Ausgabe 
23.5.1942
 
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Samstag, 23/8onntag, 24. IM942

<92. Jahrgang Nr. N9

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Gietzener Anzeiger

»s.., General-Anzeiger sür Oberhessen

pfingstliches Europa.

Zu Pfingsten sehen wir unsere Umwelt in leben­bejahender Erneuerung, im Zeichen der erwachten, verjüngten Natur. Nach des Winters Last und -Dunkel empfinden wir die blütenfrische Welt, die wärmende Sonne, die jubilierende Kreatur wie ein himmlisches Geschenk, das nicht nur unser Herz er­freut, sondern auch unseren Geist neu entzündet. Die Menschen sind die gleichen und sind doch an­ders. Sie erscheinen uns wie von einem stillen Glück erfüllt, sie tragen etwas von dem Pfingstgeist in sich, der uns die Gewißheit des Erneuerungswun­ders gibt. Diese Erneuerungsidee setzt gewaltige seelische Kräfte voraus, die zwar in uns selbst schlummern mögen, aber erst von außen her geweckt werden müssen, damit sie auch in uns lebendig werden können.

Mit dem Ablauf dieses Krieges tauchte, man möchte sagen zwangsläufig, die Idee einer euro­päischen Erneuerung auf. Zunächst mehr gefühls­mäßig, in ihrem Wesen und Wollen noch unbe­stimmt und doch empfunden als Erkenntnis einer neu angebrochenen Zeit. Was war die Ursache? Der Krieg, richtiger die Erfahrungen dieses Krieges? Deutschland und Italien hatten innerpolitische Um­wälzungen durchgemacht, die Revolutionen waren und sich dennoch von jeder anderen Revolution in­nerhalb eines Volkes unterschieden. Es waren geistige Revolutionen, die ausgelöst wurden durch Ideen volksgemeinschaftlichen Zusammenschlusses zur Erzielung nationaler Freiheit und sozialer Ge­rechtigkeit. Nach den Erfahrungen alt überlieferter Parteidogmen handelte es sich umUtopien", weil eine alle Stände, Berufe und Interessen umfassende Gemeinschaft und eine soziale Gerechtigkeit im idealsten Sinn auf dieser Welt undenkbar und nach den Gesichtspunkten alter Parteiprogramme auch unzweckmäßig sei. Das Leben lehre nach jahrhundertealten Erfahrungen, daß die wirtschaft­lichen und sozialen Gegensätze innerhalb eines Volkes ebenso zweckbestimmt seien wie die Vorrechte ein­zelner Volks- und Gesellschaftsschichten.

In Deutschland und Italien aber setzte sich die Idee der Volksgemeinschaft auf der Grundlage der sozialen Gerechtigkeit durch, sie durchdrang Men­schen und Volk und führte zu einer revolutionären Erneuerung des Geistes, des Willens und des Han­delns. Adolf Hitler hat die Eroberung des deutschen Menschen durch und für die nationalsozialistische Idee einmal als den größten Erfolg seines Stre­bens bezeichnet. Er hatte in jeder Hinsicht damit Recht. Wir brauchen nur die innerpolitischen Ver­hältnisse in Deutschland, besser die politische Haltung des deutschen Menschen vor und nach dem national­sozialistischen Umbruch zu vergleichen. Die ständigen Stimmungsverschiebungen bei den einzelnen Par­lamentswahlen zeigten deutlich genug, daß es abge­klärte, parteipolitischeUeberzeugungen" in Deutsch­land nur in. ganz geringem Umfang gab. Die Wäh­ler schwankten je nach den politischen oder wirt­schaftlichen Erscheinungen oder Erschütterungen zwischen den Extremen von links und rechts. Partei­politischer Idealismus bis zur Selbstaufopferung war nirgends anzutreffen.

