„Und wie lange, denken Sie, soll em solcher Pakt wahren?"
Helene zuckt die Achseln. Wie lange? Darüber hat sie nicht nachgedacht. Sie weiß nur, sie braucht diesen Schutzwall, in den sie als Pergenroths Frau hineinkommen will, für die allernächste Zeit.
„Finden Sie es nicht hirnverbrannt, überhaupt darüber zu verhandeln?" grollt Dergenroth. „3d> soll Ihnen meinen Namen verkaufen!
„Ich verstehe Ihre Bedenken nicht", entgegnet Helene ungeduldig. „Denken Sie lieber an Ihre Oeldistel!"
Sie wundert sich, weshalb Bergenroth sie plötzlich ganz verblüfft ansieht. Da erklärt er mit einem kleinen Lächeln: „Nun sieh mal an ... da haben wir ja einen ganz treffenden Namen für meine Pflanze gefunden. Oeldistel! Nicht einmal schlecht für meinen Neuling."
Dann roirt) sein Gesicht wieder ernst. „Sie sagen, Fräulein Veselius, Sie verstehen meine Bedenken nicht. Mir scheint, es gibt deren viele. Wie nun, wenn eines Tages eine dritte Person unseren Pakt bedroht? Es muß nicht Ihr früherer Verlobter sein ..."
Helene schüttelt den Kopf und erwidert, daß sie vorläufig gefeit wäre gegen jederlei Anfechtungen in der Liebe.
„Nun, ich könnte vielleicht den Wunsch haben, eine wirkliche Ehe zu schließen "
Helene lächelt. Sie sagt: „Ich habe den Eindruck, daß Sie jetzt einmal Ähre Versuche beschäftigen. Aber es ist selbstverständlich, daß jeder von uns dem anderen das offen erklären wird, wenn er die Lösung des Paktes wünscht."
Bergenroth bleibt stehen. Und vielleicht sieht er überhaupt jetzt erst Helene zum erstenmal ganz rich- trg an. Er denkt. Wir kennen uns nicht, wi'llen nichts voneinander. Aber wer darf denn sagen, daß er seinen Mitmenschen wirklich kennt? Wieviele Männer und Frauen schassen Paa um Tag gemeinsam und bleiben sich doch innerlich fremd?
(Fortsetzung folgt.)
Aus -er Stadt Gießen
,im
Dh Münchner Orchester brachte die duftigen Farben der ungemein sauber gearbeiteten Partitur gut zur !Ä Geltung Roland Tenschert.
Kein
Waren zugunsten des Reichs bestimmen. Es wird unbewacht stehenzulassen, zum Opfer gefallen! Die daher warnend darauf hingewiesen, daß nach der Männer der Rettungsmannschaft schütteln die Köpfe:
„Immer wieder, immer wieder!" Und immer wieder
(Nachdruck verboten.)
8. Fortsetzung.
Da das Mädchen nicht gleich spricht, lehnt Sergen-
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Beziehe- innt, ir Sbehörht MselW rollen r
Bergenroth beugt sich vor. Er lächelt wie über die Phantasterei eines Kindes, schüttelt den Kopf. »Das ist sehr freundlich gedacht, Fräulein Veselius, ober das geht natürlich nicht. Sie wissen, daß ich hier meine Stellung habe . ."
„Die müßten Sie selbstverständlich aufgeben", hgt Helene lebhaft. Sie läßt Bergenroth nicht zu einem neuen Einwand kommen. „Ich bin reich. Mr können Geld in Ihre Sache hineinstecken. Es würde mir Freude machen, Ihnen helfen zu können."
„Nun mal halt!"
LPD. In letzter Zeit mußte die Preisbehärde häufig wegen Verkaufs gebrauchter Waren zu Ueberpreisen gegen Händler und Privatpersonen mit Ordnungsstrafen vorgehen und die Einziehung dieser
.BesuchSgesicht" und „Alltaqsstimmung-.
Mensch ist vollkommen, und auch unsere
brechen auch Brände aus, weil es unbeaufsichtiaten Kindern so leicht gemacht wird, an die Zündhölzer zu kommen. Wer sein Kind lieb hat, wer unsere Wirtschafts- und Wehrkraft nicht durch Verluste an lebenswichtigen Gütern und Menschenleben jchniä- chen, sich selbst vor Strafe schützen und sein Gewissen nicht belasten will, der nehme die Gedanken zusammen und beseitige mit einem Handgriff solche Gefahrenquellen für Kinder: Zündhölzer weg? Heißwasser sicher aufstellen! Im Namen des Volkes: Mütter, verwahrt die Zündhölzer!
