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DNB. Aus dem Führerhauptquartie
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Greta Daeglau. I
(Nachdruck verboten.)
7. Fortsetzung.
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Als Helene erwacht, ist sie ganz verwirrt.
In den kommenden Tagen vermeidet sie es, Bergenroth zu begegnen.
Die Burgbauten erheben sich auf drei Terrassen. Die ebene Fläche auf der Südseite, setzt Bergen- roths Versuchsfeld, wird von einer breiten Steinmauer umgrenzt. Auf dem bläulichen Schieferpanzer wuchern gelbe Alaen und draune Moose, und aus allen Ritzen und Fugen des alten Mauerwerkes grünen und blichen Kräuter.
interessanten Entstehungsgeschichte. Aus dem auf ein Bänkelsängerlied zurückgehenden Text von Opitz hat Schütz in meisterlich polyphoner Komposition die Liebesklage übernommen. Dem vom Cembalo aus behutsam geführten, organisch ineinandergehenden kleinen Stimmenorchester (P o s s i n k e, L a n g e, Schärtel, Richter und Drusches) verbanden sich in hingebungsvollem Musizieren die schön und voll klingenden Streicher: hier machten sich unter Führung von Musikdirektor Söllner die Herren Kerzisnik, Landgraf und Schneider um die von einer zahlreichen Besucherschaft sehr btzi-
nst do? lungting- gsi steht, nen den zwangen {quartier ijlagenen
22. Jloo. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Raum von Naltschik erbeuteten deutsche und rumänische Truppen bei erfolgreichen Angriffs- kämpfen in gebirgigem Gelände eine große Anzahl Fahrzeuge und Gerät. Zwei Kräftegruppen des Feindes wurden am Terekabschnitt eingeschlossen und vernichtet. Ein eigener Angriff traf den Feind in der Flanke und fügte ihm schwere Verluste zu.
3m Raum südlich Stalingrad und im großen Donbogen hallen die erbitterten Abwehrkämpfe an. Deutsche und rumänische Truppen brachten bei einem Gegenangriff 600 Gefangene ein und vernichteten 25 Panzerkampfwagen. Weitere 36 Sowjetpanzer wurden am 20. und 21. November von einer Panzerdivision abgeschossen. Deutsche und rumänische Luftstreitkräfte unterstützten die eigenen Truppen und fügten dem Feinde in rollenden Angriffen gegen Panzerbereikstellungen. 3nfanteriever- bände, Ausladungen und Fahrzeugkolonnen hohe Verluste zu.
3n Stalingrad wurden bei Stohtruppunler- uehmen wettere stark ausgebaute Stützpunkte genommen und an anderer Stelle Vorstöße der Sowjets abgewiesen. Bel Woronesch wurde ein starker feindlicher Stoßtrupp aufgerieben. Oertliche Angriffe des Gegners südostwärts des 3 Im en - sees scheiterten In erbitterten Kämpfen. Ueberseh- oersuche über die Newa brachen im zusammengefaß- len deutschen Artilleriefeuer zusammen. Sturzkampfflugzeuge setzten die Angriffe gegen die Murman- bahn fort.
3a der Lyrenaika beiderseitige lebhafte Späh- truppläligkeit. Die eigenen Bewegungen verlaufen
zimmer den Wendel herunter und geht mit kurzem Gruß an den beiden vorbei.
Bergenroch blickt dem Mädchen nach. Er sagt: „Fräulein BMius scheint seit Tagen verändert, unfreundlich fast. Habe ich sie etwa gekränkt? Ich bin ja wohl mitunter ein Rauhbein."
Auch Gertraude hat Helene beobachtend nachgesehen. Sie erwidert, daß man Fräulein Deselius in dieser Stimmung am besten ganz in Ruhe läßt. „Meine Freundin hat ein sehr trübes Erlebnis noch nicht verwunden. Das ist traurig, denn sie ist ein so prachtvoller Mensch."
„Und da ist natürlich ein Mann in Spiel .... meint Bergenroth. Sagt das so hin. Wie eine Frage klingt es nicht einmal.
