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hat tinb früh und abends, am Sonntag wie am Werktag, das Vieh füttern muß, das dem Menschen in der Stadt Fleisch und Fett geben soll, kann man den auf dem Lande arbeitenden Menschen nicht aus dieser natürlichen Ordnung herauslösen.

Aus der straffen Zusammenfassung des gesamten Arbeitseinsatzes und der klaren Aufgabenstellung an die beteiligten Dienststellen, die ihren Impuls durch die NSDAP, erhalten, schöpfen wir die begründete Hoffnung, daß die Frsthjahrsbestellung und die dar­auf folgenden Hack- und Pflegearbeiten gesichert werden. Was möglich ist, wird geschehen, Was. bedingt durch die Besonderheiten des $trieges_ und nicht vorauszuseherrde Kriegsereignisse, nicht möglich sein wird, werden wir zu gegebener Zeit immer offen aussprechen. Hier müssen dann die Organisa- tionskrast im Gau selbst, die Einsatzbereitschaft und das Verantwortungsbewußtsein jedes Einzelbetei­ligten die Lage meistern.

Italienische Kriegsopferführer in Frankfurt.

NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Spren­ger empfing im Beisein des Reichskriegsopserfüh- rers SA.-Obergruppenführer Oberlindober die in Frankfurt eingetroffene Abordnung italie- nischerKriegsopserführer unter Führung des Präsidenten des italienischen Reichsausschusses für Kriegsopfer, Nationalrat Feliciano L e p o r e. Der Gauleiter gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß das alte kameradschaftliche Verhältnis Hessen- Nassaus zu dem faschistischen Italien durch den Be­such italienischer Kriegsversehrter eine weitere Fe­stigung erhalte. Nationalrat Lepore antwortete, daß das faschistische Italien alles einsetzen werde, um den Endsieg über die Misch-plutokratrsche Welt zu er­ringen. Dann fand im Saalbau eine gemeinsame Ku-ndgebung statt, die der Leiter des Gau­amtes für Kriegsopfer, Gauamtsleiter Dippel, eröffnete. Nationalrat Lepore wies darauf hin, daß Großbritannien, gestützt auf feine beiden Grund­pfeiler, Freirnaurertum und liberalistifches Juden­tum, es von jeher lediglich auf die Verteidigung sei­ner eigenen egoistischen Interessen Abgesehen hatte. Aber der Augenblick, wo die Völker des Kontinents aufhören, der ständigen englischen Bedrohung aus­gesetzt zu sein, sei nun gekommen. Immer mehr ent­gleite das Mittelmeer dem englischen Machfitreben, der Tag, an dem es endlich denen gehöre, die einen völkischen und historischen Anspruch daraus erheben, sei nicht mehr fern. Unter dem Genie Adolf Hitlers und Benito Mussolinis werde in Europe eine Kul­tur aufblühen, die einen Frühling der neuen Völker für. alle Zukunft sichern werde.

Reichskriegsopferfuhrer O b e.r l i n d o b e r . erin­nerte an das Wort des Duce:Die Freundschaft unter Soldaten ist das stärkste B-nd, das zwei Völ­ker verbinden kann,» weil Soldaten stets uneigen­nützig sind, und immer für eine Idee kämpfen." Diesmal", so betonte der Reichskriegsopferführer, ..werden wir nicht in der letzten Viertelstunde die Nerven verlieren. Denn diesmal wird dem Kamera­den an der Front die Idee des Nationalsozialismus ein starker moralischer Rückhalt sein. Er wird das gute Gewissen der Nation fein, das dem Kämpfen­den immer wieder Kraft, Mut und Glauben schenkt." 1 Am Nachmittag wurden die Gäste im Römer namens der Stadtverwaltung willkommen geheißen. Sie setzten dann ihre Reise nach Kassel fort.

DerTag der Wehrmacht".

