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Die Villa puccinis.

Von Clemens Heselhaus.

Wir fuhren von Diareggio durch das raschelnde HerMlaub auf dem großen Viale, der mitten durch die Pineta des Herzogs von Salviatti führt. Rechts und links von der Straße winden sich schmale Pfade in das gelbbraune Dickicht der Farren und das immergrüne Gewirr der Schlingpflanzen und dor- nichten Sträucher. Durch die hohen Kronen der Pinien, die hier schlank und ebenmäßig wie Kiefern in deutschen Forsten gewachsen sind, zieht der Wind, noch voll vom Duft des Meeres, das nur wenige hundert Meter jenseits der Pineta liegt. Ein­mal geht eine breite Fahrstraße durch den Wald und endet unvermittelt in der schimmernden Wasser­fläche, die die verschleierte Novembersonne wider­spiegelt. Weiter südwärts liegt in der fast unzu- aänglich wuchernden Macchia, wie man das knie­hohe Dickicht der Maremmenwälder nennt, die breite Mündung des Serchio, der sein klargrünes Wasser von den Apuanischen Alpen oberhalb Luc- eas hat. Nahe dabei erinnert ein Turm an die Stelle, wo Shelley bei dem Versuch, in einer Barke von Livorno nach dem Vorgebirge von La Spezia zu segeln, ertrank. Jenseits des Serchio erstrecken sich die weiten Pinienwälder von Gombo und San Rossore, wo der italienische König in einer alten schlichten Tenuta der Medici seinen Sommersitz hat. So schwingen in diesem Landstrich nördlich der gelben Arnomündung, durchzogen von schwer­mütigen Pinienwäldern und unzugänglichen Heide­strecken und überall beherrscht von der rauhen Gipfelkette der Apuanischen Alpen, die Erinne­rungen seltsam ineinander. Der Landstrich ist ein Geschenk des Arno und des Meeres, ohne eigene Formen als den Duft und die Musik der Meeres- wetlen, Wergangslos zwischen den strengen Gegen- sätzen des felsigen, lebensarmen Hochgebirges und der weiten Wasserebene, mit der er die gleiche Höhe teilt, gelegen. Es scheint kein Bleiben in dieser Land­schaft: alles zieht hinauf zu den Bergen und hinaus aufs Meer. So wie die Bewohner der Derfialia immer hinauswandern in die Welt, um draußen ihr Glück zu machen. Ader immer kehren sie auch hierher zurück, wo in der Musik des Windes und

durchaus günstig für Deutschland verlaufen und eine Vorbereitung auf unsere große Offensive im Früh­jahr sein werden. Da aber (Tripps einmal im Zuge ist, macht er weitere Geständnisse. Er sagt, die bol­schewistischen Verluste seien sehr schwer, der Ver­schleiß sei ungeheuerlich. Und nun fordert Cripps die Engländer auf, die Bolschewisten nicht nur mit Waffen jeder Art, sondern auch mit Rohstoffen und Lebensmitteln zu unterstützen. Woher soll England diese Rohstoffe und Lebensmittel hernehmen? Aber ist es nicht geradezu paradox, daß ausgerechnet die Bolschewisten, die sich soviel auf ihre angeblich un­erschöpflichen Rohstoff- und Lebensmittelquellen zu­gute tun, nunmehr (Tripps für sich betteln lassen müssen? Ein merkwürdiger Kronzeuge, dieser Cripps. Indem er für den Bolschewismus fleht und diesen bedürftigen Bolschewismus in England ein­führen möchte, bestätigt er alle deutschen Darstellun­

gen in geradezu unübertroffener Weise. Und mehr konnten wir auch nicht von ihm verlangen.

Sir Stafford Cripps unternimmt seinen Feldzug für die Bolschewisierung Englands und für die not­wendige Hilfeleistung an Stalin aus einer Zielver­wandtschaft mit Churchill und Eden heraus, aller- dings zu einem anderen Zweck. Beide versuchten den Bolschewismus vorzuspannen, Europa dem Bolsche­wismus zu überlassen, um sich selbst zu retten. Cripps will Hilfe für den Bolschewismus, damit dieser in der Lage sei, nicht nur Europa, sondern auch England zu verschlingen. Man versteht jetzt wohl den Stoßseufzer, den nach demDaily Expreß" ein Labourabgeordneter ausstieß: Churchill möge doch dafür sorgen, daß die Briten Sir Stafford Cripps aus der Ferne bewundern könnten.

