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92. Jahrgang Nr. 299

Encheml tagiicfc, außer Sonntags und Feiertag-

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Annahme von Ametg« für die Mittagsnummer bti 81/, Ubr desBormittag»

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für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite:

7Rvs. für ^amiltenan* Acigen und vrivme Gelegen beftSanHei gen

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Gießener Familienblätter Heimat imBild-DieSc^lle

BezugSvreiSr

auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt BvrechanfchUih WNl «ttfrortftAnAeraer^ beckllSesiVrantt/M

General-Anzeiger für Oberhefsen SNwrtra»«1^^

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neben, merkwürdigerweise das behagliche Hotel Petersburg, heute Stadthotel. Nun gilt es noch die hundert Kilometer über Nimmersatt bis Memel zu­rückzulegen, und dann liegt wieder einmal die bal­tische Heimat hinter mir.

landwirtschaftlichen Erzeugnisse Nachfolger Leon Hendersons unterrichteten Kreisen Senator

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Oslo, 18. Dez. (Europapreß.) Der große nor­wegische Dichter Knut Hamsun erklärte dem Ver­treter vonEuropapreß" auf die Fragen, ob er an die Uneigennützigkeit der USA.-Politik gegenüber den europäischen Nationen glaube und ob er Roose­velts Neuordnungspläne für vertrauenswürdig halte:Auf alle beide Fragen muh ich mit nein antworten. Herr Roosevelt hat sich selbst als Richter für jeglichen Schiedsspruch ausgeschlossen. Sollte Europa Roosevelts jahrelange Gangsterpolitik ver­gessen, feinen Schwindel mit seinem eigenen Volk, das keinen Krieg haben wollte, seine treulosen Bot­schaften, die er selbst ohne weiteres umstößt? Sollte Europa Vertrauen haben zu dem Komplott Chur- chill-Stalin-Roosevelt, das ganz offen auf den Untergang Europas hinarbeitet? Kön­nen seine Landsleute, seine Familien, seine eigenen Kinder ihm ins Gesicht blicken und ihn vom öffent­lichen Schwindel freisprechen? Sollte also Europa auf diesen Mann hören, dessen persönliche Ehren­haftigkeit so gering ist, daß sie ihm gestattet, mit dem Landesverräter Kaufmann über Grönland zu feilschen? Aber Mr. Roosevelt kann zufrieden fein. Er wählte von Europa nur das bolschewi- stische Rußland und Albion, die sich beide außerhalb Europas stellen, das für Ordnung, Gerechtigkeit und Frieden arbeitet."

Noosevelis Versprechungen und die Wirklichkeit.

USA.-Bomben

für die alten Kulturwerte Italiens.

Rom, 18. Dez. (Europapreß.)Aus dem Munde von Genial Arnold, dem Befehlshaber der nordamerikanischen Luftwaffe", so erklärt Dirginio Gayda im (Biomale d'Italia,haben die Millionen von Italiener in den USA. vernehmen kön­nen, was es mit den Versprechungen Roosevelts auf

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Das britische Terrorregime in Indien

Zynische Einaeständnisse des Vizekönigs.

Rücktritt des USA -preiskommiffarö.

Buenos Aires, 18. Dez. (Europapreß.) Der USA.-Preiskommissar Leon Henderson trat von sei­nem Posten zurück. Henderson, der in mehreren New-Deal-Ausschüssen als Wirtschaftsberater tätig war und im August 1941 von Roosevelt als Preis­kommissar eingesetzt wurde, hatte am 29. April 1942 eine Höchstpreisverordnung er­lassen. Als Grundlage der Preisfestsetzung dienten dieser Verordnung die Höchstpreise vom März 1942. Ihr Zweck wurde nicht voll erreicht. Präsident Roose­velt mußte im Oktober d. I. Hendersons Preisstopp-

Roosevelt will den Untergang Europas

Eine Unterredung mit Knut Hamsun.

größere Volksmengen anziehe, und daß da­her die Unruhen immer weiter um sich greifen.