Nach den nunmchr vorliegenden Meldungen der Front/ der besetzten Gebiete und der Heimat hat das Sammelergebnis zum Kriegswinterhilfswerk am Tage der Wehrmacht" gegenüber dem vor einigen Tagen bereits veröffentlichten Teilergebnis von 47 377 935,27 RM. noch eine e r h e b l'i ch e S tei­ge r u n g erfahren. Insgesamt wurden an diesem Tage 56'872 673,59 RM. gespendet. Im Jahre 1941 schloß derTag der Wehrmacht" mit einem Gesamt­ergebnis von 30 258 490,59 RM. ab. Die Mehrein- nnhme beträgt also in diesem Jahre 26 614 283, RM. Das Feldheer, das im abgelaufenen Win­ter unter größten körperlichen Anstrengungen fast ununterbrochen in schwerem Kampfe stand, hat für dar Kriegs-WHW. 1941/42 mehr als 28 Mil­lionen RM. und außerdem für denTag der Wehrmacht" 3,64 Millionen RM., zusammen also31,65 Millionen RM. gesammelt. Diese Summe setzt sich ausschließlich zusammen aus Spen­den vom Wehrsold. Abzüge von Gehalt und Kriegs- befoldung sind nicht darin enthalten.

Kleine politische Nachrichten.

Beim Reichsstatthalter in Hessen wurde ein Woh- nungs- und Siedlungsamt errichtet mit dem Dienst­fitz in Frankfurt. Es untersteht unmittelbar dem Gauleiter als Gauwohnungskommissar und dem Reichsstatthalter als Führer der hessischen Landes-

Warnung aus Stendal

Roman von A. Lothar Philipp

12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Was sind wir dagegen für ärmliche Burschen", sagte jetzt Welt,wir sind froh, wenn wir einmal als erste Nummer der Spielfolge im Eispalast auftreten und sie macht einfad) im September noch Ferien. Wir haben alle Achtung vor uns, daß wir feit einem Monat aus unseren Schulden heraus sind, und sie hat eine Villa im Salz­kammergut"

Willis dachte daran, daß jetzt die Eifersüchte­leien zwischen den beiden wieder angehen würden. Wieder würde er Elisabeth gegenüberstehen und es sich versagen müssen, zu ihr so zu sprechen, wie er zu ihr sprechen möchte, seiner Kameraden roegen. Wieder würde er beiseitestehen müssen und schließ­lich gezwungen fein, abermals sie zu bitten, sich zu entfernen, um nicht die Existenz ihrer Truppe zu gefährden.

Er seufzte.Sie ist wie Lano4", sagte er,mehr Künstlerin als Artistin, aber doch auch als Ar­tistin eine erste Nummer, ein Star. Und was sind dagegen wir? Lückenbüßer, Jahrmarktsartisten pfui Teufel, mich widert es an alles"

Also saure Linsen mit Speck", bestellte Petersen bei dem Kellner,und dazu eine kühle Molle"

Dreimal saure Linsen?"

Natürlich, dreimal" wiederholte Petersen, heute Halle ich euch alle frei das heißt, Welt, kannst du mir fünf Mark pumpen?"

Wir werden für uns selber bezahlen", brummte Welt,dabei kommen wir billiger weg." "

Sei doch nicht so unkameradschaftlich!"

Ich kriege noch dreißig Mark von dir"

Die kriegst du, wenn ich erst Elisabeth ge­heiratet habe", lachte der Kleine,wo die große Villa ist, wird wohl noch mehr sein, nm meine

