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Nr. 97 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (Generalanzeiger für Dberhessen)Montag, 27. April M2

Kreissängertag in Gießen.

nd)t, in dem er

Aufgaben der Chorleiter Stellung.

Sängerkreisführer Müller konnte hierauf den inzwischen eingetroffenen Kreispropagandaleiter 3 i n j e r begrüßen, dem die Sänger mit dem Deut­schen Längergruß den Willkommen darbrachten. Sodann wurde u. a. auch vom Sängerkreisführer die Bildung von Kriegschorgemeinschaften ans ge­gebenen Anlässen empfohlen und weiterhin zu der Veranstaltung von Freundschaftssingen geraten, da ein Leistungssingen unter den jetzt obwaltenden Ver­hältnissen nicht durchführbar erscheine. Voraussicht­lich wird Mitte Juni oder Anfang Juli ein solches Freundschaftssingen in Leihgestern stattfinden, an dem sich die beiden Gesangvereine in Gießen, die beiden Vereine in Großen-Linden und der Gesang­verein Leihgestern beteiligen werden. Es wird er­hofft, daß weitere Vereine in anderen Gegenden des Sängerkreises sich zu gleichen Veranstaltungen zusammenfinden.

Kreispropagandaleiter Zins er überbrachte hier­auf die Grüße und besten Wünsche des dienstlich auswärts weilenden Kreisleiters Backhaus. Er be­tonte sodann, daß am 2. Mai, an dem große poli­tische Aufmärsche und Feiern nickst stattfinden wer­den, die Gesangvereine durch Liedgesang bzw. Platz- tonzerte und durch ihre Mitwirkung in Lichtspiel­häusern und im Theater, neben den Wehrmacht­konzerten und den Konzertdarbietungen des SA- Musikzuges, beitragen möchten zur Verschönerung dieses Tages und zur Entspannung aller deutschen Schaffenden von den Anstrengungen der schweren Alltagsarbeit. Weiter machte er aufschlußreiche Mit­teilungen über die Aufgaben und Zielsetzung der Gau- und Krcisringe für nationalsozialistische Pro­pa ganda und Dolksaufklärung und der zu diesem Zwecke herausgegebcnen Mitteilungsblätter, die auch im Rahmen der Gesangvereinsarbeit wertvolles Aufklärungsmaterial zur Verfügung stellen. Zum Schlüsse würdigte er mit anerkennenden Worten die Arbeit der Gesangvereine am deutschen Lied und die hohe Aufgabe, die damit im Dienste der deutschen Kultur erfüllt wird, zugleich gab er der Bereit­schaft der Partei zu enger und kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit den Gesangvereinen im Dienste des deutschen Volkes Ausdruck. Sängerkreisführer Müller äußerte die Genugtuung, der Sänger über diese anerkennenswerte Bewertung der Gesangver­einsarbeit und erklärte die Bereitschaft der Sänger zur regen Mitarbeit an den von der Partei gestell­ten Aufgaben.

Anschließend erfolgte durch den Vertreter des Sängergaues XI Hessen-Nassau, Sängergaukassen­führer Seelmann (Frankfurt a. M.), die Ehrung zweier Sänger für 50jährige und die Ehrung von fünf Sängern für 40jährige Sängertätigkeit. Den verdienten Jubiloren wurden die vom Deutschen Sängerbund vorgesehenen Auszeichnungen über­reicht und ihnen zugleich mit Worten der Anerken-

,'ssenschast im Geiste der Front

Immatrikulation an der Universität Gießen.

Am Samstagmittag fand in der Aula der Lud­wigs-Universität Gießen in einer würdigen Feier­stunde die Immatrikulation der neuen Studierenden statt. Dazu hatten sich in der geschmückten Aula mit dem Lehrkörper auch eine Anzahl Ehrengäste em- gefunden. o .

