Donnerstag, 17. September 1942
Af 9 fr d Donner«
Gießener Anzeiger
chs Iten bieg - «lief ;
um 58er. Der. ' edie ittel. lpie=
92. Jahrgang Nr. 219
Gmcbemi raguch, außer Sonntags und feiertags
Beilagen:
Gießener ^amtlienblätter Heimat imBild-DieScholle
Gezugsvreisr
Monatlich.,.. .RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
^51 vrick mid Verlag: ,
wÄÄÄrfjm. vkA>Nch-Uni°erstA»Ori<cIerei«.e-»g- ’
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/, Uhr desVormittagS
Anzeig en-Preile
für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite:
7Rpf. für r>amiltenan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen
14Rvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen
Matzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/»mehr
General-Anzeiger für Oberhessen
Heftige Etraßenkämpfe in Stalingrad
5) enry Kaiser. (Porträt: Dehnen-Dienst.)
Heldenkamps deutscher Infanterie vor Stalingrad
ppgrarnm beendet hätten, was als Antwort auf die rvs Arründigung gelten darf, daß in den Vereinigten 'A Giaaten mehr als hundert Flugzeugträger tm Bau jJL- fti n. Washington verschwieg natürlich, daß es sich Ejy. ie diesem „gigantischen" Bauprogramm in erster
'eg’
tC
t eines zeigen
müder lütt unb riet; für i(beutL),
geLL m3 Leck.
9), 42. rnhaus
04562,
• Der wann urger istung aus. erfen, stein-
Ägner zu überlassen..
hiraide deutete vor einigen Tagen an, daß Japan 2743D bil USA. nicht Zeit lassen werde, bis sie ihr Bau
der alliierten Strategie und gleichzeitig auf den langsamen aber zähen Raumgewinn der Japaner auf Reu-Guinea hinwies. Das war der Stich ins Wespennest, denn der amtierende Ministerpräsident Curtin mußte bei den aufgeregten Erörterungen sogar zugeben, daß er zugestimmt habe, einen Transport von Flugzeugen, der für Australien bestimmt gewesen war, nach dem ägyptischen Kriegsschauplatz umzuleiten. Auch die Streitereien über das einheitliche Oberkommando sind nicht dazu angetan, nervenberuhigend zu wirken. Australien erkennt mehr und mehr, daß es die Hauptlast der Bedrohung durch Japan allein tragen muß, da weder England noch die USA. in der Lage sind, eine wirklich nach strategischen Gesichtspunkten groß angelegte Offensive gegen die japanischen Stützpunkte zu unternehmen. Aus der voreilig hervorgerufenen Illusion, daß der Südwestpazifik durch die alliierten Kriegspläne von den Alliierten „beherrscht" würde, ist die düstere Erkenntnis hervorgegangen, daß er noch niemals so gefährdet war wie gerade jetzt.
$|ue um den Umbau von Handelsdamp- fern handelt, einer „Waffe", der man m japa- michen Marinekreifen mit Gelassenheit entgegensehen Airfte. Gleichzeitig machte Hiraide aber gewisse An- LeUungen auf Seeoperationen ö st l i ch Austra- lirns, „von denen man zu gegebener Zell Horen
Oer Kaiser von Amerika.
D-D. Den „ersten Bauherrn der Nation" hak man ihn in USA. genannt, als Henry Kaiser vor dem Kriege seine Millionenprojekte im Tief- und Straßenbau mit jenem routinierten Tempo des Geschäftemachers handhabte, das ihn seit Jahrzehnten die Spitze aller Konkurrenten hal-> ten ließ. Henry Kaisers System war amerikanisch schlechthin, seine Bauzeit der Rekord der Rekorde.
Wo Kaiser ins Geschäft kam, hieß die Parole Gewinn um jeden Preis. Er scheute keine Spekulation, kein Geld, keinen Bluff, keine Rücksichtslosigkeit, vor allem keine Nerven, um die Zahl seiner Aufträge, Kontrakte und Verträge zu phantastischen Summen zu mehren.
