Ausgabe 
19.12.1942
 
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m. 299 Zweiter Blati

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

19./2V. Dezember 1942

Kostbar sind heul Strom und Gas. liebe Hausfrau, merk dir das!

Aus der Stad« Gießen.

Weihnachtliches Singen und Klingen

Für urrfere Jugend sollen diese Wochen um ffieih- Ä" Krieg und Sorgen ihren Hellen ®lan\ blatte"- Wenn auch der Krieg aus manches zu oer- zichten zwang, wollen wir desto stärker in unserer veele nach den Kräften suchen, die dein Weihnacht; fest den festlichen Rahmen geben, der feit jeher wr reichen Weihnacht gehört. Gewiß, die Tage find für dre meisten von uns voller Unruhe und Hast. Aber in stillen abendlichen Dämmerstunden wartet

B-smnen auf uns und die Einkehr bei uns ,eAt. Dann wird die deutsche Mutter auch heutt noch,< es seit t-her di- Ahnen vor ihr taten. ,1,rxnm^T tHefe'ben weihnachtlichen Märchen und Geschichten erzählen, die sie einst von der Mrit- ter und Großmutter horte. Dann werden di- gr°. ßeren Kinder dazu weihnachtlich musi,fieren oder uns ein Lied singen, das um das Wunder der Weib- nacht weiß. Und die Kleinsten werden von dem vlaudern, was der Kindergarten, dieser treue Heller der deutschen Mutter, ihnen an weihnachtlichem Er- leven brachte.

Wir sind ja so reich. Denkt nur einmal, wieviel uns blteb, um uns unsere Tage im Leben mit den Kindern weihnachtlich-froh zu machend Es blieb das Grün der Tanne, und fei es nur ein kleiner Zweig,

der m der Dorweihnachtszeit festlich durchs Zimmer duftet. Ein Zweig, in dem vielleicht ein kleines Lichtlein brennt oder auch nur ein kleines silbernes Fädchen blinkt. Es blieben all die kleinen Derslein vorn Ruprecht und dem Weihnachtsmann, dem guten Alten aus dem Winterwald, den sie rufen wällen! Es blieben die kleinen, lustigen Rätsel: von der Schneeflocke, die im Tannenbaum von der Sonne verzehrt wird, vom Eiszapfen, der wie ein gläserner Hammer hinter dem Haus hängt, von den Blumen aus Eis, die im Winter vor dem Fenster blühen und all die vielen, vielen anderen!

Es blieben uns unsere Lieder zur Weihnacht! Klingen sie uns nicht in dieser Zeit doppelt ver­traut? Don der Frau Holle singen sie, die den Schnee aus den Wolken schüttelt. Und die in golde­ner Wiege die Kindlein hütet, welche im kommenden Jahr unserem Volke geboren werden sollen! All die kleinen Wiegenliedchen zur Weihnachtszeit klin­gen ihr und ihren Seelchen. Sie erzählen uns von der holden Frau, die in ihrem Wundergarten die Kindlein wiegt, wie der Wind, der in der Weih­nachtszeit durch die kahlen Zweige geht, leise die Knospen wiegt, in denen junges Leben schlummert; wie die deutsche Mutter ihr Klndlein auf dem Arme wiegt, auch in schwerer Zeit.

Lied und Spiel und Spruch und das Grün der Tanne! Und dazu kommen noch unsere schönen deutschen Volksmärchen! Wann könnten sie uns besser ihre Geheimnisse verraten als in diesen Tagen, da alle Herzen so weit der Freude und der frohen Erwartung geöffnet sind?

So ist die Freude dieser Zeit reich und ohne Ende. Ueberall wo deutsche Jugend ist in der Familie, in Hermen und Kindergärten singt und klingt es von dem uralten ewigen Wunder der deutschen Weihnacht. Und ein Schein dieser Freude wird auch in diesem Jahre hinanswandern bis in die fernsten Fernen, wo deutsche Soldaten Kriegsweibnacht feiern. So dankt die Heimat denen, die ihr Leben einseben, um uns dieses Glück der Weihnachtsfreude zu erhalten. Dr. Hertha Ohling.

Drei Fliege« mit einer Klappe!

Die Weihnachtsspielzeugaktion der Hiller-Jugend.