Nach einer musikalischen Darbietung unter Gel­tung von Universitäts-Musikdirektor Prof. Dr. T e ° m e s v.ä r y hielt

Ge. Magnifizenz der Rektor Prof. Or. met>. H. W. Kranz

eine Ansprache an die neuen Studierenden, in der er einleitend betonte, daß unsere Alma mater jetzt zum siebenten Male während dieses Weltkrieges chre I Pforte für den akademischen Nachwuchs öffnet, i Dann wies er auf die gewaltigen Erfolge von welt­geschichtlicher Bedeutung hin, die von unserer un­vergleichlichen, ruhmreichen Wehrmacht unter ihrem genialen Feldherrn, dem Führer, auf allen Kriegs- schauplätzen bisher errungen wurden, ferner erin­nerte er an die großen und siegreichen Waffentaten , unseres japanischen Bundesgenossen, um schließlich festzustellen, daß wir und unsere Verbündeten eine . militärische' und machtpolitische Situation besitzen, die unseren unersckstitterlichen Glauben an den End­sieg in jeder Beziehung rechtfertigt. Dann sagte der Rektor u. a. weiter:

In der Zeit nun, in der sich unsere Armeen rüsten, um die militärische Entscheidung für den Endsieg herbeizuführen, eröffnen wir in der Heimat an unseren Universitäten beinahe ungestört em neues Semester. Während eines Krieges und erst recht während des Existenzkampfes um Sein oder Nichtsein, in dem unser Volk steht, aber hat die Front das Maß aller Dinge zu sein. So mögen auch die bisherigen und die kommenden Lei­stungen unserer Frontsoldaten für uns sn diesem Semester das Maß unseres unermüd­lichen Einsatzes und unserer Ausrich­tung bestimmen. v

Wir haben die Pflicht, durch unsere Arbeit in der Heimat auch auf kulturellem Gebiet die Voraus­setzung zu schaffen, die uns die Erfüllung der rie­sengroßen Ausgaben ermöglichen, die nach dem Endsieg vor uns stehen werden. Die Welt hat heute bereits ein anderes Gesicht, und sie wird erst recht eine völlige Umgruppierung der macht- politischen Verhältnisse am «chluß dieses Krieges zur Folge häbcn. Das eine aber ist sicher, daß mir jetzt und in Zukunft nicht mehr allein das Volk der Denker und Dichter sind und sein werden, das be­scheiden beiseite steht, wenn die Lebensräume und Schätze dieser Welt verteilt werden, sondern daß wir als politisch erwachte N a t i o 11 a u rf) die Ansprüche geltend machen, die uns auf Grund unserer quantitativen, qualitativen und rassischen Gegebenheiten zustehen. In den Jahren der Friedensarbeit nach diesem Kriege werden wir die bereits während des Krieges begonnenen Auf­bauarbeiten auf kulturellem Gebiet in Europa fortsetzen und maßgeblich beeinflussen. So wird nach dem Abschluß der militärischen Handlungen Berlin als die Haupt­stadt des 'Großdeutschen Reiches nicht nur das po­litische, sondern auch das kulturelle Zentrum des ganzen Kontinents sein. Die.Wissen­schaftler einer ganzen Welt werden zu uns und un­seren Universitäten und Hochschulen kommen und im gegenseitigen Austausch, d. h. mit uns und nach uns ausgerichtet an den kulturellen Aufgaben Mit­arbeiten, die allen rassisch hochwerttgen und schöpfe­rischen Kulturnationen von der Vorsehung gestellt sind. e .....

So ist auch der Einsatz, den die Wissenschaft au allen Gebieten während des Krieges in Lehre und Forschung zu leisten hat, die unbedingte Voraus­setzung für die ebenso beglückenden wie gewaltigen Aufgaben, die uns noch bevorstehen. Und es ist selbstverständlich, daß dann erst recht nur die Besten unseres Volkes auf unsere deutschen Hochschulen kommen dürfen und müssen. Die Pflichten, die wir aus dieser Erkenntnis übernehmen, ergeben sich von selbst, ebenso wie die Größe der Verantwortung, die wir tragen, eine selbstverständliche sein dürfte.

