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Die Verpflichtungsfeier in Gießen

Die Kaufmännische Berufsschule zu Gießen

wuchs der

Für unsere 14jährigen Jungen und Mädel steht morgen ein bedeutsamer Tag bevor. An diesem Sonntag werden sie in der zum erstenmal durch­geführten Feier der Verpflichtung der Ju­gend das Gelöbnis auf den Führer ablegen und damit zugleich ihre Uebernahme In die Hitler- Jugend bzw. den Bund Deutscher Mädel erleben, um hier in die Reihen der jungen Kämpfer des Führers einzutreten. Dieser Tage ist aber nicht nur für die Jungen und Mädel, sondern auch für deren Eltern ein besonders bedeutsamer Tag, der einen Wendepunkt im Leben des Kindes und der Familie darstellt. m

Als feierlicher Auftakt der Derpflichtungsfeier wird am heutigen Samstagabend im Theater der Ilniverfitätsstadt Gießen eine Feftauffuhrung statt­finden, in der das SchauspielDer Reiter" von Zerkauten gegeben wird.

Die Derpflichtungsfeier findet am morgigen Sonn-

Bon der Kaufmännischen Berufsschule zu Gießen wird uns über deren Organisation und Lehrplan folgendes mitgeteilt:

Für die Berufsinformation der Schulentlassenen, die in einen kaufmännischen oder Verwaltungsberuf eintreten wollen, ist es sicherlich von besonderem Interesse, die Organisation und den Ausbau unserer Schule näher kennenzulernen. Allgemein ist die An- sicht noch verbreitet, unsere rund 650 Schüler er­hielten bei uns eine in allen Klassen gleichartige Ausbildung. Dem ist keineswegs so.

Um den beruflichen Ausbildungsinteressen unse­rer Schüler gerecht zu werden, haben wir seit vorigem Jahr Hauptgruppen für Großhandel und Industrie, für Verwaltung und Verkehrsberufe nur für Einzelhandelslehrlinge eingeführt. Von den durchschnittlich acht Klassen eines jeden der drei den Lehrjahren entsprechenden Jahrgänge sind in der Regel drei Klassen für die Lehrlinge des Groß­handels (einschließlich der kaufmännischen Lehrlinge der Fabrikbetriebe), zwei für Verwaltung und Ver­kehr und die drei letzten für Einzelhandelslehrlinge vorgesehen.

Die Lehrlinge des Großhandels und die kaufmän­nischen Jndustrielehrlinge werden als Kontoristen bzw. Kontoristinnen und als Bürohelferinnen aus­gebildet. Ihr kaufmännischer Unterricht erstreckt sich auf Handelskunde, Schriftverkehr, Buchführung, kaufmännisches Rechnen, Kurzschrift und Maschinen­schreiben. Das Unterrichtsziel dieser betriebswirt­schaftlichen Fächergruppe erstrebt die Ausbildung von tüchtigen Korrespondenten mit ausreichenden Rechtskenntnissen für kaufmännische Belange, zuver­lässigen Buchhaltern.und brauchbaren Stenotypisten (100 Silber in Kurzschrift und 150 Anschläge in Maschinenschreiben pro Minute). Der staatsbürger­lichen Erziehung und der Allgemeinbildung dient der Unterricht in Reichskunde, Deutsch und Geo­graphie. Der Unterricht in beiden Fächergruppen wird von hauptamtlichen und zur Zeit teilweise von geeigneten Ersatzlehrkräften erteilt. Am Ende der dreijährigen Lehrzeit bzw. bereits nach zwei­einhalb Jahren können die Schüler die Handlungs­gehilfenprüfung ablegen.

Bei der Gruppe für Einzelhandelslehrlinge sind seit mehreren Jahren für die Lehrjungen seit vorigem Jahr Klassen für den Textilhandel, für Lebens- und Genußmittelhandel und Abteilungen für Leder- und Schuhwaren, Haushaltwaren und Papier- und Bürobedarfswaren eingerichtet wor­den. Die oben angeführte betriebswirtschaftliche Fächergruppe (Handelskunde, Schriftverkehr, Buch­führung, kaufmännisches Rechnen, Kurzschrift und Maschinenschreiben) ist hier für die Erfordernisse des Einzelhandels bemessen. Desgleichen sind auch bei der allgemeinbildenden Fächergruppe ent­sprechende Abänderungen vorgenommen worden. An die Stelle der in beiden Unterrichtsgebieten durchgeführten Kürzungen treten die Spezialfächer des Einzelhandels, nämlich Warenkunde, Verkaufs­kunde und Plakatschrift. Von den in dieser Verufs- gruppe tätigen hauptamtlichen Lehrkräften hat jede dauernd eine Berufsart zu vertreten, um enge Fühlung mit der Praxis zu halten, und die ent­sprechende Fachliteratur und die führenden Fach­zeitschriften zu verfolgen. Der in allen Sparten des fraglichen Geschäftszweigs kundige Verkäufer ist das Ziel der schulischen und praktischen Aus­bildung, die nach drei bzw. zweieinhalb Jahren mit der Gehilfenprüfung abgeschlossen werden kann.

