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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für DberWen)

Nr. 148 Zweites Via«

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jein en Präludien hätten zweifellos noch mehr an Eindrucksfähigkeit gewonnen, wenn sie das bewegte Figurenwerk, feiner organischen Struktur entspre­chend, noch schärfer gegliedert hätte. Dos einge- ichaltete ChoraloorspielIch ruf zu dir, Gott" ge­staltete sie ganz im Sinne der Möglichkeiten des neuzeitlichen Klavierspiels mit reichlichem Pedalge­brauch.

Unter den drei letzten Klaviersonaten Schuberts hat die im September 1828 (also wenige Wochen vor seinem Tode) vollendete in B-dur sich besondere Freunde gewonnen. Das klang­selige Haupttherna wie auch der Seitengedanke im Kopfsatz waren durch Gisela Sott musikalisch erfaßt, jedoch nicht mit den von Schubert geforderten dynamischen Werten zum Dortrag gebracht. Meist gab sie an Stelle des Pianissimo schon ein Mezzo- forte und beraubte sich dadurch der Möglichkeit aus­

ladender Steigerungen. Im Andante ließ sie die feinen Klangwirkungen des Instrumentes zum Hörer sprechen, besonders zum Schluß hin, wo sich die Cis-moll-Sphäre zum Dur auflichtet. Das Scherzo allegro vivace con delicatezza nahm sie, entgegen dem Original, mit zu schwerem Anschlag.

Im dritten Teil der Vortragsfolge ließ die Pia­nistin erkennen, wie weit sie sich mit Chopin aus­einandergesetzt hat. Das Nocturno in Des-dur spannte sie in breiter Kantilene aus, herb in der Er­fassung. Das Aufwallen war stürmend, drängend, die Läufe rollend, perlend, wenn auch etwas schwer angesetzt. Die gleiche Einstellung zu Chopin ließ auch die Sonate in h-moll (op. 58) erken­nen, mit ihrem energischen vollgriffigen Kopfthema und ihren empfindungsreichen Entwicklungen. Das Passagenspiel im Scherzo war sprühend, im Trio verhaltenes Nachgeben. Im Largo ein Strömen in Gefühlsbreite: im Finale kam Gisela Sott die Kraft ihres Anschlages besonders zustatten, zumal aber in der grandiosen Koda. Dem herzlichen Beifall dankte sie mit Schumanns Bis-dur-Romanze.

Dr. Hermann Hering.

Lebensmittelsendungen, die über die Reichsbahn von Geschäft zu Geschäft oder von Privaten zu Privaten geleitet werden. Schier unerschöpflich ist das Sach­verzeichnis der beförderten Güter, die gleichfalls auf ihrem Wege aus oder nach der Ferne hier durchpassieren. Sogar lebende Tiere sind in diesen Gepäckhallen keine Seltenheit: zwar handelt es sich dabei nicht um Großvieh oder Raubwild, wie mir es etwa im Zirkus sehen, sondern um Vertreter der Kleintierwelt, wie etwa Kaninchen, Kücken, Hühner, Enten, Gänse, junge Hunde usw. So kann man denn auch häufig von den großen Stapeln von Kisten und Kasten und Bündeln die unbekümmerten Laute der Kleintierwelt vernehmen, die manchmal ein recht lieblichesKonzert" ihrer Stimmen er­tönen lassen. Aber alles, was hier zur Beförderung aufgeliefert wird, erfährt die sorgfältigste Behand­lung und die schnellste Weiterleitung, damit fein Reststapel von Gütern für den nächsten Tag als Ballast aufkommt, sondern die Empfänger so schnell wie möglich in den Besitz der Sendungen gelangen. Diesem Zwecke dient die sorgfältige Organisation des Beförderungsapparats und aller in ihm wir­kenden Arbeitskräfte. Dabei gibt es tagaus und tagein ununterbrochen stramm zu tun, und in den wenigen Minuten des Verladens der Sendungen in die nur kurz haltenden D-Züge oder Personen­züge müssen die Männer des Gepäckabfertigungs­dienstes häufig sogar bis an die äußerste Grenze ihrer Kräfte wendig und zielbewußt schaffen, damit alle Sendungen mit den vorgesehenen Zügen mit­kommen und auf dem schnellsten Wege in den Besitz der Empfänger gelangen.*