Deutschland erlebte im Jahre 1933 den national­sozialistischen Umbruch und damit eine politische Er­neuerung auf der Grundlage des nationalen Sozia­lismus im Rahmen einer echten Volksgemeinschaft. Diese Erneuerung des Geistes der Völker Euro­pas. Das lag nicht im Sinne des Schöpfers der Idee des Nationalsozialismus. Adolf Hiller hatte sich zum politischen Ziel gesetzt, das deutsche Volk aus den Fesseln von Versailles und aus dem Joch der jüdischen Herrschaft zu befreien und ihm damit die geistige und politische Macht zurückzugewinnen, da­mit es sein .Schicksal selbst bestimme. Deutschland sollte die Rolle einnehmen, die ihm kraft der geisti­gen, kulturellen und rassisck)en Ueberlegenheit vom Schicksal zugewiesen worden ist.

Es ist möglich, daß der Krieg diese europäische Entwicklung, die zwangsläufig ist, beschleunigt hat, weil jetzt zum ersten Mal von den Völkern erkannt wurde, daß ihr Los, das sie seit Jahrhunderten zu tragen hatten, nicht schicksalbestimmt war, sondern die Folge der raffinierten Unterdrückungspolittk des internationalen Judentums ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieses Judentum sich demokratisch, pluto- kratisch, marxistisch, bolschewistisch oder sonstwie tarnte. Es wußte seinen Machteinfluß durch das gegenseitige Ausspielen der verschiedenen Interessen immer weiter auszudehnen und durfte, hinter dem Rücken der Churchill, Roosevelt und Genossen selbst nach der unbeschränkten Weltherrschaft greifen. Es beherrscht die Börsen, die Bodenreichtümer, den Handel, die industrielle und die landwirtschaftliche Produktion, es kontrolliert vor allem die Rüstungs­industrien der Welt. Für den jüdischen Imperialis­mus ist der Krieg nicht eine politische Auseinander- ctzung, sondern ein Mittel des Geld verdienens.

Die Völker Europas haben während dieses Krie­ges ihre tatsächliche Lage, vor allem ihre ungewollte und ihre unbewußte Abhängigkeit von diesem ;ü- dischen Kapital- und Geistestrust erst richtig erfannt Sie sahen auf der anderen Seite die geballte Kraft der jungen starken nationalistischen und sozialistischen Völker sahen die revolutionäre Wucht ihrer Ideen und ihre politischen, geistigen und militärischen Aus­wirkungen. Ihnen wurde in dem und durch den Krieg der Unterschied zweier Weltanschauungen ve- wußt der materialistischen und der idealistischen, der Gegensatz von Kapital und Arbeit, wie er bis­her bewußt vertieft wurde. Im Krieg zerbrach das Alte, Morsche, Ungesunde, es erstarkte die junge und gesunde Kraft durch die Idee des National­sozialismus. Der Geist der Erneuerung, m Deutsch­land und Italien geboren, griff über die Grenzen hinaus und rüttelte die Herzen anderer Volker ^Mit dem von Adolf Hitler entschlossen im Be­wußtsein seiner Verantwortung für Deutschland und Europa aufgenommenen Kampf gegen den Bolsche­wisten, dem letzten, aber gefährlichsten Bollwerk des internationalen Judentums, kam der ^recheits- und Solid aritä-iswille der europäischen Volker immer mehr zum Durchbruch. Don einigen wenigen ab­

gesehen steht heute ganz Europa im Kampf' gegen den Bolschewismus und gegen das hinter ihm stehende internationale Judentum an der Seite Deutschlands. Dieser Kampf Schulter an Schulter ist der stärkste Ausdruck der europäischen Neuord­nung, ist der bewußte Wille des europäischen Kon­tinents zur Freiheit, zur Zusammenarbeit, zu neuer Zukunft in einem neugeordneten, ausreichenden Lebensraum. Darin liegt der Pfingstgedanke unserer Zeit, der Gedanke der europäischen Erneuerung, darin offenbart sich der Geist des pfingstlichen Europa unserer Zeit. Richard Posselt.

