Die Verteidigung Indiens
tausend spanischen Kinder zu forschen.
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derverbrechen gebracht werden konnte. Der größt- Teil von ihnen ist verkommen, verhungert. Der« schollen. Die „Expertin für internationale Jugend« Wohlfahrt", Frau Roosevelt, hat nicht einmal den
nung gipfelte, stets daran zu denken, daß jeder Handgriff, der mehr geleistet werde, Lazu diene, unseren Soldaten zu helfen und die Ernährung un« seres Volkes zu verbessern.
schaftsoorstellungen. Schon allein die Fortschritte in der Waffentechnik zu Lande, zur See und in der Luft haben entscheidende Aenderungen bewirkt. Hier werden in Zukunft neue völkerrechtliche For«
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nerzeit, daß Frau Roosevelt während der Amtszeit ihres Mannes durch Zeitungs- und Zeitschriften« artikel, Bücher, Vorträge, Rundfunkansprachen, Filme „ein Nadelgeld im Gesamtbetrag von 1200 000 Dollar erworben hat". Ist das nicht ein Zeichen von praktischer Veranlagung? Wir zweifeln nicht, daß diese praktische Frau auch die Reise zur Königin von England praktisch auszuwerten ver« stehen wird.
meln geschaffen werden müssen. Das alles läßt sich, und zwar besonders im Hinblick auf die Kriegs- aefangenenfrage auch heute zur Zufriedenheit der Beteiligten regeln, wenn eben der Geist der Ehre unb v ' .....
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Tokio, 20. Okt. (Europapreß.) Die große Frage in den in Neu-Delhr abgehaltenen Besprechungen zwischen den Generalen Wavell, Auch in leck und S t i l l w e l l ist nach japanischer Auffassung die, ob die Alliierten sich auf eine klare Linie in der Verteidigung Indiens bis zum Ende der Regenzeit einigen könnten. Wie „Vornhin Hotschi" über Bangkok aus zuverlässiger Quelle erfährt, hat die Tagesordnung der Besprechungen der alliierten Generale zwei Hauptpunkte enthalten:
1. Die Verteidigung Assams und in Verbindung damit die Möglichkeit eines Zusammenwirkens zwischen dem britischen Heer in Indien und T s ch u n g k i n g.
2. Die Frage der Sicherung des west - lichen Teiles Indiens, wo infolge der ständig sich ausdehnenden Unruhen in Sindh und in der nordwestlichen Grenzzone die militärische Lage als unsicher zu bezeichnen ist.
Der Bericht des japanischen Blattes stellt fest, daß trotz der mit schärfster Zensur von britischer Seite versuchten Verschleierungsversuche sich die Lage im ganzen nordwefllichen Indien fortge-
„Herr Förster", sagte sie, „wir haben sechs Kinder am Tisch sitzen —"
„Sechs? Und bald werden es sieben fein?" erwiderte Pohl scherzend.
Er fragte, ohne ihre Antwort abzuwarten: „Wo ist der Mann?
„Am schwarzen Weg, die Buche fällen."
„Ach ja", entsann er sich.
Er stieg den Pfad zum Wald hinauf, lieber die Hohe schnitt ein frischer Wind, und Pohl spürte die Kalte. Er schlug sich ins schützende Gehölz und folgte dem Purschsteig, den Philippi und seine Leute für lhn gebrochen hatten. Pohl hatte den Drilling geladen, vielleicht kamen ihm ein paar Tauben vor den Lauf, vielleicht ein Fuchs oder ein Hase. Am Ulanenweiher blieb er stehen, später entschloß er sich, Philippi aufzusuchen, um zu sehen, wie sie mit der Buche fertig wurden. Er kletterte den Hang hinauf, oben hörte er Philippis Stimme, wie er* feine Anordnungen rief. Mit einmal vernahm Pohl das Durcheinanderschlagen erregter Stimmen, mitten daraus em heiseres Schreien. Pohl stutzte, aber schon lief er unter den Stangen hin, seine Rechte prüfte unwillkürlich Schloß und Sicherung.
