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28./29. November M2

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

28| Zweites Blatt

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«it auch durch unsere in Feindesland auf der Wacht stehenden Soldaten genießen, und die uns zu Haufe bit Ruhe zur Arbeit und zur Entspannung ermög- lijen. Sein Dank galt zum Schluß allen, die ihm

Jugend verkauft wird, einer strengen und kritischen Prüfung unterzogen. Kein Stück, das nicht völlig untadelig ist, wird den Kinder in die Hand gegeben werden.

K.-Bannführer Wolf, der eben ii» die Werk­statt kommt, um sich vorn Fortgang der Arbeit zu überzeugen, nennt uns ein paar Zahlen, die eine Vorstellung davon geben mögen, was allein hier bei uns in Gießen im Wettrüsten der HI. für die Spielzeugaktion geleistet wird. Die Jungen und Mädel vom Bann 116 werden allein minde­stens 5 0 00 0 Stück Spielzeug abliefern da kommen auf jeden Jungen und jedes Madel vier Stück, und wahrscheinlich wird diese Zahl noch überschritten werden. Eine einzige Gießener Ein­heit hat in diesen Wochen 5000 Stück Bleisoldaten hergestellt. Das sind Zahlen, die sich hären lassen können. Mit mehr Begeisterung, Arbeitseifer und heißem Bemühen, Kindern unter dem Weihnachts­baum Freude zu bereiten, ist sicher noch nirgends und niemals Spielzeug erdacht und gebastelt wor­den.y

alles ein bißchen fix gehen, denn es sind von feder Einheit beträchtliche Kontingente fertiger Spiel­

en Gegenwart des Gauleiters Reichsstatthalter Sprenger und zahlreicher weiterer Ehrengäste 005 dem Kreise der Partei, des Staates und der Wehrmacht fand am gestrigen Freitagabend im Loale des Studetttenheims eine eindrucksvolle Ab.«

lachen und alle Mitarbeiter zu freudiger Ar- anzuregen. Ihm selbst sei Pros. Kranz ein

Spielalter noch gar nicht sehr lange entwachsen sind, ein wunderbar vielfältiges Bastelmaterial.

Wie überall int ganzen Reich sind auch bei uns in Gießen, im Bereich des Bannes 116, Jungen und Mädel feit Wochen mit Feuereifer an der Arbeit. Um einen Eindruck davon zu bekommen, werfen wir einen Blick in die Werkstatt, wo die Fliegergefolgschaft 1/116 Gießen arbeitet. Die große, tadellos ausgestattete Werkstatt ist der Flieger-HI. vom RSFK. zur Verfügung gestellt worden. Mit der Oberleitung und Überwachung der gesamten Ar­beit ist Sturmführer Weyrauch vom RSFK. be­traut. Seit etwa vier Wochen sind hier rund fünfzig Jungen in drei Arbeitsgruppen am Werk. Die Ar­beit wird an Sonntagen und in den Abendstunden zusätzlich zum normalen HJ.-Dienst geleistet. Das Material, Holz, Farbe und was sonst dazu gehört, ist gekauft worden; Werkzeug ist ausreichend und in vorzüglichem Zustande in der Werkstatt vor­handen. Das Svielzeug, das die Jungen basteln, entsteht im Rahmen des ganzen Arbeitsplanes nach eigenen Anregungen und Plänen; obwohl hier, der Natur der Sache nach, eine Massenfabri­kation geleistet werden muß, bleibt doch dem Tätigkeitsdrang und dem handwerklichen Geschick jedes einzelnen noch genügend Raum. Eine große Menge Spielzeug ist schon fertig, anderes halbfertig, weiteres noch in Arbeit: Entchen in ganzen Ge­schwadern, Pferdchen, Kühe, Katzen, Hunde, Ele­fanten ein stattlicher Tierpark. Es gibt aber auch jauber geschnitzte Flugzeuge, Autos und kleine Fernlastzüge alles aus Holz und alles so hübsch und handlich, so glatt und sauber geformt und dabei vollkommen auf die kindliche Vorstellungs­kraft und den kindlichen Spieltrieb gerichtet, daß man seine Freude daran hat und beim Zusehen selber Lust bekommt sowohl mitzubasteln als auch ganz heimlich und unbemerkt ein bißchen zu spielen.

