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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen)

M. 14 Zweites Blatt

Werner Egks

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schungssucht und Eigennutz gewesen.

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den

Pferd und den Falken.

das

und das

ohne Opfer seinerseits siegreich zu kannt.

Oer Panzerbefehlswagen General Rommels.

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Brunhilde liebt den bitteren Dunst der Pferde­ställe, die Pferdckoppeln, über die das Wiehern der Hengste schmettert, sie liebt den scharfen Geruch des Leders, den öden Staub der Aschenbahnen, der unter dem Fuße der Wettläufer auffliegt, sie liebt den jähen Knall des Startschusses, die zitternde Haut der vom Rennen zurückgeführten Pferde, sie liebt die klirrende Härte des Hafers und die schwüle Gärung des Heus.

Moritz", der Panzerbefehlswagen General Rom­mels in der nordafrikanischep Wüste. (PK.-Aufnahme: Kriegsberichter Zwilling jSch.j.)

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Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts war es

sind darin versteckt.

Lieblingsbeschäftigungen.

Brunhilde ist ein glücklicher Name für Kugel­stoßerinnen und Diskuswerferinnen. Weit, von der Kraft fester Armmuskeln beflügelt, schleudcktt Brun­hilde den Speer. Ehrgeizig folgt der gespannte Blick dem gewölbten Flug, bis der Speer sich in die Erde spießt. Sie übt das Bogenschießen, und in schöner, amazoneckhafter Haltung schnellt sie die gefiederten Pfeile auf die runde, mit Ringen ver­sehene Bastscheibe ab. Brunhilde steht auch auf dem Schießstand, das Gewehr an die Backe gerissen, und zerschmettert treffsicher in die Luft geschleuderte Tontauben. Sie betreibt leidenschaftlich Hockey, das harte kämpferische Spiel, eine schnellaufende- nade, deren kräftiger und genauer Schlag gefürch­tet ist. *

Auf den Bildern der Maler trägt Brunhilde eine Haarkrone feuerroter oder bernsteinfarbener Locken. Die Haltung ist stolz und gebieterisch, die linke Hand stützt sich auf einen Schild, die rechte spannt sich um einen Speer. Ihr kühler, durchdringender Blick späht in die grenzenlose Weite. Schwarze Raben umfliegen sie-

jedenfalls, nach- Bundesgenossen und einen ein-

Sie liebt den Tag mehr, als die Nacht, Wachen mehr als den Schlaf.'

Brunhilden sind herrschsüchtig, selbständig, unter­nehmungslustig und tatkräftig. Ihre Schrift steht steil und groß auf dem Papier und fegt mit küh­nem Schwung einher, Dolche und Schwertspitzen

erkauf. Gießen

verloren MerAlnur.'

Sie. liebt das Eichenblatt und den Lorbeerzweig, die Zeichen des Sieges. Sie schätzt das Eisen, den Marmor und die Bronze, darin die Dauer des Ruhmes und des Sieges bewahrt wird. Von Tieren bevorzugt sie den heiser bellenden Wolf feinen Verwandten, den Schäferhund, auch

Fest steht aber: England hatte dem es sein Ziel erreicht, seinen verlassen, das Bündnis gebrochen fettigen Frieden geschlossen. Es hatte Kanada und das Ohiotal gewonnen und die Fesseln seiner nord­amerikanischen Besitzungen gesprengt. Das Hinter­land bis zum Stillen Ozean war frei. Der englische Minister Pitt erkannte selbst an, daß er diesen Er­folg wesentlich Friedrich dem Großen zu verdanken hatte: denn er hatte Frankreich auf dem Festlande gebunden. Ohne ihn wäre der Sieg für England unmöglich gewesen. Somit hat kein anderer als Friedrich der Große für England Kanada erkämpft, für sich dagegen Schlesien nurbehauptet", d. h. alles andere als imperialistische Politik getrieben. Was für Friedrich den Großen nur Sicherung seines Lebensraumes war, war für England Weltbeherr-

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sehr zweifelhaft, ob Nordame.rika und Indien eng- lischoder französisch werden würden. Frank­reich zersplitterte seine Kräfte, indem es gleichzeitig sein Festlandsgebiet auf Kosten Deutschlands ein- 4 schließlich der noch zum Reiche gehörigen südlichen

Niederlande zu erweitern suchte. England hielt starr seinen Blick auf Ueberfee gerichtet und suchte seinem Gegner unter dem Programm des europäischen Gleichgewichts immer neue Festlandsgegner zu er­wecken. Alte und stets neue englische Politik.

