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Buena Esperanza hält. Wenn ich Ihnen einen Rat geben darf, dann würde ich Ihnen sehr emp­fehlen, Verakruz für ein paar Wochen mit unbe­kanntem Ziel zu verlassen. Mein Vorschlag gilt selbstverständlich auch für Madame Perano."

Sein Gesicht war undurchsichtig wie eine Maske.

Ich verstehe, allerdings werde ich Ihrem Vor­schlag wohl kaum folgen. Mein reines Gewissen, wie Sie vorher ganz richtig bemerkten, verbietet es mir, mich so zu verhalten, als ob ich ein schlechtes Gewissen hätte. Sollte Brackmann tatsächlich einen Anschlag aus mich planen, so werde ich mich zu schützen wissen."

Er erhob sich und verbeugte sich leicht.Wo kann ich Sie erreichen, Senorita Orgassa, falls ich Ihnen in dieser Angelegenheit noch etwas mitzuteilen habe?"

Ich wohne für die nächsten Tage imPull- man"."

Run, jedenfalls danke ich Ihnen für Ihre War­nung, Senorita. Ihre Nachricht war mir sehr wert­voll. Ich bedauere es nur, daß Ihr entzückender Besuch solch einen unangenehmen Anlaß hatte. Ich wäre glücklich, mich mit Ihnen einmal über erfreu­lichere Dinge unterhalten zu dürfen ..." Sein Blick war eine Unverschämtheit. Karen erblaßte vor Zorn.

Oh, Sie haben mir nichts zu danken, Senor Gonzales! Ich habe mich zu diesem Schritt sehr schwer entschlossen, und durchaus nicht deshalb, weil ich um Ihr kostbares Leben bange. Es ist eioentlich ein Verrat an Malte Brackmann, mit dem ifiid) seit meiner Kindheit freundschaftliche Gefühle verbinden. Sie haben mich ein wenig mißver­standen. Die Warnung war nur eine unvermeid­bare Nebenerscheinung ..."

Seine Zähne blinkten weiß aus dem dunkel ge­wordenen Gesicht. Karen sah über seinen schwarzen Scheitel hinweg.

(Fortsetzung folgt,)

Oie Gesundheit unser größtes Gut

das Laub.

en Kastanien

Da

Kulturwoche der NSOAp. in Gießen

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i, daß jeder dazu diene, Währung un«

Professor Dr. Herbert Birtner starb am 27. Sep­tember in den schweren Kämpfen bei Woronesch als \ Hauptmann und Bataillonsführer in einem Infan­terieregiment den Heldentod. Birtner stand im [ 43. Lebensjahr. Er promovierte 1924 in Berlin, habilitierte sich 1930 in Marburg für Musikwissen- schäft und erhielt einen Lehrauftrag für deutsche

Die Volksgesundheit ist das wertvollste Gut eines Volkes. Es ist deshalb die vornehmste Aufgabe der nationalsozialistischen Gesundheitsführung, sie mit allen Mitteln zu heben und zu stärken. Dabei ist es wichtig, Volkskrankheiten, wie z. B. die Tuber­kulose, frühzeitig zu erkennen und die Erkrankten so früh wie möglich zu erfassen, um sie einer ärzt­lichen Behandlung zuzuführen. Denn Tuber­kulose im Frühstadium ist heilbar.

Aus dem Verantwortungsbewußtsein, das die NSDAP, dem Volksganzen gegenüber trägt, sind bis heute auch auf diesem Gebiet Maßnahmen er­griffen worden, wie sie bisher noch in keinem Volke auch nur ansatzweise zu erkennen sind. 'Während drüben im einst so viel gepriesenen demokratischen England die Millionenmassen des ärmsten Volkes in furchtbaren Elendsquartieren verkommen und ein unbeschreibliches Dasein fristen müssen, geht das nationalsozialistische Deutschland mitten im Kriege daran, diese Volksseuche zu bekämpfen und damit viele Volksgenossen vor Siechtum und Leid zu be­wahren.

