Y2. Jahrgang Nr. ^8 tLrictzeim tuend), außer Sonntags und feiertags
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feindliches Unterseeboot und beschädigte zwei kleinere Frachtschiffe durch Bombenwurf.
Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Rüstungswerke an der oberen und mittleren Wolga sowie gegen Eisenbahnziele lm Raum um
Generalfeldmarschall Rommel hat in einem Funkspruch die hervorragenden Leistungen der Luftwaffe besonders gewürdigt.. Er betonte, daß ihr wuchtiger Einsatz seinen Infanterie- und Ponzer- einheiten in entscheidenden Augenblicken em An- psrn für weitere erfolgreiche Unternehmungen war.
NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach aus einer Betriebversammlung i n Kohr-Grenzhausen vor den Arbeitern urrd Arbeiterinnen mehrerer Werke über den bedeutenden Rang, den die Betriebsgemeinschaften innerhalb des Aufgabengebietes der Heimat einnehmen. Heute fei, so erklärte der Gauleiter, die deutsche Arbeiterschaft, einstmals die große Hoffnung des internationalen Judentums, immum gegen jeden Beeinflussungsversuch unserer Feinde. In ihren Be- triebsgemeinschasten gäbe sie vielmehr der gesammelten Kraft unseres Boltes in seinem Freiheits- kampf beredten Ausdruck. Jeder Betrieb habe sich in diesem Ringen gegen die Dersklaoungsabsichten des Weltjudentums als eine Bastion des Widerstandswillens unseres Volkes zu erweisen. Jeder, vom Betriebsführer bis zum letzten Gefolgschaftsmitglied, müsse durch eigene Haltung und Gesinnung dafür sorgen, daß dieser Erfolg nicht nur erreicht, sondern unter allen, auch den schwersten Bedingungen, gehalten werde.
In ganzer Klarheit zeichnete der Gauletter dann nochmals die Fronten dieses Krieges auf, um damit auch dem letzten Zuhörer den Ernst dieser
Einschließung und Vernichtung feindlicher Kräfte südostwärts Charkow
Moskau. , ..
In der Zeil vom 12. bis 22. 3um verlor d,e Sowjelluftwaffe 468 Flugzeuge, davon wurden 375 in Luftkämpfen, 63 durch Flakartillerie und 9 durch Verbände des Heeres vernichtet, die übrigen am Boden zerstört. Mährend der gleichen Zeit gingen an der Ost- front 42 eigene Flugzeuge verloren.
In Rordafrika befinden fich die deutsch-italienischen Truppen im weiteren Angriff nach Osten.
In der vergangenen Rächt führte die britische Luftwaffe Angriffe auf mehrere Orte des nordwestdeutschen Küstengebietes, besonders auf die Stadt Bremen. Die Bevölkerung hatte Verluste. Brandbomben richteten vor allem in Wohnvierteln und öffentlichen Gebäuden Schaden an. Rachtjäger, Flakartillerie und Marineartillerie schossen 5 2 der angreifenbeu Bomber ab. Oberleutnant Becker erzielte seinen 25.Rachtjagdsieg.
Lin kroatischer Iagdverband unter Führung des Oberleutnants D z a l errang an der Ostfront feinen 50. Luftsieg.
Lin Flakregiment erzielte während der Offensive in R o r d a s r i k a in der Zeit, vom 26.5. bis 18. 6. folgende Gesamlerfolge: 2 05 feindliche Pan- »er. 16 Panzerspähwagen und 26 Flugzeuge wurden abgeschossen, 38 Geschähe, 33
Warum Komme! siegte.
Das britische FührungSsystem auf der Anklagebank.
los gebrochen und die britischen Truppen immer weiter zurückge trieb en. — Der Sonderkorrespondent des „Daily Telegraph" bei der britischen 8. Armee in Aegypten meldet, die Lage der Engländer sei in der Tat verzweifelt und werde es von Tag zu Tag noch mehr. General Ritchie bleibe nichts anderes übrig, als immer wieder Boden p reiszuge b en, ohne festen Fuß fassen zu können. Rommel sei es gelungen, die Engländer weit nach AegypteÜ hineinzuwerfen.
