Harte Angriffskämpfe im Nor-abschnitt
japanische Besetzung der Andamanen
Oer Wehrmachtbericht.
DM. Aus dem Führerhaupkquartler, 25. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Auf der Halbinsel Kertsch wurden erneute Angriffe stärkerer Kräfte des Feindes abgewiesen. 3m Donezgebiet scheiterten die andauernden stärkeren Angriffe des Feindes an der Abwehr deutscher und rumänischer Truppen. Bei den erfolgreichen örtlichen Angriffen deutscher Truppen an der Front ostwärts Charkow erlitt der Gegner hohe Verluste an Menschen und Material.
3m nördlichen Frontabschnitt haben Verbände des Heeres und der Waffen-^ in mehrtägigen horten Angriffskämpfen unter schwierigsten Gelände- und WitterungsverMtnissen den in die eigenen Stellungen eingebrochenen Feind geworfen und Gegenangriffe stärkerer Kräfte erfolgreich abgewiesen. Bei diesen Kämpfen hat sich die ff-poli- zeidivision besonders ausgezeichnet.
3n allen Abschnitten griffen Verbände der Luftwaffe wirksam in die Lrdkämpfe ein.
3m Hasen von Murmansk gelang es bei CufL angrifsen, ein größeres Handelsschiff sowie Kai- Anlagen erheblich zu beschädigen. Deutsche 3äger schossen im hohen Norden sieben 3agdflug- zeuge des Musters hurricane und ein sowjetisches Flugzeug ab.
(Eine 3agdstafsel desitalienifchenLxpedi-
Sotto, 26.März. (DRV.) wie das Kaiserliche Hauptquartier mitteilt, führten japanische Armee und Marinestreitkräfle in der Morgendämmerung des 23. März eine überraschende Landung in Port Blair auf der 3nsel Süd-Andaman durch. Die dort stehenden britischen Truppen haben, die Zwecklosig- teil eines Widerstandes einsehend, bedingungslos kapituliert.
t i o n s k o r p s hat sich an der Ostfront als Begleitschuh deutscher 3agdflugzeuge besonders bewährt.
Die 20. Panzerdivision hat in mehrwöchigen schweren Abwehrkämpfen im Osten über 140 zum Teil überlegene und von Panzern unterstützte Angriffe des Feindes unter hohen blutigen Verlusten für den Gegner abgewehrt und hierbei insgesamt 65 Panzer vernichtet.
3n Nordafrika geringe beiderseitige Späfj- trupptätigkeit. Schiffsziele des Hafens La Valetta auf Malta wurden am Tage in rollendem Einsatz erfolgreich bombardiert, hierbei erhielt ein Kreuzer mittschiffs einen Bombentreffer, während andere Bombeneinschläge in unmittelbarer Nähe von zwei Handelsschiffen sowie in Dockanlagen und im Arsenal beobachtet wurden, weitere Luftangriffe richteten sich gegen Flugplätze der 3nsel. Begleitende 3äger brachten zwei britische Flugzeuge zum Absturz.
An der Südküste'Englands belegten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht die Häfen von Portland und Weymouth mit Bomben. Mehrere militärische Ziele wurden schwer getroffen.
Bei wirkungslosen Angriffsversuchen eines gemischten britischen 3agd- und Bomberverbandes am Tage auf das französisch-belgische Küstengebiet verlor der Feind durch 3agdabwehr acht Flugzeuge. 3n der letzten Nacht schossen Flak und Marineartillerie zwei britische Bombet ab.
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Zwischenspiel in Abessinien
Von unserem ust.-Berichterstatter.
(92. Jahrgang Nr. 72
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags
Beilagen:
Gießener Familienblätter Heimat imBtld DieScholle
Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80
Zustellgebühr,.. ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt FerrrsvrechanschluK 2251 Drahtanschrift: ,Mn$etge£ Postscheck 11686 Frankf./M.
Ausfuhr gewonnen wird, während die meisten tropb schen Nutzpflanzen eingeführt werden müssen. Auf der Insel Süd-Andaman liegt der Hauptort der Inselgruppe Port Blair, feit 1858 britische. Strafkolonie für Indien.
