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rat w Kongreßpartei auf einer Tagung kn ffanbn ihre frühere Forderung nach der Gewährung des Vomimon-Status durch einen Mebrbeit^ heichluß ab a eand ert und jetzt volle U nS hängigkeit von England gefordert '

U eine Entschließung die vereinig,en^Na^onen fordern bald eine bindende Erklärung ab>u"

Ceylon- Freiheit nach dem Kriege s gg^n!

Neue Balkan-Straßen.

Sofia, 23. Dez. (Europapreh.) Äwilcken «ul. «arten unb Italien wurde eine Vereinbarung über tot Bau von zwei internationalen Straßen ae> troffen, Die von den albanischen Häsen Dur-zzo iind An t iv ar 'Uber Mazedonien und Sofia nach der bulgarischen Donaustadt Russe führen sollen. Vie Gründung einer bulgarisch.italienischen Trans- portgeselllchaft zur Ausnutzung der neuen Straßen ift vorgesehen. Auf die 5000 qm große Freiheit-zone in Antwari hat Bulgarien eine Konzession für sechs Jahre erworben. 1

Belagertes Tschungking.

Genf, 24. Dez. (DRB. Funksptuch.) Der eng­lische Brigadegeneral C. R. Woodrofle erklärte als Leiter der Petin Syndicate Aktiengesellschaft, daß Tschungking-China in diesem Augenblick nichts an­deres mehr sei, als ein von allen Seiten belager­tes Land, das nur noch aus der Luft ver­sorgt werden könne. Woodrofte sagte weiter:Die Niederlagen Englands, insbesondere der Verlust von Burma, lösten ohne Zweifel in China eine mo­ralische Erschütterung aus, die noch schwe­rer wiegt als die materiellen Verluste. Es ist des­halb absolut lebenswichtig, daß Burma so rasch wie möglich zurückerobert wird,damitTschung- king sein Kriegsmaterial wieder erhalten kann. Tschungking benötigt vor allem Flugzeuge, Panzer- wagen und schwere Artillerie, alles Kriegsmaterial, das es nicht im eigenen Lande Herstellen kann. Wirkliche Hilse kann Tschungking nicht erhalten, ehe die Burma st raße, Chinas lebenswichtige Der- dindungslime, wiedeer geöffnet und gesichert ist."

Stalin wühlt in England.

Don unserer Berliner Schriftleitung.

Die kommunistische Partei Englands hat bei der Labour Party ihrenAnschluß" beantragt. Man darf auf die Antwort gespannt sein Der englischen Arbeiterpartei wird es angesichts der hochgetriebenen Wellen von Sowjetsympathien in England herzlich schwerfallen, mit einem klaren ru antworten, auch wenn sie einen solchen escheid gern erteilen möchte.

Die englische Arbeiterpartei hat ein ganz eigen- mliches Gefüge: Ihre eigenen politischen Oraani- find sehr spärlich; sie ist tm wesentlichen politische Vertretung derGewerkschaften, auch die Part eibeit rage erheben. Die englischen "chaften haben ihrerseits einen merklichen ng zu zünftlerischer Abschließung. Sie haben viele griffe und Vorstellungen der Gesellenverbünde bewahrt, die das Gegenstück der allen Zünfte waren. 6me ihrer wichtigsten Aufgaben sehen sie darin, die Grengen desgelernten Arbeiters" stritt inne- «halten, das Antern en zu vermeiden und dafür zu ifergen, daß nicht etwa ein Kesselschmied die Arbeit Oms Schlossers (ober umgekehrt) durchführt. Die besonderen Aufgaben der Kriegswirtschaft, vor allem bte Heranziehung der Frauen, stellten schon schwere iBetaftungen dieser engherzigen Auffassungen dar.

Stalln war nie ein Freund der enallschen Ge- Verkschaften, die er als Knidentts für die moderne

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technische Fließarbeit ansieht. Die englischen Ge­werkschaftler und das sind die Leute der Labour Party haben ihm diese Abneigung reichlich ver­golten und zum Beispiel Sir Stafford Crivp.s wegen seiner bolschewistenfreundlichen Sympathien aus dem Vorstand der Arbeiterpartei hinausge­drängelt.

