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meer ist mit der Einräumung verschiedenerStütz­punkte" durch England an die angelsächsischeToch­ternation" gegeben. Jetzt scheint es sich um An­schläge auf die französischen Inseln Martinique und G u a d e l o u p e zu handeln. Einstweilen be­trachtet man in Washington alles, was in diesen Gewässern England gehört, als zur britischenErb.- schaftsmasse" gehörig, und was dabei auch noch von Frankreich und Holland abfällt, wird den Leuten mit dem großen, jetzt etwas ins Splittern gekom­menen Stock (big stick!) in Washington keine zu­sätzlichen Skrupel machen.

Oer großostasiatische Wirtschastsraum.

T o k i o, 23. Juli. (DNB.) DerRat für den Auf­bau Großostasien" hat, nachdem bereits Pläne für die Gestaltung der großostasiatischen Agrarwirtschaft, der Verkehrswirtschaft, des Fischereiwesens festgelegt wor­den waren, nun das Aufbauprogramm für den Berg­bau, die Industrie, die Elektrizitätswirtschaft, das Finanzwesen und den Güteraustausch beschlossen. Bis zum Ende der Feindseligkeiten sollen alle Kräfte

auf eine Mobilisierung der für die Wehrwirtschaft erforderlichen Rohstoffe gerichtet sein. Der Güter­austausch erfolgt nach den Grundsätzen eines auto­nomen G r o ß o st a s i e n, um die militärische Bereitschaft dieses Gebietes zu erhöhen und die Exi­stenz der hier lebenden Völker sicherzustellen.

Sieben Briten

an der Kanalküste abgeschossen.

Berlin, 23. Juli. Britische Jäger versuchten mehrfach die Küste der besetzten Westgebiete anzu­greifen, wurden aber durch Jagd- und Flakäbwehr abgedrängt und konnten bei ihren im Tiefflug durchgeführten Bordwaffenangriffen nur gering­fügige Sachschäden an militärischen Anlagen an der Küste anrichteten. Zwei Spitfire, die im Tiefflug eine Flakstellung im Raum Boulogne an­griffen, erhielten heftiges Abwehrfeuer leichter Flak­geschütze. Eine Spitfire stürzte über See ab. Jäger stellten einen britischen Jagdoerband im Raum von Lannion und Morlaix, zersprengten ihn und brach­ten fünf britische Whirlwind und Spitfire zum Ab­sturz. Eine weitere Spitfire schlug brennend auf See auf.

Roosevelts Gewaltpolitik gegenüberperu

Berlin, 23.Juli. (DNB.) Der frühere peru­anische Konsul in Hamburg, Cesar de Paz, ist nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen nicht nach Peru zurückgekehrt, weil er die Unterwerfungspolitik der peruanischen Regie­rung, die Peru an das internationale Judentum Nordamerikas ausliefert, mißbilligt. Er erklärte, daß der Kampf Deutschlands gegen den Bolschewismus auch im Interesse des kulturellen Bestandes der südamerikanischen Staatenwelt siegreich beendet wer­den muß. Nord- und Südamerika haben kulturell, sprachlich und historisch nicht das geringste gemein. Auf wirtschaftlichem Gebiet ist von je­her Europa und nicht Nordamerika' der Haupt­abnehmer der peruanischen Landesprodukte gewe­sen. Wenn die Unterbrechung des normalen Waren­verkehrs mit Europa infolge der Kriegsereignisse da­zu geführt hat, daß die USA. an die erste Stelle als Abnehmer peruanischer Exportprodukte getreten sind, so kann dies keineswegs als ein Vorteil für die peruanische Wirtschaft gewertet werden: Die Statistik zeigt, daß das Gesamtvolumen des peru­anischen Exportes zusammengeschrumpft ist. Das Hauptinteresse an einer Steigerung des peruanisch­nordamerikanischen Warenaustausches liegt zweifel­

