khr. In Apolda geboren, promovierte er 1907 in Sena. 1914 habilitierte er sich in Heidelberg. Seine Berufung nach Jena erfolgte 1932. Seidel erhielt 1925 den Graefe-Preis der Deutschen Ovhthalmolo-
Kevemrichtung werde bann fahr um»
Getriebes werden, das dem Behör^r^ btr Betreuung der Gefolgschaft zur Seite
Der „Gesundkeitstee" verschwindet.
®l3 Tee -Ser als Teemischung dürfen im gewer» ftfien Verkehr nur noch Die nach dem in den Ur. frnmgslanbcrn üblichen Bersahren zubereiteftg, A-llknospen lunger Blatter und fungen Triebe des Teestrauch- bezeichnet werden. Andere Erzeug, iufse, die in der Art wie Tee verwendet werden s-Üen, dürfen nur noch mit besonderer 0e" "' hm - g u n g de, Reich-ministers des Innern ge- verbsmabig h-rgestellt. zum Verkauf vorrätig ge- »°lien und nur mit solchen Bezeichnungen, Aos. Packungen und Angaben in den Verkehr gebracht »erden die ,ede Verwechslung mit Tee au-schlie- ^eahnliche Erzeugnisse, die nur au, einer e n« ngen Pflanzenart hergestellt und keiner chemischen Sehandlung unterzogen sind, unterliegen nicht der Genehmigunqspfllcht, sind aber ausdrücklich zu kenn, »elchnen, z. B. als Drombeerblättertee Apfelschalen. 1« ?er "?esundheitstee" verschwindet, denn 5ee und teeahnluhe Erzeuanisie dürfen nicht mehr Mt Bezeichnungen in den Verkehr gebracht werden sie auf eine diätetische oder gesundheitliche Wirkung sinweisen. Erzeugnisse, die überwiegend als Arznei, mittel verwendet werden, wie Kamillentee, Linden- Hüten-, Pfefferminztee, fallen nicht unter die neue ’ Verordnung.
Kunst und Wissenschaft.
hochschulnachrichten.
Am 31. Dezember vollendet der Berliner Pro» I sesfor für Derfassungsgeschichte und Rechtsphilo- ’ sophie, Dr. Walter Anderssen, sein 60. Le- tensjahr. In Breslau geboren, studierte er in Bres- lau, Freiburg, München und Berlin und promo- jierte 1907 in Heidelberg. 1910 hab.lotterte er sich tu Neuenburg (Schweiz), wo er 1914 zum a. o. Professor ernannt wurde. — Am 30. Dezember voll- endet der Ordinarius für Augenheilkunde und Bei. tat an der Staatlichen Ingenieurschule für Optik | und Msisterschule des Augenoptikerhandwerks in Sena, Prof. Dr. Erich Seidel, fein 60. Lebens-
i gischen Gesellschaft. Sein Spezialgebiet ist Glaukom. Leiner Arbeit ist eine Angabe der Fluroescein- probe zur Feststellung der Fistulation von trepanierten Augen und von Augenfisteln zu verdanken, außerdem eine Methode zur Messung des Augen- druckes in den vorderen Ciliararterien mittels der Pelottenmethcde. — Am 28. Dezember vollendete der Ordinarius der alten Geschichte an der Universität Berlin, Prof. Dr. Wilhelm Weber, sein 63. Lebensjahr. In Heidelberg geboren, promovierte t er dort 1906. Zunächst im Gymnasialdienst, unter- • nahm er sväter Studienreisen ins M'.ttelmeergebiet. j Seine akademische Laufbahn begann Weber 1911 in Heidelberg, kam bald darauf als Ordinarius an die holländische Universität Groningen, später nach Frankfurt, 1918 nach Tübingen, 1924 nach Halle und 1932 nach Berlin. Webers Spezialgebiet ist Hellenismus, römische Kaiserzeit und antife Rett- gionsgeschichte.
Professor Adolf Player gestorben.