Trotz Regen und

Berlin, 22.2lpril. (DNB.) Im Nordabschnitt der Ostfront wurden trotz schwierigsten Geländes, das sich durch Regen und Schneeschmelze über weite Strecken in grundlosen Morast verwandelt hat, in harten Kämpfen starke feindliche Stellunaen, die durch Ausnutzung natürlicher Hindernisse vom Gegner leicht zu verteidigen waren, genommen, und der Vorstoß trotz aller Hemmnisse durch das ver­schlammte Kampfgelände meiter vorgetragen. An der Einfchließungsfront von Leningrad versuchte der Feind mehrere Male mit stärkeren Kräften vor­zustoßen, aber alle Angriffe brachen unter hohen Verlusten für den Gegner zusammen. An der Swir-Front zwischen Ladoga- und Onegasee hat es zu regnen begonnen, so daß der aufgeweichte Boden keine größeren Kampfhandlungen' erlaubte. Kleinere feindliche Gruppen konnten eingekessell und vernichtet werden. Auch in Lapp land wurden feindliche Vorstöße von deutschen Gebirgsjägern zer­schlagen. Finnische Truppen haben auf der Aunus- Landenge in zweiwöchigen harten Kämpfen wieder­holte Durchbruchsversuche, bei denen der Feind sechs Divisionen, vier Brigaden, ein Panzer-Regiment und mehrere Schneeschuhabteilungen eingesetzt hatte, zurückgewiesen. Am mittleren Teil der Front dran­gen starke feindliche Kräfte durch die Einöde zwi­schen den finnischen Befestigungen, wurden aber eingeschlossen und in heftigen Gegenstößen geschla­gen. Der Rest von etwa IV2 Regimentern wurde vernichtet. Die Operationen wurden in einer schwer passierbaren Gegend bei schlechten Wegeverhaltnissen Lurchgeführt und erforderten von der kämpfenden Truppe und vom Nachschub harte Anstrengungen. Der Feind mußte diese erfolglosen Angriffe mit großen Verlusten bezahlen. Allein an _ Gefallenen wurden gegen 14 000 Mann gezählt. Die Zahl der eigenen Gefallenen betrug 440.

Das Ritt-rkreuz.

Berlin, 22. April. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst­leutnant Seitz, Kommandeur einer Aufklärungs­abteilung, Hauptmann Weiß, Bataillonskomman­deur in einem Infanterieregiment, und Gefreiten Hans Krohn, Richtschütze in einer Panzerjäger­kompanie. Oberstleutnant Seitz hat im Raum nördlich des Ilmensees in wochenlagen harten Ab­wehrkämpfen die durch schwerste Artillerie unb Schlachtflieger unterstützten Angriffe des Feindes ab gemieden. Hauptmann Weiß hat mehrere An-1

regierung. Der Leiter wird auf Vorschlag des Gau- wohnungskommisfars vom Reichsminifter des Innern im Benehmen mit dem Reichskommissar für den sozialen Wohnungsbau bestellt.

*

Der Führer hat dem finnischen Staatspräsidenten Risto R y t i das Goldene Großkreuz des Deutschen Adlerordens und dem Ministerpräsidenten Ran - dell das Großkreuz des Deutschen Adlerordens ver­liehen.

*

Der Oberbefehlshaber der finnischen Wehrmacht, Feldmarschall Mannerheim, hat dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmar­schall Keitel, das Großkreuz des Freiheitskreuzes verliehen.

*

Einer Meldung der schwedischen ZeitungSagens Nyheter" zufolge sah sich die Leitung der Metro­politan-Oper in Neuyork gezwungen, die sofortige Einstellung der Tättgkeit der Oper zu beschließen. Die Mettopolitan-Opera wurde zu diesem drastischen Beschluß durch Geldmangel bewogen. Sie wurde von Privatpersonen finanziert, die sich in den Zeiten der Prosperität ihre Stammlogen etwas kosten ließen.

Oie Lenkung des Fremdenverkehrs.

Zur Lenkung des Fremdenverkehrs im Kriege hak Staatssekretär Esser eine weitere Anordnung er­lassen. Die Fremdenverkehrsorte sind in erster Linie für. die Erholung der Fronturlauber beftimmt, ferner für jene, die kriegswichtige Arbeit leisten insbesondere für Angehörige der Rüstungsbetriebe und diejenigen, deren Tätigkeit für die siegreiche Beendigung des Krieges und für den Fortgang des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens während des Krieges wichtig ist, für Schwerkriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene. Die zum Haushalt zählenden tyib gemeinschaftlich mit dem bevorrechtigten Ur­lauber reisenden Angehörigen sind ihm gleichgestellt. Der Nachweis wird durch Urlaubscheine der Wehr­macht, der Betriebe und Behörden erbracht. Aerzt- liche Zeugnisse sind nicht mehr vorgesehen. Nicht bevorrechtigte Personen dürfen von den Wohnungs­gebern keinesfalls früher als 14 Tage vor Aufent­haltsbeginn als Mieter angenommen werden. Die

Schulden zu bezahlen da kommt sie hallo hallo ", er war aufgesprungen und zur Tür gerannt.