Auch in unserem Gau werden alle Volksgenossen

1940 wurde Birtner zum außerordentlichen Pro­fessor und Direktor des Musikwissenschaftlichen Jn-

Da klang plötzlich ein Lied auf! Pflanzte sich von vorn durch die Reihen nach hinten:

Graue Kolonnen ziehn in der Sonnen müde durch Heide und Sand.

Neben der Straße blühen im Grase Blumen am Wegesrand."

strafften sich die Glieder, da krampfte die den Kolben des Gewehres wieder fester, da

lungsminister Iid)en Unter' ------- ,

n des Unter« Musik des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

iden stemmen »ine Trumm« Strang, er Pohl sprang Fällaxt weg. icht, schoß ti i anderen W i sagte er: chend hin. Et t stand W

Aus der Giadt Gießen.

Kastanien.

Unter unseren Schritten raschelt das gelbe Laub. Die Luft duftet herb. Die Bäume an der Straße haben ihr buntes Kleid angezogen und wetteifern mit ihren Farben. So sind die breiten Hellen Straßen mit goldenem Rahmen umgeben.

Am Bahndamm steht eine Reihe mächtiger Ka­stanien. Sie haben schon einen Teil ihres Laubes verloren. Zwischen den Blättern hängen aber noch die stacheligen Früchte. Fast, alle find noch ge­schlossen.

Da klang ein Lied auf...

Zur 2. Reichsstraßensammlung am 24. und 25. Oktober.

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Goldatentheater im Wandel derZeit."

Die Arbeitsgemeinschaft Universi­tät und Theater leistete ihren Beitrag zur Kulturwoche der NSDAP, mit einem Vortrage Soldatentheater im Wandel derZeit" von Prof. Dr. Carl N i e s s e n, Universüät Köln, in der Aula. Das Streichquartett des Städtischen Orchesters leitete den Abend mit dem 1. Satz aus Beethovens Streichquartett A-dur (op. 18) ein. Der Rektor Prof. Dr. Kranz hieß als Hausherr, zu­gleich im Namen des Intendanten H. W. Klein, die Ehrengäste aus Partei, Wehrmacht, Staat und Stadt willkommen. Er wies auf die erfolgverspre­chende Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft hin und bemerkte, der Redner des Abends, Prof. N i e s - Jen, dessen Verdienste und Hauptarbeitsgebiete er kurz umriß, sei besonders berufen, die engen Be­ziehungen zwischen Universität und Theater zu dokumentieren; Prof. Niessen gelte sein herzlicher Willkommengruß und Dank. Das Thema sei heute naturgemäß besonders aktuell, und der Vortagende könne ein aufgeschlossenes und dankbares Publikum erwarten. Nachdem Herr K ö ch l i n g vom Gießener Theater Schillers berühmten Traktat über Schau­bühne und Nationaltheater gelesen hatte, leitete das Streichquartett mit Mozarts Allegro aus dem G-dur-Quartett stimmungsvoll zu den Worten von Professor Niessen über, der in einem überaus anregenden, durch eine Fülle von Lichtbildern be­lebten Vortrage in aller gebotenen Kürze einen Ueberblick über die literarisch, theater- und kultur­geschichtlich gleichermaßen reizvolle Entwicklung der Soldatenbühne und des Theaterspiels für und von Soldaten im Kriege vermittelte.

Das Soldatenkheater, so führte der Vortragende einleitend aus, ist so alt wie der Krieg. Der Be­griff ist in einem so umfassend großzügigen Sinne

Weil er von allen seinen Sachen, die sich bei ans befanden, nur seine Pistole ausgesucht hat und unter Vorgabe wichtiger Geschäfte heute nach Vera­kruz gefahren ist, nachdem er sich gestern danach erkundigt hatte, wo Sie und Madame Perano sich aufhotten."

Sie wissen vermutlich, daß Brackmann in dem Prozeß, in dem er verurteilt wurde, Madame Pe­rano und mich beschuldigt hat, ihn sozusagen in eine Falle gelockt zu haben ..."

Gewiß, Senor Gonzales, das weiß ich; und ich kann Ihnen sagen, daß Brackmann diese Ansicht noch heute vertritt." Ein Unterton in ihren Wor­ten oeriet ihm, daß sie Brackmanns Meinung voll­kommen teilte. Er lehnte sich zurück und schlug die Beine lässig übereinander.