Gertraude nickt: „Ja —", und sagt weiter: „So ist das nun, Herr Bergenroth — Fräulein Deselius ist mit manchen irdischen Glücksgütern gesegnet, ist gesund und unabhängig — und ist doch nicht glücklich." *
Als der Herbst kommt, spürt man sein Nahen wohl in der wunderbaren grüngoldenen Färbung des Laubwaldes: auch die Tage werden kürzer, aber sie tragen noch immer die Wärme des späten Sommers in sich.
Die Burg hat nun außer Helene und Bergenroth keine Gäste mehr.
Man lebt jetzt in Tagen politischer Spannung, und die kleine Besatzung der Burg, Gertraude mit ihren Gästen und ihrem Hauspersonal, sammett sich an den Abenden im Gastzimmer um den Lautsprecher.
In den Nächten ziehen deutsche Marschkolonnen über die breite Landstraße, die am Städtchen unten vorübersührt. Helene hört den Tritt der Soldaten und die Geräusche der schweren Wagen und Motorräder bis zu ihrem Altan hinaus.
Die Ereignisse überstürzen sich. Der Führer spricht zum deutschen Volk und zur Welt.
Diese Spannung, die das Feld der Weltpolitik
Helene sitzt auf der Mauer und sieht Bergenroth zu, der unterhalb der Begrenzung arbeitet.
So sitzt sie nun eine ganze Weile. Und wenn Bergenroth dann und wann aufschaut, ärgert ihn dieses tatenlose Dahocken des Mädchens. Ihn ärgert auch dieser ganze Aufzug, in dem das Fräulein tagtäglich hier herumgeht. Nachdem sie sich eine Zeit- lang nicht, hier unten bei ihm blicken ließ, geruht sie jetzt wieder, seiner Arbeit zuzusehen. Kommt, grüßt, hockt schweigend da und ist plötzlich wieder ver- schwunden.
Als der Mann in Helenes Nähe kommt, um ein Gerät zu holen, das an der Mauer-lehnt, bleibt er stehen. Er hat eine kräftige und etwas schwere Gestalt. Als er zu dem Mädchen aufblickt, liegt ein unwilliger Ausdruck in seinen grauen Augen.
„Weshalb laufen Sie eigentlich in Mannshosen herum?"
Helene ist zuerst verblüfft, dann lacht sie. Sie springt von der Mauer, landet dicht vor Bergenroth. „Und weshalb, bitte, darf ich nicht Hosen tragen? Ich finde sie praktisch und bequem."
Uebrigens sieht Helene in diesen hellgrauen Fla- nellhosen und der maisgelben Hemdbluse sehr gut aus, aber diese Wirkung beachtet sie selbst wohl kaum, und auch Bergenroth scheint das nicht zu
Er' meint ironisch: „Praktisch? Wozu praktisch? (gi'e tun doch den lieben ganzen Tag nichts!"
Das aber stimmt nun nicht ganz.
Helene ist seit Tagen schwer beschäftigt, und Ber- genroth wird noch erfahren, daß er in den Ge- danken dieses Mädchens eine große Rolle spiett.
Jetzt wundert er sich, daß Helene chn so merkwürdig ansieht, ernst und forschend, sich dann mit einem Kopfnicken verabschiedet und wieder zur Burg hinaufgeht. *
Einmal, als Bergenroch mit Frau Schrott im Burghof steht, kommt Helene aus chrem Burg-
erfüllt, führt Helene und Richard Beraenroch wieder mehr zusammen. Wenn Helene in solchen Abendstunden Bergenroth beobachtet, findet sie, daß die männlichen Konturen seines Gesichts jetzt noch harter geworden sind. Aus diesen Linien spricht beherrschte Energie und auch ein leidenschaftliches Temperament.
. ♦
Helene will mit allen Ueberlegungen und Zweifeln endlich zu einer Entscheidung kommen. Sie will mit Bergenroth sprechen. Sie kann mit diesem Mann ruhig und frei reden. Er übt auch eine eigentümliche Anziehungskraft auf sie aus. Und aus seinem ganzen Wesen kommt eine Zuverlässigkeit, eine Kraft, die Vertrauen weckt.
