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Sozialismus der Tat.

Oer Dank an die 7!SV. am 10. Jahrestag ihres Bestehens.

Berlin, 17. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der NS.-Volkswohlfahrt 136 Ehren-

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Oberbesehlsleiter Erich Hilgenfeldt, der Leiter des Hauptamtes Volkswohlfahrt der NSDAP, und Reichsbeauftragter für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. --- (Scherl-Bilderdienst-M.)

Mitglieder der NSV., die sich schon in der Kampfzeit bzw. bei der Gründung der NSV. be­sonders verdient gemacht haben, sowie aus jedem Gau zwei ehrenamtliche NSV. - Helfer, ferner die Amtsleiter und Abteilungs­

leiter aus dem Hauptamt der NSV -Reichsleitung und sämtliche Gauamtsleiter der NSV. Dr. Goebbels betonte den entscheidenden Anteil, den die NSV. als das größte Hilfswerk aller Völker und Zeiten an der Schmiedung der deutschen Volksge­meinschaft gehabt habe. Die NSV. sei aus dem sozialen Leben des Volkes, gewachsen. Dabei sei dem deutschen Volk die .Ueberzeugung beigebracht worden, daß wir alle der Staat sind, und daß es also der entschlossenen Mitarbeit aller bedürfe, um die Nation mit neuem Leben zu erfüllen. Kaum eine andere Organisation habe der nationalsozialistischen Bewegung so viel Vertrauen eingetragen wie die NSV. Sie habe im ganzen Lande die Ueberzeugung gefestigt, daß bei uns der Gedanke der Gemeinschaft kein hohles Schlagwort sei, daß dahinter-vielmehr die lebendigste Wirklichkeit stehe, daß in Deutschland Millionen von Männern und Frauen leben, die von dem edlen Willen erfüllt seien, diese Wirklichkeit aufs neue vor der Oeffentlickkeit zu erhärten. Hun­derttausende von deutschen Bindern wären nie ge­boren worden, wenn die Partei und als ihre treueste Dienerin die NSV. ihren Eltern nicht neuen Zu­kunftsglauben gegeben hätten. Wenn Deutschland heute über eine reiche Kinderzahl verfüge, wenn für seine Mütter alles getan werde, was im Kriege überhaupt menschenmöglich sei, so habe die NSV. einen guten Teil dieses Verdienstes für sich zu ver­buchen. Worte besonders herzlichen Dankes fand Dr. Goebbels für Oberbefehlsleiter Hilgenfeldt, der dem Werk der NSV. in bewundernswertem nationalsozialistischem Idealismus gedient habe. Auch schwerste Aufgaben habe er in kürzester Frist und in bewundernswerter Hingabe gelöst.

Aus dem Reich.

Die großdeutsche Jugend grüßt den Bührer.

Berlin, 17. April. (DNB.) Wie in den Vor­jahren wird in der Nacht vom 19. zum 2 0. A p r i l die Hitler-Jugend als erste dem Führer zum Geburtstag gratulieren. Der Rundfunk über­trägt von 23.30 bis 24 Uhr den Gruß der Jugend als Reichssendung.

Äleinempfänger für Schwerkriegs­beschädigte und Krieqshinterbli-bpne

Berlin, 17. April. (DNB.) Der Reichspropa- aandaleiter der NSDAP., Reichsminister Dr. G o e b-. vels, wird auch in diesem Jahre Kleinempfänger an Schwerkriegsbeschädigte und Hinterbliebene der in diesem Kriege Gefallenen zum Geburtstag des Führers über die Rundfunkorganisation der NSDAP, verteilen lassen. Das Hauptamt Rund­funk hat den Dienststellen der Gaue bereits den Kreis der zu betreuenden Volksgenossen festgelegt. Die Zuteilung wird noch im April erfolgen.

Oer nationale Feiertag am 2. Mai.

