Ausgabe 
19.12.1942
 
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griffsoperattonen gegen Stalingrad die Rolle von Sperrriegeln gegen sowjetische Entlastungsvorstöße gespielt hatten. Unter starker Massierung von Ar­tillerie und Panzern haben die Sowjets versucht, diese Flankenstellungen einzudrücken, um einmal als Nahziel Stalingrad und den Wolgastrom, den wichtigsten Verkehrsweg für das ihnen verbliebene Gebiet, vom würgenden deutschen Griff zu befreien, aber weiter als Fernziel durch Vorstotz zum unte­ren Don den im Kaukasus kämpfenden deutschen Ar­meen in den Rücken zu kommen, Deutsche, italie­nische, rumänische, ungarische, slowakische und kroa­tische Truppen haben hier, in treuer Waffenbrüder» schaff vereint, in zähem, erbittertem Ringen die Sowjets daran gehindert, ihre operativen Ziele zu erreichen, ja wie der gestrige Wehrmachtbericht melden konnte, ist es nach Wochen härtesten Kamp­fes deutschen Divisionen gelungen, zwischen Wolga und Don aus der Abwehr zum Angriff überzugehen und nach Durchbrechen starker feindlicher Höhen­stellungen Raum zu gewinnen. Wir dürfen hoffen, daß sich damit im Raum von Stalingrad eine für uns günstige entscheidende Wende anbahnt.

Weiter nach Norden verl'äust die deutsche Front seit dem Spätsommer zum Teil auch schon früher rückwärtsgestaffelt über Woronesch, Drei, Wjasma, Rschew, Toropez zum Südufer des Ilmensees und weiter am Wolchow entlang zur Einschliehungs- front von Leningrad südlich des Ladogasees. Hier an dem mittleren Abschnitt haben der Verlauf der Kämpfe des vergangenen Winters wie die Gestalt des Geländes die Front in die Formen zweier rech­ter Winkel gepreßt, deren Scheitelpunkte Rschew und Toropez find und deren äußere Schenkel aus der Ost»West-Richtung nach Süden auf Wjasma ab« biegen, nach Norden zum Ilmensee hin auslaufen. Diese Ausbuchtungen waren schon im vergangenen Winter Brennpunkte der sowjetischen Angriffe und während der deutschen Sommeroffensive vom Dnjepr über Donez und Don zur Wolga Ansatz­punkte ständiger sowjetischer Entlastungsvorstöße ge­wesen. Damals waren es vor allem Woronesch und weiter nördlich Rschew, die von den Sowjets im­mer und immer wieder in wütenden Massenangrif- sen berannt wurden, aber alle sowjetischen Durch­bruchsversuche blieben erfolglos, denn die Verteidi- ger dieser Eckpfeiler der deutschen Front waren sich der Verantwortung ihrer schweren Aufgabe, den weiter im Süden vorstürmenden deutschen Offen- sivarmeen Flanke und Rücken zu decken, wohl be­wußt, so daß die Sowjets vor dem zähen Abwehr- willen der deutschen Regimenter von ihrem Be- michen erschöpft ablässen mußten.

