Ausgabe 
28.5.1942
 
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Donnerstag, 28. Mal M2

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Front zu tun habt.

Gez.: Sprenger.

Schlacht mit verkehrter Front

Zchristleitung und Geschäftsstelle: Gießen. Zchulstrahe 7-9

Die Vernichtung der eingeschloffenen Sowjel- armeen südlich Lharkow macht schnelleFortschritte

Wie es in dem Aufruf des Reichswirtschaftsmii nifters Funk heißt, soll die Altkleider- und Spinn- stoffsammlung 1942 vom 1. bis 15. Juni durch die zahlreichen Spender mit dazu beitragen, die deut­sche Kriegswirtschaft arbeitsfähig und schlagkräftig zu erhalten. Die Sommer-Spinnstoffsammlung des vorigen Jahres erbrachte große Mengen Altfpinn- stoffe, aus denen durch Aufreißen wertvolle Roh­stoffe entstanden, die zur wesentlichen Erleichterung der Rohstofflage beitrugen. Wir alle denken noch daran, welche überwältigende Opferbereitschaft das deutsche Volk bei der Wintersachen- und Wollspende im Dezember vorigen Jahres aufbrachte. Nun ist der Heimat die Aufgabe gestellt, erneut Reserven zu mobilisieren. Jede Spende unterstützt mittelbar oder unmittelbar die kämpfende Truppe.

Veranlassung der Sammlung sind die in steigen­dem Maße auftretenden Sonde r.anforderun- gen besonders an Arbeits- und Be­rufskleidung und Wäsche für die ^Rü­st ungsarbei ter, die vielen in den besetzten Gebieten, vornehmlich im Osten tätigen Männer und Frauen, ferner die Landarbeiter und

Stalin rührt sich nicht. Das ist noch immer das Kenn­zeichen der sowjetischen Kriegführung. Er hat die drei Offensivarmeen Timoschenkos in den verhäng­nisvollen Kessel geradezu hineingepreßt. Aber nun kann er ihnen nicht helfen! Der deutsche Wehrmacht­bericht verzeichnet im mittleren und nördlichen Ab­schnitt der Ostfront erfolgreiche Weiterführung eige­ner Angriffsunternehmungen. Von der sowjetischen Kriegführung wird nur gesagt:.Vereinzelte An­griffe des Feindes wurden abgewiesen." Von irgend­einer merklichen Entlastung zugunsten der einge­schlossenen sowjetischen Stoßarmeen keine Spur auf weiter Flur. Inzwischen vollendet sich das Ver­hängnis dieser sowjetischen Elitetruppen südlich von Charkow. Nach dem wütenden Ansturm am 25. Mai

gehend herabmindert. Außerdem wurden den Werf­ten Kredite durch die japanische Industriebauk gewährt, die bereits im vorigen Jahr den Schiffs­werften 136 Millionen Mn zur Verfügung stellte, zu denen in diesem Jahr noch weitere 60 Mill. Zen kommen sollen. Die Belieferung der Werften mit Schrott ist ebenfalls geregelt, und vor allem hat man Maßnahmen getroffen, um die Kluft zwischen den auf das Doppelte gestiegenen Baupreisen und den durch Preiss'top festgelegten- F rächt - raten zu überbrücken. Die mit der Durchführung des Programms betraute Gesellschaft untersteht der direkten Kontrolle der Regierung, was die beste Ge­währ dafür bietet, daß der dringend benötigte Schiffsraum so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt wird.

schen Kriegswirtschaft.

Der Appell an die Spendefreudiigkeit des Volkes richtet sich vor allem an die deutsche Haus­frau. Die deutsche Frau und Mutter soll alle Klei­dungsstücke, die nicht mehr getragen.werden, spen­den, um die Arbeitskraft der Schaffenden in der Heimat und damit die Kampfkraft der Front zu

war die Widerstandskraft des bisher zäh kämpfen­den Feindes bereits am 26. Mai gebrochen. Der Wehrmachtbericht sagt:Chaotische Zustände kenn­zeichnen das Bild der auf engstem Raum zusam­mengedrängten und in mehrere Teilkessel zerschla­genen Verbände." Ein sowjetischer Armeekomman­dant und sein Stabschef haben sich erschossen. Das Trauerspiel geht seinem Ende entgegen.