los auf Seiten der USA., die insbesondere die pe­ruanischen Rohstoffe dringend für ihre Kriegswirt­schaft benötigen. Die Preise für diese Waren, die die USA. zahlen, stehen in keinem Verhältnis zu dem Vorteil, den Peru durch den gesteigerten Export der amerikanischen Kriegswirtschaft bietet. Infolgedessen bedeutet die angebliche Intensivierung der nordame­rikanisch-peruanischen Wirtschaftsverslechtung eine einseitige Ausbeutung der peruanischen Boden­schätze durch den Pankee-Zmperialismus. Der peru­anische Arbeiter spürt am eigenen Leibe, daß seine Lebenshaltung infolge der gezahlten Hungerlöhne ständig absinkt. Lediglich der übermächtige politische Druck der USA. konnte die peruanische Regierung dazu bewegen, die traditionellen guten Beziehungen zu Deutschland abzubrechen und mein Heimatland den nordamerikanischen plutokratischen Interessen zu opfern. Meinem Nationalempfinden widerspricht es, wenn amerikanische Truppeneinheiten als, angebliche Beschützer auf peruanischem Boden stehen. Deutsch­land hat niemals politische öder gar militärische Ziele in Südamerika verfolgt. Es liegt aber auf der Hand, daß die USA. alles daransetzen, sich für die im Pazifik erlittenen Verluste an den Reichtümern Südamerikas schadlos zu haltep.

Oer Bolschewismus soll Hessen!

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Nach dem Scheitern der -indischen Nttssion des britischen Bolschewisten Cripps hat sich allmählich ergeben, daß auch innerhalb der einzelnen, indischen Parteigruppierungen die Parole sich durchgesetzt hat: Fort mit diesen Engländern! Die Leiter des Indi­schen Kongresses, also der bedeutendsten Interessen­vertretung des indischen Volkes, sind von vielen Seiten umworben worden, von den Briten, mit­samt den britischen Gewerkschaften, von Moskau und von Tschiangkaischek, der im Frühjahr in Indien weilte, um die Inder zu bewtzgen, Englands Schlach­ten zu schlagen. Die Kongreßführung aber hat es abgelehnt, für Ertgland Indiens Jugend auf den Schlachtfeldern zu opfern. Als Cripps zu guter Letzt den Indern nichts anderes bieten konnte als die haltlosen Versprechungen, die England so vft den Indern gegenüber gebrochen, zerplatzten die Ver­handlungen, und auch der Herzog of Gloucester konnte in Indien nichts ausrichten und mußte ge­nau wie Cripps unverrichteter Dinge umkehren. Die Mansteste des indischen Nationalistenführers Subhas Chandra Bose hatten ihre Wirkung getan. Indien wartete auf seine Stunde und tat nichts anderes als nichts tun. Das war die Antwort auf die Aufforderung der britischen Zwingherren, alles für den britischen Krieg zu opfern.

Vergeblich ließ der englische Vizekönig für Indien, Lord Linlithgow, alle Minen springen, um die Inder auf die britische Seite zu ziehen. Der Trick, die indischen Fürsten gegen die Selbständigkeitsbewe­gung mobil zu machen, verfing nicht. Der Dreh, die religiösen Gegensätze zwischen Muslims und Hindus erneut zu entfachen, versagte. Der Versuch, den Ma­hatma Gandhi vor den englischen Karren zu span­nen, schlug vollends fehl, da dieser bei seiner Aus­fassung 6lieb, die Briten müßten Indien verlassen. Gandhi selbst ordnete eine Erweiterung des passiven Widerstandes und bürgerlichen Ungehorsams an.

Alles das sei' offene Rebellion, schrien die Lon­doner Zeitungen, während der ,^Daily Herald", das Organ der sogenannten Labourparty, jammerte, die Inder verrieten die Sache der Demokratien. Der Daily Telegraph" meldet, daraufhin, der Jndien- minister Amery habe scharfe Maßnahmen angekün­digt, falls die Inder bei ihrer Auffassung beharren sollten. Nun hat die indische Regierung in der Ver­zweiflung das Verbot der Kommunistischen Partei für Indien aufgehoben. Wie es in. einer Londoner Meldung heißt, sind die Kommunisten in Indien, die wegen Straftaten eingesperrt waren, aus den Gefängnissen entlassen worden. Die indischen Kom­munisten haben sich bereits wieder mit den britischen Kommunisten in Verbindung gesetzt und versichern, sie wollten alles tun, um die Inder in das englische Kriegsfeuer zu treiben. Das ist Englands Gegen­schlag gegen die indische Nationalbewegung. England hat wieder einmal gezeigt, daß es nicht bloß Europa an den Bolschewismus zu verraten gewillt ist, son­dern auch sein eigenes Empire, um sich nur selbst an der Macht zu halten.