Die einzelnen Stücke werden in gemeinsamer Arbeit in verschiedenen' Arbeitsgängen hergestellt. Auf dem zugerichteten rohen Holz wird die Form ausgezeichnet, ausgesägt, abgefeilt und beschaffen, auf Räder gesetzt und leicht bemalt. Die geräumige Werkstatt dröhnt vom Lärm der fröhlichen und friedlichen Arbeit. Maschinen erleichtern die ein­zelnen Arbeitsgänge; in ein paar Minuten ist ein schweres, ungefüges Brett glatt und - sauber ge­schliffen, schon ist der Rohstoff für die weitere Bearbeitung bereitet. Die Jungen arbeiten einander ir die Hand, daß es ein Vergnügen ist. Da wird ge­hämmert, gesägt, gefeilt und gehobelt, daß die Späne fliegen. Mit ruhiger, geschickter Hand sägt einer an der Werkbank den charakteristischen Umriß eines Entchens aus dem Block. Ein anderer feilt es glatt, ein anderer zeichnet mit schnellen Strichen ein neues Modell auf das nächste Brett. Es muß

Spielzeug für Soldatenkinder.

Vom Wettrüsten der Hitler-Jugend. - Blick in eine Werkstatt der Flieger-HI

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von Professor Dr. Kranz, den er schon beim Aufbau seines Gießener Instituts und dann noch stärker bei seinem Wirken als Rektor bekundet habe. Er be­tonte weiter, daß sich Professor Kranz durch seine Arbeiten die volle Anerkennung seiner Fachkollegen und eine anerkannte, führende Stellung in der Ras- senbiologie erworben habe. Weiterhin rühmte er die unermüdliche Tatfreudigkeit und Energie des Scheidenden, dem nachzueifern die besondere Ver­pflichtung aller Angehörigen der Universität sei.

Universitäts-Bürodirekwr Kinkel brachte im Namen der Beamten und Angestellten der Universi­tätsverwaltung sowie der Angehörigen des von Pro­fessor Dr. Kranz geleiteten Instituts deren herzlichen Dank für das allezeit bekundete Verständnis und Wohlwollen des Scheidenden für seine Mitarbeiter, zugleich auch deren Bedauern über seinen Weggang zum Ausdruck. Er schilderte Professor Kranz als das leuchtende Vorbild eines Rektors und Führers der Universität, aber auch als einen hervorragenden Betriebsführer, der sich durch feine verständnisvolle und gütige Art das uneingeschränkte Vertrauen und die Verehrung aller feiner Gefolgschaftsmitglieder erworben habe. Mit dem Dank der Gefolgschaft der Universität und des Instituts seien deren herzliche Wünsche für Professor Kranz' weiteres Leben ver­bunden.

Der Leiter der Gießener Hochschulgesellschaft, Landrat' Dr. Lotz, stellte besonders heraus, daß unsere Universität dank dem Wirken von Professor Dr. Kranz im Kreise der deutschen Hochschulen, die als erste voll und ganz, vom Nationalsozialismus durchdrungen worden seien, mit in vorderster Linie stehe. Die Verdienste von Professor Kranz in dieser Hinsicht seien unvergänglich. Auch die Gießener Hochschulgesellschaft fei ihm dafür dankbar verbun­den, und sie erkenne ebenso dankbar die gute Zu­sammenarbeit mit ihr an, die Professor Kranz |i allezeit zur besonderen Aufgabe gemacht habe. Auf den von Professor Kranz beschrittenen Wegen werde die Hochschulgesellschaft weiterhin fortschreiten.

Der frühere langjährige Prorektor Professor Dr. Kl Ute feierte mit feinem Humor die schätzenswer­ten menschlichen Eigenschaften des scheidenden Rek­tors, insbesondere die Vielseitigkeit und Wendigkeit sowie die humorvolle Art von Professor Kranz, Eigenschaften, die das Zusammenarbeiten mit ihm stets zu einer besonderen Freude und innerlichen Bereicherung gemacht haben.

Se. Magnifizenz Professor Dr. med. Kranz brachte in seiner Schlußansprache mit herzlichen Worten die starke Verbundenheit und den tiefgefühl­ten Dank für die zahlreichen Ehrungen und Be­weise der Wertschätzung* seines Wirkens zum Aus­druck. Er bekundete dabei erneut, daß er sich immer dankbar mit unserer Universität und der Stadt Gießen verbunden fühle und auch ferner gern zur wei­teren Förderung unserer Hochschule beitragen werde.