Der Versand von Expreßgut hat sich in den letzten Jahren bei der Reichsbahn außerordentlich ver­mehrt. Die erste Behandlung erfährt die Expreß-

Im Dienst am Kunden, den sich die Deutsche Reichsbahn auf allen Gebieten ihres Betrie­bes besonders angelegen fein läßt, steht neben dem Personenverkehr die Beförderung von Expreßgut und Personengepäck mit an her­vorragender Stelle. Zwar nimmt vom Standpunkt der Ertragswirtschaft der Reichs­bahn aus betrachtet der Güterverkehr im Reichsbahndienst unbestritten den ersten Platz ein, dennoch aber steht für die Bevölkerung der Personenverkehr mit dem Expreßgut- und Gepäckdiqnst im Vordergründe. Von diesem Dienstzweig der Reichsbahn, wie er sich auf dem Gießener Bahnhof abwickelt, sei hier im Anschluß an einen Besuch in den Gepäck­hallen in großen Zügen berichtet.

achten betrug 23. Strafanzeigen wurden bei 70 Proben erstattet, Verwarnungen und Aufklärungen erfolgten bei 206 Proben.

Der Bericht schildert sodann im einzelnen die Gründe der Beanstandungen bei den untersuchten Proben und macht dabei klar erkennbar, daß seitens des Amtes die Ueberwachung unserer Lebens- und Genußmittel sowie Gebrauchsgegenstände mit aller anerkennenswerten Sorgfalt und Genauigkeit durch­geführt wird.

Gießen-Klein-Linden.

Das Sommerschwimmbad im Vorort Klein-Lin­den wurde am Donnerstagnachmittag eröffnet. Als Bademeister wurden die beiden Oberschüler Hans K i r ft c i n (Gießen) und Friedel Rinn von hier verpflichtet. Dank dem Einsatz der jungen Leute, die beide im Besitz des Grundscheins der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft sind, war di» Eröffnung möglich geworden.

Schwerer VertrauenSmihbrauch.

Lpd. Darmstadt, 26. Juni. Der 49jährige Kriegshilfsarbeiter Bernhard Friedrich S e i b aus Darmstadt hat von Oktober 1941 bis Mai 1942 unter Ausnutzung feiner Dertrauenstättgkeit bei einem Ernährungsamt von dem 3um Einstampfen aussortierten Reise- und Urlauberlebensmittelkar­ten größere Mengen entwendet und teilweise für sich verbraucht. Außer der nicht mehr festzustellen­den Menge bereits umgesetzter Bezugsberechtigun­gen tonnten Kartendiebstähle für etwa 16 kg Le­bensrnittel nachgewiesen werden. Ungeachtet bis­heriger Straflosigkeit wurde im Hinblick auf die Schwere der Straftaten von dem Sondergericht Darmstadt wegen dieses Kriegsw'rrtschaftsverbre- chens auf ein Jahr und sechs Monate Zuchthaus erkannt.

Verdunkelungszeit:

27. Juni von 22.49 bis 4.31 Uhr»

28. Juni von 22.49 dis 4.31 UhH

Das Hessische Chemische Untersuchungsamt in Gießen hat auch im Jahre 1942 eine außerordent­lich rege Tätigkeit entfaltet. Dem Jahresbericht des 2lmtes entnehmen wir u. a. folgendes:

Die Tätigkeit des Chemischen Untersuchungsamtes erstreckte sich auf die amtliche Lebensmittelkontrolle in den Städten Gießen, Friedberg und Bad-Nau- heim sowie in den Landkreisen Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, ferner auf Un­tersuchungen für Behörden und Private. Im Be­richtsjahr 1941 wurden 3448 Untersuchungen aus- geführt, von denen 3232 auf Lebens- und Genuß- inittel und Gebrauchsgegenstände entfielen und 375 Beanstandungen ergaben; 190 Untersuchungen waren hygienischer, physiologisch-chemischer und ge­richtlicher Art, 26 Untersuchungen hatten technischen Charakter.

