Sitzung der Ratsherren
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der Ortsteile Klein-Linden, Schiffenberg und W i e s e ck ist der Erlaß einer neuen Satzung über den Schlachthauszwang im Stadtkreis Gießen erforderlich. Danach find künftig die gewerblichen Schlachtungen der eingemeindeten Ortsteile im städtischen Schlachthof vorzunehmen, während für die Hausschlachtungen der Schlachthauszwang erst nach Kriegsende ausgesprochen werden soll. Der neuen Ortssatzung stimmten die Ratsherren zu, ebenso der Aufhebung der alten Polizeiverordnung vom 15. Februar 1930.
Hierauf gab der Oberbürgermeister den Entwurf eines neuen § 6- der Betriebsordnung für die «Feuerbestattungsan läge der Stadt Gießen bekannt, der an' Stelle des § 6 in der alten Ordnung treten soll. Es handelt sich dabei um die technische Behandlung der Aschenreste nach Verbrennungen. Der Aenderung wurde zugestimmt.
Schließlich wurde noch zur Kenntnis gebracht, daß der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — die Rechnungen der ehemaligen selbständigen Gemeinde Wieseck für 1937 und 1938 genehmigt und Entlastung erteilt hat.
Der „Tag der Wehrmacht".
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wirkte in Büdingen bis zum Herbst 1896. Sein weiteres Wirken vollzog sich in folgenden Abschnitten: Herbst 1896 bis Herbst 1899 Gymnasiallehrer am Gymnasium in Gießen, dann bis Herbst 1905 Oberlehrer am Neuen Gymnasium in Darmstadt, bis Herbst 1907 Direktor des Gymnasiums zu Laubach, bis Ostern 1914 Oberlehrer am Ludwigs-Georgs- Gymnasium in Darmstadt, dann bis Pfingsten 1920 Oberstudiendirektor am Realgymnasium in Gießen, von da ab bis zum 1. Februar 1927, wo er in den Ruhestand trat, Oberstudiendirektor am Landgraf- Ludwigs-Gymnasiums in Gießen.
Neben seinem Schulamt stellte er seine Kraft und sein Wissen noch für zahlreiche gemeinnützige Angelegenheiten zur Verfügung. So war er in Darmstadt vorn Herbst 1907 bis Ostern 1914 Vorsitzender der dortigen Kreisgruppe des Flottenoereins, des Frauenvereins vom Roten Kreuz für die Kolonien Ortsgruppe Darmstadt, von 1927 bis 1932 Vorsitzender der Ortsgruppe Gießen des Roten Kreuzes, für die er auch nach seinem Uebertritt in den Ruhestand tatfroh weiter wirkte. Von 1927 bis 1932 hielt er im Rahmen der früheren Volkshochschule Vorträge über „Goethe, fein Leben und fein Werk". Am 26. Januar 1936 konnte Oberstudiendirektor Dr. Baur in bester Frische die Feier seines goldenen Doktorjubiläums begehen.
Dem nunmehr Verewigten wurde weit über ben Kreis seiner Schule und feiner Berufskameraden hinaus große Wertschätzung dargebracht, die sich nicht nur auf seine großen Verdienste als Schulmann, sondern auch auf sein Wirken im ehrenamtlichen Dienst für große Gemeinschaftsaufgaben und auf seine starken persönlichen und charakterlichen Werte gründete. Dem Entschlafenen ist über fein Grab hinaus em ehrendes Gedenken gesichert.
‘ Die Einzelheiten über den „Tag der Wehrmacht" in Gießen im Dienste des Kriegs-Winterhilfswerks find in den letzten Tagen festgelegt worden. Danach ist sichergestellt, daß der Bevölkerung von Gießen und Umgegend von unseren Soldaten vielseitige Unterhaltung geboten wird.
Der Samstag, 28. März, wird einen interessanten Auftakt der Veranstaltungen bringen. Eine G e - schütz st asfel wird um 14 Uhr einen Marsch durch die Stadt antreten, bei dem folgende Straßen berührt werden: Kaiserallee, Mottkestraße, Hitlerwall, Walltorstraße, Marktplatz, Schulstraße, ^onnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liedigstraße, Ludwigstraße, Dismarckstraße, Hindenburgwall, Ludwigsplatz, Kaiserallee. Auf diesem Marsch wird um 15 Uhr am Selterstor und um 16 Uhr am Stadttheater Schießen der Geschütze mit Uebungsmunition statt sind en. — Die Nachrichtenhelferinnen werden am Samstag um 16 Uhr am Selterstor und um 17 Uhr am Kreuzplatz schöne Chorgesänge zur Bereicherung des Nachmittags beifteuern. — Um 20 Uhr findet in Heuchelheim ein Bunter Abend statt.