An Ort und Stelle bot sich Pohl dieser Anblick:
Philippi Vater stak mit dem Fuß unter einem Wurzelstrang, der, um weniges gelockert, weit in den Erdboden griff. Der Strang maß nahezu einen Axtstiel, ein harter, knorriger Strang. Philippi suchte den Fuß frei zu bekommen, ehe der Stamm ms Gleiten geriet. Der Wurzelstock auf der anderen Baumseite war bereits bloßgelegt, die Wurzelstränqe waren zum Teil durchschnitten. Erst auf Philippis Warnruf hatten feine Leute das Zugseil losgelassen. Es konnte Philippi freilich nicht mehr helfen, der Fuß saß eingeschnürt, und der Stamm neiote seine Krone. Das füllige Astwerk senkte sich zögernd in die benachbarten Eichen.
Das war es, was Pohl in ein paar zusammen- raffenben Blicken sah. Er dachte: wenn er den Fuß nicht frei bekommt, wird er zerschmettert. Pohl lehnte den Drilling gegen einen Stamm. Philippi Sohn nß an seinem Vater, dann nahm er die Heppe, hackte auf den Strang ein. Philippi Vater warf einen Blick auf Pohl. Helft mir, schrie dieser Blick.
Das Astwerk grub sich tiefer und tiefer in die Eichen, und das Niedergleiten stockte. Phllippis Leute fchöpfen URut, üe liefen umhex. riefen, juchten
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..Der Duce empfing Reichserziehungsminister R u st zu einer etwa einftünbigen herzlichen Unter« rebung. Dieser würbe fobann im Beisein bes Unter« richtsministers Bottai in der Kgl. italienischen Akademie vom Präsidenten Federzoni empfangen.
Kunst und Wissenschaft.
„Gespenster" im Burglheater.
Unsere Zeit hat sich zweifellos von dem Vernichtungsdrama der Jbsenschen „Gespenster" weit entfernt, wenn auch hier der selb stzerstör er sich e Nihilismus schuldig gesprochen und die Unerbittlich- lichkeit der Vererbungsgesetze aufgezeigt wird. Was das Burgtheater zu einer Aufführung veranlaßt bat, dürfte wohl die meisterhafte Beherrschung der Szene unb des Dialogs gewesen fein. Dom Erlebnis des Theaters inszenierte Lothar M Ü t h e l dis drei Akte mit feinster Durchleuchtung auch der unausgesprochenen Gedanken, mit großartigen Steigerungen und mit bewundernswerter Leitung feiner schauspielerischen Kräfte, die er jede einzelne zu stärkstem Ausdruck und sie alle zusammen zu einem herrlich aufeinander abgestimmten Ensemblespiel brachte. Käthe Dorsch gab die Frau Atving mit höchster Einfachheit und eben darum mit ergrei« felnber Fülle des Herzens. Horst Caspar als
setzt verschlechtert. Nach Berichten des geheimen Funksenders des Nationalkongresses ist es für britische Beamte und Zivilisten im ganzen Bereich der Provinzen Sindh und der nordwestlichen Grenzzone und Belutschistan unmöglich, ohne militärische Bedeckung zu reifen. „Pomiuri" sieht eine Wechselwirkung zwischen den Unruhen im westlichen Teil Indiens und der englischen Schlagfertigkeit an der indischen Nordostgrenze, eine Wechselwirkung, die sich auch auf die V erteilun g des Kriegsmaterials zwischen Ost und West erstreckt. In den nordwestlichen Gebieten wird die Lage immer schwieriger. Die aus Peschawar heran- gezogenen britischen Verstärkungen mußten sich nach schweren Verlusten in Richtung auf die Grenze zu- rückziehen, um nicht umzingelt zu werden. Eine britische Abteilung wurde nahezu aufgerieben. Ein entkommener britischer Soldat erklärte, daß alle Stämme die Waffen ergriffen hätten und sämtliche Verbindungswege blockierten. Die Aufständischen griffen auch eine britische Kraftwagenkolonne an und bemächttgten sich der Kraftfahrzeuge und der Waffen.
einen Stamm, den sie gegen den fallenden stemmen könnten. Philippi Sohn nahm die kleine Trumm« säge und sägte verzweifelt an dem Strang, es brachte den Stamm wieder ins Gleiten. Pohl sprang zu einem ber Holzhauer, nahm ihm bie Fällaxt weg. Er darf ihn nicht bekommen, diesen nicht, schoß es ifjm heiß durch den Kopf. Er rief den anderen zu, sie sollten zurücktreten, und zu Philippi sagte er:
„Hinlegen, Philippi, nicht rühren!"
