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Sie Krisis des parlameniarismus in England

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oder

der

Kunst und Wissenschaft.

E. TD. Möllers SchauspielDas Opfer.

Um den geschlossenen Einsatz und eine den wech­selnden Anforderungen der Front entsprechende Schlagkraft

derung damals vernünftig, also durchführbar war, gehört nicht hierher. Wichtig ist jedoch, daß da­durch eine Belebung der Innenpolitik eintrat, wie sie beim Abschluß des Burgfriedens von nieman­dem vorausgesehen war. Immer lauter wurden die kritischen Stimmen, denen man deutlich entnehmen konnte, daß es gar nicht mehr um die Kritik an dieser oder jener Sache oder Person geht, sondern um den Wunsch der Wählerschaft, ihrer Auffassung eine politische Form zu geben.

Der Burgfrieden hat es nun den überlieferten Parteien unmöglich gemacht, sich den Kritikern zur Verfügung zu stellen, so daß die natürliche Folge eine Abkehr der Wähler von den Par­teien ist. Die Regierung, die ja heute mit der unwichtigen Ausnahme der Unabhängigen Arbei­terpartei von allen Parteien getragen wird, hat nun die Ungeschicklichkeit begangen, die Wählerschaft in ihrer Abneigung gegen die Parteien noch da­durch zu bestärken, daß als Nachwahlkandidaten meistens Männer aufgestellt wurden, die wenig da­zu angetan waren, den vielfach von revolutionären Ideen erfüllten Wählern Vertrauen einznflößen. So hatten die Unabhängigen oft leichtes Spiel. Es handelt sich allerdings bei der Unzufriedenheit der Wähler meistens nicht um eine Gegnerschaft gegen die Negierung, sondern um das Gefühl, daß der vorhandene politische Apparat den Bedürf­nissen der Zeit nicht mehr entspricht. Die gegen­wärtig wichtigste Frage ist nun, ob nur der Burg­frieden die Ursache für die Unzufriedenheit ist oder ob nicht vielmehr das Sy st em der poli­tischen Parteien, wie es vor mehr als 100 Jahren errichtet wurde, in den Stürmen des 20. Jahrhunderts nicht noch bestehen kann.

Das Auftreten unabhängiger Abgeord­neter im Unterhaus ist on sich nicht erst eine Erscheinung dieses Krieges. Bei den letzten Wahlen im Jahre 1935 wurden von insgesamt 615 Abgeordneten fünf als Un-abhängige nach West­minster geschickt. Vier van diesen vertraten jedoch die Universitäten, die in England und Schottland ihre eigenen Vertreter ins Unterhaus entsenden. Daneben gab es früher hin und wieder Abgeord­nete, die aus ihrer Partei ausschieden, ober auf Grund ihres persönlichen Ansehens in ihrem Wahl­kreis auch späterhin wieder ins Unterhaus gewählt wurden. Politisches Gewicht, welches über die Be­deutung des einzelnen Abgeordneten als Persön­lichkeit hinausging, haben diese Unabhängigen in der Vergangenheit aber niemals besessen.

Der Wendepunkt war der 17. November 1938, als der bekannte Journalist Vernon Bartlett im Wahlkreis Bridgewater als unabhängiger Kan­didat auftrat und nach einem mit größter Erbitte­rung ausgefochtenen Wahlkampf den konservativen Kandidaten der Regierung mit einer Mehrheit von mehr als 2000 Stimmen schlug. Dieses Wahl­ergebnis bedeutete danlals für die englische Innen­politik eine Sensation, die man heute kaum mehr

England neuen Antrieb. ; nistischen Werkklubs der L aber auch in der Tagespresse erschien die For­derung nach aktiverem Kriegseinsatz und innerer Reform. Inwieweit diese For-

eines gefährlichen fremdrassigen Menschen ermög­licht, der nun als Woiwode Leben und Gut der deutschen Gruppe zu vernichten sucht; für diese Schuld bringt sie das Opfer ihres Lebens. Das Thema ist mit Klarheit und Folgerichtigkeit durch­geführt, die Handlung straff gebaut und voll dra­matischer Spannkraft. Unter der Spielleitung von Intendant Hanke wurde die pausenlose Wiedergabe des anspruchsvollen Stückes im Nürnberger Schau­spielhaus zu einem Erlebnis. Franz Baumeister.