Am Sonntag, 29. März, werden die Kasernen von 9 Uhr ab zur Besichtigung geöffnet sein. Die Artillerie hat für diesen Tag ein sehr vielseitiges Programm ausgestellt. Vormittags kann man sich beim Kleinkaliberschießen, bei Richtübungen am Geschütz und beim Schießen mit MG. und Geschütz, beim Reiten für Damen und Herren, bei Kinderreiten auf Kleinpserden und bei einer Filmvorführung im Unteroffiziers-Speiseraum unterhalten, man kann gegen Mittag der Ablösung der Hauptwache beiwohnen und' von 12 bis 14 Uhr am Eintopf essen (Löffelerbsen mit Speck ohne Fleischmarken) teilnehmen. Während des Essens ist Unterhaltungskonzert. Am Nachmittag kann man sich wieder dem Schießen mit MG. und Geschütz widmen, einem Geschützexerzieren beiwohnen, ferner kann man wie-
macht hat.
Oberstudiendirektor Dr. Baur war geborener
Hesse, der am 6. Oktober 1861 in Friedberg das Licht der Welt erblickt hatte. Nach dem Schulbesuch in Friedberg und Darmstadt bestand er am Gymnasium in Darmstadt im Herbst 1879 die Reifeprüfung. Sodann studierte er in Gießen, Berlin und erneut in Gießen -klassische Philologie, Deutsch und Geschichte. Im Herbst 1885 bestand^ er die Doktorprüfung mit magna cum laude, im Herbst 1886 legte er das Staatsexanten ab. Hierauf trat er in den hessischen Schuldienst ein, in dem er zunächst von Herbst 1886 bis Ostern 1888 Lehramts- accessist am Gymnasium in Büdingen, dann provisorischer Gymnasiallehrer bis 1891 am gleichen Orte war. Sodann wurde er endgültig angestellt und
aber kann man mit einer Eßmarke mit Ausdruck Universität zum Studentenheim gehen ober daraufhin das Essen im Cafä Leib abholen. Essenausgabe von 11 Uhr ab, spätestens bis 14 Uhr. Wer seinen .,Schlag" nach Hause holen will, muß mit einem ausreichenden Eßgeschirr an der Feldküche erscheinen. Bei tAr Essenausgabe wird der SA. -Musik zug von 11 bis 12 Uhr vor der Universität, von 12 bis 13 Uhr vor der alten Pesta- lo^zischule konzertieren. Als Mittagessen gibt es rote schon mitgeteilt, Erbsen mit Speck oder Nudeln mit Rindfleisch. Für die Essenabholer im westlichen Stadtteil sei betont, daß die Essenausgabe am Sonntag nicht auf Oswalds- garten stattfindet, sondern im Schulhof der alten Pestalozzis ch,u l e am Wernerwall vor sich gehen wird. Daß unsere Soldatenküchen ein sehr schmackhaftes Essen liefern, ist zur Genüge bekannt. Deshalb essen alle Gießener am nächsten Sonntag mit den Soldaten aus der Feldküche!
Besonders betont'fei noch, daß keine Photoapparate in die Kasernen mitgebracht werden dürfen und die Kasernen nur solchen Besuchern of° fenstehen, die ein WHW. - S p ende abzeichen des „Tages der Wehrmacht" tragen.
Sprechstunde des Kreisleiters.
Die Sprechstunde des.Kreisleiters findet am Donnerstag, 26.3.1942, nachmittags von 15—17 Uhr. in Gießen statt.
Amt für Agrarpolitik.
Die Sprechstunde des Amtes für Agrarpolitik findet am Donnerstag, 26.3.1912, nachmittags von 15—17 Uhr, in Gießen, Lonystraße 18, statt.
Erstes Iubiläumskonzert des Gießener Konzertringes
Am heutigen Donnerstag findet das erste der aus Anlaß des 150jährigen Bestehens des Gießener Konzertvereins veranstalteten Jubiläumskonzerte statt. Es spielt das Städtische Orchester unter Leitung von Universitätsmusikdirektor Professor Dr. Stefan Temesvary. Als Solistin wirkt mit Waltraut Schöttler (Violine).
** Frühere Ausgabe der neuen Le - bensmittelkarten. Das Ernährungsamt weist in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil darauf tyn, daß die Ausgabe der Lebensmittelkarten für den 35. Verforgungsabfchnitt mit1 Rücksicht auf die Osterfeiertage vorverlegt wird. Die Ausgabezeiten im einzelnen sowie alles weitere ist der Bekanntmachung zu entnehmen.
** Neue Ausweise zum Kartoffelbezug gibt das Ernährungsamt vom 28. März bis 2. April aus. Man beachte die heutige Bekanntmachung.