Schon im vergangenen Winter und bei jenen sommerlichen Abwehrkämpfen hat die elastische Ver­teidigung, die Hindenburg und Ludendorff schon in den Jahren 1916 bis 1918 zum Grundsatz der deutschen Kriegführung in den Abwehrschlachten des westlichen Kriegsschauplatzes erhoben hatten, mm im Osten die Möglichkeit geboten, einem ge­waltigen Ansturm von Menschen und Material unter denkbar größter Schonung der eigenen Kräfte er­folgreich zu begegnen. Ein nach der Tiefe ge­staffeltes, nach Vorfeld und Hauptkampflinie ge- glieoertes Derteidigungsfystem von sich gegenseitig flankierenden Stützpunkten, MG.-Nestern und Bat­teriestellungen mit breiten Minenfeldern und Sper­ren erlaubte der deutschen Truppenführung durch Anschmiegen an jede Geländefalte und bewegliches Ausweichen vor starkem feindlichem Druck trotz zahlenmäßiger Ueberlegenheit des Feindes die Ini­tiative in der Hand zu behalten und ihn je nach den Umständen durch schnellen Gegenstoß der Ab­schnittsbesatzung selbst zurückzuwerfen oder bei einem Einbruch starker feindlicher Kräfte auf brei­terem Abschnitt die Einbruchsstelle abzuriegeln und im Gegenangriff mit Hilfe von rückwärts herange­führten Reserven und schweren Waffen den einge- brachen en Feind zu vernichten. Diese Kampfweise, die dem Drang des deutschen Soldaten nach größter Aktivität und seiner ganzen Erziehung zu selbstän­digem Handeln nach eigenem Entschluß weit mehr enlspvicht als das oft wochenlange passive Ausharren im Trommelfeuer oes Grabenkrieges, hat sich nun auch in den ersten schweren Abwehrschlachten der neuen sowjetischen Winteroffensive bewährt, zumal diese diesmal keineswegs unvorbereitet die deutschen Truppen antraf, wie im vergangenen Winter, wo der vorzeitige Einbruch scharfer Kälte die teilweise weit vorgeschobenen deutschen Verbände am Ein­graben gehindert und die motorisierten Divisionen urplötzlich lahmgelegt hatte. Heute, nach den Erfah­rungen des vergangenen Winters, sind unsere Truppen auch mit der Kampfesweise des Feindes vertraut. So konnten ihnen seine Vorbereitungen für den Angriff gegen den über Smolensk und Wjasma nach Osten vorgetriebenen Keil der deut­schen Front nicht verborgen bleiben und sie waren in der Lage, entsprechende Maßnahmen zu treffen.

Dec große Irrtum.

Roman von Meta Vrir.

30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Gertraude schreibt, daß sie ihre Burg als Laza­rett zur Verfügung gestellt hat, und jetzt geht es bei ihr recht militärisch zu. Und sehr heiter, denn es befinden sich nur leichtverletzte Soldaten auf der Burg.

Sie schreibt:Wir haben einen recht lebhaften Betrieb hier. Neben den übrigen Pflichten nähen und stricken wir für unsere Krieger: abendliche Arbeit, bei der uns die Männer mit ernstem Er­zählen und heiteren Schnurren unterhalten."

Helene erzähtt Käte davon, und diese greift gleich einen Gedanken auf. Man müßte auch auf dem Uhlenhof eine solche Flick- und Strickstube ein- richten.

Gewiße das könnte man schon, meint Helene. Sie weiß, Käte kann jetzt nicht genug Ausgaben be­kommen. Doch werden die Mädchen kaum Zeit zu solchen Arbeiten haben. Man muß jetzt, da die Land­bestellung beginnt und die Männer fehlen, alle ver­fügbaren Kräfte für die Feldarbeiten heranziehen. Und an den Abenden sind die Mädchen zum Um­fallen müde.

Das sieht Käte ein. Sie schlägt vor, Berhardine aus Berlin kommen zu lassen.Sie wird, da sie Martin hier weiß, nur zu gern kommen. Sie kann sich mit dem Kind beschäftigen, und ich helfe dir, Helene, wo du mich brauchen kannst!"

»

Der Frühling läßt in diesem Jahr auf sich warten. Dann aber brechen die Aecker doch auf. Em herber Dust geht über das weite Land.

Auf dem Uhlenhof hat man die Saaten in das lockere Erdreich gegeben, und im regelmäßigen Ab­lauf der Tage folgt eine Arbeit der anderen. Es gibt mehr als je zu tun.

Bemhardine ist nun auch wieder da. Nun, da sie einbezogen wird in das fröhliche Leben und

Die islamische Welt im Kamps

gegen britisch-bolschewiMche Unterdrückung.

Eine Rede des Großmusti von Jerusalem.

