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192. Jahrgang Nr. 214

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Der geopolitische Ausbau der Südseewelt

Von unserem S.-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Tokio, im August 1942.

Man ist gewohnt, in Australien mit seinen rund 9 Millionen Quadratkilometer den kleinsten Erdteil zu sehen. Da man bei den Erdteilen stets nur die Landmassen in Rechnung stellt, so ist diese Ziffer zweifellos richtig und berechtigt. Versucht man aber einmal, das wahre Wesen des Erdteils Austra­lien zu ernennen, so läßt sich auch ein anderer Standpunkt einnehmen. Bei einem großen Ueberblick spricht man in Australien von dem Festland, einem inneren Jnselkranz mit dem Namen Mela­nesien und einem äußeren, der von Mikro­nesien und Polynesien gebildet wird. Zu- sammengehalten werden diese Teile durch die Fluten des Stillen Ozeans. Er allein ermöglicht di^Ver- binbung zwischen ihnen. In Würdigung dieser Tat­sache gibt es viele Geographen, die Australien gern einenamphibischen Erdteil" nennen. Da­durch kommen sie zu. dem Ergebnis, daß bei einer Zusammenziehung der Land- und Meeresteile dieser Südseewelt Australien mit rund 90 Millionen Qua­dratkilometer der größte Erdteil jft. Denn der von australischen Landteilen umschlossene Raum hat zwischen der Inselgruppe Salas y Gomez und dem Steep-Paß eine Ostwesterstreckung von 14130 Kilometer, nimmt also in dieser Richtung mehr als ein Viertel des Erdumfanges 40 000 Kilometer in Anspruch. In der Nordsüd­erstreckung zwischen dem 29. und 53. Grad südlicher Breite kommt er mit 9000 Kilometer beinahe an dieses heran. Um einen Vergleichsmaßstab zu bieten, ei darauf hingewiesen, daß die Westostverbindung ier zusammengewachsenen Erdteile Europa und llsien auf dem Eisenbahnwege von Lissabon über SarisBerlinMoskauIrkutskKiachtaChar- nnDairen 13 528 Kilometer, also etwas weniger, beträgt. Diese Maße muß man sich klarmachen, nenn man die geopolitischen Bedingtheiten wür­digen will, wie sie der Aufbau der Südseewelt mit ich bringt

Die eben genannten Teile Australiens sind so an- geordnet, daß das Festland mit 7,7 Millionen Qua- iratkilometer das Kernstück eines gewaltigen Fächers 'ildet, der sich in der Hauptsache in östlicher Rich- iung entfaltet. Dabei sind die Teile in der Baden­orm so auf gebaut, daß sie nach Osten und Korden eine Verteidigungsstellung infweisen. Am sinnfälligsten tritt das bei dem Fest- and selbst zutage. Zum allergrößten Teil besteht 5 aus einer Hochfläche von nur geringer Höhe und ns Tiefland. Dagegen türmt sich an der ganzen dstküste entlang ein Gebirgswall auf, der sich angsam nach Norden zu senkt, hier aber wie über­haupt an der gesamten Nordküste durch einen dich- en Urwaldstreifen sowie durch Korallenriffe ge- chützt wird. Dasselbe gilt von dem Nordosten, dem ich das berüchtigte, mehrmals 1600 Kilometer lange Zarriere-Riff vorlagert. Diesen natürlichen Abwehr- lnaßnahmen ist es zuzuschreiben, daß der Norden und Nordosten des Festlandes nicht nur so wenig !3erkehrsbeziehungen zu der benachbarten südost- .asiatischen Inselwelt angeknüpft hat, sondern über« taupt der menschenleer st e Teil des Landes löblieben ist. Einigermaßen aufgeschlossen ist nur ier Südwesten, hauptsächlich aber der S ü d o st e n. Das liegt zum wesentlichen Teil an den eben vor- lietragen^n Gründen, jedoch in gleichem Maße auch cn klimatischen. Denn der Norden gehört zur trv- sischen, der Süden zur gemäßigten Zone, die der ziffernmäßig stärksten Bevölkerung, der weißen, am meisten zusagt.

