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192. Zahrgang Nr. 265 tfricbeint täglich, außer Sonntags und feiertags

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Glchener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen 1-9

Wir sind die Stärkeren

wohnlich heiß und von einer drückenden Schwüle, ^en Kein Mensch ließ sich auf den Straßen sehen. Weder fcori

gemeinsame Sache macht.

nach Mitternacht die Stille.

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ist, der >fessors beitete.

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Unser sll-Verlchlerstaller hat eine Reise nach Iranzösisch-Rordasrika unternommen. Sein Aufsah erhält durch den nordamerikanischen Angriff auf Algier aktuelle Bedeutung.

Algier, Ende Oktober 1942.

P°. I und Major de mit Dberjt«

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Die Amerikaner haben einen politisch-militärischen Börsencoup gelandet; sie haben einen Angriff auf die west- und nordafrikanischen Besitzungen Frank­reichs unternommen. Zu einem richtigen Börsen­dreh gehört auch die Verbreitung falscher Gerüchte. Nun wohl! Die Amerikaner haben auf ihren Trans­portschiffen Sender stationiert, die auf derselben Welle wie zwei französische Nordafrikasender falsche Nachrichten zu verbreiten suchen. Das Re­quisitenzubehör des üblen Börsendrehs ist also voll­kommen.

Zur Sache selbst: Das feindliche Unternehmen gegen Französisch-Nord- und Westafvika steht un­ter amerikanischem Oberbefehl, wird aber durch bri­tische Kräfte unterstützt. Die Amerikaner sprechen von einermächtigen amerikanischen Streitmacht", die mit hinlänglichen Waffen für die moderne Krieg­führung ausgerüstet sei und melden gleichzeitig den Einspruch an, mit diesem Unternehmen der Sowjet­unioneine wirksame Zweiteftont-Hilfe" zu ge- währen.

Die Engländer erscheinen durchaus im Kielwasser der amerikanischen Aktion. Bezeichnend ist die bri­tische Erklärung, in der es heißt:Die Regierung Ihrer Britischen Majestät unterschreibt in jeder Einsicht die in der Erklärung des amerikanischen Präsidenten zum Ausdruck gebrachten Ideale." Eng­land, das im Hochsommer 1940 durch seine Anschläge auf Dakar und Oran einen ähnlichen Versuch ge­macht hat, ist jetzt auf den zweiten Rang gedrängt. Seine Truppen stehen unter amerikanischem Ober­kommando. Die Pankees haben bei diesem mili­tärisch-politischen Unternehmen, das ganz nach der Methode eines üblen Börsenmanövers aufgezogen ist, die Vorhand.

Roosevelt hat einenAufruf an die französische Bevölkerung" erlassen, in dem er sagt:Ich habe immer noch Hunderte französischer Freunde inner­halb und außerhalb Frankreichs, an die ich gern zurückdenke. Ich kenne Eure Farmen, Eure Dörfer,

Vertreter, dem es gelungen ist, aus einer anderen algerischen Stadt noch ein letztes Presse­telegramm abzusenden:Der Montag war unge-

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ist nach dem Fall von Algier geteilt worden. Mit der Leitung des Widerstandes in Lyokko und West­algerien (dis Oran) ist General Roanes, der französische Generalresident von Marokko, und mit der Leitung des Widerstandes in Ost-Algerien und Tunis General Barre beauftragt worden, wie am Montagabend in Vichy verlautet. Admiral Dar- l a n, der sich nach Afrika begeben -hatte, um dort das Kommando der französischen Truppen zu über­nehmen, hat sich ebenso wie General Juin, der Oberkommandierende der französischen Truppen in Nordafrika, den Amerikanern ergeben müssen. Man hatte gehasst, daß es ihnen gelingen werde, sich der Gefangennahme zu entziehen. Diese Hoffnung hat sich aber nach einer amtlichen Verlautbarung als irrig erwiesen.

Mehedia in Marokko gefallen.

Heftige Kämpfe östlich von Casablanca.

