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Mittwoch, 16. September 1942

Gießener Anzeiger

[92. Jahrgang yr. 218

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Der gescheiterte Landungsversuch bei Tobruk.

Berlin, 15. Sept. (DNB.) Zu dem britischen 'andungsversuch bei Tobruk teilt das OKW. er- änzend mit: In den frühen Morgenstunden des 4. September versuchten britische Truppen bei Tobruk, unterstützt von zahlreichen stärkeren Sin- eiten der britischen Kriegsflotte, in Begleit- und Landungsbooten in breiter Front an der üste an Land zu gehen. Gleichzeitig setzten verbände der britischen Luftwaffe Fallschirm- äyer ab, die das Unternehmen von Land aus erstärken sollten. Diese wurden jedoch schon kurz «ach dem Absprung, abgeschossen oder sofort rach dem Aufsetzen g.e fangengenommen. Die auf die Küste zusteuernden Landungsboote er Briten wurden bereits vor Durchfahren der Brandung vom Feuer der deutschen und italienischen üstenbatterien und schwerer Infanteriewaffen ge­atzt, gerieten in Brand und versanken. Einige wenige Landungskommandos, denen es gelang, bis uf den Strand vorzudringen, wurden vor den 'rahthindernissen im' zusammengefaßten Feuer von Maschinengewehren und Granatwerfern z u s a m - rengeschosseu oder gaben sich angesichts der lussichtslosigkeit ihrer Lage gefangen.

Die feindlichen Flotteneinheiten, die mit ttern Feuer das Landungsunternehmen decken ollten, wurden von deutschen und italienischen chweren Küstenbatterien sowie Batterien rr deutschen Flakartillerie unter wirkungsvolles euer genommen. Bereits die ersten Salven lagen rckend, gelbliche Rauchwolken und abblasender ampf zeugten von den schweren Verheerungen im chiffsinneren. Drei britische Zerstörer, inige Korvetten und zwei größere Begleitboote netzten mit schwerer Schlagseite ab und v e r 2 nken im Mittelmeer. Deutsche Räumboote nachten ein britisches Schnellboot mit 117 Ge­ngenen, die zum Teil von den versenkten Schiffs- nheiten stammten, in den Hafen von Tabruk ein. ach vorgefundenen Boutepapieren hatte der Geg- ?r den Auftrag, die Hafenanlogen von o b r u k zu zerstören und die im Hafen befind- ! hen Schiffe der Achse zu versenken.

Schon gegen 9 Uhr.früh war in der Umgebung ! m Tobruk, wieder vollkommene Ruhe. Durch den fertigen Einsatz deutsch-italienischer Verbände ge- mg es nach hartem Kampf, der etwa fünf Stunden werte, die britischen Kräfte, die das Festland er­

reichten, unter hohen Verlusten für den Gegner zu vernichten oder gefangenzunehmen. Heber 576 Briten, darunter 34 Offiziere, mußten den Weg in die Gefangenschaft antreten. Die Verluste der deutsch­italienischen Truppen sind gering.

In Verbindung mit diesem Landungsunternehmen wurden westlich und ostwärts Tobruk an verschiedenen Stellen der Küste britische Späh­trupps an Land gesetzt, die aber ihre Aufträge nicht durchführen konnten, da sie bereits im Dünen­gelände vernichtet oder gefangengenommen wurden. Die sich nach Osten auf das Meer zurückziehenden britischen Schiffseinheiten wurden von deut­schen und italienischen Kampf- und Zerstörerflug­zeugen verfolgt und in rollenden Einsätzen ange­griffen. Ein aus Alexandria entgegenkommender britischer Schiffsoerband, der den ande­ren zu Hilfe kommen sollte, wurde ebenfalls bombardiert. Dabei wurden zwei britische Kreuzer, ein Zerstörer und mehrere Motor­torpedoboote versenkt. Zwei weitere Zerstörer erhielten so starke Beschädigungen, daß sie ma­növrierunfähig liegenblieben. Außerdem ist mit dem Verlust einer weiteren Korvette zu rechnen.

Kleinlaute Berichte aus London.