Berlin, 18. Dez. (DNB.) Anläßlich bes Id- u-Adha, des großen mohammedanischen Festes, wurde im Haus der Flieger eine Feier der moham­medanischen Gemeinde in Berlin veranstaltet, wobei der Großmufti von Jerusalem ein isla­misches Kulturinstitut" mit einer Rede eröffnete, in der er sagte: Heute stehe die islamische Welt vor der Frage des Kampfes um ihre Befreiung von Unterdrückung und Knechtschaft. Zu den Feinden, die keine Mühe scheuten, die Ara­ber zu demütigen und den Islam zu unterdrücken, gehörten in elfter Linie die Juden, die schon dem Gründer der islamischen Religion bitteren Haß ent­gegenbrachten und die heute dem arabischen Volk den Existenzkampf aufgezwungen hätten, indem sie mit hinterhattischen Mitteln versuchten, die arabische Bevölkerung aus dem auch dem Islam heiligen Lande Palästina zu vertreiben. Schon habe Weid­mann erklärt:Französisch-Nordafrika wird ine erste Drücke zwischen den beiden gewaltigen jüdi­

schen Zentten bilden, zwischen Neuyork und Jeru­salem". Die USA. und Großbritannien unterstützten in jeder Form die Mischen Ziele und zerschlügen in engster Gemeinschaft mit den Juden alle Proteste der Araber und des Islams mit Ter­ror, Blut und Feuer. 400 Millionen islamischer Menschen befänden sich in der Sklaverei dieser Mächte, zu denen sich noch der Bolsckewis- mus mit seinem zerstörenden Atheis­mus geselle, der vierzig Millionen Mohammedaner verfolge, ihre Andachtsstätten und Gebetshäuser zer­störe und Menschen viehisch hinschlachte. Alle diese Opfer, im Interesse des jüdischen Kapitalismus ver­nichtet und gemordet, seien sie in Palästina, im Irak, in Aegypten oder auch in der Sowjetunion Gefallen, würden weder vom Arabertum noch vom slam je vergessen werden. Der Krieg, auf jüdische Veranlassung entfesselt, sei die Gelegenheit deer Mo­hammedaner, sich von Verfolgung und Terror zu befreien.

Starke Sowjetstellungen

zwischen :

olga und Don durchbrochen

Oer Wehrmachtbericht.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 18. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt befannf:

Feindliche Angriffe im Gebiet des Terek, im Raum von Stalingrad und im großen Don« bogen scheiterten unter hohen Verlusten für den Gegner, lieber 20 Panzer wurden vernichtet.

Zwischen Wolga und Don durchbrachen deut­sche Divisionen stark besetzte Stellungen des Feindes auf einem beherrschenden Höhenzug und gewannen im Angriff weiter Raum,

Bei den fortdauernden harten Abwehrkämpfen an der Donfront vernichteten italienische und deutsche Truppen im Zusammenwirken mit der Luftwaffe am 16. und 17. Dezember insgesamt 101 panzerkampfwagen. Starke Luftstrelt- krafte, dabei auch rumänische, italienische und unga­

rische Fliegerverbände, unterstützten bei Tag und Rächt die deutschen und verbündeten Truppen. Meh­rere hundert feindliche Fahrzeuge wurden vernich­tend getroffen und schwere Waffen des Feindes zum Schweigen gebracht.

Fortgesetzte Angriffe der Sowjets im mittle­ren Frontabschnitt wurden im Zusammen­wirken von Heer und Luftwaffe zerschlagen, 28 Pan­zer abgeschossen und dem Feind schwere Verluste zugefügt. 3m Nordabschnitt zerstörten Trup­pen des Heeres und der Waffen-^ bei Stoßtrupp­kampfen zahlreiche Bunker und Kampfstände. Oert- liche Angriffe der Sowjets wurden abgewiesen.

Am 17.Dezember verloren die Sowjets in Luftkämpfen 90 Flugzeuge; 11 eigene Flug­zeuge werden vermißt.