In Nordamerika war die überwiegende Macht­stellung Frankreichs offenbar. Dünne englische Siedlungen erstreckten sich vom heutigen Staate

Nun hatten die Engländer kein Interesse mehr an den Festlandskriegen. Sie rieten daher Friedrich dem Großen, seinerseitsOpfer" zu bringen, um den Frieden herbeizuführen. Denn England hatte ja seinen eigenen Gewinn nun eingesteckt Es ent­schloß sich daher seinerseits zu dem einseitigen Frie­den mit Frankreich und ließ seinen Bundes­genossen im Stich: England stellte die weite­ren versprochenen Subsidienzahlungen ein. Schon damals also ließ England jeden Verbündeten im Stich, sobald es seiner nicht mehr bedurfte. Wie es Friedrich dem Großen trotzdem gelang, nach dem Tode der Kaiserin Elisabeth von Rußland den Krieg ......"' beenden, ist be-

Preußen übria, das sich seinerseits von allen Seiten bedroht sah. Es schien ein natürlicher Bun­despartner zu sein.

Die Engländer der König von England war auch Kurfürst von Hannover, stellten ein Fest­landsheer, fast ausschließlich aus Hannoveranern, Braunschweigern und anderen deutschen Hilfs-- oölkern unter dem Befehle des Sohnes König Georgs III., des Herzogs vom Cumberland, auf. Doch dieser ließ sich bei Hastenbeck schlagen und schloß die schmachvolle Kapitulation von Kloster Zeven: die Franzosen hielten Hessen-Kassel, Han­nover, Braunschweig besetzt und bedrohten Halber­stadt und Magdeburg., Da griff Friedrich der Große ein und schlug die Franzosen bei Roß­bach. Dem von ihm bestellten Feldherrn Herzog Ferdinand von Braunschweig gelang es, die Franzosen in wiederholten Schlachten zurückzu- treiben und Norddeutschland zu befreien.

Inzwischen war es den Engländern gelungen, die Franzosen in wiederholten Seeschlachten zu schlagen und nach der siegreichen Schlacht bei Que­bec, in der der englische und französische Oberbe­fehlshaber fielen, Kanada zu erobern.

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Friedrich der Große eroberte für England Kanada

Von Profslssor Dr. Conrad Bornhak, Berlin.

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10 Uhr vieler msrnppe. ,il 0.« RM.

Verächtlich erklärte Sir Robert Dansittart, einer der widerlichsten, aber auch einflußreichsten englischen Kriegshetzer:Friedrich der Große war ein unangenehmer kleiner Preuße, unmoralisch und mit einem Hang, sein Wort zu brechen. Er war ein Verräter öffentlicher Moral." Einst war Fried­rich der Große den Engländern nicht so unange­nehm. Und wer den Verrat beging und seinen Bundesgenossen betrog, das was nicht Friedrich der Große, sondern in altgewohnter Weise der

An den nebelumwogten Fjorden des Nordlandes lebte die Walküre Brynhild, die sich 'gegen Dbin, den düsteren Gott, empörte. Wegen Ungehorsams wurde sie mit dem Schlafdorn gestochen. Hinter einer wabernden Feuerlohe ruhte die nordische Hel­denjungfrau, bis Siegurt, der nordische Siegfried, das lodernde Feuer durchschritt und von ihr den bannenden Zauber nahm.

Landschaften für Brunhilde.

Man erwartet Brunhilde in schroffen und stren­gen Landschaften: baumentblößte, von Urzeiteneis abgeschliffene und abgenagte Bergmassen, in die das Wasser gewundene und enge Fjorde hinein- schneidet. Ihrem Namen gemäß sind Steinzacken, Felsen, aufgetürmte und regenverwitterte Blocke und Trümmer, moosbewachsene Findlinge, gebut kelte Hünengräber, zähe Ginsterruten, Farnwedel und Dornenbüsche. Es sind Landschaften, von Ge­wölk überschattet, das schnell dahinzieht, Nebelsah­nen treiben hindurch, aus dem aufgenssenen Schlund der Schluchten steigt zerstäubter Wasser­dunst, ein Wald wächst mit dunklen Flanken über die Hügel.