Berlin, 17. April.' (DNB.) Der nationale Feier­tag des deutschen Volkes fällt in diesem Jahr a u f einen Freitag. Der Füller hat deshalb ent­schieden, daß in diesem Jahr nicht Freitag, der 1. Mai, sondern Samstag, der 2. M a i, Feier­tag sein soll. Die Gefolgschastsmitglieder sind an diesem Tage weitestgehend von der Arbeit freizustellen, sofern nicht unverschließbare Ar. beitsverrichtungen in der Landwirtschaft dem entgegenstehen. Mt Rücksicht auf die notwendige Erholung aller Schaffenden wird von Feiern abgesehen.

Europas studentische Jugend in Dresden.

Das erste europäische studentische Frontkämpfer- treffen hat in Dresden seinen Anfang genommen. An her Tagung nahmen neben den Teilnehmern des Berliner Studentenfrontkämpfertreffens auch Abordnungen der italienischen, finnischen, slowaki­schen, rumänischen, ungarischen und japanischen Stu­denten teil. 16 Nationen sind in Dresden vertreten. Den Auftakt bildete im Festsaal des Rathauses die Eröffnung durch Reichsstudentenführer Dr. Scheel. Er erwähnte, daß als Gäste nach die Vertreter der nationalen Studentenschaften der Schweiz, Schwe­dens, Thailands, Indiens und Arabiens anwesend seien. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die europäischen Nationen im Kampf um die Erhaltung der abend­ländischen Kultur stehen, in dieser Zeit gelte es, die geistige Gemeinschaft der Studenten aller europäi­schen Länder herauszustellen. Reichserziehungsmini­ster Rust brachte die Genugtuung darüber zum Ausdruck, daß die jungen akademischen Soldaten der europäischen Nationen an der Spitze des Vor­marsches zu einem neuen Europa stehen und an der Seite ihrer deutschen Kameraden gegen den Weltfeind, den Bolschewismus kämpfen. Anschlie­ßend überbrachten der Führer der italienischen Dlle- gation sowie der spanische Studentenführer die Gruße der Stu'denten ihrer Völker. Dann begannen die Vorträge namhafter Redner der beteiligten Na­tionen über die geistigen und ideellen Fragen der europäischen Vergangenheit und Zukunst. .Den Aus­

klang des ersten Tages bildete ein Konzert in der Sächsischen Staatsoper unter der Leitung von Dr. Karl Böhm.

Zusammenarbeit der in Deutschland studierenden Ausländer.

Die Studenten Europas, die im Kriege in der Reichshauptstadt studieren, fanden sich zur Unter­zeichnung' eines Protokolls über eine Zusammen­arbeit zur Förderung 'eines gemeinsamen euro­päischen Bewußtseins zusammen. Das Protokoll wurde unterzeichnet von den Sprechern der bulga- rischen, flämischen, kroatischen, slowakischen, unga­rischen, norwegischen und rumänischen Studenten­gruppe. In dem Protokoll wird darauf hingewiesen, daß es im Hinblick auf den augenblicklichen Welt- tamps unterzeichnet wurde, der zu einer grund­legenden Umbildung der politischen Struktur der Welt führt, die von den Grundsätzen bestimmt wird, die im Dreimächtepakt festgelegt worden sind. Die Aufgaben der Zukunft in dem durch diesen Pakt bestimmten Lebensraum könnten nur dann zum Wohle der Völker gelöst werden, wenn alle Staaten, die die Vorsehung im gleichen Raum zusammen- geführt hat, in wahrer Gemeinschaft bestrebt sind, die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Blüte ihrer Völker zu erhöhen. Die Förderung des Bewußtseins eines gemeinsamen europäischen Geistes im euro­päischen Großraum unter Führung des Deutschen Studentenbundes sei die unerläßliche Voraussetzung hierzu.

Verschärfter Kampf gegen Schleich- und Tauschhandel.