Der Wahlspruch unserer Universität heißt: Armis et Litteris ad utrumque parati. Lassen Sie uns daher im Zeichen dieses alten Wahlspruches unsere Semesterarbeit beginnen im Dienste unserer großen deutschen Nation. Helfen Sie mit, daß der

Am gestrigen Sonntagnachmittag sand imBurg­hof" in Gießen bei sehr starker Beteiligung der diesjährige Kreissängertag des Sängerkreises 10 Gießen im Gau XI des Deutschen Sängerbundes i tott.

Die Kriegschorgemeinschast Steinbach unter Lei­tung von Ehormeister Karl S o m m e r leitete die Tagung mit dem prächtigen Vortrag des Chors Still vorm Sturm der Kanonaden" von A. Knab ein. Sängerkreisführer Karl Müller (Gießen) be- 1 grüßte dann die Gäste und die Sängerkameraden, an- chliehend gedachte er der im verflossenen Jahre ver­storbenen Sangesbrüder und der auf dem Felde der Ehre im Kampfe für Deutschlands Freiheit und Zu­kunft Gefallenen. Bei der Totenehrung sang die Kriegschorgemeinschaft Steinbach den ChorDer gute' Kamerad" von F. Silcher. Nach einem weite­ren Chorvortrag dieser Sänger, die in ausgezeich­neter Weise den'ChorMahnung" von H. Heinrichs zu Gehör brachten und 'für ihre guten Darbietungen verdientermaßen starken Beifall ernteten, machte Sängerkreisführer Müller einige Mitteilungen über'die Gründe, die zur Verschmelzung der Sänger­gaue 12 Hessen und 11 Nassau zu dem Sängergau Hessen-Nassau geführt haben. Er machte dabei die Feststellung, daß die Arbeitseinteilung durch die Bildung des neuen Sängergaues keine Beeinträch­tigung erfahren hat und die Sänger allen Anlaß haben, sich auch weiterhin der Pflege des deutschen Liedes mit dem bisher bewährten Eifer zu widmen.

Nach einer Unterbrechung der Beratungen, die dem gemeinsamen Anhören der Rede des Führers im Reistag galt, erstattete Schriftführer Seif- f e r t (Gießen) den Jahresbericht für das verflossene Arbeitsjahr. Daraus ist u. a. zu erwähnen, daß der Mitgliederbestand sich im Berichtsjahr etwa auf der gleichen Höhe gehalten hat wie im Vorjahr und die letzte Bestandserhebung im Jahre 1941 in 61 Kreisvereinen insgesamt 2597 Sänger, 48 Sän­gerinnen und 3539 unterstützende Mitglieder, ins­gesamt also im Sängerkreis Gießen 6184 Mitglieder ergeben hat. Für treue Pflichterfüllung im Dienst am deutschen Lied konnten 8 Sänger für 40jährige und 4 Sänger für 50jährige Sangestätigkeit geehrt werden. Die Gesangvereine haben trotz der schwie­rigen Kriegsverhältnisse soweit wie möglich ver­sucht, ihre Sangestätigkeit aufrechtzuerhalten. Bei Veranstaltungen der Partei, bei heimatlichen Ver­anstaltungen, Heldengedenkfeiern usw. vor allem ober auch im Dienst für das Winterhilfswerk und namentlich zum Singen für die Verwundeten in den Lazaretten haben sich viele Gesangvereine im Kreisgebiet immer wieder gern zur Verfügung ge­stellt. Daß die Vereine im neuen Sängerjahr in dieser Tätigkeit fortfahren werden, wird in dem Bericht als selbstverständlich bezeichnet. Weiter wird in der Rückschau an das Leistungssingen am 25. Mai 1941 in Watzenborn-Steinberg erinnert, an dem sich 22 Vereine mit zusammen 775 Sängern beteiligten. Die gesanglichen Leistungen standen auf sehr be­achtenswerter Höhe, so daß den Vereinen von maß­gebender Seite alle Anerkennung ausgesprochen werden konnte. Der GesangvereinGermania" Lang-Göns konnte im Berichtsiahr seinen 50. Grün­dungstag begehen. Weiter wird in dem Bericht an die Bildung des Sängergaues XI Hessen-Nassau er­innert und zum Schluß auf die hohe Bedeutung der Pflege des deutschen Liedes gerade auch in der Kriegszeit hingewiesen, zugleich den Chorleitern und Sängern Dank und Anerkennung der Sängerkreis- . führung für die Pflege des deutschen Liedes ausge^ sprachen. ,