Giarabub.

Rom, 23. Juli. (DNB.) Die im italienischen Wehrmachtbericht vom Donnerstag gemeldete Wie­derbesetzung der Oase Giarabub hat in ganz Italien Genugtuung ausgelöst. Der heldenhafte Widerstand der kleinen italienischen Garnison, die vom Dezember 1940 bis 21. März 1941 die vorge­schobene Wüstenstellung gegen den Ansturm zah­len- und materialmäßig überlegener feindlicher Kräfte verteidigte, war eine ruhmreiche Episode des Krieges in Libyen.Tribuna" schreibt, daß die Ita­liener mit Stolz an die heldenhaften Taten der ita­lienischen Besatzung von Giarabub zurückdenken, die vor 16 Monaten Uebermenschliches leistete. Die eng-

Stadtrand von Rostow erreicht.

Der Wehrmachtbericht.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier. 23. Iuli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Deutsche und slowakische Truppen haben die be­festigte Brückenkopfstellung vor R o st o w durchbro­chen und in weiterem Angriff den Stadtrand erreicht. Line vom Rückzug auf Rostow abgefchnittene feind­liche Kräftegruppe wurde zerschlagen. Bahnanlagen südlich der Donmündung sowie Transportbewegun­gen des Feindes waren bei Tag und Rächt das Ziel vernichtender Luftangriffe.

Rordwestlich Woronesch wurden stärkere An­griffe des Feindes in harten Kämpfen abgeschlagen, hierbei vernichtete eine Infanteriedivision 39 Pan­zer. 3m rückwärtigen Frontgebiet des mittleren Abschnitts scheiterte ein Ausbruchsversuch zerspreng­ter feindlicher Gruppen. Unter den zahlreichen Ge­fallenen befindet sich der Kommandeur der IS. sow­jetischen Kavalleriedivision. General Iwanowo.

An der W o l ch o w f r o n k und an der Einschlie­ßungsfront Leningrad griff der Feind wieder vergeblich an. 3m Finnifchen Meerbusen versenkten Kampfflugzeuge einen sowjetischen Be­wacher und beschädigten einen zweiten.

3n Aegypten wiesen die deutsch-italienischen Truppen in der El-Alamein-Stellung, von der Luft­waffe wirksam untersküht, vielfach wiederholte, Tag- und Rachtangriffe starker britischer Kräfte in erbit­terten Rahkämpfen ab. Dabei wurden über 1000 Gefangene eingebracht und 131 britische Panzer ver­nichtet.

An der Süd- und Oftküste Englands erzielte die Luftwaffe am gestrigen Tage und in der vergangenen Rächt Bombentreffer in kriegs­wichtigen Anlagen mehrerer Orte.

3n der Zeil vom 10. bis zum 22.7. verlor die britische Luftwaffe 189 Flugzeuge, davon 114 über dem Rlittelmeer und in Rordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritan­nien 40 eigene Flugzeuge verloren.

Kraßnij Lutsch.

Im östlichen Donezbecken ist jetzt eine Anzahl kleinerer Industriestädte in die Hände der verbündeten Truppen gefallen. Dazu gehört Kraßnij Lutsch, eine Stadt neuer Gründung mit 50 000 Ein­wohnern, die jetzt von italienischen Verbänden ge­nommen worden ist. Dor allem wird hier, in dem

lische Flagge sei heute aus der ganzen Marmarica verschwunden.

Erbitterte StützpunktfLnipfe auf der Karelischen Landenge.