Im Anschluß an die Ansprachen bereicherten einige Mitglieder des Ensembles unseres Theaters den Abend durch ausgewählte künstlerische Darbietungen, die mit wohlverdientem dankbaren Beifall aufge­nommen wurden.

toben für den Sieg.

Sodann dankte der Gauleiter dem Rektor Prof, ir Kranz, der auch als Gauamtsleiter feit Saijren wirke, für feinen allzeit tatkräftigen Em- fri. Er betonte dabei die einheitliche Lime, die M im Leben von Prof. Kranz aus der Zelt des Jteigsfreiroilligen über den SA -Mann bis hin zum Qauamtsleiter zeige. Er dankte Prof. Kranz wei- ttchin dafür, daß er den Ruf nach Frankfurt a. M. unbenommen habe und dadurch die Möglichkeit zur Verbreiterung der Arbeitsbasis des Rassenpolitsichen Vintes biete. Dieses Amt werde immer mehr mito im in den Gau hineingestellt werden, um sich voll auswirken-, zu können. Der Gauleiter betonte scdann, daß der seitherige Rektor auch als Gou- Wtsleiter immer der Universität Gießen zur oeite fehcn und als einer" feiner wichtigsten Mitarbeiter ihe Universität Gießen betreuen werde.

Hierauf erinnerte der Gauleiter an einen Aus- frtudL den er schon vor Sabren in einer Rede getan imb in dem er betont habe, niemals solle eine Gfabt seines Gaues das Gefühl hoben, daß sie c^enüber anderen Städten zurückgestellt werde. 5ebe Stadt des Gaues solle vielmehr die lieber« Tilgung haben, daß die Arbeit, die im Gau geleistet re-fre, auch für sie von Nutzen sei und daß immer stt - jede Stadt alles nur mögliche getan werde. Dos er damals mit diesem Ausspruch zugesagt tobe, das gelte immer bei der Arbeit im rhein- Aoinischen Städtekranz. Die Aufgaben sollten immer b verteilt sein, daß jede Stadt zu ihrem Recht iomme und wisse, daß auch für sie gesorgt werde. Go gesehen stehe auch Gießen mit seiner Umver- ftet durchaus auf einer Linie mit den anderen Universitäten, und es fei selbstverständlich, daß er v!s Gauleiter immer alles auch für Gießen und bitte Un'verfitat tun werbe. Es werde ihm eine v-igenehme Pflicht fein, das, was seither auf gebaut vorden sei, auch zu erhalten.

Die Universität Gießen zeige erfreulicherweise fips kräftig aufwärtsstrebende Linie, die der Ar- Mr des scheidenden Rektors in besonderem Maße Webreiben sei. Prof. Kranz habe es verstanden, til; Kräfte zur Förderung der Universität nutzbar

erinnerte in seiner Ansprache zunächst an das vierte Ariegsjahr des ersten Weltkrieges und an die da­maligen Zustände in der Heimat, die er in eindrucks­vollen Worten unserer heutigen Lage im Groß- deutschen Reich gegenüberstellte. Aus dieser Par­allele war klar ersichtlich, daß unser ganzes Dolks- sl, üben, geistig und kulturell nach immer neuen L2Ö- Höhepunkten strebend und sich immer intensiver betätigend, täglich aufs neue die Volksgemeinschaft M oll« totbar macht und damit dis Frucht der national- ' Walistifchen Aufbauarbeit erkennen läßt. Er er­innerte weiter an das große Ziel des Führers, . , tos Leben der Völker in Europa neu zu gestalten, Iirat, I mb an die Bereitschaft aller deutschen Menschen, km Führer dabei in treuer Gefolgschaft zu helfen. 8hi5 dieser Tatsache, so betonte der Gauleiter, sei kor ersichllich, um wieviele Längen der Führer mit seinem Volke den anderen sogenannten Füh­rern und ihren Völkern voraus ist. Wie der Führer einstmals Mann um Mann und Frau um Frau in Dtutschland zur deutschen Volksgemeinschaft ge- Borben und gewonnen habe, so werbe er heute auch bei den anderen Nationen um jeden einzelnen