Madrid, 15. Sept. (DNB.) Reuter schreibt über den gescheiterten britischen Angriff auf Tobruk, es sei der Plan gewesen, soviel wie möglich Verwal­tungseinrichtungen und Schiffahrtsanlagen zu be­schädigen und schließt seine kurze Verlegenheitsmel­dung mit dem bezeichnenden Satz:Weitere Einzel­heiten sind zur Zeit nicht verfügbar." Die britische Admiralität gab eine gewundene Verlautbarung her­aus, in der es heißt, daß in der Nacht zum 14. Sep­tember britische Marinestreitkräfte und Truppen- dbteilungen einen hartnäckigen Angriff auf Tobruk mit Unterstützung von Luftangriffen größeren Aus­maßes ausgeführt hätten. Trotz starken Widerstandes feien einige Streitkräfte gelandet und hätten dem Feind Verluste und Schäden zugefügt, bevor sie sich wieder zurückzogen. Der Rückzug wurde nicht ohne Verluste ausgeführt, die angesichts der Stärke der Verteidigung erwartet werden mußten.

Vom Erhabenen zum Lächerlichen.

Für die Verteidiger von Tobruk war es durch­aus keine lächerliche Sache, den englischen Lan­dungsversuch,der in der Nacht vorn 14. September unternommen wurde, abzuwehren. Schiffsgeschütze haben schwerste Kaliber, und sie wurden durch star­ken Einsatz der britisch-amerikanischen Luftwaffe unterstützt, die nach deutschem Vorbild auch jetzt bei Tobruk einenLuftschirm" zu bilden suchte, genau so wie bei Dieppe. Der Landungsversuch ging schief. Wir zweifeln zwar nicht daran, daß sich die eingesetzten englischen Landetruppen tapfer geschla­gen haben. Das haben sie auch bei Dieppe getan. Aber trotzdem sind die englischen Landungsversuche ein Symbol des Schritts vom Erhabenen zum Lächerlichen. Die englische Grand Fleet ist ins An­knabbern der Küsten gekommen. Gemessen an öj?r Seerherrschaft, die England beansprucht und die die Grundlage seines Blockadekalküls ist, ist dieses Anknabbern der von uns besetzten Küsten mag es sich nun um die nordfranzösische Steilküste oder um die libysche Flachküste handeln> eine Gro­teske.

Um dieses Groteske noch zu steigern, hat in der Nacht zum 13. September ein britischer Landungs­trupp, bestehend aus fünf Offizieren, einem Feld­webel und einem Mann an der französischen Kanal- küste ostwärts Cherbourg Fuß zu fassen versucht. Gewiß, man darf vermuten, daß dieser vereinzelte Landungstrupp sich eine Sonderausgabe gestellt hatte. Aber fein Versuch illustriert das Anknabbern, das die große Flotte Altenglands als der Weisheit letzten Schluß jetzt unternimmt.

Der neue Kommandant der englischen Mittelmeer- flotte, dje auf den östlichsten Winkel des Mittelmeers zwischen Haifa, Cypern und Alexandrien beschränkt ist, hat vor wenigen Wochen gestöhnt, daß feine Flotte erst Bewegungsfreiheit gewönne, wenn die englische Luftwaffe wieder in Tobruk und in Ben­gasi und auf Kreta säße. Richtig! Aus biefer Not ist der Anknabberungsverfuch von Tobruk entstan­den,'genau so wie der Versuch von Dieppe unter dem Druck Moskaus erfolgte. In keinem der beiden Fälle waren die Engländer Herren ihrer Ent­schlüsse.

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In erbittertem Häuserkampf dringen deutsche Truppen in das Giadiinnere von Stalingrad vor.

Berlin, 15. Sept. (DNB.) Südostwärts No­worossijsk traten in den frühen Morgenstunden des 13. September deutsche Jnfanterieverbände trotz ^nerischen Wetters zum Angriff gegen ein slstungsartig ausgebautes Fabrikgelände an. Der Angriff traf auf erbitterten feindlichen Lid erst and, so daß sich die Infanteristen und Pioniere Stück für Stück vorkämpfen und in har- t. m Nah kämpf jedes Gebäude nehmen mußten. Lurch verzweifelte Gegenangriffe, die von einem Hanzerzug unterstützt wurden, versuchte der Feind &5 Vordriiiaen der deutschen Truppen aufzuhalten, sämtliche Gegenangriffe brachen im Feuer der deutschen Waffen zusammen, der Panzerzug wurde Ä Brand geschossen. Das Fabrikgelände wurde ge­lt mmen.

An der Terekfront versuchten die Bolsche- vsten das in den letzten Tagen im deutschen An­gl fff gewonnene Gelände durch starke Gegenangriffe zurückzugewinnen. Der bolschewistische Gegenstoß mirbe unter hohen Verlusten für den Feind zurück- geichlagen. Das von den deutschen Truppen gewon­nene Gelände wurde überall behauptet.