Helsinki, 23. Juli. (DNB.) Der finnische Hee­resbericht vom Donnerstag meldet u. a.: Im west­lichen Teil der Karelischen Landenge ver­suchte der Feind einen unserer Stützpunkte zu er­obern. Am frühen Morgen begann er mit einer heftigen Beschießung durch Artillerie und Granat­werfer, durchbrach gleichzeitig die Hindernisse und drang in unsere Stellung ein. Nach einem heftigen Handgemenge, wobei der Feind fortwährend Re- seroeabteilungen heransührte, wurde von unserer Be­satzung ein Teil des Stützpunktes aufgegeben und das Vordringen Les Gegners ausgehalten. Bei einem Gegenstoß am Nachmittag kam der Stützpunkt wie­der in unsere Hand. Darauf erneuerte der Feind mit noch größeren Kräften und heftiger Ar­tillerieunterstützung seine Angriffe, drang abexmals in den Stützpunkt ein. den er aber nur eine Stunde halten konnte. Der Stützpunkt wechselte an diesem Tage nod) einmal den Besitzer, bis er am näch­sten Morgen von unseren Truppen zurückge- nommenunb gehalten wurde. Noch zweimal gruppierte sich der Feind zum Angriff, wurde aber von der Artillerie' zersprengt.

Kleine politische Nachrichten.

Anläßlich des 60. Geburtstages des Direktors der J.G. Farbenindustrie, Dr. M Pier, fand in Ludwigshafen eine Feierstunde statt, in der Staats­rat Schieber im Auftrage des Führers die Ver­leihung der Goethe-Medaille für Kunst und Wissen­schaft bekanntgab. Die Universität Heidelberg ehrte die Pionierarbeit Piers auf dem Treibstoffgebiet durch Verleihung der Würde eines Ehrensenators.

benachbarten Sterowta und anderen Orten längs der Bahnlinie RostowCharkow ein äußerst hoch, wertiger Anthrazit gefördert. Ein großes chemi­sches WerkPetrowsk", in dem Schwarzpulver, Sprengstoffe, Nitroglyzerin usw. hergestellt wird, ein Großkraftwerk mit einer Kapazität von 220 000 kw und eine Anzahl metallurgischer Werke verooll. ständigen das Jndustriedild dieses Bezirks. Mit die. fern Gebiet verlieren die Sowjets das letzte große Kohlenrevier im Donezgebiet.

Durchbruch durch tiefgestaffeltes Verteidigungssystem.

Berlin, 23. Juli. (DNB.) Bei weiterem Vor- dringen auf Rostow haben deutsche und verbündete Truppen Hervorragendes geleistet. Die Bolschewisten hatten rings um die Stadt einen breiten B e - festigungsgürtel mit ausgedehnten Minen« feldern und Panzergräben gelegt. Trotz zähen feind, liehen Widerstandes und großer Hitze durchbrachen deutsche und slowakische Truppen das tiefgestaffelte Verteidigungssystem an mehreren Stellen. Durch die Einbruchsstellen hindurch stießen schnelle Trup­pen an den Stadtrand von Rostow vor. Ein slowakischer schneller Verband hat trotz starker Verminung des Geländes und trotz hochsom­merlicher Hitze an einem Tage gegen zeitweilig heft tigen Widerstand des Feindes 60 Kilometer zurück- gelegt. Eine deutsche Vorausabteilung nahm im Rucken der Bolschewisten den nach dem Freiheits­helden der Don-Kosaken benannten Ort Stenka Rasin und vernichtete eine feindliche Kampf« gxuppe. Mehrere tausend Gefangene, zwei Regt- rnentsfahnen, mehrere Geschütze und zahlreiche Was- fen fielen in die Hand der deutschen Truppen. Rol­lende Luftangriffe richteten sich im Raum von Ro­stow gegen zurückflutende Kolonnen und Wider­standsnester an den Flußläufen. Am Unterlauf des Don unterstützten Sturzkampf- und Schlachtflug­zeuge die deutschen Truppen bei der Erweiterung der Brückenköpfe.

