<92. Jahrgang Nr. 98
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Das Echo der Führerrede.
Zn Paris.
Paris, 27. April. (Europapreß.) Die Pariser Presse gibt die Reichstagsrede des Führers in großer Ausführlichkeit wieder. „Der Führer hat England und dem Judentum den Prozeß gemacht, schreibt der „Petit Parisien", während der „Matin" besonders den Saß unterstreicht: „Der bolschewistische Koloß wird von uns solange geschlagen werden, bis er zertrümmert ist." Die Erwähnung der Teilnahme der französischen und belgischen Freiwilligen am Kampfe gegen den Bolschewismus wird unterstrichen. Der „Paris Soir" rechnet in seinem Kommentar mit den „entlarvten" früheren „Freunden" Frankreichs ab. Sollte etwa England die französischen Sympathien beanspruchen dürfen, dessen Ueberkapitalisten sich in widerwärtigen Freundschaftsbeziehungen gegen die bolschewistischen Machthaber überbieten, dessen Erzbischöfe die blutigen Henker Moskaus an ihre Brust drücken? Oder sollten nicht alle Sympathien im Gegenteil denen zusliegen, die auf feiten der heldenmütigen Kämpfer für ein neues Europa die Ostfront verteidigen? Das Blatt erklärt, die französischen Freiwilligen der Legion gegen den Bolschewismus, die der Führer in seiner Reichstagsrede in die Ehrung für die Kämpfer der Ostfront mit einschloß, hätten im voraus diese Fragen beantwortet.
Zn Spanien.
Madrid, 28. April. (Europapreß.) In größter Aufmachung bringt die spanische Presse die Ausführungen Adolf Hitlers. Die-Zeitung „Madrid" weist darauf hin, daß der Führer nur zwei- oder dreimal im Jahre zu seinem Volke spreche, daß aber seine Worte immer wieder einen aufrichtigen Lagebericht und ein unerschütterliches, absolut sicheres Bekenntnis zum Siege darstellen. „Alkazar" unterstreicht den Satz des Führers, daß der Verlust dieses Krieges über Europa die Barbarei bringen würde. Damit habe er denen die Augen geöffnet, die sie vor der großen und furchtbaren Gefahr immer noch geschloffen hätten, der Kampf im Osten sei der ent
scheidende. „Jnformaciones" bringen in Erinnerung, daß Spanien die erste Schlacht in diesem gewaltigen Krieg gewonnen habe und glücklich sei, diese Tatsache von so gerechten und berufenen Lippen wie denen Adolf Hitlers bestätigt zu sehen. Das Lob, das der Führer der Blauen Division Spaniens an der Ostfront zolle, mache die Spanier stolz auf ihre kämpfenden Landsleute. Das Syndikatorgan „Pueblo" betont, Adolf Hitler folge eine ganze Nation in Waffen und im Dienst Europas.
Zn Bulgarien.
Sofia, 27. April. (Europapreß.) Die bulgarische Presse hebt die Entschlossenheit zum Siege hervor. „Prasdnischni Wefti" bemerkt, Deutschland mache sich heute die eigenen und die Erfahrungen anderer Länder aus dem Weltkriege zunutze, um nicht Fehler der Vergangenheit zu begehen. „Dnes" sagt, nach der glänzend bestandenen Prüfung durch den sibirischen Winter sei die deutsche Ostfront Garant des Sieges über das Bolfchewistentum. — „Slowo" unterstreicht, daß der Führer und das deutsche Volk entschlossen seien, den Kampf für die Neuordnung in Europa und in der Welt bis ans Ende durchzuführen. — „Mir" mißt den Vollmachten, die dem Führer zugesprochen wurden, große Bedeutung bei. Die weitere Festigung der inneren Front sei ein Zeichen dafür, daß die Vorbereitungen für die militärischen Operationen der verschiedenen Frontabschnitte bereits abgeschlossen seien.
Zn Schweden.