Die Schlacht von Charkow ist das Musterbeispiel einerSchlacht mit verkehrter Front". Oder besser gesagt: Sie wurde zu einer solchen Schlacht mit ver­kehrtem Front. Denn die ursprüngliche Absicht Timo­schenkos ging auf etwas ganz anderes. Ein Teil seiner Kräfte befand sich im halbbogenförmigen An­griff auf Charkow selbst. Es kann angenommen

Oer Wehrmachtbericht.

DNB. AusdemFührerhauptquartier, 21. INai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Vernichtund der südlich Charkow umschlossenen sowjetischen Armeen macht schnelle Fortschritte. Nach neuen vergeblichen Ausbruchs­versuchen ist die Widerstandskraft des bisher zäh kämpfenden Feindes gebrochen. Chaotische Zustände kennzeichnen das Bild der auf engstem Raum zu­sammengedrängten und in mehrere Teilkessel zer­schlagenen Verbände. Der Oberbefehlshaber der 57. sowjetrussischen Armee, General Podlas, und sein Chef des Stabes haben sich kurz vor ihrer

An der Cismeerfront wurden im Hafen von Murmansk zwei große Handelsschiffe in Brand geworfen.

Bei Fortsetzung der Angriffe auf den feindlichen Geleitzug in den Gewässern zwischen dem Nord­kap und Island wurde durch Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 8000 BRT. ver­senkt, drei weitere wurden in Brand geworfen.

Im Wittelmeer richteten sich wirksame An­griffe gegen Flugplätze auf Malta und im nord- afrikanischen Küstengebiet.

Kampfflugzeuge griffen bei Tage die Hafen­anlagen von Southampton, bei Nacht kriegs­wichtige Einrichtungen an der britischen Süd­westküste an.

vr«ck und Verlag: vrühlsche Univerfitatrdruckerei 8. Lange

<92. Jahrgang Nr. 122 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags

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Gebt für -en Endsieg!

Ein Aufruf des Sauleiters zur Aeichsspinnstoffsammlung.

NSG. Wieder appelliert eine Notwendigkeit zur Sicherung des Endsieges an die Gebefreudigkeit der Bevölkerung. INillionenvonRüftungsarbeitern. Frontarbeitern und Landarbeitern, die heute die Plätze der wehr­fähigen Werktätigen einnehmen, benötigen für ihren Einsatz in der Kriegswirtschaft und dem damit verbundenen Mehrverbrauch an Kleidung die S i ch e r st e l l u n g ihrer Arbeitskleidung. Da sich der Einsatz weiterer Arbeitskräfte für die Herstellung neuer Spinnstoffe von selbst verbietet, gilt es daher, jene Reserven zu mobilisieren, die in den haushalten unbenutzt bleiben, um sie dort einzusehen, wo sie dringend gebraucht werden.

Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau, bedenkt, daß jedes gespendete Kleidungsstück den Einsatz einer Arbeitskraft sichert. Fede ein­gesetzte Arbeitskraft aber stärktdenKümpfwertvonFrontundheimat! Seid daher nicht kleinlich bei der Auswahl Eurer Spenden. Denkt daran, daß sie den Endsieg sichern Helsen, und Ihr wißt, was Ihr mit dem Blick aus die opfernde

Bei Einzelanflügen an die Küsten Norwegens durch

Das neue Raumgefühl.