Mutterschutz und Arbeite'»^».
Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz hat zu Einzelfragen des Mutterschutzes Stellung genommen. Die Frage, ob werdende Mütter, die die Arbeit im Einvernehmen mit dem Betriebsführer schon vor Beginn der Sechswochenfrist aussetzen, Anspruch auf Weiterzahlung des Arbeitsentgelts haben, beantwortet sich nach den allgemeinen Rechtsgrundsätzen. Danach besteht in der Regel kein gesetzlicher Anspruch auf Weiterzahlung des Entgelts, wenn lediglich der persönliche Wunsch der werdenden Mutter maßgebend ist. Handelt es sich dagegen um eine Krankheit ober um eine mit der Schwangerschaft zusammenhängende Gesundheitsstörung, so gelten die für den Krankheitsfall vorgesehenen Vor-
renschlange gleitet.
,^)err Bergenroth", sagt Helene, „ich möchte einen Hakt mit Ihnen schließen."
„So — na, reden Sie erst mal ruhig weiter.
als
'Im yr: Walkim' lustas or irtnmngl: 15 umfc ften
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einwandfreie Eier nachgeliefert werden müssen. Eine kostenlose Nachlieferung einwandfreier Eier kann der Verbraucher aber nur dann verlangen, wenn er die genußuntauglichen Eier spätestens am zweiten Tage nach dem Kauf bei seinem Lieferanten beanstandet. Sind die Eier an einem Freitag gekauft worden, so kann der Verbraucher den kostenlosen Umtausch auch noch am Montagvormittag cor- nehmen. Überschreitet der Verbraucher diese Frist, bann muß er bas unter Vorweisung des schlechten Eies nachzuliefernde gute Ei bezahlen; er erhält aber in jedem Falle innerhalb des jeweiligen Dersorgungsabschnittes ein anderes Ei geliefert.
.Mutter, hilf!"
NSG. Aus der Küche ertönt entsetzliches Jammergeschrei: „Mutter hilf?" Wieder ist ein Kind dem unverantwortlichen Leichtsinn, Kessel mit kochendem Wasser auf den Fußboden zu stellen und gar noch
Dec große Irrtum
Roman von Meta Brie.
in Belgrad — so deutet es das Programm an — eine wirkungsvolle Steigerung sichert. Die Musik verrat die leichte Hand eines feinen Könners, der über eine eigenartige Klangpalette verfügt. Das
Geographie -er Kriegsschauplätze
Oer Rordosten Europas und die Ostsee.
Schuldner ab 1. Januar 1943 dem Reich VA v. H. Zinsen zu zahlen.
O e Weihnachtsferien in Hessen.
Von zuständiger Stelle wird rnitgeteitt: Für die Schulen des Landes Hessen ist eine Verlängerung der Weihnachtsferien vorerst nicht in Aussicht genommen. Die Ferien beginnen am Mittwoch. 23. Dezember 1942 (1. Ferientag). Der Unterricht beginnt wieder am Montag, 4. Januar 1943. Eine Verlängerung der Weihnachtsferien über den 4. Januar hinaus ist nur für den Fall beabsichtigt, daß die Wetterlage dazu zwingt.
Oer Hand?» m t Gebrauchtwaren.
Die NSG. „Kraft durch Freude" eröffnete am gestrigen Montagabend im Geographischen Institut der Universität am Brandplatz eine Lichtbilder- Dortragsreiye über die Geographie der Kriegsschauplätze. Es handelt sich hierbei um einen Vortragszyklus,. der den Hörern eine umfassende Kenntnis von den Lebens- und Wirtschaftsbedingungen usw. der Kriegsgebiete vermitteln soll.