Vichy, 10. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der fra- zösische Nachrichtendienst gibt bekannt, daß die Lage in Marokko sich verschlimmert hätte. Die Stadt Mehedia nördlich Rabat ist gefallen. Sieben Kilometer östlich von Casablanca finden heftige Kämpfe statt. Eine Anzahl von Ge­fangenen ist hierbei gemacht worden. Im Gebiet von Mehedia hatten die Nordamerikaner mit Panzer­wagen angerissen, die sie aus Richtung Fedala herangeführt hatten. Vor Casablanca wurden meh­rere nordamerikanische Schnellboote versenkt.

Die Montag abend in Vichy vorliegenden Nach­richten aus Marokko besagten, daß die französischen Truppen der Garnison Port Lyautey die alli­ierten Landungstruppen bei Mehedia zurückgeschlagen hätten. Die Straße und Eisenbahn von Port Lyau­tey nach Rabat befinde sich wieder in französischer Hand. Aus Mekres sei ein französisches Bataillon auf dem Seewege zur Verstärkung in Port Lyautey eingetroffen und an Land gegangen. Nördlich S e - b a o u sei eine alliierte Einheit von etwa 1000 Mann gelandet, sie wurde jedoch von französischen Truppen zum Kampf gestellt. Aus M e k n e s und F e z sind französische Verstärkungen abqegan- gen, um die amerikanischen Truppen bei Fedala aufzuhalten. Die amerikanischen Truppenlandungen b e i S a f f i wurden fortgesetzt. Weitere Landungen werden aus Agadir und M o g a d o r gemeldet. In allen marokkanischen Städten herrscht Ruhe.

Oran und Umgebung von Amerikanern beseht.

Vichy, 10. Nov. (Europapreß.) Die bei Oran ge- landeten amerikanischen Truppen haben, nach in Vichy Montagabend vorliegenden Meldungen, sämtliche wichtigen Plätze von Oran und Umgebung besetzt. Lediglich der Mili­tärflugplatz Senia befindet fid> in der Hand der französischen Truppen. Der Ring der amerikanischen Angreifer um die Stadt war immer enger gewor­den. Mers el Kebir soll weiterhin von den französischen Truppen gehalten werden.

Frankreich für die USA. feindliches Ausland.

Buenos Aires, 10. Nov. (Europapreß.) Schatzsekretär Henry Morgenthau gab An­weisung, daß Frankreich wirtschaftlich a l sf e l n d- liches Territorium" zu betrachten ist. Frank­reich unterliegt damit den Bestimmungen, die für den Handel und dse Verbindungen zwischen den USA. und feindlichen Ländern bestehen. Die Ver­einigten Staaten haben alle Schiffe der Vichy- Regierung, die in amerikanischen Häfen liegen, beschlagnahmt. Der französische Bot­schafter Gaston Henry-Haye erhielt (eine Pässe ausgehändigt.

Blick auf Oran, in dessen Umgebung britische und amerikanische Landungsversuchs stattfanden. (Scherl-Archivs

Eure Städte; ich kenne Eure Soldaten, Eure Pro­fessoren und Eure Arbeiter. Noch einmal begrüße ich Euch und betone nochmals meinen Glauben an Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit." Wenn Worte einen Sinn haben, so appelliert der amerikanische Präsident an Frankreich mit einem Unsinn von historischem Ausmaß. Die USA. siyd im großen Zug, England zu beerben. Sie greifen jetzt mit einem Knalleffekt auch nach dem französischen Kolonialreich in Nord- und Westafrika. Sie be­haupten natürlich, daß Deutschland dieses Kolonial­reich bedroht habe. 28 Monate sind seit Abschluß des deutsch-französischen Waffenstillstandes ver­gangen. Das französische Kolonialreich ist Frank­reich verblieben. Kein deutscher Staatsmann, kein deutscher General hat das französische Kolonialreichs in seine politischen oder strategischen Erwägungen einbezogen. Roosevelt trägt in dieses französische Kolonialreich den Krieg; die Engländer sind Mit­helfer dieses Anschlags. Der französische Staatschef Marschall Petain hat Roosevelt geantwortet:Sie unterschieben Ihren Feinden Absichten, die niemals in die Tat umgesetzt worden sind. Ich habe immer erklärt, daß wir unser Kolonialreich verteidigen würden, falls man es angreifen sollte." Der französische Staatschef ahnt wohl, daß, wenn sich einmal Amerikaner und Engländer in dem nord- und westafrikanischen Kolonialreich Frankreichs fest­setzen sollten, Frankreich sicherlich dieses nie mehr wiedersieht.