„Daily Mail" wirft der britischen Regierung vor, das Land hinters Licht geführt zu haben. Es sei Pflicht der Regierung, die mit dem Kriege zusammenhängenden Tatsachen dem Volk offen darzulegen, so daß übertriebener Optimismus nicht aufkommen könne. „Daily Herald" sagt jedoch bereits voraus, daß die bevorstehende Unterhausdebatte ein Fiasko werden würde, denn die Parlamentsmitglieder, die beißende Kritik zu üben hätten, würden genötigt werden, einen Maulkorb an- inleqen und dem Premierminister leere ■ Komplimente zu sagen. Churchill selbst werde wahrscheinlich jeder Kritik die Schärfe nehmen, die Spitze einer Redekunst gegen die Kritiker wenden und dem Unterhaus Schmeicheleien sagen. Mit Redensarten würde er die vielen begangenen Fehler zu verbergen suchen. Weiter sagt das Blatt mit bitte- rem Sarkasmus: Libyen, das die britische Oeffent- lichkeit seit der Niederlage von Norwegen mehr als alles andere schockiert hat, wird schon fetzt in das überfüllte Faß geworfen, auf dessen Etikett man lesen kann: „Ehrenvolle Irrtümer". Das Blatt gibt der Befürchtung Ausdruck, die kommende Unterhausdebatte werde kein positives Ergebnis , haben und spricht dann von „Komödianten- . moniere n", die in dieses ernste Stadium des - Krieges nicht mehr hineingehören.
Jeder Betrieb eine Bastion des Widerstandswillens. Oer Gauleiter sprach auf einer Betriebsversammlung im Westerwaldkreis.
Das Landvolk tut seine pflicht
Staatssekretär Backe über nationalsozialistische Agrarpolitik im Kriege.
„Die Lage von Tag zu Tag verzweifelter."
England in Sorge um seine Stellung im Mittleren Orient.
3m Kreise.
Der schnelle Fall Tobruks hat in der englischen Oeffentsichkeit geradezu einen Schock ausgelöst. Das ist begreiflich, denn die Festung war noch ihrer Besetzung durch die Engländer so stark ausgebaut und so gut verproviantiert worden, daß sie sich mr Vorjahre bei der Rückeroberung der Cyrenaika durch Rommel vornehmlich durch ihre Verbindungen von der See her als einziger Stützpunkt der Briten hatte halten können. Die reichen Vorräte an Kriegsmaterial und Verpflegung, öie die Truppen der Achse in Tobruks Mauern vorfanden, beweisen, daß die Festung auch diesmal für eine lange Verteidigung eingerichtet war. Aber die in den erbitterten Kämpfen um die Stellungen in der Wüste westlich und südlich von Tobruk geschlagene 8. britische Armee General Ritchies hat nicht mehr die innere Kraft besessen, sich an den starken Verteidigungsanlagen von Tobruk festzuklammern, um die ihnen auf dem Fuße folgenden Truppen der Achsenmächte zu einer regelrechten und bann gewiß langwierigen Belagerung zu zwingen. Sie hat vielmehr schon nach dem ersten kühnen Sturm JRonv mels die Festung preisgegeben und ist so schnell weiter nach Osten gewichen, daß der Sieger in Der Schlacht bei Tobruk, dem für feine glänzende Fuh- rung der Operationen und die großartigen Leistungen seiner Truppen der Marschallstab zuteil wurde, nach knapp einer Woche sich bereits in anhaltender Verfolgung des geschlagenen Feindes rund zweihundert Kilometer weiter östlich schon jenseits der ägyptischen Grenze im Raum östlich Sidi Baram befindet. General Auchinleck, der britische Oberbefehlshaber im gesamten Nahen Osten, setzt nun an- scheinend feine Hoffnung auf Stellungen westlich von Marsa Matruk, die durch die Anlage von Tankfallen, Minenfeldern und Bunkern zu einer breiten Verteidigungszone ausgebaut sein sollen, wie sie ähnlich schon westlich von Tobruk bestanden hat, ohne daß sie indessen dem Angriff der Achsen- truppen hätte standhalten können. Es wird sich sehr bald erweisen, ob Auchinleck bei Marsa Matruk mehr Erfolg haben wird als es Ritchie bei Tobruk hatte.
In England jedenfalls lassen sich Parlament und Oeffenllichkeit durch solche tröftenben Hinweise auf
Maschinengewehre, 21 Panzerabweh r- geschühe und 100 Kraftfahrzeuge wurden vernichtet, sechs Batterien zum Schweigen gebracht, zahlreiche Lastkraftwagen beschädigt sowie viele Bunker und Widerstandsnester außer Gefecht gesetzt.
Oie Frontverkürzung bei Charkow.