All diese Voraussetzungen müssen verstanden wer­den, um die besondere Tücke des Anschluß gesuchs der bolschewistischen Biedermänner zu würdigen. Im Grunde ist es die in Spanien und Frankreich schon so rühmlich ausprobierteVollsfront", die die Bolschewisten aetreu den Beschlüssen des 7. Welt­kongresses der Komintern jetzt auch in England durch- exerzieren wollen.

Die Labour Party muß jetzt Farbe bekennen, und wenn ihr schwül dabei zu Mute ist, wird sich auch Churchill nicht über diese Schwierigkeiten reinen Herzens freuen können, denn wenn der Bolsche­wismus letzt feinen Anspruch anmeldet, ganz Eng­land zu bolschewisieren, bann sind es seine Phrasen, die sich jetzt gegen ihn kehren. Zwischen Scylla und Charibdis, zwischen dem Imperialismus Roosevelts und dem bolschewisllschenFreund", sitzen Churchill und die Labour Party und wissen nicht, was tun. Die ©ötterbämmerung beginnt auf England herab- zusinken.

Kunst und Wissenschaft

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Roosevelt zerrüttet Südamerika

Don unserer Berliner Schristleitung.

waren zugesagt. Man kann es wohl verstehen, wenn toe bolivianischen Politiker aus ihreBeloh­nungen" Washington warteten und daß ihnen darüber jede Gemütlichkeit ausging, denn die Preise gten, die Lebensrnittel und alles, was zur Fri- g des Daseins nötig ist, wurden unerschwingLich.

auch in anderen von Roosevelts lügenhaften Versprechungen enttäuschten südanttrikanischen Län­dern machten diese Schwierigkeiten der bolivianischen Regierung erhebliche Kopfschmerzen. Sie führten dazu, daß in den einer noidamerikanischen Gesell­schaft gehörenden Zinngruben Bolivien fördert ein Viertel der Weltproduttion an Zinn im Ca- taoigebiet eine Arbeiterbewegung ausbrach, die sich gegen die Wucher preise in den der Gesell­schaft gehörenden Warenhäusern und für eine Aus- besserung der Löhne aussprach. Da die Gesellschaft im Verein mit gewissen bolivianischen Parlament- lern unerbittlich blieb, nahm die durchaus yankee- feindliche Bewegung den Charakter eines General­streiks an, die bolivianische Regierung ließ daraufhin einigeLinksrepublikaner", wie es in der Meldung hieß, einfperren und verhängte auf Geheiß Roose­velts am 15. Dezember den Belagerungszustand. Wieweit nun wirklich Bolschewisten oder, was wahr­scheinlicher ist, national gesinnte Dottvianer die Re. gierung zu stürzen versucht haben, bfefet abzu­warten.

Heber die Schweiz kommen Nachrichten aus der Itoamerifantfchen Republik Bolivien, wonach hort eine bolschewistsiche Revolution ausgebrocken fti. Ob es sich tatsächlich um einen bolschewistischen Umsturzversuch oder um eine nationale Bewegung [gegen die Dankeeabhänaigkeit handelt, muß bis zum Eintreffen genauerer Nachrichten dahingestellt blei­ben, denn die Nankees, die das Nachrichtenmonopol über den größten Teil Südamerikas in Händen 'haben, bedenken gern eine nationale Bewegung in rbtn von ihnen abhängigen Landern mit Greuel- j Märchen und Schauernachrichten.