Im Augenblick, da die Waffen an der nord- und westafrikanischen Küste Frankreichs sprechen, haben Worte kein großes spezifisches Gewicht. Alles hangt von dem Fortgang der militärischen Operationen ab.

Das französische

Nordafrika-Kommondo aufgeteilt.

Vichy, 10. Nov. (Europapreß.) Das Kommando über die französischen Streitkräfte in Nordafrika

dann die Freiheitsparolen ausgab und einige fand, die für diese Freiheitsideen in den Tod zu gehen bereit waren, wie dann das Wunder geschah, daß eine Bewegung, am 9. November 1923 fast ein Nichts geworden, sich weiter und weiter entfaltete und schließlich die Stimme des Volkes war, wie sie dann zur Macht gelangt, die alten System­parteien verschwanden.

Das Geschehen der Gegenwart und die Kämpfe der Vergangenheit, haben einen gemeinsamen Ur­sprung: den fanatischen Glauben, daß es um Deutschlands Zukunft geht und daß niemals kapi­tuliert wird. Die inneren Feinde sind erledigt, die äußeren haben sich mit der bei uns überwundenen Weltpest des Judentums angeschickt, uns niederzu­schlagen und auszurotten. Aber hier spottet der deutsche Granitblock allen verzweifelten Versuchen derer, die zum Absterben verurteilt sind. Das sinn­lose Geschwätz der Roosevelt und Churchill, die die Welt als Ausbeuter behandeln und unfähig sind, in ihren Bereichen auch nur das mindeste zur Ab­stellung himmelschreiender,Mißstände zu tun, zeigt sich am besten in der lächerlichen Art, mit der sie Deutschlands Erfolge behandeln. Was wir in diesem Kriege erreichten, ist so offenkundig, daß nur die Wut eines Mannes wie Roosevelt die Folgen nicht

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Im Anfang war die Tat, aus dem reinen Glau­ben an die Unzerstörbarkeit deutschen Wesens ge­boren! Zur gleichen Stunde, da Roosevelt und Churchill ihre Truppen in feiger Gangsterwelse Frankreich in dessen nordasrikanischem Besitz über- allen ließen, hat der Führer an der historischen Stätte seiner Anfänge, im Bürgerbräukeller der Stadt der Bewegung, eine geschichtliche Uebersicht über den nationalsozialistischen Glauben gegeben, dessen Taten heute iüe alte vermorschte Welt zum Einsturz bringen. Drei Pfeiler tragen diesen Glau­ben und diese Taten: daß Deutschland im Innern und Aeußern siegen muß, da es endlich sich selbst gefunden, daß Volk und Führung eins und daß wir die Stärkeren sind.

Ein Mann machte die deutsche Geschichte der Gegenwart, eine Kraft riß uns vom Untergang los, der Führer entwickelte, wie er zuerst nichts war als ein unbekannter Soldat des Weltkrieges, wie er

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in der Europäerstadt noch in der (Eingeborenem Kasbah waren die Geschäfte geöffnet. Die Ver- gnügungs- und Gaststätten blieben nach wie vor ge­schlossen. Offensichtlich hatte die französische Polizei den Ordnungsdienst noch nicht wieder ausgenommen. Die Verachtung der Bevölkerung gegenüber den Amerikanern zeigte sich darin, daß die Fen st er der Häuser dicht geschlossen blieben und nicht einmal die Neugier die Eingeborenen veran­laßte, die amerikanischen Soldaten, die in kleine­ren Trupps vorbeimarschierten, zu beobachten. Don den Amerikanern ist eine außerordentlich scharfe Polizeikontrolle verhängt worden.