Bei den Nahrungs- und Genußmitteln und Ge­brauchsgegenständen verteilten sich die untersuchten Proben und die Zahl der Beanstandungen wie folgt: Mehle, Back- und Teigwaren 165 untersuchte Pro­ben (41 Beanstandungen), Konditoreiwaren, Frucht­säfte, Obst und Obstkonserven, Limonaden, Speise­eis 137 (87), Zucker, Sirup, Honig 2 (), Wurst, Fleischwaren, Fische, Eier 177 (27), Milch und Milchkonserven 1711 (109), Butter und Käse 246 (17), Margarine und sonstige Fette und Oele 27 (3), Wein und Obstwein 14 (7), Bier und Brannt­wein 36 (8), Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade 7 (), Wasser und Mineralwasser 559 (41), Essig, Gewürze, Spezereien, Tabak 147 (35), Gebrauchs­gegenstände 4 ().

Von den 190 hygienischen, physiologisch-chemi­schen und gerichtlichen Untersuchungen waren u. a. 108 Untersuchungen von Blut auf Alkohol, 20 Un­tersuchungen von Flußwasser, 15 Untersuchungen tierischer Organe auf Gifte, 10 Untersuchungen von Badewasser. Daneben waren noch, wie oben er­wähnt, 26 technische Untersuchungen vorzunehmen. Außer den Untersuchungen wurden zahlreiche Be­sichtigungen von Geschäften, Betrieben und Märk­ten vorgenommen. Die Zahl der größeren Gut-

ini 1890°

Lebensmittel unter Kontrolle.

Prüfung der Warenproben durch das Chemische Llntersuchungsamt.

_. ist eine funterbunte Mischung von Gütern, die Tag für Tag und auch häufig noch während der Nachtstunden zur Beförderung an den Schaltern der Gebäck- und Expreßgut-Abfertigung unseres Gie­ßener Bahnhofs aufgegeben wird. Im Sommer nehmen die Obst- und Gemüselendungen sowohl beim Versand, als auch beim Empfang einen breiten Raum ein; daneben stehen noch mancherlei andere

Marburger Straße 117. i/v.. Schwerbeschädigter des Weltkrieges und ah> tfri ' Hofsgärtner und Leiter seines Gartenbaubetriebes in weiteren Kreisen bekannt. Dem Subeipaar bruv gen auch wir unseren herzlichen Glückwunsch dar.

Gießener Konzertring

Klavier-Konzert Gisela Gott.

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Amtsgericht Gießen.

Die E. H. aus K., zuletzt ohne festen Wohnsitz, hatte sich wegen falscher Anschuldigung und Be­trugs zu verantworten. Sie machte bei der Kr nalpvlizei Anzeige, ein unbekannter Mann habe ihren Koffer mit Inhalt unterschlagen. Sn Wirklich^ feit hatte sie niemals einem Mann einen Koffer übergeben.-Auf Grund ihrer Angaben über den In­halt bes Koffers wurde ihr eine ^schemigung au gestellt, daß sie Anzeige gegen Unbekannt weg- Unterschlagung eines Koffers mtt Bekleldungsstucke, Lebensmitteln und Geld erstattet habE. l dieser Bescheinigung erhielt sie m der Zuflucht vv dach und Verpflegung. Die Angeklagte des Antt^?trtt^^w?ech"^ einer gt^^ÄrÄ0 wirkte" d:e Mswerschuldete Notlage, straferschwerend dagegen die Vorstrafe.