Gestern abend sprach nach kurzen Einführungsworten des Leiters der Volksbildungsstätte der Geograph unserer Universität, Prof. Dr. Klute, über den ersten Abschnitt seines Themas „Der Nordosten Europas und die Ostsee". Er machte einleitend die gegenüber dem ersten Weltkriege jetzt voll- kommen veränderte und in ihrer Bedeutung erheblich gesteigerte Stellung der geographischen Wissenschaft über Land und Leute der Kriegsschauplätze deutlich und lehrte dabei klar erkennen, daß wir nicht in unbekanntes Land hineinschreiten, sondern die Räume, in denen sich die kriegerischen Operationen abwickeln, uns in allen Einzelheiten bekannt sind. Unsere Kenntnis von Land und Leuten erstreckt sich nicht etwa nur auf die Verbindungswege usw., sondern sie umfaßt auch alle Möglichkeiten der Er- zeugungs- und Ernährungswirtschaft, der Bodenschätze des Landes und deren Nutzbarmachung, der Struktur, der Landnutzung, ferner die Volkstums- fragen usw. usw. Daher stehen wir auch dem weiten Ostraume, der als Kriegsschauplatz und als Wirt- chaftsfaktor unsere besondere Aufmerksamkeit er- ordert, mit weitreichenden Kenntnissen seiner Eigen- chaften und Lebensbedingtheiten gegenüber.
Nach diesen grundsätzlichen Darlegungen schilderte der Vortragende unter Heranziehung vieler guter Lichtbilder in fesselnder Weise den aufmerksam lauschenden Hörern die hauptsächlichsten Eigenschaften und Lebens- und Wirtschaftsbedingungen des weiten Ostraumes vom Nord"n bis zum Süden, soweit er in der Obhut unserer Wehrmacht ist und für unser Volk und unsere Kriegführung als Er- nährungs- und Rohstoff-Faktor in Betracht kommt. Das Bild, das der Vortragende von dem gewaltigen Raume von Murmansk bis herunter zur Steppe am Schwarzen und am Kaspischen Meer skizzierte, war außerordentlich vielseitig gestattet.
Gebrauchtwarenoerordnung vom 21. 1. 1942 gebrauchte Waren höchstens zum Neuwert (Wiederbeschaffungspreis derselben oder vergleichbarer Waren) abzüglich der tatsächlich eingetretenen Wertminderung angeboten und verkauft werden dürfen. Auch das Bieten ober Zahlen eines erhöhten Preises durch Käufer ist strafbar. Zu den gebrauchten Waren zählen alle Gegenstände, die sich einmal in Händen von Verbrauchern befunden haben. Es genügt nicht, irgendeinen Geschäftsmann nach dem Preis zu fragen ober Preise aus Auslagen ober Inseraten zum Vergleich heranzuziehen. Wer nicht selbst genügende Fachkenntnisse besitzt, schützt sich nur durch Befragung eines vereidigten Sachverständigen unter Vorweisung des betreffenden Stückes vor Strafe.
Oer Umtausch von verdorbenen Eiern
Der Eierwirtschaftsverband der Landesbauernschaft Niedersachsen hat zu der Frage, innerhalb welcher Zeit verdorbene Eier dem Einzelhändler zurückgegeben und gegen einwandfreie eingetauscht werden können, folgendermaßen Stellung, genommen: Dem Verbraucher müssen die Eier, die innerhalb eines Versoraungszeitraumes auf die einzelnen Abschnitte der Reickseierkarte auf gerufen werden, in einwandfreier Beschaffenheit geliefert werden. Das bedeutet, daß für genußuntaugliche Eier in jedem Falle innerhalb eines Dersorgungsabschnittes
Bergenroth legt feine große, kräftige Hand auf Helenes Arm.
„Das haben Sie sich alles schön ausgedacht. Sie Kindskopf, Sie. Aber ich kann da nicht mittun. Sehen Sie, ich bin ein Mann, der seine Anstellung hat und sonst nichts. Ich könnte Ihnen für Ihr Land nicht die Pacht zahlen, die Sie zu beanspruchen haben. Eine Beteiligung Ihrerseits an meinen Versuchen, von denen ich noch nicht einmal weiß, ob sie ein Ergebnis haben werden ... nein, eine solche Beteiligung muß ich ablehnen. Oder wollen Sie mir die Stellung eines Gutsverwalters an- bieten?"
Helene schüttelt den Kopf. „Nein ..sagt sie. ,.Sid) me'ne es anders ..." Es steigt eine leichte Röte in ihr Gesicht, als sie fortfährt: „Wenn nun alles, das Gut und bas Betriebskapital, Ihnen so gut gehört wie nur?"
„Wie denn ...ich verstehe nicht ..."
„Ich möchte Sie heiraten, Bergenroth!"