In Stalingrad nahmen am Montag die er­bitterten Häuserkämpfe ihren Fortgang. Schritt für Schritt kämpfte sich die deutsche Jnsan- ietic durch das weitverzweigte Befesttgungsgelände weiter in das Stadtinnere vor. Der Feind mußte für die Verteidigung der Stadt wich­tige Stützpunkte in harten Nahkämpfen auf geben Md verlor 20 Panzerkampfwagen. Angriffe deut­scher Kamps- und Sturzkampfflugzeuge fügten den Lllschewisten empfindliche Verluste zu. Bombenvoll- ir<ffer vernichteten schwer befestigte Stützpunkte, mhrere Panzerkampfwagen und viele Waffen aller At. Aus der Wolga versenkten deutsche Kampf­flugzeuge einen beladenen feindlichen Schlepper. Deutsche Jagdflugzeuge sicherten den Einsatz der 5ompfflugzeuge und schossen an der Südostfront nerzig feindliche Flugzeuge ab, sieben weitere Flug- getge wurden durch die Flakarttllerie zürn Absturz gebracht.

Der Wehrmachtberichi.

DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 15. Sept Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Südostwärts Jlorooroffijff wurde ein fefiungsartig ausgebautes Fabrikgelände trotz zähen feindlichen Widerstandes genommen.

Um Terek scheiterten starke feindliche (Segen- Angriffe.

Der siegreiche Ansturm gegen Stalingrad durch die deutschen Truppen, von Verbänden der tuifroaffe hervorragend unterstützt, gewinnt weiter Baum. 20 Panzerkampfwagen wurden bei diesen Kämpfen vernichtet. Rachschubverbindungen und Nugplahanlagen des Feindes wurden bei Tag und lischt bombardiert. Auf der Wolga ist ein Schlep- per durch Bombentreffer versenkt worden.

Nördlich Rschew erneuerte der Feind unter Kirfah starker Artillerie feine Angriffe. Er wurde

überall blutig abgewiesen. Ein Panzerzug der Sow­jets wurde durch Bombenangriffe vernichtet.

An der W o l ch o w f r o n t wurden bei einem er­folgreichen örtlichen Antetnehmen zahlreiche Kampf­stände zerstört, während südlich des Ladogasees örtliche Angriffe des Feindes im Abwehrfeuer zu­sammenbrachen. Auf dem Ladogasee versenkten Kampfflugzeuge einen Frachter und beschädigten drei weitere Schiffe.

3n der vergangenen Rächt belegten Kampfflug­zeuge Murmansk und Flugplätze in der Umgebung der Stadt mit Bomben schweren Kalibers.

Vom 12. bis 14. September wurden 227 S o w - jetflugzeugeabgeschossen. In der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 23 eigene Flugzeuge verloren.

Einzelne britische Bomber überflogen am gestrigen Tage Rorddeutschland. Einzelne Sprengbomben rich­teten nur geringen Gebäudeschaden an. 3n der ver­gangenen Rächt griff die britische Luftwaffe nord­deutsches Küstengebiet an. Die Bevölkerung halte Verluste. Vor allem in Wohnvierteln der Stadt Wil­helmshaven entstanden Brände, Sach- und Gebäude­

schäden. Rachtjäger und Flakartillerie schossen vier der angreifenden Flugzeuge ab.

Wie bereits durch Sondermeldung befannfgegeben, stieße» am 9. September deutsche Unterseeboote mit­ten im R o r d a t l a n t i k auf einen stark gesicherten, von England kommenden Geleitzug. 3n ununter­brochenen harten Kämpfen haben zum großen Teil junge Unterseebootbesahungen den Geleitzug bis heute verfolgt und angegriffen und aus ihm 19 Schiffe mit zusammen 122 000 BRT. sowie zwei Zerstörer und eine Korvette der feindlichen Siche­rung versenkt. Sechs weitere Schisse wurden durch Torpedotreffer schwer beschädigt. Rur kleine auseinandergesprengle Teile des Geleitzuges konnten entkommen.

Kapitänleutnant Rolf Mühelburg, Komman­dant eines Unterseebootes, Träger des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, ließ auf der Fahrt gegen den Feind fein Leben. 3n ihm verliert die Unterseebootwaffe einen hervorragenden Kom­mandanten und erfolgreichen Kämpfer. Das Boot seht unter dem Kommando des ältesten Wachoffi- ziers die Unternehmung fort.

Stadt und Festung Stalingrad.

