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meine Wohl der öffentlichen Ordnung und Sauber­keit zum Prinzip seines Daseins erkoren. Diese Tu­genden wahrten ihn vor den Gefahren, die das kor­rupte parlamentarische System der November- republik für das deutsche Beamtentum herausbe- schworen hatte, und führten ihn in der frühesten Kampfzeit in das Lager der nationalen Erhebung und insbesondere zur NSDAP. Adolf Hitlers, d.h. zu der Idee der nationalsozialistischen Bolksgemein- schaft.

Gerade in der damaligen Zeit aber war für einen Beamten ein solches politisches Bekenntnis unendlich schwer und verlangte große Charakter­stärke und Mut. In den kritischen Tagen des 8. No­vember 1923 und vor dem Volksgerichtshof in Mün­chen hat Reichsminister Dr. Frick seine Treue zum Führer und zur Bewegung unter Beweis gestellt. Er wurde damals zu IV4 Jahr Festung verurteilt.

Allein das Schicksal hatte den Führer und seine Bewegung, trotz des Urteils des Volksgerichtshofes in München zur Errettung Deutschlands aus tiefster Not und Schmach endgültig bestimmt. So sehen wir bereits 1924 Pg. Frick als Abgeordneten in den Deutschen Reichstag einziehen. Er wird Füh - rerdernationalsozialistischenReichs- taasfraktion und führt dort im Auftrage Adolf Hitlers den Kampf gegen die VerloAenheit und Würdelosigkeit des parlamentarischen Systems.

Sein persönlicher Einsatz als erster nastonalsozia- listischer Minister im damaligen Deutschland als Leiter des Thüringischen Jnnen- 11 nb Volksbildung sm inisteriums gehört für immer der Partei- und der deutschen Geschichte an. Die Fricksche Verwaltungsreform in Thüringen hat schon damals neben dem Grundsatz der Vereinfachung, Verbilligung und zweckvollen Zusammenfassung der Verwaltung dem Lande Thü­ringen einen äußerst zweckmäßigen und mobernen Verwaltungsapparat gegeben, der auch heute im ganzen Reich als Vorbild und mustergültig aner­kannt wird.

Besonders wichtig ist in jener Kampfzeit der Ein­satz dieses wahrhaft deutschen Ministers gegen den Versailler Vertrag und insbesondere gegen den Youngplan. Hier hat Pg. Frick als Ver­treter Thüringens im Reichstag einen glühenden Protest gegen die finanzielle und wirtschaftliche Ver­gewaltigung Deutschlands ethoben. Er setzte sich aber auch gerade auf dem klassischen Kulturboden Weimars gegen die Entartung der deut­schen Kunst und gegen die Entsittung des deutschen Volkes ein. Unter seiner Regierung wurde erstmalig ein hervorragender deutscher Rasseforscher demonstrativ an eine Hochschule als Professor be­rufen, nämlich Dr. Hans G ü n t h e r an die Univer­sität Jena, und ebenso der hervorragende deutsche Baukünstler und Architekt Professor Dr. Schultze- Naumburg zum Rektor der Bau- und Kunsthoch­schule in Weimar. Dort hatte bekanntlich der Kunst­bolschewist Gropius deutsches Kultur- und Kunst­empfinden dem jüdisch-bolschewistisch-marxistischen Ungeist auszuliefern versucht.

Als dann die Zeit gekommen war» berief der Führer Pg. Frick zum ReichSinnenminister. Das ganze deutsche Volk und insbesondere die deutsche Beamtenschaft haben nun den schlichten und edlen Menschen Frick in seiner fast zehnjährigen ununterbrochenen Tätigkeit in seinem hohen Amt kennen und verehren gelernt. Ein Leben lang hat der Minister als deutscher Beamter dem deutschen Volk seine Dienste, geleistet. Zwanzig Jahre aber steht er nun an der Seite des Führer als fein Mit­arbeiter, als einer der hervorragendsten Manner der nationalsozialistischen Bewegung. Als Reichs- -Innenminister trägt er die Verantwortung gegenüber dem Führer für eins der wichtigsten und größten Staatsämter. Seit Kriegsausbruch ob- iegt ihm insbesondere in seiner Eigenschaft als Generalbevollmächtigter für die Reichsverwaltung die Lenkung und Steue­rung all der schweren und zahlreichen Probleme und Aufgaben, die der Schicksalskampf des deutschen Volkes an die deutsche Verwaltung stellt.