40 Jahre Exl-Vühne.

Die durch zahlreiche Gastspiele und auch durch den Film im ganzen Reiche bekannte Exl- Bühne kann in diesem Jahre ihr 4 0 j ä h r i g e s B e st e h e n feiern. Die Exl-Bühne wird ihr Jubi­läum im Rahmen einer Festwoche in Wien be­gehen und in einem mehrwöchigen Gastspiel an der Tiroler Landesbühne in Innsbruck einen Quer­schnitt durch ihr bisheriges Schaffen bieten.

daß sie trotz ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit soviel feindliche Flieger abschoß als sie selbst verlor. Den überlegenen Kampfgeist der japanischen Flieger bezeuge die Tatsache, daß sie neben den Flugzeug­trägern auch die begleitendey feindlichen Einheiten angriffen. Da die japanische. Flotte trotz größter Anstrengungen nach dem 8. Mai die feindliche Flotte nicht mehr entdecken konnte, stehe fest, daß die japanische Marine in der Seeschlacht das Feld behauptete.

Aus dem Reich.

Ein Rüstungsamt unter Reichsminister Speer.

In der Kulturwoche des Gebietes Franken Hitler-Jugend fand die Aufführung eines Werkes: des SpielsDas Opfer" von Eberhard Wolfgang Möller statt, das vor wenigen Monaten in Her­mannstadt uraufgeführt worden ist. In der Ge­wandung einer siebenbürgischen Sage aus der Zett der Türkenkriege offenbart sich das Schicksal einer deutschen Volksgruppe. Aus falschem Mitleid ver­stößt eine deutsche Frau gegen ein unerbittliches Ge­bot der völkischen Selbsterhaltung. Sie hat die Flucht

Der Präsident der Republik Chile, Rios, betonte in seiner ersten Botschaft an den chilenischen An- areß daß in Uebereinstimmung mit der politischen Lime, die Chile seit dem Ausbruch des Krieges ein- genommen habe, Chile eine entfchlostene Neutra >- tätspolittk verfolge und sich von den kriegerischen Ereignissen tn der Welt fernhalts.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichs­wirtschaftsminister Funk sprachen in m<toteren Kundgebungen zu den verantwortlichen W'.rtschafts- führern, Betriebsführern und Betriebsobmännern der fränkischen Rüstungsbetriebe.

nachempfindet. Es war sechs Wochen nach der Konferenz von München. Zu den erbittertsten Kri­tikern der Regierung gehörte Vernon Bartlett, der als politischer Korrespondent des linksliberalen News Chronicle" während der ganzen Dauer der Septemberkrise eine noch unnachgiebigere Haltung der Regierung gefordert hatte und jetzt in der vor­dersten Reihe derer stand, welche die sofortige Ein­führung der Wehrpflicht und die uneingeschränkte Aufrüstung verlangten. Mit diesen Parolen führte und gewann Bartlett den Wahlkampf in einem urkonservativen Wahlkreis und gegen einen Kandidaten, dem die uneingeschränkte Unter« tützung der mächtigen und wohlhabenden fünfer« ratioen Partei zuteil wurde.