Und Philippi legte sich stumm gehorchend hin. Er drehte sich zur Seite, das linke Bein stand hoch* gekrümmt. Und Pohl hob die Axt.
„Nicht!" rief Philippi Sohn.
Aber Pohl schwang die Axt schräg durch bie 8uft m einem gewaltigen Hieb, sie sauste hart an Phi« lippis Knie vorbei, bann gab es einen krachenden Ton, Splitter stoben weg, Philippi stieß einen leisen Schrei aus. Aber schon bie Lage erfassen!), zerrte er an feinem Fuß, er bekam ihn frei, er rutschte über den Boben fort — unb im gleichen Augenblick schlug der Stamm neben ihm zu Boden, um Armeslänge entfernt. Es donnerte durch den stillen Forst, bie 2leste zitterten noch eine Weile nach, bann lag er still, ein gefälltes totes Ungetüm.
Aber Philippi lebte. Die Holzhauer nahmen sich feiner an, schnürten den Fuß ab, der blutete.
Pohl hängte den Drilling wieder um die Schulter unb sah auf Philippi. Sein Gesicht war weiß. Er lächelte. Später nahm Pohl bie Pfeife unb den Tabaksbeutel aus ber Rocktasche unb setzte die Pfeife in Brand. Er hockte sich auf den Stamm unb sah ZU, wie sie eine Tragbahre flochten, aus Stangen unb Zweigen. Philippi Sohn brachte bie Schnapsflasche, und ber Vater nahm einen kräftigen Schluck. Er sagte, babei wischte er bas Munbstück ber Flasche mit bem Rockärmel ab:
„Herr Förster, wie wäre es?"
„Jaja —", meinte Pohl, „mer weiß, ob Euch der himmlische Schnaps auch so gut geschmeckt hätte, Philippi! Prost, Philippi!"
Dies geschah im letzten Herbst, und heute ist es schon vergessen. Die Leute reden nicht mehr davon, wie sie damals geredet haben, ber eine dafür, ber anbere bawider. 2lber Philippi hat es nicht'vergessen, bas kann er nicht.
Philippi ist jetzt ein Mann, der nur noch brri Zehen am linken Fuß hat, aber Mei Zehen wachÄ js das Leben eines WMhen picht aus» * > j
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Aber auch nicht in ihrem eigenen ßanbJ engeren t ben USA., hat diese eigenartige „Expertin" den M n
Kämpfe bei Joribeiva, am Sübabhang bes Owen- Stanley-Gebirges, weiter. Ein erfolgreicher japanischer Durchbruch führte zur Vernichtung einer feinblichen Kampfgruppe von 300 Mann.
Sin europäischer post- und Fernmeldeverein.
Zur Förderung der europäischen Zusammenarbeit auf den Gebieten des Post- und Fernmeldewesens wurde in Wien von den Bevollmächtigten der Post- verwaltungen Albaniens, Bulgariens, Dänemarks, Deutschlanbs, Finnlands, Italiens, Kroatiens, der Niederlande, Norwegens, Rumäniens, San Marinos, der Slowakei unb Ungarns ein Uedereinkom- kommen über einen „Europäischen Post- und Fern- melbeverein" abgeschlossen. Das Werk stützt sich auf ben Weltpostvertrag unb den Weltnachrichtenvertrag. Reichspostminister Ohnesorge würdigte in einer Ansprache das Übereinkommen, mit dem bie europäischen Post- und Fernmeldeverwaltungen ein Instrument besitzen, das der gesamten europäischen Oeffentlichkeit sehr beachtenswerte Vorteile ver- schasen wird. Durch die im Übereinkommen vorgesehenen Ausschüsse wirb es möglich sein, alle Erfahrungen des dnen Landes den anderen Verwaltungen zugute kommen zu lassen. Der Minister gab seiner Freude Ausdruck, daß der Verein seine Ge- schäftsstelle in Wien einrichten wird-, die in ihrem engeren Bereich ähnliche Aufgaben hat wie die Büros des Weltpostvereins unb des Weltnachrichtenvereins.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbe« fehlshabers der Luftwaffe Idas Ritterkreuz des Eifer- nen Kreuzes an Major Alpers, der sich als Kommandeur einer Fernaufklärungsgruppe in Polen, Frankreich und im Kampf gegen die Sowjetunion in vorbildlicher Weise bewährt unb alle Hindernisse durch rücksichtslosen Einsatz überwunden hat. Alpers ist Staatssekretär im Reichsforstamt unb Generalforstmeister.