Berlin als Bolschewistenzentrale.

»Wenn England und Amerika den Sieg erringen.* Stalins heimtückische Vorbereitungen.

Stockholm, 10. Febr. (DNB.)Es besteht kein Zweif daran, daß, wenn England und Amerika den Sieg erringen sollten, die S o w j e tu ni o n als größte europäische Macht ihren Regierungs- sitz in Berlin nehmen würde."

Mit diesen Worten gibt der frühere britische Bot­schafter in Moskau, Cripps, in einer Rede, die er am Montag in Bristol hielt, klipp und klar zu, daß es das Ziel der britischen und amerikanischen Krieasanstrengungen ist, in Berlin eine bolsche­wistische Regierung zu errichten, der der ganze europäische Kontinent ausgeliefert werden soll. Als Sondergesan'dter des Bolschewismus glaubt Cripps es sich leisten zu können, den Schleier zu zerreißen, mit dem die Londoner Clique ihre sauberen Pläne bislang zu verhüllen suchte. Die Katastrophe, in die Churchill, Eden und Genossen Europa zu stürmen beabsichtigen, die bolschewistischen Aggressionsabsich- ten in Nord-, Ost- und Südosteuropa, sind trotz ge­legentlicher verlogener Dementis damit unmißver­ständlich bloßgelegt.

Alle Nationen des Kontinents willen nun mit er- schreckender Deutlichkeit, vor welch mutiger Gefahr die Wehrmacht Deutschlands und seiner Verbünde­ten sie beschützt hat und weiter bewahren wird. Die Größe der Mission des Ostfeldzuges wird in ihrer tiefen zivilisatorischen und kulturellen Bedeutung für ganz Europa wieder einmal rest­los klar.

Cripps unterstreicht die verbrecherische Absicht Londons nur, wenn er ängstliche Gemüter im eige­nen Lande über den unheimlichen Bundesgenossen zu beschwichtigen versucht und erklärt:Sollten die Briten nicht in freundschaftlicher Zu­

sammenarbeit mit den Bolschewisten stehen, so würde die Sowjetunion die Zukunft Europas allein bestimmen."

Das heißt nichts anderes, als daß Cripps Eng­land durch die Bolschewikenfreundschaft wenigstens noch einen gewissen Profit bei der Berge- waltigungEuropaszu sichern versucht, wenn er damit auch die Gouvernantenrolle, in der Lon­don vor dem Kriege so gern auf dem Kontinent auf- trat, als ausgespielt erklären muß.

Ebenso unumwunden wie zu den gemeinsamen Absichten bekennt sich Cripps aber auch zu den verräterischen Kriegsvorbereitun- gen, die die Sowjetunion bereits feit dem Jahre 1939 trieb.Ich glaube", so sagte er, daß Stalin zu Beginn des Jahres 1939 aufrichtig bemüht war, ein Abkommen mit Frank­reich und Großbritannien zustande zu bringen. Als ihm dies nicht gelang, war er selbst nicht bereit, sich den Deutschen entgegenzustellen. Er unter­zeichnete das Abkommen mit Deutsch- land, setzte aber sofort die Produktion auf Kriegsbasis in Gang, um den Augen­blick vorzubereiten, an dem er Deutschland er­folgreich überfallen wollte."

Durch den Ueberfall auf Deutschland hoffte Sta- lin seine Absichten in Europa, wie aus der Verge­waltigung des Baltikums und Bessarabiens schon während der Paktzeit zu ersehen war, restlos durch, setzen zu können. Cripps gibt mit seiner Erklärung wieder einen Beweis dafür, daß des Führers Ent­schluß Europa im letzten Augenblick vor den sprung­bereiten Bolschewistenhorden bewahrt und seine Kultur gerettet hat.

Englands Versorgungsschwierigketten.