Die Auswirkungen der Ernährungskrise auf das Anwachsen der antibritischen Bewegung geht deutlich aus Funkberichten des Geheimsen­ders hervor. Die revolutionäre Freiheitsbewegung in Iicknen, so hieß es dort, bekomme anbauemb neuen Zulauf durch den Lebensmittelmangel. In­dien führte bis zum vorigen Jahre durchschnittlich 1200 000 Tonnen Reis aus Burma ein. Diese Quelle sei seit der Besetzung Burmas durch Japan verstopft. Nicht genug damit, werde Indien ge­zwungen, fast den gesamten Weizen für die Ernäh­rung von Truppen der Westmächte in Westasien in Stärke von etwa 600 000 Mann abzuliefern und die wachsende Zahl der englisch-nordamerikanischen Truppen in Indien selbst zu ernähren. Ein weiteres Symptom für die wachsende Lebensmittelknappheit sei das Verbot der Provinzen Bihar und Orisia, die fast ein Viertel der indischen Weizenerzeugung lie, ferten, das Getreide über die Provinzgrenzen aus­zuführen. Die Folge dieser Maßnahmen sei, daß in den volkreichen Zentren Knappheit an Reis und Brotgetreide herrsche und ein großer Teil des verfügbaren Getreides im Schwarz­handel verschoben werde, wo der Getreidepreis feit Ende November um das Sieb zehn fache gestiegen fei. Die ärmere Bevölkerung fei selbstverständlich nicht in der Lage, sich auch nur ein Weizen körn zu taufen. In Bombay werde die durchschnittliche Zahl der auf Verhungern zurückgeführten Todesfälle auf 30 bis 40 täglich veranschlagt.

Don Hungerburg bis Nimmersatt

Von Dr. Paul Rohrbach.

Das mugzeug von jnenai nuw 1« LT E trfte Hälfte der Strecke noch über Estland, die bintelsi jöeite über den Rigaischen Meerbusen. Man steht W ihit einem raschen Blick, wieviel Moor und sonstiges [SMnnx in (ffHnnb noch xu meliorieren gibt.

Bangkok, 18. Dez. (Europapreß.) Der britische Dizeköniig in Indien, Lord Linlithgow (dessen Amtszeit soeben verlängert wurde), ging in einer Ansprache an die Handelskammern auch auf die Unruhen in Indien ein. Bei der Bekämpfung dieser Unruhen so scheute sich LinUchgow nicht zu ge- stehe» hatten sichempörende Fälle von Bruta­lität und Unverschämcheit" ereignet. Mit zynischer Verachtung für Recht und Gesetz fügte Linlithgow hinzu,bie Verdienste des Militärs und der Zivil- verwaltung, ganz besonders aber die der Polizei, seien hervorzuheben". So sprechen kann nur ein britischer Imperialist. Hundertfältiger Mord hat in Indien gewütet, und der Dizekönig belobigt noch seine Polizei, die mit dem Blei knüppel Indiens Freiheitskämpfer niederschrägt. In Jahrhunderten habgierigen Zusammenraffens eines Weltreiches ist diese Mentalität herangezüchtet worden, die keinen anderen Weg als den rohester Vergewaltigung kennt.

Die gewöhnliche Heuchelei, angefüllt mit Ent­schuldigen und sehnsüchtigen Hoffnungen, und dabei doch eine .Menge von Eingeständnissen" nannte der Sprecher der indischen Unabhängigkeitsliga in Bang- fot die Rede des Vizekönigs. Er stellte, wie der Sprecher sagte, die heuchlerische Behauptung auf, daß die Revolution nur einen kleinen Teil der Be­völkerung umfaffe. Seine Heuchelei erreichte aber den Höhepunkt, als er behauptete, das indische Problem beruhe darauf, daß England bereit sei, Macht aufzugeben, und nicht weil es sich weigere, dies zu tun.Die Wahrheit ist", so fuhr der Spre­cher fort, ,chah die Briten nicht den gerfnaften Teil ihrer Macht in Indien aufgeben wollen. Sie wollen Indien solange wie nur irgend möglich versklavt hal­ten und ausb"uten. vor allem weil sie ja ihr ganzes Empire in Dftafien verloren haben."

