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192. Jahrgang Nr.M

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Gietzener Anzeiger

vrLhlscheUni»erst1Strdrii<i<r«i B. £<mge General-Anzeiger fiir Oberhessen

Die Schlacht im Korallen-Meer beendet

also nur achtundzwanzig zum Angriff vorstoßen, festgehalten worden Als die japanischen Flugzeuge sich auf die feindlichen |

waren.

Empire-Truppen am Lhmdwin eingeschloffen

Tokio, 11.Mai. (Europapreß.) Nach einem am Montagabend von der Front eingelaufenen Bericht gestaltet sich die Lage der von den Japanern am r a w a d i geschlagenen britisch-indischen Truppen mnmreDefr- Der von ahnen unternommene Versuch, sich mit den ebenfalls geschlagenen Tschung- king-Truppen zu vereinigen, muß als völlig ge­scheitert angesehen werden. Die Reste der ge­schlagenen Empire-Truppen haben sich auf das linke Ufer des Chindwin-Flusses zurückgezogen und versuchen nun, Assam zu erreichen. Die Ja­paner sind dem geschlagenen Feind dicht auf den Fersen geblieben und haben nun vom linken Ufer des Jrawadi aus auch noch die letzte Rückzugsstraße der britisch-indischen Truppen, die Monywa mit Assam verbindet, abgeschnitten. Gleichzeitig über« chritten sie den Chindwin. Das bedeutet die Ein - ch l i e ß.u n g der flüchtenden Empire-Truppen. Die Japaner haben, 30 Kilometer nördlich von Salig- w i, den Chindwin überschritten und an mchreren Stellen die feindliche Front durchbrochen. In meh­reren Gefechten haben sie dem Feind schwere Ver­luste beigebracht. Die gegnerische Front befindet sich in voller Auflösung, hohe britische Offiziere haben es bereits vorgezogen, ihr Heil in der Flucht nach Indien zu suchen.

®ren3<rme von 1907 entspreche, aber dem britischen Scharfsinn dürfte es nicht entgangen sein, daß der Partner von 1907 nichts mehr mit dem von 1942 gemein hat Methoden und Ziele des Kreml haben sich gewandelt; sie sind geschmeidiger geworden und werden weiter gesteckt. Seit Peter dem Großen hat Rußland in zähem Streben die Nord-Süd-Linie ver­folgt, der England die Sicherung der West-Ost-Linie nach Indien entgegenstellte. Heute stehen beide an der gleichen Front, aber es ist offensichtlich, daß die

Tokio, 11. Mai. (DRV.) Die Schlacht im Ko­rallenmeer muß nach Aeußerung offizieller Kreise Tokios als beendet angesehen werden. Der Sprecher der Regierung erklärte jedenfalls am Mon­tag, daß die am Samstag ausgegebene Verlautba­rung des Kaiserlichen Hauptquartiers die letzte amtliche japanische Mitteilung über das Ergebnis der eigentlichen Schlacht darstelle. Man erklärt in Tokio weiter, daß die kombinierte englisch-nord- amerikanische Flotte, die den Südpazifik als Basis für den Versuch einer Gegenoffensive gegen die ja­panische Flotte benutzen wollte, mit einem Schlag erkbigt morgen sei. Der Einsatz dieser kombinierten Flotte sei fein totaler Gegenangriff gewesen, son­dern nur eine Propagandaaktion, die unternommen chorden sei, um die Unruhe und das Mißbehagen m Britannien und USA. zu beschwichtigen. Selbst dieser Versuch sei aber gescheitert, in jeder Schlacht offenbare sich die Ueberlegenheit der japa­nischen Marinestreitkräfte in technischer Beziehung 'Owle fir überlegener Kampfgeist. Die einzige Waffe , die jetzt in den Händen der Feinde ver­bleibe, sei die lügnerische Agitation. Es sei ober un­möglich, daß diese den eigenen Völkern und den neutralen Nationen auf unbegrenzte Zeit weiter Sand in die Augen streuen könnten.