Neu eingeführt wurde im vorigen Jahr eine Gruppe für Verwaltung und Verkehr, die eine Ver­waltungsabteilung für Lehrlinge der Staats- und Gemeindeverwaltung, eine Justizabteilung für Rechtspflegerlehrlinge bei Rechtsanwälten, Notaren,

Dienststellen können am Ende ihrer Ausbildungs­zeit die entsprechende Gehilfenprüfung ablegen, wäh­rend diejenigen der öffentlichen Dienststellen zur an­gegebenen Zeit di« sogenannte Beamtenanfänger- pyüfUng oblegen können.

Unsere Schüler gehören im ganzen unter Einbe­ziehung der nun noch zu erwähnenden Dentisten- fachklasse 14 verschiedenen Berufen an, und jeder Berussangehorrge erhält die seinem Wirkungskreis angemessen« kaufmännische, allgemeine und spezielle Berufsausbildung durch insgesamt 7 hauptamtliche und 14 nebenamtliche Lehrkräfte.

Zum Eintritt in diese Berufe ist die Absolvierung eines 9. und 10. Schuljahres einer Vollschule (Schule mit ötägigem Unterricht pro Woche) nicht erforder­lich. Die Jugendlichen treten normalerweise nach 8jährig»m Schulbesuch in den von ihnen gewünsch­ten Beruf ein; die schulische und praktische Ausbil­dung läuft parallel, ergänzt und befruchtet einander und erreicht, auf diesem Wege am schnellsten und sichersten ihr Ziel. Mit dem 17. Lebensjahr ist der Jugendliche bereits eine volle Arbeitskraft als Hand­lungsgehilfe oder Angestellter und hat schon heute das befriedigend« Gefühl, beim Einsatz aöer Kräfte in der Kriegswirtschaft als werktätiges Glied des Volksganzen mitwirken und mithelfen zu dürfen zur Erreichung des gemeinsam erstrebten Endsieges.

Dr. Wendel, Handels-Studi«ndirektor.

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

A Großen-Linden, 20. April. Hier wurde der Revierförster i. R. Menges, der im Alter von 75 Jahren verstarb, z u Grabe getragen. Das große Trauergefolge zeugte von der allge­meinen Wertschätzung, deren sich der Verstorbene erfreute.

+ Grün.berg, 20. März. Am Donnerstagabend gab das Gießener Stadttheater ein Gast­spiel in der hiesigen Turnhalle. Zur Aufführung

und je eine Abteilung für Post- und Eisenbahnleyr- linge vorsieht. Die kaufmännische Ausbildung dieser Berufsgruppen erstreckt sich auf folgernde Fächer: Wirtschaftskunde, Schriftverkehr, kaufmännische und kameralische Buchführung, kaufmännisches Rechnen, Kurzschrift und Maschineschreiben. Staatsbürgerliche Erziehung und Allgemeinbildung erstrebt der Unter» richt in Reichs künde und Deutsch.

Neben diesen beiden Unterrichtsgebieten gewinnt die spezielle Berufskunde besondere Bedeutung für die- Ausbildung dieser Schülergruppen. Folgende Fächer sind hier besonders heroorzuheben: Für Der- waltungslehrlinge: Verwaltungskünde (Staats- und Verwaltungsrecht, Gemeindeordnung usw.), Verwal­tungsbetrieb stunde, Bürokunde; für Rechtspfleger- lehrlinge: Rechtskunde; für Krankenkassenlehrlinge: Sozial-Versicherungs-Kunde, Verwaltungsbetriebs­kunde, Bürokunde; für Privatversicherungslelhrlinge: Versicherungskunde und Versicherungsrechnen.. Die Postlehrlinge erhalten Unterricht in Postbetriebs­kunde und Pvsterdkunde, während di« Cisenbahn- junghelser in Eisenbahnbetriebskunde und Eisen­bahn Verkehrs künde unterrichtet werden. Der kauf­männische und allgemeinbildende Unterricht in dieser Berufsgimppe wird von hauptamtlichen Lehrkräften unserer Schule erteilt, während die spezielle Be­rufskunde von Praktikern der betreffenden Berufe übernommen wurde. Die Lehrlinge der privaten