Am Jahrestag

des deutsch-italienischen Paktes

Berlin, 22. Mai. (DNB.) Aus Anlaß des dritten Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch­italienischen Freundschafts- und Bündnispaktes fand ein Telegrammwechsel zwischen dem Führer, König

Victor Emanuel III. und dem Duce statt. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und der Kgl. italienische Außenminister Graf Ciano tauschten gleichzeitig Telegramme aus: Der Führer depeschierte an den Duce: Duce, an dem Tage, an dem vor drei Jahren Deutschland und Italien in feierlicher Form vor der Welt ihren Willen bekun­deten, in unverbrüchlicher Gemeinschaft zusammen­zustehen, gedenke ich Ihrer in herzlicher Freund­schaft und Verbundenheit. Der unbeugsame Sieges­wille unserer im Nationalsozialismus und im Fa­schismus geeinten Völker und die Waffentaten un­serer tapferen Soldaten bieten die sicherste Bürg­schaft für den gemeinsamen Endsieg. Der Duce antwortete dem Führer: Zum 3. Jahrestag des Abschlusses des Stahlpaktes, der die unauflösliche Schicksalsgemeinschaft Deutschlands und Italiens besiegelt und sie im Kriege vereint hat, den unsere beiden Völker mit ungebrochener Kraft an allen Fronten führen, möchte ich Ihnen, Führer, meinen Gruß übermitteln und Ihnen noch einmal den Glauben des faschistischen Italiens an den Sieg aus­drücken, der den endgültigen Triumph unserer Sache barstellen wird.

Verheißungsvoller Auftakl.

Unser Volk hat die Winterprüfung hinter sich, Front und Heimat haben eine Bewährungsprobe bestanden, wie sie schwerer und härter kaum ge­dacht werden konnte. Reichsmarschall Göring hat bei dem einzigartigen Staatsakt der Verleihung des ersten Ritterkreuzes zum Kriegsverdienstkreuz an einen vorbildlich einsatzbereiten Rüstungsarbeiter noch einmal in zu Herzen gehenden Worten der Heimat vor Augen gestellt, welches unsagbar furcht­bare, aufreibende und bis ^ur letzten Faser anspan­nende Erlebnis sowohl für den Führer wie für feine Soldaten dieser Winter in Rußland gewesen ist. Und eindrucksvoll schilderte der Reichsmarschall, wie das Feldherrntum des Führers, die Kraft seiner Seele, die Gewalt seines Willens bis in die letzten Verästelungen der in der unendlichen Weite des östlichen Baumes sich dehnenden Front ausstrahl­ten und so das schier Unmögliche möglich machten: In zähem Ausharren hielt die Front stand und be­wahrte sich trotz unvorstellbarer Strapazen m mannshohem Schnee und eisiger Kälte in beweg­licher Verteidigung gegen einen immer wieder mit gewaltigen Menschenmassen und unter rücksichts­losem Äerschleiß eines ungeheuren Kriegsmaterials tur anrennenden Feind den überlegenen Geist deut- chen Soldatentums, der in den großen Schlachten des vergangenen Sommers gegen den gleichen Geg­ner unvergleichlichen Siegeslorbeer an die deutschen Fahnen geheftet hatte.

Die Hoffnung unserer Feinde, daß die Härte des russischen Winters und die pausenlos vorgetriebene Walze bolschewistischer Massen diesen Geist deutschen Soldatentums für immer zerbrechen würden, diese Hoffnung auf ein Versagen der deutschen Kampf­kraft hat trotz höchsten Einsatzes von Menschen und Material bitter getrogen. In altgewohntem unwi­derstehlichem Angriffsschwung haben deutsche und verbündete Truppen, sobald der anbrechende Früh­ling die Durchführung offensiver Operationen er­laubte, auf der Halbinsel Kertsch über einen zahlenmäßig weit stärkeren Feind einen glor­reichen Sieg errungen und inderSchlacht von Charkow nach erbitterten Kämpfen das Gesetz des Handelns an sich gerissen. Sie haben damit den Beweis erbracht, daß Führung und Truppe der Ostfront den gewaltigen Aufgaben, die dieser Som­mer an sie stellen wird, gewachsen sein werden.