Wenn wir den führenden Größen unter den aus­übenden Musikern auf dem Konzertpodium begeg­nen, so ist angesichts der zwingenden Macht des augenblicklichen Eindrucks nur selten den Hörern bewußt, wie der Weg verlief, der zu dieser Höhe führte. Denn selbst die genialste Veranlagung wäre nicht allein imstande, das Erreichen des hohen Gipfels zu gewährleisten. Auch nicht der bedeutendste Meister als Lehrer böte die Sicherheit dafür: er fapn dem Sich-Entwickelnden die Richtung weifen, ihn an feinem Vorbild emporziehen und ihm un­endlich viel von feiner künstlerischen und mensch­lichen Erfahrung mitgeben.

Würde nun der junge Werdende, aus der leiten­den Hand entlassen, gleich als ein Vollkommener erscheinen (ein sehr seltener Fall), so ergäbe sich dennoch die Frage, wie weit Eigenes, wie weit Angenommenes mitschwingt. Im Regelfälle aber wird erst dann die persönliche Verarbeitung der empfangenen Anregungen einzusetzen haben, Welt­anschauung, persönliche Erfahrung müssen selbst die sachliche und fachliche Einstellung des Heranreifen- den klären,, bereichern und festigen, und erst nach geraumer Zeit wird er als ein Eigener, Jn-sich- Geschlossener dastehen. Das werden wir alle zu be­obachten haben, wenn wir künstlerischem Nachwuchs geaenüberftehen. Denn der Schritt an die Öffent­lichkeit ist nicht immer leicht, das würden uns viele unserer Künstler bezeugen; mag dem einen der

Aus Oer Stadl Gießen.

Gang durchs Korn.

Ich gehe auf einem schmalen Pfad, der zwei Kornfelder voneinander trennt. Leichter Wind spielt mit den Aehren, die noch kerzengerade und hoch­gereckt stehen, noch nicht von der Fülle der reifen­den Frucht gebückt. Diese Hellen Iunitage mit den kleinen Segelwölkchen am blauen Himmel offen­baren eines der tiefsten Geheimnisse der Natur: die Aehren haben sich aus den Röhrenschäften ihrer Stengel herausgereckt, wie lilafarbener Samt liegt es über den zarten Rispen, während sich schon da und dort der matte gelbe Schimmer der beginnen­den Reife einmischt. Die gelben Staubgefäße um- zittern die Aehre wie winzigkleine Glöckchen das Korn blüht. Wenn ein sanfter Windstoß darüber streicht, im ruhigen, klaren Rhythmus einer die Saat streuenden Hand, öffnen sich in diesem sanften Wellenspiel die Blütengefäße, und eine gelbe, frucht­bare Wolke zieht übers Feld. Die Natur hält den Atem an in dieser Zeit der Erfüllung. Neben der blauen Kornblume - wird eines Tages das getönte Altrot des' Mohns schimmern. Von Tag zu Tag nimmt das geheimnisvolle Lispeln der Aehren zu, sie nicken einander schwerer und bedächtiger zu: es wird bald neues Brot geben! Es ist die Zeit, in der der Bauer dankbar über sein Feld schaut und ein stummes Gebet zum Allmächtigen schickt, daß er dem Acker auch in den kommenden Wochen seinen Segen spende.

Als ich den schmalen Pfad, zu dessen beiden Sei­ten die Halme im Abendwind auf und nieder wog­ten, zurückging, traf ich eine Bäuerin mit einem Sträußchen Kornblumen und einer Aehre blühen­den Roggens darin. Ich war etwas verwundert, da es ja sonst nicht die Art des bäuerlichen Menschen ist, einen Halm mit leichtfertigen Händen zu knicken. Auf meine Frage erzählte die Bäuerin, daß ihr Jüngster im Osten stehe. Sie wolle ihm von dem Acker, den er selber bestellt hatte, eine blühende Aehre mit dem nächsten Päckchen schicken, damit er draußen sehen könne, wie gut die Frucht aüfsei­nem" Acker stehe. Er würde sich sehr darüber freuen, meinte die Bäuerin, und sie schaute über die blühenden Felder in die Weite. Vielleicht sah sie über den zarten Wolken des Blütenstaubes eine andere Staubwolke in der Ferne aufsteigen, über marschierenden Soldaten, mit ihrem jüngsten dar­unter ...