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Entlang dem, rechten Steilufer der Wolga, im Bereich oön Höhen, bie, noch landeinwärts im Westen über 100 bis 200 Meter -messen, lagert sich zwischen Dnjeneschnyji- und Sarpinskiinsel über einen ßängsraum von etwa 40 Kilometer einschließ­lich ihrer Vorstädte die Stadt und Festung

Stalingrad. Sie folgt mit ihrem Stadtkern dem stark nach Südwesten ausholenden Lauf der hier schon vielarmigen, inselbildenden Wolga, die über Ostrow- und Kasatschiinsel. bis nach Sarepta und Krasnoarmeisk zu jenem charakteristischen Bogen wächst, der als Wolga knie die Landschaft um Stalingrad beherrscht. Erst südöstlich der Sarpinski­insel, wo sich die Wolga in breiten Wasserbahnen in Richtung aus Asttachan zu chrem Delta sammelt, schlägt der Strom wieder den Weg nach Osten ein, den er auf breiten Strecken seines 3700 Kilometer langen Laufes sucht. ' /

Heber die genaue Lage Stalingrads gibt unser Stadtplan Auskunft. Sowohl der Hauptstrang der Eisenbahnen, die Stalingrad mit Moskau und Kalatsch am Don, mit Rostow und dem Danez- gebiet sowie mit dem Kaukasus in Richtung auf Krasnodar verbinden, als auch die wichtigen Stra­ßen nach Saratow, in den Westen und Südwesten oder nach Asttachan nehmen ihren Ausgang aus dem Zentrum der Stadt zwischen Osttow und Ka- saffchi. Mehrere Bahnhöfe verbinden die Schienen wege untereinander. Heber Gumrak, Woroponowo, Bjeketowka und Sarepta laufen die wichtigsten Eisenbahnverbindungen. Stalingrad war mit meh­reren Brücken über die Wolga mit ihrem linken flachen Wiesenufer und dem östlichen Hinterland verbunden gewesen. Stalin hat den Sowjettruppen diese rückwärtigen Verbindungen durch Brücken­sprengung abschneiden lassen, um sie bis zum letzten Mann zur Verteidigung seiner Stadt, die Ebensosehr ein ideologisches wie ein kriegswirtscyaftliches Zen­trum des Bolschewismus darstellt, zu zwingen. Die Schlacht um' Stalingrad erhielt ihre militärischen

Absage an die Boy-Scouts.

Als Stt Robert B a d e n - P d w e l l um die Jahr­hundertwende den Generalsrock mit den kurzen Hosen der Boy-Scouts vertauschte und die Leder­strumpfromantik der englischen Jugend in einem psychologisch ebenso geschickten wie wehrpolitisch brauchbaren außerschulischen Erziehungsprogramm auffing, war der Scoutismus eine rein innerbritische Angelegenheit. Als Baden-Powell die unklare, aus dem gesunden Gefühl gegen die bourgoise Zivili- sgtionsmache des 19. Jahrhunderts geborene Sehn­sucht der kontinentalen Jugend, die im Pfadfinder­leben der englischen Boy-Scouts eine gewisse Erfül­lung ihrer Wünsche zu sehen glaubte, in einer ebenso geschickten wie skrupellosen Weise den Imperialismus der Downing Street dienstbar zu machen begann, wurde der Scoutismus zu einem der Mittel der bri­tischen Weltherrschaftspolitik. Selbstverständlich nur hinter verschlossenen Türen: denn die schwedische, niederländische, bulgarische, rumänische und ungarische Jugend etwa, die in Anwendung des Grundrezeptes Baden-Powells:Die Jugend aller Welt soll die gleichen Spiele spielen" allmählich durch gleiche Spielregeln, gleiche Gesetze und gleiche Uniformier rung auch in eine von London unmerklich geförderte gleiche politisch-weltanschauliche Ideologie gepreßt wurde, hatte keine blasse Ahnung von diesem echt britischen Januskopf, von der hochpolitischen Doppel­züngigkeit dieses Systems.