Es kann heute keinem Zweifel mehr unterliegen, daß auch die bolschewistische Heeresleitung die be­sondere strategische Bedeutung gerade dieses südlich­sten Abschnitts der Ostfront sehr wohl erkannt hatte. Engländer und Nordamerikaner hatten ja schon seit langem den bolschewistischen Bundesge­nossen darauf hingewiesen und in einer zwischen Hoffen und Bangen wechselnden Spannung zu Be­ginn des Frühjahrs gerade in diesem Raum die er­sten kriegerischen Ereignisse erwartet. Der Sowjet­marschall Timoschenko, der nach dem Zusam­menbruch der bolschewistischen Südarmee unter Bud- jenny in den Vernichtungsschlachten südwestlich von Kiew im Herbst vorigen Jahres den Südabschnitt der Ostfront übernommen hatte, nachdem es ihm im mittleren Abschnitt nicht geglückt war, zur Entla-

elne stärkere bolschewistische Bande ausgerieben.

Nachtjäger brachten in den letzten Tagen an der O st f r 0 n t mehrere bolschewistische Bomber und Transportflugzeuge zum Absturz.

Auf Maltas wurden die Flugplätze ha 1 far und Luca bei Tag und Nacht bombardiert. Wei­tere Luftangriffe richteten sich gegen einen briti­schen Luftstützpunkt in Nordafrika.

Deutsche Unterseeboote versenkten, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, ostwärts der Antillen, im karibischen Weer und im Golf von Wexik 0 2 0 feind­liche Handelsschiffe mit zusammen 111600 BRT. Ein weiteres Unterseeboot drang durch den S t.- L 0 r e n z - G 0 l f in den St.- L 0 renz - Strom ein und versenkte dort, trotz Ueber- wachung durch zahlreiche See- und Luststreitkräfte drei Schiffe mit 14000 BRT. Damit hat die feindliche Schiffahrt in amerikanischen Gewästern im Zuge dieser Operationen weitere 2 3 Schiffe mit zusammen 125 600 BRT. verloren.

Bei den Erfolgen deutscher Unterseeboote in amerikanischen Gewässern haben sich die Boote unter Führung der Kapitänleutnante Thur­mann, Würdemann und F0lkers beson­ders ausgezeichnet.

Echutzarrest

für das deutsche Bolt."

Hatzorgie im englischen Oberhaus.

Stockholm, 22. Mai. (DNB.) Im englischen Oberhaus trat der berüchtigte Deutschenhasser Dan ° sittart dafür ein, daß einegerechte Behand­lung" Deutschlands nach dem Kriege gar nicht in Frage komme. Der Labour-Lord Nathan befür­wortete eine Fortsetzung der Black ade nach Einstel­lung der Feindseligkeiten. Die Labourpartei werde auf einerentscheidenden Vernichtung der Macht Deutschlands und auf einer dauernden Garantie" bestehen. Die Verantwortlichen dürsten ihrerBe­strafung nicht entgehen". Deutschland müsse die Schwere der Macht" zu fühlen bekommen. Der Koloniakminister Cranborne sprach von einer harten und unerbittlichen Gerechtigkeit für die Deutschen", die einebritische Gerechtigkeit" sein müsse. Lord Leigh ton sagte, daß die Engländer und ihre Verbündeten längere Zeit hindurch eine Okkupationsarmee in Deutschland halten müßten als eine ArtSchutz arre st für das deutsche Volk". In aller Ruhe notieren wir diese Aeußerungen des Hasses der maßgebenden Plutokratenclique. Diese Leute müssen von ihren Sesseln vertrieben werden, erst dann erhätt die Welt wieder Frieden und Ort)» nung.