3n Libyen verlaufen die Operationen der deutsch-italienischen Panzerarmee planmäßig trotz des Versuches britischer Panzerverbände, diese durch

Das Ueberraschungsmornent war also völlig aus- aefallen, als der Feind nach starkem Trommel­feuer am Morgen des 25. November südwestlich von Kalinin, dem alten Twer am Oberlauf der Wolga, südostwärts, südwestlich und westlich Toropez, das etwa 75 Kilometer östlich von dem am Vorjahre oft genannten Schlachtfeld von Welikije Luki an der Toropa, einem rechten Nebenfluß der oberen Düna liegt, zum Angriff antrat mit dem Ziel, die deutsche Hauptkampflinie an ihren Eckpfeilern bei Rschew und Toropez einzudrücken und durch einen Stoß nach Osten und Süden Rollbahn und Eisenbahn­linie zu durchschneiden und durch diese Zerstörung der wichtigsten Nachschubverbindungen die ganze deutsche Front hier aus den Angeln zu heben. Aber über im ersten Ansturm erzielte örtliche Erfolge kamen die Sowjets trotz des scharfen Frostes, der die deuffchen Abwehrtruppen des Schutzes durch die gewaltigen Sümpfe und im Sommer fast unpassierbaren Ur­wälder beraubt hatte, nicht hinaus, obwohl sie durch Einsatz einer gewaltigen Anzahl von Panzern und Schlachtfliegern, denen die Massen der sowjettschen Infanterie folgten, den Durchbruch zu erzwingen such, ten und General Schukow, der sowjettsche Oberbe­fehlshaber, bereits Kavallerie-Divisionen bereitge­stellt hatte zur Ausweitung des erhofften taktischen Erfolges. Es ist bezeichnend für die Stärke der deutschen Abwehr und für die in den Abwehrkämp- fen bewahrte Enffchlußfreiheit der deuffchen Füh- rung, daß ein bedeutenderer Einbruch der Sow­jets in die deutsche Hauptkampflinie, die ihnen unter Ausnutzung starker Schneestürme und dichten Win­ternebels, durch Massierung schwerer Arttllerie und Panzerkräste südöstlich Toropez gelungen war, durch den deutschen Gegenschlag in eine völlige Einschlie­ßung der feindlichen Kampfgruppe verwandelt wurde. Den deutschen Truppen gelang es, die ein- gebrochenen feindlichen, zum großen Teil motorst

Spielen des kleinen Martin, hat ihr altes Gesicht feinen mürrischen Ausdruck verloren.

Helene braucht die Hilfe Bernhardines wenig. Sie geht ganz auf in ihrer Arbeit. Für die Oelpflanzen wird ein noch größeres Feld als im Vorjahr bestellt. Anfang März kommen die Samen in die Erde.

Zwischen der vielen Arbeit aber geht immer wieder ein Horchen der Menschen nach draußen, zu den Ereignissen der Welt. Im Westen stehen deutsche Männer in breiter Mauer von der Nordsee bis zur schweizerischen Grenze. Auch Bergenroth steht jetzt im Westen.

Anfang April fetzen bann neue politische Ereig­nisse wieder mit atemraubendem Tempo ein. Schlag und Gegenschlag. Deutschland hat den britischen Ver­such, Skandinavien zum Kriegsschauplatz gegen Deutschland zu machen, blitzartig beantwortet.

Es kommen sonnige Tage. Man wird gut mit dem Kartoffelsetzen fertig. Bei den Oelpflanzen setzt jetzt eine kräftige, gesunde Blattentwicklung ein.

Helene ist sehr viel draußen auf den Feldern. Sie kümmert sich um alle Arbeiten, und aus den Wor­ten, die sie mit den Leuten über alle diese notwen­digen Arbeiten redet, klingt Verständnis und das Bewußtsein einer großen Verantwortung. Helene li^bt die Erde ihres Gutes, aus der in jedem Jahr ein wundersamer Segen guillt.

Käte Allert hat wohl manchmal Sehnsucht nach ihrem stillen, kleinen Haus in Bramstett, aber sie weiß, daß sie aus dem Uhlenhof gebraucht wird. Sie hilft jetzt vor allem bei den Arbeiten im Kontor, so daß Helene sich nicht damit aufhalten muß.

