheren Jahr, und nun sollen in den bis Mitte März zur Verfügung stehen­den 38 Arbeitstagen noch durchgesprochen werden: die Etats der Marine-, der Militär-, Post-, Kolonial-und Justiz­verwaltung, bei denen erfahrungsgemäß die gründlichste Erörterung stattfindet, von den kleineren Etats, die gleich­wohl zwei bis drei Tage für sich beanspruchen, ganz ab­gesehen. Dann folgt die dritte Lesung des Gesamtetais, bei der Vergessenes nachgeholt undMißverstandenes" klar gelegt wird, worüber mehrere Sitzungen hingehen. Es ist daher alles Mögliche, wenn vor den Osterferien noch die Branntwein st euernovelle zur Verabschiedung gelangt. Uebrigens wird sich bei der demnächst beginnen^ oen Beratung des Marine-Etats die Probe machen

Nr. 27

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Kiehener Zamiiien- blätler viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ve lag der Brüh l'sch«. Unioers.-Buch- u.Stein druckerei lPietsch Erben Redaktton, (Erpcbilit t und Druckerei:

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Anzeiger Gießen.

FernfprechanfLlubNr.öl.

Wi men) iik-Ältchn ir 1902 0438

auf 60 M. bei izertgeber, M

Hess.) Nr. 116

(ransse. tt 35 Ptg.

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eleib). ppcn, jo»i( Pünktlich!