Von Henry Kaisers Produktion im Schiffsbau, in die er im Jahre 1940 einstieg, versprach man sich darum Wunderdinge in Amerika — erst recht, als Roosevelt die Staaten in den Krieg getrieben hatte und die Frage des Kaiserscyen Geschäfts die Frage des amerikanischen Schiffspotentials schlechthin geworden war. Im Jahre 1942 besitzt Henry Kaiser bereits acht große Werften. Was Roosevelt, Knox, Nelson oder Land an Tonnage auf dem Papier errechnen, das soll Kaisers berühmtes Tempo zu einem guten Teil vom Stapel laufen lassen. Kaiser findet auch hierfür einen „Rekord" von angeblich 42 Tagen. Der Jobber Kaiser sieht seine große Zeit gekommen. Er geht an den Bau eines modernen Stahlwerkes und einer Mognesiumsabrik. Er propagiert schließlich die Schaffung einer riesigen Transportflotte aus Flugzeugen. Denn so schnell Henry Kaisers „Rekorde", so schnell hat er dieses erkennen müssen: sein Tempo ist nichts gegen die Versen- kungskraft der deutschen U-Boot-Waffe. Sie schlägt
Kamps >mpio- 8.92); erlin); Berlin), EjlN5- Decker utern), 'axlan.
»Piel- 'ahm mute Leih.
Der. lote. Leih. Dlitte \ Dor "ben- J für rben-
erksam; »rzlichst
t Gießen lbmieteö
der Luftwaffe bei den schweren Kämpfen der letzten Tage besonders ausgezeichnet. Eine Abteilung vernichtete allein an zwei Tagen 21 Panzerkampfwagen, zwei schwere und 15 leichte Geschütze, mehrere Bunkerstellungen und Erdbefestigungen und ein Kraftstofflager. Eine unter dem Befehl von Hauptmann Lutz stehende Sturmgeschützabteilung des Heeres vernichtete in drei Tagen 37 Panzerkampfwagen sowie 15 schwere und 15 leichte Geschütze und zweq schwere Flakbatterien. 17 Bunker mit- Beton- und Panzerkuppeln wurden zerstört! Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bombardierten die zu starken Widerstandsnestern ausgebauten Häuser in der Stadtmitte. Schlacht- und Zerstörerflugzeuge bekämpften Bereitstellungen der Bolschewisten um Ostrande Stalingrads. Die Eisenbahnlinie noch Astrachan wurde mehrmals angegriffen.
Im Raum von Rschew versuchten die Bolschewisten nach stärkerer Artillerievorbereitung die deutschen Stellungen zu durchbrechen. Sämtliche Angriffe brachen im Feuer der deutschen Waffen unter hohen Verlusten für den Feind zusammen. Nördlich von Rschew setzten die Bolschewisten mehrere Angriffe an, hie im Gegenstoß und harten Nahkämpfen abgewiesen wurden. Südlich des Ladogasees und an der Einschließungsfront von Leningrad versuchte der Feind an mehreren Stellen nach stärkerem Artilletiefeuer und unterstützt von zahlreichen Panzerkampfwagen die deutschen Abwehrstellungen zu durchbrechen. Sämtliche Angriffe scheiterten. Feindliche Bereitstellungen südlich des Ladogasees wurden zerschlagen. An keiner Stelle konnte der Feind Geländevorteile erringen.
Blickpunkt Australien
Von unserem Wk.-Berichterstatter.
Von Kriegsberichter Oswald Zenkner.
Nfergebüsch ihre Abschüsse, Pak belfert von den gegenüberliegenden Höhen herüber, Panzer schießen aus der Flanke, Fliegerverbände überschütten uns mit Bomben und drehen vor den deutschem Jägern schnell wieder ab, Salvengeschütze schicken ihren Granathagel herüber, und dazwischen knallen die harten Einschläge der Granatwerfer.
Es ist eine Hölle: das andauernde Detonieren der Granaten aller Kaliber, das heulende Pfeifen der Geschosse in der Lust, der Regen der herunterfliegenden Splitter, der Staub aufspritzender Erdfontänen, die ständig bebende Erde, der beißende" und stinkende Puloerdampf und dazwischen der harte, fast pausenlose Mündungsknall der Abschüsse der deutschen Batterien, das Tacken der Maschinen- aewehre und Maschinenpistolen, die Abschüsse der Karabiner, der trockene Knall der leichten Infanteriegeschütze — dies alles klingt in diesem dröhnenden Kriegskonzert nur wie das tändelnde Gezwitscher leichter Pikkoloflöten. Und doch entscheiden diese leichten Infanteriewaffen und die Männer, die mit den Wafstn in der Hand kämpfen, die Schlacht. Sie müssen einen Bunker, einen Graben, ein Loch und eine Stellung nach der anderen ausräumen und einzeln nehmen. Denn drüben am Hang sitzen die sowjetischen Auffangbataillone, deren Maschinengewehre genau auf die eigenen Bunker und Stellungen eingeschossen sind und die rücksichtslos auf die eigenen Leute schießen, die den Kampf in der Sowjethölle aufgeben wollen.