Der Sängerkreiskassenführer Heinrich Lat) ch : (Daubringen) erstattete hierauf den Kassenbericht, der einen geordneten und guten Stand der Finan- ' zen des Sängerkreises auswies. Dem Rechner wurde mit Dankesworten Entlastung erteilt. _________

ingen, das Lazarettsingen, die WHW.-Konzerte, die Mitwirkung der Gesangvereine bei Veranftaltun- gen der Partei, bei den Heldengedenkfeiern usw. einging. Für das neue Arbeitsjahr der Gesangver­eine stellte er die gleiche Tatbereitschaft wie bisher fest; ferner regte er an, überall da, wo es möglich ist, die Bildung von Kriegschorgemeinflbaften der durch die Zeitverhältnisse geschwächten Gesangver­eine anzustreben, wobei er die Kriegschorgemein­schaft Steinbach und ihr Wirten als vorbildlich hin- tellte. Weiter regte er an, in der Kriegszeit die Mitwirkung von Frauen und Knaben in gemisch­ten Chören bei passenden Gelegenheiten ins Auge zu fassen, da sich hieraus ebenfalls eine Förderung des deutschen Liedes ergebe. Schließlich empfahl er die Veranstaltung von Freundschaftssingen ohne Wertung, zum Schluß nahm er noch kurz zu den

allezeit als Nationalsozialisten zu denken und zu handeln, ein unaufhörliches sein!

So begrüße ich Sie heute als Angehörige un­serer 335jährigen Gießener Alma mater in dieser feierlichen Stunde und verpflichte Sie auf die Ge­setze unserer Universitas in der Gemeinschaft un­seres Volkes.

Nachdem Umversitäts-Bürodirektor Kinkel die Verpflichtungsformel verlesen hatte, nahm Se. Ma­gnifizenz der Rektor die feierliche Verpflichtung der jungen Studierenden vor. Nach einer musika­lischen Schlußdarbietung und dem vom Rektor aus- gebrachten Gruß an den Führer verließ der Lehr­körper die Aula, womit die Feierstunde ihren Ab­schluß fand.

Kreischorleiter Blaß gab anschließend einen Be- »r in großen Zügen auf das Leistungs- Lazarettsingen, die WHW.-Konzerte,

nung die besten Wünsche auch für ihr künftige« Wirken als Sänger ausgesprochen. Den Glückwün» chen des Vertreters des Sängergaues schloß sich Sängerkreisführe Müller im Namen des Sänger« (reifes Gießeii mit herzlichen Worten an. In des Ansprache an die Jubilare wurde in beredter Weiss der hohe ideelle Gehalt des deutschen Liedes unii des Wirkens für dieses Ideal zum Ausdruck gc* bracht.

Sängerkreisführer Müller schloß hierauf bie? arbeitsreiche Tagung mit dem Gruß an den Führer? und an unsere unvergleichliche siegreiche Wehrmacht.

OeffentlicheS Singen am 2. Mai in Gießen.

Zur Verschönerung des kommenden Samstag, 2. Mai, der diesmal Feiertag ist, wird der Bauers che Gesangverein vor dem Theater und am Kreuz» platz öffentlich fingen, während der Gesangverein Heiterkeit" am Bahnhof und am Marktplatz seinÄ Lieder zum Vortrag bringen wird. Beide öffentliche Singen werden in der Zeit von 11 bis 11,30 Uh2 tattfinden.

*

** Wochen markt am nächsten FreitaA Der Samstag-Wochenrnarkt wird in dieser Wochq auf den Freitag, 1. Mai, vorverlegt.

Fußball.

vfB.-R. Butzbach 1:2 (1:1) 1900 Ehringshausen 4:2 (3:1)

Einen schönen und spann-enden Freundsck)afts- kämpf lieferten sich auf dem Waldsportplatz bei* VfB.-R. und Sportv. Butzbach. Die in der Mehr« zahl aus Gastspielern sich rekrutierenden Gäste boten eine gute Leistung. Auch von VfB.-R. sah man seit langem wieder ein gutes Zusammenspiel. Ein Elf* meter brachte den VfB.-R. um ein verdientes Un­entschieden.