Für das deutsche Volk ist es von höchster Be­deutung, daß es an solch einem Ehrentag eines 63jährigen Kämpfers ijnb in einer so großen und schicksalsschweren Zeit auch einen Vergleich mit den Männern und Systemen auf der anderen Seite zieht. Das Volk kann sich daher unendlich glücklich schätzen in dem Bewußtsein, daß sich um seinen von der Vorsehung mit der größten, ja, weltge­schichtlich einmaligen Genialität, Weisheit, Kühn­heit und Entschlußkraft ausgezeichneten und auser­wählten Führer, um Adolf Hitler, ein Kranz von Männern, ja in des Wortes schönster Bedeutung, von Paladinen schart, deren höchste Tugend die ger­manische Gefolgschaftstreue zu Adolf Hitler und zum deutschen Volk, deren einziger Lebenszweck die Pflichterfüllung im Dienste Adolf Hitlers und des deutschen Volkes darstellt. Mögen auch einzelne auf dem unendlich steilen Weg, den der Führer in feinem Kampfe um die Erlösung, um die große

Das neue Sendepwgramm des Rundfunks.

Der Generalsekretär der Reichskusturkammer, Ministerialdirektor Hans Hinkel, gab der Presse die Zusammensetzung des Gremiums bekannt, das für die Programmgestaltung des Großdeutschen Rundfunks seit 1. März unter seiner Oberleitung verantwortlich ist. Es wurden zehn Gruppen gebildet, und zwar: 1. .^Leichte Unterhaltung und Tanz"; geleitet von Georg Haentschel. 2.Ge­hobene Unterhaltungsmusik" unter Franz Grothe. 3.Volkstümliche Unterhaltungsmusik" unter Wer­ner P l ü ck e r. 4.Funkbrettl" unter -Günther Schwerkolt. 5.Unterhaltung für Soldaten" unter Heinz G 0 edecke. 6.Populäre klassische Musik" unter Fritz Ganß. 7.Ernste aber be­kannte klassische Musik" unter Generalmusikdirektor Schulz-Dornburg. 8. GruppeMusikalische Solisten" unter Professor Michael Raucheisen. 9.Das künstlerische Wort" unter Staatsschauspie­ler Theodor Loos. 10.Schwere aber unbekannte klassische Musik" unter Gerhard v. Westerman n. Als Chef vom Dienst ist Dr. Martin Schön icke eingesetzt.

Eine Neuerung in der Stoffauswahl ist da­durch eingetreten, daß man Sendungen unter dem MottoDas künstlerische Wort" undFunkbrettl" einen eigenen Gruppenleiter gab. Diese Sendungen

nehmen zwar im gesamten Wochenprogramm eine relativ kurze Zeit in Anspruch, gehören aber in ein Gebiet, das praktisch nur aus Originalarbeiten schöpfen kann". Wenn man nur an *bie Kabarett- jenbungen benkt, die im Wochenplan zur Zeit etwa zwei bis drei Stunden ausmachen, jo kann man daran ermessen, was für eine Arbeit in diesem Ressort geleistet werden muß, besonders da das Publikum bei einer Sendung nichts sehen kann und daher ganze Darstellungsmöglichkeiten, wie etwa der Tanz und die Akrobatik vollkommen wegfallen. Noch eine weitere Gruppe bedarf der Erläuterung; es ist die Gerhart von Westermanns, die schwere, weil unbekannte klassische Musik darbieten wird, wahrscheinlich hauptsächlich über den Deutschland­sender. Zur unbekannten klassischen Musik gehören nicht nur selten gehörte Werke vergangener Musik­epochen, sondern auch Uraufführungen zeitgenössi­scher Meister. Gerhart von Westermann als Leiter des Philharmonischen Orchesters, den Hörern be­kannt durch seine Einführungen zu den Uebertra- gungen aus den Berliner.Philharmonischen Kon­zerten, bringt ein Wissen mit, baß auch bie Lieb­haber ernster Musik jetzt voll auf ihre Kosten kom­men werben.