Parallel zu dem Gebirge an der Ostküste des oustralischen Festlandes verläuft in 700 bis 1700 Kilometer Abstand eine Inselkette, die mit Neu-Guinea im Norden beginnt, sich über den Bis- inarckarchipel, die Salomon-Inseln, Neuen Hebriden »wie Neu-Kaledonien hinzieht und in Neuseeland ndet. Ihr gemeinsamer Name istM e l a n e - ien", die Inseln der schwarzen Menschen (Pa- iuas) und der dunklen Urwälder. Im Norden chwärmen sie sehr dicht, um Neuseeland herum iegen jedoch schon gewaltige Freiflächen. Nach ihrer Entstehung darf man sie vielleicht als das stehen- sbliebene Randgebirge eines teilweise versunkenen ^roßaustraliens betrachten. Die Höhen ihrer Ge- irge entsprechen denen der europäischen Alpen. ' ufjer Neuseeland sind sie alle noch wenig erforscht. !'er undurchdringliche Urwald sowie eine noch in L'ofjer Wildheit lebende Bevölkerung haben bis« ?r die Erschließung außerordentlich erschwert. Ein- , ig Neu-Guinea hat sich in bescheidenem Maße eojfnet. Die hierbei gemachten Erfahrungen berech- rgen zu großen Erwartungen in bezug auf Edel- wetalle, besonders Gold, und auf Steinkohle. Offen­bar liegen hier noch bedeutende Reserven der Welt­wirtschaft. Zu den am wenigsten erschlossenen Gruppen gehören die Salomon-Inseln, von denen Die nördlichsten, Bougainville und Buka, von 1S86 bis 1919 und die daran südöstlich anschließen­den, Choiseul und Isabel, von 1886 bis 1899 zu Teutschland gehört haben. Ihre Gesamtoberfläche beträgt rund 44 000 Quadratkilometer, die Zahl ihrer Einwohner etwa 150 000.

Der ganze melanesische Inselgürtel untersteht angelsächsischer Oberhoheit, mit Ausnahme von Neu- Kaledonien. Dieses ist französisch, 'wurde aber von , Mullistischen Verrätern den Amerikanern übereig­net. Das Vorfeld zu ihm bildet nach Norden zu Mikronesien", die Kleininselwelt der Karo­linen, Marianen und Marschall-Inseln, ehemals deutsche Kollmien, über die Japan als Mandatar verfügt. Nach Osten zu erstreckt sich die Vielinselwelt ornPolynesien", die mit Salas y Gomez 1 säon in den südamerikanischen Bereich übergreift. Sbren* geopolitisch wichtigsten Teil bedeutet im Augenblick der nördlichste, der von einer 2500 Kito- . Meter langen Sperrkette von Hawai bis zu den

Midway-Inseln dargestellt wird.

Bei einer solchen Aufgliederung der Südseeinsel- mlt kommt man zu dem bemerkenswerten Schluß,

daß sich die Gebiete der jüngsten militärischen Aus­einandersetzungen im Stillen Ozean gewissermaßen aus dem Bild des Fächers ergeben, zu dem die Der« lageruna des Festlandes und der Inseln nötigt. Die Schauplätze der Kämpfe liegen konzentrisch zum Festland Australien, angefangen mit der Schlacht im Korallenmeer zwischen Melanesien und Nord­australien (Anfang Mai), fortgesetzt bei den Mid­wayinseln (Anfang Juni) und zuletzt, im August, bei den Salomon-Inseln.

Japanische Fortschritte auf Neu-Guinea.

Berlin, 10. Sept. (DNB.) Den Japanern ge­lang es auf New-Guinea, ein australisches Bataillon vom Gros abzuschneiden und zu zerschlagen-, ein großer Teil der Australier geriet in Gefangenschaft. Ein Angriff japanischer Panzerverbände südost­

wärts von Kokoda führte zu einem Durchbruch durch die australischen Stellungen. Die Australier haben sich hier mehr als 30 km nach Süden in Richtung auf Port Moresby zurückgezogen und zahlreiches Kriegsmaterial in die Hand der Japaner fallen lassen. Bei Luftangriffen über Neu- Guinea, den Salomon-Inseln und Nordaustralien schossen japanische Kampfflug^uge 23 Flugzeuge ab.