Trotz der günstigsten Voraussetzungen hatte 1900 wiederum nur 9 Spieler zur Stelle. Zum Glück trat auch Ehringshausen nur mit 9 Mann an. Der Eifer der Gäste genügte nicht, den besser zusammen^ spielenden Blauweißen den Sieg streitig zu machen. Schon bei der Pause, als das Spiel 3:1 für 1900 stand, war es entschieden.

Im Pokalspiel Wetzlar 05 gegen Watzenbvrn« Steinberg tarn Watzenborn-Steinberg kampflos eine Runde weiter, da Wetzlar wegen Mannschaftsschwie- rigteiten nicht antrat.

Starke Gießener Lustwaffe.

Mit rund 200 Teilnehmern, die Hitler-Jugend einbegriffen, hatten die Waldlaufmeisterschaften des. NSRL.-Gaues und des HI.-Gebiets Hessen-Nassau eine vorzügliche Besetzung aufzuweisen. Start und Ziel befanden sich auf dem Sportplatz in Mainz- Gonsenheim. Die Strecke war etwas mehr als drei Kilometer lang und von den Läufern in der Haupt­klasse zweimal zu durchlaufen. Der Frankfurter Buhlmann hatte nach der ersten Runde eine knappe Führung vor dem Gießener Feld­webel Becker, der in der zweiten Runde die Tücken des MainzerSandes" besser meisterte und mit etwa 40 Meter Vorsprung Sieger und Gaumeister wurde. Da die Gießener Luftwaffe durch die Gefreiten 0 ck st a d t und Rothe auch die Plätze 3 und 5 besetzte, fiel ihr neben der Einzel- meisterschaft auch der Mannschaftssieg vor dem FSV. Frankfurt zu. Die Ergebnisse:

Klasse A (6,5 km): 1. und Gaumeister Feld­webel Becker (LSV. Gießen) 22:30 Min.; 2. Gesr. Buhlmann (FSV. Frankfurt) 22:38; 3. Gesr. Ock­stadt (LSV. Gießen) 22:59; 4. Gefr. Niemann (RSG. Hanau) 23:06; 5. Gesr. Rothe (LSV. Gie­ßen) 23:07. Mannschaftswertung: 1. LSV. Gießen 68:36 Min.; 2. FSV. Frankfurt 71:01 Min.; 3. Geh. TST. Frankfurt 73:30 Min. Klasse B (3 km): 1. Kalbfuß (SV. 98 Darmstadt) 9:08; Mannschaften: 1. LSD. Gießen 27:44 Min.

Sern (81 Frankfurt) Gebietsmeister.

Der Kampf um die Waldlauf-Gebietsmeister- schäft war überaus hart unb spannend. Kern (81 Frankfurt), Veith (342 Bingen) und Ketten doch (166 Taunus) waren sich fast gleichwertig, aber Kern zeigte sich im Endkampf als der Stärkere und siegte : knapp. Den Mannschaftssieg holte sich der Bann 118 Worms vor Frankfurt und Darmstadt.

deutsche Student in Pslichtaussassung und Haltung sowie Lebensführung beispielhaft ist ü r alle d i e Volksgenossen, die in Zu­kunft seine Gefolgsmänner werdey sollen. Lassen Sie uns aber auch nicht vergessen, daß wir d i e h e r o i s ch st e deutsche Zeit der Erfül­lung unserer Geschichte, in der wir leben, dem Führer unb seiner Idee verdanken, d. h. lassen Sie unser Bemühen,

Warnung aus Stendal

Roman von A. Lothar Philipp

15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Ich werde zum Meldeamt gehen und sehen, ob dort etwas über Sumor bekannt ist."

Großartig, Krähe, tun Sie das, und wenn Sie. etwas feststellen, bin ich bereit, an Ihrer Stelle den Besen zu fressen."

Krähe schüttelte etwas ärgerlich den Kops und verließ das Zimmer.