Freiheit des deutschen Volkes gehen mußte, ge­scheitert sein, weil ihnen doch die letzte Einsicht und Kraft fehlte, so besitzt der Führer und damit das deutsche Volk und darin möge es zugleich fein großes Glück und die sichersten Gegenwerte für feine Zukunft sehen wie noch nie in der Ge­schichte zuvor einen Kreis von Männern und ge­borenen Führern, die mit den Tugenden grenzen­loser Treue, großem Idealismus und unbedingter Disziplin größtes Können vereinigen. Von ihnen einer ist der Reichsminister Pg. Dr. Frick, dem das gesamte deutsche Volk an seinem 65. Geburtstag seine herzlichsten und dankbaren Glückwünsche ent­gegenbringt.

Der Wehrmachtbericht.

DAV. Aus dem Führerhauptquartler, 11. Wärz. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m südlichen Abschnitt der Ostfront wurden feindliche Waffenangriffe unter hohen blu­tigen Verlusten für den Gegner abgeschlagen. Auch an einzelnen Stellen des mittleren und nördlichen Frontabschnittes führten die Sowjets erfolglose An­griffe.

3n unausgesetzten schweren Abwehrkämpfen hat sich die brandenburgische 76. Infanterie- Division besonders bewährt.

3n Nordafrika wurden im Gebiet von 2He- ch Ni britische Spähtrupps zurückgeworfen und motorisierte Kolonnen des Feindes bombardiert.

Vei Luftangriffen auf Flugstützpunkte der In­sel Malta wurden Bombentreffer in hatten und auf Abstellplätzen erzielt. Der Feind verlor in Lufk- kämpfen fünf und durch Zerstörung am Boden sechs Flugzeuge.

In den Gewästern der Shetlands versenk­ten Kampfflugzeuge bei Tag ein Handels^ schiff von 2000 BRT. und belegten Flugplahan- lagen der Inselgruppe mit Bomben schwersten Ka­libers.

In der Zeit vom 1. bis 9. 3. verlor die bri­tische Luftwaffe 68 Flugzeuge, davon 43 über dem Wittelmeer und in Nordafrika. Wäh­rend der gleichen Zeit gingen im Kamps gegen Großbritannien 19 eigene Flugzeuge verloren.

Der Feind flog in der vergangenen Nacht nach Westdeutschland ein und warf Bomben vorwiegend auf Wohnviertel. Einige Zivilpersonen wurden ge­tötet ober verletzt. Nachtjäger und Flakartillerie schossen drei der angreifenben Bomber ab.

In ben Kämpfen des 5. März zeichnete sich ber Oberleutnant Cabanis. Kompaniechef im 3nfan- terie-Negiment Großbeutfchlanb, burch besondere Tapferkeit aus.

Aus dem italienischen Bericht.

Rom, 11.März. (DNB.) Wie der italienische Wehrmachtbericht meldet, wurde ein von Flotten- und Luftwaffenverbänden geschützter Geleitzug auf der Rückfahrt von Libyen, von englischen Torpedo­flugzeugen angegriffen. Durch geschicktes Manöv­rieren und wirksames Feuer wurde der feindliche Angriff abgewiesen. Der Geleitzu gelangte an seinen

Bestimmungsort, ohne Schaden genommen zu haben. Zwei englische Flugzeuge stürzten ins Meer. Die TorpedobooteSan Martino" undSolferino" haben zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Punkten je ein feindliches Unterseeboot versenkt. In den letzten vier Wochen verloren die Engländer mit Sicherheit sechs Unterseeboote im Mittelmeer. Unsere an den Küsten -der USA. tätigen U-Boote haben 23 500 BRT. feindlichen Schiffsraums ver­senkt. Im Verlause einer Woche haben damit die Versenkungen in diesem Gebiet 50 700 BRT. er­reicht. .

Borstoß in den Indischen Ozean.