Der Wunschzettel unserer Kinder für Weihnachten ist in diesem vierten Kriegsjahre, soweit es sich um Spielsachen handelt,^eine problematische Angelegen­heit, die vielen Eltern Kopfzerbrechen verursachen wird. Das zeigt schon ein Blick in den Anzeigen­teil der Tageszeitungen, wo fast täglich Spiel­zeug aller Art zu kaufen und auch zu tauschen ge­sucht wird; das lehrt ein Besuch im Spielwaren­laden. Die Auswahl ist nicht reich, die Möglich­keiten sind begrenzt. Eine große, gerade bei uns in Deutschland von alters her gepflegte Industrie, die sich mit der Herstellung von Spielwaren der ver­schiedensten Art beschäftigte, ift heute naturgemäß in ihrer Produktion erheblich eingeschränkt, wenn nicht vollkommen umgestellt auf Dinge, die im Kriege wichtiger und notwendiger sind als Puppen­stuben oder Bleisoldaten. Aber Weihnachten steht vor der Tür, und Weihnachten ist ja noch immer das Fest der Familie, das strahlende, wochenlang herbeigesehnte Fest der Kinber. Auch die Kleinen wissen ja heute schon, was Krieg ist, aber sie werden gerade zu Weihnachten, und wenn sie ihre Wünsche auf den Zettel schreiben, am wenigsten daran den­ken: sie wollen ihr Spielzeug unter dem Weih­nachtsbaum, und sie sollen es haben auch im

Frauenarzt Or. med. Koch f.

Am gestrigen Freitag ist nach langem und schwerem Leiden der bekannte Frauenarzt Dr. med. Curt Koch, Stabsarzt z. 23., in Gießen verstor­ben. Der Heimgegangene stammte aus Kassel, wo er am 26. Oktober 1883 geboren war. Im Jahre 1909 erwarb er seine Approbation in Gießen, wo. er sich im Jahre 1913 als Facharzt für Frauen­leiden und Geburtshelfer niederließ. Seine Praxis brachte ihm bald ein außerordentlich reiches Maß von Arbeit. Im letzten Weltkrieg stellte er sein ärzt­liches Wissen und Können als Stabsarzt der Re­serve in den Dienst unserer Soldaten, für seinen Einsatz wurde er mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen, dem Verwundetenabzeichen und der Tap- ferkeitsmedaille ausgezeichnet. Sein fachärztliches ' Können erweiterte nach dem Kriege den Kreis feiner Praxis über unsere Stadt hinaus und machte ihn als Arzt weithin in Oberhessen und in den an­grenzenden preußischen Kreisen bekannt und hoch- geschätzt. Als Frauenarzt, Ehirura und Geburts» Helfer, der feine ärztliche Kupst auch den Pattentin­nen im Katholischen Schwesternhaus viele Jahrs lang zugutekommen ließ, hat sich Dr. med. Koch um leidende Frauen und hilfsbedürftige Mütter große Verdienste und allgemeine Wertschätzung erworben, die ihm über das Grab hinaus eine dankbare Er­innerung in breiten Bevölkerungsschichten in Stadt und Land sichern.

Liebig-Ehrung in Gießen.

Eine Justus-Liebig-Feier veranstaltete die Uni­versität Gießen am 12. Dezember, vormittags, in der Aula. Im Rahmen dieser Feier werden der Direktor des Chemischen Instituts, Professor Dr. Weitz überJustus Liebig und was die Welt ihm verdankt", und der Direktor des Agrikulturchemischen Jnstttuts, Professor Dr. Scharrer, überAuf­gaben und Bedeutung der modernen Agrikultur­chemie" sprechen. Anschließend erfolgt die Verkün­dung der Stiftung eines Justus-Liebig-Preises. Der Nachmittag wird unter Leitung von Professor Dr. Behaghel eine Führung durch das Liebig- Museum, der Abend im Theater der Universitäts­stadt Gießen als Festvorstellung die Aufführung des DramasPenthesilea" von Heinrich von Kleist

Advent.