Stockholm, 27. April. (Europapreß.) Die neuen Vollmachten für Adolf Hitler werden von der schwedischen Presse besonders herausgestellt. „Stockholms Tidningen" betont, Hitler habe rückhaltlos und offen die unerhörten Schwierigkeiten- und Leiden, mit denen dis deutschen Truppen im Osten zu kämpfen hatten, geschildert. Auch „Dagens Nyheter" unterstreicht die rückhaltlose Offenheit, mit der der Führer sprach.
Venezuela wird AGA.-Kolonie.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Der Staatspräsident von Venezuela, Jsaias Medina, hat in einem Rechenschaftsbericht über das verflossene Regierungsjahr zugegeben, daß er die Landung nord amerikanischer „Ausbildungstruppen" auf venezolanischem Boden gestattet habe. Roosevelt hat also einen „neuen" Erfolg in Südamerika zu verzeichnen. Seine Politik gegenüber den mittel- und südamerikanischen Staaten fängt mst der Beteuerung der „guten Nachbarschaft" und dem Versprechen, diesen Staaten alle nur mögliche Hilfe zu leisten, an, sie endet aber stets damit, daß Roosevelt Truppen schickt, Stützpunkte ausbaut und besetzt und das Land wirtschaftlich versklavt, also, unter die Herrschaft des Dollarimperialismus bringt Stets gibt Roosevelt feine Dollarmillionen aus „völlig uneigennützigen" Gründen, stets folgt aber auf den Scheck aus Washington früher oder später der nordamerikanische Soldat, der dann irgend etwas „beschützen" soll. Das war beispielsweise der Fall, als im November 1941 in Washington amtlich bekanntgegeben wurde, daß die USA.°Regierung ein Truppenkontingent nach Holländisch-Guyana schicken werde, um die dortigen Bauxitwerke zu schützen, die für die USA.- Aluminium-Jndustrie von großer Bedeutung seien. Damals bildete dieser erste militärische Angriff Roosevelts auf Südamerika noch die Hauptsensation der gesamten nordamerikanischen Presse, denn dieser Gewaltstreich richtete sich ja unmittelbar gegen die panamerikanischen Beschlüsse, die von einer „Koordinierung" der amerikanischen Verteidigung sprächen. Roosevelt hatte sich damit kraß über alle Absprachen hinweggesetzt und wird sich, wie das Beispiel Venezuela ieigt auch weiter unter Anwendung der schärfsten Druckmittel über alle früher gegebenen Versprechungen Hinwegseßen, um ganz Südamerika zu dem Aegypten der USA. zu machen.
Die nordamerikanische Presse wird diesen neuen Gewaltstreich Roosevelts zwar kaum mehr mit Riesenlettern und als Sensation ankündigen, denn inzwischen haben stch die Vergewaltigungen der süd- amerikanischen Staaten derart gehäuft, daß es sich hier nur noch um ein Glied in einer Kette handelt, mit dem der ganze südamerikanische Kontinent an den Wagen des Dollarimperialismus gefesselt werden soll. Der Vorgang ist dabei stets derselbe und nicht einmal eine Erfindung des jetzigen Präsidenten. Denn auch schon unter Harding und Coolidge herrschte in vielen südamerikanischen Ländern im wahrsten Sinne die Despotie des Dollars, wofür man als Kronzeugen Sumner Welles anführen darf, der schon vor vielen Jahren den Ausspruch tat, die historische Mission der USA. sei, Jbero-Amerika zu einer USA.-Kolonie zu machen, und jedes Mittel fei daher gerechtfertigt, um dieses Ziel in die Wirklichkeit umzusetzen. Sumner Welles, der heutige Nnterstaatssekretär, war damals — vor 1933 — Mitglied der USA.- Botschaft in Mexiko. Was aus M"riko inzwischen geworden ist, hat die Weltöffentlichkeit ja bereits erfahren. Heute sind in Mexiko zahlreiche USA.-- Regimenter stationiert, überall werden strategische Küstenpunkte ausgebaut, um das Anlaufen nord- amerikanischer Kriegsschiffe zu erleichtern und um den Marinetruppen der USA. die Unterbringung zu ermöglichen.