Oer Führer empfing italienische Faschistenführer. T)TC6. Aus dem Führerhauptqüartler, 10. SepL Der Führer empfing am Donnerstag in Gegenwart des Stabschefs Viktor Luhe den Ge­neralstabschef der Faschistischen Miliz, Exzellenz Ge­neralleutnant Enzo G a l b i a t i, sowie den Kom­mandeur der SonderformationMussolini", General G i u a, und General R o m e g i a l l i. Er Halle mit dem Ehef der faschistischen Kampfverbände eine längere Unterredung im Geist der herzlichen Freund- uud Waffenbrüderschaft.

Zwischenbilanz.

Es wird Zeit zu einer Zwischenbilanz im Ostenr Zu einer Vergegenständlichung der besonderen Ge­sichtspunkte, die über den zeitlichen Kriegsverlauf und unmittelbaren Raumgewinn hinaus sich in diesem heißen Kampfsommer ergeben haben, die das wenn man so sagen darfinnere Bild" des Sommerfeldzugs bestimmen. Was sich an solchen Eigenarten jetzt entwickelt hat, wirkt in die Zukunft weiter.

Zu unterscheiden sind bas Vorspiel und der eigent­liche Sommerfeldzug. Das Vorspiel ist umschrieben durch die Namen Kertsch, Sewastopol und Charkow. Auch die Korrekturen der winterlichen Kämpfe in der Mitte und besonders im Nordabschnitt gehören dazu. Die Schlacht von Charkow, die in die Tage der Wiedereroberuna der Halbinsel Kertsch fällt, begann mit einem Angriff Timoschenkos, der auf dem Roten Platz von Charkow am 15. Mai eine Parade seiner siegreichen Panzer abnehmen wollte. Aus dem sowjetischen Offensivstoß wurde eine deut­sche Angriffsbewegung, die dem oberen Donez- Stromgebiet galt. Sie war die Grundlage des eigentlichen Sommerfeldzuges, der am 28. Juni aus dem Raum KurskCharkow losbrach. In rascher Folge wurde Woronesch erreicht, das eigentliche Donezgebiet buchstäblich aus den Angeln gehoben, der untere Don überschritten, der Kampf bis auf die Hochpässe des Kaukasus und an die enge Küsten­straße des Schwarzen Meeres getragen, die Halb­insel Taman gegenüber Kertsch gesäubert und ins­besondere jenseits des innersten Don-Bogens die Schlüsselstellung von Stalingrad angegangen. Sta­lingrad mit der Wolga bedeutet die Verbindung des Moskauer und uralischen Gebietes mit dem Sisden.

Der wesentliche Charakterzug der diesjäMgen Kämpfe war, daß nicht mehr eine Gesamtfront aufzurollen war wie im Vorjahr. Es war nicht mehr von der Wehrgrenze, der sog. Demarkations­linie in das eigentliche Kampfgelände vorzustoßen. Das eigentliche Kampfgelände wurde 1941 erst nach Monaten erreicht: es lag hinter dem Peipussee und hinter dem Dnjspr. In diesem Jahr standen unsere Truppen vielmehr' dank ihres heldenhaften Aus­harrens im Winter und dank des festen Willens des Führers mitten in dem wesentlichen Kampf­gelände und stoßen während dieses Sommerfeld­zugs an der für den Feind so empfindlichen Süd­flanke bis an die östlichen Grenzen des entscheiden­den Kampfraumes vor, der rein militärisch für die Sowjets Entfaltungsraum und kriegswirtschaftliche Widerstandsbasis ist. Von dem flüchtigen Auftakt der TimO'iVhenko-Offensive gegen Charkow in der ersten Maihälfte abgesehen, sind die Sowjets nirgend auch nur zu einem erfolgreichen Anlauf eigenen operativen Handelns gekommen. Die erbitterten

Im übrigen setzt die britisch-indische Polizei die Massenverhaftungen der Vortage in ganz Indien fort. In Bombay wurden 350 Personen, in Karachi 250 Personen, in Madras 170 Personen, davon viele Studenten, verhaftet.