Eine neue Verordnung hat die Möglichkeit einer verschärften Bekämpfung des Tausch- und Schleich­handels geschaffen. Dabei ist insbesondere auch das Anbieten, Fordern oder Entgegen­nehmen von Tauschware oder Schmier­geldern durch Gewerbetreibende oder deren Ge­folgschaftsmitgliedern unter strengste Strafe gestellt. Wer im Handel oder Gewerbe an Erzeugung und Umlauf der Güter mitzuwirken hat, die in der Kriegswirtschaft für den zivilen Bedarf zur Ver- fügung gestellt werden können, hat sie an seinem Teile Denjenigen Verbraucherkreisen zuzuführen, für deren Bedarf sie bestimmt sind. Er darf sie weder zwecks Befriedigung eigener Wünsche zur Anlegung eines Hamsterlagers oder zu Taufchzwecken ab­zweigen noch zur Erlangung von Sondervorteilen im Schleichhandel absetzen. Wer im Gewerbe oder Beruf aus eigensüchtigen Gründen zu Tausch- oder Schleichhandel greift, entzieht sich der Pflicht, die Fortführung eines geregelten Wirtschaftslebens zu gewährleisten und verletzt die Treuhünderstellung, die ihm gegenüber der Allgemeinheit obliegt^ vor allem aber erschüttert er das Vertrauen in eine billige gleichmäßige Verteilung der vorhandenen Güter, stört die innere Front und zeigt sich des Geistes unwürdig, in dem der Soldat an der Front täglich fein Leben für die Heimat einsetzt. Ebenso verwerflich ist es, wenn der Kaufmann oder fein Gefolgschaftsmitglied Schmiergelder entgegennimmt ober wenn ein Handwerker aus dem durch den Krieg entstandenen Mangel an Arbeitskräften ein Geschäft macht, indem er die eigene Leistung von der Zusage oder Gewährung von Sondervorteilen ab­hängig macht.

Aus aller Welt.

3m 7-t-Segelboot über den Allanlik.

Im Hafen von Santa Cruz auf Teneriffa trafen aus Südamerika vier Deutsche mit einem nur 10 Meter langen Segelboot nach Ueberwindung widrigster Witterungsverhältnisse auf dem Atlantik ein. Das 7 t große Boot brauchte 69 Tage. Gegen­winde zwangen die Segler zu ständigem Kreuzen in schwerer See. Sie hatten sich vorgenommen, die englische Blockade zu durchbrechen, um in Deutsch­land ihrer Mi litärdi en ftp sticht zu genügen. Nach Kauf des Bootes in Buenos-Aires hatten sie in aller Stille Vorbereitungen für die Ozean reife ge­troffen und waren schließlich unter dem Vorwand, eine Fahrt auf der La-Plata-Mündung zu unter­nehmen, ausgelaufen. Unterwegs haben sie nur ein einziges Schiff gesichtet, einen nordomerikanifchen Damper, der selbst schwer mit dem Seegang zu tun hatte und sich nicht um das kleine Segelboot kümmern konnte.

Geheimrcit Pieszczek 80 Jahre alt.

Im Namen des Oberkommandos des Heeres hat Generalfeldmarschall Keitel dem Wirklichen Ge­heimen Kriegsrat a. D. Pieszczek aus Anlaß seines 80. Geburtstages ein Glückwunschschreiben übersandt, in dem seiner hervorragenden Verdienste auf dem

Gebiete der Heeresverwaltung gedacht wird. Der Jubilar hat sich besonders als Armeeinteydant im Weltkriege und als Abteilungschef der Heeres- beamtenabteihing im Reichswehrministerium ver­dient gemacht. Der Ches des Heeresoerwaltungs- amtes im Oberkommando des Heeres, Generalleut­nant O ft e r k a m p f, hat sich den Glückwünschen angeschlossen.

Amtsbürgermelsler wegen Schiebung zum Tode , verurteilt

Vor dem Sondergericht in Koblenz standen der Hotelbesitzer und Amtsbürgermeister Earl S a u t« mann aus Mayschoß und die 43 Jahre alte Anna Merten aus Altenahr. Sautmann wurde nach Kriegsausbruch stellvertretender Amtsbürgermeister von Ahrweiler und bestellte seine Geliebte, die An­geklagte Merten, zur Dienststellenleiterin des Wirt­schafts- und Ernährungsamts. Die Merten unter­schlug große Mengen von Lebensmittel- und Klei­derkarten und leitete sie Sautmanns Hotel oder Händlern zu, die ihr dafür wieder bezugsbeschränkte Waren abgaben. Damit legte sie sich ein Hamster­lager an und versorgte großzügig sich und ihre Ver­wandten. Sautmann, der unter Mißbrauch seiner Stellung als Bürgermeister die Schiebungen durch