Das menschliche Denken hat sich von jeher in sehr vielgestaltiger Weise mit den großen Fragen von Sein und Werden, Umwelt und Natur auseinander- geseßt. Die Fähigkeit, solche Begriffe zu erfassen und sich vorzustellen ist nach Rasse, und Erziehung, Lebensform und Kulturhöhe immer verschieden ge­wesen. Auch die Vorstellung von Raum und Zeit ist überaus unterschiedlich, beide Größen erscheinen durchaus als etwas Relatives. Anders sieht ein Kind das Paradies seiner Spiele als der Erwachsene denselben Platz wertet, so wie ja auch der frühen Jugend die Stunden eines einzigen, glücklichen Sonnentages unendlich länger und erfüllter vor­kamen als den Alten der Ablauf von Wochen, Mo­naten und Jahren. Ehe es die Hast unseres Zeit­alters gab, zählte man geruhsam in Stunden und Tagen, wo wir Heutigen kaum inst Sekunden oder Minuten rechnen. Und ehe die Verkehrsmittel der Gegenwart alle Räume und Entfernungen mit Windeseile durchmaßen, waren Länder und Meere unermeßlich größer als wir sie jetzt empfinden. Der Zauber der Weite ist zwar nicht ganz zergangen, aber diese hat das Ungewisse, Endlose, Rätselvolle weitgehend eingebüßt. Räumlich richtig zu denken ist gleichwohl eine schwere Kunst geblieben. Sie fehlt nicht nur häufig dem einzelnen, ist vielmehr auch bei den unterschiedlichen Völkern zu verschiedenen 1 Zeiten im ganzen sehr verschiedenartig ausgeprägt. Als die Grenzen Deutschlands noch enger gezogen waren und das Reich in zahllose, oft winzige Be­standteile zerfiel, dachten die ehrsamen Bürger lne- dermeierlicher Art von wenigen abgesehen, deren Geist auch damals in hohe Sphären schweifte räumlich klein und beschränkt.Wenn drunten wett in der Türkei ..."! Puch der moderne Mttteleuro- päer empfindet für große Räume und Strecken oft­mals noch immer eine gewisse Unsicherheit. Dafür freilich geht sein Schauen meist tiefer als bei Be­wohnern ausgedehnter Großräume: er sieht seine Umwelt genauer, urteilt eingehender. Beides zu einen, den Blick für die großen Zusammenhänge wie für die geringsten Feinheiten eines Landes richtig zu beurteilen, das ist das Ziel geographischer und geopolitischer Erziehung. Der Deutsche an der Schwelle einer neuen Zeit muß sich auch ein neues Raumgefühl zu eigen machen! Im ersten Weltkrieg schon öfneten sich vielen ganz andere Perspektiven von Weite und Entfernung als zu empfinden ihnen bisher gegeben war. Und noch viel gewaltigere Be­griffe mag der zweite Weltkrieg in der Zukunft lehren!

Unser Grotzdeutsches Reich enthält zahllose Land­schaften voll reichster Vielfalt und man hat wahrlich Mühe, die Fülle der geographischen, wirtschaftlichen, stammesmäßigen und kulturellen Eigenarten zu überschauen. Doch ist dieses Deutschland mit seinen zur Zeit 680 000 Quadratkilometern Fläche und über 90 Millionen Einwohnern räumlich nur ein kleiner, wenn auch ungeheuer wichtiger Teil des Erdteils Europa, der insgesamt 10 Millionen Quadratkilo­meter umfaßt. Von diesen 10 Millionen Quadrat­kilometer europäischen Bodens gehörten bisher

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tokio, im Mai 1942.