Das britische Blutregiment wird fortgesetzt. >

Stockholm, 10. Sept. (DNB.) Churchill gab am Mittwoch im Unterhaus die lang erwartete Er­klärung über die Lage in Indien ab, die sich, wie er behauptete, gebessert habe. Es seien rund 500 Personen in Indien getötet worden. Der Treue und Standhaftigkeit der britischen Polizei, auf deren Konto diese Blutopfer kommen, zollte er aus­drücklich höchstes Lob und wiederholte im übrigen den festen Entschluß der Londoner Regierung, dem britischen Vizekönig und seiner Exekutive alle not­wendige, Unterstützung zu geben. Die Gewaltmaß­nahmen der Kongreßpartei hätten gezeigt, daß der Kongreß nicht das Volk vertrete, das durch Rassen- und Religionsgegensätzlichkeiten tief zerspalten sei. Churchill bemühte sich, den Eindruck zu erwecken, als ob größere Teile des indischen Volkes auf feiten des englischen Unterdrücker ständen. Er mußte jedoch zugeben, daß die Unruhen eine schwere Ge­fährdung für die Briten bedeuten. Besonders die Verbindungswege der englischen Streitkräfte an der Assam-Grenze würden durch Aufständische schwer bedroht.

Der Labour-Abgeordnete S h i n w e l l fragte die Regierung, ob sie sich darüber im klaren fei, daß die Erklärung Churchills Millionen von Men­schen tief erschüttern und en11äusche*n müsse, und ob die Regierung der Auffassung sei, daß eine solche Erklärung, welche die Kongreß- Partei verletzen müsse, zur Bereinigung der poli­tischen Lage in Indien beitragen werde. Der links­radikale Abgeordnete Aneurin B e v a n richtete daraus erneut heftige Angriffe gegen Churchill und verlangte zu wissen, ob die Erklärung Churchills die Billigung des Kriegskabinetts finde. Shinwell fragte schließlich noch, ab die militärischen Verstär­kungen, deren Ankunft in Indien Churchill bekannt- gegeben habe, zur Verteidigung Indiens gegen die Japaner oder etwa zur Niederschlagung innerer Unruhen bestimmt seien. Churchill versicherte, sie seien zum Kampf gegen die Japaner nach Indien geschickt worden.

Aus den Ausführungen Churchills geht hervor, daß das britische Blutregiment fortgesetzt wird, un­beschadet der Tatsache, daß Cripps vor wenigen Monaten den Indern erst ihre politische Freiheit versprach, ein Versprechen, für dessen Einlösung die Inder jetzt in friedlichen Kundgebungen eintreten. Er zeigt den über die britische Hinterhältigkeit er­bosten Indem heute mit feinen Terrormaßnahmen, was er unter Freiheit versteht. Es ist bezeichnend, daß sich Churchill den ZurufUnsinn" gefallen lasten mußte, als ^r der Kongreßpartei vorwarf, sie vertrete nicht die Meinung der Inder. Ebenso un­sinnig ist seine Behauptung von der Besserung der Lage in Indien. Der englische Gummiknüppel hat nicht vermocht, die Freiheitsbewegung der Inder za > unterdrücken.

Erbittertes Ringen im Festungsgelände von Stalingrad.

Berlin, 10. Sept. (DNB.) Nach starker Ar­tillerievorbereitung unternahmen die Bolschewisten mehrere Gegenangriffe westlich Sta­lingrad, die sämtlich unter hohen Verlusten für den Feind zusammenbrachen. Sofort setzten die Deutschen zu Gegenangriffen an. Die Bolschewisten leisteten in zahlreichen bunkerartig ausgebauten Feldstellungen unlt mit Stahlpanzern versehenen Stützpunkten zähen Widerstand. Der Angriff auf diese starken Befestiaungswerke konnte daher nur abschnittsweise vorgeführt werden.