Ein LahrLili-Marlen"

Das beliebteste und meist gesungene Soldatenlied unserer Tage feiert sein einjähriges Jubiläum. Am 21. April 1941 klang dasLili-Marlen-Lied" über den Soldatensender Belgrad erstmals in den Aether hinaus und trat damit einen Siegeszug ohnegleichen an. In wenigen Wochen wurde es das Lied des deutschen Soldaten, unb das blieb es bis auf den heutigen Tag. Es wurde ein Volkslied im besten Sinne des Wortes. So vereint seit vielen Monaten dasLili-Marlen-Lied" jeden Abend draußen und daheim Menschen, die zueinander gehören und läßt diese Menschen in kurzen Augenblicken beieinander sein.

Die Phantasie des Volkes wob legendäre Geschich­ten umLili-Marlen", denBelgrader Jungen Wachtposten" und seinen Sender. Deshalb sei ein­mal den Tatsachen eine Bresche geschlagen: das Lied entstand bereits vor vielen Jahren. Hans Leip, der jetzt in Hamburg wohnt und sich als Seefahrts­dichter einen Namen machte, schrieb die ersten beiden Strophen bereits im April 1915; als er vor der Kaserne der Gardefüsiliere in Berlin, der sog. ^Maikäferkaferne", ein nettes Erlebnis hatte. Fünf Jahre später entstanden zwei weitere Strophen, 1933 kam die letzte Strophe hinzu. In dieser end­gültigen Fassung erschien das Gedicht in dem Buch Hafenorgel", das eine Reihe von Gedichten von Schiff und See enthält Norbert Schulze, bekannt durch feine OperSchwarzer Peter" und feine KampfliederBomben auf Engelond",Wir fliegen gegen Engeland",Deutsche Panzer in Afrika" und dasLied vom Feldzug im Osten" ver­tonte Leips volkstümliche Verse.

Wie so oft hat auch bas LiebLili-Marlen" seine Berühmtheit einem Zufall zu verbauten. Als bie ersten Solbaten ber Propagänba-Abteilung Serbien am 21. April 1941 nach Belgrad kamen, um den Sender zu übernehmen, fanden sie fast aus­schließlich jüdische, bestenfalls serbische Musik auf Platten. Aus schnellstem Wege wurden aus Wien Platten beschafft. Unter diesen befand sich auch die mit dem LiedLili-Marlen". Weil aber die Zahl der deutschen Platten anfangs knapp mar, mußten sie öfters gespielt werben als üblich, unb so wurde auchLili-Marlen" jeden Abend gesendet. Just als die Sendeleute vermeinten- sie sei nun genug abgespielt und könnte deswegen in ein höheres Fach gelegt werden, kamen die ersten Hörerbriefe mit dem Wunsche, man solle das Lied öfter senden.

So geschah es auch, und allmählich begannLili- Marlen" ein Begriff zu werden. Was dem einen recht, sei dem anderen billig, meinten Tausende unb aber Tausenbe. Und sie schrieben diese ihre Meinung unb sagten es in 'kurzen und langen Briefen, in mehr und weniger gut gereimten Versen, daß man auch für sie einmal als Erfüllung eines besonderen Herzenswunsches . Lili-Marlen" spielen sollte. Die Feldpostnummer 23584, als die Feldpostnummer des Solbatensenders Belgrad, wurde die bekannteste in der Heimat unb an der Front. Von ber Front kamen ungezählte Briefe, unb von der Heimat Päckchen mit