NSG. Das Wettrüsten der Hitler-Jugend, gekrönt durch die Weihnachtsmärkte am 19. und 20. Dezem­ber, erfüllt dreifach seinen Zweck:

Es ruft strahlende Kinderaugen unter dem Weih­nachtsbaum hervor, wenn das Pferdchen ober der Hampelmann, den die Eltern auf dem Weihnachts­markt kaufen konnten, auf dem Gabentisch entdeckt wird.

Es bewirkt Freude bei den durch das Winter­hilfswerk betreuten Familien, denen die Hitler- Jugend gemeinsam mit den NSV.-Amtswaltern mit ihrem Spielzeug eine Weihnachtsgabe darbrin­gen wird.

Es bringt volle, rote Sammelbüchsen, o.e den Erlös der Weihnachtsmärkte bergen und dazu hel­fen werden, im kommenden Jahr wieder möglichst viele Volksgenossen in den Genuß nationalsozia­listischer Betreuungsarbeit kommen zu lassen.

Diesen dreifach guten Zweck erfüllt zu wissen, gereicht den fleißigen Pimpfen, Hitlerjungen und Mädeln zu besonderem Stolz, um so mehr, als sie gleichzeitig der Elternschaft einen kleinen Dank für ihre verständnisvolle Mitarbeit am Erziehungswerk der Hitler-Jugend abstatten konnten.

Stimmt die Kaffe heute abend wirklich?

NSG. Wärme ist eineunbezahlbare" Ware. Mit her einmal zugeteilten Kohlenmenge muß jeder aus­kommen. Nachbestellungen wie im Frieden gibt es nicht, lieber vieles führen wir Buch, nur ni^t über den Verbleib der Wärme. Darum muffen auch kleine und kleinste Unternehmen anfangen, den Verbrauch an Kohle, Gas und Elektrizität buchmäßig zu er­fassen und zu kontrollieren. Auch der Kleinbetrieb muß die Gerundregeln des Heizens und Feuerns, der Verwertung von Gas und Elektrizität kennen- Zentnerweise läßt sich durch tägliche Kontrolle Kohl- sparen. Nur darf man nicht denTagesabschluß auf die Registrierkasse beschränken, man muß noch­mals ein Brennst.ffkonto führen, um genau festzustellen, wie weit man mit der Kohle kommt Kohle gehört heute insHauptbuch'. Die Serqleute tun ihr Aeußerstes. Tue auch du deine Pflicht. Spare Kohle, und du hilfst siegen!

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** 3um VortragDer Mitt-lm-°r- aum in der W e l t g e s ch i-h te . den der Sie ^-ner Vvrtragsrinq am kommenden Montag bring-, -o-rd uns noch geschrieben: Der Redner des Aben , Er. Fick-ter (Münchens, ist nicht nur ew @«o- ,raph von Ruf, er ist auch durch eine wehrgeagra ohischen Vorträge vor Truppenteilen undim euro- bälschen Ausland weiten Kreisen bekanntgewordew $r wird in seinem Vortrag gerade auch aber die «euesten Ereignisse im Mittelmeerraum nach grw 4-n Gesichtspunkten berichten und die Er°lgmff ch ihren weltpolitischen Zulam-n-nhangen betrach-e l« daß jeder Besucher vo» diesem Vortrag besrieing iach Hause gehen wird.

Aus den Spuren des Weihnachtsmannes 1942.

Der vierte. Kriegswinter hat auch den Weihnachtsmann auf neue Wege verwiesen. ' Dabei ist der gern gesehene Freund der Klei­nen und Großen Helfern begegnet, die ihm früher noch niemals zur Seite gestanden hatten.^Doß er in diesen neuen Helfern wert­volle Stützen für seine Obliegenheiten als Freudenbringer für klein und groß gefunden hat, davon mögen diese Zeilen künden.