Der Dizekönig erklärte, er würde Indien als glück­licher Mann verlassen, wenn ihm eine lieber» brückung der innerindischen Konflikte gelänge. Hier­für sei allerdings ferne Aussicht vorhanden. Die in- dischen Unruhen, die mit der Verhaftung Gandhis und anderer Kongreßführ^ am 9. August begannen, dauern ununterbrochen fort. Die britische Zensur bemüht sich zwar, bie täglichen Opfer und Sach­schäden zu verheimlichen, aber eine erste Gesamtzäh- lnng von indischer Seite gibt bie Zahl ber seit dem 9 August getöteten Inder mit 6738, die Zahl ber Verwundeten mit über 30 000, die Zahl der Der- hafteten mit über 23 000 an. Entgegen den britv fdjrn Beteuerungen, daß bie Unruhen niederge­schlagen worden seien, versichern indische Nationa- liften, daß die Ung^horsamkeuskampagne ständig

Ceblanb es in Estland noch XU meliorieren gibt ch wieviele neue Siedler in diesem Menschen- unb verarmen Lande in Zukunft noch einmal Plast oben können. Die Mündung der Duna nut Iren beiden, weit hinausgebauten Molen wno verflogen. Hierher tasteten sich durch noch urfne« tarnte Gewässer ums Jahr 1160 wagemutige Li- befer Kaufleute auf ihren Schiffen um das Stapri- icht des gotländischen Wisby für den vMehandel f Umgehen, und selbst den Strom ,zu finden auf km die russischen Waren, die kostbaren Pelze, iund -s geschätzte Wachs, herabkamen. Merziq,^re toter, 1201, wurde an Stelle des whresMtichm kommermarktes das feste deutsche fR t g a 9 9 Itf. Vor dem Weltkrieg war es fast bis auf eine tobe Million Einwohner herangewachsen Dos kndtbikd ist auch fetzt noch ffanz beutich aber Die xtische Petrikirche hat ihren berühmten ^urm, em Wunderwerk deutscher Zimmermamiskunft, verloren. )ie Bolschewisten zündeten ihn an, und im ^urz trchschluaen bie Trümmer die Gewölbe d.s hohen Mittelschiffs. Die Kirche ist jetzt eine Rume, und an t grenzt an der Düna und in M

Madt -in Irümmerfefb. das ine von d-a Raten s ihrem Abzug gelegten Brande ^-6al «brn. Jetzt waltet im Rigaer Ordsnsschlaß der ritsche Reichskammissar für da- Dltian®.

Aon Riga nachLibau ging es w.-d-r m'.t dem l'to durch Kurland, das "E°tt--landch-ni , wie i feit der Zeit genannt wurde da die cherwge P -rland unter -wlnisch-r L-dnebohett > ,-r die- lststück des einstigen linlandifchen vrd.nsstaats. stierten. Rasch wird die Stadt MI im u dnrch pp

roo das prunkvolle Schloß der letzten che . m dem Italiener Rchtrelli erbat», auf e " der Aa liegt, Mitau ist unoerfedrt geb beben, '' Zentrum der blühenden lettischen L^nnrtchast Irland ist der frndjtbarfte Ter de- . n tstuernhof recht sich an Bauernhos, dazwischen «er

Japan betet für den Sieg.

Tokio, 18. Dez. (DNB.) An allen Schintu- Schreinen Ostasiens werden am 22. und 23. Dezem­ber feierliche Zeremonien abgehalten und Gebete für den Sieg der japanischen Nation gesprochen. Das Volk folgt damit dem Beispiel des Tenno, der kürzlich zum Ise-Schrein, Japans Nationalheilig­tum, wallfahrte. Die gemeinsamen Feiern werden durch eine kaiserliche Verordnung geregelt, die in der japanischen Geschichte bisher nur einmal aus glei­chem Anlaß erlassen wurde, als das japanische Volk im Oktober 1937 für den Erfolg des Chinakonfliktes betete.

ben durch die entlaubten Bäume eines Parks die weißen Mauern und das hohe Dach eines balttfchen Rittergutes sichtbar, von dem der deutsche Be­sitzer durch die Enteignung seines angestammten Grund und Bodens zur Zeit der Republik Latvija verjagt wurde.

Endlich das Pflaster von Li bau, die eiserne Brücke über den Hafenkanal und der grauenhafte Anblick einer zur Hälfte in formlosen Schutt und zerrissene Mauertrümmer verwandelten Stadt. Nur Weniges davon haben die deutschen Bomben getan, bas meiste bie Brandlegung durch bie ab ziehenden Bolschewisten. Erhalten ist die Dreifaltigkeitskirche, die schönste Kirche Kurlands, ein edler Barockbau aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, und da-

schwach Bolschewisten entgangen. _ . ..