Eigenschaften.

Eine Brunhilde schätzt große Musik: Sympho­nien, die mit einem gepeitschten gefegten Geigen- strich erklingen; sie schätzt den Wirbel von Trom­meln, den hohlen Klang von Pauken und das Ge­waltsame und Vorwärtsstürmende der Marsche. Sie berauscht sich am Brausen der.Wasserfälle, am Donner der Lawinen, am Geknatter der Blitze, am Sausen von winddurchkämmten Fichtenwipfeln, am harten gleichmäßigen Tritt von Soldaten, am Ge­dröhn von Flugzeuggeschwadern.

*

Brunhilde liebt frisches Wetter, von einem fernen Regen gekühlt, Wolkenzüge, das Meer, Heiden mit Eichen und Birken, Inseln, deren zernagtes Gerippe vom Brandungsschaum umkränzt ist, Bernstem- kugeln, die zwischen Tang und Schlick mit gelbem Goldlicht funkeln.

Sie liebt bas Wasser in jeder Form: me weißen Tauperlen, die Schneeflocke, den Nebel, die Quelle, den warmen Regentropfen, den kalten Gießbach, den Wasserfall, die Schwärze der Tümpel, die Flüsse, das Eis, den See in den Bergen und das Meer.

Brunhilde ich höre eine schwere, wuchtig ge­schleuderte Eisenkugel gegen eine Mauer prallen; ich höre das dumpfe Zuschlägen eines metallge- platteten Tores; ich höre eine gepanzerte Reiter­schar über eine holzgebohlte Brücke traben.

Brunhilde ich sehe eine jähe Feuersbrunst die schwarze Nacht röten; ich sehe einen grellen Blitz durch schweres Wettergewölk zucken; ich sehe den Glanz von sonnenbeschienenen Waffen und Schil­dern auf einer mittelalterlichen Reisestraße, die am Rhein entlangführt.

Brunhilden der G e schichte.

Der Osten und der Süden haben keine Brunhil­den heroorgebracht, nur der dämonische blutge­tränkte Westen und der wilde, von Eisfarben um­spielte Norden. ..

In der Nibelungensage ist eine Brunhilde Die Gemahlin des Nibelungenkönigs Gunther. Mit gif­tiger, fahler Eifersucht verfolgt sie den strahlenden Siegfried und ist mitschuldig an seiner Ermordung.

Eine andere Brunhilde war die Tochter des west- gotischen Königs Atanagild. Sie heiratete den Kö­nig Siegbert von Austrasien und herrschte nach seinem Tode über die Länder Austrasien und Bur­gund. Auf Befehl des Frankentönigs Chlotar wurde sie von Pferden zu Tode geschleift. Die lan­gen Haare flatterten durch den Staub und das Ge­sicht und der Leib der Königin wurden von Steinen und Dornen zerfleischt, aber die Gemarterte flehte nicht um Erbarmen, sondern verwünschte und ver­fluchte Chlotar bis in die nachfolgenden Ge- scklechteL.

Das jüngste Werk Werner Cats, feinCo­lumbus", der jetzt von der Frankfurter Oper uraufgeführt wurde, beschäftigt den eigen­willigsten unter den jüngeren deutschen Kompo­nisten nun schon seit zehn Jahren. Die Neugestal­tung der Funk-Kantate von 1932 für die Opern­bühne bedeutet nicht nur eine scharfe Biegung im bisherigen Entwicklungswege Egks, sie stellt auch die Gattung Oper selbst erneut zur Diskussion. Der Komponist so schlagkräftiger Werke klangsinnlicher Anschaulichkeit, wie es dieZaubergeige", der Peer Gynt" und das TanzspielJoan von Za- rissa" waren, lenkt mit demColumbus" zur Gat­tung des Lehrstücks zurück. An die Stelle des Sinn­bildes tritt das Bildnis, an die Stelle der dichteri­schen Fabel der historische Bericht. Die Direktheit der Mitteilung hebt die künstlerische Immanenz der Form auf. Anstatt nach herkömmlicher Art ein Leben zu konzentrieren in eine sinnbildlich aus­druckskräftige Episode, die doch das Ganze in sich schließt, umwirbt Werner Egk die tragische Idee seinesColumbus" in vielen Stationen. Sie bauen von dem Antrag der Expedition beim König über Erfolg und Unglück bis in die Verlassenheit des schmählichen Todes mit epischer Technik ein Mosaik­bild auf, überbrücken in direkten Berichten zweier Sprecher die biographischen Lücken und ziehen in den (textlich unverständlich bleibenden) Chören die Nutzanwendung für den Betrachter.