Berlin, 26.Juni. (DNB.) Im Raume südostwärts Charkow traten in den Morgenstunden des 20. Juni die verbündeten Truppen zum Zwecke der Frontverkürzung zu einem umfassenden Angrift gegen die feindlichen, besonders in der letzten Zett stark ausgebauten Stellungen an. Schon am ersten Tage wurde der Donez an mehreren Stellen mit starken Kräften überschritten und der überraschte Feind geworfen. Zahlreiche Drahthindernisse, Minenfelder und eingebaute Panzer mußten überwunden werden, bis die Brückenköpfe über den Donez gebildet waren und die Pioniere ihre Kviegsbrücken für die folgenden Angriffstruppen gebaupt hatten. Der weitere Angriff war durch anhaltende Regengüsse erschwert, dennoch wurden mehrere stark ausgebaute Stellungen sowie ein breiter Panzerabwehr- graben überwunden. Pioniere einer Angriffsgruppe mußten an einem einzigen Tage allein in ihrem Abschnitt 1500 Minen und 15 eingebaute Flammenwerfer unschädlich machen. Die Städte K u P - jansk und Jsjum fielen nach erbitterten Straßenkämpfen in die Hände der verbündeten Truppen Bis zuletzt versuchte der Feind in zahlreichen von Artillerie, Panzern und Granatwerfern unter- stützten Gegenangriffen die Gefahr der Umfassung abzuwehren. Schließlich suchte er sich durch eiligen Rückzug nach Osten der Einkesselung zu entziehen. Nur geringe Teile der Sowjets vermochten noch zu entkommen. In weiteren Angriffen mürben die eingekesselten Bolschewisten in mehrere Einzel- gruppen aufgespalten, in erbitterten Waldgefechten vernichtet ober gefangen.
Rommels Dank an die Lustwaffe.
Hannover,, 26. Juni. (DNB.) Staatssekretär Backe sprach auf einer Bauernversammlung in Hannover. In dem Augenblick, so erklärte er, da mich der Führer mit der Führung der Geschäfte des Reichsleiters, des Reichsbauernführers und des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft beauftragte, habe ich mich entschlossen, eine klare Ausgabenverteilung zwischen dem Reichsamt für Agrarpolitik, dem Reichsnährstand und dem Reichsernährungsministerium durchzuführen. Gleichzeitig ergab sich daraus die Gelegenheit einer grundsätzlichen Verwoliungsvereinfachuna und die Gliederung einer einfachen und klaren Organisation, in der alle verfügbaren Kräfte auf das wesentlichste konzentriert werden konnten. Entsprechend dem Grundsatz, daß Menschenführung Ausgabe der Partei ist, habe ich die bisherige Reichshauptabteilung I des Reichsnährstandes aufgelöst. Eine entsprechende Derwaltungsvereinfachung ergibt sich daraus zwangsläufig für die Landes- und Kreisbauernschaften. Das Reichsamt für Agrarpolitik und damit die Partei ist in Zukunft verantwortlich für die grundsätzliche agrarpolitische Ausrichtung, wahrend dem Reichsernährungsministerium die Aufgabe der staatlichen Leitung und dem Reichsnährstand die praktische Verwirklichung der agrarwinschastlichen Aufgaben zufällt.
Anschließend gab Staatssekretär Backe einen lleberblicf über bie aktuellen ernährungswirtschaftlichen Probleme. Das beutsche Landvolk habe sich selbst übertroffen bei der letzten Frühjahrsbestellung. Rund 2,5 Millionen Hektar, die im vergangenen Herbst bestellt waren, mußten in diesem Frühjahr infolge der Auswinterungsschäden bei den Getreide- und Oelsaaten erneut bestellt werden, d. b. eine Fläche, die der Größe der landwirtschaft- lichen Nutzfläche Niedersachsens, Westfalens und Oldenburgs entspricht. 1917 seien ungefähr 3 Millionen Hektar unbestellt geblieben. Demgegenüber
Stockholm. 26. Juni. (DNB.) „Die Engländer stellen ungehalten die Frage, warum ihre Armee in Libyen eine so erniedrigende Niederlage erlitten hat, und sie werden vielleicht finden", so heißt es m einem United-Preß-Bericht aus London, „baß die Antwort darauf in der Person Rommels liegt, der ihnen wieder überlegen war und das britische Panzerkorps ausmanövriert hat. Die Meldungen aus der Wüste unterstreichen übereinstimmend die Rolle Rommels. Ob Rommel persönlich den Ausschlag für Sieg ober Niederlage gegeben hat, darüber kann man verschiedener Ansicht sein. Es ist jedoch Tatsache, daß er seine Truppen persönlich befehligt. Dies setzte ihn in den Stand, blitzschnelle Entschlüsse an Ort und Stelle zu treffen. Er kann den Verlauf einer Schlacht ändern in einer Zeit, in der bei dem britischen System die Meldung nach dem Hauptquartier noch nicht einmal in Gang gesetzt sein würde."