Britische Skrupellosigkeit hat hier eines ihrer Mei­sterstücke geliefert. Während die Regierung Seiner Britischen Majestät an allen vier Ecken der Erde den großen Weltenbrand schürte, ihre bezahlten Subjekte über alle Hauptstädte verteilte, während britische und jüdische Pfundnoten in die Smokingtaschen der Po­litiker, Parlamentarier und Zeitungsschreiber in aller Welt rollten, während die britische Jugend von Sir Robert Baden-Powell, dem General der Buren- kriege, systematisch auf den Krieg vorberei- t e t wurde, ließ dieser gleiche Mann die Jugend des Festlandesvölkerverbindende" Spiele für denewigen Weltfrieden" spielen. Während Sir Robert Baden-Powell der britischen Jugend angesichts des nahenden Weltkrieges einen geradezu zügellosen Chauvinismus predigte, lullte er die kontinentale Jugend in jenen kosmopolitischen Pazifismus ein, mit dem schon die Französische Re­volution den Konttnent beglückte zu einer Zeit, als die Armeen des republikanischen Generals Bona­parte in Spanien, Italien und Nordafrika marschier­ten. Während Baden-Powell von den jungen Eng­ländern forderte:

Es ist ein glanzvolles Weltteich, über dem der Union Jack weht, aber es ist noch im Beginn der Entwicklung. Ihr Scouts werdet hingehen und helfen, die einzelnen Ziele unseres Reiches zur Größe zu führen ... Bewahrt euch vor dem Schick­sal der jungen Römer, die das Weltreich ihrer Vor­fahren verloren, weil sie Weichlinge waren ohne Patriotismus. Britische Jungen, eure Vorfahren hoben für das Weltreich gearbeitet und gefämpft, damit ihr in Wohlfahrt leben könnt. Laßt es nicht so weit kommen, daß diese vom Himmel herunter­sehen und euch erblicken, die Hände in den Hosen­taschen, nichts für das Bestehen Britanniens tuend", bekam die übrige europäische Jugend das genaue, jeglichen Nationalstolz und jede eigen- völkische Haltung ablehnende und zersetzende Gegen­teil vorgesetzt:

Der internationale Geist der Weltbrüderschaft ist überall erstarkt, aber wir dürfen damit noch nicht zufrieden fein. Untere Pflicht ist es, den Sieg des Friedens in aller ^Welt zu erringen. Unser heilig­stes Ziel muß es fein, in der Heranwachsenden

Akzente durch die Erreichung der Wolga zuerst nördlich und später südlich der Stadt in ihrem Festungskampffeld durch deuffche Truppen. Am 23. August erzwangen deutsche Infanteriedivisionen und Schnelle Truppen den Hebergang über den Don und durchbrachen im Vorstoß nach Osten stark aus­gebaute feindliche Verteidigungsstellungen im Vor­gelände von Stalingrad. Einer Kräftegruppe gelang es, bis nach Dubowka an der Wolga nördlich von Stalingrad vorzustoßen. Die Verbindung mit der nachfolgenden Infanterie riß, aber im richtigen Augenblick konnte ein großer Munitions-Geleitzug" durchgeschleust werden. Die Infanterie bekam An­schluß. Der Rieael nach Norden hielt. Am 3. Sep­tember konnte der Angriff bis an die west- lichen Vorstädte Stalingrads herangettagen werden. Am 8. September durchbrachen Panzer- truppen zäh verteidigte Stellungen und nahmen in erbitterten Kämpfen unmittelbar westlich Stalingrad gelegene beherrschende Höhen. Am 10. September wurden Befestigungen südlich der Stadt durchbrochen und nunmehr auch dort die Wolga er­reicht. In diesen Tagen ließ Stalin die Wolga- brürfen sprengen. Am 13. September meldete der Wehrmachtbericht das Eindringen deutscher An­griffstruppen in den Südteil der Stadt Stalingrad, am 14. September die Erstürmung beherrschender Höhen nordwesüich des mittleren Stadtgebietes. Der deuffche Wehrmachtbericht vom 15. September konnte den Schlußkampf um Stalingrad mit den Worten umschreiben:Der siegreiche Ansturm gegen Stalingrad durch die deuffchen Truppen, von Ver­bänden der Luftwaffe hervorragend unterstützt, ge­winnt weiter Raum."

Das Ritterkreuz für einen Hessen.

Berlin, 15. Sept. (DNB.) Der Führer ver­lieh das Ritterkreuz des Eifernen Kreuzes an Haupt­mann Ernst Werner, Bataillonskommandeur in einem Infanterieregiment. Hauptmann Werner, am 10. Januar 1912 als Sohn des Kreis­direktors Werner in Mainz geboren, batte bei einem deutschen Gegenangriff das be­fohlene Tagesziel erreicht. Als fein Bataillon von einer das Gelände beherrschenden Höhe schweres feindliches Arttllerie- und Jnfanteriefeuer erhielt, stürmte Hauptmann Werner an der Spitze feiner Infanteristen diese Höhenftellung der Bolschewisten und wehrte dort anschließend sieden schwere An­griffe des Gegners erfolgreich ab»