Das Flugzeug von Reval nach Riga fliegt di6

Libau, im Dezember 1942.

Ein altes kleines Witzwort besagt, das Baltenland reiche von Hungerburg bis Nimmersatt! Das ist wörtlich wahr. Hungerburg ist ein Seebad om Ausfluß der Norme ich sehe nicht ein, warum man statt dieses alten deutschen Namens noch das russische Narowa brauchen soll in den Finnischen Meerbusen, und Nimmersatt besteht aus einer Hei­nen Zollbude und zwei Kurhäusern am Ostseestrand schon auf deutschem Gebiet aber unmittelbar an» grenzend an das bisherige Lettland. Die Fahrt von yungerdurg bis hierher nach Libau habe ich in den letzten acht Tagen zurückgeleat, teils im' Auto, teils m Flugzeug, und die kleine Reststrecke bis Nimmer- att liegt eben noch vor mir. Im ganzen sind es gute 700 km, und es gibt genug Bemerkenswertes von Fahrt und Flug zu erzählen.

Die Narwe war vom 13. bis tief ins 16. Jahr- frunbert der Grenzfluß des Deutschen Reiches hoch m Nockwsten. Gegenüber der Deutschordensburg Narwa, der Hermannsveste, mit ihrem massig ragenben Wehrturm, baute der Moskowiter zur Vorbereitung seines Angriffs auf Livland die Festung Zwangorod. Auf ihren Türmen ist jetzt die Rutsche Flak postiert und wartet auf den Anflug btr Sowjetmaschinen, die sich von ber Petersburger Front manchmal bishierher wagen. Die steinerne Zrücke zwischen ben beiden Burgen wurde von den Ahlschewisten gesprengt, als die deutschen Truppen ich näherten; auf ihr hat im Weltkrieg mein ältester Sohn Posten gestanden, als derletzte deutsche Sol­ist" in der Richtung auf Petersburg. Narwa war illch die letzte Hansastadt im Nordosten, und noch |eugen ihre Kirchen, ihre engen Straßen und man« jes stattliche alte Bürgerhaus von den vergangenen Zohrhunderten.

Von Narwa ist es mit dem Auto nur noch eine Mertelstunde bis zur Mündung des Flusses, und iort hatten auf der estnischen Seite reiche Peters- htrger Familien ihre Landhäuser gebaut, um die Seeluft und das Bad in dem von der Sommer- hnne erwärmten Wasser des Finnischen Meebusens ju genießen. Diese ausgedehnte Dillenkolonie ist Hungerburg. Der merkwürdige Name soll von einer »erschwundenen Burg stammen, in der man Ge- angene verhungern ließ. Russisch heißt der Platz Ist-Narowa, auf deutsch: Narvemünde, und viel­leicht wäre es besser, ihn so zu nennen.

Auf der Autofahrt von Hungerburg nach Reval hm ich durch die ausgedehnten Anlagen des Oel- chi e f e r-Gebiets von Efttand. Der Oel- ober ^rsnnschiefer ist ein gelblichgrauer Stein, der zu rennen anfängt, wenn man ein Streichholz daran alt. Mit ihm können Lokomotiven geheizt werden, ber Bitumen gehalt ist so bedeutend, daß es lohnte, Mfangreiche Werke zur Gewinnung von Treibstoft üd Schmieröl zu bauen. Dieser größte Naturschatz stlcmds war in kräftiger Ausbeutung begriffen, ils der Krieg kam. Die Bolschewisten haben zer- ört, was sie konnten, jetzt arbeitet eine deutsche Organisation an ber Wicderherstellung ber iKJerfe. stach einer kurzen Weile ist ber merkwürdige Ge­ruch, der von der Verarbeitung des Schiefers aus- eht, vorüber.