Tokio, 11. März. (Europapreß.) Die japanische Marine ist zum erstenmal in den Indischen Ozean vorgestoßen. Am 2. März versenkten japanische Kreuzer westlich von Australien den amerikanischen KreuzerMarblehead" (7050 Tonnen). Der Kreuzer hatte eine Besatzung von 458 Mann und war mit 10 Geschützen von 15 cm Kaliber sowie mit 8 Flakgeschützen bestückt. Die von einem japanischen Kriegsschiff durchgeführte Beschießung der Christ- mas-Jnsel, südlich von Java, im Indischen Ozean, rief schwere Beschädigungen an militärischen Zielen auf dieser britischen Insel hervor.

Berliner Totenfeier für den Herzog von Aosta.

Berlin, 11. März. (DNB.) In der St. Hed- w i g s - K at h e d r'a l e fand ein feierliches Re- quiem für den Herzog von Aosta, Vizekönig von Äethiopien, statt. Vor dem Hochaltar war der Kata­falk aufgebaut, der die Nationalflagge Italiens, die Herzogskrone von Savoyen sowie Helm und Degen trug. Zur Rechten saß vor dem Diplomatischen Korps Botschafter Alfieri, zur Linken Staats­minister Dr. M e i ß n e r in Vertretung des Füh­rers und Staatssekretär v. Weizsäcker. Nachdem ein Musikkorps dasDeutsche Gebet" von Kisten­macher gespielt hatte, fang der Cbor von St. HeÄ- witz- das fünfftimmige ^.-ckppella-Requiem von Michael Haller. Dann begann das feierliche Re« quiem, das Nuntius Drf en i go unter Assistenz pon Mitgliedern des Domkapitels und der Kaplane von St. Hedwig zelebrierte. Nach der absolutio ad tumbam fand das Seelenamf mit den Klängen des ersten Satzes ausStabat Mater" von Rossini fei­nen Abschluß.

Japanisch? Studienkommission für die Südgebiete.

Tokio, 12. März. (Europapreß.) Das japa­nische Kabinett beschloß die Entsendung einer Stu­dienkommission in die besetzten Gebiete im Süd­pazifik. Sie soll die R 0 h st 0 f f v 0 r k 0 m m e n der neuen Gebiete feststellen und außerdeni den Um­fang der Zerstörungen ermitteln, die durch die Ver- nichtungspolitik der Gegner verursacht worden sind. Kleine politische Nachrichten.

Der USA.-Kriegsminister Stimf 0 n ist in der Panama-Kanal-Zone eingetroffen, um die Verteidi­gungsanlagen zu inspizieren.

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Dor Pressevertretern dementierte Präsident Roosevelt die Meldungen, nach denen feine Frau beabsichtige, nach London zu fahren.

Das Ritterkreuz.

Berlin, 10. März. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz an: Generalleutnant Neuling. Kommandeur einer Infanteriedivision; Oberleutnant Kaiser, Kompaniechef in einem Panzerregimeich und Feldwebel L a r i f ch, Zugführer in einem In« fanterieregiment.

*

Generalleutnant Neuling hatte mit einer Kampfgruppe ein wichtiges Stadtgebiet zu sichern und zu halten. Den Sowjets gelang es, in der Nacht vom 8. zum 9. Januar nach starker Artillerievorbe- reitung den Stadtrand zu besetzen. Mit Gewehr und Handgranaten feinen Truppen vorkämpfend, warf Generalleutnant Neuling die Bolschewisten zurück und fügte ihnen im Gegenstoß, der die alte Lage völlig wlederherstellte, schwerste blutige Verluste zu. Oberleutnant Kaiser fuhr Ende Januar mit nur sechs Panzern gegen einen von Bolschewisten stark gesicherten Ort, vernichtete dabei zwei Sowjetpanzer -und drang in den Ort ein. Da griffen die Bolsche­wisten, von 20 Panzern unterstützt, erneut an. Mit feinen wenigen Geschützen erledigte Oberleutnant Kaiser. 14 Panzer und brachte den feindlichen An­griff zum Stehen. Als die Sowjets den Angriff wiederholten wurden sie durch Oberleutnant Kaiser und feine Panzermänner, die mit ihren sechs Kampf­wagen in zwei Tagen 28 Feindpanzer vernichteten, erneut zurückgeschlagen. Als Führer einer MG.- Gruppe stieß Feldwebel L a r i sch gegen die in unsere Stellungen eingedrungenen Sowjets vor und warf sie zurück. Auch weitere Angriffe wurden unter großen Verlusten für die Bolschewisten abgewehrt.