Linie die Aufgabe, den alleinstehenden Personen, den Reisenden oder den von auswärts kommenden Besuchern von Verwundeten usw. Gelegenheit zur Einnahme eines Mittagessens oder Abendbrots zu geben. Mit dieser berechtigten Beschränkung ist es nicht zu vereinbaren, wenn ortsansässige Familien, , die ihre Lebensmitteloorräte, beispielsweise Kar­toffeln oder andere Nahrungsmittel, zu Hause nn Keller oder in der Vorratskammer haben, an den Sonntagen ober auch an mehreren Werktagen in der Woche im Gasthaus zum Essen erscheinen und dort die Vorräte verzehren, um ihren eigenen Bestand zu Hause zu strecken. Ebenso unberechtigt ist es, wenn Personen, bereit Verpflegung an anderer Stelle in Gemeinschaftsküchen usw. täglich in ausreichender Menge bereitgehalten wird, dort in jeder Woche öfters mehrere Mahlzeiten nicht em- nehmen, dafür aber in die Gastwirtschaft zum Essen kommen. Daß unter diesen Umständen der Grundsatz der gerechten Zuteilung verletzt wird, sehr zum Leid­wesen der Gaststättenlnhaber, liegt auf der Hand. Daraus ergibt sich die Folgerung, daß alle die­jenigen Volksgenossen, die ihre Lebensmittelvorra e zu Hause haben ober von ihrer zustänblgen Stelle zu empfangen berechtigt sind, auch zu Hause bzw. bei ihrer zustänbigen Stelle die Mahlzeiten em- nehmen sollten, ym den Gaststätten bie Möglichkeit zu lassen, den alleinstehenden Personen ober ben von auswärts kommenben Besuchern die notwen­digen Mahlzeiten bieten zu können. Für unsere Hausfrauen ergibt sich auch auf diesem Gebiete eine Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft, nämlich dazu beizutragen, daß die gerechte Vertei-. lung der Lebensmittelvorräte für jedermann ge­währleistet bleibt, ganz abgesehen davon, daß das Kochen zu Hause auch an den Sonntagen m den meisten Fällen noch die Möglichkeit bietet aus dem Ueberschuh des Sonntags noch eine Mahlzeit für den Montag zu machen. ,

Dies« Schlußfolgerungen drangen sich jedem Gast­stättenbesucher auf, der seine Blicke kritisch durch die Gaststätte schweifen läßt. Man braucht dabei durch­aus nicht kleinlich zu sein und kann ruhig jedem Volksgenossen seine Erholung nach des Alltags schwerer Arbeit mit dem Genuß feines gewohnten Trunks gönnen. Aber auf der anderen Seite darf auch nicht außer acht gelassen werden, daß der Grundsatz des gleichen Rechts für alle heutzutage eine besondere Verpflichtung darstellt, an deren Er­füllung mitzuwirken jedem Volksgenossen eine vor­nehme Aufgabe sein muh, weil sie mit beitragt zu dem vollen Gelingen der kriegsernährungswirtschaft- lichen Pläne, die ein wichtiges Stück zur Erringung des deutschen Sieges sind.

Unter diesem Blickpunkt mögen diese Betrachtun­gen am Gasthaustisch von jedermann ernsthaft über­legt und ihre Nutzanwendung im Dienste der Volks­gemeinschaft gewissenhaft beachtet werden. Dann wird allen in guter Weise gedient fern und per Grundsatz der gerechten Versorgung auch in den klei­nen Dingen des Alltagslebens gewahrt bleiben, d.

OerTag der Wehrmacht".

Am Samstag und Sonntag, 28. und 29. März, wird, wie überall im Reiche, auch in Gießen der Tag der Wehrmacht" zum Besten Dei» Kriegs- Winterhilfswerkes durchgeführt. An der Sammlung beteiligen sich neben den Gefolgschaftsmitgliedern der Wehrmacht die Mitglieder der NSKOV., des NS.-Reichskriegerbundes, des Reichstreubundes, des Deutschen Roten Kreuzes und die Nachrichtenhelfe­rinnen. M , , , , .