Lissabon, 10. Febr. (Europapreß.) Ein an­schauliches Bild der Versorgungsschwie­rigkeiten Großbritanniens gibt der LondonerDaily Expreß". Unter der Ueberschrift 12 000 Meilen bis zu ihrem Händler" veröffent­licht das Blatt eine Landkarte. Darauf sind die für England wichtigsten Lebensmittel verzeichnet sowie die Länder, aus denen sie kommen. Speck und Schinken, Eier, Weizen, Zucker, Honig, Käse und andere Milchprodukte, ebenso getrocknete Früchte kommen aus Kanada; Südafrika liefert Fleisch, Mais und Fett; Australien sendet Fleisch, Weizen, Butter und Marmeladen; Neuseeland Fleisch, But­ter, Käse; die Vereinigten Staaten Kaffee, Baum­wolle, Zwiebeln, Zucker, Palmöl; Asien Reis, Tee, Weizen und Tapioka. 90 Proz. seines Weizens und feiner Fette muß Großbritannien einführen, 70 Prozent seines normalen Zucker- und Käsever­brauchs und die Hälfte seines Bedarfs an Fleisch.

Im Vergleich dazu stellt die Zeitung fest, daß Deutschland fast seinen ganzen Weizenbedarf aus dem eigenen Lande bezieht, in seiner Zucker- oerforgung völlig autark ist und seinen Fleischver­brauch bis auf 2 v. H. im eigenen Lande decken kann. Frankreich erzeugt seinen Weizen selbst, führe nur 15 v. H. seines Bedarfs an Zucker, 10 v. H. an Fleisch und 60 v. H. seines Bedarfs an Fett ein. Italien importiere 5 o. H. seines Weizens, 25 v. H. seines Fettbedarfs und nur 1 v. H. seines Fleischbedarfs. Japan sei hinsichtlich Weizen, Fett, Zucker und Fleisch Selbstversorger.

Abschließend stellt derDaily Expreß" fest, daß Großbritannien 50 v. H. seines Lebensmittelbedarfs aus anderen Ländern beziehen müsse, während Frankreich 21 v. H., Deutschland 12 v. H., Italien 8 v. H. und Japan nichts einführen müsse. Das Blatt betont, daß die Seeblockade der Alliierten der Nahrungsmittelversorgung der Achsenländer keinen großen Schaden zufügen'könne, während die Be­lieferung Englands durch die Ausdehnung des Krieges auf den Pazifik auf bas äußerste gefährdet sei. Der Verlust an Deien und Fetten aus den niederländisch-indischen Besitzungen könne kaum gedeckt werden. Noch größer werde jedoch die Gefahr, wenn es den Japanern gelinge, in Austra­lien Lust- und Marinestützpunkte einzurichten. Der größte Teil der englischen Versorgung an Fleisch, Butter, Käse und Marmelade käme damit in Fort­fall. Die Erzeugung in England könne, so wird ab­schließend festgestellt, zwar noch gesteigert werden, doch fehle es an den entsprechenden Düngemitteln, welche ebenfalls aus Uebersee eingeführt werden müßten. ,

England braucht »Schiffe und immer mehr Schiffe*. Stockholm, 11. Febr. (Curopavr^ß.) Der wachsende T on n a g e m a n g e l Der ena - lischen Flotte tritt in der Londoner Presse jetzt wieder stark in den Vordergrund.Daily Tele- braph" undDaily Sketch" behandeln dieses Thema tn ausführlichen Artikeln, die offensichtlich auf Jn-

im harzduftenden Schatten der Pinienwälder so etwas wie Heimat lebt.