Die Wirkung wird damit nicht allein von muft« tauschen und dramatischen Elementen bestimmt. Die geistige Aneignung des Ganzen verlangt vom Zu­schauer erhebliches Mit-Denken. Die spontane Reaktion ist gemäß den nach Wert und Form unter­schiedlichen Episoden des Musikgemäldes verschieden. Egk stellt neben ausgesprochen asketisch wirkende Musitkszenen Bilder, die die rhythmische Verve und

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Maine bis hinüber nach Georgia. Dirginien war schon unter der Königin Elisabeth erworben und mit Plantagenbesitzern und Sklavenwirtschaft besiedelt. In den nördlichen kleinen Gebieten von Massachus- sets aus hatten sich die Pilgerväter, vor dem Glau­bensdruck der Stuarts flüchtende englische Puritaner, niedergelassen. Mit der Zeit war es auch gelungen, die zwischen beiden Gebieten liegenden Zwischen- länder von Holländern und Schweden zu erwerben. Neuyork hieß einst New Amsterdam.

Doch hochgefährlich war die NAchbarschaft der französischen Siedlungen. Am Lorenz­strom erstand die französische Kolonie Kanada. Und von New Orleans, den Mississippi hinauf erblühte die nach dem Sonnenkönige benannte Kolonie Louisiana weit über das Gebiet des heutigen Staa­tes Louisiana hinaus. Beide Kolonien hatten das Bestreben, über die großen Seen hinaus zusammen­zuwachsen und damit die englischen Siedlungen zu ersticken. Noch heute erinnern im mittleren Westen Namen wie St. Louis, Louisville und Detroit daran, wie nahe man schon dem Erfolge war. Die englischen Kolonien drohten, zu reinen Küstensied­lungen zu werden, während das ganze Festland an Frankreich fiel. Da galt es für England, dieses Land zu sprengen.

Die Franzosen bauten eine Reihe von Forts zwi­schen Louisiana und Kanada und schnürten damit die englischen Küstenkolonien vom Hinterlande ab. Die englischen Ansiedler suchten dieses Band zu sprengeü und befanden sich bereits mit den Fran­zosen im Kayipfe, wobei sich besonders Georg Ww shington auszeichnete. Da sah sich England endlich zur Kriegserklärung gezwungen.

Es suchte einen Bundesgenossen aus dem Fest­land und wandte sich zunächst an Oesterreich. Doch den Oesterreichern war vor allem an dem Kampfe gegen Preußen gelegen, ynd sie wollten sich mit Frankreich, mit dem sie schon in Unterhand­lungen standen, nicht entzweien. So blieb .nur

Phantasien um Brunhilde.

Von Anton Schnack.

Namensdeutung.

Ein Name, der zu gezackten Mauerzinnen paßt und zu schnaubenden und mit der Trense klirren­den Pferden. Er paßt zum Heulen des Herbst- sturmes, der die Wipfel der Wälder biegt; er paßt zum Brandungsdonner des Meeres, das an Steil­küsten schaumigen Gischt emporschlägt, und er paßt zum Knallen von Jägerschüssen, deren Echo aus entlaubten Schluchten widerhallt.

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. früher durch den Versailler Frieden von 1763, a I s iPßrgebpis des Siebenjährigen Krie - r ges, als Ergebnis der Festlandskämpfe Fried-

Columbus".

die faszinierende Klangvitalität seiner früheren Werke aufweisen. Immer aber, ob er nun Colum­bus ein iebeum oder das Königspaar ein Agnus Dei anstimmen, den Herold eine päpstliche Ur­kunde verlesen läßt, ob er die Kaschemmenluft der Desperados verdichtet oder die Enttäuschung des Columbus in einer trauervollen Wahnsinnsarie ausschwingen läßt, erweist sich Egk als ein Meister der Form. Sein satztechnisches Können, seine un­sentimentale Eigenwilligkeit und die Bindung heterogener Kunstmittel zur Form eines Theater­abends bezeugen die Stärke der Persönlichkeit.