Liebesgaben ohne Zahl. Tausend unb mehr Briefs täglich sinb feit langem keine Seltenheit mehr. So wuchs neben bem Senbebienst eine ungeheure Ar­beit, aus ber sich einzelne Aktionen kriftallifierten. Aus ben Päckchen unb Gelbfpenben schuf ber Sen- ber einen sozialen Iruppenbetreuungsbienft, ber eine Urlauber-Freiplatzspenbe- unb eine Bücher- unb Ruijbfunkipende einrid)tete unb sich barüber hinaus mit' ber Betreuung kinderreicher Mütter unb ber Begabtenförberung befaßt. Leichtverberbliche Le-_ bensmittel aus ben Päckchen werben sofort an La­zarette auf bem Balkan weitergeleitet, alles anbere geht mit einem frohen, persönlichen Gruß bes Sen- bers an bie Ostfront. Außer ben Liebesgaben liefen aufKontonummer 40 000 Kreissparkasse Zwei­brücken, Sender Beigrab" über eine halbe Million Reichsmark an Gjelbfpenben ein. Davon wurde be­reits ein beachtlicher Betrag bem OKW. für bie Truppenbetreuung zur Verfügung gestellt. Als wei­terer schöner Beweis für bas Bestreben bes Sen­ders, die Verbindung zur Front zu pflegen, gingen zum letzten Weihnachtsfest 50 000 persönliche Karten­grüße an die Soldaten hinaus, die vom Sender durch den Briefwechsel namentlich ersaßt waren. Dies alles wuchs aus einem kleinen innigen Lied. DasLili-Marlen-Lied" wurde aum Lied' der Ka­meradschaft. Täglich klingt es in Den Aether hinaus, und b i feinem Klang ist es, als grüßten von überall die Manner im grauen Ehrenkleid das Liebste in der Heimat. Es wurde ein Volkslied. Der Sender aber war zuvor schon ein Volksfenber, weil er ein Soldatensenber ist! Uff3. Fritz Sigl.

Organifationsmäßig ist ber Leiter bes Belgraber Wehrmachtsenbers gleichzeitig der Ches ber Senbe» gruppe S üb ost, bie neben dem Senber Beigrab bie Senber Saloniki und Athen unb die Kurz­wellensender Semlin unb Athen umfaßt. Der Belgrader Sender ist also der Strahlungspunkt für die gesamte ruftbsunkliche Betreuung bes Balkan- raumes, soweit er im Einflußgebiet ber deutschen Wehrmacht liegt. Selbstoerstänblich steht hier wie bei ollen Senbern der Welt bie Musik im Mittelpunkt. Gerade ber Aufbau dieses musikalischen Teils aber bereitete angesichts des Fehlens geeigneter Orchester (bas ursprüngliche Orchester ber Nationaloper be» ftonb hauptsächlich aus Juben unb Zigeunern) große Schwierigkeiten. Trotzbem gelang es innerhalb Jah­resfrist, einen erstklassige!) Jnstrumentalkörver von 96 Mann aufzubauen, bas gleichzeitig als Orchester bes Nationaltheaters und auch als Konzertorchester tätig ist. Daneben ist ein serbisches Volksorchester, ein kleines Orchester, ein Kammerorchester besonders zur Pflege unbekannter großer Meister, ein Chor und schließlich eine ChonsomGrupve im Aufbau be­griffen. So wird es in Bälde moalich fein, die deut­schen Solbaten, bie deutschen Nolksaruppen auf dem Balkan für bie es heute schon eine eigene Volks­deutsche Stunde gibt und bie Bevölkerungen Ser­biens unb Griechenlanbs zufriedenstellt.

falsche Berichte an die vorgesetzten Amtsstellen immer wieder vertuschte, wurde zum Tode verurteilt. Bei der Angeklagten erkannte das Sondergericht auf 15 Jahre Zuchthaus unb sah nur beshalb von der Tobesstrafe ab, weil sie in einem Abhängigkeits- Verhältnis zu Sautmann stand. Die mitangeklagte Kolonialwarenhändlerin Füssenich erhielt sieben Jahre und die Schlächtersfrau Wieland zwei Jahre Zuchthaus, die Verwandten ber Merten unb anbere Abnehmer der Schieberwaren hohe Gefängnis­strafen.

Zuchthaus für Zurückhaltung von Seifenwaren.