Wer diesen Landstrich kennt, könnte meinen, die Musik Puccinis, der hier fein Leben lang zu Hause war, sei nichts anderes als die Notenschrift des träumerischen Windes über der romantisch fern­wehsüchtigen Landschaft. Mit den Wellen des Mee­res spülen die Geschichten desgoldenen Westens" ans Ufer und vor den wie Theaterattrapen in der grellen Sonne aufleuchtenden Gipfeln scheint sich im Frühling die Kirschenblüte Japans zu wiederholen. Die weiche und empfindsame Seele Puccinis, der in dem von alten Stadtmauern, hohen Bergen und mehr noch durch die starre Gesellschaftsschichtung eingeengten Lucca geboren war, strebte hinaus in diese weiche und ungegründete Landschaft, die im­mer noch nicht die Herkunft aus den Wellen des Meeres vergessen zu haben scheint. Bei Torre del Lago, dem Dörfchen, von dem man von weitem wirklich nur einen Turm erkennt, ist im See Mas- faciuccoli noch eine lebendige Erinnerung verblieben aus der Zeit, als die Wellen noch über den Sand der Dersiglia rollten. Unmittelbar an den See baute Puccini feine Villa. Doch trägt das schlichte zwei- stückige Haus die alte Nummer 270, neben der heute, nachdem diese Straße nach Giacomo Puccini um- benannt ist, eine andere geschrieben steht. Heute ist vor dem Garten der Villa ein kleiner Vorplatz an­gelegt, von dem aus sich ein Ristorcmte mit seiner Veranda in den See vorschiebt. In der spärlichen Sonne, die durch die letzten gelblichigeißen Blätter der Trauerweiden fällt, bietet sich dem Auge jenes friedenssatte glückliche Puccinische Landschaftsbild dar. Weit jenseits, doch immer noch so nah, jede Einzelheit zu erkennen, steigen die Luccheser Hügel an, reich verbrämt mit dem Silbergrau der Oliven und dem tonigen Braun der Kastanienwälder Zwischen diesen Hügeln und den dahinter höher austteigenden Pisaner Bergen ahnt man das Tal des Serchio, der daher kommt, wo die Gipfelmas­sive übereinander ansteigen. Lautlos staken Fischer ihre flachen Kähne durch das träge Wasser, ohne eine Spur zu hinterlassen, und verschwinden im Röhricht, das vorn Ufer in den See hineinwuchert. Es ist, als ob die Luft hier den Atem anhalte, um die schöpferische Pause, in der die Entwicklung und Veränderung der Landschaft hier stehen geblieben ist, nicht zu stören.

Die Explosion in Tanger

Der Obetbefi

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ragt mit beiden Steuerbordschrauben hoch tn die Luft. Die Hälfte des Kiels liegt außer Wasser. Arne- j rikanische Sachverständige geben zu, daß die Schifss- rnaschinen und die elektrischen Anlagen vernichtet sind. Dennoch hoffen sie, das Schiff durch Auspum- j pen und mit Hilfe von Pontons allmählich wieder aufrichten zu können. Sie stützen diese Ansicht auf die Behauptung, daß ein derart großes Schiss noch nie gekentert sei.

Der italienische Bericht.

Rom, 10. Febr. (DNB.) Der italienische Wehr» machtbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:

In der Gegend von Ain El-Gazahla endeten Kämpfe vorgeschobener Abteilungen zu unseren Gunsten.

Luftverbände beschossen größere feindliche Kraft- fahrzeugkolonnen; eine große Anzahl von ihnen wurde zerstört.

In einer Reihe siegreicher Kämpfe schossen deut­sche Jagdflugzeuge 11 englische Flugzeuge ohne eigene Verluste ab.

Die Aktionen der deutschen Luftwaffe gegen die Insel Malta wurden fortgesetzt. Italienische Bom­ber griffen in der Nacht zum 9. Februar erneut den Stützpunkt Alexandrien mit Erfolg an.

Feindliche Flugzeuge bombardierten einige Ort­schaften Grie ch e nlands und verursachten den Einsturz einiger Privathäuser. Unter der griechischen Bevölkerung sind 11 Tote und 11 Verletzte zu be­klagen.

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Als wir in die kühlen Abendschatten hinaustraten, rollte dunkelfarbig die Sonne über eine Wolken­bank dem Meeresspiegel zu, während die nun un­wirklich nahe Gipfelkette aus den Schnittstellen der Marmorbrüche schimmernde Reflexe zurückwarf. Ich mußte an ein Wort denken, das auf dem Debussy- Denkmal am Bois de Boulogne in Paris steht: Man muß auf den Abendwind lauschen können, der in den Bäumen singt". Es ist das gleiche, was einem Puccinis stille Welt in Torre del Lago mit- gibt. Und die bedrängende Frage nach dem letzten Warum löste sich in dieser schlichten Weisheit.