Wieder geht Jjie zu ihm in den Garten hinunter. Sie legt ihm ihre Hand auf den Arm; bittet: „Ich muß mit Ihnen sprechen, Herr Bergenroth. Hören Sie jetzt mit Ihrer Arbeit hier auf!"
„Was wünschen Sie denn von mir?" fragt der Mann erstaunt.
„Ich kann das nicht mit ein paar Worten sagen", erwidert Helene.
Sie ist jetzt etwas unruhig. Sie weiß, daß sie einen ganz ungewöhnlichen Schritt tun will.
„Hören Sie —", lehnt der Mann ab. „Ich stecke hier mitten in der Arbeit!" „
Er streckt seine erdigen Hände vor.
Fast heftig sagt Helene: „Das ist so nebensächlich. Wischen Sie den Sand an der Hose ab, aber kommen Sie — denn vielleicht finde ich ein anderes Mal nicht fo die Worte für das, was ich Ibnen Vorschlägen möchte. Vielleicht auch nicht den Mut. Es ist nämlich ein sehr ungewöhnlicher Vorschlag —"
„Sie machen mich beinahe neugierig, Fräulein Deselius."
Es klingt ironisch.
„Sie dürfen nicht spotten. Nein, das dürfen Sie jetzt nicht!" sagt Helene ernst.
(Fortsetzung folgt)
meer zeichnete sich das Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant D o m m e s besonders aus.
Die durch Sondermeldung bekanntgegeben, griffen deutsche Unterseeboote Im Nordatlantik einen Geleitzug an und versenkten aus ihm in tage- langen zähen Kämpfen 15 Schiffe mit 78 000 BRT. sowie zwei Zerstörer und eine Korvette. Weitere vier Schiffe wurden durch Torpedotreffer beschädigt. Außerdem versenkten die deutschen U-Boote vor Nord - und Wittelamerika und ostwä rts K a p st a d t acht Schiffe mit 42 000 BRT. Ein weiteres Schiff wurde torpediert. Damit verlor der Gegner außer den genannten Sicherungsstreitkräften wieder 23 Schiffe mit insgesamt 12 0000 BRT. seines handelsschiffsraumes. Bei den Geleilzugkämpfen zeichnete sich das U-Boot unter Führung von Kapitänleutnant Schneider besonders aus.
Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag.
und einen Zerstörer.
Kunst und Wissenschaft
Der langjährige Mitarbeiter der Gießener Universitäts-Bibliothek, Oberbibliochekar Professor Dr. Georg Koch, kann am 26. November in aller Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist geborener Oberhesse, der in Wetterfeld bei Laubach das Licht der Welt erblickte. Nach dem Studium der Theologie und der Philologie und der Promotion zum Dr. phil. trat er 1900 bei der Gießener Universitätsbibliothek als Volontär ein. Hier wurde er 1908 sum Bibliothekar ernannt. 1912 schied er aus dem Bibliotheksdienst aus und wurde Pfarrer in Langd (Kreis Gießen), wo er bis 1921 wirkte. Dann kehrte er in den Dienst der Universitätsbibliothek zurück, wo er im Dezember 1924 zum Professor und im Jahre 1933 zum Oberbibliothekar ernannt wurde. 1934 trat er freiwillig unter Anerkennung seines im nationalen Interesse bekundeten Opfersinnes in den Ruhestand, um dadurch Platz für eine jüngere Kraft zu machen. Im Januar 1940 stellte er sich erneut für den Bibsiotheksdienst zur Verfügung, seitdem wirkt er wieder in feinem alt-n Amt als Oberbibliothekar.
Mit besonderem Interests hat sich der Gelehrte allezeit den Fragen der Sozialethik und der Volkskunde, besonders der Psychologie des Bauerntums, und der Volkshochschule zugewandt. Von seinen zahlreichen Arbeiten sind vor allem folgende Bücher zu erwähnen: . Der Volkshochschulgedank-" (1928 erschienen), „Menschenbildung" (1929), „Freiherr vom Stein" (1931), . Die bäuerliche Seele" (1935, hervor- gegangen aus Vorlesungen über Volkskunde, die er im Auftrage der Theologischen Fakultät hier ge- I halten hat), „Die Heimkehr des Emst Moritz Arndt"
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Aus der Stadl Gießen
Steckenpferde.