In einer vorbereitenden Besprechung bei der Kreisamtsleitung der NSV. wurde der Verlauf dieser zweitägigen Veranstaltung vorläufig in gro­ßen Zügen umrissen. Danach werden alle Volks­genossen wieder Gelegenheit haben, in den Kasernen Besuch zu machen und dort mancherlei Vorführun­gen der Soldaten und des Einsatzes ihrer Waffen zu sehen. Für Kinder und andere Interessenten wird Gelegenheit zum Reiten und Fahren gegeben sein. Um die Mittagsstunde wird den Besuchern die Mög­lichkeit zur Einnahme des Mittagessens aus der Soldatenküche geboten, wobei es Erbsen mit Speck ober Nudeln mit Rindfleisch ohne Abgabe von Fleischmarken geben wirb. Das Essen wirb gegen Abgabe einer Essenmarke verabfolgt, die bei den Amtswaltern der NSV. in den nächsten Tagen im Vorverkauf in beliebiger Stückzahl zu haben ist und je Stück 50 Rpf. kostet. Aber nicht nur in ben Kasernen wirb «man essen können, eine Anzahl Felbküchen wird auch an verschiedenen Stellen der Stadt zur Essenausgabe auffahren, so daß die Hausfrauen in der Nähe ihrer Wohnung den Schlag" aus der Feldküche abholen können..

Zur Eröffnung der Sammelaktion wird am Samstagabend ein Konzert von Wehrmachtsange- hörigen stattfinden, ferner wird der Musikzug der SA.-Stanbarte 116 bie Sammeltage mit seiner guten Musik bereichern. Eine Reihe weiterer Dar­bietungen ist noch in Vorbereitung.

Gerichtsvollziehern und beim Gericht, eine Sozial- Versicherungs-Abteilung für die Lehrlinge der öf- fentlichen Krankenkassen, eine aus schulischen Grün­den hier angeschlossene Abteilung für den Nach­privaten Dersicherungsrmternchmungen Abteilung für Poft- und Eisenbahnlehr­

tag um 11 Uhr in der Aula der Universität statt. An dieser Feierstunde nehmen neben ben zu ver- pflichtenben 14jährigen Jungen unb Mäbel auch Deren Eltern unb bie Lehrer, bie Betriebsführer unb die Lehrmeister aus dem Handwerk teil. Im Mittelpunkt der Feierstunde werben die Ansprachen eines Vertreters bes Kreisleiters, eines Sprechers Der Lehrerschaft unb bes Bannführers stehen. Chor­gesang unb Orchester ber Hitler-Jugend werben bie Ansprachen umrahmen und der Feierstunde noch einen besonderen Gehalt geben. Zu dieser Veran­staltung treten die zu verpflichtenden Jungen unb Mäbel um 10.30 Uhr vor ber Universität an, die­jenigen Jungen unb Mäbel, die an der General­probe noch nicht teilgenommen haben, müssen be­reits um 10.15 Uhr v§r der Universität antreten. Der Chor unb bas Orchester müssen zu einer Schluß- probe um 9.45 Uhr zur Stelle sein.

Verdunkelungszeit:

21. März von 20.36 bis 6.52 Uhr.

22. März von 20.38 bis 6.49 Uhr.

Zur Desinfektion und Wundverforgnng

gebraucht man die seit über 10 Jahren bewährte Sepso» Tinktur, die in allen Apotheken und Drogerien in Fläschchen zu fünfundfünfzig Pfennigen und in Tupf-« röhrchen zu neunundvierzig Pfennigen erhältlich ist. Sie desinfiziert wie Jod-Tinktur und wird genau so an^ gewandt. Sepso-Tinktur findet nicht nur bei Sieb-j Stich», Biß», Schnitt- und Schürfwunden Anwendung^ sondern auch bei Entzündungen in der Mundhöhle undi des Zahnfleisches sowie zur Desinfektion von Pickeln, und Insektenstichen. Infolge ihrer großen Tiefen" Wirkung erweist sie sich ferner bei Prellungen, Quet^ schungen und in allen Fällen, in denen eine gesteigerte Durchblutung des Gewebes erwünscht ist, als sehp brauchbares Behandlungsmittel.

gelangte das dreiaktige SchauspielSfäunget* von Maria Frank. Den Künstlern wurde von den zahl« reichen Besuchern reicher Beifall gespendet. Dieses Gastspiel war die achte Veranstaltung der Kunst« gemeinde Grünberg, vier Veranstaltungen werden in der nächsten Zeit noch folgen.