Vertretungen, um den Meuchelmord und die Hetze zum Aufruhr in die Länder zu tragen, die den britischen Diplomaten Gastrecht gewähren. Wir wol. len in diesem Zusammenhang auch an«die Vergif­tungen ägyptischer Generale erinnern; sie sprachen für sich. Auf jeden Fall versucht England durch Mord und Gewalt diejenigen Personen aus den Wege zu räumen, die sich ihm widersetzen.

In Tanger hat die (Erregung der Bevölkerung zu Forderungen an den Pascha der Stadt und den Hohen Spanischen Kommissar geführt. Die Behör­den beschäftigen sich mit diesem Fall, der einwand­frei die Anwendung britischer Gepflogenheiten auf Tanger beweist. Bei der Empörung der Bevölke­rung von Tanger ist es auch zu Demonstrationen vor dem englischen Konsulat gekommen. Und was macht die britische Lügenzentrale daraus? Sie be­hauptet, die Bevölkerung Tangers sei von den Deutschen und Italienern aufgehetzt worden, weil die Deutschen und Italiener die Folgen ihres Attentates durch Erregung von Unruhen hätten ab- wenden wollen. So dumm, das zu glauben, kann nur der Du^chschnittsbrite fein, denn daß eng­lisches Diplomatengepäck, auf einem englischen Dampfer nach Tanger gebracht, von Deutschen und Italienern herrühren soll, das läßt doch entweder auf eine grandiose Dummheit der Briten schließen, die mit der Verladung dieses Gepäcks beauftragt waren, oder auf eine geradezu teuflische Raffiniert­heit der Achsenmächte, der die armen und unschul­digen Briten wieder einmal zum Opfer fielen. E. 8.

Waffen und Sprengstoff im britischen Hotel in Tanger gesunden.

Madrid, 10. Febr. (Europapreß.) Gegenwärtig wird in der Tangerzone eine groß angelegte U n- t e r f u cf) u n g der britischen Niederlas­sungen durchgeführt. Gesucht wird nach Waffen und Munition sowie nach Propagandaschriften, die, wie die Kuriersack-Affäre an den Tag brachte, syste­matisch von Gibraltar aus in die Tangerzone ge­schmuggelt wurden. Das erste Untersuchungseraednis liegt bereits vor. Es gelang, in dem britifeften HotelB ri st o l" in Tanger in geheimen Kellern ein großes Waffen- und Sprengstoff­lager zu entdecken. Gleichzeitig wurden Pro­pagandaschriften gefunden und Dokumente, die zur Zeit Gegenstand systematischer Nachprüfungen sind. Das Hotel diente offenbar als Zentrum terro­ristischer Vorbereitungen der Briten. Die spanische Polizei entdeckte eine regelrechte Werk­statt zur Herstellung hochbrisanter Bomben. Aus dem gefundenen dokumentarischen Material geht hervor, daß England durch Agenten in Spanien und im spanischen Protektoratsgebiet Sabotage- und Ter­rorakte nicht nur plante, sondern zum Teil bereits durchgeführt hat.

Dom See fteiaen wir zur Villa Puccinis hinauf. Palme, Steineiche und Pinie stehen in den engen kiesbestreuten Gärtchen dicht nebeneinander. Durch eine Glaswand sieht man das enge, aber bequem eingerichtete Speisezimmer, das den Ausblick auf den See hat. Das Studio ist dunkler, aber von jenen warmen braunen Tönen, die an nördlichere Wohnstuben erinnern. Noch ist das Piano geöffnet, und neben den letzten Arbeiten des toten Meisters liegen die Zeugnisse seines geistigen Zuhause: Photos von Verdi und Wagner, eine Totenmaske Beethovens und ein amerikanischer Roman in rotem Leinenband. Das Kaminfeuer wartet darauf, ange« zündet zu werden. Briefschaften, Manuskripte und Photos von Freunden, Sängern und von Puccini sellsit liegen in wirrer Fülle umher, als ob der Geist, der dies Haus belebte, nur zu einer seiner beliebten Jagd parti en aus gegangen wäre'. Büchsen, Stiefel und Anzüge hängen noch bereit zur Be­nutzung im kleinen Jagdzimmer. Es ist, als ob nur der Pfiff der Jagdpfeife oder der schwere Stiefel­schritt auf dem Kies im Garten fehlte, um das öde Haus wieder zu erwecken. Seltsame Atmosphäre, die die Dinge des täglichen Lebens behalten, wenn auch der leibhaftige Träger längst dahingegangen ist. Man empfindet hier den Tod nicht als etwas Lastendes, Störendes, sondern nur als ein stilles Hinübergehen. Wie anders, düster und fchwermüttg wirkt da'gegen Puccinis Villa in 93 i ar egg w, die ab­gewandt von der großen Sttandpromenade im Schatten der Pineta liegt, wie eine strenge Eremi­tage an der Straße des großen Lebens.