„5m Winter, als ich in der Wüste mar", so schreibt ein Korrespondent, „wurde eifrig diskutiert über die Gewohnheit Auchinlecks, zwischen dem Hauptquartier an der Front und dem Hauptquartier in Kairo hin- und herzufliegen, während Rommel fast ausschließlich und dauernd an der Front war. Als ich mich an der Front aufhielt, wurde erzählt, Rommel beginne den Tag, indem er persönlich eine seiner Divisionen anführe. Er rase dann 50 Kilometer in einem Panzerwagen nach seinem linken Flügel. 'Sehr wahrscheinlich mache er noch verschiedene Erkundungsflüge über dem Schlachtfeld. Diese Art der Führung einer Armee ist verschiedenen brttischen Anführern im Mittelosten fremd. Als
Der Wehrmachtberichi.
D31®. Mus dem J ü6r etb aupf quar tiec, 26.3uni. Das Oberkommando der Wehrmacht gwt bekannt:
3m OfHeil des $effungsgeb• etes oon Sewastopol nahmen deutsche und rumänische Truppen noch hartem Kampf inschw'engemGe. länbe mehrere stark ausgebaule hohenstellungen.
3m Raum südostwärts Lhark ° w führte der umfassende Mngtiff deutscher -nd rumomfcher Truppen, wirksam unterstützt durch verbände cuftwosse, zur Einschtiehung und Vernichtung feindlicher Kräfte. 3m Verlauf der furden 5 besonders verlustreichen fiämpfe rvur ®e fange ne eingebtad)! und über 10 0 v-n ter, 250 Geschütze und grotze Meng-m anJJn fanlerieroaffen, Kraftfahrzeugen und Kr.egsger aller Art erbeutet oder vernichtet.
3m rückwärtigen Gebiet bes ‘ 1«'
Angriffe des Feindes scheiterten. .
An der wolchowsront wurde ,e fchlo'sene feindliche Kräftegruppe durch e f 8“« Angriff in einzelne Gruppen zersprengt. 3hre Der nichtung ist im Gange. ..ttAon
Bei ber>mffneler Aufklärung lm 5^'c ein Meerbusen t>erfenrre
schicksalentscheidenden Zeit, klarzumachen. Auf kriegs- bedingte Alltagssorgen eingehend, befaßten sich seine Ausführungen sodann beionders mit dem Zweck der Bewirifchaftungsmaßnahmen. Nachdrücklich rechnete der Gauletter hierbei mit jenen hetzerischen Gerüchtemachern und ihren dummen Nachplapperern ab, die jede Mangellage mit gemeinsten Verdächtigungen begleiten. Jeder Volksgenosse darf heute davon überzeugt sein, daß alle auftteten- den kriegsbedinaten Schwierigkeiten mit aanzer Kraft und unter Einsatz aller Möglichkeiten alle in nach dem Prinzip der Gerechtigkeit und dem Nutzen für die Volksgemeinschaft bearbeitet werden. Dabei gäbe es jedoch, namentlich auf dem Gebiete der Ernährung, Situationen, die sich auch durch umsichtigste Planung und durchdachteste Organisation nicht vermeiden lassen und die daher als Beitraa der Heimat zum Lebenskampf unseres Volkes in Kauf genommen werden müssen. Der Gauleiter schloß mit dem Hinweis auf die während der vergangenen Kriegsjahre errungene militärische und politische Situation des Reiches, die uns den sieghaften Ausgang dieses Kampfes garantiere.
Churchill wieder in England.
G e n f, 27. Juni. (DNB. Funkspruch.) Churchill ist von seinen Besprechungen mit Roosevelt nach England zurückgekehrt. Der Ootirnismus, mit dem Roosevelt und Churchill von Washington aus die Oeffenllichkeit zu beeinflussen suchten, hat m London offenbar Verärgerung hervorgerufen. Ueber eine Frage nach dem Stand der Krise im britischen Parlament war Churchill mit einem AäMzucken hinweggegangen und hatte erklärt: „Ich glaube nicht, daß mir das Parlament viel zu schäften machen wird. Unzufriedene Leute gibt es schließlich überall." Diese Aeußerungen mußten natürlich aus das Unterhaus aufreizend wirken, das ohnehin schon an Minderwertigkeitskomplexen leidet, wett es sich täglich in der Presse vovwersen lassen muß, es bestehe nur noch aus , Ha-Sage-Maschinen".