LlSA.-Schlachlschiff von italienischem ü-doot vor der brasilianischen Küste versenkt.

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Unser Bild zeigt ein Schlachtschiff derMaryland"-Klasse. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Rom, 22.Wai. (Europapreß.) Wie das Haupt­quartier der italienischen Wehrmacht bekannt gab, hat am 20. Wai auf der höhe der brasilianischen Küste, 100 Weilen westlich der Insel Fernando Noronha, das von Korvettenkapitän Enzo G r 0 s s i befehligte UnterseebootB a r b a r i g 0" einen auf der Fahrt nach Süden begriffenen F l 0 t t e n v e r - band der Vereinigten Staaten ange­griffen. Das U-Boot drang durch die Zerstörer des Geleitzuges vor und schoß aus wenigen hun­dert Wetern Entfernung eine Salve Torpedos auf ein Schlachtschiff der KlasseWary- land" (32000 Tonnen), das von zwei Torpedos am Bug getroffen, in kurzer Zeit gesunken ist.

*

Nicht genug damit, daß der amerikanischen Ver­sorgungsschiffahrt in ihren eigenen Gewässern wie­der schwere Verluste zugefügt wurden, mußte auch die amerikanische Kriegsmarine erneut die Erfahrung machen, daß der Atlantik heute für ame­rikanische Kriegsschiffe ein ebenso gefährliches Ge­wässer ist wie der Pazifik. So kurz nach der schweren Niederlage im Korallenmeer trifft die amerika­nische Flotte der Verlust eines Schlachtschiffes der Marylanb"-Klasse doppelt schwer. lieber 125 000 BRT. Handelsschiffsraum und 32 000 Tonnen Kriegsschiffstonnage muß Roosevelt an. seinem Marine-Tag" wieder in feine Verlustliste eintragen. Nach Pearl Harbour, der Java-Schlacht und der Niederlage im Korallenmeer kommt der neueste schwere amerikanische Flotttenverlust gerade recht, um Roosevelt die Verbundenheit der Achsenmächte und ihre gemeinsamen Operationen gegen den Feind wieder zum Bewußtsein zu bringen. Während die japanische Flotte die amerikanisch-britischen See­streitkräfte im Korallenmeer zerschlug, fügen deutsche Unterseeboote in Zusammenarbeit mit der italieni­schen Kriegsmarine der amerikanischen und bri­tischen Versorgungsschiffahrt immer schwerere Ver­luste zu. Und jetzt versenkte ein italienisches Unter­seeboot weit draußen, im Südatlantik eines der größten amerikanischen Schlachtschiffe.

Große Freude in Italien.

Mailand, 22. Mai. (DNB.) Die italienische Sondermeldung hat in Italien, wo der Sieg durch Extrablätter befanntgegeben wurde, lebhafte Be­geisterung ausgelüst. In allen Blättern kommt die Genugtuung und Freude über diesen Sieg der ita­lienischen U-Bootwaffe zum Ausdruck. Ueberall

wird hervorgehoben, daß sich von neuem der An­griffsgeist und die initiative Kraft der Achsenmächte im Kampf gegen dje englisch-amerikanische See- herrschast erwiesen habe, und im Gegensatz zu den Behauptungen der englisch-amerikanischen Agitation USA.-Flotteneinheiten nicht im Mittelmeer ope­rierten, sondern deutsche und italienische U-Boote im Atlantik dem Feind vernichtete Schläge er­teilten. Es sei geradezu symbolisch, so heißt es, daß die Waffe der Habenichtse, das relativ billige U-Boot, gerabe am dritten Jahrestag des stähler­nen Paktes mit so gewichtigen Tatsachen die abso­lute Siegesgewißheit der Achsenmächte in eindrucks­voller Weise unterstrich.