Bereits Ende Januar konnten Ministerpräsident T o j o und Außenminister Togo vor dem dama­ligen Reichstag den ersten Rechenschaftsbericht über den militärischen und diplomatischen Fortschritt der ostasiatischen Neuordnung ablegen. Die Zuversicht, der Weitblick und der Stolz, der bei der Vorlegung dieser Bilanz aus ihren Worten sprach, haben sich inzwischen nicht als billige Prophetie erwiesen, son­dern sind durch die Tatsachen bestätigt worden. Han­delte es sich damals darum, in großen Zügen die Probleme militärischen, völkischen und wirtschaft­lichen Charakters zu umreißen, die von den neuen ungeheuren Gebieten gestellt wurden, so ist man in­zwischen nicht müßig gewesen, die Lösung dieser Fragen durch tiefgreifende Pläne in Angriff zu nehmen, um den ostasiatischen Großraum unter Ja­pans Führung Wirklichkeit werden zu lassen. Hong­kong, ^Singapur, die Philippinen, Niederlänidisch- Jndion, Malaya und Burma stehen heute unter

zu finden ist, die gespendet werden sollen. Ferner wird auf diesen Merkblättern die nächste Sammel­stelle und der Zeitpunkt der Ablieferung angegeben.

Die Spenden werden von den Volksgenossen bei den Annahmestellen abgegeben. Soweit alte und ge­brechliche oder beruflich verhinderte Volksgenossen nicht selbst ihre Spende abgeben können, werden diese^ durch die HI' abgeholt oder können beim Blockwart verpackt mit Adressenangabe abgegeben werden, der die Weiterleitung besorgt. Jeder Spen­der erhält eine Bescheinigung, in der Name und Anschrift des Spenders, die einzelnen Altkleidungs­stücke nach Stückzahl und die Menge der abgeliefer­ten Altspinnstoffe nach Gewicht eingetragen werden.

Die Altkleider werden über die Wirt­schaftsämter ndch der notwendigen Reinigung und Ausbesserung zur Verteilung gebracht. Die Altspinnstoffe werden von den Annahmestellen an die Altstoffverwertung weitergegeben. Auf dem kürzesten Wege werden alle Spenden der Widerverwertung zugeführt zum Nutzen der deut-

dem militärischen Schutz Japans, Tschungking- China, Indien und Australien sind weitgehend iso­liert und empfinden ihre Ohnmacht, sich dem eher­nen Gang der Geschichte zu entziehen., Der erste Akt des großen Spiels ist in einem grandiosen Tempo und unter ausschließlicher Regie Japans über die Bühne gegangen, vor den notwendigen Entwirrungen und Losungen des zweiten und drit­ten Aktes zittern heute die britischen Zwingherren Indiens ebenso wie Tschiangkaischek und Curtin.

Japan hätte es lieber gesehen wie Tojo in seiner Januar-Rede ausdrücklich betonte, wenn die Lösung der verschiedenen Fragen politi sch- wirtschaftlich und nicht militärisch vor sich ge­gangen wäre. Da Niederländisch-Jndien aber eine militärische Lösung vorzog und Australien sich unter Roosevelts Führung aus eine solche vorbereitet, war die militärische Niederwerfung e in notwe n- diges Vorspiel, der nunmehr die wirtschaft­liche Aufbauarbeit auf dem Fuße folgt. Zwei große Pläne stehen hier im Mitelpunkt des Interesses. Es ist der landwirtschaftliche Zehn- , jahresvlan und der sich über fünf Jahre er- . streckende 'Schiffsbauplan. Der landwirtschaft- , liche Zehnjahresplan für den ostasiaftschen Groß­raum hat als oberstes Ziel, die Ernährung und 1 Selbstversorgung Japans sicherzustellen und so­dann, die einseitige kapitalistische Ausbeutung, wie sie bisher durch England und die Vereinigten Staa- len gehandhabt wurde, zu beseitigen. Japan will also einmal die Erzeugungsfähigkeit des eigenen Bodens bis zur äußersten Grenze steigern, zum anderen aber als gerechter Verteiler und Käufer in dem von ihm beherrschten Raum auftreten, wo­bei es 'sich bewußt von den imperialistischen Wirt­schaftsformen abkehrt. Der Plan sieht hier vor allem eine Intensivierung d e s Reisan­baues vor. Reis, als Grundlage der japanischen Ernährung, ist im Mutterlande nicht ausreichend vorhanden. In Japan selbst soll die Produktion unter Zugrundelegung geftauer Berechnungen von 55 Millionen Koku auf 83 Millionen Koku (1 Koku sind ungefähr 180 Liter) gesteigert werden. Für Formösa, Korea und Mandschukuo ift im Zehn- jahresplan aber gleichzeitig eine Anbausteigerung vorgesehen, wobei man auch an Zucker, Hirse, Sojabohnen usw. gedacht hat, weiter an die Intensivierung der Vieh- und Fischwirt­schaft, während für Formosa auch Plane schwe­ben, die dortige Industrie großzügig auszubauen.