Wie es in der Stadt selbst aussehen muß, das können wir in dieser Stunde vorerst nicht ahnen. Vor uns brennen die Gebäude am Südrande des Flugplatzes, die Kasernen und die Fliegerschule. Auf dem südlich liegenden Hang, auf dem sich die Bolschewisten eingenistet haben, geht ein Haus nach dem anderen in Flammen auf. Gegen Mittag haben wir die vor uns liegende Hochfläche bewältigt und einen kleinen, in einer Mulde liegenden Vorort genommen. Kaum eines der Holzhäuser ist ganz geblieben, die Dächer sind zerfetzt, die Balken stehen sparrig aus den Bauten, alle Fensterscheiben sind zertrümmert, und die wenigen Bewohner, die noch geblieben sind, hausen in Erd- und Kellerlöchern.
Das ist das erste Angriffsziel des Regiments. Der Kommandeur befiehlt sofort Gefechtsstandwechsel. Es ist gar nicht daran zu denken, daß wir die zwei Kilometer bis zur Muße fahren können. Unser Wagen hat schon zwölf Einschüsse, aber der Motor läuft noch tadellos; das Fahrzeug muß geschont werden. Sprungweise kommen wir über die Hochfläche und den Hang, auf dem schweres sowjetisches Artilleriefeuer liegt. Das Gewitter der Salvenschüsse braust über uns hinweg, wir können uns gerade noch hinwerfen, mitten in eine Gruppe gefallener Sowjetarmisten. In das pfeifende Surren
paner gleichzeitig ihre Truppen und ihr Material auf Neu-Guinea ständig verstärken, also zu erkennen geben, daß sie gewillt sind, ihre Strategie sowohl vor Papua und vor Port Moresby in keiner Weise zu ändern oder die Taktik sich vom Gegner vorschreiben zu lassen. Schon darin liegt eine große UÜberlegenheit, die von den Briten und Yankees nur dadurch wettgemacht werden könnte, Saß sie ihre aus der Verteidigung vorgenommenen Angriffshandlungen so zu steigern vermögen, daß sie ihrerseits die Japaner in die Defensive zu drängen vermöchten. Dazu sind die Gegner Japans aber nicht stark genug, eine Erkenntnis, die in Australien geradezu eine Schockwirkung aus gelöst hat. Zu allem Ueberfluß hielt der frühere Ministerpräsident Hughes auch vor einigen Tagen noch eine Rede, in der er ausdrücklich auf diesen defensiven Charakter
DNB.-Funkspruch. 16. Sept. (PK.) Der schwere Kampf um Stalingrad neigt sich dem Ende zu. Morgens um 4.45 Uhr sind die Infanterie- Divisionen eines Armeekorps zum Sturm an- getreten. Vom Kommandierenden General bis zum Schützen Müller, der vorn im Loch die 75. Nacht feit Beginn der Offensive unter freiem Himmel schlief, weiß jeder Soldat,, daß es ein schwerer Kampftag werden wird. Die Bolschewisten denken gar nicht daran, diese Stadt aufzugeben, sie verteidigen sie mit Klauen und Zähnen und mit allen Waffen, die ihnen noch zur Verfügung stehen. Und wir denken noch weniger daran, uns kurz vor dem Ziel den Sieg entreißen zu lassen; wir greifen mit aller Kraft an. So tritt die große Schlacht in die letzte Phase eines erbitterten Ringens, das eine Zerreißprobe der Waffen, des Materials, der Organisation des Nachschubs und vor allem aber der Menschen ist.