I Deutschland hatte mit Bolivien die besten Dezie- mungen, deutsche Siedler und Kaufleute haben viel mir die Wirtschaft des Landes getan, eine deutsche Mtgseuggesellschaft vermittelte den Verkehr, und her deutsche General Kundt baute in den zwanziger Batyren das bolivianische Heer nach deutschem Mu­ster auf. Aber bestechliche Parlamentarier benutzten Iben Kampf der Achsenmächte gegen die Pluto krallen, mn sich auf die Seite Roosevelts zu stellen. Aber !schon im August 1942 warf das bolivianische Blatt LUItima Hora" Roosevelt Wortbruch vor und zählle lauf, was Roosevelt, um die Bolivianer zu fangen, ihnen versprochen hatte: eine Anleihe von 25 Mil» Konen Dollar und weiter 5Ve Millionen Dollar zum l>öug6au bolivianischer Ölvorkommen und schlleßlich ^Millionen Dollar zur Stabilisierung der ballviam. sch« Währung. Dazu habe er Eisen- und Stähl­

ernem teilnehmenden Chor, vor sich geht und in dem Hellen Lub-el allgemeiner Freude endigt. Zn der jetzigen Fassung tritt an Stelle des verbindenden ge- sprochenen Wortes das ReHitatto, das Werk ftrebt zum Stile der commedia dell arte, die Musik wächst, insbesondere wo chr psychologisch schildernde Auf- gaben zukommen, aus dem Naiven heraus zur großen Tonmalerei. Die Betonung der Bezeichnung Kinderoper" liegt nunmehr aus dem WorteOper". Frischenschlagers Instrumentierung ist in ihrer Klangbeweatheit und koloristtschen Mvdulatton von größter Frische, originell, ans Volkstümliche streifend, und einsallsvoll. i Otto Kunz.

Hans Otto Becker 65 3a$rc all.

Wenn jemand den Ehrentttel ,Heimatschriftsteller" mit Recht verdient, so ist es der seit einigen Jahren in Darmstadt wohnende Amtsgerichtsrat a. D. Hans Otto Becker, lieber drei Jahrzehnte konnte er neben der Erfüllung seiner Richtertättgkeit im Oden- wald, in Oberhessen und zuletzt in Dieburg, eine reiche schriftstellerische Tätigkeit entfalten. Geboren am 28. Dezember 1877 in Darmstadt, besuchte er dort das Gymnasium und widmete sich sodann dem Stu- dium der Rechtswissenschaft. Im Jahre 1904 erschien sein erstes BuchDie Schwurgenossen". Eine Anzahl Romane folgten, die alle einen Grundzug tragen: die Liebe zur heimatlichen Scholle. Dank seiner weit- umfasienden Literaturkenntnis schrieb H. O. Becker lesenswerte Abhandlungen über Musik, Kunst, Volks- und Heimatkunde. Welcher Heimatfreund oder Mit- alied des Odenwaldklubs, dem er als Vorstandsmit­glied angehört, kennt nicht feine fesselnd aeschriebe- nen Landschaftsschilderungen? Seit vielen Jahren ist er auch geschätzter Mitarbeiter unserer Heimat im Bild".

Johannes Vincenz Cissarz gestorben.

Der Maler und Graphiker Prof. Johannes Din- cenz Cissarz ist im Alter von 70 Jahren in Frankfurt a. TL gestorben. Cissarz hat sich auf den Gebieten der Textil» und Metallarbeiten sowie der Keramik, Glas- und Wandmalerei, aber auch als Gebrauchsgraphiker un- Innenarchitekt einen Namen gemacht. Cissarz ist in Danzig geboren und erhielt 1006 einen Lehrauftrag für Buchausstattung in Stuttgart. Seit 1916 war er Leiter der Abteilung für Malerei an der Städel-Schule in Frankfurt. Aus der AusstellungMutter unb Kmd" vom Hllss.

4 Hanns Kloepfer Ehrenbürger von Graz.

fl Der Ehrung steirischen Kulturschaffens gatt ein Zvtt in der Landstube des Grazer Landhauses in Shr Oberbürgermeister Kaspar dem steirischen Dich- 1 tränt Dr. Hanns Kloepfer (auch den Lesern des 2 Siebener Anzeigers von vielen prägen herbe* llannt) das Ehrenbüraerrecht der Stadt der Volks- Ärbebuna verlieh und den Grazer Kultur^ Ms reis, der die BezeichnungRoseager-Preis 1üf)rt, dem Tondichter Joseph Marx dem Maler jfcnb Graphiker Karl Mader sowie den Duhnen- 1 ildnern Hans Hamann einem geborenen G i e - Jjener und Paul Mehnert überreichte. Im ।Kamen der Ausgezeichneten dankte Professor Joseph |Rar$ für die Ehrungen.

l Der MfafiltnGermania'.