Südlich Woronesch wurde ein Versuch des Feindes, mit kleineren Gruppen den Don zu über­queren, durch ungarische Truppen vereitelt. Am' Brückenkopf Woronesch wurden schwächere Vorstöße der Bolschewisten abgerpiesen. Nordwestlich Woro-.- nesch griffen die BolschewistenSnit massierter In­fanterie, Artillerie und zahlreichen Panzern an. Die deutschen Truppen wiesen alle Angriffe unter schwersten Verlusten für den Feind zurück. An einem Kampftage wurden von ' einer Infanterie-Division allein 39 feindliche Panzer abgeschossen. Trotz starken Fliegereinsatzes gelang es den Bolschewisten nicht, die Angriffe der deutschen Luftwaffe zu behindern. Deutsche Jäger schossen 42 feindliche Flugzeuge ab.

Der Führer sandte dem Dichter Bruno Brehm zu seinem 50. Geburtstage ein herzliches Glück­wunschtelegramm. Auch Reichsminister Dr. G o e b- b e l s übermittelte dem Dichter in dankbarer An­erkennung seiner großen dichterischen Leistungen ein herzliches Glückwunschtelegramm.

Oberleutnant Clausen, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, errang am Mittwoch an der Ost­front seinen 96. bis 101. Luft sieg.

Ritterkreuzträger Kapitänleutnant Kaden starb im Kampf gegen England mit einem Teil der Be« satzung seines Flottillenbootes den Heldentod.

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Das fapanifche Volk trauert um feinen erfolg, reichsten Kriegsflieger, Oberstleutnant Tateo Kato, der nach dem Abschuß von mehr als 200 feindlichen Maschinen am 22. Mai, wie jetzt erst bekannt wird, mit seinem schwerbeschädigten Flugzeug nach einem Angriff auf Akyab tn den Indischen Ozean abge- stürzt ist.

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Wie derCorriere della Sera" mitteilt, ist dem General Garibaldi der Oberbefehl der italie­nischen Armee an der Ostfront übertragen worden. General Garibaldi war von Februar bis Juli 1941 Generalgouverneur von Libyen und Oberbefehls­haber her italienischen Truppen in Nordafrika.

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Die Gattin des Königs der Belgier ist von einem Knaben entbunden worden. Die Mutter des Kindes wird in der Geburtsurkunde alsdie Prinzessin, geborene Mary-Liliane Baels, Gattin Seiner Maje­stät des Königs Leopold III." bezeichnet. König Leo­pold hat sie im vorigen Jahr geheiratet. Sie hat damals auf alle dynastischen Privilegien für sich

Max Oauthendey.

Zum 75. Geburtstage des Dichters.

Hätte nicht fern der deutschen Heimat in Malang auf Java ein tropisches Fieber Max Dauthen - d e y am 4. September 1918 hinweggerafft, so hätte er jim 25. Juli d. I. seinen 75. Geburtstag feiern können. Ein widriges Geschick riß den Dichter mit­ten aus voller Schaffenskraft heraus.

Ein Geschichtswerk über die Literatur der letzten Jahrzehnte hat den 1867 in Würzburg geborenen Sohn eines der ersten deutschen Photographen den gleichnisseligsten Dichter" genannt. Man könnte ihn auch den Sänger der Faxbenfteude und der Wandersehnsucht heißen. Er war ein ruheloser Weltfahrer, in dessen Blute das, seelische Erbgut des Vaters wie der Mutter pulste. Von seinem Vater mag er den - Blick für die Schönheiten der Natur und für die Symphonie der Farben, von seiner Mutter, einer Deutschbaltin, die Heimweh trächtige Verträumtheit geerbt haben. Alle diese Eigenschaf­ten verwoben sich in ihm und bestimmten sein äußeres Leben wie sein dichterisches Schaffen.

Würzburg und München, Berlin und Paris waren die ersten Stationen feines Lebens. In tief­ster Einsamkeit, in dem weltabgeschiedenen schwedi­schen Dorfe Bohuslän, schuf er seine ersten Gedichte, die unter dem bezeichnenden TitelUltraviolett" 1893 herauskamen. Ein stark malerischer Impressio­nismus und der ererbte Farbensinn bestimmte feine Lyrik. Eine gewisse romantische Grundhaltung und eine unüberwindliche Sehnsucht in die Ferne, die bann aber wieder mit Heimweh sich paarte, trieb ihn um die Welt. Mittelamerika und Asien gaben ihm nachhaltige Anregungen zu seinem dichterischen Wirken.