In Heidelberg starb in den Weihnachtstagen im 100. Lebensjahr der Agrikulturchemiker Professor Dr. Adolf Mayer, der noch ein Schüler der I berühmten Chemiker und Physiker Kekule, Bunsen, Helmholtz trrb Kirchhoff war. Professor Dr. Mayer I mar aus Oldenburg gebürtig, hatte die Schule in Mannheim besucht uni> würbe 1868 an der damaligen landwirtschaftlichen Abteilung der Unäversi- töt Heidelberg Privatdozent und zugleich Letter der Abteilung. 1876 nahm er einen Ruf nach Wagemn- gen in Holland an, wo er fast., drei Jahrzehnte lang als Lehrer der Versuchsanstalt der Landwirt- schafttichrn Akademie wirkte. Seine wissenschaftliche Arbeit war dort besonders auf dem Gebiet der Er- ssrschung von Tabakkrankhciten erfolgreich. Sehre Lehrbücher über Agrikutturchemte und Gärchenne wurden stark beachtet. Seit einiger Zeit lebte er in fHtelberg im Ruhestand. Er war Ehrendoktor der Landwirtschaftlichen Hochschulen in Berlin, Psten und Wagenmgen. Roch im Herbst hatte chm dre Drbakwissenschastliche Gesellschaft in Bremen den -Dr.-Richard-Kißling-Preis überrerchen lassen.
Llchard Strauß erhält den wiener Teethoven-preis.
Der Beethoven-Preis der Stadt Wien ist Richard Strauß zuerkannt worden. Um feinem Dank an Vien sichtbaren Ausdruck zu verleihen versprach kich-rd Strauß, eine Feftmuslk der Stadt Wien für Trompeten zu schreiben. Die Skizze dazu ift bereite entworfen.________ ____________
auf mönckeberg
ist det "Teufel los.
ROMAN VON OLAF BOUTERWECK
1. Fortsetzung. Nachdruck verboten.)
Während sie sich dem Hause näherten, m dem Sigrid eine hübfche, kleine Wohnung gemietet hatte, verlangsamten sie unwillkürlich ihre Schote; mÄ plötzlich blieb Frank stehet Er warf EM langen, nachdenklichen Blick auf ein ^es EmmNe^, das an dem Eingangsgitter des kleinen Vorgartens befestigt mar:
Sigrid von Mönckeberg, w staatlich geprüfte Klav erlehrenn nxrr in Haren Leitern bar auf zu lefen. . Dann fah er Sigrid an;. . .
re« mitfe lcktwer für Sie fein, Sigrid . - - ” .. sich mit begriffsstutzigen Kindern und> völlig hknfloen Erwachsenen berumauaraent.m^nen Sie? Ach, Frank, wie gerne ta e >ch das —, =*nn nur recht viele Sdfuler fämen.
Er schüttelte den Kopf. _ bnAte
Nein Sigrid, das meine ich, nichtDam« tben daran, daß Sie.nvch vor taz qrofte Schlotz Mönckeberg bewohnten, wo tote Seite Freiheit und Ungebundenhett batten. U nmi diese bedrückend- Enge hier, wo sie «Mq «llein und nur auf sich Sb
einer jähen Bewegung ergriff et s> 'SssfBssss triften stets zu ^er Ükrfugung f^n (
„Das verspreche ich Dnen ge^, Fr-mk . antoor Nie sie mit «to vH«
Mr in ben Kopf gesetzt. Da» v
Aus Der Stadt Gießen.
Feldpoflkarten.
Unzählige Feldpostkarten finden täglich den Weg in die Heimat, und sicher noch mehr tragen herzliche Grüße au unseren tapferen Soldaten. Seit mann gibt es Die Feldpostkarte? Es ist klar, daß die Geschichte der Feldpostkarte aufs engste verknüpft sein muß mit der unserer Postkarte überhaupt. Und es ist der Postkarte ergangen wie den meisten Dingen, die uns im täglichen Leden zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Wer heute eine Postkarte mit feinen Schriftzügen füllt, wird sich kaum vorstellen können, wie vieler Erwägungen und Eingaben es bedurfte, ehe die geplante Einführung der „Correspondenz- karte" Wirklichkeit wurde, und welchen Wandlungen sie unterworfen war, ehe sie ihr heutiges Aussehen erhielt.
Es war Heinrich do n Stephan, des geeinigten Deutschen Reiches erster Generalpostmeister, der die Einführung der Korrespondenzkarte in Borschlag brachte. Als das damalige Generalpostamt durch eine Verordnung vom 30. Mai 1865 die Versendung von gedruckten Anzeigen in Kartenform ohne Kreuzband zuließ, regte der Geheime Postrat Stephan an, auch schriftliche Mitteilungen auf offenen Karten zu gestatten. Seine Vorschläge fanden jedoch zunächst wenig Gehör, und erst als Stephan zum General- postmeister ernannt wurde, setzte er feinen Plan durch.