Nun, der Prozeß hat die völlige Haltlosigkeit und Lächerlichkeit dieser Behauptung klar ergeben."

Das ist mir nicht so genau bekannt, Senor Gonzales ..."

Was wollen Sie damit sage»?" fragte er rasch.

Karen lächelte höflich:Sie ließen mich nicht zu Ende sprechen. Ich wollte nämlich fortfahren: weil ich vor sechs Jahren noch zu jung war, um mich für Zeitungen und Prozeßberichte sonderlich zu interessieren."

Gonzales zerdrückte die Zigarette im Aschen­becher. Er zog ein Tuch aus der Brusttasche und säuberte seine Fingerspitzen.Ihre Mitteilung ist mir sehr interessant, Senorita Orgassa, nur ich glaube, daß Ihre Besorgnisse ein wenig übertrieben sind. Brackmann wird es sich überlegen, noch ein­mal mit den Gesetzen in Konflikt zu geraten. Die sechs Jahre dürften ihm eine heilsame Lehre ge­wesen sein..." .....

Ihr reines Gewissen macht Sie leichtsinnig, Senor Gonzales", sagte Karen frostig und ohne ihre Ironie zu verbergen;Sie vergessen dabei, daß Malte Brackmann, wie ich Ihnen schon sagte, nicht Ihrer Ansicht ist, sondern Sie und Madame Perano nach wie vor für die Urheber des Brandes auf

NSG. Eine wogende Staubwolke wälzte sich über einem zerfahrenen Landweg irgendwo durch die sommertrockene Landschaft des Ostens. Eine Kom­panie marschierte im Zuge der allgemeinen Vor­wärtsbewegung durch die zivilisationsarme Weite. Hitze brütete über der schattenlos ausgedörrten Fläche. Gegen den in der Ferne dunkel schimmern­den Waldstreifen zittert die windstille Luft. Die Män­ner gingen mechanisch im waffen- und munitions­bepackten Trott hinter dem Vordermann, die Kragen geöffnet, hochgeschlagen die Aermel der verblichenen Feldbluse. An den stoppelbärtigen Gesichtern, an Augenbrauen und Haar hatten sich die feinen Staubteilchen wie eine grauschimmernde Schicht ge­legt. Ab und zu wischte man mit dem Unterarm den Schweiß aus der Stirn. Nicht einmal eine Zigarette schmeckte dem ausgedörrten Gaumen. Monoton und ohne Tritt" ging es schon stundenlang vorwärts, immer vorwärts. Selbst hinten an den Fahrzeugen stampften die Pferde in straffgespannten Geschirren vor den knirschenden Wagen. Sie hatten nicht min­der zu schmachten. Apathisch verhielten sich Sinne und Gedanken. Marschieren, marschieren im Wett­lauf mit dem Feind, Zeit und Gelände. Ab und zu zuckte eine Hand noch der Uhr. Wann gab es wieder einmal Rast, wann ein Verschnaufen?

stituts der Universität Graz ernannt, hochschuluachrichten.

Dr. phil. habil. Walter Nestle, Ellwangen, ist mit den Vorlesungen über griechische Philologie an der Universität Freiburg beauftragt worden. Dr. Nestle ist 1902 in Schwäb.-Hall geboren, er pro- monierte 1927 in Tübingen und habilitierte sich dort 1939, nachdem er im württembergischen Schul­dienst gestanden hatte. Der Kurator der Umver- fität Kiel hat den Dozenten Dr. med. habil. Eduard Güntz zum Oberarzt bei der orthopädischen Ab­teilung der Chirurgischen Klinik ernannt. Guntz wurde 1903 in Erfurt geboren. Er promovierte 1928 in München, war danach Assistent in Dresden und Frankfurt, wo er sich 1938 habilitierte. Er siedelte dann nach Kiel über. Guntz hat den Preis der Deutschen Orthopädischen Gesellschaft aus der Tagung in Gießen für die beste Assistenten­arbeit des Jahres 1938 erhalten. Der a. o. Professor Dr. Karl Valentin Müller ist zum o. Professor an der Deutschen Karls-Universität | in Prag für Sozialanthropologie ernannt worden. Müller wurde 1896 in Bodenbach (Böhmen) ge= boren. Er studierte in Leipzig und hAlitierte sich dort 1937. 1938 wurde ihm kommissarisch der Letjn stuhl für Soziologie an der TH. Dresden über­tragen. __ _________