In Reval diesmal nur kurzer Aufenthalt. Für inen geborenen Balten ist es ein merkwürdiges lefühl, diese Städte wiederzusehen, in denen jahr- lindertelang deutsches Leben blühte, und die nun, it vor drei Jahren die Umsiedlung der Balten ms !eich geschah, wie Schalen ohne Inhalt dazuliegen Heinen. Der estnische Inhalt ist ihnen ja geblieben, Md ein neuer deutscher ist mit der Besetzung des Landes durch deutsche Truppen und deutsche Ver- laltung hinzugekommen, aber an all den Türen, mter denen früher die baltischen Landsleute wohn- n, stehen jetzt fremde Namen. Hätte der v^mfer licht im Herbst 1939 die deutschen Balten ms Reich prüfen keiner wäre ber Ermordung durch bie

sich hat." Roosevelt habe sie oft gepriesen für ihre ehrliche unb wertvolle Mitarbeit zum Wohle des nordamerikanischen Kontinents. Jetzt könnten sie hören, daß bie USA. die Absicht haben, die Ak­tionen ihrer Bombenflugzeuge noch zu steigern, um gemeinsam mit den britischen Bombenflugzeugen die Monumente einer tausend­jährigen Geschichte, die Häuser, ben Besitz unb das Leben ihrer waffenlosen Landsleute in der Heimat zu vernichten. Diele dieser Mitbürger seien Väter- von in ben USA. lebenden Italienern, ihre Brüder unb Schwestern, ihre engsten Angehörigen. Die ganze zivillsierte Welt erlebe heute ben dramatischen Bruch in der Geschichte zwischen Nordamerika und Italien. Unter dem Vorwand, in Europa eineNeue Ordnung" nach nord amerikanischem Stil einzurich­ten, wolle Roosevelt die hervorragendsten Dent- mciler, bie edelsten Werte Europas, zerstören.

Italien feiert den »Tag der Treue''.

Rom, 18. Dez. (Europapreß.) Derlag der Treue", überlieferungsgemäß der Feiertag der faschi­stischen Frauen, bie vor sieben Jahren an biefem Tage während der Sanktionen ihre Trauringe dem Staat zum Opfer brachten, wurde auch diesmal mit einem Empfang der faschistischen Frauen beim Duce gefeiert. Es wurden ihm die Mitglieder der faschisti­schen Frauenoerbände vorgestellt, die sich bas Ehren­zeichen ber Partei für treue Dienste erworben haben. Es handell sich um 27 Frauen in leitenden Stel­lungen der faschistischen Frauenorganisationen Roms. Der 18. Dezember ist auch der Geburtstag von Li t- t o r i a , ber großen ßanbftabt inmitten ber ehema­ligen Pontinischen Sümpfe.Damals waren über 500 Bauernhäuser, Straßen, Brücken, Kanäle, eine ganze lachende Landschaft wie ein Garten geschaffen worden, wo vorher nichts als Sumpf war", so schil­dertResto bei Carlino" bie Stadtgrünbung. Das Blatt erinnert an bie Worte, die der Duce damals gesprochen hat:Dies ist die Akt von Krieg, die wir am liebsten führen."

Oer Winterkrieg an -er Ostfront.

Unverrückbar liegt der Schwerpunkt des Krieges im Osten, so sehr auch die Ereignisse im Mittel­meerraum bie Blicke der Welt auf sich gezogen haben. Die Landung eines anglo-amerikanischen Ex? peditionskorps in Nordafrika, die sich durch ben Verrat französischer Generale verhältnismäßig rasch, wenn auch unter Verlust zahlreicher Trans­portschiffe hatte bewerkstelligen lassen, habdn die Achsenmächte mit ber Sicherung der französischen Mittelmeerküste und ber Besetzung bes seestrategi­schen Dreiecks TunisSizilienSardinien wir­kungsvoll pariert. Fast vier Wochen hat General Eisenhower dazu gebraucht, seine Truppen an bie Brückenkopfstellung der Achsenmächte in Tunesien heranzuschieben, und noch heute fühlt er sich, durch das schwierige Gelände und bie langen, von ber Luftwaffe der Achse ständig bedrohten Nachschub- wege an der Entfaltung gehindert, nicht stark ge­nug zum Angriff in breiter Front, sondern tastet sich vorsichtig heran, wobei feine Spähtrupps, wo sie mit deutschen Vorposten in Berührung kommen, schnell wieder das Feld räumen müssen. So scheint Eisenhower, wohl mehr notgedrungen als aus