Die ersten entscheidenden Einflüsse boten ihm Nietzsche, Björnson, Gerhart Hauptmann und Arno Holz. Dann geriet er in die Sphäre Stefan Georges und Richard Dehmels. Sie aber wiesen ihm den eigenen Weg. Seine besondere Eigenart entwickelte sich, befreite ihn von den ekstatischen Stimmungen seiner Anfangsperiode und ließ ihn das werden,

was er war, den farbenfreudigen Poeten des Wan- dergeistes und einer Liebe, die er in allen Erschei­nungsformen, als Sehnsucht, als Unruhe, als Er­wartung wie als Genuß zu preisen wußte. Er wurde schließlich einer der ersten deutschen Dichter, der sich mit dem Geheimnis des ostasiatischen Wesens be­faßte und es poetisch zu entschleiern versuchte.

Seine ersten Gedichte, bei deren Lektüre man oft den Eindruck des allzu Gekünstelten nicht abwehren kann, waren noch gleichsam Bekenntnisse einer eksta­tischen Seele. Aber auch in ihnen schon offenbarte der Dichter ein stark hervortretendes Gefühl für fein unterscheidende Beobachtungen. Freilich zeigte es sich zuweilen in einer zu starken Häufung dieser differenzierten Eindrücke.

In feinenReliquien" aus dem Jahre 1899 fand er schon härtere Töne neben einer oft sehr zarten Elegie. In derben, kräftigen Strichen zeichnet er 1905 seinenBänkelsang vom Balzer auf der Balz". Seine schaffensfreudigste Zeit waren die Jahre von 1907 bis 1910.

Auch mit einer dramatischen ArbeitSpielereien einer Kaiserin" gewann er einen Bühnenerfolg. Von seinem Wandern um die Erde künden die asia­tischen NovellenLingam",Erlebnisse auf Java", Die acht Wunder um sieben Meere",Gedanken­gut aus meinen Wanderjahren" und dieTage­buchaufzeichnungen".

Der Ausbruch des Weltkrieges überraschte den Dichter 1914 in Java. Es war ihm nicht mehr ver­gönnt, seine Heimat zu erreichen. Vielleicht mag feine unüberwindliche Sehnsucht nach feiner deut­schen Heimat mit dazu bei getragen haben, in seinem Körper die Widerstandskräfte gegen die tropische Erkrankung zu schwächen. Die Fremde überwältigte ihn. Erst 1929 konnten seine sterblichen Ueberrefte nach Deutschland heim geholt werden. Seine Vater­stadt Würzburg setzte ihn 1930 in einem Ehren­grabe bei.

Dauthendey war ein Dichter, der in seinen Wer­ken deutlich den Entwicklungsgang seines Schaffens aufwies. Don einer fast überschwänglichen Aus- drucksweise in seinen ersten Dichtungen gelangte er ganz allmählich auf seinen eigenen Weg, beffen

Hauptkennzeichen ein unendlich feines Gefühl für den Rhythmus und eine kunstvolle Verwertung der Reime waren. Wohl selten hat es ein Dichter aber besser verstanden, seine Gedanken in Gleichnissen auszudrücken. Dr. H. Strasser-Neidegg.

Oie Raupe.

Von Thea v. Humbracht.

Antje sitzt in dem schönen, alten Kaffee am Was­ser, an der Steinbalustrade mit den Begonien in grünen Kästen. Der glitzernde, geruhsam, dahjnflie- ßende Strom spiegelt den blauen Himmel wieder, die Weiden und Birken am Ufer. Paddelboote kom­men vorbei und Kanus, langsam ziehen Schwäne vorüber. Um Antje herum ist das Gesumm vieler Stimmen. Und sie selbst ist so einsam an ihrem freien Nachmittag! Sie seufzt. Traurig, die Schön­heit des blaugoldenen Sommertages allem genießen zu müssen.