Da wir die Gruftkapelle, die man im Hause ein­gerichtet hat, besichtigen sollen, funktioniert das elektrische Licht nicht. So können wir sie mit Kerzen­licht besuchen, das nur matte Schimmer über die weißen Marmorsarkophage schüttet, in denen Puc- cini und seine Gattin ruhen. So verschwindet das Ueppige und Ueberladene, in dem sich die Pietät nicht genu$ tun konnte. Puccini hatte selbst den Wunsch geäußert, hinter seinem.^lavier beigesetzt zu werden. Darüber hat man dann auf der ande­ren Seite der Wand den pompösen Sarkophag er­richtet. Wie Adelsschilder glänzen die Titel seiner Werke in Goldschrift an den Seiten auf. Aber wie­viel schlichter und tiefer war die Idee des Meisters, ungenannt hinter seinem Klavier zu ruhen, wie ein Soldat unter seinem Helm.

formationen gut unterrichteter Kreise zurückgehen und einen sehr ernsten Ton haben.Daily Sketch" schreibt:Ein Erfolg Sowjettußlands gegen die Deutschen ist abhängig von unserer Hilfe, Die nur über dos Meer kommen kann. Hilfe und wie­der Hilfe für Sow^etrußland ist die ständige Parole. Auf die Frage, wie diese Hilfe nach Sowjetrußland gelangen könne, gibt es nur eine Antwort:Schifseund immer mehr Schiffe. Nur damit können wir den Krieg ge­winnen."Daily Telegraph" schließt seinen Leit­artikel mit den Worten:W i r brauchen Schiffe, Schiffe und nochmals Schiffe. Die Tonnagefrage wird für unser Volk ein entschei­dender Faktor werden."

»Aormandie* gekentert.

Lissabon, 10. Febr. (Europapreß.) Zu dem an Bord des von der nordamerikanischen Marine beschlagnahmten ftanzösischen Riesen-Dampfers Normandie" ausgebrochenen Großfeuer wird ergänzend gemeldet, daß alle Bergungsversuche, die unter der Leitung des Admirals Drews durchge­führt wurden, erfolglos geblieben sind. Nachdem man bas, in Flammen stehende Schiff aus dem Neuyorker Hafen in das offene Fahrwasser des Hudson geschleppt hatte, um ein Uebergreifen des Brandes auf andere Schiffe zu verhindern, er­hielt dieNormandie" bald starke Schlagseite und kenterte in den frühen Morgenstunden des Dienstags.

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Zeitschriften.

Die Jubiläumsausstelluna des Künstlerhauses Wien aus Anlaß feines 80jäyriqen Bestehens ist Gegenstand eines Referates von Franz Dttmann im Februar-Heft der MonatsschriftDie Kun st" (Verlag F. Bruckmann, München). Eine Anzahl der ausgestellten Werke ist abgebildet. Hubert Wilm schreibt zum Gedächtnis Ferdinand Liebermanns; Ulrich Christoffel gedenkt Asmus Carstens, der zwar ein unfertiges Werk von Zeichnungen und Kartons hinterließ, dessen Name aber in der Kunst­geschichte eine Bedeutung erlangte, die ihn über manchen Zeitgenossen hinaushebt. Die Ausstellung im Osthaus-Museum in Essen anläßlich des Todes­tages von Hermann Kätelhön, des auch in Gießen bekannten Meisters der Darstellung deutscher berg­männischer Arbeit, wird mit Bildbeiqaben gewür­digt. Im zweiten Teil wird ein geschmackvolles Speisezimmer in Schleiflack von Architekt G. H. Winkler gezeigt, sowie die vorbildliche Gemein­schaftsanlage eines Industrieunternehmens von Architekt Hans C. Reißinger. Architekt Carl Her­mann ist mit einem Neubau verrieten, Architekt Paul Schaeffer-Heyrothsberge mit einem Sommer­baus. Die Vierraum-Musterwohnung, die das Gau- geirnftättenamt der DAF. in Düsseldorf zeigt, ist ein Beispiel für die Verwirklichung des großen sozialen Bauprogramms nach dem Kriege. Die Bernstein­arbeiten der Goldschmiedemeisterin Toni Koy, Kö­nigsberg i. Pr., zeigen die Verarbeitung dieses Samlandgoldes" in feiner naturbedingten Form. Man sieht auch Bunzlauer Braunzeug der ©taafe lichen Keramischen Fachschule m BunKaU«