Das Korn blüht. Der herbwürzige Ruch des Heues zieht übers Land. Das Jahr wächst in seine Hoch"-Zeit hinein. Und alle Hände schaffen und werken, um eine reiche Ernte zu erlangen. A. Sch.

des Personengepäcks ist in den (Arundzügen die gleiche wie die des Expreßgutes, nur ist beim Ge­päck das Schreibwerk einfacher, weil hier auf dem von der Absertcgungsftelle auszustellenden Gepäck­schein alles vermerkt wird, die Vorprüfstelle nicht in Tätigkeit zu treten braucht und dieses Gepäck von den Reisenden in der Regel auch selbst an der Ge­päckausgabe abgeholt wird, also nicht durch den Bahnspediteur zugestellt werden muß.

Neben der Absendung von Expreßgut und Ge­päckstücken spielt der Empfang solcher Sendungen, nicht minder deren Umladung von Zügen aus ver­schiedenen Richtungen zu anderen Zügen, d. h. oft über mehrere Bahnsteige hinweg, bei der Arbeit dieser Dienststelle eine große Rolle. Auch hierbei sind gute verkehrsgeographische Kenntnisse des Per­sonals sehr notwendig, damit die Sendungen von einem Zug zum anderen schnell auf den richtigen Weg gebracht werden können: die Nichtpunktzettel erleichtern zwar die Sortierarbeit, aber sie können die Kenntnisse und Erfahrungen der schaffenden Menschen nicht entbehrlich machen. Das wird be­sonders deutlich, wenn man als Beobachter in den Lagerhallen die Männer bei der Arbeit sieht oder dem Verladebetrieb an den Zügen beiwohnt.

Die Expreßgut- und Gepäckabfertigung unseres Bahnhofs ist Tag und Nacht ununterbrochen ge­öffnet. Die Umladung der zu behandelnden Sen­dungen nimmt den weitaus größten Teil der Ar­beit, nämlich über 80 0. H., in Anspruch. Bei dem Beförderungsgut handelt es sich um Sendungen in allen Größen und in den verschiedensten Gewichts­mengen, vielfach um leicht verderbliche Sachen, wie Obst und Gemüse und andere Lebensrnittel, die mit Vorrang befördert werden müssen. Daneben ist aber auch darauf zu sehen, daß alle übrigen Expreß­sendungen mit den nächsten Zügen, über weite Ent­fernungen also mit den D-Zügen, mitgehen. Zur raschen und glatten Bewältigung des Expreßgut- und Gepäckdienstes verkehren in Spitzenverkehrs­zeiten noch bestimmte planmäßige Expreßgutzüge mit beschleunigter Fahrzeit, um «feie Packwagen in den großen Reisezügen nach Möglichkeit zu ent­lasten. .

Für den Versand von Expreßgut ist es im Inter­esse der Absender und der Empfänger besonders ratsam, die Sendungen stets gut und mit festem Packmaterial zu versehen, damit das Versandgut schon vom Absender aus nach bester Möglichkeit vor Beschädigungen bewahrt bleibt. Und nicht zuletzt ist genaue und deutliche Beschriftung der Sendun­gen,' wie die sorgfältige Ausfüllung der Begleit­papiere dringend erforderlich, damit die Pakete, Kisten und Kästen usw. keine Verzögerung erleiden oder möglicherweise irgendwohin in die Irre ge­raten. Ebenso ist es sehr zu empfehlen, in jede Sendung einen Zettel mit genauer Angabe des Empfängers und des Absenders hineinzulegen, so daß bei etwaigen Beschädigungen der Verpackung jederzeit die Bestimmung oder die Herkunft der Sendung festgestellt werden kann. B.