Nördlich von Stalingrad stieß der deutsche Angriff zunächst auf äußerst verbissenen Widerstand. Nachdem Pioniere, Infanteristen und Panzersoldaten mehrere Bunker und zahlreiche Widerstandsnester aus der feindlichen Befestigungs- linie im Nah kämpf herausgebrochen hatten, konnte der deutsche Angriff weiter vorgetragen werden. Der Feind hatte schwere Verluste. Nördlich des äußeren Festungsgürtels griffen die Bolschewisten nach heftiger Artillerie- und Granatwerfervorberei­tung von außen mit starker Infanterie und zahl­reichen Panzern an. Nach erbitterten Kämpfen wurde der Feind unter blutigen Verlusten wieder nach Norden zurückgeworfen. Er verlor dabei insgesamt 59 Panzerkampfwagen. Bei diesen Kämpfen zeichnete sich ein deutsches Panzer­korps aus, das in den letzten zwölf Tagen im Norden der Befestigungswerke bis zur Wolga vor- geftoßen war und dieses eroberte Gebiet gegen stärkste Angriffe gehalten und verbreitert hatte. Wichtige bolschewistische Straßenverbindungen in nördlicher Richtung wurden abgeschnitten und der Schiffsverkehr auf der Wolga unter­bunden. Seit dem 23. August schoß das Panzer­korps über 430 Panzerkampfwagen ab, erbeutete 180 Geschütze, zerstörte 2 Monitors und 3 Kanonen­boote auf der Wolga, versenkte 2 Flußdampfer und 4 Motorboote und brachte 9000 Gefangene ein.

Der Wehrmachiberichi.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 10. SepL Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Südostwärts Noworossijsk wurden in dem mit Bunkern ausgebauteu Kampfgelände wei­tere höhen genommen. Schwere Artillerie des Hee­res versenkte an der Küste des Schwarzen Meeres fünf Transporter.

Am Terek warf eine deutsche Kampfgruppe einer Panzerdivision den mit massierten Kräften angreifenden Feind zurück, brach in die feindlichen Artilleriestellungen ein und zerstörte die Batterien.

3m Festungsgebiet von Stalingrad wurden mit Unterstützung der Luftwaffe weitere stark ausgebaute und zäh verteidigte Befestigungs­anlagen genommen. Bei der Abwehr starker Ent­lastungsangriffe wurden 59 sowjetische Pan - z er abgeschossen. Kampfflugzeuge bombar­dierten Hafenanlagen und Versorgungslager von

Bauernrevolte in Indien.

Tokio, 10. Sept. (Europapreß.) Die indische Freiheitsbewegung breitet sich von den Städten immer mehr auch auf das flache Land aus. Große Erbitterung hat unter den indischen Bauern vor allem die britische Methode der Verhängung kollektiver Geld st rasen für einzelne Dör­fer heroorgerufen. So ist es im Cawnpurdistrikt zu einer offenen Revolte von 1000 Bauern aus fünf Dörfern gekommen, denen die britischen Behörden hohe Geldstrafen auferlegt hatten. Die erbitterten Bauern zogen stadtwärts, griffen die Regierungs­gebäude an und kämpften drei Stunden mit der Polizei. Erst als von den Briten Truppen und Panzerwagen eingesetzt wurden, konnte der Aufruhr unterdrückt werden. 200 indische Bauern wurden verhaftet. In den fünf Dörfern haben die britischen Behörden sämtliches bewegliches Gut be­schlagnahmt. Man ist auf die Reaktion des All- indischen Bauernbundes auf diese Gewaltakte ge­spannt. Der Allindische Bauernbund vertritt 80 v. H. der indischen Bauern.

In Bombay kam es zu neuen großen Demon­strationen, bei denen die Polizei 120 Verhaftungen vornahm und verschiedentlich von der Schußwaffe Gebrauch machte. Die Kundgebungen zum Gedenken an die Verhaftung Gandhis vor einem Monat ton»

Asträchan. Nachtangriffe richteten sich gegen Flugplätze ostwärts der Wolga.