)( Ruppertsburg, 20. März. Unser ä l - tester Einwohner, der Förster I. Reeg, der lange Jahre in den ForsthäusernPetershainer Hoj" bei Ulrichstein unbKiliansherberae" bei Schotten seines Amtes waltete, vollenbete hier bei seiner Tochter sein 9 2. Lebensjahr. Als echt deutscher Mann nimmt er an dem Geschehen unse­rer Zeit regsten Anteil. Die hiesige Gruppe des Deutschen Roten Kreuzes sammelte in letzter Woche 40 Pfund Speck, Schmalz, Butter und Wurst, die an die Liebesgabensammelstelle in Gie­ßen ab geliefert wurden.

Schweinemarkt in Homberg.

. Homberg, 19. März. Zu dem Schweine­markt waren 49 Ferkel auf getrieben. Di« Preise be­wegten sich zwischen 37 und 48 RM. pro Stück. Bei biefen hohen Preisen war der Hanbel schleppend.

Ein Wetzlarer Ritterkreuzträger.

LPD. Wie gemelbet, ist bem Oberst Karl Rhein bas Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ver­liehen worben. Oberst Karl Rhein würbe am 30. März 1894 als Sostn bes Rentners Karl Rhein in Wetzlar geboren. Nach der Reifeprüfung auf bem Gymnasium in Wetzlar trat er im November 1914 als Kriegsfreiwilliger beim Erf./J.»R. 116 ein. Im September 1915 würbe er zum Leutnant im J.-R. 112 beförbert. Er nahm an den Kämpfen im Westen teil und erwarb das E. K. 1. Im Hun- derttausenb-Mann-Heer stand er von 1921 bis 1934 im J.-R. 14. Im Juni 1940 würbe er zum Kom­mandeur eines Infanterie-Regiments und im Ja­nuar 1942 zum Oberst befördert.

.G. A-Sport.

Fußball-Meisterfchastsspieie.

1900 VfV.R.

Sinn Ehringshausen.

In der Bleidornkaserne stehen sich am kommender? Sonntag zwei alte Rivalen im Lokalkampf gegen­über. Wenn auch 1900 das Vorspiel 3:1 gewinnen konnte, so ist in dem jetzigen Spiel eine Voraussage schwer zu treffen, da die Spielstärke beider Vereine ziemlich gleichwertig erscheint. Ein Sieg oder eine Niederlage der einen oder anderen Mannschaft hat auf die Tabelle keinen großen Einfluß mehr. Schon . aus diesem Grunde erwarten wir einen fairen Kampf, den der Bessere gewinnen soll. Obwohl beide Vereine mit Mannschaftsschwierigkeiten zu kämpfen haben, stehen 'doch noch einige bewährte Kräfte zur Verfügung. Während VfB.-R. die Spie­ler Schlitz, Fleischhauer, Leutheuser unb Bauer zur Verfügung stehen, stützt sich 1900 auf die Spieler Becker, Schuck, Weniger, Kraft I und Carstens« Das Spiel wirb von Miller, Nauborn, geleitet.

Im zweiten Spiel empfängt Sinn den FC. Ehringshausen. Nach den überzeugenden Leistungen der letzten Spiele zu urteilen, sollte Sinn einen glatten Sieg davontragen. Voraussetzung ist jedoch, baß bie Elf vollstänbig zur Stelle ist.

Tschammerpokalspiele in Hessen-Nassau

Die bereits im Januar fällig gewesenen Fuß­ball - Tschammerpokalspiele im Sportgau Hessen- Nassau werben an ben Ostertagen nachgeholt. Es hanbelt sich hier um bie letzte Runbe ber unteren Klassen; bie Mannschaften der Gauklasse greifen am 26. April in bie Kämpfe ein. Der Spielplan sieht u. a. vor:

3. April: LSV. Gießen SV. Ehringshausen. 5. Avril: SV. Watzenborn-Steinberg SV. Naunheim; Gießen 1900 SV. Burgsolms.

Dec feurige Ofen

Boman von Hans von Hülfen

45. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.)