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Ein Maim rechnet ab

Roman von Horst Biemath

29. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Er war sehr elegant. Der Anzug aus schwerer mattgelber Naturseide schien eben aus der Bügele ui kommen. Die Falte der weiten Hose war melier Aarf. In der 'braunen Kravatte blitzte em großer. Sn gefaßter Brillant. Auf den bunteigetonten Dangen lag rosiger Puderstaub, und fern glanzend Lc^zes forgfälig gescheiteltes Haar verbreitete ehren \arten Parfümgeruch. Seine Fmgernag l waren rosenrot poliert, die Monde und Nagelkup pen hoben sich kreideweiß ab. .

In Eurova hätte er wie eine Diva gewirkt, 91er, »0 Reichtum zu.solchem Firnis Ta6nQS

niemand etwas Lächerliches ober Unmännliches üa bei. Er war ein schöner Kerl, von -mer damom scheu, verruchten Schönheit, und Karen. die chn mit dem Bild verglich, das rhr D"ter von >A-n. Mies gegeben hatte, sand, daß er m der ZwN-yen zeit seinen Geschmack erheblich versemert hatte.

Er entblößte beim Lächeln Mei Rechen schnee- weißer Zähne, sie waren o 'M

«bildet, daß sie fast wie kuchllrch wwktem Lu, s» «"

Ren hchenRauchen Sie, Senor.ta Orgassa?

Danke, nein."

Urlauben Sie mir, daß ich mir eine Zigarette anzünde?"

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der Tasche. Er ließ es aufspringen und klopfte die Zigarette sorgfältig auf, ehe er sie anbrannte. Dann beschrieb er mit der Rechten eine salutierende Be­wegung gegen Karen.

Sie haben in Ihrem Telephongespräch eine An- deutung gemacht, Senorita, als befände ich mich in einer Gefahr. Darf ich Sie jetzt bitten, mir zu erklären, was Ihre merkwürdige Warnung zu be­deuten hat?" .

Karen neigte ihm den Kovf em wenig entgegen, sie beobachtete ihn unter gesenkten Lidern:Malte Brackmann ist vor wenigen Tagen aus der Haft entlassen worden und hat die Absicht, sich an Ihnen und Madame Perano zu rächen, Senor Gonzales."

Das ist nicht möglich!" stieß er hervor. \ ur den Bruchteil einer Sekunde verlor er die Fassung, für eine winzige Zeitspanne brachten ihn Schreck und lleberraschuirg aus dem Gleichgewicht. Im nächsten Augenblick hatte er sich wieder in der Gewalt. Und es blieb die einzige Entgleisung, die er sich ge­stattete.Ich meine", fügte er hinzu,Das ist nicht möglich, weil Brackmann damals zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde."

Die Amnestie aus Anlaß des Präsidenten- we'chsels hat ihn vorzeitig befreit, Senor Gonzales."

Er war bei Ihnen?"

er suchte meinen Vater aus, um einen xeü seines Eigentums zurückzuholen, das mein Vater zur Verwahrung übernommen hatte."

Gonzales klopfte die Asche seiner Zigarette ab, sie fiel auf den Teppich und zerstäubte dort.Hat Brackmann Ihnen oder Ihrem Vater gegenüber die Aeußerung getan, daß er sich an mir und Madame Perano rachen wolle?"

Nein, Senor Gonzales, so unvorsichtig war er m$®ie kommen Sie also auf Ihre Vermutung?" fragte er mit einiger Schärfe, da er spürte, daß sie die Unwahrheit sprach, um ihm jede Handhabe zu nehmen, gegen Brackmann mit Hilfe der Polizei oder der Gerichte vorzugehen.

der Kameradschaft, die Sttaße rollte wieder unter dem Fuße ab. Das ist der Wert des Liedes!