Die Aufführung war ein Zeugnis für den auf­geschlossenen Ernst, mit dem in Deutschland wäh­rend eines Krieges auf Leben und Tod künstlerische Probleme um elementare Grundsätze der Musik­bühne als geistige Lebensfragen der Nation prak­tisch erörtert werden. Unter der streng stilisierenden Regie Hans Meißners, in den optisch be­schwingenden Szenerien von Hellmuth Jür­gens und unter der scharf profilierenden musika­lischen Leitung Franz Konwitschnys stellte die Frankfurter Oper eine der möglichen Ausdeu­tungen des Werkes überzeugend auf die Bühne Hellmuth S ch w e e b s fang mit feinem klangpräch­tigen profunden Baß die in baritonale Höhen ge­triebene Titelpartie und faßte als Darsteller den Columbus mehr als den in fein Schicksal ergebenen als den dämonisch aktiven Abenteurer auf. König und Königin- erhielten von den hohen Singstimmen Jakob Sabels und Clara Ebers' einprägsames Profil. Trefflich hielten sich Gerhard Leglers Chöre. Das von vielen Fachleuten durchsetzte Publi­kum reagierte sehr lebhaft und bereitete dem Kom­ponisten und seinen ausführenden Künstlern am Schluß einen Triumph, der noch den eisernen Vor­hang öffnete. Johannes Jacobi.

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Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Friedrich der Große hat in siebenjährigem Kampf gegen drei . Großmächte des Festlandes nicht nur das auf Grund alter Erbansprüche und in zwei Friedens­schlüssen erworbene Schlesien behauptet, son­dern auch den Engländern als Festlandsdegen, ohne den sie niemqis hätten siegen können, Kanada, ihre dem Umfange nach größte und daneben mäch- , tigste Kolonie, erobert. Auch in Deutschland ist diese Tatsache oft ühers^hen ober gar vergessen worden Kanada ist nicht in den Stürmen der französischen

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Aus Oer Stadl Gießen.

Kleinigkeiten.

Das tägliche Leben setzt sich manchmal aus lauter Kleinigkeiten zusammen. Das wissen wir alle, aber nicht jeder zieht die notigen Schlußfolgern nagen daraus Gar zu schnell sagen wir:Ach auf solche Kleinigkeiten kommt es nicht an!" Wenn es bann Streit gibt, schieden wir es gern auf die Pedan­terie der andern und bilden uns ein, wir seien er­haben über solche Belanglosigkeiten

Die Beachtung von besonderen Eigenheiten und die Rücksichtnahme auf unsere Nächsten sollen und dürfen nicht als kleinlich bezeichnet werden. Wer aufmerksam bas Leben ftubiert, wird halb merken, daß viele Zwistigkeiten und Feinbschaften durch Nichtbeachtung solcher Kleinigkeiten entstanden Wir kommen manchmal zu ber Heberzeugung daß es sich die Menschen boch gegen ihren Willen im Leben recht schwer machen. Auf ber einen Seite herrscht Nachlässigkeit, auf der anbem Seite bricht plötzlich das Gewitter los, weil man sich dort nicht beherrschen kann

Da steigt ein Herr mit viel Gepäck in ein leeres Abteil des Zuges. Er hat Platz genug und belegt fo nebenbei die halbe Bank. Dann nimmt er seine Reiselektüre und beginnt zu lesen Aus der nächsten und übernächsten Station steigen Reisende zu. Alle sehen nach dem Gepäck und denken, diese Plätze seien belegt, sie müssen mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Da aber niemand kommt, fragt endlich einer, ob man das Gepäck denn nicht in das Netz legen könnte. Hoffentlich entschuldigt sich der Le­sende und macht die Plätze frei. Es gibt aber auch Volksgenossen, die in solchen Fällen knurren und unfreundlich sind. Die Folgen bleiben dann nicht aus. Warum sein Gepäck nicht gleich an den rich­tigen Platz legen?

Wenn einer in eine überfüllte Straßenbahn ein« steigt und beim Bezahlen ber Fahrkarte einen Zwanzigmarkschein herauszieht, darf er sich nicht wundern, wenn die Schaffnerin ärgerlich wird und ihn daraus aufmerksam macht, daß man sich bei der Benutzung der Straßenbahn Kleingeld ein­stecken muß.