« unter der Reaie MW. Kim mich? wurdendie Aufnahmen zu dem UfafilmGermanin G-fchicht- isiiner kolonialen Tat) beendet. Damit ist cm mit Miroßen Mitteln ausgestattetes S'lmm^t jum nluh aefommen, das dem deutschen Forjchergeiil, Gr intern Ringen den Schlaftod bezwang em hewewrtf Ubt TMo Aufnahmen wurden mit Peter G. W «"ÄtteKoch Mbert h den Haupttollen in monatelanger Arbeit im (en unter Mitwirkung von Hunderten von schwarzen Angeborenen durchgeführt, um j g* £ tsn Tropen spielenden Film die echte^ttnosp^re S

Lheo Mackeben.

Eine Kinderoper.

Friedrich Frischenschlager hat fem«K,rcher. No Ä

a<tntr Dichtung von ^skar Gunky

Prinzessin, die ein böser Kindlich-Spie-

-in tiäyn« Ritter 'i- befrei. >st rns KE.chr«P>^ brische gelegt: Wenn der Vorhana

i-n Kinder, Theater zu fptetm mit

Wt>ei, teilen die Rollen aus y ^Uet von leg düZ. in .0*lcnSwri# ü

Schicksalsjahr des Empire.

Von unserem Dr. L.-Berichterstatter.

Stockholm, im Dezember.

In ihren Niederlagen pflegen die Engländer sich damit zu trösten, daß England bisher immer d i e letzte Schlacht gewonnen habe. In diesem Sprichwort, das mehr anekdotischen als historischen Wert besitzt, liegt die Erkenntnis verborgen, daß für England und sein Empire das wechselnde Schlachten- glück so lange ohne Bedeutung sei, wie nicht der Bestand des Empire ernstlich gefährdet sei. Wenn die Engländer biefen Maßstab an ihre Nie­derlagen anlegen, so müssen sie es sich gefallen lassen, daß man auch ihre Erfolge mit ihnen mißt. Der taktische Erfolg der Engländer in Aegypten wird von niemand bestritten. Einen strategischen Erfolg errungen zu haben, behaupten nach dem ersten Sie­gesrausch selbst einsichtige Engländer nicht mehr. Schließlich aber könnte man auch sagen, was nützte es den Engländern, Schlachten zu gewinnen, wenn le ihr Empire darüber verlören?

Wofür kämpfen die Engländer in diesem Krieg? Für nichts anderes, als wofür sie alle Kriege feit der Mitte des 19.Jahrhunderts geführt haben: für die Erhaltung des Empire. Churchill hat in einer feiner letzten Reden selbst gesagt, er sei nicht gekommen, das Empire zu liquidieren, sondern es zu bewahren. Die Engländer kämpfen weder ür die Freiheit Europas, wie dies den Exilregie­rungen versichert wird, noch für die Demokratie, wie es in der Atlantik-Charta erklärt wurde und an tau­end anderen Stellen geschrieben steht, sondern sie kämpfen für das Empire.

Es war kein Zufall, daß Churchill diese Feststel­lung gerade vor wenigen Wochen traf. Das Empire ist heute in größerer Gefahr denn je zuvor. Am Ende eines Jahres, in dem die Engländer den Wendepunkt des ganzen Krieges finden zu können vermeinen, steht das Empire mitten in einer Krise, deren Ausgang im besten Falle als unvorhersehbar bezeichnet werden muß. Niemals zuvor ist das Em­pire im kurzen Zeitraum von zwölf Monaten der­artigen Erschütterungen ausgesetzt gewesen. Dem Verlust Hongkongs folgten die Besetzung der ma- lauschen Gebiete und die Kapitulation Singapurs. Die künftigen Historiker mögen sich darum streiten, ob die materiellen Verluste an Rohstoffen und Ka­pitalanlagen mehr zur Schwächung des Empire bei­getragen haben ober ob es die Schädigung des Prestiges war, die vor allem der Fall von Singapur mit sich brachte. Australien wandte sich hilfesuchend an Amerika, Neuseeland ging den gleichen Weg. In Indien hielten die Nationalisten die Stunde für ge­kommen, um ihre Forderungen endgültig anzu­melden.