3m Raum von Rschew nahm der Feind seine Angriffe mit starken 3nsanterie- und Panzerkräften wieder auf. Sie wurden im Zusammenwirken mit der Luftwaffe in harten Kämpfen abgeschlagen und dabei 77 feindliche Panzerkampfwagen v e r n i ch t e L

Südlich des Ladogasees und an der Ein- schliehungsfront von Leningrad brachen mehr­fach Angriffe der Bolschewisten zusammen. Bei vergeblichen Versuchen des Feindes, den R e w a - Uebergang zu erzwingen, wurden 36 feind­liche Boote vernichtet.

3n der vergangenen Nacht führten die Sowjets Störflüge über ostdeutschem Gebiet durch. Die sow­jetische Luftwaffe verlor gestern 128 Flug­zeuge, außerdem wurde ein Fesselballon durch 3agdflieger abgeschossen. Acht eigene Flugzeuge kehrten vom Flug gegen den Feind nicht zurück.

3n den Mittags- und Abendstunden des 9. Sep­tember überflogen einzelne britische Flugzeuge Westdeutschland. Durch den Abwurf einiger Spreng­bomben entstanden geringfügige Schäden.

Vorpostenboote schossen im Kanal zwei britische Flugzeuge ab.

Erfolgreiche Luftangriffe an der El-Alamein-Front.

Berlin, 10.x<5ept. (DNB.) An der ägyptischen Front durchbrachen von Jägern begleitete deutsche Sturzkampfflugzeuge in mehreren Wellen die Flak- sperren über den britischen Stellungen der El-Ala- mein-Front und griffen in Tiefflügen stark ver­schanzte Batterien an einer Pistenkreuzung an. Bomben schweren Kalibers vernichteten mehrere Geschütze mit ihrer Bedienung. Britische Panzer­kampfwagen, die sich im Schutze eines Hügel­geländes bei Deir el Ragil zu einem Angriff gegen die deutschen Linien sammelten, wurden von leichten deutschen Kampfflugzeugen mit Bomben schweren Kalibers belegt, wobei zahlreiche Panzer brennend im Wüstengelände liegenblieben. Durch den über­raschenden Angriff wurden die Briten an der Durch­führung ihrer Angriffsabsichten gehindert.

Das Eichenlaub für tapferen Ll-Bootfommandanten. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 10. Sept. Der Führer verlieh heule dem koroetten- kapilän Klaus S ch o l h, Kommandanten eines U-Bootes, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eiser­nen Kreuzes und sandte an ihn nachstehendes Tele­gramm:3n dankbarer Würdigung 3hres helden­haften Einsatzes im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich 3hnen als 123. Soldaten der deut­schen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eiserne« Kreuzes. Adolf Hitler."

zentrierten sich auf das Zentrum der Stadt, wo sie zu Verkehrsstockungen führten. Als die Menge sich weigerte, der Polizei Folge zu leisten, ging diese mit Tränengas vor, doch gelang es nicht, die De­monstranten zu zerftteuep. Zahlreiche Anwohner gossen Wasser aus den Fenstern und machten die Verwirrung noch großer. Kurze Zeit vorher hatten Studenten und Schüler, die an diesem Tage allen Lehranstalten fernblieben, vor der Universität und den Schulgebäuden demonstriert.

Die indische Ungehorsamkeitsbewegung hat bereits starke Rückwirkungen auf das gesamte Wirt­schaftsleben des Landes. In Kalkutta liegen sämtliche für Großbritannien arbeitenden R ü ° ftungsbetriebe schon über eine Woche still, und in der Provinz Bombay muß den britischen Regie- rungs- und Behördenangestellten wöchentlich ein Tag Urlaub gegeben werden, damit sie ihre Lebensrnittel eintaufen können. Die Regierung fordert auch die privaten Arbeitgeber auf, eine gleiche Einrichtung für ihre Angestellten einzuführen. Auch die Trans­portschwierigkeiten der Briten in Indien nehmen in starkem Maße zu. Die britischen Behörden beab- sichttgen daher, den Ochsenwagenverkehr zu organi­sieren, da man mit einer weiteren Verschärfung der schwierigen Lage im Eisenbahnverkehr rechne.