Auch die opttmistischen Ausführungen Churchills über die Lage in Aegypten haben in London nicht überzeugt. Der Premierminister hatte gesagt, 150 Ian wasserlose Wüste lägen jetzt vor den erschöpften Truppen Rommels. Wenige Stunden später aber kam die Nachricht, daß die Deutschen tief auf ägyptischem Gebiet stünden. Die „Times schrieb: ,Die Niederlage, die wir erlebt haben, wirft ihren Schatten über weite Teile Vorderastens. Die ganze Struktur des britischen mittleren Orients ist in Gefahr geraten, und diese Gefahr kann nur durch äußerste Anstrengungen überwunden werden. Es herrscht kein Zweifel darüber, daß mir heute im mittleren Orient mehr bedroht sind als ft Zuvor.
Die „Times" bemerkt weiter, daß bisher den Engländern aller Widerstand gegen die schnell weiter vorrückenden Panzerverbände Rommels nichts genutzt habe. Die deutsch-italienischen Panzerver- bände hätten jeden Widerstand rucksicht
sei in der 3. Frühjahrsbestellung dieses Krieges praktisch kein Hektar Land unbestellt geblieben. Die Brotgetreideablieferung im Kriegswirt- schastsjahr 1941/42 übertreffe die Ablieferungserwartungen um annähernd 800 000 Tonnen. Auch die durch die Steigerung des Speisekartoffelverbrauchs von 13 Millionen vor dem Kriege auf etwa 23 Millionen Tonnen im letzten Jahr bedingte Umstellung in der Verwertung der Kartoffelernte habe die Ablieferungsbereitschaft der Landwirtschaft erkennen lassen. Die Milchablieferung an die Molkereien hcttre im Jahre 1941 die des Jahres 1938 um drei Milliarden Liter übertroffen. Das hätte die Möglichkeit der zusätzlichen Erzeugung von 90 000 Tonnen Butter ergeben. Es sei ihm ein Bedürfnis, all jenen Helfern zu danken, die sich durch freiwillige Landarbeit um die Sicherung der Ernährung verdient gemacht hoben. Mehr denn je aber müsse die Mitarbeit aller, insbesondere der Frauen und Jugendlichen, erfolgen, um die Ernte zu bergen und die neue Aussaat zu gewährleisten.
Anschließend ging Staatssekretär Backe auf ote Aufgaben der Zukunft ein. Der Siegesmarsch der deutschen Armeen habe die Raumenge beseitigt. Land stehe ausreichend zur Verfügung, um Hunderttausenden von Neubauern samilien eine gesunde Lebensgrundlage zu verschaffen. In Zukunft können wir nun an die Neuordnung der Besitzverhältnisse Herangehen und auch im Altreich neue, gesunde Höfe schassen. Voraussetzung aber ist der Sieg. Der letzte Winter hat uns harte Nackenschläge versetzt. Den Minderertrag an Wintergetreide und Oelsaaten gilt es durch verstärkte Ablieferungen wettzumachen. Alleinige Parole für die kommenden Wochen kann nur sei: Arbeiten für bett Sieg unserer Waffen und damit für den Sieg unserer Art!
Auchinleck das Oberkommando übernahm, dachte man, er werde die Clique ausrotteru Jedoch umging er diese Clique, indem er versuchte, die meiste Arbeit selbst zu schaffen. Sogar bei den Kämpfen im letzten Winter konnte man regelmäßig zahlreiche Brigadegenerale und Obersten zwischen 55 und 6o Jahren auf der Rennbahn in Kairo und bei »anderen gesellschaftlichen Gelegenheiten sehen, während die Leute in der Wüste davon sprachen, eine feste Front zu errichten und den Wert der Sturzkampfbomber ins Lächerliche zogen. VieleLe- obachter suhlten, daß Rommel auf diese Weise einen Vorteil vor seinem Gegner hatte."
„Libyen wurde bei den Spielen auf den Grasplätzen Etons verloren. Wäre Rommel in England geboren, so hätten wir einen Sergeanten Rommel und nicht einen Feldmarschall mit dem gleichen Namen", erklärte das Parlamentsmitglied Älfred Edward in einer Rede in Leeds. „Unsere Divisionen in Libyen wurden von Kavallerieoffizieren geführt. Kein einziger dieser Offiziere war besonders für die motorisierte Kriegführung ausgebildet."
Welche Kopflosigkeit der Vorstoß Rommels auf Tobruk bei den Briten zur Folge hatte, zeigt ein Reuterbericht über die letzten Stunden der Festung. Danach rief der Kommandant kurz vor dem Fall in aller Eile seine Offiziere zusammen und erklärte ihnen, es wäre törichtes Blutvergießen, den Kampf fortzusetzen. Er schlage die Kapitulation vor. Denen, die es wünschten, stelle er anheim, einen Durchbruchsversuch zu wagen.