Allein diese Ereignisse innerhalb des Weltteiches würden schon ausreichen, um von einem Schicksals- Zahr des Empire zu sprechen. Aber kaum weniger

wichtig ist der Umstand, daß gleichzeitig in b eit Vereinigten Staaten eine Einstellung an Boden gewonnen hat, die nur als empirefeind« l i ch bezeichnet werden kann. Es wäre aller« dings faljch, den scharfen Aeußerungen in amerika­nischen Zeitschriften und Wochenendreden allzu große Bedeutung für die nächsten Ereignisse beiju« messen. Die Angelsachsen wisseß, daß sie für Die Dauer des Krieges in einem Boot sitzen. In der Nachkriegszeit könnte dagegen diese Einstellung bet Amerikaner entscheidende Bedeutung erlangen, unö in England hat man das sehr wohl erkannt.

Churchills Worte waren daher auch nickt eins zufällige Wiederholung alter Auflassungen, sondern ein ausdrückliches Bekenntnis zumIm * perialismus und zugleich ein Kampfruf. Wenn bie Amerikaner die Auflösung des (Empire wünschen, so sind die Engländer damit beschäftigt, alles zu tun, um das imperialistische Bewußtsein zu stärken« Churchills Worte waren der Auftakt zu einer Reih» von Ministerreden, die alle den Wert und die Un« Vergänglichkeit des Empire zum Thema hatten. <5d kommt es, daß die beiden letzten Monate des Jahres, dessen erste Hälfte dem Empire die härtesten Schläge seiner Geschichte brachte in England ben Begintt einer Bewegung sahen, bie man später als Renais­sance des imperialistischen Gedankens bezeichnen kann, sofern mehr daraus wird als eine von dev Regierung eingeleitete Propagandaaktion.

Die Aussichten dieser Bewegung sind nicht leichh zu beurteilen. Für bas Gelingen des Wiederbele­bungsversuches spricht der Umstand, daß sich schott seit einigen Monaten in England eine wachsende Abneigung gegen die vorher so verbreiteten Träume­reien von internationaler Verbrüderung und deitt Aufbau einer gänzlich neuen Welt bemerkbar macht. Hand in Hand damit geht eine Belebung machtpoli­tischer Gedanken oder doch mindestens realpolitischeS Erwägungen. Gegen das Gelingen der neuen Bewe­gung spricht die kleinbürgerliche Bettachtungsweisch der immer stärker an der politischen Macht beteilig­ten mittleren und unteren Schichten des englischett Volkes, die mehr Verständnis für ein Programm de» sozialen Sicherheit" haben als für bie gefährlich» Lockung imperialistischer Aufgaben.

So ergibt sich die Frage, ob nicht ganz unab­hängig von dem Fortgang der militärischen Opera­tionen das Schicksal des Empire schon deshalb be­siegelt ist, weil cs seinen bisherigen Herren an bet geistigen Bereitschaft zum Herrschen fehlt. Churchill versucht am Ende dieses Schicksalsjahres das Rad der Entwicklung noch einmal aufzuhalten und viel­leicht sogar zurückzudrehen, aber der Geist der Völker läßt sich von einem Mann allein das Gesetz seine» Entwicklung nicht diktiercn.

Das erste Kriegsjahr -er USA.

Von unserem I. H.-Berichterstatter.

L i s s a b o n, im Dezember 1942.