Der Führer verlieh ferner auf Vorschlag des Ober­befehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz an? Unteroffizier Heintze, Geschützführer in einer Flakbatterie, und dem Gefreiten Huebner, Richt­kanonier in einer Flakbatterie. Beide sind durch Generaloberst Rommel für die hohe Auszeichnung eingegeben worden. Sie haben im Kamps der Panzerarmee an der nordafrikanischen Front durch den Abschuß zahlreicher Panzer und durch Nieder- kämpfung feindlicher Batteriestellungen kampfent­scheidende Waffentaten vollbracht. Der Führer verlieh ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritter­kreuz an: Major Hecht, Kommandeur eines Flak­regiments. Er hat als Kommandeur eines Flak­regiments der Panzerarmee Afrika in schwerem Ar­tillerie- und Flakfeuer Umsicht, Kaltblütigkeit und persönliche Tapferkeit gezeigt und mit feinem Flak­regiment innerhalb weniger Wochen 192 Panzer und 31 Panzerspähwagen vernichtet und 18 Flug­zuge abgeschossen.

Der Führer verlieh ferner das Ritterkreuz an: Major Haarhaus, Bataillonskommandeur in einem Jstfanterie-Regiment, Oberleutnant von Lu eck en, Bataillonsführer in einem Infanterie- Regiment, Oberfeldwebel Dörfel, Zugführer in einem Infanterie-Regiment, und Gefreiter U n fried in einem Infanterie-Regiment.

Major Haarhaus verteidigte mit nur schwachen Kräften aus der Abwehr immer wieder zum Gegenstoß übergehend mehrere Tage einen taktisch wichtigen Stützpunkt im Südabschnitt der Ostfront. Es gelang ihm, den von den Sowjets ein­geschlossenen Ort gegen sowjetische Massenangriffe so lange zu behaupten, bis durch Verstärkungen die Bedrohung des gesamten Kampfabschnittes behoben war. Oberleutnant von Luecken gelang es. sich mit seinem Bataillon aus der vorübergehenden Einschließung durch die Sowjets zu lösen. Auf den^ Marsch zur Division bemerkte er, daß die Bolsche^i misten mit starken Kräften in ein Dorf einzudringert und die deutsche Besatzung zu überwältigen versuch, ten. Mit großem Schneid griff von Luecken an, nahm die Ortschaft und sicherte sie gegen wiederholte starke Angriffe. Oberfeldwebel Dörfel wak mit einem verstärkten Zuge als Nachhut seines Regi­ments eingeschlossen. Trotz Schneesturms wurde der Durchbruch durch die Linie der Sowjetarmisten er- zwungen. An der befohlenen Aufnahmestellung zwungen. Gefreiter Unfried hat sich als Schütze, oft ganz allein gegen zahlenmäßig über­legenen Gegner kämpfend, stets hervorragend ge­schlagen.

Der Wiener Grillparzer-Preis für Lmil Strauß.

Reichsleiter von Schirach hat den von der Stadt Wien gestiftetenGrillparzer-Preis der Stadt Wien" im Betrage von 10 000 RM. für das Jahr 1942 dem Dichter Dr. h. c Emil Strauß verliehen, der ein gebürtiger Pforzheimer ist, aber einer altösterreichi­schen Musikerfamilie entstammt, die aber mit der Dynastie der Walzerkönige nicht zusammenhängt. Die Wiener Ehrung fügt dem nun 76jährigen zu den früheren Ehrungen Goethe-Medaille, Erwin- von-Steinnach-Preis, Mitgliedschaft der Deutschen Akademie der Dichtung und Ehrenbürgerschaft von Pforzheim und- Freiburg i. Br. eine neue hinzu.

Der feurige Ofen

Roman von Hans von Hülsen

37. Fortsetzung, (Nachdruck verboten.)

Ein paar Tage später. Hinter den hohen Fen­stern des Herrenzimmers, wo Christian Fehr, sorg­sam gebettet, auf dem Diwan lag, schleierte sich langsam der sonnige Apriltag ein.