Korvettenkapitän Grossi ist für feine Tat zum Fregattenkapitän befördert worden. Sein Erfolg wird in Italien gebührend gefeiert und hervorgehoben, daß dieser erste Schlag der italienischen Seestreit­kräfte gegen die nordamerikanische Flotte nicht im Mittelmeer, sondern weit von den italienischen Stützpunkten entfernt erfolgte. Grossi wurde 1908 in Sao Paulo in Brasilien als Kind italienischer Eltern geboren, trat 1923 in die Marineakademie ein, wurde 1939 Korvettenkapitän und nahm am abessinischen Feldzug teil. 1941 erhielt er die Sil­berne Tapferkeitsmebaille als Kommandant eines U-Bootes für eine glänzend durchgeführte Aktion gegen ein viermotoriges Flugzeug. Sein Untersee­bootBardarigo" gehört zurMarcello-Klasse". Es hat eine Wasserverdrängung von 941 Tonnen, eine Unterwassergeschwindigkeit von 8,5 und eine lieber- wassergeschwindigkeit von 17 Knoten. Das Boot ver­fügt über zwei Geschütze von 10 Zentimeter, vier Maschinengewehre und acht Torpedorohre. Es hat nach der Versenkung des amerikanischen Schlacht­schiffes seine Fahrt zur Durchführung der gestellten Aufgaben weiter fortgesetzt.

Die in der italienischen Sondermeldung erwähnte Maryland"-Klasse ber amerikanischen Kriegsma­rine bestand aus den SchlachtschiffenWest Vir­ginia",Colorado" und Maryland, von denen die beiden ersten im Jahre 1921, die Maryland" bereits 1929 in Dienst gestellt wurden. Die Wasserverdrängung beträgt 31500 bis 32 500 Tonnen. Die Bestückung setzt sich zusammen aus je acht 40,6-Zenttmeter-Geschützen, zwölf 12,7-Zenti- meter-Geschützen, vier 5,7-Zentimeter-Geschützen, acht 12,7-Zentimeter-Flak und elf 4-Zenttmeter-Flak. Außerdem besitzen die Schiffe je zwei Flugzeug schleu­dern und führen je drei Flugzeuge an Bord. Sie entwickeln eine Geschwindigkeit von 20,6 Knoten. Die Besatzung beläuft sich auf je 1407 Mann.

Der neue Schlag der denlschen kl-Voolwaffe.

Der Wehrmachtbericht.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 22. Wai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Auf der Halbinsel Kertsch wurden bei den ab- schließenden Säuberungsaktionen weitere 19942 Gefangene eingebracht sowie 36 Panzer, 264 Geschütze und ein Panzerzug er­beutet. Damit erhöht sich die im Wehrmacht­bericht vom 20.5. gemeldete Gefangenenzahl auf 169198, die Beute auf 2 84 Panzer und 1 397 Geschütze. Kampfflugzeuge warfen im Hafengebiet von S e w a st 0 p 0 1 ein Handelsschiff in Brand.

Nachdem in der Schlacht von Charkow sämt­

liche sowjetischen Angriffe unter schwersten Ver­lusten des Gegners abgewiesen worden waren, ist das Gesetz des handelns nunmehr auf unsere Seite übergegangen.

Südostwärts des Ilmensees setzte der Feind seine vergeblichen Angriffe fort.

3n Lappland gewannen deutsche Truppen im Angriff weiter an Boden. Eine im Verlauf der Kämpfe eingeschlossene Kräftegruppe des Feindes wurde vernichtet.

3n einem Hafen der K 0 1 a - h a 1 b i n f e 1 be- 1 schädigte die Luftwaffe drei größere Frachtschiffe, ! barunter eines so schwer, daß mit seiner Vernich­tung zu rechnen ist.

3m rückwärtigen Gebiet der Ost- Ifront haben deutsche und ungarische Verbände