Jugend erfreut die Jugend. Unter diesem Motto haben sich in diesem Jahre zum ersten Male unsere Jungens und Mädels der Hitler-Jugend in die Ge­folgschaft des Weihnachtsmannes begeben. Mit bei­spiellosem Eifer und außerordentlicher Liebe zur Sache haben sie sich ihrer Weihnachtsmann-Helfer- pflicht entledigt. Wer in den letzten Tagen den Spiel­warenverkauf der Hitler-Jugend im Seltersweg sucht nur von außen beobachtet, sondern auch am Ladentisch als Käufer besucht und dabei Umschau unter den Spielsachen gehalten hat, der wird zu­geben, daß unsere Jungens und Mädels bei der Herstellung der vielerlei Dinge erstaunliche Talente entwickelt haben. Was gab es doch da alles zu kaufen! Jedes Kinderherz mußte höher schlagen beim Anblick dieser schönen Sachen. Und sicherlich nicht wenige Buben und Mädels werden beim Basteln dieser Herrlichkeiten in kindlicher Freude denn sie sind ja alle meist in dem Alter, in dem noch viel Vergnügen an Spielsachen lebendig ist warm geworden sein und froh-leuchtende Augen bekommen haben. Da wurden aus unzähligen Kinderstuben und Spielecken in Hunderten von Wohnungen alle möglichen Dinge zu den Bastelabenden zusammen- getragen. Und aus den Tausenden von Einzelstücken wurden von den geschickten Händen der Jungen und Mädel neue Sachen zusammengefügt, die nun, wenn der Weihnachtsmann mit seinem großen Gabensack in die Häuser kommt, unzähligen anderen Kindern das Herz vor Freude rascher schlagen lassen werden. Daß unsere Jungens und Mädels der Hitler-Jugend bei ihrem anerkennenswerten Einsatz auf diesem Gebiete aber auch ihr Derkaufstalent zum Nutzen hes_ Kriegs-Winterhilfswerkes gut zu entwickeln verstehen, konnte man in dem Verkaufsladen im Seltersweg beobachten. Unermüdlich waren sie den Käuferinnen und Käufern bei der Auswahl aus dem umfangreichen Vorrat behilflich, mancher gute Rat wurde gegeben, und die in rechter Weise zur Geltung gebrachten Sachen fanden Anklang und tra­ten die Wanderschaft von dem Verkaufsraum zu dem Hause an, in dem sie beim Besuch des Weihnachts­mannes zur Freude der Kleinen unter dem lichter- aefchmückten Weihnachtsbaume auftauchen werden. Mit dieser Aktion der Hitler-Jugend wurden mehrere Fliegen mit einer Kloppe geschlagen: den Kleinen wurde Weihnachtsfreude bereitet und mit dem Er­lös aus dem Verkauf der NSV. ein sehr wertvoller Beitrag geleistet. Fürwahr, d'ese Helfer des Weih­nachtsmannes 1942 haben sich sehr gut bewährt.

Aber nicht allein auf diesem Wege sind sie ihrer Aufgabe gerecht geworden. Auch im Rahmen des Schulbetriebs haben sie sich als gute Mitarbeiter erwiesen. Beweis dafür ist d'e Aktion unserer Ober­schule für Mädchen. Auch hier ist von der Jugend für die Jugend Vortreffliches an Spielsachen ge- leistet worden. Welche Freude roerhon nun hie Kleinen empfinden, wenn sie in den NSV.-Kindergärten, denen diefe schönen Dinge zugeführt werden, ihren kindlichen Zeitvertreib damit haben werden! Die Freude des guten Schenkens wird auch hier der schönste Lohn für die Mädels fein, die den Kleinen diese herrlichen Weihnachtsgaben geschaffen haben.

*

Daß ernste Männer in den Wochen vor Weih­nachten zu Hause dies oder jenes für ihre Kinder basteln, ist nichts neues. Daß aber die Polizei in ihrer Gemeinschaft gewissermaßen in erweiterter Er­füllung ihres Dienstes für die Volksgesamtheit in die Reihen der Bastler und Spielsachenhersteller geht und damit Gefolgschaft des Weihnachtsmannes wird, haben wir jetzt im vierten Krieqswinter erstmalig erlebt. Unsere Polizeibeamten haben sich für die Erfüllung dieser Aufgabe mit aller Großzügigkeit eingesetzt. Aus einer namhaften Geldsvende, die sie unter sich aufbrachten, wurde das Material zur Herstellung her Spielwaren gekauft. Von Hand­werksmeistern wurden fehlende Handwerksgeräte bereitwillig zur Verfügung gestellt. Dor allem aber konnten sich unsere Polizei-Bastler die Werkstatt der städtischen gewerblichen Berufsschule mit ihren vielfältigen Werkzeugmaschinen nuhbar machen. Und da wurde denn mehrmals in der Woche je mehrere