gutsendung in der Vorprüfftelle. Dort werden die Begleitpapiere des Expreßgutes daraufhin geprüft, ob sie in allen Teilen richtig ausgefertigt sind, ins­besondere der Bestimmungsbahnhof deutlich und genau angegeben ist und alle Möglichkeiten zu Miß­verständnissen von vornherein ausgeschaltet werden. Expreßgutsendungen über größere (Entfernungen werden in dieser Stelle mit einem Richtpunktzettel versehen, der von der Abfertigungsstelle auf die Sendung neben den grünen Expreßgutschein zu kleben ist, damit der Ladeschaffner im Gepäckwagen des Zuges an Hand des Richtpunktzettels die Sor­tierung der Sendungen nach den Um- ober Auslade- bahnhöfen rasch und richtig vornehmen kann. Von der Dorprüfstelle wandern die Begleitpapiere zu der Annahme, wo die Sendung mit dem grünen Ex- preßgut-Beklebezettel und dem Richtpunktzettel ver­sehen, zugleich auch gewogen wird. Hierauf nimmt die Abfertigungsstelle am Schalter die Berechnung der Fracht nach (Entfernung und Gewicht vor, der Absender bezahlt die Frachtgebühr, und damit ist für den Auflieferer die Angelegenheit erledigt. Das Expreßgut wird nun zu dem Stapelplatz für den nächstgelegenen Zug in der Richtung des Versand­guts gebracht und dort für die schnellste Abbeförde­rung bereitgeftelll. Ist schon in der Vorprüfstelle Md am Abfertigungsschalter, insbesondere auch bei der Berechnung der Fracht unter Zugrundelegung der mannigfaltigen Tarifsätze, neben schneller Arbeit größte Genauigkeit unbedingt erforderlich, so ist nicht minder exakte und rasche Arbeit der Männer notwendig, die mit dem Verteilen des Gepäcks und dessen Beförderung zu den Zügen zu tun haben. Wenn man z. B. das Ein- ober Auslaben von Ge­päck und Expreßgut am Gepäckwagen eines D-Zuges beobachtet, der nur wenige Minuten Aufenthalt hat, dann wird man regelmäßig feftfteüen können, daß die Bediensteten der Gepäckabfertigung unter äußerster Kraftanstrengung in schärfstem Tempo arbeiten müssen, um alle Versandstücke rechtzeitig aus dem Wagen heraus- bzw. in ihn hineinzu­schaffen. Daß die Arbeit der Expreßgut- und Ge­päckabfertigung, wie überall bei der Reichsbahn, auf größte Pünktlichkeit und Schnelligkeit der Abferti­gung ausgerichtet ist, versteht sich von selbst. Hinzu kommt noch als dringendes Erfordernis für die dort beschäftigten Männer und Frauen, baß sie in ber Geographie im allgemeinen unb in ber Verkehrs­geographie im befonberen weitgehend und gut Be­scheid wissen, damit die Sendungen immer auf den richtigen und schnellsten Weg gebracht werden. Hilfs­mittel und Nachschlagebücher stehen zwar ber Dienst­stelle 3ur Verfügung, aber bas Personal kann schließ­lich nicht bei jeder oder bei den meisten Sendungen erst umständlich nach dem richtigen Beförderungs­wege suchen, dieser muß vielmehr sozusagen auf Anhieb aus dem Wissen und Gedächtnis bestimmt werden.

Wie die Expreßsendungen, so nimmt auch die Ab­fertigung des von den Reisenden aufgegebenen Per­sonengepäcks alle Arbeitskräfte dieser Dienststelle voll in Anspruch. Die verkehrstechnische Behandlung

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Betreff: Allgemeine kostenlose Erfinderberaiung, insbesondere über die erfinderische Mit­arbeit der Gefolgschaft.

Sämtliche Volksgenossen, die sich in Sachen einer Erfindung, insbesondere über die erfinderische Mit­arbeit der Gefolgschaft beraten lassen wollen, haben hierzu am Montag, 29.3uni, vormittags zwischen 10 und 12 Uhr, im Hause der DAF., Gießen, Schanzenstraße 18, kostenlos die Möglichkeit. Aus­kunft Zimmer 13. 2022O

Neus Verbesserungen in brr Rentenversicherung.