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Zwei Oberfeldwebel eines Jnsanteriebataillons im Abschnitt südlich des Ilmensees überreichten Reichsminister Dr. Goebbels als zusätzlichen Winterhilfs- beitrag für den Monat Oktober eine Geldsumme, bie einer durchschnittlichen Spenbe von 52,50 RM. pro Mann, d. h. etwa Mei Drittel eines Monatssolbes, entspricht. Das Bataillon kämpft seit Beginn des Ostfelbzuges in vorderster^Linie.
Reichsminister Dr. Goebbels empfing in Gegenwart der Reichsfrauenführerin Frau Scholtz- Klink die zu einer Arbeitstagung in Berlin versammelten Gaufrauenschaftsleiterinnen aus dem Reich sowie die Hauptabteilungsleiterinnen in der Reichsfrauenführung, dankte ihnen für ihre aufopfernde Kriegsarbeit und bat sie, Dank und Anerkennung an alle schaffenden deutschen Frauen im Lande weiterzuleiten.
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Der Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium, Dr.'Jng. G a n z e n mü l l e r, besichtigte Einrichtungen der Reichsbahndirektion Wien und hielt auf einem Appell ber Gefolgschaft eines Reichsbahnaus- befferungswerkes eine Ansprache, die in ber Mah-
Knegshaufen unterwegs waren und einander suchten unb es auch nicht weiter übelnahmen, wenn sie nicht alles so in der Wirklichkeit antrafen, wie es auf ber Karte stand, — es gab ja einmal eine Zeit, m ber sogar ber Krieg kein eiliges Geschäft war. Allein, über ben bloßen Nutzen hinaus rührt ben Beschauer boch noch etwas anderes an, vielleicht bie heimliche Sehnsucht aller Kreatur, .sich von der Erde zu lösen, die Dinge von oben zu betrachten, wenn auch nur im Bilde und im Gleichnis.
So kann denn ein später Mensch wie ich nur vor >o einem Blatte sitzen unb seine Augen auf eine abenteuerliche Reise schicken, in eine Welt voller Merkwürdigkeiten, einfacher noch unb einfältiger als die, m der er selber lebt unb die kein Geheim- ms mehr hat. Ein spielerisches Vergnügen also, bem man heimlich nachhängt, ober einer von ben Fluchtwegen aus ber Wirklichkeit, deren es nicht mehr viele gibt, — die darum wissen, werden es verstehen.
uuu/ niuji i ii 11) l u III t i y t n t ii 4; u ri in den USA., hat diese eigenartige „Expertin" ben Versuch gemacht, wirklich für bie Wohlfahrt bet Tugend etwas zu tun. Nach einem Bericht bet Präsidentin des internationalen Pflegerinnenrates Ulll ... beim Völkerbund-Komitee für Kinderschutz — auch , o. Pri so etwas hat es einst gegeben — hieß es über ‘ “ Neuyork: „Wir trafen auf Tiefen von fitt« lichem und körperlichefn Elend, die selbst ben obgehärtesten Wohlfahrtsarbeiter erschick tern würden." In einem Artikel der USA.-Zeit« schrift „Look" wurde erklärt, daß van durchschnittlich 2,5 Millionen in ben USA. jährlich geborenen Kin« bem rund 50 v. H. unter Hunger, ungenügendes Kleidung und unwürdiger Behausung litten.
Darum konnte sich Frau Roosevelt allerdings nicht kümmern, da sie sich dem „Swing-Tanz mit älteren Diplomaten" widmen mußte, so daß sich der bekannte Journalist Clapper im Mai dieses Iah« res zu ber Feststellung veranlaßt sah: „Ein solches Tun und Treiben der Frau Roosevelt ist der Stel« hing ihres Gatten nicht würdig und entwickelt sich geradezu zu einem Skandal." Dafür reist sie jetzt zur Königin von England — als Jugendwohl fahrt« Expertin!
Alte Karten.
Von Karl Heinrich Waggerl.