Stunden lang nach Schluß der Dienstzeit außer­ordentlich fleißig gearbeitet, lieber mehrere Monate hin wurde das Holz maßgerecht geschnitten, gesägt, gehobelt, gedreht, geraspelt und schließlich die Stucke zusammengefügt, genagelt ober geleimt, dann mit Farbe und Firnis schön zurechtgemacht, so daß schließlich ein Spielwarenlager vielfältigster Art entstand, in dem nicht nur Sachen nach altbekanntem Muster, sondern auch Schöpfungen nach eigenen Ideen und zum Teil nach originellen Einfällen der Phantasie enthalten waren. Auch hier traten oft bis dahin völlig unbekannte handwerkskünstlerische Ta­lente in Erscheinung, die ausgiebig Gelegenheit hatten, ihrem Ideenreichtum und ihrer handwerk­lichen Fertigkeit weitesten Spielraum zu lassen. Auf diesem früher völlig unzeitgemäßen Wege kam denn auch der Weihnachtsmann zu einem Reichtum an Spielsachen für die Kleinen, den anfangs niemand für möglich gehalten hätte. Wer im Verlaufe der Woche in der Spielsachen-Ausstellung unserer Poli­zei in der Aula des Gymnasiums Gelegenheit hatte, unsere Kleinen zu beobachten, der konnte immer wieder die Feststellung machen, daß die kleinen Trabanten diese schönen Sachen am liebsten alle­samt gleich mit fortgeschleppt hätten. Damit wäre jedoch der Weihnachtsmann nicht einverstanden ge­wesen, und so mußten denn die Herrlichkeiten noch bis zum morgigen Sonntag an Ort und Stelle ver­bleiben, bis der Weihnachtsmann selbst sich mit ihnen beladen wird, um damit die mit tausend Sehn­süchten erfüllten kleinen Buben und Mädels an Weihnachten zu erfreuen. Wenn dann die Kinder jauchzen, strahlende Kinderaugen die Großen be­glückt anschauen und Freude und Jubel der Kleinen so gewaltig sind, daß sie am Abend durchaus feine Eile mit dem Schlafengehen habey, und wenn dann der kleine Bub oder das niedliche Mädel nur dann ins Heiabett zu bringen ist, wenn wenigstens eines der schönen Dinge vom Weihnachtsmann mitgehen darf, bann können auch bie Männer unserer Gie­ßener Polizei bie stolze Genugtuung empfinden, daß sie nicht nur unsere vielfach bewahrten Hüter der öffentlichen Ordnung, sondern auch warmherzige Freudebringer für die Kleinen unserer Volksgemein­schaft sind. Und der Weihnachtsmann wird auch mit ihnen als gute Helfer an dem schönen Werk zufrieden sein.

Im übrigen hat sich der Weihnachtsmann in die­sem vierten Kriegswinter weitgehendspezialisiert". Mit besonderer Vorliebe trat er auf denpcknkte- freien" Gebieten in Erscheinung. Das ist ja auch verständlich, wenn man bedenkt, baß bie Punkte ein sehr kostbarer Artikel finb, mit bem recht haus­hälterisch umgegangen werben muß. Dagegen konn­ten beispielsweise in Glas-, Porzellan- unb Stein­gutsachen schon eher etliche Sprünge gemacht wer­ben. Unb so sah man benn in biefen Geschäften viel­fach einen sehr lebhaften Käuferbetrieb. Uferlos einkaufen konnte natürlich auch hier kein Mensch, benn schließlich mußte ja mit den Vorräten mög­lichst vielen Volksgenossen ein Weihnachtswunsch er­füllt werden. Dennoch war es möglich, aus diesen Quellen manchs Freude zu spenden, die das vierte Kriegsweihnachtsfest zahlreicher Familien bereichern wird.

Für die geistigen Bedürfnisse konnte der Buch­handel erfreulicherweise weitgehend Befriedigung bieten. Die Nachfrage nach Literatur aller Art war außerordentlich rege; sie erstreckte sich etwa in glei­chem Maße auf Kriegsbücher, wissenschaftliche und unterhaltende Werke, namentlich auch auf Bücher für Kinder, Mädchen und Frauen. Im Rahmen der triegebebingten Möglichkeiten war ber Buchhanbel bestrebt, allen Wünschen gerecht zu werden, unb man darf heute rückschauenb feststellen, daß biefer Dienst am Kunben weitgehend von Erfolg begleitet war. So wird also auch das gute deutsche Buch seinen gebührenden Platz unter dem Weihnachts­baum einnehmen und zur geistigen Erquickung vieler Volksgenossen beitragen.