Die Kinder haben einen schönen Adventskranz gebunden. Run hängt er im Wohnzimmer, und Vaters Bild auf dem Schreibtisch wurde so gestellt, daß er den Kranz auch sehen kann. Ob Vater zu Weihnachten die Reise vom Osten bis ins Reich machen kann, Urlaub bekommt und wie im vorigen Jahre selbstgeschnitztes Spielzeug mit» bringt

Andächtig sitzen die Kinder um die Mutter herum und blicken zu dem grünen Kreis empor, der still über ihnen schwebt. Langsam dämmert der Abend, draußen vor dem Fenster steigt der Mond am Himmel herauf. Und wie es dunkler und dunkler wird, da fällt es immer mehr auf, daß dem Ad­ventskranz etwas fehlt. Die Kerzen, die noch vom vorigen Jahre *T)er aufbewahrt wurden, haben sie mit einem Tannenzweig dem Vater ins Adoents- paket gepackt, und der Kranz ist nun ohne die Kerze, Die ihm eigentlich heute zukäme. Die Kinder agen nichts. Dann aber spricht die Mutter.

Den Kranz habt chr sehr hübsch gebunden. Und ich habe mich gefreut, daß ihr nicht um die fehlende Kerze gejammert habt. Sie fehlt uns ja wirklick). Aber ich habe etwas anderes besorgt, damit wollen wir die Kerze ersetzen." Mutter beugt sich vor und langt vom Schreibtisch ein buntes Schächtelchen. Sie hebt den Deckel ab, und nun sehen die Kinder wohl ein Dutzend braune kleine Hütchen wie spitze Gnomenmützchen.Das sind Räucherkerzen", sagt Mutter,und heute wollen wir eines Davon an« zünden." Sie nimmt einen Lichthalter, befestigt ihn auf dem Lranz, setzt das ziegelbraune Hütchen dar­auf und zündet es an. Die Kinder sehen stumm und erwartungsvoll zu.

Ein feuriges Pünktchen glüht auf, ein graues Wölkchen steigt spiralig wirbelnd empor. Allmählich vermischt sich ein feiner süßer Duft mit dem Harz- geruch der Tannenzweige.Schön riecht es", erklärt der große Junge.Es riecht feierlich", meint dos Mädel. Und sie betrachten alle den glimmenden Funken zwischen den saftgrünen Zweigen.Man kann sich allerlei dabei denken", sagt die Mutter. Allerlei von der stillen Glut der Geduld, die ruhig die Sonnenwende erwartet, da die gute Zeit begin­nen wird und das Licht täglich heller strahlt. Nur ein kleiner Funke, seht ihr, aber der Dust, den er löst, erfüllt das ganze Zimmer, nicht wahr? Ja, es läßt sich allerlei dabei denken

Still sitzen die vier Menschen beisammen, erfüllt von ihren Gedanken, Wünschen und Glauben. Ruhig glimmt über ihnen das verborgene Licht, und stetig wirbelt der Dust empor, sich langsam durch den ganzen Raum verbreitend. Eva Schauwecker.

In dieser durch den Krieg geschaffenen Notlage hat die Hitler-Jugend in einer außerordentlich be­grüßenswerten, weitgespannten und zentral ge­leiteten Aktton mit oft bewährter Hilfsbereitschaft einqegriffen. Das Wettrüsten für dasSpiel- zeugwerk 1 9 4 2 , der Beitrag der Hiller-Jugend zum Kriegswinterhilfswerk dieses Jahres, ist in vollem Gange. Einem Aufruf des Reichsjugend­führers folgend, haben sich alle Formationen der HI. und des BDM. die Aufgabe gestellt, an Heim­abenden, in Werkscharen und Arbeitsgemeinschaften im friedlichen Wettstreit untereinander schönes, ge­diegenes, geschmacklich einwandfreies Spielzeug aller Art zu basteln, das in erster Linie den Sol- datenkindern auf den Weihnachtstisch gelegt wer­den soll. Darüber hinaus soll aber auch am letzten Sonntag vor Weihnachten auf öffentlichen Weih- nachtsmarkten der Hiller-Jugend selbstgefertigtes Spielzeug von Jungen und Mädeln verkauft wer­den. Damit wird die Spielzeugindustrie entlastet, den Kindern werden manche Wünsche erfüllt wer­den können, auf deren Erfüllung wir sonst schweren Herzens hätten verzichten müssen, und außerdem fließt der gesamte Erlös in die roten Sammel­büchsen des Kriegswinterhilfswerkes. Daß das Er­gebnis allen Erwartungen entspreche, ist das Ziel der emsigen Arbeiten in ungezählten Einheiten der Hitler-Jugend. Daneben haben sich in vielen großen Bettieben Lehrlinge, Anlernlinge und jugendliche Praktikanten für das Spielzeugwerk zur Verfügung gestellt. Sie machen nach Arbeitsschluß freiwillig Üeberftunben, um dem Spielzeugwerk zu helfen, und die Betriebe ihrerseits helfen wiederum bereitwillig und verständnisvoll ihren jungen Leuten, indem sie-----------.. ... .