Wenn er erst Elisabeth geheiratet hat!" wie­derholte Welt wütend.Ehe ich zugebe, daß das, Mädchen diesen Windhund heiratet, werde ich" er sprang mit rotem Kopf ebenfalls auf und ging Elisabeth entgegen, die, Petersen an ihrer Seite, zu ihrem Tisch zuschritt.

Willis sah, wie Welt ihr mehrmals die Hand schüttelte und wie sie mit ihrem einfach freundlichen Lächeln ihn begrüßte. Dann suchte ihr Blick ihn.

Er stand auf.

Da sind wir", sagte er einfach und drückte ihre Hand,immer noch klein und unbedeutend wie damals, als wir uns in London trafen. Sie sehen, wie mir alle uns freuen. Sie hier getroffen zu haben, Elisabeth. Bitte, setzen Sie sich zu uns"

Natürlich", rief Petersen,sie ißt mit uns saure Linsen mit Speck, Herr Ober, noch einmal saure Linsen, also viermal im ganzen, und nochne Molle dazu, jawohl."

Ich bin auf einen so stürmischen Empfang nicht vorbereitet", sagte Elisabeth Perling in ihrer weichen Stimme,aber ich freue mich doch, als ich im Pro­gramm las, daß ihr hier seid. Ich habe mir sogar eure Nummer angesehen"

Nun? Wie ist Ihr Urteil? Sie wissen dock), daß Sie uns stets die Wahrheit sagen können, Elisabeth", fragte Willis.

Sie lehnte fick) in ihrem Stuhl zurück und vermied es, chn anzufehen.

Das ist schwer zu sagen, man müßte es fühlen. Im Empfinden besteht zwischen Mann und Frau ein großer Unterschied. Frauen haben selten die Gabe, Musik zu schaffen, aber sie empfinden sie stärker als Männer. Deshalb habe ich euren Austritt musikalisch gefühlt. Ich bin ein wenig musikalisch veranlagt, meine Mutter war Sängerin und Tän­zerin. Euer Auftritt ist Musik. Das ist das Wunder­bare an ihm. Aber gerade für die Viervierteltakte, die ihr euch gewsihlt habt, braucht ihr die weichen

Gchneeschmelze.

griffe zahlenmäßig weit überlegener Kräfte gleich­zeitig frontal und im Rücken der deutschen Stel­lungen südostwärts des Ilmensees abgewehrt. Dem Gefreiten Krohn ist es zu verdanken, daß ein mit starken Jnfanteriekräften und 31 Panzern geführter feindlicher Durchbruchsverfuch an der Wol­chow-Front zum Scheitern gebracht wurde. Krohn schoß mit seiner Pak sechs Panzer ab und zwang die übrigen zum Abdrehen.

Oer Wehrmachiberichi.

DRV. Aus dem Führerhauptquartier. 22. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Donezgebiet nahmen deutsch-rumänische Truppen bei erfolgreichen Stoßtruppuuternehmun- gen einige stark ausgebaute und verminte Stütz­punkte des Feindes und brachten eine Anzahl von (befangenen ein.

3tn mittleren und nördlichen Ab­schnitt der Ostfront wurden mehrere örtliche Angriffe des Feindes abgewiesen. Bei einem eige­nen Angriff durchbrachen Verbände des Heeres und der 2Baffen-ff zäh verteidigte feindliche Daldstel- langen, machten eine größere Anzahl (befangene und erbeuteten 13 Geschütze. Lamps- und Sturzkampf­sliegerverbände griffen Eisenbahnanlagen hinter der feindlichen Front an. Drei Vlunitionszüge flogen nach Bombentreffern in die Luft. Zahlreiche Bahn­strecken wurden unterbrochen und umfangreiches rollendes material zerstört.

In Nordafrika keine größeren Lampfhand- langen.

In den militärischen Anlagen von La Valetta und auf den Flugplätzen der Insel Malta wurden durch rollende Luftangriffe erneute schwere Zer- störungen angerichtet. Der Feind verlor durch Zer­störung am Boden und In Luftkänpfen über der Insel sieben Flugzeuge.