In ber Welt gibt es Dinge, denen eine magische Macht ber Versuchung innewohnt und die in sonst ganz harmlosen Gemütern unversehens eine leidenschaftliche Besikgier wachzurufen vermögen. Dergleichen Leute setzen bann Kopf unb Kragen dran, Bücher zu stehlen ober Bilder zu rauben ober Gott weiß welchen Kram, bie unscheinbarsten Nichtigkeiten, an benen für andere Menschen gar nichts Begehrenswertes ist. Ich selber zum Beispiel kann kein Stück Bernstein in ben Fingern halten, ohne Not, es rechtzeitig wieder loszulassen, und vollends vor alten Karten gewahre ich mit Traumesängsten, wie fadenscheinig mein Gewissen eigentlich ist, obwohl ich es doch zeitlebens sehr geschont habe.
Ich besitze etliche solcher alter Blätter, redlich erworben, versteht sich, und darum auch nicht besonders wertvoll. Ab und zu hole ich sie aus bem Schrank, um sie wieder zu betrachten, aber ich wüßte kaum mit genauen Worten zu erklären, was mir eigentlich daran so gefällt. Schon bas Papier ist gut anzufühlen, wie etwas Gewachsenes, wie weiche, ein wenig narbige Haut. Es hat Risse und Flecken, lemanb stellte ein Weinglas daraus, dieser Mensch trank Rotwein zu seinen Gedanken, oder er schrieb em paar Worte an ben Rand, „Drei) Thaler" steht Zu lesen, vielleicht mußte er sie irgendwo für die Zeche bezahlen. Der Holzschneider hat seine Arbeit auch mit Liebe getan, hat Wald und Hügel nicht vergessen, eine Burg für jede Stadt, ein Kringel für bie geringeren Orte, alles sauber ausgestochen, aber doch wieder nicht zu genau, es kam ihm wenig darauf an, einmal ein Flüßchen krumm laüfen zu lassen, statt quer durch das Dorf, wenn er anders ben Namen nicht schön genug unterbringen konnte.
Wieder ein Meister bat das Blatt mit Farben ausgeziert, rot oder gelb bie Grenzen, blaues Wassergeister hinein, grünen Dusch, fein behüt- lawer Pinsel fügte bas Zufällige ber Form zu einem schönen Ganzen zusammen unb die Gesellen haben es hinterher fleißig nachgemalt.
Reisende Händler mochten seine Kundschaft sein, denen war es genug, wenn ihren Saumtieren nur ungefähr ber Weg über bie Pässe und Täler und non einem Nachtquartier zum andern gewiesen wurde. Oder rauflustige Herren, die mit ihren
Kanada und die LlGA.
Lissabon, 20. Okt. (Europapreß.) Der USA.- Propagandachef Davis hob in einer Rede an bas kanadische Volk, bie er in Quebec hielt, die Verbundenheit zwischen Kanada unb ben Vereinigten Staaten hervor. Von ber englisch orientierten Presse Kanabas wurden die Ausführungen mit größter Zurückhaltung behandelt. Die französischen Zeitungen ber Provinz Quebec, die die Rede in großer Aufmachung veröffentlichten, erklärten, eine engere Zusammenarbeit mit den USA. sei einer solchen mit England vorzuziehen. Durch die erstere komme man nämlich einer Verwirklichung des von Davis verkündeten Grundsatzes „Kanada ben Äanabiern" bedeutend näher.
„New World Telegramm" betont die enge wirtschaftliche Verbundenheit zwischen ben Industrien Kanadas unb ber USA. Kanada liefere einen großen Teil seiner Rohstoffe an bie USA. unb erhalte bafür in erster Linie Halbfabrikate. Die Anlage gemeinsamer Kraftwerke am St. Lorenzstrom, ein Lieblingsplan Roosevelts, sei ein weiterer Beweis ber engen wirtschaftlichen Bande, bie natürlich auch zu politischen Bindungen führen würden. Oie LIGA, schränken den Südamerika-
Export weiter ein.
Buenos Aires, 20.Okt. (Europapreß.) Der Export nordamerikanischer Rohstoffe nach den süd- amerikanischen Staaten erfährt immer weitere Ein- chränkungen. Die bisher schon stark gekürzten Lieferungen an Eisen und Stahl für Chile müssen, wie die nordamerikanische Botschaft in Santiago de Chile der chilenischen Regierung mittrtlte, um mindestens ein Viertel herab gesetz werden. Als Segrünbung wurde ber chilenischen Regierung erklärt, daß der Eigenbedarf der nordamerikanischen Rüstungsindustrie und ber Schiffsraummangel eine derartige Herabsetzung der Lieferquoten notwendig machen.