„Sie wollen ... ach, Sie sind ja verrückt, Mädchen!"
„Nein! Im Gegenteil!" erwiderte Helene. „3ff) will mit Ihnen einen Vertrag auf gegenseitige Hilfeleistuna schließen. Ich will Ihnen alle notwendigen Mittel für Ihre Versuche zur Verfügung stellen. Und Sie sollen mir Ihren Namen und Ihren Schutz geben."
Sie sieht den Mann an. Sein Gesicht ist abweisend und herb.
Er findet nur eine Deutung dieses merkwürdigen Ansinnens. Er ernnert sich des Gesprächs neulich mit Frau Schrött. Sie sprach von einem trüben Erlebnis des Fräuleins in der Liebe. Seine Frage jetzt ist schonungslos: „Sie erwarten ein Kind?"
Helene schüttelt den Kops. Sie denkt ... natürlich, dieser Gedanke mußte ihm ja kommen. Sie antwortet: „Nein. So ist das nicht. Ich will ganz offen fein. Ich war mit einem Manne verlobt, den ich sehr liebte. Kurz vor unserer Eheschließung erfuhr ich, daß eine andere Frau und ein Kind ältere und
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stärkere Rechte an diesen Mann haben. Da löste ich die Verlobung."
„Und ...?" Bergenroth sieht noch nicht ein, weshalb Helene ihn braucht.
Da wirst sie ihr Gesicht heftig zu ihm herum. Die dunklen Locken fliegen um ihren Kopf. Sie gesteht: „Er will mich noch immer nicht freigeben. Und ich selbst ..."
Sie krampft die Hände zusammen ... „Ich kann und kann nicht loskommen von dieser Liebe!"
„Und da denken Sie nun, eine Ehe mit mir, eine Ebe, die nur auf dem Papier besteht, wird Sie vor sich selbst schützen und vor diesem Mann? Sie sind ja eine Närrin!"
„Aber ich will ja mehr, Bergenroth! Ich will mir zugleich von Ihnen Aufgaben erbitten. Ihre Arbeit interessiert mich brennend. Daran will ich teilhaben. Und wir werden uns auch um den anderen Wirtschaftsbetrieb des Gutes kümmern. Wir werden lehr viel zu tun haben!"
Der Mann muß jetzt doch erkennen, daß der Vorschlag sehr ernst gemeint ist.
Er streicht sich über die Stirn ...
Land haben und Betriebskapital und dann Weiterarbeiten können ... Weiß Gott, dieses große Mädchen neben ihm in ihren Mannshosen und ihrer burschikosen Art kommt ihm wie eine Versucherin vor.
Er steht auf. „Kommen Sie. Laufen wir ein Stück. Die Straße an der Ilm entlang, daß uns der Wind um die Köpke geht."
Fest und schwer sind seine Schritte. Beharrlich sieht er vor sich hin. Schweigt lanae. Er findet vorerst den Vorschlag unbegreillich. Was für ein verrückter Handel um die Zukunft ... um Land und um Versuche ... und schließlich auch um eine Spanne Menschenleben.
Das alles bedenkt der . Mann und versucht auch, Helene zu begreifen.
Als er dann stehen bleibt und das Mädchen an* sieht, wechselt der sonst so ruhige Blick der grauen Augen zu einem herrischen Funkeln. Er fragt:
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Klavierabend Lortols in Berlin.
Der berühmte französische Pianist Alfred Cortot, 1 »er schon während der Berliner Kunstwochen als ; Solist in einem Furtwängler-Konzert aufgetreten ■ war, gab jetzt in der Berliner Philharmonie einen eigenen Klavierabend, der im Zeichen» von Schumann und Chopin stand. Die ebenso virtuose wie 1 vergeistigte Gestattungskunst dieses viel bewunderten Meisters des Klavierspiels trug Cortot Stürme des Beifalls ein.
Der Komponist Richard weh.