Vor der englischen Südküsie versenkten leichte Lampsflugzeuge am gestrigen Tage ein feind­liches Handelsschiff von 3000 BRT. In der letzten Nacht erzielten Kampfflugzeuge Bombentreffer mit nachfolgender Explosion in einer Sprengstoffabrik I in Südengland.

Zusage des Wohnungsgebers muß auf einer offenen Postkarte erfolgen, die frühestens 14 Tage vor Aufenthalt^beginn zur Post gegeben werden darf. Bäder und heilklimatische Kurorte haben vor allem den kurbedürftigen Kranken zu dienen. Hier ist das ärztliche Zeugnis als Nachweis der Kurbedürftigkeit geblieben. Die B eh erber gungsdauer in Fremdenverkehrsgemeinden wird innerhalb eines Jahres auf insgefamtbrei Wochen begrenzt. Ein längerer Aufenthalt ist nur zulässig zür Durch­führung einer Kur. Zeit und Dauer der Beher­bergung in einer Fremdenverkehrsgemeinde werden in die 3. Reichskleiderkarte des Gastes eingetragen. Von den Bestimmungen dieser Anordnung sind ausgenommen: Personen, die sich nachweislich aus beruflichen Gründen vorübergehend aufhalten, Erwachsene und Kinder, die mit amtlicher Förderung verschickt werden, Bombengeschädigte, Mütter mit Kindern bis zu drei Jahren und alte gebrechliche Personen aus Gebieten, auf die sick die erweiterte Kinderlandoerschickung erstreckt. Die Anordnung tritt am 1. Mai in Kraft.

Kunst und Wissenfchast.

Luise Decker-Lindt nach Frankfurt verpflichtet.

Luise Decker-Lind vom Deutschen Natwnal- tbeater in Osnabrück,,dem Gießener Publikum durch ihre ftühere Tätigkeit am Gießener Stadttheater bekannt, wurde für die kommende Spielzeit vom Generalintendanten Hans Meißner an die Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M. verpflichtet.

Regelmäßige Opernaufführungen in Offenbach.

Im neuen Stadttheater Offenbach werden die Künstler des Hanauer Stadttheaters vom Mai ab wöchentlich zweimal Opern- und Operettenauffüh­rungen veranstalten. Jährlich sollen rund 90 .Vorstel­lungen in Offenbach gegeben werden. Dafür gibt die Stadt Offenbach dem Hanauer Theater einen festen Zuschuß.

Der Lerzlmacher von St. Stefan" als Operette.

Am Mellinith enter in Hannover und in Wien errang die neue OperetteDer ReiterderKai- f e r i n" von August Pepörk einen febr starken Erfolg. Dem Libretto von Robert Nästelberger liegt der Roman ,,Der Kerzlmacher von St.

Bewegungen und das Empfinden einer Frau. Ihr müßtet eine oder zwei Frauen in eurer Nummer haben, das ist es. Ich sprach auch mit dem Direktor über euch. Ihr werdet euch wundern, er ist der gleichen Ansicht. Er spricht sehr gut von euch, aber er sagt auch: der Auftritt ist nur etwas für Musik­kenner und Musikempfindende, für die große Masse wird das Musikalische eures Austritts nur durch weibliche Partner unterstrichen."

Welt sah überrascht auf Willis. ,

Donnerwetter", rief er,dasselbe vermutete Wil­

lis, als er uns sagte, daß der Direktor ihn morgen sprechen will. Ihr habt beide die gleichen Gedanken. Ich wäre nicht darauf gekommen"

Elisabeth blickte mit einem leisen Lächeln zu Wil- lis. Dann nickte sie, als wollte sie bestätigen, daß es selbstverständlich sei, daß sie beide die gleichen Ge­danken hätten.

Nun, da nehmen wir oben die Norodna wieder auf", warf Petersen 'ein. Der Kellner brachte die bestellten Speisen, und Petersen kümmerte sich plötz­lich weder um die Unterhaltung, noch um Elisabeth, sondern zerschnitt sich den Speck und löffelte die Linsen.

3rene Norodna?" fragte Elisabeth leise,ist war sie nicht die Partnerin von Joseph Lanos? Wenn er sie so ausgebildet hat wie mich, dann wird das für euch sehr vorteilhaft sein"

Wie?" rief Welt,der Lanos, der wegen Mordes gesucht wird, hat Sie ausgebildet?"