** Leichenländung aus der Lahn. Bei Argenstein wurde die Leiche eines Mannes in den mittleren Jahren aus der Lahn gelandet. Wie. festgestellt wurde, handelt es sich um einen Einwohner aus G ie ßen, der Ende vergangenem Woche von der Südbahnhofsbrücke in Marburg in selbstmörderischer Absicht in die Lahn sprang.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. 23. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschcin.
Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsvruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Änzeigenleiter: Hans Beck.
Anzeigenpreisliste Nr. 6.
Oberbürgermeister Ritter hatte am gestrigen Mittwochnachmittag die Ratsherren der Stadt Gießen zu einer öffentlichen Beratung in den Sitzungssaal des Stadthauses Bergstraße eingeladen.
Zu Beginn der Sitzung gedachte Oberbürgermeister Ritter mit herzlichen Worten des vor dem Feinde im Osten gefallenen Ratsherrn, NSV.-Kreis- amtsleiters Frank. Der Oberbürgermeister rühmte dabei die vorbildliche Mitarbeit des auf dem Felde der Ehre gebliebenen Ratsherrn wie auch fein Wirken als treuer natio nalsozialisti scher Kämpfer, von dessen Persönlichkeit, Arbeitskraft und Wissen unsere Volksgemeinschaft und namentlich auch die Stadt Gießen noch viel habe erwarten können. Wie her Gefallene in Treue fein Leben für Führer und Volk hingegeben habe, so werde er in treuer kameradschaftlicher Verbundenheit allezeit im Kreise der Ratsherren fortleben. Die Ratsberren ehrten den gefallenen Kameraden burd) Erheben von den Sitzen.
Sodann berichtete der Oberbürgermeister über den Entwurf einer Satzung über den Schla chthaus- zwang und die Aufhebung einer entsprechenden alten Polizeiverordnung. Durch die Eingemeindung
Aus der Giadi Gießen.
Oberstudiendirektor Or. Baur f.
Am gestrigen Mittwoch ist der in Gießen im Ruhestand lebende langjährige Direktor des Land- gras-Ludwigs-Gymnafiums in Gießen, Oberstudien- direktsr Dr. Baur, nach kurzem Leiden im Alter von 80 Jahren verstorben. Mit ihm ist ein Mann abberufen worden, der sich um die Arbeit der Schule und um die Ausbildung vieler Jahrgänge junger Menschen in hohem Maße verdient ge-
der reiten ober in dem Kasernengelände im Krümper fahren, dem Turnierreiten und anderen sportlichen Vorführungen zuschauen, man kann auch Bohnenkaffee trinken (Tasse 20 Pf.) und noch manche andere Belustigung finden. Das Bierzelt in der gedeckten Reitbahn ist von 14 bis 21 Uhr ununterbrochen geöffnet Eine Verlosung enthält viele wertvolle Gewinne, angefangen von einem mordsgroßen Preßkopf über Weine und Liköre, allerlei Wertgegenstände bis zu einem Wagen Dung. Um den Besuchern, die nicht gerne laufen, den Weg bequem zu machen, haben die Artilleristen einen ständigen Wagenverkehr mit Viererzügen zwischen Ludwigsplatz und der Kaserne vorgesehen. — Die Flieger haben ebenfalls allerlei Vorbereitungen getroffen. Neben der Besichtigung der Einrichtungen des Horstes können die Besucher einen Feldflugplatz in Augenschein nehmen, der Segelflugausbildung beiwohnen und am Nachmittag ein großes Varietepro- gramm genießen, außerdem werden Soldatenchöre singen.
Ein Hauptpunkt des Sonntags ist das Feld- k ü d) e n e f f e n. Hier sti vor allem darauf- hinge- wiesen, daß jeder, der das Essen nicht nach feiner Wohnung holt, also in den Kasernen oder in einer anderen Ausgabestelle ißt, seinen Löffel mit- bringen muß. Das Essen jpirb nur gegen Aushändigung der von den NSV.-Wockw altern verkauften Eßmarken abgegeben, an den Feldküchen und den Ausgabestellen wird also gegen Bargeld kein Essen zu haben fein. Wer in der Berg- E a f er ne essen will, muß dvrchin auch einen Teller oder ein anderes Eßgeschirr mitbringen. Zur Ausgabe des Essens ist folgendes von besonderer Wichtigkeit: man kann das Essen nur an d er Stelle empfangen, die auf der Essenmarke durch Aufdruck genannt ist, also z. B. im Studentenheim, wenn die Eßmarke dorthin lautet, im Ease Leib, wenn die Eßmarke diese Ausgabestelle nennt. Nicht
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