Oie japanischen Operationen in Burma.
S ch a n g h a i, 26. März. (DNB.) Die ernste Lage der von Tschmrgking-Trupp en verteidigten burmesischen Stadt T 0 ung 0 0 wird im Tschungkmg-H.ee- resbericht zugegeben. Den an greifenden japanischen Streitkräften gelang Dienstag abertd die Umflügelung der Tschungking-Streitkräfte nördlich der Stadt. Der Flugplatz wurde besetzt. Ein feindlicher Gegenangriff wurde in heftigen Kämpfen zurückgewiesen. Japanische Kavallerie erreichte in weitausgreifender Bewegung Y e d a s h e , etwa 30 Kilometer nördlich von T 0 ung 0 0 , wodurch Toungoo von der Straße nach Mandalay ab geschnitten wurde.
(Naclchruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Rom, März 1942.
Ist der Negus.Negesti, der „Löwe von Juda" auf dem Throne Salomons, eine tragische qder nur eine groteske Figur auf der Schaubühne des gegenwär- ttgen Geschehens? Eine bekannte Tatsache ist es, daß Halle Selassie, nachdem die italienischen Ostafrikatruppen nach heldenhaftem Widerstand Addis Abeba geräumt hatten, wieder mit Hilfe der Südafrikaner und Engländer in-die Hauptstadt Abef- iniens zurückkehrte, aber dort eine recht triste Rolle spielt. Man muß sich erinnern, daß es dem Negus gelang, mit einem prall gefüllten Sack von Maria-Theresien-s^alern Abessinien za verlassen und ich über Jerusalem nach London zu begeben, wo man ihn als Märtyrer und Helden feierte, in Göns eine Operettenrolle spielen ließ, dann aber wieder vergaß und ihn in einer Londoner Vorstadt in recht ärmlichen Verhältnissen verkümmern ließ' Nach dem Ausbruch -es jetzigen Krieges wurde Halle Selassie wieder aus der Versenkung heroorgeholt; er war plötzlich wieder der Held, nach dem angeblich das „geknechtete Abessinien glühend verlangte". So wurde der Exnegus zum Rang eines britischen Bundesgenossen erhoben und dann als Londoner Propagandafigur, reichlich mit Geldmitteln versehen, nach dem Sudan geschickt, wo er an den Grenzen Aethiopiens warten mußte, bis den Empire-Truppen der Einbruch in das Land gelang.
Der Einzug Halle Selassies in Addis Abeba war aber kein triumphaler. Er mußte erkennen, daß die Briten ihn nicht aus Liebe und Gerechtigkeitsgefühl zum Bundesgenossen erkoren hatten, sondern dabei recht egoistische Ziele verfolgten. Kaum nämlich, daß die Italiener den größten Teil Abessiniens geräumt chatten, entsannen sich die Engländer, daß sie ja während des Besuches des seligen Chamberlain in Rom mit Italien einen Vertrag abgeschlossen hatten, in dem die Regierung Sr. Britischen Majestät das Ostafrikanische Kaiserreich Italiens anerkannt hatte, daß es also einen Negus Negesti als souveränen Kaiser von Aethiopien nicht mehr geben könne. Es gäbe also nur noch einen „Ras Rafari", wie der Negus vor seiner Krönung hieß, der sich unter die Aufsicht der britischen Kolonialverwaltung zu stellen habe. Auch die britische Presse vergaß plötzlich alle die wrihrauchdurchtränkten Lobeshymnen, die sie dem seines Thrones beraubten exotischen Herrscher gewidmet hatte. In der „Times" erschien z. B. ein Aufsatz, in dem die vor kurzem noch so hoch eingeschätzten abessinischen Bundesgenossen als „kraushaarige Buschmänner" bezeichnet wurden, und in dem auf Hatte Selassie gar keine Rücksicht genommen wurde. Südafrikanische Blätter und die Zeitungen in Kenia verlangten die glatte Einverleibung Abessiniens in den britischen Kolonialbesitz! '