Weiteres Vordringen der Japaner auf Guadalcanar.
Tokio, 20. Okt. (DNB.) Den Japanern gelang es, auf ber Salomonen-Insel Guabalcanar durch Einsatz von Panzern unb Sturzkampffliegern drei wichtige zentrale Hafenplätze ber Insel, darunter das Gebiet von Tefere, in ihre Hand zu bekommen, wobei bie Amerikaner schwere Verluste hatten. — Auf Neu-Guinea gehen bie harten
lichen Zerrissenheit überhaupt nicht, genau so wenig wie man Volksheere im heutigen Sinn kannte.
Die ersten internationalen Schutzbe - ft i m m ungen für die Kriegsgefangenen erstreckten sich auf diejenigen Gefangenen, bie verwundet waren, über sie wurde im Jahre 1864 bie erste Genfer Konvention geschlossen, bie nach und nach von allen Staaten der Erbe ratifiziert worben ist. Im Lause der Jahre ging man bann dazu über, bie Kriegsregeln überhaupt festzulegen, um Unbeteiligte so wenig wie möglich leiden zu lassen. Es entstand infolgedessen im Jahre 1907 bie Haager L a n b k r i e g s o r d n u n g, bie im ersten Abschnitt bie Vorschriften über die Behandlung ber Kriegsgefangenen enthielt. Daraus ergab sich auch, daß ber Zweck ber Gefangennahme nur ber ist, bie Kriegsgefangenen an der weiteren Teilnahme am Kriege zu verhindern. In diesen Bestimmungen aus bem Jahre 1907 mürbe u. a. festgesetzt, daß bie Kriegsgefangenen keine Strafgefangenen, sondern Staatsgefangene sind, ihre Privateigentum behalten dürfen, auskömmlich unb gesund ernährt und untergebracht werden mußten. Sie durften mit Ausnahme ber Offiziere als Arbeiter verwendet werden unb sollten nach dem Friedensschluß binnen kürzester Frist entlassen werden.
Deuffchland hat im Weltkrieg peinlich darau gesehen, die Bestimmungen ber Haager Lanb friegsorbnung zu achten, aber leiber ist dies au: der anberen Seite nicht ber Fall gewesen. Wir erinnern uns ber furchtbaren Tatsache, daß von Engländern, die heitte Kriegsgefangene fesseln, damals wie in diesem Kriege bei Kreta, auf hilflose Matrosen, bie im Wasser schwammen, geschossen wurde. Die Franzosen haben bie deutschen Kriegsgefangenen mit unzulässiger Härte behandelt, sie in ungesunden Tropengegenden untergebracht unb sie sogar burch Neger körperlich züch- tigen lassen. In Rußland waren die gesundheitlichen Maßnahmen völlig unzureichend, viele Tausende sind beim Bau der Murman-Bahn umge« kommen. Einen völligen Bruch der Bestimmungen bedeutete aber die Tatsache, daß nach Abschluß bes Waffenstillstandes Deutschland seine Kriegsgefangenen am 15. Januar 1919 heimschickte, während die Entente die deutschen Kriegsgefangenen gegen das Völkerrecht in ihrer Gewalt behielt, um ein hartes Druckmittel gegenüber den Mittelmächten in der Hand zu haben. Die Heimsendung begann erst im Jahre 1920. Die letzten Kriegsgefangenen kamen erst Ende Dezember 1922 nach Deutschland zurück.