Der Drogeriebesitzer Friedrich Voß aus Güstrow hatte sich vor bem Sonbergericht wegen Zurück­haltung von Waren zu verantworten. Bei einer Kontrolle würben in einem abgefonberten Lagerraum eine große Menge Feinseife, Rasierseife, Kernseife, Seifenflocken, Feinwaschpulver unb Persil gefunben. Der Angeklagte hatte wiederholt bezugs­berechtigte Kunden, darunter eine Krankenschwester, mit der Begründung abgewiesen, daß er keine Fein­seife auf Lager habe und hatte auch versucht, den Verkauf von Feinseife mit ber Abgabe von Ein­heitsseife zu koppeln. In einem Antrag an bas Wirtschaftsamt gab er seinen Lagerbestanb an Fein­seife überbies falsch an. Er würbe zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.

Zuchthaus für Tauschhandel.

Dem Schneidermeister Kasduhm in Rostock war die Herstellung von Uniformteilen übertragen. Durch ein besonderes Zuschneideoerfahren ver­ringerte er die Abfälle so, daß er schließlich größere Mengen an Stoff einsparte, die er für eigene Zwecke verwendete. Außerdem hatte er aus einem jüdischen Geschäft, das er übernommen hatte. Stoffe auf Lager, mit denen er während seines Urlaubs einen lebhaften Handel trieb unb sie, ohne Abschnitte der Kleiderkarte zu verlangen, gegen Wurst, Schinken, Eier, Gerste, Hühner und andere Lebensmittel, bie er meist von Selbstversorgern erhielt, eintauschte. Er würbe zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt.

Kunst und Wissenschaft.

Paula Wessely als Griselba.

Unter den Dramen Gerhart Hauptmanns, in denen er ben Gewitterhimmel der Liebe malt, ist das legendenhafte SchauspielGriselba" eines der eigenartigsten, weil es ben Blitzen und Donner­schlägen auch bas verklärte Blau der Seligkeit ber Liebe folgen läßt. Die Inszenierung Heinz Hil­perts im Wiener Theater in ber Josef- ftabt trifft in den stimmungsvollen Bühnenbil- bern Ernst Schüttes glücklich den Hwilschen süd­licher Leioenschaft und - nordischer Grübelei schwe­benden Ton der Dichtung. Mit ber Griselba gibt Paula Wessely eine bezwingende Gestalt ihrer reifen, verinnerlichten Kunst. Ihre Griselba lebt ebenso im Erd haften wie in ber Sprödigkeit bes Bauernmäbchens, in der Erhöhung durch bie Gnade ber Liebe, wie im Kämpf um ihre Menschenwürde und ihr Glück. Attila Hörbigers Markgraf Ul­rich überzeugt durch kraftvolles Ungestüm und schmerzliche Zerrissenheit. Oskar Maurus Fontana.

Ein Gneisenau-Drama.

In Anwesenheit des Dichters gelangte in Dresden Werner Deubels Gneisenau- DramaDie l e tz t e F e st u n g" gleichzeitig mit Darmstadt zur Uraufführung. Der preußische Patriot wird mit den Mitteln einer fast volkstüm­lichen Dramatik als romantische Theaterfigur greif­bar gemacht. Auf seiner Seite stehen gleichgesinnt der Brausekopf Schill, der alte charakterfeste Nettel- beck, ein adliges Fräulein, das bei der Belagerung von Kolberg ben Tod findet, unb einige jüngere Offiziere. Gegen Gneifenau steht weniger ber brohenbe Schatten Napoleons, als vielmehr ber volksfeindliche Staatsbürokratismus ber preußischen Machthaber. Zwischen Freund und Feind aber