Nach einer halben Stunde war er wieder da und setzte sich schweigend an seine Maschine.

Der Kriminalrat rief ihn unb fragte:

Nun, Krähe, was Neues?"

,Hch muß den Besen alleine fressen", brummte Krähe unwirsch,aber wissen möchte ich doch, woher Sie wußten, daß nichts im Meldeamt steht."

Wenn etwas im Meldeamt stehen würde, wäre Sumor nicht so frech gewesen", gab der Kriminalrat zur Antwort.

Das verstehe ich nicht", sagte Krähe hilflos.

Das können Sie auch gar nicht verstehen, Krähe, bas ist höhere Kriminalistik, unb die beherrschen nur die Kriminalräte."

Unb nach einigen Minuten kam es aus dem Nebenzimmer:

Deshalb bekommen sie auch höheres Gehalt, Herr Krähe."

Der Direktor hatte, wie Willis vermutete, bem Kapitän ber Truppe nahegelegt, seine Nummer durch Hereinnehmen einer ober zweier Frauen etwas aufiulorfern, und war ganz damit einverstanden, daß Irene Norodna, die dem Regisseur als Part­nerin Lands' bekannt war, an ber Nummer mit­wirkte.

Am selben Tage begannen die Proben. Die Nummer mußte umgestaltet werden, vor allem mußte Welt taktmäßig mehr geschult werden. Der Tango, ber ursprünglich weggelassen werben sollte,

wurde beibehalten, unb bie Norodna tanzte dazu einen argentinischen Tango im phantastischen Kostüm, während die drei Willis dazu Banjo schlugen. Da- doch wurde das Rhythmische des Auftritts gewahrt und Welt konnte, von diesem Tango ausgehend, sei­nen besonders schweren Auftritt beginnen, die Bil­dung einer Figur vom Trampolin aus, mit Irene als Obermann.

Die erste Probe klappte ausgezeichnet. Alle spiel­ten sich schnell aufeinander ein, unb namentlich Irene zeigte sich als hervorragende Partnerin, die gute Nerven und eine hervorragende rhythmische Begabung hatte. Sie fungierte als Kunstschützin ganz allein, während die drei Willis das Trampo­lin aufbauten auch das geschah im Rhythmus der Musik, und das war die Neuigkeit, bie besonders dem Regisseur gefiel. Sie benutzten für bie not­wendigen Umgruppierungen auf der Bühne nie­mals die Bühnenarbeiter, sondern machten alles' selbst und sckmfen selbst aus diesen Arbeiten einen Teil ihres Auftritts.

Eberhard Willis beobachtete dabei Petersen ge­nau, weil er fürchtete, daß sich zwischen ihm und Irene wieder etwas anspinnen könnte. Die Selben waren zwar öfters zusammtzn, aber Willis konnte nichts entdecken, was auf innigere Beziehungen schließen ließ. Dafür war ber starke Welt jetzt öfters recht melancholisch und seufzte bei ben unmöglichsten Gelegenheiten.

Nach der dritten Probe sagte ber. kleine Petersen zu Willis: , .. .

Irene war heute reichlich nervös, hast du das bemerkt?"

Nein", gab Willis zur Antwort,ich habe sie beim Tanz beobachtet, habe aber nichts wahrge­nommen. Wieso meinst bu bas?"

Nun, bei der Pyramide hat sie genug zusammen- geschaukelt, bu hast das nicht gemerkt, weil bu zweiter Untermann warst, aber ich, ba oben, bin bald seekrank geworden. Und bei bem Schießakt hat sie zweimal daneben geschossen. Das geht doch nicht."

Warst du gestern abend mit ihr zusammen?" stellte Willis die Gegenfrage.

Siehst du, jetzt denkst bu, ich bin noch bnran schuld. Ich hatte mich gestern abend mit ihr verab­redet, wir wollten zusammen ins Kino gehen. Vor­her war sie ganz vernünftig unb manierlich gewesen, aber bann kam sie eine halbe Stunbe zu spät und war verweint unb aufgeregt. Ich habe sie gefragt, wo sie gewesen sei, aber sie sagte, das gehe mich nichts an. Und seitdem ist sie verändert."