Von Richard Gerlach.
Dec große Irrtum
Roman von Meta Brie.
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Theater der Universiiäisfiadi Gießen
Hausmusik bei Heinrich Schütz.
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planmäßig. Kampffliegeroerbände bombardierten bei Tag und Nacht stark belegte Flugplatz im alge- rischen Küstengebiet sowie die Häfen von Bouale und Philippeville. Ein deutsches Unterseeboot erzielte im Mittelmeer drei Treffer auf einem Schlachtfchiffverband, der von einem Flugzeugträger und Kreuzern gesichert wurde. Dasselbe Boot torpedierte aus einem Geleitzug zwei Frachter
wird sich schließlich, auch mehr und mehr darein oerfiefen, den Sparren mit dem lebendigen Pferd vertauschen, und wenn es ihm möglich ist, gründlich und wissenschaftlich verfahren. Liebhaber waren ursprünglich die größten Leuchten aller Fächer, und es ließen sich leicht die erlauchtesten Namen für
diese Behauptung anführen. Der Dilettant, der sich an den Künsten ergötzt, ist nur peinlich, wenn er Stümperei und Oberflächlichkeit als schöpferische Leistung gerühmt sehen möchte: aber als teilnehmender, der das Gute vom Schechten zu unterscheiden weiß, ist er unentbehrlich, ohne ihn wäre die Kunst nichts als die Angelegenheit von Künstlern, ganz ohne Widerhall, eine Spezialität ohne Lebenswirkung.
Es ist mehr als eine Marotte, .wenn einer sein Steckenpferd so nett wie möglich aufzäumt, und der angenehme Zeitvertreib hat schon oft genug dem Liebhaber Ziele eröffnet, die sein Dasein änderten. Das Leben hält von selbst die Plagen und die Lasten für uns bereit. Doch ist es viel leichter zu ertragen, wenn wir uns, so oft mir können, mit den Dingen beschäftigen, die uns Spaß machen.
Oberbiblio'hekar prok. Dr. Koch 70 Satire alt.
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Deutsche und italienische Stilelemente, rokokohafte fällig aufgenommene und höchst anregende Haus- und schäserlich-pastorale Züge kennzeichnen das ein-1 musik verdient. Hans Thynot.
(1939). Außerdem ist er seit Jahren Mitarbeiter bei den „Hessischen Blättern für Volkskunde" und zahlreichen theologischen Zeitschriften, ferner zählt er zu den führenden Männern der Dorfkirchenbewegung in Hessen und zu den eifrigen Mitarbeitern dieser Zeitschrift. Viele Aufsätze über soziale Fragen, volkskundliche und sozialetyische Probleme stammen aus seiner Feder. U. a. war er im Jahre 1918 Leiter einer Feldhochschule für Mannfchaften der 48. Reservedivision, die damals im Westen kämpfte.
Auf zahlreichen Wanderungen durch die hessische Heimat, insbesondere durch Oberhessen, ist der Jubilar mit dem hessischen Volkstum, vor allem mit der Psychologie unseres Landvolks, tief vertraut geworden, so daß er als hervorragender Kenner in allen Fragen des heimischen Volkstums anzusprechen ist. In weiten Bevölkerungskreisen wird dem Jubilar große Wertschätzung entgegengebracht. Zum 70. Geburtstag bringen auch wir dem verdienten Gelehrten herzliche Glückwünsche dar.
Kür Tapferkeit vor öem ßemöe.
Der Gefreite Karl Kreiling, wohnhaft in Gießen-Wieseck, Gießener Straße 26, wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.
Oie Rönigenuntersuchungen im Kreis.