Wieder einmal ist die britische Diplomatie als Handlangerin des berüchtigten Secret Service durch einen ihr sehr unangenehmen Zufall entlarvt wor­den. Zwischen Tanger, das als spanisches Gebiet dem englischen Gibraltar gegenüberliegt, und Gibral­tar verkehrt regelmäßig der englische Schlepper Rescue". Zum letzten Wochenende erschien er wie­der in Tanger, lud feine Fracht, die aus diploma­tischem Kuriergepäck bestand, aus, um dann mit ver­dächtiger Eile wieder nach Gibraltar zu Dampfen.

Diplomatisches Kuriergepäck, auch wenn es den Briten gehört, wird von jeder zivilisierten Nation, nur nicht von der britischen, als unverletzlich be=\ trachtet. Dank dieser Unverletzlichkeit konnte der ehe­malige USA.-Gesandte in Sofia, Carle, 38 rie­sige Schrankkoffer mit für 120 000 Dollar Juwelen, für 100 000 Dollar goldene und silberne Zigaretten- oosen, bulgarische Kirchenbilder und Kirchengeräte aus Gold und Silber von Sofia nach Istanbul ver­schieben. Im März 1941 explodierten in Istanbul gleich nach der Ankunft des bisherigen englischen Gesandten in Sofia, Rendell, des Duzfreundes jenes berüchtigten Carle, in der Vorhalle des Hotels Pera-Palast" diplomatische Gepäckstücke. Zwei tür­kische Polizisten in Zivil und eine Engländerin wur­den dadurch getötet, zahlreiche andere Personen ver­letzt. Der durch die Explosion entstandene Brand konnte nur mit Mühe gelöscht werden. Weitere Sprengstoffe wunden u. a. aufgefunden in der eng­lischen Gesandtschaft in Belgrad, im britischen Kon­sulat, in Agram usw. Brand- und Sprengbomben sowie Dynamit gehören nun einmal zu Dem Ge- päck britischer Diplomaten, Die zumeist im Dienst Des Secret Service stehen.

Nach Dem Verschwinden derRescue" sollte in Tanger das britische Diplomatengepäck in einer Autotaxe zum britischen Konsulat gebracht werden. Dabei wurde eine Kiste unsanft aufgesetzt, Die Folge war eine furchtbare Explosion, Die 14 Todesopfer kostete, bei 30 Menschen Verletzungen hervorrief und die Bevölkerung Tangers in berechttgte Erregung versetzte. Bei dieser Explosion wurden aber auch die anderen diplomattschen Gepäckstücke verletzt, und da ergab sich, daß sie eine Menge in arabischer Sprache abgefaßter Flugblätter enthielten, Die ganz, offen zum Aufstand gegen Spanien hetzten. Das entlarvte England hat bereits seit längerer Zeit Die spanische Halbinsel zum Schauplatz Der Um­triebe ihres Secret Service gemacht, aber seit Dem Bürgerkrieg haben die Spanier Erfahrung mit die­sen Verbrecherorganisationen und wissen sie unschäd­lich zu machen. Wenn jetzt die Tätigkeit in Spanisch- Tanger ausgenommen und vom englischen Konsulat aus die Araber und Mauren mit Flugblättern auf­gehetzt und mit Bomben usw. ausgerüstet werden sollten, so hat das diese Explosion zwar vereitelt, aber nach allem steht fest: England benutzt eine facrofanfte Einrichtung, wie die Der Diplomatischen

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