Willis schüttelte den Kopf.

Man könnte aus ber Haut fahren", stöhnte er, und der dicke Welt spielt den Melancholischen. Was ist denn in euch alle gefahren?" Macht das die Luft ober bas Alter ober was?"

Die Weiber", lachte Petersen,nur die Weiber, mein Lieber. Welt stöhnt über Elisabeth unb sagte mir, er fürchte, sie habe mit dieser Sache Lanas etwas zu tun, und er getraue sich nicht, mit ihr zu sprechen, weil er nicht wissen könne, wie weit sie die Hände da mit drin hat. Ich habe ihn einfach ausqelacht"

Warum ausgelacht?" fragte Willis.

Weil es lächerlich ist, darüber zu seufzen. Natür­lich hat die Perling dabei etwas zu tun, zum min­desten als Grund der ganzen Halsabschneiderei. Ich denke mir, die Tat geschah aus Eifersucht, unb Elisa­beth war bie Ursache." . . ,

Kleiner, du bist auch vorrückt", sagte Willis im Brusttöne tiefster Ueberzeugung.

Ich bin nur froh, daß du der einzige Normale bei uns bist", gab Petersen zur Antwort.

Willis mußte viel darüber Nachdenken.

Er hatte seit jenem Abend Elisabeth nicht wieder- gesehen. Ihm waren ganz andere Gedanken im Kopf herumgegangen, vor allem der rätselhafte Ausspruch der Norodna an jenem Abend, als sie nach der Unterredung in der Kantine zum Imperial-Dach­garten gegangen waren. Was hatte sie doch damals 9 !,&enn er Barthold nicht ermordet hatte, könnte ich nicht bei euch eintreten!"

Sie war demnach von der Schuld Lanos' fest überzeugt. Oder war es mehr als das? Wußte sie etwas, das ihr diese Ueberzeugung verschaffte? Hin und wieder, wenn die Sprache darauf kam, hatte sie ihre Meinung geäußert, stets zum Nachteil von Lanos. Anscheinend wollte sie ihn entschuldigen, aber dabei verdächtigte sie ihn immer deutlicher. Was sollte das bedeuten? War sie nicht die Schülerin und Geliebte von Lanos gewesen? Mußte sie nicht schon deshalb mehr von allem wissen, was ihn anging, als andere? Und deuteten ihre Reden nicht auch deutlich genug darauf hin?

Er sprach mit Welt ein paar vertrauliche Worte.

Welt", sagte er,so geht das nicht weiter. Du bist eine Trauerweide geworden. Das geht nicht. Wenn bu als Untermann bei der Pyramide stehst, bann stöhnst bu, daß ich immer denke, es bricht alles zusammen. Nun sage doch offen, Mann, was los ist." '

Welt machte wieder ein melancholisches Gesicht.

Ich weiß nicht, Willis", sagte er,ich werde aus mir selber nicht klar. Als ich Elisabeth wiedersah, da hätte ich Bäume ausreißen können, so verliebt war ich und Petersen auch, ich habe es ihm deutlich angesehen. Und als dann die Sprache auf den Mord von Lanos kam und Elisabeth zugab, bie Ursache zu fein, ba war plötzlich alles aus.

Und Petersen du kennst, ihn ja er machte dauernd ironische Bemerkungen über das treue, minnigliche Weib, als das sie sich gebe, während sie es faustdick hinter den Ohren habe und die Män­ner zum Wahnsinn unb Mord treibe, nur um mit diesen Untaten für sich Reklame zu mad)en. Das hat mir immer einen Stich gegeben, weißt du. Ich weiß nun nicht, hat Petersen recht und ist Elisabeth wirklich nicht die Frau, für die sie sich ausgibt, oder tun wir ihr alle unrecht. Fragen kaiin ich sie doch nicht darnach, beim sie würde mir doch nicht die Wahrheit sagen. Und diese Ungewißheit das ist es, was mich ganz schwach und schlapp macht. Mir schmeckt fein Essen mehr, nachts schlafe irh nicht, es ist zum Kotzen."

(Fortsetzung folgt.)