Der Erfolg Bartletts wurde damals als eine Mah­nung der Wählerschaft an die Regierung betrachtet, eine noch skrupellosere Rüstungs- und Außenpolitik zu betreiben. Im Lichte späterer Ereignisse kann diese Auffassung nicht bestehen bleiben. Gewiß wurde Bartlett auch gewählt, weil viele Leute mehr Ka­nonen und Schlachtschiffe wollten. Das erklärt viel­leicht auch die Niederlage des konservativen Kandi­daten, nicht aber der Umstand, daß Bartlett als Unabhängiger gewählt wurde. Die Labour- Partei war damals noch in der Opposition und wäre damit das natürliche Sammelbecken aller Re­gierungsgegner gewesen, soweit diese nicht an der ozialiftischen Doktrin Anstoß nahmen. Außerdem hätte Bartlett sich der liberalen Opposition unter Sir Archibald Sinclair anschließen können, die 1935 immerhin fast 1,4 Millionen Stimmen erzielte und 17 Kandidaten erobert hatte. Bartlett tat dies nicht, sondern führte den Wahlkamf auf, eigene Kasse, als ob er schon damals gewußt hätte, daß den Parteien keine große Zukunft mehr be- schieden wäre.

Tatsächlich konnte damals keine der oppositio­nellen Gruppen auf neue Kritiker der Regierung anziehend wirken. Die Labour-Partei litt nicht nur an dokttinärer Erstarrung ihrer Führer­schicht, sondern hatte auch in den letzten Jahren durch Forderung auf britische Intervention in Abessinien, Spanien und im Fernen Osten einer­seits und durch Verweigerung größerer Rüstungs­haushalte anderseits eine so widerspruchsvolle Po­litik betrieben, daß ihre Wählerschaft völlig ver­wirrt war. Die liberalen Gruppen waren ober nur noch ein schwacher Abglanz einstiger libe­raler Herrlichkeit und außerdem unter sich vielfach gespalten und uneinig, so daß eine energische Po­litik von ihnen nicht erwartet werden konnte. Die Unabhängige Arbeiterpartei schließlich verlor sich in weltfremden Ideologien und nahm an Einfluß ab, je brennender die Probleme der aktuellen Politik wurden.

Eine so ausführliche Darstellung dieser zurück­liegenden Ereignisse und Zustände ist unvermeid­lich, wenn man das Problem verstehen will, das allen englischen Parteien heute gestellt ist. Die Nachwahl tn Bridgewater erscheint heute als ein Beweis dafür, daß das Auftreten zahlreicher unab­hängiger Kandidaten und ihre beträchtlichen Erfolge nicht erst ein Ergebnis des Unfriedens sind, wir haben es vielmehr mit einer viel gründlicheren Ent­wicklung zu tun, die seit Jahrzehnten im Gange ist und den Fortbestand des englischen Parla­mentarismus überhaupt in Frage stellt. Dieser be­ruht auf dem Wechselspiel zweier politischer Par­teien oder Gruppen, deren Bestehen sich grundsätz­lich die Waage halten muß, selbst, wenn zeitweilig beträchtliche Verschiebungen nach dieser oder jener Seite eintreten mögen. Seit dem Zerfall der Libe­ralen Partei nach dem vorigen Weltkrieg ist dieses innere Gleichgewicht des englischen Parlamentaris-

Büchertisch.

Friedrich Hölderlin: Hyperion Der Eremit in Griechenland. Mit einem

HauptschrifUeiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauptichriftleiterS: Ernst Blumschein, Verantwortlich für Politik und Bilder Dr, Fr. W. Lange; für das Feuilieton- Dr, Hans Thyriol; für Stadr Gießen, Provinz, Wirtichafr und Sport: Ernii Blumfchein.

Truck und Verlag: Brühlfche Universitälsbrukterel R. Lange K. G. Lerlagsletler: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenlelter: Hans Beck,

Anzetgenpreisltste Nr. 6»

Nachwort von Hajo Sappe. 229 Seiten. Ge­bunden 5, Reichsmark. Karl Rauch Verlag zu Dessau. (15) In einer sorgfältigen, groß

und klar gedruckten Ausgabe legt der vielseitig tätige Verlag eine Einzelausgabe des Werkes vor, das neben der Lyrik am entschiedensten den geistigen Ort und Umriß der Erscheinung Hölderlins bestimmt: DerHyperion" ist mit der Bezeichnung als Ro­man so wenig zu fassen, wie er sich etwa nachher erzählen ließe; er ist die durch manche Vorstufen und Wandlungen hindurchaeganaene große Elegie, in der sich persönlichste Erlebnisse und allgemeinste Forderungen in immer wiederholten Anrufungen begegnen; eine hymnische, schwärmerische und lei­denschaftliche Prosa, die sich gegen Ende des zwei­ten Buches zur zeitlosen Schönheit des berühmten Schicksalsliedes erhebt. Hans Thyriot.