Ganz reibungslos ist es, wie man jetzt erfährt, bei dem britischen Stimmungswechsel dem Negus gegenüber nicht abgegangen. Das britische Kommando hatte von den Abessiniern die Auslieferung aller Waffen verlangt. Einige Ras, d. h. Stammeshäuptlinge, die man gegen die Italiener aufgehetzt und bewaffnet hatte, weigerten sich, dem Befehle nachzukommen. Sie nahmen englische Soldaten, die gekommen waren, um ihnen die Waffen abzunehmen, gefangen und liehen sie füsilieren, Nnn
Die Schläge, die von der deutschen und der italienischen Wehrmacht dieser Tage einem auf Malta zustrebenden und mit wichtigem Nachschub beladenen G e l e i t z u g zugefügt worden sind, waren zu gewaltig, um ganz verschwiegen werden zu können. Die Welt hat ausgehorcht, als sie aus den Wehrmachtberichten Deutschlands und Italiens von dem neuen großen Erfolge der Achse Kenntnis erhielt. Es war also London nicht mehr möglich, die Sache einfach totzuschweigen. Es mußte dazu Stellung nehmen und tat das in der Form, die uns bereits sattsam bekannt ist, man wand sich hin und her, um etwas zu sagen, aber nichts zuzugeben. „Ergebnisse sind bisher nicht eingelaufen, es ist bekannt, daß der Gegner vertrieben worden ist, ohne daß unsere Schiffe beschädigt wurden ... Die Ankunft in Malta wurde durch einen plötzlich aufkommenden Sturm verzögert, hierdurch wurde ein starker 'feindlicher Luftangriff nicht verhindert ... Ein Har^elsschstj ist gesunken." .. _
Um diese Berichterstattung gebührend würdigen zu können, muß man die Berichte des deutschen und des italienischen Oberkommandos dem Londoner Gerede gegenüberstellen: Der deutsche WehrmachtWricht vom 24. März enthielt folgendes: „Auch im Mil- telmeer wurden d^m Gegner schwere Verluste zugefügt. Im Zusammenwirken mit italienischen Lu stund Seestreitkräften gelang es der deutschen Luft- wasfe, einen auf Malta zusteuernden Geleitzug zu zerschlagen. Dabei versenkten deutsche Flugzeuge ■ ali. in drei Handelsschiffe mit etwa 18 000 BRT. und beschädigten drei weitere Handelsschiffe, einen Kreuzer und einen Zerstörer schwer." Und der italienische W.hrmach^bericht wußte zu melden: „In den Luft- und Seekämp^en im Mittelmeerraum wurden mit Sicherheit von der italienischen Luftwaffe ein britischer Kreuzer, eine Einheit, beren Typ nicht fest- gestellt werden konnte, und ein Frachter von 10 000 BRT. versenkt. Drei weitere britische Kreuzer, darunter zwei schwere, ein Zerstörer und drei weitere britische Frachter wurden beschädigt. In dem darauf folgenden Seegefecht im Golf der Syrte wurden von italienischen Seestreitkräften ein britischer Kreuzer und zwei Zerstörer getroffen. Eine weitere feindliche Einheit wurde von einem italieni- fchen Unterseeboot torpediert." Angesichts dieses De- bacles ist es verständlich, daß sich Reuter in-Krämpfen windet, um die Wahrheit nicht zugeben zu müssen.
Oas Seegefecht in der Syrte.
R 0 m, 2-5. März. Me der italienische Wehrmachtbericht meldete, war auf den Angriff auf den Malta ansteuernden britischen Geleitzug ein Seegefecht im Golf der Syrte gefolgt, in dessen Verlauf ein briti-
Vergebliche Verschleiermgsmanöver um Malta
Von unserer Berliner SchrifLleitung.
wird. Der nordamerikanische General Mac Arthur und sein Vertreter General Brett haben die australischen Generäle, wie Bennett, völlig in den Hintergrund geschoben. Eine besondere Befehlsgewalt der australischen Generäle besteht nicht mehr. Der Kleine Kriegsrat,der von General Mac Arthur gebildet wurde, setzt sich aus ihm und seinem Vertreter Brett zusammen. Ferner gehören ihm drei Offiziere der australischen Armee an, aber diese sind militärisch die Untergebenen Mc. Arthurs und Bretts. *
Oie USA. übernehmen Sowjet-Schlachtschiffe.