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freiem Willen, die Entwicklung in Libyen abwarten zu wollen, wo die britischen Generale Alexander und Montgomery erneut zu einem Vorstoß nach Westen angesetzt haben, ohne daß es ihnen bisher gelungen wäre, die Operationen der deutsch-italie­nischen Panzerarmee durch Flankenstüße in ihrer Planmäßigkeit zu stören. Wenn sich also auch die Lage im Mittelmeerraum, was wir uns nicht ver­hehlen wollen, zugespitzt hat, da die Zurücknahme ber Armee bes Generalfeldmarschalls Rommel aus ber El-Alamein-Stellung für ben Feind eine spür­bare Entlastung von den ständigen Sorgen um bie Sicherung bes Suezkanals und Alexandriens be­deutet, so liegt doch die Erreichung der weitergesteck­ten sttategischen Ziele für bie anglo-amerikanische Kriegführung im weiten Felde.

Mit ber Besetzung von Bizerta durch die Achsen­truppen, bie damit bie Straße von Sizilien unter ihre Kontrolle gebracht haben, entfallen vorerst alle britischen Hoffnungen auf einen freien Seeweg durch das Mittelmeer. Zwischen GibraltarAlexan­drien legt sich der starke Sperriegel SizilienTunis und zwingt die Briten, den Nachschub für ihre in Libyen kämpfende 8. Armee nach wie vor um das Kap herumzuleiten. Die Ausschaltung von Toulon und der französischen Mittelmeerflotte vereitelt olle britischen Spekulationen, bie damit rechneten, hier eines Tages einen Ansatzpunkt für einen Flanken- stoß gegen Italien zu gewinnen. Unb bie Aussicht schließlich, durch die Dardanellen Zugang zu dem hilfeheischenden Sewjetverbündeten zu gewinnen^ steht, militärisch gesehen, selbst für Briten und Ame­rikaner auf so schwachen Füßen, daß sie anscheinend den diplomatischen Weg vorziehen und wieder ein­mal in Ankara alle Minen der Agitation springen lassen, um die Türkei aus ihrer wohlbegründeten strikten Neutralität herauszulocken. Als Hüter der Meerengen dient die Türkei am besten auch ihren eigenen Interessen durch eine kläre Ablehnung aller mit den internationalen Verträgen unvereinbarer Sonderwünsche, denn sie weiß zu genau, daß die Sowjets als getreue Nachfahren des zarifchen Im­perialismus in dem endlichen Besitz der Meerengen eines der wichtigsten Ziele dieses Krieges sehen.

Stcckin hat während der deutschen Sommeroffen­sive bei seinen Verbündeten mit wachsendem Nach­druck auf bie Errichtung einer zweiten Front in Europa gedrängt. Die Landung anglo-omerikani- scher Truppen in Nordafrika und General Alexan­ders neuer Vorstoß nach Libyen bat er nicht als Erfüllung des alliierten ZZersprechens akzeptiert, weil er weiß, daß diese Operationen die sttategische Gesamtlage nicht entscheidend beeinflussen, ja ihm nicht einmal eine wesentliche Entlastung bringen können. Aber sie werden bei getragen haben zu seinem Entschluß, bie geplante eigene Winterofsen- sive beschleunigt in Gang zu bringen, für die ber Verlust der für die Ernährung unb Kriegswirtschaft wichtigsten Gebiete und ber vom drohenden Hunger diktierte Wunsch, in einem unter Anspannung aller Kräfte geführten Winterfeldzug wenigstens einen Teil der verlorenen Emährungsbasis zurückzugewin­nen, maßgebend gewesen sein wird. Die Sowjets haben für ihn wiederum ein außerordentliches Auf­gebot an Menschen und Kriegsmaterial bereitgestellt und es im Raum von Stalingrad unb im mittleren Abschnitt angesetzt, vielleicht in der Hoffnung, an diesen beiden Punkten einen entfdjeibenben Durch­bruch serfolg zu erzielen, ber ihnen gestatten mürbe« die deutsche Front nach beiden Seiten aufzurollen. Mit dem Vorstoß auf Stalingrad unb das Wolgaknie hatte die deutsche Front im vergangenen Sommer den am weitesten nach Osten oorge tri ebe­nen Punkt erreicht, und zwar in Form eines Keiles, dessen Flanken ftn Norden zwischen Don und Wvlga^ im Süden gegen die Iergeni-Hügel in der Kcck- Imücken-Steppe Mn während dep deittschm Atz«.