Der 6. Juni 1870 war der Tag, an dem zum erstenmal die Correnspondenzkarte benutzt wurde", der Portosatz betrug 1 Groschen. Im Format war die damalige Karte wesentlich größer als unsere heuttge Postkarte, und cm Fuße trug sie eine eingehende Gebrauchsanweisung von sechs Punkten, deren letzter besagte, daß der Absender nicht i>er- pflichtet sei, sich namhaft zu machen. Das Erscheinen der Correspondenzkarte rief eine förmliche Revolution im Privat- und auch im Geschäftsleben hervor, wurden doch schon am ersten Tage allein von Berlin aus rund 50 000 Stück in die Welt hinausgesandt.
Die Neuerung im Postverkehr setzte sich schnell durch. Auch der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 konnte ihre Verbreitung nicht aufbglten. Als die preußisch-deutschen Truppen ihren Siegeszug nach Frankreich hinein begannen, da wurde auf Veranlassung Stephans auch sofort die „Feldpoft-Eorrc- spondenzkarte" eingeführt Sie wurde unentgeltlich an die Truppen o-rabfolgt Es ist während des ganzen Krieges reichlich von ihr Gebrauch gemacht worden. Richt weniger als 10 Millionen Stück wurden ausgegeben.
Der 31. Dezember - ein wichtiger Steuertermin.
Von Dr. jur. et rer. pol. K. Muth.
Der 31. 12. 1942 ist neben feiner Bedeutung für den Ablauf von Deriährungs- und sonstigen allgemeinen Fristen auch als Steuertermin besonders beachtlich, hierzu sollen im folgenden die erforderlichen Hinweise gegeben werden:
Herabsehnngsanträge zur Llnhcilsbewertung unö Vermögenssteuer.
Die Frist für die Einreichung von Anträgen auf Neuveranlagung der Vermögenssteuer auf den 1.1. 1942 sowie auf Neufeststellung (Fortschreibung) von Einheitswerten läuft wieder grundsätzlich am 31. 12. dieses Jahres ab. Voraussetzung für die Herabsetzung der Vermögenssteuer ist, daß sich für den L 1. 1942 gegenüber dem bisher veranlagten Vermögen ein um ein Fünftel oder mehr als 100 000 RM. niedrigerer Dermögenswert ergibt Beachtlich ist, daß die Freibeträge vorn L 1. 1940 maßgebend bleiben. Nur die Geburt von Kindern im Jahre 1942 wird berücksichtigt, und zwar auch bann, wenn e ne Neuveranlagung im übrigen nicht stattfindet! Die Neufeststellung des Einheitswertes des Betriebsvermögens erfordert eine Wertabweichung von mehr als einem Fünftel, mindestens 1000 RM., oder um mehr als 100 000 NM. gegenüber dem bisherigen Einheitswert. Bei Neufeststellung eines höheren Einheitswertes seitens des Finanzamtes gelten die gleichen Wertgrenzen, doch muß die Abweichung mindestens 10 000 RM. ausmachen. Die Neubewertung von Grundstücken setzt voraus, daß der Einheitswert um mehr als ein Zwanzigstel, mindestens 100 RM., oder um mehr als 100 000 RM. von dem bisherigen ab weicht. Jedoch bleiben de Wertverhältnisse vom 1. 1. 1935 für die Neubewertung maßgebend. Unter den gegebenen Voraussetzungen können auch unrichtige Dermöaenssteuerveranlogun- gen und Einheitswrrte mit Wirkung vorn 1. April 1942 berichtigt werden.