Eine von Werner Trenkner dirigierte Rundfunksendung in der „Musik zur Dämmerstunde" wies auf das Schaffen von Richard Wetz hin. Er ijt ein Spätromantiker, der die gegensätzlichen Stilarten von Brahms und Bruckner in lebendigem Klange vereint. Seine Kleist-Ouvertüre, ein Vorläufer der drei Wetzschen Sinfonien, ein Jugendwerk aus dem Jahre 1899, und 1908 von Nikifch herausgedracht, trägt einen Dorspruch von Hölderlin, zu dem sich Wetz ebenso wie zu Goethe, Storm, C. F. Meyer, Fontane, Schaukal und Ricarda Huch in einem inneren Verhältnis befand. In vier wuchtigen Schlägen und der Auflösung des neapolitanischen Sextakkordes in den Hörnern gibt sich die Grundhaltung des Werkes, das den Ausgang von Kleists Leben Mim Vorwurf nimmt. Auf einem Halteton des Nasses baut sich das einleitende Thema auf, das durch wechselnde Quint- und Duartenjolge, durch die stärkere Berücksichtigung von Holzbläsern und Römern klanglich überaus ansprechende Abwynd- jungen erfährt. Obwohl Wetz zu dieser Zeit Bruckner noch nicht kannte, mutet das d-moll-Haupt- thema aanx Brucknerssch an. Wieder erinnern die Paukenschläge an das tragische Geschick, mir das Seitenthema in F-dur wählt eine freiere, fast erlösende Form. Gewalttg anschwellend, unter Einschaltung eines umfassenden Klangkörpers, klingt wieder die Ursprungstonart durch. Ein verklärendes d-moll läßt das Werk, noch lange nachschwinaend, ausklingen. — Werner Trenkner, ein Schüler von Richard Wetz, in Oberhausen tätig, dirigierte anschließend sein eigenes Violinkonzert mit Isabella Schmitz als Solistin. Es liegt auf der Linie seines Lehrers, geht aber in feinen Gegensätzlichkeiten eigene Wege. Wilhelm Schnauck.
Hochschulnachrichten.
Der Ordinarius für innere Medizin an der Universität Königsberg, Professor Dr. Herbert A ß - mann, vollendet am 25. November fein 60. Lebensjahr. Er studierte in Königsberg, Freiburg und München und promonisrte 1905 in Königsberg. In «wurde er 1919Privatdozent, 1922Ordinarius ireftor der Medizinischen Poliklinik. 1931 wurde er nach Königsberg berufen. Professor Aß- mann wurde besonders durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der Röntgendiagnostik und d-r berkuloseforschung bekannt. — In Ludwigshafen am Bodensee begeht Professor Dr. Freiherr von Düngern seinen 75. Geburtstag. In Würzburg geboren, studierte er in München, ^rriburn Und Berlin, promovierte 1933 in Freiburg Und habilitierte sich ebenda 1896. 1906 kam er an bas von Vinzenz Czernn neu errichte ^nftit”1 rür experimentelle Krebsforschung in Heidelberg. Seine Untersuchungen über die Vererbbarkeit der Blut- torperdjenmertmafe an Heidelberger Familien bilden die Grundlage zu der gerichtlichen Anwendung der Dlutgruppenbestimmung zur Auffindung der Vaterschaft. 1913 wurde hungern Direktor des Im jtituts für experimentelle Krebsforschung Hamburg- Eppendorf. — Der o. Professor für mittlere und neuere Geschichte Dr. Leo Santifaller an der Universität Breslau hat einen Ruf an die Universität Wien bekommen. Santtfaller ist gebürtiger Südtiroler, er studierte in Wien, Freiburg und Innsbruck und promovierte 1919. Er war dann Bibliothekar des Oesterreichischeu Instituts für Geschichtsforschung an der Universität Wien, leitete später das Staatsarchiv in Bozen und 1924 bis 1927 das Austtihramt für Kunstgegenstände in 8ozen. 1927 wurde er Mitarbeiter der Monumenta Sermaniae Historica in Berlin und habilitierte sich frort. 1929 wurde er als Nachfolger des verstorbenen Geheimrats Franz Kämpers nach Breslau berufen. — Der planmäßige a. o. Professor für Strafrecht an der Universität Erlangen, Dr. Thomas Würtenberger, wurde zum o. Professor ernannt. Würtenberger wurde 1907 in Zürich gefroren. Er studierte in Zürich, München, Frankfurt, Berlin und Freiburg und promovierte 1939 in Freiburg. 1939 habilitierte er sich ebenda. 1940 »urbe ihm die Vertretung des ßehrffubls *ür Strafrecht an der Universität Erlangen übertragen.