Willibald Alexis: Die Hosen des Herrn von Bredow, Verlag Rütten & Lve- ning, Potsdam. Preis geb. 5, RM. In einer Sammlung wertbeständigen deutschen Romanguts, wie es das schöne Unternehmen des VerlagsDer Zauberspiegel" sein will, hat Alexis, der Roman­cier der brandenburgisch-preußischen Geschichte, mit seinen besten Werken mit Recht seinen Platz. Histo­rische Treue, kräftige Charakterzeichnung, ein be­häbiger Humor, vor allem die Schilderung der mär­kischen Landschaft in ihrer düsterherben Großartig­keit und das feine Verständnis für die aus dieser Natur erwachsene Sagen- und Geisterwelt unserer Vorfahren machen ein Buch wieDie Hosen des Herrn von Bredow" auch für Leser außerhalb des landschaftlich gebundenen Liebhaberkreises zu einer anziehenden Und fesselnden Lektüre. Eine so pracht- 1 volle Gestalt wie die Frau von Bredow auf Hoh-n- ziatz, die zur rechten Zeit die im ganzen Lande be­rühmtenUnaussprechlichen" ihres Gatten versteckt, um den biederen Ritter Gottfried vor den Folgen einer großen Dummheit zu bewahren, wird man ebenso wenig wieder vergeßen, wie die glänzende Schilderung des Konflikts zwischen dem Kurfürsten Joachim Nestor und dem selbstbewußten märkischen Adel oder den nächtlichen Ritt des Junkers Hans Jürgen durch den von wendischen Spukgestalten er­füllten Urwald. Es ist erfreulich, daß noch weitere Romane von Alexis in die Sammlung Eingang Men (ollen. F«.W. Lange.

ptoms.

Der Vorwurf, daß die Parteien sich selbst das Grab gegraben hätten, wurde zunächst auf dem linken Flügel der Labour Party erhoben. Der po­litische Burgfrieden, den die Parteien bei Kriegs­ausbruch abgeschlossen hatten, wurde mit dem Frieden eines Kirchhofes verglichen und seine Auf­hebung als 'bas einzige Mittel bezeichnet, um den Parteien das Weiterleben zu ermöglichen. Bei dem Burgfrieden handelte es sich um die Abmachung, daß während des Krieges die Mandatsverteilung im Unterhaus dadurch unverändert erhalten blei-

X Sunb Munition"^- feSrÄÖ Sur Verfügung gefteUL 3«m W te neuen »

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Rültonaskommwto os unte^^wette^una^drer W a h l ins Unterhaus. Der Burgfrieden erschien ÄrS^^Wt Uenle^ei^: kommen 9W «te Mai 1940 unter rninifters für Bewaffnung und Munition und d f°»°n°"nt° .am es dak über e n

'N w fertigung wurde im gleichen Sinne nach dem ^m 22 Juni 1941 die Al-

dem Willen des Führers der «e trieb sführer

und Ingenieur im Rahmen der Selbstverant- 11 u n ä Ilt 1 u c v w 1 *

erhielten dadurch die radikalen Kräfte in ' Zunächst in den kommu- Fabrikarbetter, allmählich

wortungsorganisation der Rüstungsindustrie einge-

Oer langfristige Einsatz der Schüler. . AuS aller Wett.