Roostvelt geht dabei nach einem festen Plan vor, wobei sich die Methoden jeweils ändern mögen, aber stets beginnt es damit, daß er südamerikanischen Regierungen Kredite anbietet und ihnen die freund- schafllichsten Beteuerungen macht, wie beispielsweise jetzt wieder Nicaragua, das eine halbe Million Dollnr „für industrielle Zwecke" erhielt. In Zentralamerika hatte man es ja von jeher einfacher, dort
saß die berüchtigte United Fruit Company, die größte Bananen-Gesellschaft der Welt, die nahezu unumschränkt schaltete und waltete. Wer es wagte, sich den Wünschen dieser Gesellschaft nicht zu fügen, verschwand von der Bildfläche, wurde gestürzt oder verbannt, bis schließlich dieses tolle Treiben in der Weltöffentlichkeit Aufsehen erregte und Washington aus Prestigegründen schon dafür sorgen mußte, daß die Methoden etwas zivilisierter und feiner wurden. Passierte doch in Nicaragua der Fall, daß die United Fruit Company einfach einen ihrer Buchhalter, Diaz mit Namen, zum Präsidenten machte und die rechtmäßige Regierung aus dem Lande herauswarf. Das alles geschah schon unter dem Einfluß von Sumner Welles, der also in bezug auf die Behandlung südamerikanischer Staaten die nötige Erfahrung hat. Alle südamerikanischen Staaten, die heute unter der Herrschaft des Dollars stehen, haben jedenfalls die für sie immer betrübliche Erfahrung gemacht, daß der Einfluß Washingtons mit Schmeicheleien — oft auch mit Erpressungen — und mit einem Dollarsegen anfing, aber stets mit der militärischen Besetzung und damit völligen Entrechtung des Landes endete. Bkn.
Vichy protestiert gegen USA.-Truppen auf Neukaledonien.
Berlin, 27. April. (DPB.) In Vichy wurde ein Kommunique zu der Entsendung von USA.-Truppen auf die von dem Verräter de Gaulle an sich gebrachte Inselgruppe Neukaledonien herausgebrachte Inselgruppe Neukadelonien herausgegeben, In ihm heißt es, die Tatsache, daß aufständische Franzosen am 30. September sich Neukaledonien bemächtigt hätten, berechtige die Vereinigten Staaten nicht, dorthin Truppen zu schicken unter dem Vorwand, daß diese an der Verteidigung der Insel teilnehmen sollten. De Gaulle oder seine Vertreter seien nicht berechtigt, im Namen Frankreichs zu sprechen. Die französische Regierung habe den französischen Botschafter in Washington angewiesen, Protest zu erheben. Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich, Admiral Leahy, wurde am Montag vom Staatschef P 6 t a i n und vom Ministerpräsident Laval empfangen.
Neukaledonien zählt rund 60 000 Einwohner auf mehreren Inseln, die zusammen etwa 19 000 qkm umfassen. Die Hauptinsel ist von einem Riff umgeben, durch das schmale Fahrrinnen zu vielen guten Häfen führen. Der wichtigste ist die Hauptstadt N u m e a (12 000 Einwohner). Die Küsten sind felsig und das Innere ein bis zu 1700 m ansteigendes Kettengebirge, das wertvolle Nickel-, Kobalt-, Chrorn- und Eisenerzlager enthält..Daneben sind Kokosnüsse, Tabak und Kaffee die wichtigsten Ausfuhrwaren. Neukaledonien wurde 1774 von dem englischen Forschungsreisenden Cook entdeckt, ist jedoch seit 1853 französische Sträflingskolonie. Es hat Kabelverbindung mit Queensland und wurde von Roosevelt unter dem Vorwand besetzt, daß es feiner Lage im Zentrum des Jnselbogens vor der Ostküste des australischen Kontinents nach japanischen Angriffen auf Australien als Stützpunkt dienen könnte.
Wieder 17 Briten an der französischen Küste abg^schoffen.