So hatte sich gezeigt, daß die bis dahin getroffenen Bestimmungen nicht ausreichten, um den Schutz der Kriegsgefangenen sicherzustellen. Unter dem Eindruck der Mißstände des Weltkrieges sind am 27. Juli 1929 neue völkerrechtliche A b - m a ch u n g e n über die Kriegsgefangenen getroffen worden. Das ist das sog. Genfer Abkommen vom Jahre 1929. Nach diesem müssen die Kriegsgefangenen jederzeit mit Menschlichkeit behandelt werden unb gegen Gewalttätigkeiten, Be- letbigungen und öffentliche Neugier geschützt sein. Die Kriegsgefangenen haben Anspruch auf Achtung ihrer Person unb ihrer Ehre. Die Kriegsgefangenen sind verpflichtet, ihren wahren Namen unb Truppenteil anzugeben, es barf aber k e i n Z w a n g aus sie angeroanbt werben, um N a chrichten von ihren zu erhalten. Maßnahmen wie sie die Engländer in Nordaftika getroffen haben, sind also absolut gegen jedes Völkerrecht. Die Kriegsgefangenen müssen in möglichst kurzer Zeit nach Sammefftellen außerhalb des Kampfgebietes gebracht werden. Persönliches auf Befehl eines Offiziers gegen Empsangsbescheini- Eigentum, Personalpapiere unb Ehrenzeichen verbleiben ben Kriegsgefangenen. Geld darf ihnen nur gung abgenomiren werden, außerdem sind bie Kriegführenden verpflichtet, einander jede Gefangennahme mitzuteilen. Das geschieht durch bie Genfer Auskunstsstelle bes Roten Kreuzes, bie sich im ganzen bis jetzt durchaus bewährt hat. Die Kriegsgefangenen haben Portofreiheit und Zollfreiheit für Paketsendungen aus der Heimat.' Besondere Bestimmungen wurden für verwundete Kriegsgefangene erlassen, die in schweren Fällen über neutrale Länder in bie Heimat zurückgeschafft werden.
Deutschland hat stets Wert darauf gelegt, korrekt nach dem Völkerrecht zu handeln. Der totale Krieg Macht das nicht immer leicht, zumal viele der völkerrechtlichen Regelungen auf die Zeit vor dem Weltkriege zurückgehen. Die damaligen Begriffe stimmen heute längst nicht mehr. Sie fußen, wie Professor Dr. Carl Schmitt noch vor kurzem ausgeführt hat, auf liberalen Staats- und Wirt
worden waren. Sie blieben dort verschollen, bis jetzt durch einige, von deutschen Soldaten aufgefundene Spanienkinder etwas Licht in dieses Kin»
Förster Pohl.
Von Alfred Petto.
Revierförster Pohl ging zu Haumeister Philippi und sagte, er solle vorerst ben Wegbau im Frauen- roalb einstellen. Philippi sprach bagegen. in einer Woche, sagte er, fei er ohnehin fertig. Aber dann besann er sich und meinte, die Buche könne er schließlich doch noch fällen, sie sei hinderlich.
Pohl sagte: „Aber ich rate Euch, sie mit bem Wurzelstock umzulegen, anders habt Ihr nachher die Arbeit mit dem Stürzen."
Der Haumeister war es zufrieden.
Den Morgen darauf machte sich der Förster auf feinen üblichen Reviergang. Er öffnete das Tor unb trat auf bie Lanbstraße. Kalter Wind stieß aus bem Wiesengrund, summte unb pfiff in ben Telephondrähten. Den Feldweg herunter kam eine Frau, Philippis Frau. Sie zog ein Handkärrchen hinter sich her, in bem Kärrchen saß ein kleiner Junge, in einen dicken Schal eingemummt, man sah nur die braunglänzenden Augen unb das verfrorene Stupsnäschen. Ein echter Philippi, bachte Pohl bei sich
„Schon so früh auf ben Beinen?" fragte er bie Frau.
Die brachte ihr Kärrchen auf bie Straße, dann hlett sie mne und lächelte scheu.
er Menschlichkeit angewandt wird. Das aber ist gerade ber Kern der deutschen Anschuldigunaen gegen die Engländer, daß sie sowohl gegen die Gebote der Ehre als auch der Menschlichkeit gehandelt haben.
Frau lKoosevett.
Von unserer Berliner Schriftlettung.
Der geschäftige Reklameapparat der Roosevelt§' teilte soeben mit, daß Frau Roos evelt, bie: Gattin des USA.-Präsidenten, eine Einladung bei] Königin von Englanb zum Besuch Englanbs angec nommen habe. Sie werde diese Reise mit praktischen Aufgaben als Expertin für internationale Jugendwohlfahrt verbinden. Frau Roosevelt darf für sich — und ihre Familie — bie Feststellung in Anspruch nehmen, daß sie überaus praktisch, b. h. geschäftstüchtig veranlagt ist. Der USA.-Publizist John Thomas Flynn berichtete sei«
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Peinlich ist dennoch der Hinweis auf ihre Tätig, feit als Jugendwohlfahrts-Expertin. Denn gerade jetzt erfuhr bie Welt von der Auffindung f p a« nifch er Kinder, die seinerzeit von den bolsche« wistischen Horden nach ber Sowjetunion verschleppt ®011 <"