Wie sich aus den Berichten der japanischen Presse ergibt, waren die japanischen Marineflieger aufgestiegen als die feindlichen kaum von ihren Trä­gern aufgestiegen waren, ein Teil der feindlichen Flugzeuge kam wahrscheinlich überhaupt nicht zum Ausstieg, sondern wurde mit den beiden Trägern versenkt. Das ergibt sich schon daraus, daß von den neunundachtzig abgeschossenen feindlichen Flug­zeugen einundsechzig über den Trägern ober wenig­stens über der feindlichen Flotte vernichtet wurden und nur achtundzwanzig beim Angriff auf japanische Kriegsschiffe. Von den zweihundert Flugzeugen, die die amerikanischen FlugzeugttägerSaratoga" und dieYorktown" zusammen an Bord hatten, kannten

Die Isolierung Tschiangkaischecks.

.Stockholm, 11. Mai. (Europapreß.) Militä­rische Beobachter in London unterstreichen die ernste Lage, die dadurch entstanden ist, daß die Trans­porte nach Tschungking-China auf dem Burmawege unterbrochen worden sind. Allerdings sollen die Lufttransporte, wie Roosevelt versprochen hat, fortgesetzt werden, doch liegt es in der Natur der Sache, daß diese von sehr begrenztem Umfange sein werden, und bis der neue Weg an der Grenze Tibets entlang und durch Assarn vielleicht in Betrieb ist, ist China von seinen Ver­bündeten abgeschlossen, abgesehen von einer nord­westlichen Verbindung nach Sowjetrußland. Die Sowjetunion aber könne von ihrem eigenen Kriegs­material kaum etwas entbehren, erklärt man in London.

Wie General Wainwrighi kapiinlierle.

Die japanischen Streitkräfte haben am 2. Mai Monywa vollständig besetzt und nach Säuberung der^Stadt von den Ueberreften der britisch-indischen Streitkräfte ihren Vormarsch nach Norden fortge­setzt. Sie besetzten am Morgen des 4. Mai B uda- I i n , einen strategisch wichtigen Punkt, 40 Kilometer nördlich von Monywa. Am 5. Mai nahmen sie T a b a y i n , eine wichtige feindliche Stellung, 72 Kilometer nördlich von Monywa ein.

Oie Verteidigung Indiens.

Bangkok, 11. Mai. (Europapreß.) Unter dem Druck der Verhältnisse haben sich die Briten gezwun­gen gesehen, ihre Militärorganisation in Indien neu ,}u formieren. Es wurden drei Armeen aufgestellt, die Nordwest-, die Ost- und die Südarmee. Die den Versuch unternehmen, feind­liche Angriffe vom Westen und Norden her abzu- wehren, die Südarmee soll die Sicherheit der Halb- rnsel vor Landungen gewährleisten und die Ost­armee soll die Nordostgrenze unter Einbeziehung von Bengalen und Assam sichern.

In Ankara sind Meldungen eingetragen, daß es in Madras und Karachi, zwei bedeutenden indischen Garnisonstädtchen, zu Gehorsamsver­weigerungen indischer Truppen kam, als diese nach unbekannten Zielen Vorderasiens einge­schifft werden sollten. In den größten indischen Par­teien, dem allindischen Kongreß und der Hindu Ma- hasaka, sollen sich einflußreiche Lager gebildet ha­ben, die den Briten eine Entschließung des Inhalts zustellen wollen, daß indische Truppen nach den jchlimmen Erfahrungen der letzten Monate in Ae­gypten, Malaya und in Burma außer Landes

Im Hafen La Valetta auf Matta wurde em im Dock liegendes Kriegsschiff mit Bomben schweren Kalibers angegriffen. Begleitende ilalie- msche Jagdflugzeuge schossen hierbei acht feindliche Flugzeuge ab. Deutsche Jagdflugzeuge brachten in erbitterten Luft- kämpfen über der Insel neun feindliche Flugzeuge zutn Absturz. Zwei feindliche Flug­zeuge wurden in Nordafrika abgeschossen, so daß im Mittelmeerraum gestern 19 britische Flua- Zeuge vernichtet wurden.

Im Seegebiet nördlich Alexandria warf ein Kampfflugzeug ein Handelsschiff von 5000 BRT. in Brand. Mit der Vernichtung dieses Schiffes ist zu rechnen.

Im Kampf gegen Großbritannien erzielte die Luftwaffe am Tage Bombenvolltreffer in einer Fabrikanlage bei Folkestone, und in einem Truppenlager an der Südküste der Insel.