Am kommenden Samstag und Sonntag, 24. und 25. Oktober, werden die Abzeichen zur 2. Reichs- straßensammlung, fünf verschiedene Büchlein,Das deutsche Lied", durch die DAF. verkauft. Laß dich nicht mahnen, sondern, wie es im Liede heißt:

Stell dich in Reih und Glied, das Ganze zu verstärken ..."

Gib auch du zur 2. Reichsstraßensammlung für das Kriegs-Winterhilfswerk!

Ein Windstoß fährt plötzlich durch Da raschelt es auf der Erde. Die reife fallen herunter, knallen auf den harten Boden und platzen auf. Glänzend dunkelbraune Früchte mit schneeweißem Fleck leuchten auf. Und schon kommen

vom 6. Lebensjahre ab auf Anordnung des (Sau- leiters durch den ^-Röntgensturmbann Frankfurt a. M. geröntgt. Nur durch diese Maßnahme kann allein eine noch so geringfügige tuberkulöse Erkran­kung einwandfrei festgestellt werden. Viele Tuberku­losekranke sind sich ihrer Krankheit gar nicht bewußt und kommen meistens zu spät zum Arzt, so daß eine Heilung unmöglich ist. Auch bilden, diese Tuberkulosekranken stets eine Quelle der Infektion allen anderen Volksgenossen gegenüber, und sie selbst werden bei frühzeitiger Erkennung vor Leid und Siechtum bewahrt. Deshalb hat jeder Volks- genösse, ob Mann oder Frau, unbedingt die Pflicht, sich röntgen zu lassen, auch wenn er glaubt, voll­kommen gesund zu sein.

Die Vorbereitungen für den Kreis Wetterau sind in vollem Gange, so daß mit der Röntgenaktion im November begonnen werden kann. Nähere Ein­zelheiten werden die Tageszeitungen noch bringen. Das Amt für Volksgesundheit der 9tSDAP. als Träger dieser Aktion gibt gerne Auskunft und Be­lehrung. (2ldresse: Gießen, Schanzenstraße 18, Tele­phon Nr. 3961.)

au verstehen, wie er aus der Antike überliefert und heute durch KdF. wieder allgemein geworden ist. Die ältesten gültigen Belege finden sich bei Tenophon und Homer (Schild des Achill); Mimen und Mimus-Aussührungen sind bet Alexander und bei Cäsar bezeugt, bei den Römern wie bei den Germanen. Schon 1204 spielten (im Rigaer Pro­phetenspiel der Deutschordensritter) Soldaten an der Front. Mit dem Beginn der Neuzeit beginnt auch die Entstehung des Berussschauspielertums. Der Redner beleuchtete die Rolle der wandernden eng­lischen Komödianten, die neue Theaterentwicklung in der Zeit der stehenden Heere, die Bedeutung der französischen und russischen Theatertruppen im Siebenjährigen Kriege und das einander teils an­ziehende, teils abstoßende Verhältnis zwischen Thea­ter und Krieg im Wandel der Jahrhunderte. (Goe­thesDichtung und Wahrheit" gehört zu den er­giebigsten Quellen auch für dieses Thema.) Es wurden ferner gestreift das Soldatentheater in den napoleonischen Kriegen, in den Befreiungskriegen, wo der Gedanke des Nationaltheaters erwacht, im Krimkriege und im 70er Kriege.

Vielfältiges und besonders interessantes Material lieferte der Vortrag zum Soldatentheater im Welt­kriege, namentlich zum Theater hinter Stacheldraht und ohne Frauen in den Gefangenenlagern. Hier entwickelt sich ein Laienspiel, aus tiefer seelischer Notwendigkeit geboren, mit den primitivsten Mit­teln verwirklicht, fast über die ganze bewohnte Welt. Was hier an Spielplangestaltung und schau­spielerischer Energie, in der Anfertigung von Kostü­men, Dekorationen, Plakaten, Theaterzeitungen gelei. stet wurde, machte der Vortrag in Wort und Bild ungetjretn anschaulich. Der Ueberblick wündete sinn­voll und zeitnah in eine kurze Würdigung der heu­tigen Fronttheater und der vorbildlich organisierten Truppenbetreuung durchKraft durch Freude".

die Buben gelaufen. Das Einsammeln der reifen Kastanien ist eine schone Arbeit. Das gibt Spielzeug für die langen Wochen, aber die meisten werden an der Sammelstelle abgeliefert. Die Kinder wissen, daß unser Wild im. Winter damit gefüttert wird.