Es zeigte die verschiedenen Landstriche in ihren Eigenheiten des Bodens und der Bodenschätze in und auf der Erde, die klimatischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Nutzung des Landes, den Einfluß von Sommer und Winter auf die Vegetation und den Ertrag der Acker- oder Waldwirtschaft, der je nach der Breitengradlage und der Struktur des Bodens versch.eden, zum überwiegenden Teile aber außerordentlich umfangreich und für die Ernährung, wie auch für die müustr.elle Nutzung sehr wertvoll ist. Aus seiner weit umfassenden Schau der Dinge zog der Vortragende dann die Schlußfolgerung hinsichtlich unserer Lage und unserer Erwartungen, die wir mit dem wetten Ostraum verknüpfen. Es waren verheißungsvolle und sehr befriedigende Feststellungen, zu denen er in diesem Zusammenhänge kam.
Dann machte Professor Klute in Wort unv Bild weiter mit den verschiedenen Volkstypen in dem Raume zwischen Murmansk und dem Steppengebiet am Schwarzen und am Kaspischen Meer bekannt, ebenso mit den charakteristischen Eigenheiten der Bauweise der Städte und Dörfer, die für den Menschenschlag des Landstrichs kennzeichnend sind. In diesem Zusammenhang machte er auch in einigen wesentlichen Einzelheiten an Hand der Kopf- und Gesichtsbildung von Männern und Frauen die Unterschiede der Rasse deutlich und gab interessante Hinweise auf die Lebensformen der verschiedenen Völkerschaften. Die im Lichtbild gezeigten Stadt- und Dorfbilder unterstrichen und erweiterten die Darlegungen des Vortragenden in aufschlußre cher Weise. Die Hörer gelangten dadurch in den geistigen Besitz eines umfassenden Landschaftsbildes, in dem die Menschen und die Natur mit ihren reichen Schätzen in gleicher Weise voll zur Geltung gebracht wurden.
Dem Vortragenden wurde für seine etwa eineinhalbstündige interessante Schilderung von Land und Leuten des Ostraumes mit berechtigtem Beifall gedankt. In der zweiten Vorlesung am kommenden Montag wird die lehrreiche Einführung in ein uns bisher im allgemeinen fernliegendes und doch so außerordentlich wichtiges und interessantes Wissensgebiet fortgesetzt werden.
Sie steigen schweigend abwärts, Lehen über eine Wiese. Die Sonne neigt sich gen Westen und legt koch einmal einen sanften Schein um den ihr zu- zewandten Teil der Burg.
Eine Bank steht zwischen Erlenbüschen. Dort macht Helene halt, und sie setzen sich.
Haltuna gegenüber der Umwelt ist jeweils von ; Einflüssen verschiedenster Art bedingt. Es ist dabei < eine alte Erfahrung, daß schon unter normalen ' Verhältnissen nahezu jeder von uns sein „Besuchsgesicht" und ein anderes, erheblich zwangloseres ! „für den Hausgebrauch" zu zeigen pflegt. Wir wollen dabei gar nicht an jenes gezwungene, sauersüße Lächeln denken, das, hervorgerufen durch irgendwelche unerwünschten Besucher, den Gegenstand so mancher Witzeleien bilbet. Bleiben wir vielmehr bei der Unterscheidung zwischen beiden Gesichtern als dem ehrlichen Spiegelbild unserer inneren Haltung!
Heute ist es besonders der Fronturlauber oder gelegentlich auch der genesende Verwundete, der in unser kriegsmäßig-geselliges Familienleben immer wieder einen Hauch besonderer Wärme und Herzlichkeit hineinbringt. Mit der gebührenden Selbstverständlichkeit wird gerade diesen Männern unsere volle Bereitschaft zuteil, ihnen die Freude, die das Wiedersehen mit ihnen in uns auslöst, reichlick zu vergelten und ihnen so viel auf ihren weiteren Weg mitzugeben, wie wir es nur irgend vermögen. Und es ist dann immer wieder ein beglückendes Erlebnis für uns Menschen der Heimat, wenn wir aus den Worten oder Briefen jener liebgewonnenen Gäste die Gewißheit entnehmen können, daß sie sich in den wenigen Stunden bei uns heimisch und wohlgefühlt heben. So wett ist also alles in schönster Ordnung, und man braucht über solche Selbstverständlichkeiten kein Wort zu verlieren.