Daß im Zusammenleben der Familie oft solche Kleinigkeiten das Leben schwer machen, ist bekannt. Wird die Hausfrau nicht ärgerlich, wenn sie ihre Schere suchen muß? Sie ist nicht in dem Nähtisch­chen, niemand hat sie natürlich gesehen! Es gibt hitzige Worte, ärgerliche Rechtfertigungen und oft auch häßliche ©egenantroorten.

Ueberhaupt, was ist nicht alles schon gesucht worden? Vom Kragenknopschen angefangen bis zum neuen Winterhut. Dabei ist es doch so leicht und einfach! Di-e Sachen müssen nur an ihren rechten Ort!

Wenn der Hausherr ärgerlich heimkommt, die Aktenmappe auf den Tisch wirft, den Hut aufs Sofa schleudert, den Mantel über den Stuhr (egt und die Handschuhe schon draußen auf dem Vor­platz abgelegt hat, bann darf er sich nicht wundern, daß es 'nachher Auseinandersetzungen gibt.

Warum muß der Wasserhahn immer tropfen? Voller Zorn schlüpft der Hausherr aus seinem war­men Bett und läuft in bas Badezimmer. Die Ehe­frau darf sich nicht wundern, daß er einige starke Worte gebraucht, denn er hat den Hohn schon viele Male zugedreht.

So gibt es Hunderte von Beispielen, die zeigen, wie schnell ber häusliche Frieden gebrochen werden kann. Meistens sind es Kleinigkeiten, Belanglosig­keiten, gewiß! Aber...? Der Schaben ist uner­heblich, aber Aufregung, Zank und Streit nachher, bas ist das Häßliche dabei.

Deshalb achten wir auf diese Kleinigkeiten und machen uns und den anderen dadurch das Leben leichter und schöner. h.

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Heilgymnastik in aller Zeit.

Solange es eine ärztliche Behandlung gibt, wur­den geregelte Körperbewegungen zur Beeinflussung krankhafter, Zustände rem instinktiv herangezogen. Wenn man sich heute gern auf Hippocrates beruft, um zu zeigen, daß Erkenntnisse Der Gegenwart schon im Altertum bekannt waren, jo kann man, wie Dr. Paul Engelen in der Wochenschrift für neue deutsche HeilkundeHippokrates" an einer Fülle von Beispielen barlegt, hinsichtlich der Heil­gymnastik viel weiter zuruckgreifen. Bereits drei Jahrtausende vor Beginn unserer Zeitrechnung fin­den wir einen erstaunlichen Hochstand der chine­sischen Heilgymnastik, die im Kon-Fou genau be­schrieben wird, und deren Abblldungen wie Kopien mancher von Ling empfohlener Hebungen des heuti­gen schwedischen Systems wirken. In Aegypten waren, wie der um 1550 niedergeschriebene Pa- pyros Ebers bezeugt, gymnastische Hebungen als Heilmittel geschätzt. In Altgriechenland nahmen Körperübungen eine wichtige «stelle im Heilplan der priesterlichen Sanatorien ein. Als Hippokraies sich im Jahre 427 o. Chr. in Athen nieberließ, stu­dierte er im Gymnasium des Herobikus, ber die Bedeutung von Gymnastik und Massage erfah­rungswissenschaftlich begründete, die Wirkungen der Läufe mit bekleidetem und unbekleidetem Körper, des Parierens der Hiebe im Faustkampf, des Rin­gens usw. , ...

In Rom gelangte die griechische Heilkunst zu hohem Ansehen, und ein beliebter Modearzt in den vornehmen Kreisen der Hauptstadt, der elegante Bithynier Asklepiades, der mit Cicero, Crassus und Mark Anton befreundet war, fügte neben den Hebungen passive Bewegungen, Spazierfahrten im Wagen und zu Schiff, in die Bewegungstherapie em. Der Enzyklopädist Celsus schrieb in den medizini­schen Büchern, von denen er acht verfaßte:Bor allem ist es wichtig, regelmäßig körperliche Hebun­gen vorzunehmen, denn wenn die Faulheit den Kör­per schwächt, so stärkte ihn die Arbeit. Die eine fuhrt zu frühzeitigem Alter, die andere verhilft zu einer langdauernben Jugend." Die römische Medizin er­langte Weltbedeutung durch (Salenus, der 157 als Gladiatorenarzt in Pergamon und spater in Rom als Leibarzt des kaiserlichen Hofes unter Mark Aurel und Commodus wirkte. C K*