Sind alle Kastanien, die auf der Erde und unter dem Laub verborgen lagen, aufgesammelt, dann warten die Buben nicht ab, bis wieder ein Sturm­wind daherfegt, sondern mit Holzstücken und Stei­nen wird nachgeholfen. Einige mutige Buben aber klettern hinauf und schütteln die Früchte ab. Die Taschen und das mitgeführte Säckchen sind bald gefüllt.

Jetzt ist die Sonne auch noch heroorgekommen. Da sitzen die Kinder am Bahndamm und begut­achten ihre Ernte. Schon holt ein Bub sein Taschen­messer heraus und fängt an, eine Kastanie auszu­höhlen. Ein kleines Loch hinein, ein Holzstäbchen, und nun sitzt im Mund einePfeife". Von weitern sieht sie wirklich einer echten Pfeife täuschend ähn­lich. Die Mädchen machen sich Ketten aus den Früchten.

Manche Tiere und allerlei Sachen kann man aus den Kastanien schnitzen. Zu Hause haben sie ja alle leere Kästchen. Darin werden die Kastanien auf­gehoben. Wenn die langen Winterabende kommen, sind es willkommene Spielsachen für die ganz Kleinen.

Die alten ehrwürdigen Kastanien stehen da und schauen zu. Sie scheinen nun tot zu sein. Aber inwendig in ihnen pulst und schwillt es. An jeder Stelle, an der ein Blatt vom Baume fiel, sitzt schon die neue Knospe für das kommende Jahr. Die Bäume stehen und warten, schlummern ein wenig, lassen sich vom kalten Sturmwind umtosen, aber tief im Innern fühlen sie, daß sie leben, daß sie wieder §rünen und Früchte bringen werden, wenn ihre »eit da ist. H.

ORK.-Feldführer Kratz 60 Jahre alt.

Am kommenden Freitag, 23. Oktober, kann der langjährige Kolonnenführer und Mitarbeiter der Kreisstelle des Deutschen Roten Kreuzes im Kreise Gießen, Louis Kratz in Gießen, seinen 60. Ge­burtstag begehen. Louis Kratz, der aus Bleidenrod (Kreis Alsfeld) stammt, gehört seit Februar 1908 der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen an, deren Kolonnenführer er im März 1921 wurde. Unter feiner Führung nahm die Arbeit der Sanitätskolonne Gießen einen starken Aufstieg, fo daß sie beispielgebend für und über den Kreis Gießen hinaus wurde. Seit 1. März 1935 war er als Kreis-Kolonnensiihrer des Roten Kreuzes tätig, seit Mai 1935 war ihm auch das Amt des 2. stell­vertretenden Vorsitzenden des früheren Kreis-Män- nerroereins Gießen anvertraut.

Im Zusammenhang mit der Umorganisation des Deutschen Roten Kreuzes wurde er im April 1938 zum Leiter der Personalabteilung der Kreisstelle Gießen des Deutschen Roten Kreuzes mit dem Dienstgrad eines DRK.-Feldführers bestellt. Wie früher in der Führung der Sanitätskolonne, so hat der Jubilar auch in seiner Funktion als Leiter der Personalabteilung stets mit aller Kraft und großer Liebe zur Sache für das Deutsche Rote Kreuz ge­wirkt, bis er vor kurzem aus Gesundheitsrücksichten eine vorübergehende Beurlaubng von dieser Amts­pflicht erbitten mußte.

Das verdienstvolle Wirken dieses ausgezeichneten Mitarbeiters und Wegbereiters des Roten Kreuzes fand im Jahre 1932 feine wohlverdiente Anerken­nung durch die Verleihung des Ehrenkreuzes II. Klasse des Deutschen Roten Kreuzes, ferner in einer Reihe weiterer Ehrungen, die ihm namentlich anläßlich seiner dreißigjährigen Zugehörigkeit zur hiesigen Sanitätskolonne des Deutschen Roten Kreu- zes im Februar 1938 bereitet wurden.