Es ist überhaupt wunderbar, wie Helene jetzt von allen Seiten Hilfe erhält. Marswin hat ihr für die Spezialarbeiten in den Versuchsfeldern zwei tüchtige, sachverständige junge Leute überlassen. Und als sich die Arbeit zur Zeit des Kartoffelsetzens sehr drängt, schickt der Oberförster für ein paar Tage einige der bei ihm beschäftigten Frauen auf den Uhlenhof.

*

Es ist an einem Morgen gegen Ende Mai.

Der Postbote bringt Zeitungen, Päckchen, Briefe, Druckschriften.Es ist auch ein Feldpostbrief habet", fagt er zu Käte, die ihm die Sachen abnimmt

fierten Brigaden von ihrem Nachschub abzuschnei- den und schließlich in konzentrischem Angriff unter Abwehr aller von außen her unternommenen Be­freiungsversuche auf engstem Raum zusammenzu­drängen und zu vernichten.

Aus dem Einsatz an schweren Waffen seit Be­ginn der Angriffe wurden im Abschnitt einer einzi­gen Armee 1568 Panzerwagen abgeschossen und im Kessel von Toropez 542 erbeutet kann man er­messen, mit welcher Hartnäckigkeit die Sowjets ihre Durchbruchsversuche forcierten. Das Verhältnis der Gefangenenzahl zu den blutigen Verlusten der Sow­jets gibt ein Bild von der Härte des Kampfes, in dem deutsche Führung und deutsches Soldatentum analog den großen Kesselschlachten der beiden Sommeroffensiven in überlegener Planung, ruhigem Zuwarten, kühnem Enffchluß und schnellem Zu­packen ebenso wie in unerschütterlichem Standhalten der Truppe, in erbittertem Ringen oft Mann gegen Mann bei Schnee und Kälte wiederum den Lorbeer des Sieges an die deutschen Fahnen geheftet haben. Der Kampf wird weitergehen, aber die sowjettsche Zermürbungstaktik, die unter Aufbietung einer un­geheuren Masse von Menschen und Material, aber auch unter ebenso ungeheuren Opfern die Zerschla­gung der deutschen Front erzwingen will, hat sich schon einmal erschöpft, als unter weit schwereren Bedingungen der deutsche Grenadier den ersten Winterfeldzug im Osten durchgestanden hat. Wenn nun Stalin erneut das Schlachtenglück beschwört, weil er sich von dem Nordafrikaunternehmen Roose­velts keine Entlastung verspricht und deshalb einen eigenen großen Erfolg braucht, so wird der deutsche Ostkämpfer treu, tapfer und zäh den bolschewistischen Massensturm zunichte machen. Schon die ersten Ab­wehrschlachten haben der Heimat die Gewißheit ge­geben, daß sie sich auf das deutsche Ostheer verlassen kann. Dr. Fr. W. Lange.

Endlich! denkt die junge Frau. Es ist schon längere Zeit keine Post von Bergenroth eingegan­gen. Helene ist recht unruhig.

Käte sieht also die Briefe durch ... nein, da ist fein Brief von Bergenroth dabei. Es ist aber ein Schreiben von einem Hauptmann Howald ge­kommen.

Sie wendet den Brief in ihrer Hand ... lieft die Feldpostnummer ... Das ist doch Bergenroths Nummer ... Sie fühlt eine wilde Angst. Sie weiß, irgend etwas muß dort draußen geschehen fein ... muß mit Bergenroth geschehen sein ... Die letzte Nachricht kam vom Vormarsch in Frankreich.

Helene spricht niemals über ihre innersten Emp­findungen. Doch Käte spürt oft die nervöse, dumpfe Unruhe der anderen. Aber nie ein Wort darüber ... sondern immer nur der Wille, heiter und stark zu erscheinen.

Käte denkt in einem heißen Mitgefühl: So grau­sam kann doch das Schicksal nicht fein und Helene zum anderen Mal ein Glück zerschlagen ...

Als sie aus dem Kontor tritt, weil sie Helene ja doch diesen Brief bringen muß, trifft sie mit der Freundin im Hof zusammen.

Sie tagt, wie vorbereitend:Du hast Feldpost be­kommen, Helene ... aber nicht von deinem Mann."

So ...", sagt Helene.Wer schreibt denn?" und denkt, es wird ein Brief von einem der Leute sein.