Da es sich bei''den von Japan beherrschten Ge­bieten um einen ungeheuer ausgedehnten Raum handelt, bei dem die Transportfrage eine vorherrschende Rolle spielt, ist im Zehmahresplan vor allem die richtige L e n k un g der P robuf- tion vorgesehen. Aus den Südgebieten soll bei­spielsweise nur eine bestimmte Menge Reis und die Menge an Zucker in Japan eingefuhrt werden, die von der Produktion in Formosa nicht geliefert werden kann. Als Zentrum des Zehnjohres- planes gilt also Japan s e l b st und neben diesem Mandschukuo: Formosa und Korea wer­den von hier aus mit Getreide und Kartoffeln ver­sorgt, die ebenfalls stärker angebaut werden sollen, während Korea dafür wieder die unerläßlichen Sojabohnen liefert. Aus demSudraum selbst sollen nur die am dringendsten benötigten Rohstoffe nach Japan fließen, so daß z. B. auch die leigen Em- schränken auf dem Gebiet von Wolle und Baum­wolle für Japan bestehen bleiben. Der Kerngedanke des Zehnjahresplanes ist die In tenf iot e r u n g der Anbaufläche des r 5

eine Selbstversorgung des S u d r a ums, der nur das an Japan abgibt, was dieses,unbe­dingt braucht. DerStrom aus dem Süden von dem vielleicht mancher Japaner schon geträumt haben mag, wird sich also nicht ^schnellmBe- weauna setzen woraus sich allem schon die weise Haltung und die Darausschau der Manner ergibt, die für diesen Plan verantwortlich zeichnen Japan will nicht ausnutzen und von der Einfuhr auer

Zchn^r--plm. «cht °°r her 8nfl«hr--en setzgeberische Arbeit fern, die das japanische Para­ment in seiner Sondersitzung erledigen nuiß. D e «SW

werden, daß die sowjetischen Angriffe zur Basis den flachen Donezbogen hatten, der östlich Charkow von Belgorod über Woltschansk und Tschugujew bis nach Smijew verläuft. Das Tal der Uba, das sich knapp südlich von Charkow hinzieht, wies eine natürliche Stoßrichtung. Auch die Bahnen wurden, wie aus PK.-Berichten hervorgeht, heftig um- kämpft. So war die Linie von Charkow nach Kraß- nograd ein Hauptziel. Aber der Vorstoß auf Char­kow war, so stark dieses Ziel in dem Tagesbefehl Timoschenkos herausgestellt wurde, nicht die ein­zige Absicht. Während Charkow selbst berannt wurde, wollte Timoschenko im Süden vorbei über die erwähnte Bahn von Charkow über Kraßnograd nach Poltawa freies Gelände gewinnen.