Zahlung
der Ablösungssumme für die Huuszlussteutt.,
Die Ablösungssumme für die Hauszinssteuer ist, falls nicht Shtnbung bewilligt wird, bis zum 31.12. 1942 gemäß Steuerbescheid bei der Finanzkasse ein- zuzahlen, wenn nicht ein Abgeltunasdarlehen ausgenommen ist Die Frage, ob die Ablösung zweckmäßig in bar ober unter Aufnahme eines Dbgel- tunasdorlehens erfolgt, läßt sich, wie die Erfahrung zeigt, nicht allgemein beantworten. Die Barablösung mit eigenen oder anderweit aufgebrachten Mitteln gibt Anspruch auf Vornahme eines höheren Abzuges
bei der Einkommensteuer, abgesehen von Einsamte lienhäusern, bei denen eine Absetzung überhaupt ausscheidet Dagegen vermindert die in mancher 'Hinsicht erleichterte Aufnahme einer Darlehnshypo- thek zunächst die flüssigen Mittel des Steuerpflichtigen nicht; sodann ist hier der in dem Grundstück investierte Dermögenswert und der Grundstücksertrag bester ersichllich. Andere steuerliche Auswirkungen neben dem abweichenden Abzüge des Ablösungsbetrages werden sich aus den verschiedenen Verfahren voraussichtlich nicht ergeben: doch kommt es auf den Einzelfall an. Die Grundstückseinheits- werte werden in beiden Fällen zunächst durch die Ablösung nicht berührt. Anträge auf Berücksichtigung von bis zum 30.11. d. I. in den Verhältnissen des Grundstücks eingetretenen Aenderungen waren bis zum 20.12. beim Katasteramt, einzureichen. Im Dezember eingetretene Aenderungen können nur noch auf Antrag im Wege des Billigkeitserlasses berücksichtigt werden.
Anträge auf Erstattung von vürgersteurr 1941.
Die Erstattung von Bürgerstnrer 1941, die zu Unrecht gezahlt worben ist, muß spätestens bis ^um 31.12.1942 bei ber Gemrindefteuerbehörde (StcJMfa sches Steueramt, Vszirkssteueramt) beantragt werden. Dies ist vor allem für di« Fälle zu beachten, in denen der Steuerpflichtige Ermäßigung der Bürgersteuer 1941 beantragen kann, weil fein (Sin* kommen 1941 gegenüber 1939 um mehr als 30 o. h. zurückgeganaen war, oder auch weil in dem Einkommen 1939 außerordentliche Einkünfte enthalten waren, di« den ermäßigten Steuersätzen des Einkommensteuergesetzes (§ 34) unterlagen, wie Abfindungen, Gewinne bei der Veräußerung von Betrieben ober Teilbetrieben ober bergt.
, Am 31.12.1942 läuft buch beim Eisernen Sparen der Arbeitnehmer die Frist ab, innerhalb deren bi« Arbeitgeber der Bank ober dem sonstigen Kreditinstitut, bei denen die Eisernen Sparbeträge einge- nrhlt werden, angeben müssen, an welchem Tag Gehalt bzw. Lohn üblicherweise im Stetri»be bezahlt werben, sowie den Zoitraum, für den die Gehalts- und Lohnzahlungen erfolgen. Soweit Abschlagszahlungen oorgenommen werden, ist der Tag der Lohnabrechnung und der Lohngbrechnungszeit- raum (vier Wochen oder bergt) rnttzute'.len.
Sritens der pemsinnütftgen u. ä. Körperschaften müssen die zur Erlangung der Steuerbefreiung er- forderlichen Satzungsänderungen ebenfalls bis Ende 1942 durchgeführt werden.
Seitdem hat die Feldpostkarte in ihrem Aeuheren alle Wandlungen durchgemacht, denen auch unsere Postkarte unterlag. Für die gewöhnliche Postkarte wurde schon am 1. Juli 1872 die Vostgebühr auf einen halben Groschen ermäßigt Ein Vierteljahr später, vom Oktober 1872 ab, konnte die Gebrauchsanweisung als überflüssig fortgelasten werden. Karten in kleinerem Format und mit Rückantwort wurden eingeführt, und bald entschloß man sich auch, den Benutzern der neuen Einrichtung das Frei- machen durch den eing^ruckten Wertstempel zu ersparen.
Ohne Wertstempel, mit dem entsprechenden Ausdruck, ist die Postkarte dann in allen Kriegszeiten in Erscheinung getreten. Es gab sie, wenn die Deutsch; Schutztruvve in den fungen Kolonien im Kampf mit aufstöndisck)en Eingeborenen lag, und auch, als 1900 dos Deutsche Ostasiatische Erneditionskorps an bn Niederwerfung des Boxeraufstandes teilnahm. *m Weltkrien ist die FeDpostkorte sicher zu h'mderten von Millionen benuht worden. Und sie leistet uns heute wieder die gleichen guten Dienste. A. N.
Bunter Abend
mit .graft durch Freude*.