Ab Montag, 23. November, werden im Kreise Wetterau in folgenden Orten die Röntgenreihenuntersuchungen des -Röntgensturmbannes fortgesetzt: Am 23. November: Saasen, Schule von 8 bis 10.30 Uhr; Hattenrod und Harbach, Gasthaus Dörr von 12.30 bis 15 Uhr; R e i s kir - ken, Schule von 16 bis 18.30 Uhr. Am 24. November: Reiskirchen, Schule von 7.30 bis 9.30 Uhr; Bersrod, Schule von 11 bis 12.30 Uhr; Beuern, NSV. - Kindergarten von 14.30 bis 18 Uhr: Großen-Buseck, Neue Schule von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr; A 11en - Bu - seck, Neue Schule von 8 bis 12 Uhr.
Gie^en-Miekeck.
Unsere Mitbürgerin Marie Dapper Witwe, Kornblumenstraße 15, vollendet morgen ihr 75. Lebensjahr. Frau Dapper ist körperlich und geistig noch auf voller Höhe und arbeitet noch tüchtig mit. Der Jubilarin gilt auch unser herzlicher Glückwunsch.
Verdunkelungszeii:
23. November von 17.20 bis 7.28 Uhr.
leitende Madrigal „Vier Hirtinnen, gleich jung, gleich schön" für vier Singstimmen und Cembalo (vor 1630); vom Cembalo grundiert, entfalteten sich die Singstimmen (Gabriele Possinke, Sophie Schärtel, Barbara Boettcher, Adolf Richter) zu schönem Zusammenklang, ohne jene Individualität auszugeben, mit der Schütz dieses Quartett zur kleinen dramatischen Szene geformt hat. Die folgenden beiden Madrigale für zwei Sing- ftimmen, zwei Violinen, Viglincello und Cembalo sind instrumental durchwirkte, konzertierende Duette nach Texten von Opitz. Die Damen Schroter- Beckers, Lange, Boettcher und Schärtel brachten in kultivierter Wiedergabe im ersten die italienische, im zweiten die deutsche Stildominante zur Geltung. Dann hörten wir zwei Duette aus den „Symphoniae sacrae^, Äelche die Handschrift des reifen Meisters zeigen und im Gewände einer veredelten Tafelmusik italienische Beschwingtheit mit deutscher Gemütstiefe verbinden. Die Damen Schröter-Beckers und B*o ettd) er gestalteten in sauberem Ziergesang das Duett „Wie ein Rubin"; in warmer Klangfiille und schöner Empfindung von Gabriele Possinke und Ludwig D r u s ch e l vorgetragen, wirkte der Gesang „Jtz dein Brot mit Freuden" wie ein gedämpfter Lobgesang und ein dunkler Nachhall des großen Kriege^. „Itzt blicken durch des Hirnmels Saal" beginnt ein Madrigal für fünf Singstimmen, zwei Violinen, Violincello und Cembalo, mit einer textlich
Reichssonderzuschuß für Kleinrentner.
Auch in diesem Jahre erhallen Kleinrentner, denen der laufende Reichszuschuß gewährt wird, nach einem Erlaß des Reichsarbeitsministers im Dezember einen einmaligen Sonderzuschuß aus Reichsmitteln nach denselben Grundsätzen wie im vorigen Jahr. Die Bezirksfürsorgeverbände zahlen den Sonderzuschuß mit den Bezügen für Dezember aus. Eines besonderen Antrages bedarf es nicht.
Die Weihnachtsgratifikation.
Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz hat durch Zusatzbestimmungen eine soziale Verteilung der Weihnachts- und Abschlußgratifikationen 1942 ermöglicht. An sich ist bestimmt, daß ohne vorherige Genehmigung des Treuhänders diese Gratifikationen zusammen bis zum Betrag eines Wochenverdienstes oder X-Monatsverdienst tieu eingeführt bzw. niebrtgerere Gratifikationen des Vorjahres bis zu diesen Beträgen erhöht werden können. Der Generalbevollmächtigte hat sich jetzt damit einverstanden erklärt, daß bei sozialer Verteilung dieser Beträge nach dem Familienstand, dem Grade betrieblicher Verbundenheit oder nach den Leistungen der einzelnen Gefolgschaftsmitglieder diese Grenzen im Einzelfall überschritten werden, falls gleichzeitig im gleichen Betrieb in anderen Fällen die ausgeschütteten Beträge unter diesen Grenzen bleiben. Unter keinen Umständen darf aber ein Betrieb ohne vorherige Einschaltung des Treuhänders — abgesehen von den Fällen, in denen im vorigen Jahr höhere Gratifikationen gegeben wurden — Beträae der Gefolgschaft zürnenden, die bei Lohnempfängern insgesamt mehr als die Wochenlobnsumme des Betriebes, bei Gehaltsempfängern mehr als ein Viertel der monatlichen Gehaltssumme betragen.