Schüler und Schülerinnen, deren Einsatz minde-1 $'nc Großnichte öch cts gef or en.

stens einen vollen Kalendermonat dauert, kann das! Dm Alter von 88 Jahren ist Marie <3 o = Schulgeld für die vollen Monate ihrer Tätigkeit Große, eine Großnichte Schillers, geftorben. erlassen werden, wenn der langfristige Einsatz ohne Sie war in ihren jungen Jahren eine bekannte unterrichtliche Versorgung erfolgen muß. Die Schü- Opernsängerin. Ihre künstlerische Laufbahn begann ler, die im langfristigen örtlichen oder im auswär- sie am Landestheater Altenburg. Auch auf Aus­tigen Einsatz gestanden haben, erhalten einen ent-1 landsgastspielen hatte sie große Erfolge. Nach ihrer sprechenden Vermerk im Zeugnis. Dabei ist ein I Verheiratung war Frau Gotz-Große lange 3gMe Urteil über die Führung im Einsatz abzugeben. I als geschätzte Gesangspadagogm m Leipzig tätig. Das gleiche gilt für die Schülerinnen der Klasse 7 Sender Belgrad im Zeichen des Sommers.

der Mädchenober chulen. lieber die Versetzung von h h Senders Belarad an den

Schülern und Schülerinnen, die sich am Schluß des r^s ^Ers ^^erunter

i" * b°,f-->°n und deren Ber- L ^E^«^älLf^^ S^s -i^t^ch setzung zweifelhaft ist, soll erst am BeMnn des der Dunkelheit zu hören sein. Diesem Um­neuen Schuljahres entschieden werden. Schuler und . Sommersende plan Rechnung, der

Schülerinnen, deren Versetzung nach ihren Jahres- P^gstscmntag den 25. Mai beginnt. Er verlegt das eiJlU"9fn hbei; ®eFlnnn GhiJ?£m5 Schwergewicht der unterhaltenden Sendungen auf

$on 3U. Mesem Zeitpunkt der L.^ von 20.20 bis 24.00 Uhr, die von 22.00 bis nachstniederen Klasse zu gewiesen werden. 22.10 Uhr durch Nachrichten unterbrochen werden^

Auch der Hörer, der nach 22.00 Uhr den Sender MICIIIC pvllllJUf* sgclgrai> einschaltet, wird ein in Musik und Ansage

Der italienische Botschafter Dino Alfieri und der lebendiges Programm geboten erhalten.

Präsident der Deutsch-Italienischen Gesellschaft, hinamdifef

Reichssportführer von Tschammer und Osten, hatten! Volksschadling hmgenchlet.

am Freitagabend anläßlich des Jahrestages des Abschlusses des Freundschafts- und Bündnispaktes zwischen Deutschland unb Italien zu einem Festakt imHaus der Flieger" eingeladen.

MUS gestört. Die in vieler Hinsicht merkwürdige Er­scheinung der Labour-Party hat für zwei Jahrzehnte scheinbar die Erbschaft der Liberalen an­treten können, aber ihre Kraft scheint heute auch erschöpft zu sein. So konnte es sein, daß als einzige wirkliche Partei im überlieferten Sinne die Konservativen übrig bleiben, doch auch bei ihnen zeigen sich infolge Fehlens eines Gegenspie­lers Erstarrung und zunehmender Mangel an Wirk­lichkeitssinn. Als Vorboten einer neuen Epoche ziehen die Unabhängigen in Westminster ein. Ihr Auftauchen wird von den alten Parteien als eine Krankheit betrachtet. Wenn das richtig sein sollte, so wäre doch das Heilmittel gewiß nicht die Auf­hebung des Burgfriedens, denn er hat die Krank­heit nicht verursacht, sondern nur gefördert. Die Aufhebung des Burgfriedens allein würde also höchstens eine Verlangsamung der Entwicklung be­deuten, sofern nicht gleichzeitig das einzige geschähe, was den Parlamentarismus bisheriger Prägung retten könnte: die Gründung einer großen, lebens­kräftigen Partei als Gegenspielerin der Konserva­tiven. Die Schwierigkeiten, die dem entgegenstehen, ind allerdings beinahe unüberwindlich.