Tokio, 25. März. (Europapreß.) Die beiden Schlachtschiffe, die die Sowjetunion im Jahre 1938 in den Vereinigten Staaten in Auftrag gegeben hatte, sollen der nordameri- ka Nischen Flotte ein gegliedert werden, weil die Schiffsbauten in den USA. weit hinter den aufgestellten Plänen zurückgeblieben sind. Es handelt sich dabei um zwei Schlachtschiffe von je 35 000 Tonnen mit je neun 40-cm-Geschützen, die der gegenwärtige Stabschef der Sowjetflotte, Swir- noff, bei seiner Reise nach Amerika 1938 in Auftrag gab. Auf Grund der schweren amerikanischen Schiffsverluste soll man in Washington beschlossen haben, die beiden kurz vor der Vollendung stehenden Schiffe nicht abzuliefern, sondern den Auftrag zu annullieren. Das japanische Blatt „Hoch!" erklärt dazu, diese Tatsache beweise am besten, daß die amerikanische Rüstungsindustrie nicht in der Lage ist, das Aufrüstungsprogramm zu erfüllen.
Oer Führer empfing König Boris von Bulgarien.
DNB. Aus dem Führerhaupkquariler, 25. Wär;. Der Führer empfing am 24. Würz in feinem Hauptquartier König Boris von Bulgarien und hatte mit ihm eine lange und herzliche Aussprache. Die Besprechung verlief im Geiste der im Weltkrieg begründeten Waffenbrüderschaft und Freundschaft zwischen Deutschland und Bulgarien. Abends war König Boris Gast des Reichsministers des Auswärtigen v. R i b b e n f r 0 p in seinem Quartier. Am 25. Würz stattete König Boris dem Reichsmarschall Hermann Göring in Karin- Hall einen Besuch ab.
SiehöchsteIMHmngsprobe
Von Major Wölfingcr, Oberkommando des Heeres.
In der Fülle der Bilder und Berichte vorn Kampf- geschehen in der gewaltigen winterlichen Abwehrschlacht im Osten spiegelt sich das Ausmaß des militärischen Erfolges der deutschen Waffen gegen einen Gegner, der mit unerhörter Zähigkeit und großer materieller Ausrüstung in diesem Winter in immer neuem Ansturm die deutsche Ostfront ins Wanken bringen wollte. Jede Stunde und jeder Tag bringt die immer neue' Bewährung jedes einzelnen deutschen S 0 l d a t e n , der in dieser Winterschlacht gegen die Sowjets steht. Soldatentum in seiner reinsten und klarsten Prägung ist in diesen Kampfwochen auf den Schlachtfeldern in der sowjetischen Schneewüste erlebt und geformt. Die Heimat hat sich aus den knappen Meldungen des Oberkommandos der Wehrmacht eine Vorstellung von diesem unerbittlichen Ringen gegen den Massen- sturm der Sowjets gebildet, die sie etwas ahnen läßt von der Summe an hartem, zähem Kampfes- • willen, an Opfern und äußersten Krastanstrenaun- gen, die in diesen knappen Sätzen eingeschlossen sind.
In dieser Winterschlacht im Osten aber steht b e r beutsche Infanterist als erster am Feinb. Die harten Karnpfbebingungen des Winterkrieges haben wie so manche Bilber von der Front, auch das Bilb bes Infanteristen wesentlich verändert. War er uns im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres noch in Erinnerung, wie er auf den endlosen Straßen stfiub- und schweißbedeckt vorwärts drängt, wie er hemdärmelig, mit offenem Kragen, seinen Stahlhelm mit Grünzeug getarnt, feindliche Bunker, Ortschaften und Feldstellungen stürmt, so sehen wir ihn jetzt dick vermummt im weiten Mantel, den Kragen hochgeschlagen, den Kopfscbützer überzogen, zum Teil mit Pelzmütze, Schneeyemd und Ueberschuhen bekleidet, in seinem schneeverwehrten Deckungsloch liegen, lieber weite, öde Schneefelder geht sein Blick hinüber zum Feind. Noch entschlossener, noch härter sind seine Gesichtszüge geworden. Fast scheint es uns, als hätte erst der russische Mater in dem deutschen Infanteristen jene Kräfte geweckt, die dem Frontsoldaten die letzte eiserne und unerbittliche Standhaftigkeit verleihen.