Das Gewitter der Artillerie bricht los. Auf engstem Raum stehen die schweren Waffen in den Feuerstellungen und schießen in das Feftungskampf- feld vor der Stadt. Die Sturmgeschütze haben in den Kampf eingegriffen, und mehrere Batterien der Flak sind in der vordersten Linie in Stellung gegangen. Denn vor den deutschen Schützenlöchern sind wieder die sowjetischen Panzer aufgefahren, durchweg 26-Tonner des Musters T 34, die zuerst ausgeschaltet werden müssen. Sie stehen in Löchern, in gut gedeckten und getarnten Rampenstellungen und bepflastern die Hochebene, über die wir hinweg müssen, mit ihren Granaten. Es dauert Stunden, ehe auf engem Raum an die zwei Dutzend schwerer Sowjetpanzer niedergekämpft sind. Dazwischen hämmern die leichten und schweren Batterien unserer Artillerie, bellen die harten Abschüsse der Flak und der Pak, zieht sich das vernichtende Gewitter der Kampf- und Schlachtflieger zusammen, die in rollenden Einsätzen ungeachtet der starken sowjettschen Flakabwehr und der ständigen Bedrohung durch feindliche Jagdverbände — ein Ziel nach dem anderen angrerfen. Dor uns liegt auf einer Hochfläche derStalingxaderFlughafen. Seine Rollbahn ist längst von der deutschen Luftwaffe umge- pflügt worden. Nun fällt der Bombenhagel in die Gebäudemassen der Kasernen und der Fliegerschule, aus denen die Bolschewisten herüberschießen. Schwere schwarze Rauchfahnen stehen kilometerhoch über der Stadt. Große Brände lodern, der Flughafen • und seine Baulichkeiten verwandeln sich in ein einziges brennendes Trümmerfeld. Es ist alles zum Greifen nahe, und doch fin- wir n o ch la n g e nicht da.
Denn nun hat sich die sowjetische Artillerie em» geschaltet, mitten aus der Stadt schießen die Batterien, jenseits der Wolga sehen wir im dichten
Berlin, 16. Sept. (DNB.) Ostwärts und südlich von Noworossijsk wurden bolschewistische Gegenangriffe abgewiesen. — An der Terekfront tpar ein deutscher örtlicher Angriff erfolgreich, während mehrere feindliche Gegenstöße zerschlagen wurden. Im Kaukasusgebiet zeichneten sich bayerische und württembergische Gebirgsjäger besonders aus. Auf Höhen bis zu 3000 Meter stellen die Kämpfe an die selbständige Entschlußfähigkeit jedes einzelnen Gebirgsjägers höchste Anforderungen. Weder zahlenmäßige Ueberlegenheit noch genaue Kenntnis des Geländes nützt dem Gegner. Die oft mit Unterstützung schwerer Infanterie-Waffen und Artillerie vorgetragenen Angriffe brachen unter blutigen Verlusten für den Gegner zusammen.
Im Feftungskampffelo von Stalingrad dauern die heftigen Straßenkampfe an. Alle verzweifelten Versuche der Bolschewisten, den Einschließungsring zu lockern oder zu durchbrechen, scheitern unter schwersten blutigen Verlusten. Jedes Haus ist in ein verharrikatiertes Widerstandsnest verwandelt worden. Häuserblocks bilden festungsartig ausgebaute Stützpunkte mit Infanteriewaffen, Artillerie und schweren Geschützen. Infanteristen und Pioniere brechen mit zäher Ausdauer Stück für Stück dieses Kampffeldes heraus und dringen weiter in die Stadt vor. Im südlichen Stadtgebiet gelana es, eine weitere starke Stellung des Feindes zu durchbrechen und in erbittertem Straßenkampf weiter Boden zu gewinnen Die harten Käinpfe dauern ununterbrochen an.
Unter persönlichem Einsatz ihres Divisionskommandeurs, Generalleutnant Hoffmann, haben sich die Flakartillerieabteilungen einer Flakdivision
der Granatsplitter und in den Gestank der abziehenden Pulöerschwaden mischt sich das leise Summen tausender glitzernder Schmeißfliegen und der widerlich süßliche Geruch verwesender Kadaver. Und mitten in diesem höllischen Krachen steht ein verwunde- tes Panjepferd, das zu schwach ist, sich vom Platz zu bewegen — ein unvergeßliches Bild der hilflosen Kreatur in diesem Drama des Krieges.