Die Unabhängigen, die jetzt im Unterhaus-sitzen, sind so verschiedener Auffassung über sehr wesent­liche Fragen, daß es kaum denkbar erscheint, sie unter einem Dach zu vereinigen. Jedenfalls könnte das nur einem Manne gelingen, der Persönlichkeit genug ist, um von allen anerkannt zu werden und dessen Weitblick und Toleranz ausreichten, alle diese verschiedenen Meinungen, die von dem äußersten Flügel der Konservattven bis zu den Kommunisten hinüberreichen, unter seiner Führung zu bereinigen. Innerhalb der Kreise, die sich bereits auch äußer­lich als Opposition von heute und Regierung von morgen gebärden, ist ein solcher Mann nicht zu erkennen. Dieser Mangel wird von unabhängiger Seite sehr schmerzlich empfunden und hat gelegent­lich dazu geführt, daß Männer als Führer vorge- schlagen wurden, die in feiner inneren Beziehung zu den Kräften stehen, denen vielleicht doch einmal die Verantwortung für das Schicksal Englands zu­fallen könnte. Dagegen rechnen manche unter ihnen mit der Möglichkeit, einen Anführer aus den Reihen der heutigen Regierung zu bekommen, und es ist nicht verwunderlich, daß die Blicke und Hoffnungen sich vor allem auf Stafford Cripps richten, der seit seinem Ausschluß aus der Labour-Party im Jahre 1939 selbst als Unabhängiger dem Unter­haus angehört. Selbst wenn solche Hoffnungen be­rechtigt sein sollten, so erscheint ihre Verwirklichung doch im Augenblick sehr fern zu liegen, nachdem Stafford Cripps fein Schicksal erst vor so kurzer Zeit mit demjenigen Churchills verbunden hat. Nicht zuletzt deshalb ist eine Wiedergeburt des Parlamentarismus in England während des Krie­ges wenig wahrscheinlich. Der Prozeß der Erstar­rung oder Auflösung der Parteien und ihre Be­drohung durch die Unabhängige Partei werden deshalb fortschreiten, solange der Krieg andauert, und es könnte wohl geschehen, daß Parlamentaris­mus und Demokratie, für deren Erhaltung die Engländer den Krieg zu führen behaupten, zugleich mit diesem Krieg in England ihr Ende finden.

Am 16. Mai ist der vom Sondergericht Riga zum Tode verurteilte Karl Rust hingerichtet wor­den. Er war mit dem Abholen von Pelzsachen aus der Wintersachensammlung beauftragt. Unter Miß- # , brauch seiner Vertrauensstellung hat er sich einen

_ . ,,, für bie an der Front eingesetzten Schwestern des

Das Lazarettschiff der deutschen Kriegsmarine ^oten Kreuzes bestimmten wertvollen Damenpelz- AlexanbervonHumboldt wurde auf der mantß( ^geeignet und versucht, ihn ins Altreich zu Fahrt nach einem Hafen an der norwegischen Küste

toB fein« der Genf« Konoention entfprech°nden G-w°>lo«br°cher 3um Tod- oerutlcilL bi?o7"o n g-"'g^f f - n OM dotz 65 befchödigt Der Zljährige, mehrfach oorbestrofte Alwin Beut, wurde. Ein weiterer Fall in der langen Reihe der ner aus Zeitz, der sich <m Gefängnis in Unter- Mißachtungen des Roten Kreuzes durch die feind- suchungshaft befand, hatte nüt dem Dem eines Kchen Mächte. *

Der ReichonnM« für Me faMte. OftoeMek M

V g feine initerh-lb 24 Stunden nach der Straftat als Ge-

^/fu^n^in^d^ GenerchbezÄen^Estürnd^und Lett- Sondergerlcht in Halle zum

land ließ er sich in Kauen durch den Genera - Tode verurren . *

kommissar Dr. von Renteien Bericht über die Auf- flirt a M ver-

franarbeit im Generalbezirk Litauen erstatten. ^eng-fängM--'

Der Mhrer hat den SA.G^ Kogl- *^o^

S°«et°r ,rn bayerfchen Innen- , um dem Gefängnis zu entweichen, Ministerium in^Munchem auf^die Dauervon fünf H ' sjportjDßrfudjes als Gewaltverbrecher zum Jahren zum ehrenamtlichen Mttgli^) des Dolksge I 9$ * ben Verurteilten handelt es sich um fÄÖ des wiederholt oorbestrafte und in hohem Maß- asoziale

besonderen Senats des Volksgerichtshofes bestellt. Gefangene.