B e r l i n . 27. April. (DltB.) Montag mittag versuchten stärkere britische Jagdverbände sich der nordwe st französischen Küste zu nähern. Sie wurden jedoch noch vor der Küste von Jägern gestellt. In Hesligen Lustkämpfen brachten die deut
schen Me-109- und Fokke-Wulff-Jäger sechs 5pif- fires zum Absturz. Eine weitere Spitfire wurde von der Flakartillerie abgeschossen. Auch am Nachmittag kam es zu Luftkämpfen, als einige britische Bombenflugzeuge in Begleitung zahlreicher Jäger sich der Küste näherten. Dabei wurden neun weitere britische Flugzeuge abgeschossen, darunter ein Bombenflugzeug vom Muster Boston. Eine weitere Boston fiel dem Feuer der Flakartillerie zum Opfer und stürzte brennend ab. Es kam nur zu vereinzelten Bombenabwürfen, die unwesentlichen Schaden anrichteten. Nur ein deutsches Flugzeug kehrte nicht zurück.
Oer Wehrmachiberichi.
DNB. Ausdem Führerhauptquartier, 27. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
An der Ostfront eigene örtliche Angriffs- und Sloßtruppunleruehmen. Mehrere Angriffe und Vorstöße des Feindes wurden abgeschlagen.
In Lappland wiesen deutsche und finnische Truppen weitere Angriffe der Sowjets in harten Abwehrkämpfen ab. Der Feind erlitt schwere blutige Verluste. Mehrere Panzer wurden vernichtet.
Im Raum von Murmansk vernichteten deutsche Jagdflugzeuge in Luftkämpfen neun feindliche Jäger ohne eigene Verluste.
In Nordafrika lebhafte Aufklärungstätigkeit.
Die Luftangriffe auf die Insel Malta wurden mit starken Kräften und guter Wirkung fortgesetzt Leichte Kampfflugzeuge erzielten bei Tag Volltreffer in Kasernen und in einer Fabrikanlage in Südostengland. Im Seegebiet von Island wurde ein Vorpostenboot versenkt.
Stärkere Kampssliegerverbände setzten in der letzten Nacht die Vergeltungsangriffe gegen England fort Bei guter Sicht wurde die Stadt Bath mit starker Wirkung bombardiert.
Britische Bomber wiederholten in der Nacht zum 27. April ihre Terrorangriffe auf Wohnviertel der Stadt Rostock. Die Zivilbevölkerung erlitt weitere Verluste. Nach bisherigen Meldungen wurden zwei feindliche Bomber abgeschossen.
Gehorchen und Handeln.
Geschichlliche Entscheidungen sind ohne Eingriff in alte Rechte und Gepflogenheiten undenkbar. Denn jede grundsätzliche Entjcheidung hebt Gegebenes auf und führt Neues zum Ziel. Das ist im Alltagsleben des einzelnen genau so wie im Leben der Völker. Bei der Entwicklung zu dem Neuen muß da und dort zugepackt und deutlich geredet werden. Denn nicht alle, die in diese entscheidenden Entwicklungen einbezogen sind, sind wachen Geistes und tatbereiten Willens. Sie müssen angestoßen, sie müssen zurecht« gewiesen werden.
Jeder Krieg berührt die Lebensgewohnheiten der Völker und innerhalb dieser die einzelnen Menschen. Deutschland hat den heut'gen Krieg weder gewollt noch den Anlaß dazu gegeben. Es ist ihm aber auch nicht ausgewichen, weil die Führung Deutschlands feit langem erkannt hatte, daß das heutige Europa, gestaltet und bevormundet durch eine überlebte Welt plutokratisch-jüdisch-bolschewistischer Machthaber, einer Neuorientierung und Neuorganisierung zwangsläufig zustrebt. Denn gerade die Nachwirkungen und Erfahrungen des ersten Weltkrieges deuteten auf eine Entscheidung so oder so hin.
Als der Führer in feiner Rede vom 26. April ein« leitend noch einmal die volitischen, vor allem macht- politischen Zusammenhänge des euroväischen Le- bensraums im Rahmen der weltherrschenden Bestrebungen der bisher führenden Mächte umriß. aab es dem deutschen Volk wie dem Ausland die Möglichkeit, sich die Verhältnisse ins Gedächtnis zurückzurufen, die diesen Krieg auslösten. Die Schuld dieses Krieges liegt weniger bei den Völkern, sondern bei jenen international verfilzten Machtkliquen plu- tokratisch-jüdisch-bolschewistischer Prägung, die int Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte sich die Welt und damit die Völker untertan machten.