Am nächsten Vormittag fuhren Marion und et nach Breslau. Dos war vorher oerabrebet worben, unb der Trauerfall war kein Grund, den schönen Plan aufzugeben. Abends waren sie, um einen alten Wunsch Marions zu erfüllen, in der Oper, hörten Don Jüan". Am Montag gegen Mittag um die Stunde, ba in Dresben Ulla hinter dem Sarge der alten Hermine herfuhr kehrten sie nach Lappersdorf zurück.

Nach dem Kaffee mußte Fehr ins Nieder-Lap- persdorfer Gutshaus, wo es mit Rittmeister Demblin wegen der Anlage neuer Fischteiche etwas zu besprechen gab der Rittmeister hatte ihn neulich, bei Abbeg, um diesen Besuch gebeten. Der Tag war strahlend, so ging er zu Fuß, Marion begleitete ihn ein Stück, bei ben ersten Häusern des Dorfes trennten sie sich. Fehr sah gerade noch, wie der alte Glumrn-Theo, der vor der Tür seiner Hütte gesessen hatte, eilig ausstand und im Haus verschwand.Ist also wieder zurück aus bem Kran­kenhaus", bachte er.Na, hoffentlich stiftet er nicht neues Unheil? Scheint kein besonders gutes Ge­wissen zu haben, daß er sich bei meinem Anblick Dünne gemacht. Hätten ihn lieber nach Plagwitz schaffen sollen! .Wo die Verrückten sind, ba gehörst Du hinsi" Und er wandte sich noch einmal, um Marion nachzublicken.

Marion ging die Chaussee zurück, über Der, von Der schon tiefen Sonne sorgsam geordnet, bie Schatten Der Bäume tagen; es kam ihr vor, als müßte sie eine unendliche Leiter hinaufklettern. Be- luftigt sah sie, wie vom anderen Ende jemand die Leiter herabkletterte, ihr entgegen; aber ihre Lustigkeit verflog sofort, da sie Abbeg erkannte.

Auch ihn hatte ber strahlenbe Tag verleitet, bas Auto zu verschmähen und sich zu Fuß ein wenig Bewegung zu machen. Er winkte ihr schon von weitem sie hatte ein unbehagliches Gefühl bei Dem Gedanken, daß Fehr diese Begegnung noch sehen formte aber er war wohl schon zwischen den Häusern verschwunben.

Guten Tag, Marion!" sagte Abbeg und zog ihr Hand nach seiner gewalttätigen Art an die Lippen.Welch ein Vergnügen, dich wieder einmal zu treffen! Schön wie ber Aprittag! Auch so wet­te rwenbi sch."

Gar nicht wetterwendisch, Abbeg. Sondern sehr glücklich. Und ich wäre noch glücklicher, wenn Sie sich endlich entschließen wollten, zur ber alten Anrebe zurückzukehren, bei ber wir uns beide viel besser befanden."

Besser? Warum?"

Weil ich kein schlechtes Gewissen zu haben brauchte, unb weil Sie sich nicht lächerlich machen. Denn» nicht wahr, es ist boch ein bißchen lächer­lich, jemanben hartnäckig zu duzen, ber nichts da­von wissen will unb es nicht erroibert?"

Unerwiberte Neigungen sinb nicht lächerlich. Wenn ich bich lieb habe, was geht's bich an?" heißt es im Werther. Unb ich kultiviere mit biesem Du ja nur eine schöne Erinnerung. Ist der Herr Gemahl schon wieder wohl auf?"

Wieso?"

Nun, er schien mir neulich abend nicht recht bei­sammen, als wir mein neues Haus einroeihten; er klagte übers Herz und ging deswegen so früh ..."

Marion wunderte sich im stillen. Davon hatte ihr Fehr gar nichts gesagt. Das Herz? Hatte er mit dem Herzen zu tun und verschwieg er es ihr? Sie mußte ihn gleich nachher fragen,

Aber vielleicht hat er sich nur gelangweilt", fuhr Abbeg fort.Muß ja auch langweilig sein, mit lauter Männern bis in bie Nacht zu sitzen, wenn man zu Haus so eine bilbschöne junge Frau hat. Nehm's ihm gar nicht übel, sondern beneide ihn eher."

Wohin sind Sie unterwegs?"