Fabian hatte den Teewagen aus dem Eßzimmer herbeigerollt, der Samowar summte darauf. Marion und Fips saßen in der Tiefe der heranaerückten Klubsessel und leisteten dem Patienten Gesellschaft.

Während Fips unermüdlich ihre Scherze machte, hörte Christian Fehr draußen einen Wagen Vor­fahren. Gleich darauf kam Fabian, um Herrn Fon­tana zu melden.

Der Komponist trat ein, die Aktenmappe un« term Arm.

Bitte sehr um Entschuldigung, gnädigste Baro­nin, daß ich so unaufgefordert komme. Man lebt da oben so einsam ... auf diese Weise habe ich erst heute von dem bedauerlichen Unfall gehört ... Ja, verehrtester Baron, wie geht's denn?"

Und er ließ sich Fips vorstellen.

Wie's geht?" lachte Fehr:Am Stock ... am Stock gehfs ...! Dank der Nachfrage, lieber Herr Fontana. Sie sehen, es ist alles nur halb so schlimm. Setzen Sie sich zu mir, trinken Sie eine Tasse Tee mit uns, wir sind gerade dabei."

Ich war ja ganz außer mir!" Der Komponist konnte sich gar nicht beruhigen:Ich bitte Sie ... bas ist doch geradezu eine Sensation, wenn hier so etwas passiert ... hier, wo sonst nichts passiert! Aber sagen Sie mir, Baron: wie konnte denn das geschehen? Ein Attentat?"

Fehr winkte lad)gib ab, wie er schon diese ganzen Tage lang jedem, der ihn so fragte, abgewinkt hatte:

3 wo! Ich Mn doch fein Monarch, auf den

Attentate verübt werden. Keine «Persönlichkeit der Zeitgeschichte' ober sowas. Wer soll mich denn so wichtig nehmen, daß er ein Lot Blei an mich wen­det? Keine Menschenseele! Es wird die verirrte Kugel eines ehrenwerten Wilderers gewesen sein, denk ich mir ..."

Zu jedem hatte er so gesprochen, zu der ver­schreckten Marion vor allem, aber auch zu seinem Forstmeister, zu Demblin, zu ßanbrat Ollendahl, der ihn besuchte. Das war die Auslegung und Er­klärung, die er der Sache zu geben wünschte. Er wußte es besser, eine Stimme, tief im Innern ver­borgen, sagte ihm ganz deutlich, wer es war, der auf ihn geschossen hatte, aber sein Gewissen zwang ihn, vor der Welt diese Stimme entschlossen zu ver­leugnen und der ganzen Angelegenheit einen mög­lichst harmlosen Anstrich zu geben, damit nicht noch mehr Jammer daraus entstünde.

Fontana sah ihn durch die starkspiegelnde Horn­brille an, mit einem Blick, der starke Zweifel aus­drückte.

Mit einigen humoristischen Redensarten glitt Fehr über den heiklen Punkt hinweg, fragte, ob die Arbeit Fortschritte mache, ob sich das Jagdhaus immer noch als produktiv erweise.

Oh, im höchsten Grade, Herr Baron! Ich bin so wunderbar im Zuge ... Ich arbeite geradezu wie ein Achtzehnjähriger ..."

Und hoffentlich haben Sie uns da etwas mit­gebracht?" mischte sich Marion ins Gespräch, auf die Mappe deutend, die Fontana neben feinen Stuhl gestellt hatte.

Erraten, gnädigste Baronin! Ich habe mir die Freiheit genommen ... Ein Stück aus der neuen Operette ... Ein Glanzstück, wie ich mir ein­bilde ..."

Da bin ich neugierig. Lassen Sie sehen!"

Der Komponist holte bereits die Notenblätter hervor.

Es ist gestern Nacht fertig geworden ..., die Tinte ist sozusagen noch naß. Und während ich es schrieb, in den letzten Tagen, war ich immerfort von ,i>W WMjch fcejeett...» ja, gerade beMeq, es VM

Ihnen zu hören. Erst wenn man es von einer frem­

den Stimme gehört hat, bekommt man ja den rich­tigen Abstand. Erst dann weiß man, ob es etwas ist oder nicht ... Also gelt. Sie erweisen mir diesen Liebesdienst?"