Der erste Weltkrieg war von diesem volitischen Verbrechertum erzwungen worden, nm ihre Weltherrschaft vollkommen zu gestalten. Wenn sie dieses Ziel nicht erre'chten, so einmal durch die Zügellosigkeit ihrer Diktatforderungen, zum anderen durch die Unfähigkeit, ihre materiellen Interessen mit ihren politischen Zielen in Einklana zu bringen und schließlich — und das zeigt sich durch diesen Krieg — weil in einzelnen Völkern der Grund ihrer Unfreiheit, ihres Unftiedens und ihres nationalen Unglücks erkannt und der Zukunfts- und Lebenswille stärker war, als ihre Peiniger vermutet hatten.
Heldenfeier am Aasukuni-Gchrern.
Von unserem Dr. Abs.-Korrespondenten.
Tokio, Aprll 1942.
Der Pasukuni-Schrein in Tokio ist das Heiligtum der für die Größe des japanischen Reiches gefallenen Soldaten. Er wurde nach der Restauration der kaiserlichen Macht von Kaiser Meiji für die Seelen derjenigen gestiftet, die ihre Treue für den Tenno in den inneren Kämpfen der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts mit dem Tode besiegelten, aber auch die Seelen derjenigen, die in den Kriegen des japanischen Reiches gefallen sind, finden nach der in Japan herrschenden Auffassung hier chre Heimat.
Alljährlich im Frühjahr feiert das japanische Volk das feierliche Shinto-Rituat am Hasukuni- Schrein; es erweist den Seelen der Gefallenen göttliche Ehren. Die Angehörigen der Gefallenen, die aus allen Gauen des japanischen Reiches als Gäste des Staates nach Tokio kommen, um in gemeinschaftlicher Feier sich im Geiste mit ihren gefallenen Männern, Vätern und Söhnen oder Brüdern zu vereinen, treffen sich an diesem Schrein. „Am Pasu- kuni-Schrein sehen wir uns wieder!" ist der Abschiedsgruß des japanischen Soldaten an seine Angehörigen, ehe er ins Feld geht, ein echter Ausdruck der Hingabe und Todesverachtung, mit der Japans junge Mannschaft für den Tenno und Japans Größe — zwei für den Japaner untrennbare Begriffe — in den Kampf zieht.
Durch den großen Ostasienkrieg erhält die mehrtägige Feier in diesem Jahr eine besondere Weihe. Zwar sind die Helden, denen dieses Jahr göttliche Ehren erwiesen werden, noch Gefallene aus dem China-Feldzug und den Kämpfen gegen die Sowjettruppen bet Nomonhan im Jahre 1939, aber der Eintritt Japans in den Krieg gegen England und USA. an der Seite Deutschlands und Italiens hat den Japanern jenen Kampf nähergebracht, als es einst, da er geführt wurde, der Fall war.
Die Eröffnungsfeier begann auch diesmal wie in jedem Jahr in den Abendstunden. Im Abendwind flackernde Feuer in eisernen Körben beleuchten weite Vorhöfe des Tempelschreins, wo sich 30 000 Angehörige der Gefallenen versammelt haben: Männer, Frauen, Greise, alte Mütterchen und Kinder, die Kleinsten im Tragtuch auf dem Rücken ihrer Mütter. Die meisten sind in Landestracht, die Frauen in ihren schönsten Festkimonos, die Männer in dunklen Seidengewändern. Unter den Klängen der Pasu- kuni-Hymne schreitet der Oberste Priester des Schreins auf die Tore des inneren Heiligtums zu und öffnet es nach kurzem, stillen Gebet. Wie durch einen Zauber erloschen die Feuer, und es liegt Stille über dem weiten Tempelqrund. Dann intoniert eine Marinekapelle den Totenmarsch der japanischen Wehrmacht, den man etwa mit dem Lied vom guten Kameraden vergleichen könnte. Durch den Tempelhof schreiten zehn weißgekleidete Priester, die wie einen gewaltigen schwarzen Sarkophag die heilige Lade tragen, welche die Namentäfelchen ber, 15 017 Gefallenen enthält, welche heute nach japanischer Auffassung in die Göttlichkeit eingehen.