Dem Jubilar bringen wir zu feinem 60. Geburts­tage unseren herzlichen Glückwunsch dar.

Verduukelungszett:

21. Oktober von 19.16 bis 7.29 Uhr.

Oswald üennieb lebe klinische Studie, er gab eine .n Kern gebrochene Kraft, die nach Innen ver- Lrennt. In unheimlicher Lebensnähe erstand durch ILwald Bal er der Pastor Manders mit feiner verhängnisvollen Tolpatschigkeit und Schreckhaftiq- eiüSehr wirkungsvoll fügten sich in das Zusam­menspiel der drei Gusti Hu b e r als lauernde !Re- r xUn/r H e i m als heuchlerischer Eng-

jtrand. Es war em großer Abend der Schauspiel- pnft, wie auch er un Burgtheater selten ist.

Oskar Maurus Fontana. Uraufführungen im Rundfunk.

Äomponiften, Die im Fronteinsatz stehen und Ur- laubstaae schöpferisch auswerten, haben vornehmlich Recht, gehört zu werden. So stellte der Rund- unk vier neue Werke von im Waffendienst stehen­den Musi/ern der Oeffentlichkeit zum erstenmal vor scr D05 öem Kriege Lehrer an ter Münchner Akademie der Tonkunst war und sich Lls Dirigent der Münchner Sängerzunft einen Kamen gemacht hat, kam mit seinerMusik für Streichorchester", Werk 39, zu Gehör, einer Parti­tur, bie heitere und besinnliche Stimmungen in jein em Klangreiz zum Ausdruck bringt. Es folgte Wart Meisters geigerisch sehr anspruchsvolles Violinkonzert, von Emmi Schach-Donius trefflich miebergegeben, Meister läßt im Orchester schwere »lockenmotive und ederleichte Spieldoseneffekte zu harter Wirkung aufklingen. Otto Rosenberger jst durch feine Hör pielmusiken bekannt geworden, leineBretonica", ein Tonoemälde über die Schön­heit der bretonischen Landschaft gesellt dem Orchester in einfallsreicher Durchführung Klavier, Bläser nd Harfe als Soloinstrumente zu. Erich Lauer ftt für Feiergestaltuua eineStedinger Musik" ge­soffen ,die den Kamps der Stedinger Bauern gegen en Bremer Bischof zum Gegenstand hat. Aus der längeren Folge hörte man den anmutigenBauern- tanz" in barockem Fluß und pikanter Rhythmik.

Greta Daeglau.

Ritterkreuzträger Prof. Karl Greve gefallen.

Am 27. Mai verlieh der Führer dem beamteten fc o. Professor an der Universität Breslau, Dr. med. dent. Karl Greve, Leiter der prothetischen tbteilung des Zahnärztlichen Universitätsinstituts, -er sich als Hauptmann und Bataillonskommandeur in einem Jägerregiment bei den Kämpfen um Kertsch besonders ausgezeichnet hatte und im Be­richt des OKW. namentlich erwähnt war, das Mt- terkreuz. Nun kommt bie Nachricht, daß er feinen schweren Verletzungen erlegen ist. Greve war 1897 in Hannover geboren. Er studierte in Münster und Berlin und promovierte 1921 in Greifswald. 1924 habilitierte er sich in Breslau und übernahm die Leitung der prothetischen und orthodontischen Ab­teilung des Zahnärztlichen Instituts. 1928 wurde ir a. o. Professor und 1937 b. a. o. Professor. 1934/35 war er als Gastprofessor in Japan. Pros. Greve, der bereits im Weltkrieg mit dem LK. I ausgezeichnet worden war und in dem gegen­wärtigen Krieg mehrfach verwundet wurde, war auch Träger des goldenen Verwundetenabzeichens.

Professor Herbert Birtner gefallen.

Faust _ , ...

blitzten die Augen wieder auf, und die kampfharten Gesichter bekamen wieder Leben. Unbefohlen wurde der Gleichschritt in den sich formierenden Reihen wieder ausgenommen und schwang als straffer Rhythmus in den Taktpausen des Liedes mit. Man fühlte wieder das feste und so oft erprobte Band

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