. Wenn etwas in der Lage war, unsere tiefe Bewunderung vor den Leistungen unserer Infanterie noch zu steigern, so ist es dieser russische Winter k r i e g mit all seinen klimatischen und kamps-
*
Die durch ihre Lage am Ostrande des Golfs von Bengalen seestrategisch äußerst bedeutsamen, zu Britisch-Jndien gehörenden Andamanen-Jnseln bestehen au? den vier Haupttnfeln Nord-, Mittel-, Sud- und Klein-Andaman sowie etwa 200 kleineren Inseln mit insgesamt 6500 qkm. Die Bevölkerung von rund 18 000 Menschen besteht hauptsächlich aus Indern, nachdem die zwergwüchsige Urbevölkerung von den Briten bis auf wenige hundert Köpfe ausgerottet worden ist. Die Inseln sind von dichten Urwäldern bedeckt, aus denen u. a. Ebenholz für die
gingen die Briten zu Repressalien über. Sie internierten den Negus in seinem Palast und hielten ihn dort als Gefangenen. Auch beschlagnahmten sie die von den Italienern ausgebauten Bergwerke, von denen der Negus behauptete, daß sie sein persönliches Eigentum seien. Erst nach langen Verhandlungen und Protesten des Bevollmächtigten des Negus in London gelang es Halle Selassie durch- zusetzen, daß das Foreign Office ihm seinen Titel als Negus Negesti wieder anerkannte. Aber bei dieser förmlichen Titelanerkennung hat es auch sein Bewenden gehabt, denn dem Negus blieb es verbotest, eine eigene Armee zu halten uhb seine „kaiserlichen" Vorrechte wurden so stark beschnitten, daß von ihnen kaum etwas mehr übrig geblieben ist.
Die Nachrichten, die aus Addis Abeba an die Oeffentlichkeit bringen, sind zu dürftig, pm sich ein Urteil darüber bilden zu können, wie sich die Abessinier selbst zu diesem Herrschaftswechsel stellen. Da ihan sie ja in London zu „kraushaarigen Buschmännern" abgestempelt hat, wird man sich darüber auch keine Sorgen machen. Inzwischen rücken aber zahlreiche britische Soldaten aus Kenia und aus Südafrika in Abessinien ein und lassen sich dort häuslich nieder. Der Negus hat anscheinend als Londoner Marionette ausgespielt, und so läßt man ihn denn jetzt allmählich fallen. Natürlich ist das, zukünftige Schicksal Abessiniens noch lange nicht entschieden. Die Abessinier selbst erkennest jetzterft durch den krassen Gegensatz in wachsendem Umfang die Kultursegnungen, die ihnen das faschistische Italien gebracht hat. So gab es früher keine geschriebenen Gesetze. Das herrschende, auf einem barbarischen Brauchtum fußende Recht, war ein Recht der Vergeltung bzw. der Zahlung von Blutgelb. Das den kolonialen Verhältnissen angepaßte italienische Strafrecht wurde in Abessinien eingeführt und den Eingeborenen das Berufungsrecht bis hinauf zum Kaiser und König in Rom eingeräumt. (Ein gehöre* nen-Schulen wurden im ganzen Lande eingerichtet. Krankenhäuser wurden gegründet, in denen tüchtige und landeskundige Aerzte die Seuchen bekämpften. Die in Abissinien weit verbreitete Lepra wurde durch Absonderung der vom Aussatz Befallenen eingeengt. In den größeren Städten erschienen Zeitungen in italienischer Sprache wie auch in der der Amhara- und der Galla-Stämme, die zahlreiche Leser fanden. Vor allem aber hatten die Italiener das Vertrauen der Bevölkerung durch ihre unparteiischen und freundlichen Verwaltungsmethoden gefunden, die sich von der hochmütigen und skrupellosen Art der Briten gegenüber den (Eingeborenen stark unterschieden.