Die Menge verneigt sich tief. Hie und da hört man eine Frau oder einen alten Vater schluchzen, aber den Schmerz überwiegen Freude und Stolz, eine Freude, die dem Ausländer vielleicht am besten verständlich wird aus der Bemerkung einer japanischen Zeitung, daß die Kinder der Gefallenen „glücklich waren, ihre Väter, welche sie seit deren Auszug in den Krieg nicht mehr gesehen hatten, jetzt hier wiederzutreffen". So eng ist für den Japaner die
Verbindung zwischen dem Jenseits und seinem alltäglichen Leben.
Dies geht auch daraus hervor, daß die fünf läge der Aasukuni-Feier für die Hinterbliebenen nicht den Charakter einer Trauerfeier, sondern eines Freudenfestes tragen. Die Tempelgründe des Pasu- kuni-Schreins sind in diesen Tagen von früh bis spät der Tummelplatz dicht gedrängter Menschenmassen, welche die dort ausgestellten Kriegstrophäen - bewundern und sich vor dem mit großem Realismus gemalten, viele Meter langen Kriegspanorama stauen, auf dem die Kämpfe in China und bei Nomonhan und auch die Höhepunkte des gegenwärtigen Krieges, der Angriff auf Pearl Harbour und die Eroberung von Singapur dargestellt sind. Und überall in den Straßen Tokios, in den Gaststätten wimmelt es von den Pasukuni-Pilgem, die die Wunder der Hauptstadt bestaunen.
Es gibt für den Japaner, wie die „Japan Times" es ausdrückt, kein höheres Glück, als für den Tenno und Japans Größe zp sterben, und es sind Fälle bekannt, wo Kinder, die von ihren Schulkameraden von dem Zusammentreffen mit ihren gefallenen Vätern am Pasukuni-Schrein hörten, nach Hause tarnen und zu ihrem Vater sagten, er möge doch auch in den Krieg ziehen, damit sie ihn bann auch bald am Pasukuni-Schrein als gefallenen Helden wiedertreffen könnten.
Java feiert den Geburtstag des Tenno.
Tokio, 27. Aprll. (Europapreß.) Der Geburtstag des Tenno am Mittwoch ift Gegenstand großes Feierlichkeiten in ganz Java, sie haben bereits an Montag begonnen. Das Leitmotiv dieses Festes ist die Betonung der engen Verbundenheit Javas mit Japan, aus diesem Grunde wurde auch der Termin der Wiedereröffnung der Schulen mit einem nach japanischen Gesichtspunkten abgeänderten Lehrplan sowie die Ernennung zahlreicher eingeborener Staatsbeamten durch die japanische Militärbehörde auf den 29. April festgesetzt. Die Hauptstadt Javas, Batavia, zeigt ein festliches Bild. Zahlreiche Triumphbogen sind ausgestellt. Ueberall wehen japanische Sonnenbanner. Zehntausend Kinder zogen am Montag mit japanischen Flaggen durch die Stadt. Am Mittwoch soll eine Parade jepanischer Flieger in erbeuteten feindlichen Flugzeugen über Batavia ourchgeführt werden, während am gleichen Tage in Bandoeng die im ganzen Lande gesammelten holländischen Flaggen öffentlich v-e r b r a n n t werden. Javanische Tempeltänze ,L>ankbarkeits- bazare" zu Gunsten der japanischen Truppen sowie ein Fackelzug der Chinesen mit Drachen und Laternen sind weitere Teile des Festprogrammes.
Parade -er japanischen Luftwaffe.
Tokio, 27. April. (Europapreß.) Ein eindrucksvolles Bild von der Stärke der japanischen Luftmacht erhielten die Einwohner Tokios am Montagmorgen. 500 Flugzeuge des Heeres überflogen den Pasukuni-Schrein in Tokio, um diesem Ehrenmal gefallener Soldaten ihre Ehrenbezeugung zu erweisen. Unter den Flugzeugen sah man Formationen des neuesten japanischen Jagdflugzeug« typs „Haybusa" (d.h. Falke).