Sie nimmt den Brief entgegen, lieft den Ab­sender und lieft auch gleich die Feldpostnummer, die unter diesem Absender steht lieft die gleiche Nummer, die sie so oft schreibt

Ihre Glieder werden schwer wie Blei. Die Zeit steht still. Sie läßt die Hand mit dem Brief schlaff sinken, wendet sich bann ab und geht in das Haus, geht hinauf in ihr Zimmer.

In dem Brief des Hauptmanns Howald steht, daß der ©efreite Richard Bergenroth bei Wald kämpfen im Raume von St. Quentin verwundet wurde und seitdem vermißt wird. Das Regiment enffandte zur Nachforschung nach dem Vermißten ein Suchkom­mando: der Gefreite Bergenroth befand sich nicht unter den verletzt und tot aufgefunbenen Kameraben. Man nimmt daher an. daß er in französische Ge­fangenschaft geriet»

Flaukenstöße zu stören. Der Gegner erlitt 6ietH hohe Verluste.

3n Tunesien nur Spähtrupplätlgkeik. Die deutsche und italienische Luftwaffe bekämpfte moto» risierte Kräfte und Artilleriestellungen des Feinde; Nachtangriffe richteten sich gegen Bahnanlagen in Algerien. 3m VNttelmeergeblet verlor der Feint durch deutsche 3agd- und Flakabwehr acht Flugzeuge bei vier eigenen Verlusten.

Die britische Luftwaffe erlitt in der vergangeua Nacht bei Störflügen im deutschen Küstengebiet unt militärisch wirkungslosen Angriffen auf einige Orte in Nordwesldeulschland schwere Verluste. Nachtjäger und Flakartillerie schossen 21 feindliche Flugzeuge, darunter 14 viermotorige Bomber, ab. Vorpostenboote und Marineflak brachten außer- dem am Tage fünf feindliche Flugzeuge zum Ab­sturz. \

Deutsche Kampfflieger bombardierten in der Nacht zum 18. Dezember aus geringer hohe kriegswichtige Anlagen und Versorgungsbelrlebe am h umber und an der Ostküste Lnglands. heftige Lxpls- sionen und ausgebreitete Brände wurden beobachtet. Zwei Flugzeuge werden vermißt.

Bei den Abwehrkämpfen um Rschew zeichnete sich die schlesische 102. Division besonders aus.

Japanische Lustwaffe zerschlug feindlichen Offensivplan.

Tokio, 18. Dez. (Europapreß.) In diesen Tagen wurden Angriffe starker, von Jägerm begleiteter Bomberverbände gegen zahlreiche südostchinesisch« Flughäfen durchgeführt. Trotz schweren Abwehr­feuers gelang es, die Flugplätze auf längereZeit un­brauchbar zu machen. Es handelt sich um die gleichen Flugplätze, von denen aus bis zum November der Gegner verschiedentlich Angriffe gegen Hongkong und die japanische Schiffahrt geführt hatte. Mitte November hatte der Gegner feine Flugzeuge auf weiter westlich gelegene Flugplätze zurückverlegt. Um den 4. Dezember herum stellte die japanische Aufklärung wieder lebhafte Tätigkeit aus den Flug- vlätzen fest. Der japanische Nachrichtendienst erhiek ferner Informationen, daß der Gegner beabsichtigte, nicht nur die von Japan besetzten mittel- und süd- chinesischen Gebiete, sondern auch das japs« nische Mutterland, besonders dessen südliche Teile, anzugreifen. Durch rasches Zuschlägen gegen die feindlichen Angriffsbasen gelang es, den Plan im Keim zu ersticken.

Spanien feiert General Munoz Grande.