Die NS.-Gnrrttnschast „K ro f t durch Fr eud e* hatte für gestern zu einem Bunten Abend in der Neum Aula «ingelaven, ber, wie stets, einen ausgezeichneten Besuch aufzuweisen hatte. Das unterhaltende und überwiegend hellere Programm wurde von Mitgliedern des Frankfurter Opernhauses be- stritten, von denen einige den P.siuch:m von eurem früheren Gastspiel her bereits gut befannt waren. Emil Seidenspinner hteß das Publikum will, kommen, machte den Ansager und brachte die Lrnte mit allerlei munteren Geschichten zum Lachen. Den Reigen der GesangÄrarbietungen eröffnete Lilo Kuckhoff mit ein-r Arie aus „Don Pa-quale": sie erwies sich hier und später mit d-er ..UnschuD vom ßarbe* aus her „Fledermaus" als Koloratur- sopramsttn, bte über atfehrite Mittel und anmutigen Vortrag irrfügt. Emil Staube n me p e r besann mit dem ßfrfr* „Der Wagen chllt" und entsaftete die heiteren Möglichkeiten feines sonst meist seriösen
Faches mll dem Kantus ,^lch bin Bofist", der sein profundes, angenehm weiches und fülliges Organ zur Geltung brachte, und dem sehr hübsch bargebotenen Scherzo „Dte beiden Wien". Emil Franz spielte auf dem Xylophon einen Czardas, die ..Tanzenden Finger", einen W.alzer und einen Marsch und zeigte sich mit diesem reichhaltin-n Programm als ein Virtuose, der sein beliebtes Instrument mit imt-afrefiger Exaktheit beherrscht. Die jugendliche Tänzerin Elfi Stein'erfreute mit dem Kaiser- walzer von Stt^utz und -in-m ftfvmifftgen Zig-uner- tanz. Oskar Wittaschek, Tenor der Frankfurter Oper, brachte mit Schwung u"b bühnenmäßig gevflegtem Vorttage die Arie des Georg aus dem „Wastenschnrttb" vor Lortzing und spater den aus dem Rundfunk bekannten und beliebten Schlager ..Ich trink den Wein n'cht g^rn allein". Reichen B^ikall erntete bas B o s e n - Q uar te 11 mit der „Rosemarie" von Löns unb mit der Parrdenummer ..chörst du m*rn heimliches Rufen": großen Erfolg hatten die vier sauber aufeinander abgestimmten Vokalbarmonisten auch mit ber ..Villa Maria" und der „Falschen Pemta". Frau Bosen fang nrr Laute zart imb nrt schöner Empfind'mg das Ve- aenlieb „Schlafe, mein Vrin»chen". Die Soubrette Lia Justus brachte mit wtenenschem Temperament di- Besucher großartig in Stimmung ,J\Aut härt i urb ,.lla. Tempe^ment" bteßen ihre stürmisch beklatlchten Schlnoer. Em'l Seidenspinner hatte mit ber foan^chm Serenade ,.R'm- pvinella", nrt der grotesken ,.L"i'te", mit baverächen und Kommißwitzen ein-n unbeftnttenen cheiterk^its- erfolg. Die Duette .W-r uns gttrmtt- aus dem ,.Jio.m7verbaron" Es K u ck h o l t, Osk"r Wit- tatschet ir*b . Draußen in Hietzing" fPia I u - ft u 5 Emil Seidenspinner) vervollstänLigten bas Programm. Der Ntemist Karl Krömer ermes llch als 7-uverlälsiger Beolell^r <nn Flügel. — Die .60’'-r imterchi-lten sich vor^ü-olich und o*6en ihrer B-lrichrmng über ben wohlgelunge^en Abend freigebig Ausdruck. Hans Thyriot
VerdunkelungszeN:
29: Dezember von 17.15 bis 8.03 Uhr_______
Heima^verein'gung «Schiffenkerg.