Wenn auch im vierten Kriegswinter der Gaben­tisch im allgemeinen nicht d i e Fülle von Geschen­ken aufweisen wird, die viele in Friedenszeiten und auch noch in den ersten Kriegsjahren als eine Selbst­verständlichkeit angesehen haben ein Wandel der Dinge, ber uns natürlich in keiner Weife an ber restlosen und tatbereiten Erfüllung unserer natio­nalen Aufgaben und Verpflichtungen im Kampfe für den deutschen Sieg behindert, so sind wir den­noch zufrieden mit dem, was der Weihnachtsmann 1942 uns jetzt auf den Gabentisch legen wird. B.

EinIahrGozial-GewerksürHandwerker

-es Kreises Gießen.

Es ist jeßt über ein Jahr her, daß in Gießen das S o z i a l - G e w e r k für Handwerker des Kreises G.i e ß e n e. G. m. b. H. gegründet wurde. Nach einer Anlaufzeit von zwölf Monaten kann nun erstmalig auf Grund der monatlichen Mitglie­derzahlungen die in der außerordentlichen General­versammlung von 5. 12. 1941 beschlossene Maß­nahme IZusätzliches Urlaubsgeld" zur Auszah­lung gelangen. Wenn es auch im Kriege, wie es an sich geplant ist, nicht möglich ist, den anspruchsbe- rechtigten Meistern, Gesellen und Lehrlingen eine Urlaubsreife nach ihrer Wahl über die NSG. Kraft durch Freude" vom Sozial-Gewerk zur Ver­fügung zu stellen, so dürfte doch bie Auszahlung des Betrages von 25 RM. zu Weihnachten von allen Beteiligten freubiq begrüßt werben. Die Ueber» reichung derzusätzlichen Urlaubsgelber" an die Betriebsangehörigen soll in Form einer kleinen Betriebsfeier durch den Betriebsführer erfolgen, ber dabei auf die Bedeutung des Sozial-Gewerks Hin­weisen soll. Wenn es sich auch in diesem Jahre, im Ganzen gesehen, noch um keine große Summe handelt, die für die Maßnahme I zur Auszahlung kommt, fo steht doch durch den in letzter Zeit er­folgten Beitritt von weiteren Betrieben fest, daß allein für daszusätzliche ftrlaubsgeld" bei ber nächsten Auszahlung bereits eine fünfstellige Zahl benötigt wird.

Aber auch bie Maßnahme IIUeberbetriebliche Betriebskasse", bie in ber ao. Generalversammlung vom Dezember 1941 ebenfalls beschlossen wurde, konnte sich schon in diesem Jahr sehr seaensreich für die dem Sozial-Gewerk angehörigen Betriebs­führer und Gefolgschaftsmitglieder auswirken. Es konnten Betriebsangehörige, die durch schwere Erkrankungen längere Zeit berufsunfähig waren und Verbienftaiisfall hatten, durch gelbliche Zuwen­

dungen unterstützt werben. Wenn auch in triefen Füllen bie Beträge, bie bewilligt werden kannten, noch nicht sehr hoch waren, fo nimmt die Gewerk­leitung doch an, daß durch den einfetzenden Mitglie­derzuwachs im nächsten Jahr bie Summen für diese Zwecke noch erhöht werden können. Es muß hierbei erwähnt werden, daß innerhalb der Maßnahme II Ueberbetriebliche Betriebskaffe" bie hierfür einge­zahlten Beträge wie folgt verwandt werden sollen: 1. Unterstützung bedürftiger Meister, Gesellen und Lehrlinge in besonderen Not- und Krankheitsfällen: 2. Beihilfe bei Eheschließung unb bei Geburten: 3. Uniformbeschaffung der Kinber bedürftiger Gesellen bei Eintritt in die Jugendorganisation der NSDAP.; 4. Beihilfe zur Berufsförderung usw..