Die Reichsregierung hat ein neues Gesetz über die Verbesserung der Leistungen in der Rentenversiche­rung beschlossen. Diese Verbesserungen bringen in erster Linie eine weitere Erleichterung für die Ar­beiterwitwen. Ihnen wird die Witwenrente ohne Rücksicht auf das Vorliegen von Invalidität nun­mehr auch dann gewährt, wenn und solange sie mindestens zwei Kinder unter 6 Jahren erziehen ober wenn sie bas 55. Lebensjahr vollenbet Jinb mindestens vier lebenbe Kinber geboren haben. Ferner wirb ber Kinberzuschuß zur Invalidenrente unb Angestelltenruhegelbern künftig auch für bie beiben ersten Kinber von 90 RM. auf 120 RM. jährlich erhöht. Da bie Versicherungsträger unter ben Kriegsverhältnissen jetzt bie laufenden Renten nicht umrechnen können, muß bie Erhöhung ber Kinberzuschüsse insoweit für bie Zeit nach dem Kriege vorbehalten bleiben. Enblich ist künftig bei Anträgen auf Beitragserstattung anläßlich von Hei­rat sowie für bie Bewilligung von Renten, wenn die Invalidität ober ber Tob durch Unfall herbei­geführt ist, bie Erfüllung einer Wartezeit nicht mehr nötig.

Gie^en-Wieseck.

Die Eheleute Karl Rohrbach unb Frau Lina, geb. Hcmsult, wohnhaft Gießener Straße 152 be­gehen morgen das Fest ber Silberhochzeit. Dem Jubelpaar unseren herzlichen Glückwunsch.

und markant und zu großen dynamischen Auswir­kungen bereits fähig. Ebenso ist die Fingertechnik intensiv durchgebildet und den gestellten Aufgaben vollauf gewachsen.

Dafür zeugte ihre Vortragsfolge. Es gehört immerhin schon ein ansehnliches Können dazu, in ber Öffentlichkeit drei Präludien und Fu­gen- (cis-moll, Cis-dur und D-dur) aus dem Wohltemperierten' Klavier" von Joh. Seb. Bach zu spielen. Dieses Werk hatte Bachzum Nutzen und Gebrauch ber lehrbegierigen musikalischen Jugend als auch derer, in diesem Studio schon habil seien­den besondern Zeitvertreib aufgesetzet". Wir wissen, baß auch Beethoven hieraus starke Anregungen empfing und beispielsweise in ben Hausmusiken des Barons van ernteten in Wien zum Beschluß stets noch einige Präludien und Fugen alsAbend­segen" vortrug, und Robert Schumann sieht es als dastägliche Brot des Pianisten" an.

Gisela Sott erfaßte bie Prälubien in großem Zuge von den Gegebenheiten bes modernen Kla- vieres her; bie fünfstimmige Cis-moll-^uge mit ihren vielfältigen komrapunktischen Kombinationen baute sie klar auf. Die indivibuellen Werte der ein-

Der Expreßgut- und Gepäckdienst der Reichsbahn

Ein Besuch in den Gepäckhatten des Gießener Bahnhofs.

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^'Mbe ^UbC^nh^r lO yalataurEen ba; reifender 3um/erftenma( vor bie Hörer tritt, sich N!' A £g 13, cibarber g w segensreich bewährt. Sicherlich ist ba federn einzel-

bis 50, Blumenkohl 10 nen zum Bewußtsein gekommen, wo er den Hebel

bis 12, Oberkohlrabl 10 bis 12, R ch - ...^ weiteres Fortkommen anzusetzen hat.

* . c . I Gisela Sott (Frankfurt a. M.) hat bei Alfred

** Silberne Hochzeit feiern am -M.^uni ehn, ben wir in früheren Jahren bes öfteren die Eheleute Heinrich Jung ermann unb tfraii, " f u^ren konnten, tüchtiges Rüstzeug empfangen.

Herr Jungerrnann ift 1 Anschlag im vollgriffigen Spiel ist gerundet