Aber Hand aufs Herz! Lassen wir es nicht manchmal außerhalb solcher, für uns festlichen Gelegenheiten an einer entsprechenden positiven Einstesiung zu unserer Umwelt fehlen? Fallen wir nicht oft in den Fehler einer ichbetonten Rücksichtslosigkeit zurück, wo wir auch unseren sonstigen Mitmenscken mit ein wenig Herzlichkeit einen bedeutenden Austrieb in ihrem Alltag vermitteln könnten? Es ist leider eine alte Erfahrung, daß die Gewohnheit uns abzustumpfen pflegt. Daher kommt es denn auch, daß wir im öffentlichen Leben, im beruflichen Umkreis und auch in unserer Familie manchmal alle d-e Talente der' Aufgeschlossenheit und Anpassungsfähigkeit vermissen lassen, die wir vor Außenstehenden mit oftmals erstaunlicher Reichhaltigkeit zu entfalten verstehen. Gewiß sind heute alle unsere Energien viel stärker in Anspruch genommen als unter normalen Verhältnissen. Aber ist das wirklich ein Grund, uns unsere eigene Stimmuna durch die Teilnahmslosigkeit an Umwelt und Mitmenschen zu verdüstern? Wenn wir nur ein wenig Spann- kratt darauf verwenden, auch das Sein und Handeln der anderen in unsere Rechnung einzusetzen, dann werden wir frei von der Selbstüberhebung, die immer nur Ansprüche nach außen stellt, anstatt bei sich selber den Anfang zu machen. Dann erleben wir gleichzeitig »auch die durch nichts aufzuwiegende Freude, ittden Mitmenschen gleichgestimmte Kampfgefährten und in unserer eigenen Familie eine Keimzelle der heranreifenden Zukunft zu erkennen.
Die deutsche Heimat steht heute in einem außerordentlichen Geschehen, um das uns Generationen und । Jahrhunderte beneiden werden. Aber nur wenn wir | uns auch innerlich von der Kleinheit des Alltäglichen lösen und bereit sind, das große Geschehen in allen seinen Formen rings um uns her mitzuerleben und mitzugestalten, gewinnen wir letztlich auch , für uns selbst die Befähigung, die Kräfte der VnwHt in uns zu aktivieren H. M.
Oie Ablösung der Hauszinssteuer.
Aus den Kreisen der beteiligten Kreditinstitute erfährt der Lpd., daß bis jetzt verhältnismäßig nur wenig Hausbesitzer wegen der Abgeltung der Haus- zinssteuer (Sondergebäudesteuer) an sie herangetreten sind. Viele scheinen damit warten zu wollen, bis der Bescheid des Finanzamtes in ihrer Hand ist, oder sie denken, die Sache habe Zeit, weil die Zahlung erst am Jahresende fällig werde. Der Ablösungsbetrag ist das lOfache des bisherigen Jahresbetrags der Hauszinssteuer. Es llegt im eigenen Interesse der Hausbesitzer, die ja schon ohne Bescheid den Abaeltungsbetrag errechnen können, schon jetzt an ihr Kreditinstitut heranzutreten, gleichviel, ob sie ein Abgeltungsdarlehen beantragen ober vor- > hanbene Guthaben zum Zweck der Barabsösung kündigen wollen. Die Kreditinstitute sind während ■ des Krieges genötigt, mit Aushilfsversonal zu ar- : beiten und gleichwohl den Jahresabschluß für 1942 , zu bewältigen. Häufen sich im Monat Dezember : die Anträge, die im Zusammenhang mit der Ah- i geltung der Hauszinssteu"r gestellt werden, und . können die Abgeltungsbeträge dann nicht spätestens am 31. Dezember entrichtet werden, so hat der
fe ine*
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L fllaiW roch sich abwartend zurück und sieht geruhsam auf i L eW - fräs friedliche Bild im Tal, auf die Stadt mit den a ab Giebeldächern und auf den Zua, der mit verweht ra.' fnnnmm über die Schie-
„Ich besitze ein Gut im Harz. Ein Pächter bewirt- schäftet es, aber der Vertrag läuft am Jahresschluß vb und wird nicht mehr erneuert. Der ganze Betrieb scheint arg vernachlässigt zu sein. Und nun schlage ich Yhnen vor, dort Ihre Versuche im großen fortzu- setzen."
• A ab $ Giebeldächern und auf den Zua, der mit verwehi Ä heraufklingendem Bimmeln langsam über bie Schie-
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