ihnen das Werkzeug und die nötigen Rohmate- waren abzuliefern. Aber es wird nirgends ge- rialien für die mancherlei Basteleien zur Verfügung schludert, sondern saubere und werkgerechte Arbett stellen; Metall-, Holz- und Sto-ffrefte aller Art aus geleistet, und jedes einzelne Stück wird außerdem, den Abfällen der Fabriken sind für geschickte Hände ehe es durch die NSV. an die Soldatenkinder ver- unb phantasiebegabts junge Menschen, die selber dem teilt oder auf -em Wechnachtsmartt der Hitler-

wertvoller Mitarbeiter an den großen Aufgaben der Gestattung im j3au geworden. Zwar scheide Prof. Kranz jetzt von Gießen, aber er bleibe im Sau, und die Arbeit werde tm Gau geleistet. Durch eine Mitarbeit werde die Umsetzung neuer Pläne zum Wohle Unseres Gaues unif damit auch zum Nutzen der Stadt Gießen in die Tat gelingen.

Der Gauleiter schloß feine eindrucksvolle und mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache mit herzlichen Wünschen für die weitere Aufwärts­entwicklung der Universität und der Stadt Gießen.

Oie Abschiedsgrüße.

Der Prorektor Professor Dr. Rauch dankte eben- älls dem Gauleiter herzlich für fein Kommen zu liejer Feier und bat ihn, sein Wohlwollen weiterhin unserer Universität zu erhalten. Dem scheidenden Rektor brachte Der Redner den herzlichen Dank der Universität für sein verdienstvolles Wirken an ihrer Spitze zum Ausdruck, wobei er besonders die poli­tische Ausrichtung unserer Alma mater und aller ihrer Mitarbeiter im Geiste des Nationalsozialismus durch den scheidenden Rektor und dessen vorbild­liches und begeisterndes Beispiel als eines natto- ncusozialistischen Kämpfers, Wissenschaftlers und Ar­beiters hervorhob. Die Aera Kranz werde in der Geschichte unserer Universität immer an hervor­ragender Stelle verzeichnet bleiben. Nach einem herzlichen Grußwort an den anwesenden früheren Oberbürgermeister und Ehensenator unserer Univer­sität Ritter brachte der Redner dem scheidenden Rektor die herzlichsten Wünsche für seinen weiteren Lebensweg zum Ausdruck.

Bürgermeister Dr. Hill als Vertreter der Stadt­verwaltung und der Gießener Bevölkerung betonte nach herzlichen Dankesworten an Professor Dr. Kranz dessen harmonisches und fruchtbares Zusammenarbei­ten mit der Stadtverwaltung, aus dem sowohl für die Universität als auch für die Stadt reiche Früchte zu beider Wohl hervorgegangen feien. Die innige Verbundenheit zwischen Universität und Stadt sei durch den Rektor Professor Dr. Kranz noch mehr als früher vertieft und damit das starke Band, das beide umschlinge, weiter gefestigt worden. Bürgermeister Dr. Hill teilte sodann mit, daß Stadtverwaltung und Ratsherren beschlossen haben, als Zeichen ihres Dankes und ihrer Anerkennung dem scheidenden Rektor Professor D r. Kranz die Ehren­plack ette der Stadt Gießen zu ver­leihen. Unter lebhaftem Beifall überreichte der Redner dem Rektor die Verleihungsurkunde.

Oberstarzt Dr. med. Strenger überbrachte Pro­fessor Dr. Kranz die Grüße der Kameraden von der Sanitätsabteilung Gießen und gedachte sodann im Auftrage des Wehrkreisarztes der vorbildlichen Mit­arbeit und der großen Verdienste, die sich Professor Kranz als Führer der Studentenkompanie Gießen erworben hat und für die ihm bei dieser Gelegenheit Dank und besondere Anerkennung, verbunden mit herzlichen Wünschen für sein weiteres Leben aus­gesprochen wurden.