Außer diesen beiden sog. Pflichtmaßnahmen sind noch die weiteren freiwilligen Maßnahmen vorge­sehen: III.Betriebsverpflegung", IV.Betriebs­sport", V.Soziale Betriebsarbeiterin", VI.Ge­sundheitsdienst ärztliche Betreuung", VILSo­zialer Wohnungsbau", VIII.Betriebliches Vor­schlagswesen". Die Teilnahme an den freiwilligen Maßnahmen III bis VIII richtet sich nach her Art des Betriebes, nach feiner Gefolgfchaftsstarke unb vor allem nach den wirtschaftlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten der einzelnen Betriebe.

Aus allen biefen Maßnahmen, bie einaeführt unb vorgesehen finb, rft zu ersehen, daß sie nur bem Handwerk förderlich sind und im Sinne einer nationalsozialistischen Betriebsorgamsation zur Lei­stungssteigerung, Sicherung und Erhaltung d*r Ar­beitskraft dienen. Dor allen Dingen tragen die im Sozial-Gewerk verankerten Maßnahmen dazu bei, daß die Gefolgschaftsmitglieder nicht zur Jndusttie abwandem, sondern als gute Arbeitskräfte dem Handwerk erhalten bleiben. Für die Mitglieder des Sozial-Gewerk- werden sich die Leistungen noch

insoweit auswirken, daß, wenn Arbeitskräfte£ das Handwerk frei gemacht werden, diese in erster Linie den im Sozial-Gewerk vereinigten Betrieben zugute kommen.

Es dürste an dieser Steile interessieren, zu höreih daß bie Reichsbienststelle ,Las Deutsche Handwerk^ in der DAF. bei dem Generalbevollmächtigen fütf den Arbeitseinsatz, Gauleiter Sauckel, 180 000 handq merkliche Ostarbeiter angefo'rbert hat. Die AktioH wird über dieR ei chsge mein schäft der Sozial« Gewerke deutscher Handwerker e. D." nur für dich in den Sozial-Gewerken zusammengeschlossenen Be- triebe durchgeführt. Eine Zuweisung von Hand« merklichen Arbeitern aus dem Osten dürfte auch im Kreise Gießen bei bem einen ober anderen Hand« Werksbetrieb eine Entlastung bebeitien.

Es ist aus alledem zu ersehen, daß von den So» zial-Gewerken und den maßgebenden Stellen für bie Sozial-Gewerke alles getan wirb, bamit ba£ Hanbwerk sich im 5rieben wie im Kriege bewährt unb in sozialer Hinsicht in vorderster Linie mitt marschiert. Es ergeht nun an die Handwerksmeister^ die noch außerhalb des Sozial-Gewerks stehen, der Ruf, sich einzureihen und mitzumarschieren, damit das Sozial-Gewerk des Kreises Gießen im zweiten Jahre feine Leistungen steigern und im Sinns nationalsozialistischer Betriebs- unb Volks gemein, schäft wirken kann. Nähere Auskünfte unb Anmel« bung zUm Sozial-Gewerk für Handwerker des Kreiq fes Gießen e. G. m. b. H. beim Kreishandwerks, meister Pg. E. Hartmann (Gewerkeleiter) und Bant., bevollmächtigten Pg. W. Müller (Gewerkevorsteher), Gießen, Goethestraße 7. W. M.

Gießener Dochenmarktprelse.

* Gießen, 19. Dez. Aus dem heutigen Wochen«, markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 9 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 53, Wirsing, VA kg 10, Weißkraut 7, Rotkraut 10, rote Rüben 8, Unterkohlradi 8, Grünkohl 6 biq 10, Rosenkohl 36, Lauch 15, Sellerie 16, Feldsalat» /io 6 Rpf.

Verbunkelungszett:

19. Dezember von 17.09 dis 8.00 Uhr.

20. Dezember von 17.09 bis 8.00 Uhr.

*

** Silberne Hochzeit. Polizeihauptwacht» meister Karl Heinrich Becker unb Frau Emma, geb. Reuter, Schulstraße 3 wohnhaft, sowie Reichst bahnzugführer Wilhelm Becker unb Frau Emma, geb. Nitzsche, Frankfurter Straße 43 wohnhaft, fön« neu am 22. Dezember das Fest ber silbernen Hoch­zeit begehen. Beiden Jubelpaaren bringen auch wie unsere herzlichen Glückwünsche dar.