Die l)eimatoereinigung Schiffen- b e r g hatte für den Sonntagabend ihre Mitglieder und deren Familien zu einer Versammlung auf ben Schiffenberg eingeladen. Für den der Versammlung nicht beiwohnenden Vereinsführer. Oberforstmeister Nicolaus, leitete das M tglicb des Vorstandes, Herr Jäger, die Versammlimg und hieß im Auftrag des Vereinsführers die Mitglieder herzlich willkommen: er pries die stolzen Leistungeir unserer tapferen Wehrmacht und gedachte der Opfer unserer Gefallenen und der verstorbenen Mllgl'.eder der Heimatvereinigung. Mährend der Totenehrung fang der Schülerchor von Garbenteich unter Leitung von Lehrer Stumpf das Lied „Ich Hott' einen Kamerod-n". Im Verlauf der Versammlung brachten Schüler von Garbenteich Gedichte Heimallicher und vaterländischer Art zum Vortrag und ernteten dafür starken Beifall. Ebenso dankbare Aufnahme fanben auch die schönen cheimat- und Volksl'eber, die die Schüler von Garbenteich fangen. Herr Jäger dankte zum Schluß allen, die zur Verschönenrng der Feier heiaetragen Hatten, besonders den Kindern von Garbenteich und ihrem Lehrer, und ließ die Feier mit dem Gruß an ben Führer ausklingen.
Oi« Dersorgunq deutscher ^riegs- gefanaener und Zivilinternierter.
Dem Deutschen Roten Kreuz ist es nunmehr möglich beworben, alle deu'schen Kriegsgefangenen und flrWmternierten in Feindesland gleichmäßig mit der Menge Tabak und Zigaretten zu versorgen, die der deutsche Soldat an ber Front erhält Die Tabaksendungen der Angehörigen an die Kriegsgefangenen und Zimlinternierten w-rden damit entbehrliche Deshalb stellt das Rote Kreuz nun bte Versenk>"mg der bisher von den 9In<ehorigen bezahlte Tabakpakete ein und übernimmt laufend die Verfangung der Kriegsge^an-nrnen tm-b Zivilmternrerten mit Tabakwaren. Dasselbe gilt für die Bersoraunn nrt Seife, Reinigungsmitteln und Süßw aren, die bisher ebenfalls
ftemde Hilfe zu meistern, un2> ich hosfe, daß es mir gelingen wird! — Und nun: Leben Sie wohl, Frank! Ich danke Ihnen für den schönm Abend, und ich danke Ihnen insbesondere für das Vertrauen, das Sie mir geschenkt Haden!"
„Auf Wieder sehen, Sigrid", sagte er leise, während er sich über ihre Hand beugte. ,FZch werde sehr viel an Sie denken!"
„Das dürfen Sie nicht, Frank! Sie sollen immer nur an Ihre Arbeit denken, und ich wünlchr Ihnen aus ttefftem Herren Glück mD Erfolg! — Allo nochmals: Gute Nacht — und morgen früh glück- ticbe Reife. Grüßen Sie Herrn Güstrow, Ihren Onkel und grüßen Sie vor allen Dingen mein liebes, altes Mönckeberg!"
Sie wandte sich schnell afb und schlotz die Haustür auf. Dann winkte sie ihm noch einmal mit- einem etwas wehmütigen Lächeln zu, und gleich daraus war sie tm Trevpsnhaus verschwunden.
Frank, ben Hut noch immer in der Hand, starrte ihr mit brennenden Augen nach. Dann zündete er sich gewohnheitsmäßig eine Zigarette an und ging langsam den Wea zurück.
Aber er hatte die Hauptstraße noch nicht erreicht, als er laut seinen Namen arten hörte. In einem iahen Glucksgefühl wandte er sich um. Wahrhaftig: Sigrid war es. Sie kam ihm eilig nachgelaufen. Aber als er ihre erschreckten Au"en und ihr bleiches Gesicht sah, erkannte er, wie töricht seine plötzlich au'feimenbe Hoffnung gewesen war.
.'.Wie aut, datz ich be antrefte. Frank!" rief B- arö atemlos. „Etwas Unangenehmes ist g-lcheben! Da« Schloß an meiner Wohnuttgstür geht nicht auf!"
Er nahm beruhigend ihren Arm und ging gleich mit ihr zurück. ,
.Kommen Sie, Sigrib, rmr wollen rasch einmal nachschen. Es wird schon nicht so schlimm fein: vielleicht eine kleine Störung hn Türschloß „.
,Mer das Dhloß ist doch noch ganz neu. FranN, nrurmelte sie verstört. .Kaum ein Vi-rteljahr — —*
^Jst es denn ein Sicherheitsschloßk"
,^Ja, sehen Sie, Frank!" Si« hielt ihm den^Schlüs- fei hin.