Unterwegs zu Ihrem Musikfreund, Herrn Fon­tana. Er hat mich auf einen Dämmerschoppen ein- geladen. Und ba er fo aussieht, als ob er einen guten Tropfen trinkt, habe ich unbebenklich ange­nommen. Ein kurioser Mann, finben Sie nicht auch? Ein leidenschaftlicher Enthusiast für eine ge­wisse Marion. Das sollte mir ihn eigentlich un­sympathisch machen. Aber so selbstlos bin ich mal, überzeugen Sie sich selber! Fehr unb Fontana unb: ,ich grolle nicht'. War übrigens ein netter Abenb neulich, ber Herr Baron haben boch etwas versäumt. Ich begleite Sie ein Stückchen, wenn Sie erlauben, ich bin gar nicht eilig ..

Unb er ging neben ihr her, ber ftnfenben Sonne entgegen. Plötzlich sagte er:

Unb Marion wann weihen wir beibe mm bas Haus ein? Ich werbe Tür unb Tor für Sie be­tränken!" Und ba er ein kleines böses Lickt in ihren Augen aufglimmen sah:Das ist boch direkt eine Schicksalsfügung, Marion, baß wir hier so ge­wissermaßen Wanb an Wanb leben! Selbst in Düfselborf haben wir's weiter gueinanber. Man soll ben Schicksalswinken nicht wiberstreben. Wie ist es mit Mittwoch, übermorgen?"

Wo benfen Sie hin, Abbeg!"

Ich benke, Marion, baß übermorgen nachmittag Der Herr Gemahl zu einer Sitzung auf bem Lanb- ratsamt ist. Habe mit eigenen Ohren gehört, wie Herr Ollenbahl bas mit ihm besprochen hat. Ich schicke meinen Diener weg. Sie haben nichts zu be­fürchten, wenn Sie burch ben Garten kommen, sieht Sie keine Menschenseeleunb wir sinb ganz un­gestört. Muß ich .Bitte, bitte* machen, Marion?"

Auch bas nützt Ihnen nichts! Nochmals wo denken Sie hin? Wie können Sie das von mir ver­langen oder auch nur erwarten, daß ich heimlich zu Ihnen in die Wohnung komme wie ein kleines Mädchen auf Liebeswegen/' Sie versuchte zu lachen, aber es wurde nur ein künstliches, ein Theaterlachen daraus. Abbeg fühlte es sehr genau.

Sitte feljr, lachte en ,Hch komme ebenso gern

zu Ihnen, wenn Ihnen das passender erscheint. Aber so oder so Marion, einmal muß unser? Pakt erfüllt werden!"

Ich weiß von keinem Pakt!"

Doch, Marion, Sie kennen ihn ganz genaifc Wir haben ihn in Dresden stillschweigend abge* schlossen. Und Sie müssen mir zugeben, daß ich ihn bis heute treu erfüllt habe, während Sie selber ... wie nennt man das ... ein säumiger Schuldner sinb. Also", sagte er, tnbem er plötzlich stehen­blieb und ihr die Hand hinstreckte, um sich zu ver­abschieden:Ich erwarte Sie am Mittwoch um vier Uhr zum Tee. Fragen Sie Ihre Vernunft, ob es klug ist, diese freundliche Einladung auszu­schlagen. Wiedersehn, Marion!"

Unb er lüftete Den Hut und machte kehrt unü ging davon.

Marion hatte große Mühe, sich zu beherrschen, als sie ein paar Stunden später ihrem Manne am Abendbrottisch gegenübersaß. Abbegs Ueberfatt war ihr in die Glieder gefahren, wie ein gellendes Alarmsignal den Schlummernden aufschreckt. Sie hatte immer noch gehofft, er würde sich beruhigen und zufriedengeben, nacktem sie ihm in der Stadt so deutlich ihre Meinung kundgetan ... Aber er war ja nicht der Mann, eine einmal errungene Po­sition freiwillig ober gar aus Rücksicht auf einen anderen einzuräumen ... Was sollte nun werben?

Der alte Fabian kam herein unb melbete:Herr Baron werben am Fernsprecher verlangt. Vom Tele­graphenamt."

Fehr legte die Serviette beiseite und ging ins Herrenzimmer hinüber. Es dauerte nur wenige Minuten, bis er roieberfam, einen kleinen Zettel zwischen den F'Ngern.

Für dich, Marion", sagte er und hatte Dabei ein Lachen in den Augen:Ein Telegramm für bich ... ein kostbares Telegramm ... gewissermaßen ein Siegesbulletin! Wir werben Viktoria schießen lassen... Was kriege ich, wenn ich dir's vorlefe?" ,

.(Fortsetzung folgt.)