**BoxturnierzumBestendesKriegs« W H W. Die Motorgefolgschaft 1/116 Gießen veran« stattet am morgigen Sonntagvormittag um 11 Uhr am Theater ein Boxturnier, mit dessen SamrNel- erlös dem Kriegs-Winterhilfswerk geholfen werden soll. Zu dieser Veranstaltung sucht die Motor-Ge- folgschoft geeignete Gegner im Gewicht von 60 bis 80 Kilogramm, bie sich zu Beginn bes Boxens an Ort unb Stelle melben mögen.

** Ein Verkehrsunfall, der zum Glück noch glimpflich verlief, ereignete sich am gestrigen Freitag gegen 20 Uhr auf ber Bahnüberführung in der Frankfurter Straße. Dort war ein von Klein- Linden kommender Obus infolge einer kurzen Stö­rung an der Stroinzuführungslettung auf dem Bahnübergang stehen geb lieb en, als ein von Fulda kommender Personenzug herannahte und wegen des stilliegenden Obus der Schrankenwärter die Schranks nicht hatte schließen können. Im letzten Moment ge­lang es dem tatkräftigen Eingreifen des Schran­kenwärters, den her an rollend en Zug durch Licht- fignal noch zum Hatten zu bringen, jedoch war es nicht mehr möglich, einen Zusammenprall zwischen dem Zug und dem Obus ganz zu vermeiden. Die Lokomotive faßte den Obus am Vorderbau, wobei der Obus einige Beschädigungen erlitt und zwei Frauen leichte Verletzungen daoontrugen. Glück« licherweise entstanden aber keine weiteren Folgen ber Karambolage.

Kreis Wetzlar.

* Vetzberg, 19. Dez. Am morgigen Sonntag 20. Dezember, kann Fron Mwe. Karoline Walter» geb. Krombach, Haus Nr. 17 (Stammhaus) wohn­haft, in aller Frische ihren 7 0. Geburtstag be­gehen. Sechs Kinber unb 16 Enkelkinber sind die Freude der Jubilarin an ihrem Lebensabend. Frau Walter ist Trägerin des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter. Auch wir bringen der Jubilarin unser« herzlichen Wünsche zum 70. Geburtstage und füg einen schönen Lebensabend bar.

Handball-Dorschau.

kreisklasse.

Luftwaffe Gießen II Holzheim.

Holzheim hat in ber letzten Zeit an Spielstärkß gewonnen. Um ihre weitere Anwartschaft auf di- Meisterschaft ber Kreisklasse aufrechtzuerhalten, bürfen die Gießener den Gegner keinesfalls unter« schätzen. Der Vorteil des eigenen Platzes ist elN Plus, weshalb man auch einen knappen Sieg bei Gastgeber erwartet.

HI.-Klasie.

Mtv. Gießen 1 Grüningen.

Zu einer spannenden Begegnung wird es aitf dem Mtv.-Platz kommen, da für beide Mannschaften viel von dem Ausgang bes Treffens ab hängt. Grü« ningen kann nur bei einem Siege noch in bie wei­tere Entscheidung um bie Bannmeisterfchaft kom­men. Für bie Gießener bagegen gilt es, ihre Posi^ tion zu festigen; sie müssen eine weit bessere Leistung als am letzten Sonntag zeigen, wollen sie über di? Gäste die Oberhand behalten.

Mtv. Gießen 2 Lang-Göns.

Lang-Gons hat bas Bestreben, einen besseren Tabellenplatz zu erringen. Diesem Vorhaben können fie' am fommenben Sonntag einen Schritt näher« kommen. Bei aller Anstrengung der Platzbesitzeö werben sie, wie im Vorspiel, ben Gästen einen klaren Sieg überlassen müssen.

DI.-Slasse.

Klein-Linden Örüningen. Lang-Göns Mtv. Gießen 1.

Allendorf a. d. Lda.x!Dl t v. Gießen 2« Holzheim Watzenborn.

FC. Teutonia-Wahenborn-Gteinberg

J(LTeutonia" Dahenborn-Steinberg.

Den verbandspielfreien morgigen Sonntag 6ei nutzen die 1. und 2. Jugend von Watzenborn-Stein­berg zu Freundschaftsspielen. Gegner sind die Ju­gendmannschaften von Großen-Buseck. DieTeuto« nen" waren in letzter Zeit etwas aus dem Tritt gekommen, doch scheint, nach dem letzten Spiel ick Lich zu urteilen, wieder etwas mehr Schwung die Mannschaft gekommen fox sein.