Das erste Kriegsjahr der USA. brachte mehr Kämpfe an der Heimatfront als draußen. Auf beiden Seiten verliefen sie nicht sonderlich siegreich. Zunächst hielt sich die Mehrheit des USA.- Volkes gegenüber Roosevelts Kriegspolitik zurück. Mit der ParoleDenkt an Pearl Harbour" entstand bann eine Rachestimmung, die sich auf die Japaner konzentrierte. Ader schon im Jahre 1942 erhoben sich Fragen nach einem positiven SinndesKrie- ges, einer Formulierung von Kriegszielen. Vize­präsident Wallace prägte den Satz, man wolle das ^Jahrhundert des kleinen Mannes" aufbauen, womit aber anscheinend den kleinen wie den großen Leuten wenig gedient war. Die kleinen Leute gingen so weit, bet der Novemberwahl für republikanische Opposittonskandidaten zu stimmen. Die dichtbevölkerten Staaten Neuyork, Kalifornien, Michigan und Connecticut erhielten republikanische Gouverneure. Mer neue Senatoren und 44 Abge­ordnete stärkten die republikanischen Reihen im Kon­greß. In 23 Staaten gewannen sie einen klaren Sieg, der ihnen 321 Wahlmänner und damit bei einer Präsidentenwahl die Mehrheit gegeben hätte. Es war das plötzlich sichtbar werdende Ergebnis einer ft^Deigenben politischen Revolte. Roosevelt verlor seinenGummistempelkongreß" im selben Augenblick, als der Krieg erst richttg an fangen sollte.

Fortsetzung der Rüstung auf breitester Dosis, Verzicht auf sozialpolitischeExperimente" sowie gewaltsame Sicherung des amerikanischen Lebens­stils sind die drei Grundsätze amerikanischer Kriegs- polittk. Die Rüstungsftffern sind zwar sehr hoch, aber, wie amtlich zugegeben, 1942 um rund 15 v. H. hinter den Voraussagen zurückgeblieben. 4,5 Mil- Honen Mann stehen fetzt im Heere und 17,5 Mil­lionen arbeiten in der Rüstungsindustrie, darunter beinahe vier Millionen Frauen. Diese Ziffern zeu­gen so lange nicht für ein Kriegs potential, als das Heer noch nicht seine Bewährungsprobe abgelegt hat und solange die Arbeit in der Rüstungsindusttie für alle Beteiligten ein gutes Geschäft- ist. Es ift be­merkenswert, daß, wie das Not amerikanischen Unternehmertums, Henry Kaiser, es formulierte, die Rüstungsüfler trotz des Unwesens der Sozial­politiker in Washington errungen werden konnte, die Feinde des Unternehmertums seien und den Ätieg als willkommenen Vorwand benutzten, durch politische Methoden die produktiven Kräfte plan­mäßig an ihrer Entfaltung zu hindern.

Die Regierung versäumte es bisher, Arbeitseinsatz und Arbeitsbedingungen den Erfordernissen der

Kriegswirtschaft anzupasien. Besonders in der Landwirtschaft wurde der Arbeitermangel, verursacht durch die Anforderungen der Wehrmacht und die Abwanderung in gut zahlende Rüstungs­industrien, kritisch und führte zu Ernteverlusten, die um so bemerkenswerter sind, als die Erzeugung im kommenden Jahr um 15 v. H. gesteigert und ein Viertel der Gesamternte für Wehrmacht und Leih- und Pacht-Lieserungen abgezweigt werden sollte. Die mit agitatorischem Aufwand angekündigte Er­nährung besetzter Länder als Akt politischer Krieg­führung stößt bei den Massen des Volkes auf wenig Verständnis, um so mehr, als dam't ein Teil der eigenen amerikanischen, schon eingeführten und noch geplanten Verbrauchsrationierungen begründet wird.

Man hat für einen Beveridge-Plan, also eine so­ziale Sicherstellung von der Wiege bis zum Grabe, ganz gleich, ob national ober international gesehen, nicht viel üdftg. Allenfalls dasaufgeklärte Drittel" habe für irgendeine internationale Zusammenarbeit nach dem Kriege Verständnis, mußte der Leiter des Instituts für öffentliche Meinung der Princeton-Uni-' versität feststellen mag sich dahinter soziale, mili­tärische, wirtschaftliche ober sonstwie frisierte welt­umspannende Sicherheitspolittk verbergen.