Sie bestellt von dem rotgelben Eis, das in hohen Bechern herum getragen wird, und ißt es langsam und gedankenvoll. Plötzlich zuckt sie zusammen und fährt herum. Jemand hat sie verührt.Erlauben Sie, daß ich die Raupe fortnehme", sagt eine frische Stimme, die einem jungen Mann mit einem schma­len, braunen Gesicht und blauen Augen gehört. Er macht eine ausholende Bewegung über die Brüstung.

Danke", sagt Antje ein wenig verwirrt.Aber Sie hätten sie doch nicht ins Wasser werfen sollen!"

Tja, die is nu hin." Der junge Mann sieht das hübsche Mädchen wohlgefällig an.Sollte ich sie viel­leicht auf Ihren Rücken krauchen lassen, oder auf die Begonien setzen, damit sie die Blätter abfrißt? Ihr gutes Herz in Ehren, aber" er lacht, ein so nettes, vergnügtes Lachen, daß Antje mitlachen muß. Und da wir gerade von gutem Herzen sprechen", führt er treuherzig fort,darf ich mich zu Ihnen fetzen? Sehen Sie, ich bin allein, und Sie sind allein, und es ist doch nicht gut, daß der Mensch allein sei, nicht wahr? Besonders nicht, wenn er von der Front kommt und vierzehn Tage Urlaub hat. Die will keiner allein verbringen, klar. Also

wenn Sie nichts dagegen haben?" Uni) als Antje nicht Ja sagt, aber auch nicht Nein, nimmt er ent« schlossen, seinen halb geleerten Eisbecher und siedelt zu -ihr über.

Es ist dann sehr schnell gegangen mit den Beiden. J Das war auch nötig, denn der junge Mann hatte « zum.Verlieben und Verloben ja nur vierzehn Tage - Zeit. Das stimmte genau. Aber etwas anderes j stimmte nicht, das wollte er seiner Braut eigentlich gar nicht sagen. Es kam aber doch heraus, als sie Abschied feierten, .mit vielen verliebtenWeißt du noch?", an derselben stelle, wo sie sich tennengelernt hatten. Nur, daß jetzt nicht die Sonne schien, son­dern der Mond sich im glitzernden Wasser spiegelte. *

,An allem Glück", sagte Antje und schmiegte sich * enger an Heinz,ist allein die Raupe schuld." Mhm."Und du hast das arme, unschuldige Tier ins Wasser geworfen!" Um ferne Mundwinkel .zuckt es.Hab' ich ja gar nicht."Aber ich hab' doch gesehen, wie du die Raupe ..."Raupe? Ach, Antje, mein Süßes, da war ja gar keine Raupe!" Was?" Sie will sich losmachen, aber er hält sie fest.Kriegslist, mein Schätzchen. Ich sah einen so hübschen, schlanken Rücken vor mir und eilten wei- ' ßen Hals und blonde Haare, tadellos alles von hin« ten. Aber wie du von vorn aussahst, wußte ich doch nicht, wo du den Kovf so beharrlich über den Eis­becher gebeugt hieltest. Und da hab' ich ..."Die Raupe erfunden?"Jawoll. Glatt erfunden. Gei­stesblitz, Jdeenverbindung. verstehst du, Panzer­schütze und Raupe. Dabei", er zieht sie enger an sich,hab' ich gesehen, daß du nicht nur ein liebes, reizendes Mädel bist, sondern daß du auch nicht hysterisch gekreischt hast, wie's manche andere ge­macht hatten, sondern nur das ,arme, unschuldige Tier' bedauert. Auch das wäre Dielen wutscht ge­wesen. Böse, mein Antje?"

Sie schüttelt den Kopf.Aber wenn nun wirklich eine Raupe dagewesen wäre, Heini, hättest du sie dann auch" Doch der junge Soldat hat nicht viel mit chätte' und ,märe* im Sinn. Er hält sich lieber an die Tatsachen. Und Tatsache ist, daß er sein Mädel im Arm hat, und er schließt ihr mit einem herzhaften Kuß den Mund.