Aber mit Vergnügen!" Marion vertiefte sich in die kritzelige Partitur: ,,0h ein Duett?!"

Ein Duett in dem aber die Frauenstimme, wie sich's gehört, die Hauptrolle spielt. Was die Männerstimme betrifft, so müssen Sie für heute mit meinen bescheidenen Künsten vorliebnehmen ..."

Marion summte die Melodie vor sich hin. Fehr

sah, wie ihr bräunliches Gesicht dabei verklärt war. Plötzlich sprang sie auf und lief durch die Diele ins Musikzimmer. Gleich darauf hörte man den Flügel.

Es ist wirklich ein ganz unschätzbarer Dienst, lieber Baron, den die Gnädigste mir damit leistet", wandte sich Fontana an Fehr;Sie machen sich keine Vorstellung, wie direkt blöde man in der Ein­samkeit wird, ich meine natürlich, in bezug auf die eigenen Sachen. Für den produktiven Künstler ist die Reproduktion alles. Und darum bin ich so außerordentlich glücklich, daß sich für mich hier diese Möglichkeit ergibt. Hoffentlich falle ich Ihnen aber nicht lästig?"

Bitte, bitte ...", machte Fehr:Das Glück ist mindestens ebenso auf meiner Seite. Ich bin nicht so undankbar, zu vergessen, daß Ihre Musik uns ja gewissermaßen zusammengeführt hat ... Und für meine Frau ist es natürlich auch nett, daß sie die Musik nicht völlig aufgeben muß ..."

Das wäre auch unverantwortlich ..

Ja. Oder auch nur entbehren. Denn was mich betrifft, ich darf mich wohl nicht eigentlich musika­lisch nennen, obwohl ich gerne zuhöre. Ein Zu­hörer ist noch lange kein Partner! Und beim Kia- vierfpiel bin ich über den «Jäger aus Kurpfalz' nie hinausgekommen ... Aber ich glaube, unser ver­ehrtes Fräulein Fips hier hat mehr musikalisches

Ohr?"

Nicht in die kalte la main, Baron!" lachte Fips: Darum leiste ich Ihnen Gesellschaft, wenn die beiden bg drüben thr Duett auMhren u.*

Oho, glauben Sie nicht, daß ich nicht zuhören möchte! Nein, die Türen bleiben offen, wenn ich bitten darf, damit ein armer Lazarus auch etwas davon hat ..."

Fontana!"

Vom Musikzimmer her rief Marion nach dem Komponisten. Er zerdrückte seine Zigarette im Aschenbecher und beurlaubte sich.

Gleich darauf ertönte der Flügel von neuem. Das war nicht mehr Marions etwas schülerhafter Anschlag. Fontana hatte jetzt das Instrument unter den Händen!

Und dann schwang sich mit einem Male Marions Stimme durch den Raum, weich, warm, mit einer erregten Zärtlichkeit überfüllt, daß Fehr ergriffen lauschte.

Ich liebe dich und Gute Nacht!

Die Glock' schlägt neun"

Aus dem Wirbeln und Wogen der Begleitung löste sich die Männerstimme. War das Fontana? Er sprach sonst eher hoch und hell, und was da in der Ferne aufklang, war ein dunkler Bariton:

Und ist dein heißes Blut erwacht.

Auf heißes Blut gib acht, gib acht. Es wird dich reun!"

Die Frauenstimme antwortete, verzückt vor dem flirrenden Hintergrund von Harfen-Arpeggien schwe­bend:

Ich liebe dich und Gute Nacht!

Die Glocke schlug schon zehn.

Ich hab' nicht heißen Blutes acht

O laß uns, selig zur Glut entfacht.

Ins höllische, himmlische Feg'feuer gef)n!* Der Bariton dieser kleine, strahlend warme Bariton:

Ich liebe dich und Gute Nacht!

Die Glock' schlägt elf, schlägt elf"

Und Marion, antwortend:

Du hast mich so wirr und so wild gemacht. All meine Sinne sind nach dir verschmacht'!

Daß Gott meiner Seele Helf !" K-MtzUGMM