Bei den Faroer wurde ein Handelsschiff mitt­lerer Größe durch Bombenwurf beschädigt.

Unterseeboote versenkten, wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, in amerikanischen Gewässern, in der Karibischen See und im Golf von Mexiko 21 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 118 000 BRT.

Bei diesen Erfolgen hat sich das Unterseeboot des Kapltänleutnants Cremer, das trotz schwerer eigener Beschädigung vier große Schiffe mit 35 009 BRI, versenkte, besonders ausgezeichnet.

Oer Wehrmachiberichi.

DBB. Aus dem Führerhauptquartier, 11. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht aibt bekannt: 9

2tn der Ostfront wurden örtliche Angriffe des Feindes in teilweise harten Kämpfen abgeschlagen. Eigene Gegenangriffe waren erfolgreich.

3n Lappland scheiterten erneute Angriffe des Feindes.

Flugzeuge, die zu bewaffneter Seeaufklä­rung im Schwarzen Meer eingesetzt waren, ver­senkten in der Straße von Kertsch ein Handelsschiff von 1300 BRT.

An der Front des hohen Nordens erlitt der Feind am gestrigen Tage in Luftkämpfen be­sonders schwere Verluste. Deutsche Iäger schossen bei einem eigenen Verlust 27 Flugzeuge, bar­unter 22 hurricane, ab. Kampf- und Sturzkampf­verbände beschädigten durch Bombenwurf ein gro­ßes Handelsschiff in der Lizza-Bucht und bombar- dierlen wirksam den Hafen Murmansk sowie Anlagen der Murman-Bahn.

In Nordafrika beiderseitige Aufklärunas- tätigtet!.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Ada na, im April 1942.

Unter einem Wandbild im Ratssaat von Kal- kutta hangt ein Spruch aus der zweiten Ode des Horaz:Aequam memento rebus in arduis, der IP r-!Ä)r Sprache heißt:Gleichmut auch im Unglück. Vielleicht wollte Herr Cripps nach dem Scheitern seiner Mission in Indien diesen so sorq- ISt-i D0? ^Gr britischen Propaganda gepflegten Gleichmut zum Ausdruck bringen, als er erklärte, N x"°lles beim Alten bliebe", England also fortfahren könne, Indien wie im ersten Welt- rrieg Ots unerschöpfliches Reservoir an Kanonen- K u 3u benußen und im übrigen die alten Herr- jcyaftsmethoden aufrechtzuerhalten. Der Ausspruch kennzeichnet das Wesen des Stalinfreundes Cripps, in England selbst sehr energisch für bolsche­wistisch angehauchte Reformen eintritt, Indien gegenüber aber nach wie vor den krassesten Jm- perralismus und die Methode der völligen Recht- ' lostgkett vertrat.

«Tokio, 11. Mai. (Europapreß.)Als der sechs Fuß große (1,80 m) U S A.-K o m m a n d a n L non Gorregibor, bleich, mit eingefallenen Mangen, den Raum betrat, wo die japanischen Offiziere auf ihn warteten, ließ er sich müde und abgespannt in einen Stuhl fallen, den ein japa-

Offizier ihm gab", heißt es in einem Bericht ber ZeitungTokio Nichi Nichi" über die Kapitu­lation des Generals. Wainwright erschien vor den japanischen Linien in Begleitung seiner Adjutanten !Leinor roc'^en Fahne. IN dem Zimmer des japa­nischen Kommandanten verbarg er sein Gesicht in den Händen und starrte auf den Boden. Er erhob sich beim Eintreten des japanischen Äomgiüfanten* um

grüßen. Minutenlang herrschte Schweigen. Dann fragte der japanische Kommandant, ob alle USA.- und Filipinos-Soldaten auf den Philippinen bereit waren, sich zu ergeben. Da Wainwright nicht antwortete erklärte der japanische Kommandant, daß er nicht die Absicht habe, seine Zeit zu ver­trödeln. Er kündigte die Vernichtung der feindlichen ~ruppen an, falls sie ihren Widerstand sortsetzen ollten. Da Wainwright nach immer schwieg, wurde ibm anheimgestellt, in seine Stellung zurückzu- gehen und welterzukämpfen. Endlich sprach Wain- vnght. Er meinte, es sei schwer für ihn, allen einen Truppen die Einstellung des Kampfes zu befehlen, da sie weit zerstreut seien. Außerdem konnte es sein, daß seinem Befehl nicht Folge ge- elstet wurde. Schließlich versprach er aber" Loch, doII Truppen zur Kapitulation veranlassen zu