Hinter der offenkundigen Abnei-gung gegen die brittsche Empire- und Kolonialpolittk verbirgt sich mehr als Mitgefühl für von England unterjochte Völker und mehr als der Minderwerttgkeitskom- plex des großjährig gewordenen USA.-Dolkss, näm­lich das weit verbreitete Gefühl, England habe die USA. wieder einmal in einen dem amerikanischen Ledenselement fremden Krieg gelockt und fie überdies veranlaßt, den ersten und haupflächlichen Stoß gegen den europäischen Kontinent und nicht gegen Japan zu führen. Daß England unter Churchill in erster Linie für die Erhaltung seines Empire kämpft, ist eine festgewurzelte lieber* zeugung in den USA. Ist es daher verwunderlich, daß die amerikanische Kriegsbegeisterung dem Flackern eines Lichts vergleichbar ist? Die Klage des stellverttetenden Kriegsministers Patterson« daß immer noch weniger als die Hälfte der produk­tiven Kräfte des Landes für den Krieg eingespannt sei, ist verständlich. Sie bestätigt sich in einer kürz­lichen Erhebung des Gattuv-Jnstituts, bei der 42 v. H. der Befragten keinJa" zur Mechode der Roolevelflchen Kriegführung gaben. Das USA.« Volk ist mit halbem Herzen im Krieg. Im­mer noch bemüht sich Roosevelt darum, die ent­scheidende andere Hälfte zu gewinnen. Wird ihm diese 1943 gelingen?

werk für Bildende Kunst erhielt er 1942 in Berlin den Ersten Preis für sein BildZeit der Reife". Cissarz dessen Anfänge auf den Jugendstil zu- rückgehen, wo er zu den Erfindern einer neuen reich­bewegten Ornamentik gehört war führend auf dem Gebiete des Buchgewerbes. Auch als Illustra- tor zeitgenössischer Bücher und als Erftnder von Bucheinbänden ist er hervorgetteten. 1900 entwarf Cissarz den Katalog des deutschen Buchgewerbes auf der Pariser Weltausstellung, 1904 und 1905 die Kataloge der Darmstädter Ausstellung. Auch hat er Wertpapiere für die Reichsdruckerei Berlin entwor­fen. GlasgemäDe schuf er für die Kirche Groß- Simmern.

Dotfoqubiläen.

Am 22. Dezember feierte der frühere Direktor der Unterfuchungsanstatt für Nahrupgs- und Genuß- mittel München, Prof. Dr. Karl Mai, fein gol- benes Doktorjubiläum. Prof Mai, der 1865 in Butzbach geboren wurde, promovierte 1892 in München mit der ArtzeitzHebet LsndrMionrn

von Phenolen mit ungesättigten Kohlenwasser­stoffen". Er lebt seit 1920 in Ettendorf bei Traun­stein im Ruhestand. Am 15. Dezember beging der frühere Direktor der vorgeschichtlichen Sammlung an den Staatlichen Museen in Berlin, Geheimrat Prof. Carl Schuchhardt sein 6Ojähriges Dokorjubi- läum. Schuchhardt der 1882 in Heidelberg promo­vierte, steht heute im 83. Lebensjahr. Er ift In­haber der Goethe-Medaille. Der frühere Direktor der Bayerischen Staatsbibliothek, Geheimer Regie­rungsrat Dr. Georg L e i b i n g e r, feiert fein gol­denes Doktorjubiläum. Leidinger, der 1870 in Ansbach geboren wurde, promovierte 1892 in Mün­chen mit der gekrönten Preisschriftlieber die Schriften des bayerischen Chronisten Veit Arnpeck"^

ftauptldwtleitet: De. Ktiednch Wicheim Lange eteUoenteiet dH fteuöticbrtltietteel: Dr. Ham» Dhyriot. Berantwortlich für Politik and Bilder: Dr. Fr.« Lange; für mb FeatlU-toa: Dr.Han« Dbyriot; für Liavi G'eHen, Provm,, Dirtjchajt a. Lvort: Mumschei» lbeur»^,

<8. Dr.Han« Dhyriot.

Druck und veriag: Brühljche nnft»erfftfif*Dru<ferr N Longe 9.«. Verlags teuer. Dr -Ing. Lrlch Hamarw; üvzeigenleiter Han» Peck.

La-eigenprei-Wr fit, 6,