BRT. Fassungsraum einen, wie sich unlängst der erfolgreiche Führer eines U-Bootes ausdrückte, grandiosen Fackelzug an den Küsten der Vereinig- t Staaten zu bilden gezwungen war und daß l Von unserem Dr. «.-Korrespondenten,

jetzt Maßnahmen, wie die Unterbindung bes Schiffs- '

Verkehrs zwischen ben USA. und Südamerika not- Stockholm Mai 1942 -l

nxmbifl geworden find, das lebhafte Bedürfnis g°- $ Verfall der polnischen Partei'en in England!

h°bt h°t, die Amerikaner etwas aufzumobeln, in- j,, in ietl'Ie8tcn Wochen zu einer weit und breit

«r !,hr°!> dreißig neue Schiffe m einem Okulierten Erscheinung geworden. Veränderungen kordstapel^us vorAugen fuhrt-. Nun haben ,hm L ber Einstellung der Wählerschaft haben in Eng- bie d-utfchen U-Boote das B-rgnugen verfÄzen. -her lange Zeit zur Entwicklung g°-

S,° werden ich freuen den Yankees zu ihreni faucht, brachen dann aber Leistens mit größter ''T°g d« Motte eine besonder- Reoerenz gemach ^tzen durch. Diese seelische Träg-

zu haben. Das ganze deutsche Volk freut sich mit des Engländers wird im politischen Leben noch ^neiL unterstützt durch die Eigenart des englischen Wahl-

{SsöAMdArfiM systems, welches die Zusammensetzung des Unter»

!Hauses von der Mehrheit in den einzelnen Wahl-

zwischen Flugzeugträgern." I stimmenzahl anhängig macht.

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tut ÄOtdllCfttltCCt. I in England begreiflicher. Seit Kriegsausbruch ten=

Tokio, 22. Mai. (Europapreß.) Als eine mo= Mert bie Haltung der englischen Wählerschaft immer berne Seeschlacht großen Stils bezeichnete Kapitän I mehr nach links. Nun geht diese Entwicklung H i r a i b e in einer Rundfunkansprache den zweiten I Hand in Hand mit einer Flucht aus den Par- Teil der Schlacht im Korallenmeer am |t eien, die ihren Ausdruck findet in der immer 8. Mai. Es sei bie erste Seeschlacht zwischen erst- großer werdenden Zahl erfolgreicher u nab hon- klassigen Flugzeugttägern gewesen, die mehrereIgiger Kandidaten bei Nachwahlen zum Un- Stunden dauerte, wobei Hunderte von Flug- terhaus. In ben letzten Wochen sind nicht weniger zeugen von beiden Seiten eingesetzt wurden. Bei- lato br e i Reaierungskandidaten von solchen Un= derseits war man bestrebt, vor allem die gegne-! abhängigen geschlagen worden, wobei noch beson- rischen Flugzeugträger anzugreifen, wobei auf-jders bemerkenswert ist, daß die Regierungskandl- regenbe Luftkämpfe stattfanden. Es fei ein Beweis daten in allen Fällen angesehene und bekannte für bie überlegene Taktik ber japanischen Marine, Männer waren, während die Namen der Unab- ........ " " ' " ' ' hängigen vorher kaum über Me Grenzen ihrer Heimat hinaus gehört wordeü waren. Da zufällig die Zahl der Nachwahlen zum Unterhaus in diesem Monat sehr hoch ist im Augenblick stchen noch vier bevor, erhält die Erscheinung ben Charak­ter eines gewichtigen politischen Sym-