S." Wirklichkeit dürfte es um den britischen Gleichmut anders bestellt sein, was ja aus den hef­tigen Reaktionen in London eindeutig genug ber- »or^ing ©o verkalkt ist auch der sturste Diehard noch nicht, um nicht zu bemerken, daß innerhalb emes Jahres tiefgreifende Aenderungen sowohl im iLRittelmeerraum wie im englisches Machtbereich um den Indischen Ozean eingetreten sind, die die ZMrrose rechtfertigen, daß Englands klassischer naA?nb,?nn auch im Indischen Ozean versperrt ift, wahrend sich auf der Landbrücke nach dem Herzstuck des Empire Machtoerschiebungen er­geben haben, die beweisen, daß der Zerfall des m£Ptx JmJmmer sch»«llMs Tempo annimmt. Uten barf mcht vergessen, daß die Mission Cripps durch das fehigeschiagene Belgrader Abenteuer des Herrn Eden scheiterte. bJL?ritn' die feste europäische Machtstellung der Achse vom Südosten her auf­rollen zu können, nachdem das Norweqen-Unter- stchmen und wenig später auch die Pläne um Bel- flien und Holland gescheitert waren, während der «gujammembruch Frankreichs endgültig die Träuine um dieWasche am Siegsriedwall" zerstäuben ließ, beutfd)en Sieg auf Kreta war die Schlacht um Suez" wie in bewußter Drama­tisierung London diese Vorgänge nannte voll- enbs von einer ursprünglich geplanten Offensiv- in eme Defenstohandlung der Briten übergegangen. Cunningham und Auchinleck versuchten im No- pomber des Vorjahres noch einmal, die Initiative »n diesem wichtigen Gebiet der weltweiten Ausein­andersetzung an sich zu reißen, aber die Panzertrup­pen des Generals Rommel machten auch diese Ver- i zunichte. Und da heute die Faust der Achsenluftwafse schwer auf Malta liegt, ist Enq- lands Hauptverkehrsader durch das Mittelmeer in o??eftfSkrbinbung abgeschnitten, und

Churchills Offenstoplan, die deutsch-italienische Stel- bung in großem Stil zu überflügeln und damit auch den Weg über Suez endgültig zu sichern, völlig ge­scheitert. 3 3

Machtverschiebungen in Nahost

Von unserem BN.-Berjchterstatter.

Noch deutlicher wird aber der Zusammenbruch Der imperialen Idee Großbritanniens, die einzig und allem auf Sicherung der kapitalistischen Mono­pole der m allen Weltteilen mehr zufällig als nach kn"fL."bergeordneten Gedanken zusammengerafften Besitztümer bedacht war, wenn man die Machtver- schiebungen im vorderasiatischen Raum betrachtet die durch den Einbruch der Sowjets in ^ran ausgelost wurden. England beeilt sich zwar, ^^enheit zu versichern, daß nach dem Verlust der Mittelmeerstellung und jetzt auch nach dem Ruckzug im pazifischen Raum und der bedroh­ten Lage im Indischen Ozean im Orient alles daran gesetzt werde, um sich dort zu behaupten. Mit Hilfe

Techniker und nordamerikani- schen Materials werden fieberhaft Straßen gebaut. -Ufan ipndü von Querverbindungen von Westafrika nach dem Sudan, um den Umweg um das Kap der i *2°nnitn9 ZU sparen, aber man hütet sich den sowjetischen Expansionsdrang zu berühren, die Tat-

^"Z^ben, daß die transiranische bereits bis zum Persischen Golf unter rL Kontrolle steht. Türki­

sche Kreise, die mit den Methoden der Sowjetpolitik vertraut sind, vertreten die Ansicht, daß zwischen der Politik Moskaus und Londons in Asien im all­gemeinen und im Mittleren wie im Nahen Osten im befonberen bie denkbar schärfsten Gegensätze be­stehen. England ziele auf die Aufrechterhaltung des dtatus que) inwiefern so außerordentlich wichtigen wetnet ab, die -Sowjetunion strebe dagegen eine Re­volutionierung und Bolschewisierung des Nahen und ALittleren Ostens an. Beobachtet man die außeror- Denthrf) intensive kommunistische Agitation beispiels­weise in Syrien aber auch in anderen arabischen Landern die durch die Ernährungsschwierigkei­ten unterstützt werden, so muß man feststellen, daß Moskaus geheimer Drang nach Indien, der ja feine Wurzel m der zaristischen Großmachtpolitik hat große Fortschritte gemacht hat.