Die großen Bezinbehälter im Hafen, die durch die amerikanischen Fliegerbomben in Brand ge­worfen wurden, brennen noch. Ihre Flammen lodern hoch zum Himmel empor. Im Hafen werden noch immer amerikanische Truppen ausgeschi'fft. Die großen Hotels der Hafengegend sind von den Ame­rikanern beschlagnahmt. Nirgendwo in Algier", so schließt der Bericht,kann beobachtet werden, daß die Bevölkerung mit den amerikanischen Truppen

Algier im Schalten des Krieges

Von unserem Alf.-Korrespondenten.

geborenen lieben die Arbeit nicht. Man arbeitet, wenn es sein muß, gerade so viel, daß man nicht verhungern muß. Das Lohnniveau der Eingebore­nen liegt weit unter dem der Europäer; sie neh­men das alles mit einem fatalistischenInschallah", Gott will es" hin und fühlen sich in ihrem Nichts­tun glücklich.

Oie Lage in Algier.

Neuer französischer Widerstand wird organisiert.

Vichy, lO.Nbv. (Europapreß.) Die telegraphi­schen Verbindungen zwischen Algier und Frank­reich sind wieder heraestellt. Korrespondenten fran­zösischer Blätter in Algier konnten seit Montag­morgen 10 Uhr wieder an ihre Zeitungen tele­graphieren. Nach den neuesten Berichten wird der Widerstand auch in Algier erneut organi­siert.

Algier ist am Montag zu einer toten Stadt ge­worden, berichtete ein deutscher Presse-

Von Marseille erreicht man in 3% Flugstunden Algier, die Hauptstadt Algeriens, in der mehr als 200 000 Menschen europäischer Abstammung neben weit über 100 000 Eingeborenen leben. Noch immer wächst die Stadt trotz Krieg, trotz Wirt­schaftsschwierigkeiten und trotz der Stille, die in ihrem Hafen herrscht. Ganze Hügel werden oberhalb der Stadt weggeschafft, Waldstreifen umgelegt, da­mit das weiße steinerne Meer immer weiter in das Land hineingreifen kann. Ein neues Frank­reich wächst in Algier und Algerien heran; der «roße in Glas, Stahl und Beton ausgeführte, die ktadt und den Hafen beherrschende Regierungs­plast ist Ausdruck dieses kolonisatorischen Strebens, in den Hotels, in der Straße, im Regierungs- i-bäude, in den Banken und Geschäftshäusern srrscht eine Spannung, die sich der Atmosphäre er ganzen Stadt- mitteilt, und die sich erst legt, wenn sich die Nacht über Meer und Stadt senkt, wenn der Lärm in den Straßen verstummt. Das Inarren von Bauernwagen, die zur Markthalle fahren, das Kreischen der ersten Straßenbahnen, hastige Schritte von Früharbeitern zerreißen schon

Die Stadt ist überfüllt, Wohnungen sind knapp. Die Probleme der Versorgung, des Transportes

1 greifen auch hier am südlichen Rande des Mittel­meeres bis ins letzte Haus, bis in die letzte Hütte. Trotz der Großproduktion der Landwirtschaft mit einer Durchschnittsernte von 10 Millionen dz Ge­treide, 16 Millionen hl Wein, 150 000 Zentner Llivenöl, trotz einer Überproduktion an Gemüsen und Früchten, ist auch in Algerien die Versorgung aus technischen Gründen schwierig. Es ist, wie die Ziffern zeigen, weniger eine Frage der Produktion Äs des Transportes. Algerien hat Mangel an Irennftoff für die Transporte, für die landwirt- fchaftlichen Maschinen und Baumwollstoffe, um die eingeborenen Kinder zu kleiden. Für die fehlenden iaummoUftoffe gibt es keinen Ersatz. Barfuß, die ruft frei sind die meisten (Eingeborenen; unzählige agen Lumpen, die sie notdürftig mit Nadeln, ja Ibft mit Holzstücken zusammenhalten oder es rpemg- ens versuchen. In diesem Aufzug drängen sie sich unbekümmert in den von buntestem Leben quirlen« Den winkligen Gassen des Eingeborenenviertels und mischen sich unbelästigt im europäischen Stadtteil mit den elegantesten Passanten: Begegnung zwischen Europa und Afrika!