Wir sind im Vorteil, unt) dieser Vorteil muß aus- aenutzt werden. Das Feuer der feindlichen Artillerie läßt nach, die Panzer sind ausgeschaltet, die Feldstellungen auf den gegenüberliegenden Hängen wer- den von der eigenen Artillerie niedergehalten. Aber die Kämpfer brauchen auch eine kurze Pause, sie müssen wenigstens Atem holen, ein Stück Komißbrot kauen, einen Schluck Wasser trinken oder aus den zerstampften Gärten eine Tomate beißen können. Es ist gar nicht daran zu denken, daß die Essenholer vor dem Abend durchkommen.
Der' Regimentskommandeur dikttert in seinem Erdbunker dem Schreiber den neuen Regimentsbe- fehl. 12.30 Uhr tritt das verstärkte Infanterie-Regiment um Ang riff a u f das zweite Tagesziel an. Auf dem jenseitigen Hang stehen die Trockenhäuser einer Ziegelei, die noch genommen werden müssen, dann hat das Regiment die letzte Höhe vorderStadt erreicht. Ein junger Leutnant wird zum Kommandeur befohlen. Der Offizier trägt das E. K. I und das Jnfanterie-Sturmabzeichen. Der Kommandeur befiehlt dem Leutant: „Sie setzen sich an die Spitze des Bataillons, führen den Angriff und reißen durck ihr Beispiel der Tapferkeit das ganze Bataillon mit. Die Häuser auf der Höhe müssen genommen werden, sonst war der ganze Angriff umsonst."
Um 15.15 Uhr hat nicht nur dieses Bataillon, sondern das ganze Regiment seinzweitesTages- ziel erreicht: die letzte Höhe vor Stalingrad! Gleichzeitig ist das Nachbarregiment heranaekommen und damit der Anschluß nach rechts hergestellt. Ebenso hat die linke Nachbardivision den Süv- und Südostrand des Flugplatzes erreicht. 500 Meter weiter beginnt das Häusermeer der Stadt.
Die Stürmer graben sich ein, nachdem das Vorgelände vom Feind gesäubert worden ist. Am fernen Horizont der weiten Donsteppe versinkt der Sonnenball hinter den Schleiern dichter Staubwolken. Das Abenlicht glüht rot und flammend und breitet sich dann wie ein feuriger Schleier aus, ehe die Dämmerung jäh und plötzlich hereinbricht. Die ersten Sterne schimmern, bann ziehen sich stahlgraue Wolken wie Batikmuster zusammen. Die zarte Sichel des zunehmenden Mondes schimmert wie ein Lichthauch aus Filigran. Beißender Qualm zieht über die Hänge, und rundum züngeln die Flammen glofender Brände wie riesige Wachtfeuer auf.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Tokio, im September 1942.
Die Strategie im pazifischen Raum folgt ihren cqenen Gesetzen. Als die Japaner Burma von der ditischen Herrschaft befreit hatten, orakelte man in i tr Weltöffentlichkeit darüber, ob als nächster i chritt der Angriff auf Indien erfolgen i ürde. Die Briten stellten sich in ihrer Agitation 1;rauf ein und versuchten, die Inder gegen die Ja- *ner aufzuhetzen, gleichzeitig aber mit allen Mit-
n, die von ihnen selbst .hetbeigeführten Gegen- tze skrupellos zu verschärfen. Nun, die Voraus- gen trogen. Die Japaner blieben an Iren grenzen stehen, eine Taktik, die nicht allein lrch die — Anfang Oktober beendete — Regen- 3?it geboten wurde, sondern bei der auch poli- Ische Ueberlegungen eine Rolle gespielt 1 den dürften; denn die führenden Männer in - jfio sind sicher sehr genau darüber im Bilde ge- 1 sten, welcher Zündstoff sich nach dem Besuche i n Cripps in Indien angesammelt hatte. Die e i t kann auch hier nur im Sinne der japanischen olitkk arbeiten.