Sie legte klirrend den Löffel nieder. Willis sah, daß sie plötzlich ganz bleich geworden war, und ihre Hand zitterte.

Lanos?" flüsterte sie,mein Lanos wegen Mordes gesucht? Das ist doch unmöglich"

Willis hörte nur diesesmein" Lanos.

Wieso ,Ihr< Lanos?" fragte er ernst,ist er Ihr Freund?"

Bitte, sagen Sie mir, was Sie von ihm wissen", wich sie der Frage aus,ich muß es wißen, es ist immöglich, mein Gott, Lanos, der Mensch, dem ich

Llnhalibare Zustände in Kuibyschew.

Von unserer Berliner Schristleitung.

In den letzten Tagen sind einige Reisende in der Türkei eingetroffen, die die Fahrt von Kuibyschew, dem früheren Samara, an der türkischen Grenze in ... 46 Tagen (!) gemacht haben. Sie bezeichnen die Situation in der derzeitigen sowjetischen Regie­rungshauptstadt Kuibyschew alsunhaltba x. Seit Wochen wütet in der Stadt eine Fleckty» phusepidemie, die schon Tausende von Todes­opfern gefordert hat. Die Bekämpfung der Epidemie scheitert an dem Fehlen jeglicher hygienischer Ein­richtung, am Mangel an Äerzten und Pflegeperso­nal und besonders am Fehlen aller Medikamente. Die städtische Bevölkerung ist ausgehungert. Auf das Land werden Suchkommandos geschickt, die aber meist nichts finden. In der Sowjetunion hat es nie eine Rationierung gegeben. Wohl aber gibt esVersorgungstabellen", die eine Art Norm auf­stellen. An kaum genießbarem Brot stehen in Kuiby­schew jedem Einwohner 150 Gramm täglich zu. Fleisch, frisches Gemüse und Milch sind längst vom Speisezettel gestrichen. Darum kommen zum Fleck­typhus auch epidemische Darmerkrankungen.

Diese Mitteilungen lassen nun auch den Grund erkennen, warum die Sowjetfender feit etwa drei Monaten an die Bevölkerung die dringende Auf­forderung richten, die hygienischen ßebensvoraus« setzungen zu beachten. Um den Eifer zu erhöhen, werden die Stadtverwaltungen an den Pranger ge­stellt, die es an hygienischer Aufmerksamkeit fehlen lassen. Besonders der Stadt-Sowjet von Kasan am großen Wolga-Knie wurde scharf gemaßregelt. Aus japanischen Berichten wissen wir, daß die Jndustrie- beoälkerung von Moskau nach den östtichen Ge­bieten ausgesiedelt wurde. Dem Moskauer Stadt­bild gebe jetzt die Landbevölkerung das Gepräge, worunter die geflüchteten Dauern zu verstehen sind. Man kann es begreifen, daß unter diesen Umstän­den in Kuibyschew die Diplomaten unter strengster Kontrolle der GPU. Beben und in ihrer Informa- tionsmöglichkeit über die tatsächliche Lage auf die unmittelbarste Anschauung eines sehr beschränkten Lebenskreises Angewiesen sind.

Stefan" von Alfons von C z i b u l k a zugrunde. Der Roman erschien, wie sich unsere Leser erinnern werden, vor nicht langer Zeit in den Familienblät­tern und hat hier allgemeinen Anklang gefunden.

Dichter sprechen zur HI.

Bei den Salzburger Kulturtagen der Httler-Ju- gend vom 13. bis 17. Mai werden eine Reihe deut« scher Dichter sprechen, so Guido Erwin Kolbenheyer, Agnes Miegel, Inge Teusfenbach, Max Wegner, Paul Alverdes,-Josefa Behrens-Totenohl, Karl Hein« rich Waggerl und Karl Springenschmrd. Eine Ber? anftattung steht unter dem MottoDichtung und Jugend", eine weitereSalzburg in Dichtung, Mu­sik und Tanz" findet in dem stimmungsvollen gro« ßen Hose der Feste Hohensalzburg statt.