Es sieht ganz so aus, als ob das Bündnis mit Großbritannien von Moskau aus gesehen von vorn­herein daraus abgestellt mar, dem Kommunismus im Orient Eingang zu verschaffen, um auf diese Weise die alte Rivalität zwischen Moskau unb Lon­don, die 1907 zu einem Ausgleich über die Fest­igung von Jnteressenzonen führte, völlig zu Gun- sten der Sowjetpolitik zu entscheiden. Die von den Bolschewisten im iranischen Kurdistan angezettelte Rebellion ist in ihrer beabsichtigten Sprengwirkung überdies gar nicht zu verkennen. Es scheint so als - °b die Sowjets die britische Schwäche brutal und i tatkräftig ausnützen und auch ihre Hand bereits auf 1 das Mosfulöl gelegt haben, so daß England sich mit i dem südiranischen Oel begnügen müßte. In London I wird offiziell zwar davon gesprochen, daß mit Mos- I kau eine Jnteressenzone vereinbart fei, die von der Südostspitze der Türkei südlich von Hamadan und s Sultanabad nach Isfahan verlaufe und etwa der -

nrcht mehr e-ingesetzt werden dürften. Man spricht davon, daß General Wavell bereits eine solche Entschließung erhalten habe, die von den Bri­ten allerdings geflissentlich totgeschwiegen werde, da man eine Ausrollung dieser für die Briten so heik­len Frage möglichst vermeiden möchte.

Bomben auf Tschittagong und Zmpha

Tokio, 11. Mai. (Europapreß.) Die japanische Heereslustwafse hat auch am 9.5. die indische Ha­fenstadt Tschittagong am Ostrand des Ganges- deltas bombardiert und an Flugzeughallen und "an­deren militärischen Anlagen weitere Schäden ange­richtet. Außerdem haben japanische" Lufteinheiten britische motorisierte Truppen bei K a l e w a, 220 Kilometer nordwestlich von Mandalay, angegriffen unb über 50 Lastkraftwagen zerstört. Bei einem Angriff japanischer Heeresflugzeuge am 10. Mai au Imphal, 250 Kilometer nordwestlich von Tschitta­gong, wurden starke englisch-indische Truppenein­heiten sowie militärische Anlagen mit Erfolg bom­bardiert. Jmphal ist der Hauptort des britisch-indi­schen Vasallenstaates Assam und hat etwa 85 000 Einwohner.

Westeuropa heute.

Von Dr. Max Clautz.

Als die Engländer im Jahre 1939 so weit waren, das Empire für Danzig aufs Spiel zu fetzen, lösten ße unaufhaltsam die kontinentale Einigung Europas aus. Sie glaubten in reaktionärer Verblendung und kraft jüdischer Verhetzung, nur durch starren und kompromißlosen Widerstand gegen die Mächte des neuen Europas ihre außereuropäischen Stützpunkte, Besitzungen und Vorrechte noch halten zu können.

Der Führer hat in seiner Reichstagsrede vom 26. April 1942 den verhängnisvollen Irrtum aufge­deckt, dem Chamberlain unter Churchills und Roofe- velts Einfluß damals erlag. Die Stunde des Ernpi- res in der Welt hatte geschlagen, weil die Groß­raummächte des zaristischen und später sowjetischen Reiches, der Vereinigten Staaten von Amerika und Japans in Ost asten auf den Plan getreten waren und die Raumverteilung John Bulls aus dem 18. und 19. Jahrhundert in allen Breiten der Erde be­stritten.Nicht gegen Europa konnte dieses ©e« bifbe auf die Dauer erhalten werden, sondern höch­stens mit Europa." England hat also den Anstoß zum Untergang feiner eigenen Weltmacht gegeben, meil ihm feine insulare Distanz gegenüber den an­deren Nationen Europas die Augen verschloß für ben Entwicklungsgang vom früheren europäischen Gleichgewicht zum Weltgleichgewicht unseres Jahr- Hunderts.