Dor etwa einem Monat schien sich dagegen I r Schwerpunkt des kriegerischen Geschehens in J tasien nach bepi nördlichen Pazifik ver- ttgert zu haben. Damals standen die A l e u t e n in Blickpunkt des Interesses, so daß pon den poli- tschen Okakeln in Washington und London bereits »gebeutet würbe, Australien sei in bie Etappe ge- Mt. Auch hier hatte man sich zu Fehlschlüssen ttrleiten lassen, wobei sicherlich ber Wunsch bereiter des Gedankens war. Die Ereignisse bei den Ealomon-Jnseln dürften die USA.-Strategen fo^in belehrt haben, daß Japan es unter keinen Umständen duldet, in seiner Südostflanke in die 2>fensive gedrängt zu werden. Es liegt für Wall ngton eine gewisse Zwangsläufigkeit in dem Ersuch, wenigstens die südliche Route an den Satt non-Jnseln vorbei für große Transporte offen« zchalten, denn ber Weg über ben Norden ist ben Ixnfees burch bie Besetzung ber Aleuten-Jnseln Di:baut, während die Seeschlacht bei den Midways «chdrücklich darüber Aufschluß gab, daß ohne Guam Hd Wake ein Vorstoß direkt von Hawai nach $ pan unmöglich ist. Wenn man also in den USA. . im dem Angriff auf die Salomon-Jnfeln als von iner zweiten Front „zur Entlastung der Sowjets" spicht, so ist das eine ber typischen Ausreden, die lii die Verlegenheit auf der Gegenseite offenbaren.
Wie groß diese Verlegenheit ist, geht am besten kraus hervor, daß man in Washington vergeblich erraten sucht, wohin die n ä ch st e n Schläge der Japaner fallen werden. Japan hat es von jeher in 6 fern Kriege verstanden, durch die Weitgespanntheit •jener Unternehmungen den Gegner zu lähmen und zu verwirren. Die Gleichzeitigkeit seiner Operationen htt es weder den Briten noch den Nordamerikanern !ittet, ihre Kräfte an einem Punkt zu konzen- en. Als Java besetzt wurde, fiel gleichzeitig n g u n ; am gleichen Tage landeten aber auch nische Streitkräfte auf Neu-Guinea. Es ;n sich noch mehrere Beispiele anführen, so vor n die meisterhafte Tarnung ber Aleuten-Be- ng burch ben zur gleichen Zeit unternommenen stoß nach ben Mibway-Jnseln. Das Rätselraten Gegner Japans ist also berechtigt, beweist aber , in welchem Maße Japan bie strategischen Iain ber Hanb hält. Es ist nicht gewillt, sie bem
nerbe". .
I fon Australien selbst ist man seit der Schlacht bet ier Salomon-Inseln jäh seiner HUflosigkeit und LcAassenheit bewußt geworden. Die zähe Methodik ir japanischen Strategie, die genau immer die Gdmittpunfte der australischen Verbindungslinien ilgu treffen weiß, hat für Australien etwas Lahmende-. Von den USA. her gesehen ist der Vorstoß raf) ben Salomon-Inseln der Versuch, sich an de er entscheidenden Stelle festzusetzen und den Japanern zuvorzukommen, sie also in die Defensive j'zu zwingen. Sie haben sich aber nicht überraschen (o||en, denn sie wissen sehr wohl, baß die Be- > stwschung ber Salomon-Inseln zusammen mit der *ermäh-)■ ^uas/bas auf bem Wege nach ben Salomon- ' f Kein spitz in bas Korallenmeer hineinragt, aus- > st-iggebend für die Beherrschung Australiens ist. i ater gerade an diesen Punkten konzentriert sich der oinmerl8d Kampf der Japaner. Die gelandeten USA.-Truppen Maui ben Salomon-Inseln sind eingekreist, em ver- ,,2 lvrnes Häuschen in ber unendlichen Weite des ' M/? Pastfik. Der endgültige Besitz Papuas ist zwar noch uirtritten, aber für Australien bedeuten die Kämpfe 1! ein Alarmzeichen erster Ordnung, zumal bie Sage ''hei Port Moresby alles andere als beruhigend Pst unb bie Besetzung der Norbaustralien vorge- Icgtrten Inseln Aru Kei und Tanimber eine .peitere Voraussetzung für ben Angriff auf Australier bißet.
1 2*ie australische Presse macht immer wieder mit demlichen Anzeichen heftiger Nervosität auf blese miralgischen Punkte aufmerksam, wobei ausschluß- nie) äst, daß die übertrieben optimistischen nord- ßÄ'5> afrikanischen Meldungen keineswegs zur Beruhl- giia beigetragen haben. Denn man übersieht in C ■ M'tralien keineswegs, baß die USA. bei ben Sa- *61< lmvn-Jnseln zur Offensive übergegangen sind, weil ofstraße! st aus einer Defensivlage heraus nicht anders |Q jfmnten. Als Erschwerung kam hinzu, daß die Ja-