Keinesfalls fühlen sich die Abessinier als ein durch die Briten von einer Fremdherrschaft befreites Volk. Sie fpuren es deutlich, daß sie wieder nur ein Ob- jetzt rücksichtsloser britischer imperialer Politik geworden sind. Auch der Negus Halle Selassie wird, nachdem er sich wieder auf den Thron des großen Menelik setzen durste, kaum seine Enttäuschung verbergen können. Er muß sich für die Kriegsdauer mit der Rolle eines Hellsten von Londons Gnaden begnügen, mit der Gewißheit allerdings, daß mit dem Sieg der Achse sein Zwischenspiel in Abessinien beendet sein wird, was für das abessinische Volk und Land endlich Riche und friedliche Wohlfahrt verbürgt.
scher Kreuzer und zwei Zerstörer von italienischen Seestreitkräften getroffen und eine weitere feindliche Einheit von einem italienischen U-Boot torpediert worden war. Nach ergänzenden Berichten italienischer Blätter hatte eine aus drei Kreuzern und vier Zerstörern bestehende italienische Flottenibioision den Feind, der sich bis dahin hart an der nordafrikani- sschen Küste gehalten hatte, am Sonntag nach 16 Uhr in der Syrte gesichtet, sie eröffnete das Feuer auf einen britischen Teilvestband, der fünf Kreuzer und zehn Zerstörer umfaßte. Die britische Formation nebelte sich ein und erwiderte das Feuer. Nach längerem Manöverieren unter fortwährendem Salvenwechsel glaubten die Engländer, die von' ihnen eskortierten Transportschiffe in Sicherheit gebracht zu haben und nun ihrerseits zum Angriff gegen die zahlenckäßig unterlegene italienische Kreuzerdivision oorgehen zu können. In diesem Augenblick erschien das italienische 35 000 Tonnen große Schlachtschiff „L i 110 r i 0" am Horizont und eröffnete mit seinen 38,1-cm-Drillingstürmen das Feuer. Die feindlichen Kreuzer zogen sich darauf unter neuer Einnebelung rasch zurück. Aus der Nebelwand stießen acht britische Zerstörer heraus und schossen 30 bis 40 Tor-
■ jos ab, die jedoch sämtlich ins Leere gingen. (Eine 12-cm-Granate eines .feindlichen Zerstörers traf einen italienischen Kreuzer und brachte ihm, ohne zu explodieren, eine Schramme bei. Dies war der einzige Treffer, den die Engländer während des langen Seegefechts verzeichneten. Das Schlachtschiff „Littorio" hatte unterdessen auf einen seindlichen Kreuzer mit einer Salve ihrer schweren Kaliber einen Volltreffer erzielt. Von dem Kreuzer erhob sich sofort eine gewaltige Flammensäule. Italienische Kreuzer trafen mindestens zwei feindliche Zerstörer. Während bes ganzen Gefechts herrschte hoher Seegang. . .
Die Ueberrefte bes am 22. und 23. März von italienischen und deutschen Luft- und italienischen Flottenstreitkräften zersprengten englischen Geleitzuges wurden erneut von zwei italienischen Torpedoflugzeugen angegriffen. Zwei Kreuzer erhielten Torpedöttesfer. Einer der Kreuzer gab- sofort Schlagseite.
Die australische Armee der Ur?A.-Webrmacht unterstellt.
S10 ck h 01 m, 26. März. (DNB.) Die letzten englischen Zeitungsberichte aus Austtalien melden, daß das Ende der selbständigen australischen Armee herangekommen ist. Vor allem aus einer Meldung des Sonderkorrespondenten der „Daily Mail" geht hervor, daß die austtalische Armee reorganisiert und zu einem Teil der USA.-Wehrmacht gemacht
a Donnerstag, 26. Htär$ (942
Gießener Anzeiger
vrühlfthe Unioer ftiStstradtni 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen «ietzen^Lchnlftratze 7-9