Des Führers Glaube an das aus der heldenhaf­ten, unsagbar schweren Bewährung der Winter­front im Osten endgültig hervorgehende junge Au r o p a entspringt durchaus seiner nationalsozia­listischen Ueberzeugung.Die zur Einigung streben­den blutmäßig und gedanklich gleich orientierten sassischen Bestandteile dieses Kontinents konnten an chrem Zusammenschluß auf die Dauer weder ver­hindert werden, wie es darüber hinaus unsinnig war anzunehmen, daß im Falle des Auftretens einer bie Existenz aller Völker Europas gleichmäßig be­drohenden Gefahr eine Vereinigung der Betroffenen dagegen verhindert werden könnte." Im Zeitalter unserer umwälzenden Tage wird ganz deutlich wie es der Führer ausführte, daß Englands Kampf gc«

Schlachtschiffe und Träger stürzten, war das Ab­wehrfeuer der feindlichen Schiffe so stark, daß der Eindruck einerRauchwand durch Abwehrfeuer" entstand. Der japanische Angriff war mit Bomben und Torpedos geführt worden. Auch in diesem ftampf stürzte sich wieder ein japanischer Flieger mit seinem Torpedoflugzeug auf einen feindlichen Kreuzer, so daß auf diesem eine große Explosion entstand und das Schiff schwer beschädigt wurde.

Die japanische Presse hebt in ihren "Kommenta­ren hauptsächlich hervor, es sei jetzt einwandfrei er­wiesen, daß dieLuftwaffe stärker ist als Schlacht­schiffe". Gleichzeitig wird erklärt, daß die Beschrän­kungen, die der japanischen Marine durch die Wa­shingtoner Flottenkonferenz auferlegt worden waren, auch ihr Gutes gehabt hätten und nun sozusagen gegen ihre Urheber zurückschlügen. Die quantita­tiven Beschränkungen, die Japän auferlegt worden waren, hätten nämlich zur Folge gehabt, daß man um so größeren Wert auf bie Qualität legte. In der japanischen Marine habe man besonders" seit je­ner Flottenkonferenz technische Verbesserungen und eine neue Taktik studiert. Die Folge davon "sei, daß die japanische Marine nicht nur" die modernsten Waffen, sondern vor allem auch die modern­sten Kampfmethoden besitze.

Admiral Takahashi, der frühere Oberbefehlshaber der japanischen Flotte, erklärte, daß Schlachtschiffe nur dann wirksam eingesetzt werden könnten, wenn sie eine größere Formation bildeten, und erinnerte an die Entscheidungsschlacht, die Japan'mit feiner Formation von zwölf Schlachtschiffen im Russisch- Japanischen Krieg bei Tschuschima errungen hat. Zwei Schlachtschiffe allein hätten bei den Stärkever­hältnissen, wie sie jetzt im Südmeer geherrscht haben, nie etwas ausrichten können; ihr Einsatz im Koral- lenmeer zeuge von militärischer Unfähigkeit auf der gegnerischen Seite. Es wäre wahrscheinlich klüger gewesen, diese Schiffe zurückzuhalten, da dadurch starke japanifche Marineeinheiten in diesen Meeren

englischen Meldungen über eine Parallelschaltung der Interessen nichts anderes sind als die Bemän­telung einer Schwäche, die Moskau bedenkenlos und mit allen Hilfsmitteln der bolschewistischen Durchdringungstaktik auszunutzen bereit ist Moskau Z'elt auf die Erfüllung feines Traumes, den Persi­schen Golf zu beherrschen.

Die Bilanz dieses einen Jahres seit dem fehlge- schlagenen Belgrader Putsch kann daher für London u'cht anders lauten, als daß feine Empirepolitik einen entscheidenden Stoß erhalten hat. Grenzen­loser Egoismus und hilflose Unzulänglichkeit haben idie Schwäche des Weltteichs enthüllt, das seine eigentliche Macht im Orient bereits eingebüßt hat.