Geburtstagsgaben für die Diener Philharmoniker.

Ein von Karl Böhm geleitetes Konzert der Wie­ner Philharmoniker brachte die Uraufführung von drei Werken, die von den Komponisten dem Or­chester zu feinem 100. Geburtstag gewidmet morgen sind. Ein festlicher Prolog von Henk B a d i n g s zeigte eine an Bruckner gebildete Thematik und bringt im massierten Tonsatz des Blechs wirksame Steigerungen. Alfredo E a s e l l a verarbeitet in einem anziehenden Orchester-DivertimentoPaga- niniana verschiedene Themen und Motive des ita­lienischen Geigenvirtuosen. Joseph Marx schließt vier anmutsvolle Sätze zu einem apart archaisieren­den ZyklusAltwiener Serenaden", zusammen, der die köstliche Poesie der klassischen Musikstätten auf originelle Art einfängt. Die Widmungen stellen das Orchester vor virtuose Aufgaben, die in vorbildlicher Weise gelöst wurden. Roland Tenschert.

Liederabend Gertrude Pihingers in Florenz.

In Florenz fang Gertrude Vitzinger Lieder von Schumann, Brahms, Wolf uno Reger. Dieses im Intimen weit gespannte Programm, das einen glück­lichen Querschnitt durch die reiche Ausdruckswelt des deutschen Liedes gewährte, wurde von der stimm­begnadeten Altistin schlechthin vollkommen gestal­tet. Die Kunst der Ausformung des melodischen Bo­gens schuf eine Anschcnllichkeit, die auch die italieni­schen Hörer zustärkst ergriff und stürmischen Beifall auslöste. Hubert Giesens poetische Begleitung am Flügel gab den schwingenden Grund.

Hans Albers als Münchhausen.

In diesen Tagen ging in Babelsberg der Ufa- FilmMünchhausen" ins Atelier. Die Spiel« leitung bei diesem dritten deutschen Farbfilm führt Josef von B a k y. Die Hauptrolle, den Freiherr» von Münchhausen, spielt Hans Albers.

alles verdanke, was ich bin", sie griff nach der Zeitung, die ihr Welt reichte.

Willis sah, wie sie mit großen, angstvoll auf* gerissenen Augen die Notiz durchlas, dann die Zei­tung fallen ließ und ihr Taschentuch zu den Augen führte. Er hörte sie schluchzen.

Elisabeth", sagte er,was ist denn? Erschüttert Sie das so? Kannte» Sie denn Lanos so nahe und so gut", er spürte selber einen bitteren Klang in seinen Worten.

Barthold", schluchzte sie,der beste Freund, den ich hatte, der für mich durchs Feuer ging, der mich stets unterstützte und stets mir zur Seite stand, wenn ich einen Freund brauchte und und Lanos, den ich von Kindheit her kenne, der mich erzogen und ausgebildet hat mein Gott"

Also Barthold kannten Sie auch?" fragte Wett, Teufel nochmal, dann kannten sich die beiden wohl auch, dieser Lanos und der Barthold? Lanos muß doch einen Grund gehabt haben, den Barthold zu ermorden"

Sie schüttelte energisch den Kopf.

Er hat ihn nicht ermordet", sagte sie, immer noch schluchzend,er nicht, er ist dazu nicht fähig, es muß ein furchtbares Geheimnis sein. Der arme Kerl", schluchzte sie wieder,er war ein guter und braver Mensch, der beste Mensch, den ich je kennengelernt habe"

Sie nahm abetmals die Zeitung zur Hand, wischte sich die Augen und überflog noch einmal die Notiz.

Es ist unmöglich", sagte sie dann etwas ruhiger, ganz unmöglich"

können Sie sich denn denken, was Lanos für einen Grund gehabt haben könnte vielleicht war er auf Barth old wütend?"

Elisabeth schien nachzudenken.

Ja", sagte sie nach einer Weile,Lanos war auf Barthold wütend, weil weil"

Weil?" fragte Willis lauter, als er es beab­sichtigt hatte.

Sie fuhr beim Klange dieses Wortes auf und warf ihm einen scheuen Blick zu. (Forts. folgt.)