Im „Reichsarbeitsblatt" wird zu den Gratifikationen noch erläuternd u. a. zur Frage der Gehalts- Veränderungen im abgelaufenen Jahr Stellung genommen. Danach kann ein Buchhalter, der inzwischen Prokurist wurde, in einem Betrieb, in dem im Vorjahre regelmäßig zulässigerweise ein Monatsgehalt ausgeschüttet wurde, in diesem Jahre ebenfalls ein Monatsgehalt als Weihnachtsgratifikation erhalten, obgleich dieses Gehalt nach der Beförde- rung zum Prokuristen gestiegen ist. Entscheidend ist nur, daß die gleichen Regeln wie im Vorjahre An- I wendung finden.
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Steinen, von Kupferstichen, von Vogelfedern, von Weinflaschen-Etiketten, von Briefmarken, im Züchten von Wellensittichen, Schmetterlingen, Kakteen, in der Jagd auf bibliophile Raritäten, auf handgeschriebene Briefe verehrter Persönlichkeiten, auf längst außer Kurs gesetzte Münzen sein Vergnügen findet, mag die harmlose Überschätzung solcher Winzigkeiten belächeln mit jenem gutmütigen Spott, mit dem er dem Knäblein nachblickt, das auf seinem eingebildeten Roß stolz die Gasse entlangreitet. Aber bann hat er eben einen anderen Sparren, ein anderes Knüppelchen, um sich gelegentlich als kühner Reiter darauf zu schwingen: vielleicht ist er im Skatspiel Meister, ein Beherrscher des Schachbrettes, ein Kenner der Pferde, Ruderer, Paddler, vielleicht wächst in seinem Garten der dickste Kürbis, oder er angelt immer die größten Hechte. Er bereitet aus Hagebutten einen Wein, er weiß wunderbare Klöße zu kochen, er fehlt bei keinem Fußhallwettkamps, er bastelt Flugzeugmodelle, er zeichnet alte Stadttore mit Pastellfarben, bläst die Hirtenschalmei oder fängt den malerischen Zauber der Landschaft in Aufnahmen ein. Ganz ohne Steckenpferd zu sein ist bemitleidenswert: es ist ein bedenkliches Zeichen von Phantasielosigkeit. Der Arme, der sich für. gar nichts begeistern rann, muß innerlich schrecklich öde und langweilig fein. Aber ich glaube eigentlich nicht, daß einer so vertrocknet sein kann, daß in ihm nicht doch unvermutet eine Laune oder Neigung keimt.
Die Steckenpferdrerterei reißt die Methodiker und Systematiker immer wieder mit, und die Liebhaberei ist die Vorstufe der ernsthaften Forschung. Wer mit Lust und Liebe bei einer Sache ist, der
Unterhaltungsmusik feldgrauer Komponisten.