Madrid, 18. Dez. (Europapreß.) Generalleut­nant Munoz Grande, der kürzlich vom Führer mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnete Kommandeur der spanischenBlauen Division" ist bei seiner Ankunft in Spanien mit großer Freude begrüßt worden. In San Sebastian konnte er sich beim Verlassen des Sonderzuges der begeisterten Menge kaum erwehren, die immer wieder in Hoch­rufe auf Franco, Spanien und Deuffchland ausbrach. In Madrid war der deutsche Botschafter zum Emp­fang auf dem Bahnhof erschienen. Angehörige der Blauen Division und eine unübersehbare Menschen­menge hatten schon seit dem frühen Morgen den Bahnhof förmlich belagert Munoz Grande hatte so­gleich nach der Ankunft eine längere Unterredung mit Staatschef Franco. Presseverttetern erklärt» er:Deutschland wird über den Bolschewismus liegen. Daran ist nicht zu zweifeln. Man muß an Der sowjetischen Front gewesen fein, um dies voll­ständig zu begreifen."

Kleine politische Nachrichten.

Zwischen der Deutschen Arbeitsfront und dem Reichsgesundhettsführer wurde vereinbart, daß in Rüstungsbettieben revierärztliche Sprechstunden er­gänzend zum betriebsärztlichen Dienst eingefühtt werden, damit die Ge'folgschaftsmitglieder sich ohne zeitraubendes Warten im Betrieb selbst ärzttich be­handeln lassen können und Ausfälle an Arbeitszeit und Produktion vermieden werden.

*

Stabschef Lutze hat zur Sicherstellung des Nach­wuchses für die Gebirgstruppen und Erhaltung de« Ausbildungsstandes der gedienten SA.- und Wehr­männer das SA.-Bergabzeichen eingefichrt Zur Prüfung wird nur zugelassen, wer bereits im Besitz des SA.-Wehrabzeichens ist. Das SA-Berg- abzeichen gewährleistet beim (Eintritt in die Wehr­macht bevorzugte Einstellung bei einem Gebirgs- Truppenteil.

Nach einiger Zeit hält Käte es unten vor Sorgß und Angst nicht mehr aus. Sie geht hinauf um> klopft behutsam an Helenes Tür.

Helene ich bin es."

Eine müde, klanglose Stimme antwortet:ftomnt nur herein"

Helene steht am Fenster. Sie wendet sich um. Sie ljat gerötete Augen, und die Stimme will ihr nicht mehr recht gehorchen. Auf dem Tisch liegt der Brief. Lies!" sagt Helene und weist auf das Schreiben.

Ein Schweigen entsteht.

Dann hebt Käte die Augen von dem Brief. Sie sagt tröstend:Nimm es nicht zu schwer, Helene! Dein Mann ist verwundet, aber es ist vielleicht nut eine leichte Verwundung"

Helene schüttelt den Kopf, ,/öann hätte er sichet zu feiner Truppe zurückgefunden. Sie schreiben doch er gilt als vermißt"

Sie schreiben, daß er vielleicht in Gefangenschaft geriet. Ist das der Fall, so wirst du sicher baD Nachricht bekommen. Du mußt hoffen, Helene! Wik alle müssen das Beste hoffen!"

Sie legt den Arm um Helene.Liebe, du nun muß ich dich tröften, wie du es mit mir getan hast Wir müssen uns auch sofort erkundigen, es gibt amtliche Stellen dafür. Ich weiß nur nicht genau Bescheid"

Helene nickt. Natürlich muß man das nun. Nichts wird besser, wenn man sich tatenlos seinem Kummet überläßt. Sie telephoniert mit Marswin und auch mit Gertraude. Noch am gleichen Tage gehen Briefs an das Rote Kreuz und an die Wehrmachtaus­kunftsstelle für Kriegerveriufte und Kriegsgefangene,

Dann aber kommt der Abend, kommt die Nacht.

Noch nie hat Helene diese tiefe Stille, die nachtt um den Uhlenhof und in dem großen Hause ist, st empfunden wie in dieser Nacht. Sie geht in Bergen­roths Zimmer hinüber. Es zieht sie dahin, fa als wäre sie ihm dort mit allen Gedanken naher.

Sie steht am Fenster öffnet es, denn die Lust des lange unbewohnten Raumes bedrückt sie fo fell- jam. Draußen im Park rauschen die Bäume. Eine klare, kühle Luft strömt in das Zimmer'.

^Fortsetzung folgt*

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