geistert die Figur eines Spions als Erscheinung von spukhafter Unyeimlichkeit. Es geht in diesemhel­dischen Seelendrama" mehr um innere als äußere Konflikte: Haltung und Gesinnung echten Preußen­tums sollen als Seelenausdruck seherischer Führer­naturen der blinden Gewalt beschränkter Kopfe aegenübergestellt werben. Das alles in der Zeit ber schwersten preußischen Nieberlage, als Kolberg, die letzte Festung, der Uebennacht bes Feindes stand­hält. Mt ben geschichtlichen Tatsachen und Abläufen geht Deubel ganz frei um; ihm tarn »es nur barauf an, den Geist der vaterländischen Bewährung als letzte Ursache der künftigen Freiheitsbewegung be­greiflich zu machen. Das geschieht mit einem ro­mantisch gehobenen Sprachstil, ber von der Regie (Viktor Ahlers) noch betont wurde. Neben hohen Gedanken stehen Stellen von reiner Rhetorik. So kommt es auch, daß sich aus dem Bilder- und Figu­renreichtum keine eigentliche dramatische Gestalt hervorhebt; nur um die Demonstration einer Gesin­nung war es dem Dichter zu tun, unb in biefer Rich­tung lag fein Gelingen. Dr. Hans Schnoor

EineDornröschen"-Oper von Ecsar Bresgen.

Daß das Straßburger Theater in seiner ersten Spielzeit mit ber Uraufführung einer zeit­genössischen Oper herauskommen kann, spricht für feine Leistungsfähigkeit. Generalmusikbireltor Hans Rosbaud ebnete babei dem im Konzertsaal be­reits bekannten, am Salzburger Mozarteum wirken- den Komponisten Eesar Bresgen ben Weg zur Bühne, inbem er die MärchenoperDornröschen" zur Uraufführung annahm. Aus Dem schlichten Mär­chen vom Dornröschen hat der Textdichter Otto Reuther ein Märchen für große Leute geschaffen, indem er zu bem alten Stofs Neues hinzubrachte und ihn vertiefte durchbie drei Uremigen", bie als Sonnenfee, Monbfee unb Erbfee in bas irbische Schicksal eingreifen. Diese Gestalten sind frei von jeder verklausulierten Symbolik. Bresgens Musik schöpft aus dem Schatz alter Volkslieder. Die Melo­dik ist von großer Schönheit And roitb zum Schluß durch einen in zarte lyrische Stimmung getauchten Zwiegesang zwischen Dornröschen unb bem Prin­zen gekrönt, Ein wesentliches Merkmal ber Over ist bie Bevorzugung des chorischen Elements. Die Ur­aufführung war musikalisch von Hans Rosbaud gut ausgewogen worden, Joachim Kiaibers Regie hielt die bllderbogengleich abrollende Handlung in steter Bewegung. Ernst Stolz.

Kleine volitische Nachrichten.

Der kroattsche Stantsführer Dr. Ante P a v e l i c hat Reichsmarschall Göring anläßlich bes Jahres­tages bes Einzuges ber beuischen Truppen in das ehemalige Jugoslawien bie höchste kroatische Kriegs­auszeichnung übermittelt unb babei telegraphisch in herzlich gehaltenen Worten seine besonbere 23er* bunbenheit zum Ausbruck gebracht.

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Der italienische Äehrmachtbericht vom Freitag melbet: Ein seinblicher Hanbstreich gegen eine der kleineren Inseln südlich von Kreta mißlang. Ein Torpebvboot unter bem Kommando von Korvetten­kapitän Eugenio Henke versenkte im mittleren Mit­telmeer ein seinbliches U-Boot.

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Unter Vorsitz bes Leiters ber Parteikanzlei, Reichs­amtsleiter Bormann, führten bie Gauwirtschafts­berater ber NSDAP, unb bie Gauamtsleiter für Technik eine Arbeitstagung durch, die kriegswirt­schaftlichen Aufgaben diente. Es sprachen Staats­sekretär Korner, Reichsminister Speer und Staats- jefretär Fischböck.

Hmiptfchriftleiter: Tr ftdrbrkfi Wilhelm Lange. Stellvertreter dr« t'auvncbrifileliero: Ernst Äliimlcheln Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Qr. W. Lange: für do» Feuilleton: Dr. Han« lhyrtot; für Stadt Gienen, Provinz. Wirtschaft und Sport: Ernst Biumichein.

Truck und vertag: vrühlfche Utvocnhätebrudcrci St. Lange K G. Periagsieiter: Tr.-Ing. Erich Hamaim; Anzeigealeüer: Han» Deck, AnzetgcupretMste Rr. 6.