Dem Rufe nach wertvoller Unterhaltungsmusik, die nicht nur auf Rhythmus gestellt ist, hat eine Reche von Tonschöpfern, die im Felde stehen, geantwortet mit Werken, von denen einige im Rundfunk gespielt wurden. Außer Erwin Dressels „Kapriole n", einer heiteren Ouvertüre, und Hans Mieten tz' Walzer- Capriccio hörte .man ein Concertino von dem jungen Wissner Otto Walter, das Oboe, Klarinette, Horn und Trompete als Soloquartett zum Streichorchester mit Harfe gesellt. Das Werk reicht aus dem Rahmen des Spie- (erisch-Leichten in das Gebiet fein empfundener Kammermusik. Zwei Lieder mit Orchester von Walter Andreas nach Texten von Cäsar Flaischlen, von Willy Domgras-Faßbänder sehr schön gesungen, vereinigen melodische Substanz der Solostimme mit koloristisch-aparter Orchesteruntermalung. Oie bereits . bekannten „Hamburger Humoresken" von Hans 11 Ib all und die dem schlesischen Volksgut entnommenen reizvollen „Schlesischen Bauern-
Die fünfte Morgenveranstaltung, zugleich Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft „Universität und Theater", war dem Werke des genau hundert Jahre vor Bach geborenen deutschen Barockmeisters und Schöpfers der ersten deutschen Oper Heinrich Schütz (1585—1672) gewidmet. Die musikalische Leitung hatte Musikdirektor Söllner, der auch den begleitenden Cembalopart übernommen hatte. Prof. Dr. Rudolf G e r b e r gab in einem ausgezeichneten, ebenso tiefgründigen und durchgeformten wie gemeinverständlichen Dorttage ein lebendiges Bild vom Wesen und Schaffen Schützens wie auch eine feinsinnige und einleuchtende Interpretation der hier zum Dortrage gebrachten Werke. Die schöne Sitte des häuslichen Musizierens, so führte Prof. Gerber einleitend aus, die sich in den letzten Jahren wieder eingebürgert habe, ergebe ein sehr notwendiges Gegengewicht gegen gewisse Gefahren der Rundfunkmusik: der Tag der Hausmusik wolle die kunst- genießerische Passivität aktivieren. Alle Musikkultur werde vom unsichtbaren kleinen Kreise der Begeisterten getragen; nur von hier könne eine Durchdringung des ganzen Volkes mit musischem Geiste ausgehen. Es sei zu begrüßen, daß sich die Hausmusik gerade auch die vorklassische Zeil bis ins 16. Jahrhundert zurück wieder erschlossen habe. Der kammermusikalische Charakter der vorklassischen Musik komme dem häuslichen Musizieren entgegen. In der Zeit des Barock sei Schütz neben Bach und Händel die markanteste Persönlichkeit, uns heute in erster Linie als Meister geistlicher Musik bekannt, während seine weltlichen Schöpfungen wie die erste deutsche Oper („Daphne", 1627, Text von Opitz) meist Derlorengegangen sind. In Schütz, dem „Vater der deutschen Musikanten" und größten Musiker seines Jahrhunderts, der als Mensch, als Lehrer und Organisator gleichermaßen bedeutend war, verbinde sich lutherische Frömmigkeit mit italienisch-barocker Kunstgesinnung zu fruchtbarer Synthese; er habe die fremden Anregungen schöpferisch verarbeitet und den Aufstieg der deutschen Musik zur Weltgeltung an«
Sie ruft Bernhardine an und verbietet ihr jedes Eingehen auf irgendein Anliegen Rautcnbergs. Sie muß das sehr nachdrücklich sagen, denn sie weiß, daß Bernhardine große Sympathien für den früheren i Berichten des Fräuleins hat. _ ......
Helene weiß, wenn sie wieder in Berlin ist, wird Rautenberg sie doch zu treffen wissen.
Sie kann nicht schlafen. Mit weit offenen Augen liegt sie in den halbhellen Nächten da und ist wieder in der alten Zerrissenheit. Und als sie nach so einer schlaflosen Nacht gegen Morgen in einen unruhigen Schlummer fällt, hat sie einen seltsamen träum. Sie steht auf der Südterrasse neben Bergenroth und redet mit ihm, als von oben, vom Tortogen der Burg her, Ludwig Rautenberg auf sie und Bergenroth zukommt.
Sein leichtsinniges Gesicht sieht strahlend und zuversichtlich aus. Und nun erschrickt Helene in diesem Merkwürdigen Traum durchaus nicht bei dem Erscheinen Rautenbergs. Sie sieht im ruhig entgegen. Sie legt ihren Arm auf Hergenroths, der ihr sein ernstes, ruhiges Gesicht zuwendet. Und Helene fühlt sich so wunderbar sicher, well nun dieser Mann
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