Frank blieb unter einer Straßenlaterne stehen unö drehte im Lichte ben flachen und seltsam ge- zackten Schlüssel prüteiO hin und her. „Das Schloß scheint allerdings ziemlich verzwickt zu fein ... Ich glaube nicht, Sigrid, daß man es mit einem Nachschlüssel öffnen kann."
Sie atmete erleichtert auf.
,4)as beruhigt mich etwas, Frank. Ich fürchtete schon, daß ein Einbrecher--"
„Gehen wir!" drängte er unruhig, ir.bem er ins Hous trat und ihr voran die Treppe hinaufichritt.
Plötzlich ging das Lich^ aus. Sigrid stieß einen leisen Schrei aus; sie drängte sich dicht an Frank, und er fühlte, daß sie ein wenig zitterte.
„Na, das ist ja nicht gerade sehr höflich von der Leitung", brummte er beruhigend. Er knipste sein Feuerzeug an, tappte die halbe Treppe zum ersten Stock hinaus und schaltete die Treppenbeleuchtung wieder ein.
Jyier", flüsterte Sigrid, indem sie auf ein« Woh-
nungstür zeigte.
Frank besah prüfend das Schloß. Er probierte den Schlüssel, der sich aber nur zur Hälfte einftchren ließ, um bann auf einen unüberwindlichen Wider
stand zu stoßen.
„Schen Sie Frank", flüsterte Sigrid aufgeregt, „hier am Schlüsselloch ist ein tiefer Kratzer! Ich weiß genau, daß diese Schramme heute nachmittag noch nicht da war! Es muß iemand in meiner Wohnung gewesen sein. Vielleicht ist er sogar jetzt noch drin!"
„Wir müssen vor allem einen Schlosser heraus- klopfen!" meinte Frank. „Wohnt hier einer in ber
Nähe?" /
„Ja, im Nebenhaus im Erdgeschoß! — Soll rch ihn holen?" c
„3a, bitte, Sigrid, gehen Sie! Ich werde hrer vor
Ihrer Tur inzwischen Wache halten."---
Es dauerte immerhin zehn Minuten, bis Sigrid
in Begleitung des ScUoflers zurückkehrte.
Die verschlafenen Augen des Mannes und seine zerzausten Haare deuteten an, daß er geradewegs aus dem Bett kam. Um seine dürre Gestalt schlotterte ein farbenfroher Bademantel.
„Na, bet wer'n wa jleich Ham!" sagte er mit dem Brustton der Ueberzeugung, intern er Frank neugierig anfah und ihm vertraulich zunickte. Er legte einen großen Bund Nachschlüssel und eine schwere Ledertasche mit Werkzeugen auf die Treppe, zog aus der Talche feines Bademantels ein buntkariertes Taschentuch hervor und schneuzte sich heftig.
„Schnuppen hab' ick oochk" steltte er überflüssigerweise fest. Dann sah er Frank Duderstädt aufmun- ternb an:
„Ham Se vielleicht zusälllg 'ne Zijarette, HerE. Dotter? — Ja? — Vielen Dank ooch! — Na, denn wird Paule sich ben Schaden mal bekieken."
„Paule" nahm eint lange Nadel und leuchtete ml# der Taschenlampe in das Schlüsselloch.
„Da ham wa bet Theater!" sagte er nach einer Weile. „Die Zuhaltungen sind kaputt! Ick sreß 'n Besen, wenn da mch eener dran rumjepetert hat an bet Schloß!"
Sigrid faßte erschreckt nach Franks Arm.
„Um Gottes willen, Herr Giesecke! Sie glauben doch nicht etwa, daß man einen Einbruch--?"
„Ick jloode ja!" sagte Giesecke, obwohl er innerlich bereits fest von diesem Tatbestand überzeugt war. Er suchte aus seiner Ledertasche einige Werkzeuge heraus.
„Et wird ’ne Weile dauern, bis ick bet usfhabe. Holen Se man inzwischen immer schon 'n Schupo! — Ick übanefrm dafvr Die Vaantwortung!" fügte er mit einem Blick über die Schuller hinzu.
Frank ging sofort zur Treppe; aber auf der ersten Stufe Hieb er unschlüssig stehen:
,äa, wo finde ich beim jetzt mitten tn ber Nacht einen Polizisten?"
(Fortsetzung folgt)