Die Regierung hat aber versucht, nun das Textil­problem zu lösen; Altkleidersammlungen unter den Europäern und ganze Frachten von getragenen Kleidern aus Frankreich linderten nur die größten Töte. Die verkehrstechnischen Schwierigkeiten aus $rennftoffmanqel wurden erfolgreicher überwunden, da man mit Alkohol fährt, der aus Traubensaft gewonnen wird. Alles in Algier ist knapp; obwohl auf dem Lande zum Teil sogar Ueberfluß herrscht, find die Transportschwierigkeiten nicht zu beheben. Ta es die meisten Waren ohne Karten gibt, muß man sich bei der allgemeinen Jagd auf dem Früh­markt mit den Ellenbogen feinen Anteil sichern.

Dies alles schafft Verärgerung und eine unzufrie­dene Stimmung. Das tägliche Leben wird so immer schwerer. Obwohl die Fronten dem Algerier unend­lich fern scheinen, macht sich der Krieg ebenso, ja m vielen Dingen stärker bemerkbar, als im Hinter­land einer kriegführenden Macht. Selbst der schwarze Markt, eine Zeitlang das ganz große Geschäft des (Eingeborenen, vermag kaum noch etwas zu beschaffen. Woher nehmen, wenn der Hafen, über den einst die Produkte der ganzen Welt ins Land kamen, ausgestorben daliegt? Kaum ein Tutzend Schiffe befindet sich in ihm: sie find unbe­weglich und stumm. Träge schlagen die Wellen gegen , d e Kais, auf denen sich einst Waren zu Bergen i türmten, und wo nun zwischen den Steinen das Gras wächst Leer sind die Lagerschuppen, die Kräne droben zu rosten, und über die großen Lagerplätze sind Luftschutzgräben gezogen.

Die Königin Algeriens, die Lichterstadt am Meeressaum, die es ehemals mit Paris aufnahm, hat verdunkelt. Nur wenige Bogenlampen erhellen abends die Stadt, deren oft nicht glückliche Kon­traste zwischen europäischem und nordafrikanischem Äauen, zwischen ultramodernen Hochhäusern und Glendsquartieren, dann liebevoll gemildert werden. Groß allerdings und nach wie vor kaum zu ändern ist der Gegensatz zwischen Europäern und Eingebo- renen: allein das verschiedenarttge Wohnen zeigt

laus zoM jeBod

eine Kluft, die unüberbrückbar ist.

Immer wieder ist der Fremde entzückt, wenn er de Kasba, das sich in winkligen und schmutzigen Gassen den Berg hinaufziehende Eingeborenen­viertel besucht. Es ist bunt, es ist vielfältig, und über ihm liegt stets ein Geruch, der den Atem verschlägt. Wie es in den Gaffen und Gäßchen von v-rfchlei- ün Frauen, von Männern, von unzähligen Kin­dern wimmelt, so wimmelt es in den Lädchen und arabischen Kaffees von Fliegen, vor denen nichts fieber ist. . r , ...

Das ganze proletarifierte Eingeborenenviertel ist en einziger Vulkan, in dem es gärt und schwelt. Nicht nur, daß sich die Mohammedaner trotz Armut, trotz Lumpen, ttotz Schmutz den Europäern nach wie vor überlegen fühlen, Ihrepassive revolutto- rrire Unzufriedenheit" äußert sich in einer Hattung, bie jede Uebervorteilung eines Europäers rechtfer- tigt. Es gibt Ausnahmen; es gibt reiche Einge­borene, die von ihrem Geschäft mit den (Europäern ganz groß profitieren. Aber wer sagt, daß sich iire innere Haltung von der der breiten Masse wesentlich unterscheidet? Es sind zwei Web tm, zwischen denen wenige Brücken hin und her führen. Es könnte anders aussehen. Aber die Ein«

Blick auf A l g i e r, in dessen Nähe die Amerikaner und Briten zu landen versuchten. Im Vordergrund die Hafenanlagen. (Scherl-Archiv.)

Der Anschlag ans Nordasrika.

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