Das Bild der Schlacht war schon drei oder vier Tage nach ihrem Beginn, also am 15. und 16. Mai, höchst eigenartig. Der sowjetische Vorstoß bot also weite Flanken dem Gegenangriff dar. Daß Timo- schenko diese Gefahr zu gering geachtet hat, ist seine Schuld. Er verließ sich auf feine Massen an Men­schen und an Material. Die deutsche Führung hatte auch zunächst kein Interesse daran, ihn aus diesem Irrtum herauszureißen. Am 17. Mai erfolgte der deutsche Gegenstoß aus dem Süden. Sein Umfang läßt sich auf Grund der im Augenblick vorliegenden Meldungen noch nicht mit letzter Präzision um­schreiben. Für die Beurteilung seiner unmittelbaren Ziele genügt es, daß der deutsche Wehrmachtbericht am 22. Mai feststellen konnte:Das Gesetz des Handelns ist nunmehr auf unsere Seite überge­gangen." Aus PK.-Berichten erfahren wir, eine wie starke seelische Erleichterung unseren Soldaten aus dem Einsatz neuer und verbesserter, mit äußerster Genauigkeit arbeitender deutscher Waffen wuchs. Jetzt wandelte sich die Schlacht zur Schlacht mit den verkehrten Fronten. Die ursprünglich nach Westen angesetzten Sowjetarmeen mußten nun nach Osten den rettenden Ausbruch versuchen, und umgekehrt stand die deutsche Einschließungsfront mit Blickrich­tung aus dem Osten nach dem Westen.

Da die Sowjetsnichts zu melden haben", so kommen sie in das heftigste Lügen. Genau so, wie sie vor einigen Tagen behaupteten, sie hätten plan­mäßig die Halbinsel Kertsch geräumt, erzählen sie in ihrem Mitternachtsbericht vom 26. Mai:3m Laufe des 26. Mai haben sich unsere Truppen int Raum von Charkow in eroberten Stellungen be­festigt. Im Raum von Jsjum-Barwenkowo haben unsere Truppen erbitterte Angriffe feindlicher Pan­zer und Infanterie zurückgewiesen." Man kann es auch so sagen! Reuter dagegen bläst ab. Er gibt zu, daß sich die Lage an der Front von Charkow sehr schnell der Krise nähert" und unterstreicht diese Feststellung mit dem nachfolgenden Satz:Die Lage ist unzweifelhaft äußerst kritisch." Einem englischen Beurteiler ist der Geduldsfaden gerissen. Er sagt, die öffentliche Meinung in England habe die Vor­gänge an der Ostfront mit dem Horizont eines Wurmes beurteilt Wir haben für solche Gelegen­heiten das Wort von derFroschperspektive".

Dr. Ha»

Landarbeiterinnen.

Durch den Appell an die Bevölkerung -sollen Alt­kleider aller Art, die in vielen Haushaltungen seit Jahren ungenutzt.in den Schränken hängen, wieder nutzbar werden. Don der Partei werden wiederum,^..... - - -. - . r.

Sammelstellen eingerichtet. Jede Haushaltung sichern. Jetzt hilft jedes Kleidungsstück und jeder Fa- erhält ein Merkblatt, auf dem eine genaue den Spinnstoff mit zum Endsieg.

Aufzählung aller Kleidungsstücke und Altspinnstoffe I

Fundamente der offasialischen Wohlstandssphäre

Von unserem W. B.-Berichterstatter.

15 Millionen Tonnen vorfcch. Von der Regierung wurde der Vorschlag angenommen und unverzüg­lich alles in die Wege geleitet, um die Hauptschwie­rigkeiten zu beseitigen.

NeueW ersten werden gebaut, eine Schiffs- bau-Kontrolloeremigung von der Regierung ge­gründet und die Typen der Schiffe auf zwei beschränkt, was den Vorteil hat, daß jede Werft sich ausschließlich auf einen Typ ein­stellen kann. In Dairen werden beispielsweise Han- oelsdarnpfer von einer Größe von 6000 BRT. auf­gelegt, was die technischen Schwierigkeiten weit-

Gefangennahme erschossen.

Im mittleren und nördlichen Ab- - - - . .

schnittderO st front wurden eigene Angriffs- « n d 51: o nl r eichs verlor der Feind unternehmen erfolgreich weikergefuhrt. vereinzelte 3<igb- unb Flakabwehr vier Flugzeuge. Angriffe des Feindes wurden abgewiesen. | --------