Der Dozentenführer Professor Dr.med. Haag rühmte den tatkräftigen nationalsozialistischen Einsatz

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Abschieds-Ehrung für Professor Or. med. Kranz

Verleihung her Ehrenplakelle her Stadt Gießen.

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mit m schieds -Ehrung für den nach Frankfurt a. M. vom tz! berufenen, mit dem 1. Dezember 1942 aus seinem nicichk," hiesigen Amte scheidenden Rektor der Univer- h<2ij siiät Professor D r. med. H. W. Kranz flott. Zu dieser Feier hatten sich mit den Ehrengästen bii Angehörigen der Universität und viele ihrer

^ Großen-Buseck, 28.Nov. Heute begeht die älteste Frau unseres Dorfes, die Witwe Margaretha Wagner, geb. Münch, m kör­perlicher und geistiger Frische chren 8 9. Geburts­tag. Die Hochbetagte nimmt noch regen Anteil am Weltgeschehen. Von chren acht Enkelkindern sind fünf zur Zeit im Feld. Ihren Lebensabend ver­bringt sie bei ihrem ^ohne, Alten-Busecker Weg 1. Dc^r Jubilarin gilt auch unser herzlicher Glückwunsch.

Lichk ist das sicherste Bombenziel! Einwandfreie __ .Verdunkelung gehört zur LujtschutzpstiM

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Freunde und Förderer aus der Gießener Bevölke­rung so zahtteich eingefunden, daß der Saal voll besetzt war.

Se. Magnifizenz der Rektor profeffor Or. med. Kranz

begrüßte zunächst mit besonderer Freude den Gau­leiter, dessen Besuch er als eine erneute Aus­zeichnung für unsere Universität und als eine An­erkennung ihrer Arbeit bezeichnete. Der Rektor gab fpjann in großen Zügen einen Ueberblick über feine Gießener Tätigkeit in den beiden letzten Jahrzehnten, bit ihn vom Volontär zum Rassenpolitiker und Ras- senhygieniker sowie zum Rektor der Universität habe tDtrben lassen. Er ließ bei dieser Rückschau die Jahre bes schweren Ringens und Kämpfens, aber auch die Ztiten der großen Erfolge im Leben unserer Gemein­schaft und in diesem Zusammenhänge in seinem eige­nen Wirken vor dem geistigen Auge der Hörer

lebendig werden. Dem Gauleiter dankte er besonders für das Vertrauen, das er ihm durch die Berufung an die Spitze der Universität bekundet und allezeit shalten habe, ferner für die stete und tatträftige ___Unterstützung feines Wirkens tm Dienste der Uni- !- sch oerfität. Er gedachte weiterhin des starken Schutzes, Wben unsere Universität, wie unser Volk und Land

überhaupt, durch den Führer und jetzt in der Kriegs- Gr. Hs -....... --------

; gleich- e, ®r.41 ».schivM ___ __________y__

SB® b? seinem Wirken am Aus- und Aufbau der Uni- T* oerfität allezeit eifrig mitarbeitenb und fördernd zur Stite gestanden haben, und feine herzlichen Wunsche ZA? wlren der Zukunft, dem Wachsen, Blühen und Ge- -i bvhen unserer Ludoviciana gewidmet, für die er

auch weiterhin immer gern zur Förderung und Mit- '-ittiW bereitstehen werde.

eii Sauleiter Reichsstatthalter Sprenger

8ollshlld UW9 Dei UK|l unucicn viuiivnt». *»* J' Wl wS Mischen und stelle ihn mitten in sein Wirken lM jtipipi hinein.

m BI Während Europa, das eine Festung geworden ndbiiro l|t[ seine Neugestaltung durch den Führer erfahren uqeben. werde, rolle das deutsche Leben ununterbrochen äfümM I »fiter ab und entwickele sich dauernd vorwärts JIOiDn ||nnb aufwärts. Auch das geistige und kulturelle und Wirken unserer Universttäten sei etwas »linderbares. In diesem Zusammenhang hob der Bauleiter hervor, daß die Sicherung unseres aka- J.non Soldaten zum Studium weitgehend gefördert Ad damit die Zukunft der Wissenschaft gewährleistet »erde. Das ganze deutsche Volk gebe eben auf allen Gebieten dem Führer einen wunderbaren Resonanz-