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auch das eingangs gespielteKonzert für Klavier und Orchester" monumentale Gestaltung erreicht -und im Mittelsatz, einem klangschönen Andante, sei­nen Höhepunkt besitzt. Bemerkenswert ist des Kom­ponisten Verzicht auf Holzbläser. Stürmer, der am 9. September seinen 50. Geburtstag beging, wurde lebhaft gefeiert. Max Hafer.

Bruno Stürmer hat bis jetzt über 120 Werke ver­öffentlicht. 1892 in Freiburg i. Br. geboren, erhielt er seine musikalische Ausbildung als Pianist und Komponist in Karlsruhe. Längere Zeit studierte er auch an den Universitäten cheidelberg und München Musikwissenschaften. Er wirkte dann als Theater­kapellmeister in Karlsruhe, Remscheid und Essen und als Lehrer in Heidelberg und Duisburg. Seit Jahren ist er in Kassel ansässig. Stürmer wurde vor allem durch seine Chormusik bekannt. Unter seinen Männerchören fanden vor allem auch die Volks- liedbearbeitungen Beachtung. Aber auch seine in­strumentalen Werke hatten Erfolg. Beachtung findet auch sein reicher Beitrag zur Hausmusik.

Professor INanigk gestorben.

In Ueckeritz auf Usedom ist der emeritierte ordent­liche Professor für deutsches und römisches Bürger­liches Recht, »Geheimer Justizrat Dr. jur. Alfred Manigk, kurz vor seinem 69. Geburtstag gestor­ben. Manigk, der aus Annaburg stammte, hat feine akademische Laufbahn im Jahre 1900 in Breslau begonnen. Von 1902 bis 1921 hat er in Königsberg gewirkt. Nach sechsjähriger Lehrtätigkeit in Bres­lau kam er im Jahre 1927 nach Marburg. An der Neugestaltung des deutschen Prioatrechts hat er lebhaften Anteil genommen.

Gajus Julius Lasar".

Hans RehbergsGajus Julius Cäsar" stellt die Erscheinung des Imperators als staatserhaltenden Begriff in Len Vordergrund. Cäsar ist das politische Genie an sich und darum der große Einsame, der nur für die Idee, die er Rom nennt, existiert. Er bäht die gestaltlose Masse des Volkes mit ebenso abgrundtiefer Verachtung wie die Mittelmäßigkeit )es eitlen geschäftstüchtigen Adels. Aus diesem Grunde besitzt er auch keine Gegenspieler im dra­maturgischen Sinne. Sein Untergang ist keine Kata­strophe im Ringen gleich starker gigantischer Mächte, sondern ein Werk blinden Zufalls. Rehberg läßt diesen Cäsar sich selbst und sein geschichtliches Blick- >e6b in einer geschlossenen Kette monologrstischer Ge­spräche airfbauen, in der alles andere nur als epi­sodische Unterbrechung erscheint. In Szenen aber wie jener, in der der Imperator mit der kalten Ueber- iegenheit des seiner historischen Sendung Bewußten der Meute der Verschwörer entgegentritt, setzt sich 3er Dramatiker durch. Auch in der Art, wie das Zeitgeschichtliche mit knappen Strichen umrissen wird, zeigt sich der erfahrene Theaterdichter, dem überdies die Mittel einer ungemein zuchtvollen und gedanklich klaren Bühnensprache zu Gebote stehen. Lei der Uraufführung .im Breslauer Schauspielhaus pflegte die Regie Kurt Hoffmanns einen dem an- titen Stoff angemessenen heroischen Darstellungs­stil. Der leicht pathetische Anklang in der Gestalt des Mn Hans Brackebusch psychologisch ausgefeilten Cä­sar erfuhr durch den komödiantischen Realismus der Gegenfiguren, in denen uns Brutus als schäbiger Wucherer, Cicero als geschwätziger Hohlkopf, Cas­sius als kleinlich gehässiger General begegnen, einen Ausgleich. Werk und Wiedergabe ernteten freund­lichen Erfolg. Wolfgang Pohl.

Uraufführungen im hessischen Landestheater.

Zur Uraufführung am Hessischen Landestheater Darmstadt hat Generalintendant Everth die Schau- pieleDer Mann unter der Treppe" von Bernt wn Heiseler undTanais" von Wilhelm Müller- Scheid angenommen. Generalmusikdirektor Karl Maria Zwißler, der Intendant des Mainzer Stadt- cheaters, wird als Gastdirigent einige Opernauf­führungen in Darmstadt leiten.

Schwäbische Dichterwoche am Stadttheater Heilbronn.

Das Stadttheater Heilbronn plant einen Zyklus dramatischer Werke schwäbischer Autoren in einer .Schwäbischen Dichterwoche" aufzuführen. Und ;war: Georg Schmück! esNero und Agrip- □tna" E. W. SchäfersDie Reise nach Paris" Gerhard SchumannsDie Entschei­dung" SchillersTurandot" Uhlands «Herzog Ernst von Schwaben" Otto Rom - dachsTaraskonischer Liebestraum" und Ker - ner-UhlandsDie Bärenritter". Dieses Stück entstand 1809; nach Uhlands eigener Aussage rührte dieHauptsache >im Komischen" von Kerner her, auf Uhland scheint vor allem der Text der Arien zurückzuführen fein. Man reichte 1813 das kleine Werk dem Stuttgarter Hoftheater ein, das den Textzu gemein" fand (damals hatte Friedrich Knapp die Musik verfaßt). Jetzt erscheint das Werk- lein in einer Bearbeitung von Hans Viehweg und mit einer Musik von Heinrich Funk.

Aus der Stadt Gießen.

Heute teilweise Sonnenfinsternis. '

Am heutigen 10. September wird eine teilweise Sonnenfinsternis zu beobachten sein, sofern wir klaren Himmel haben. Ein derartiges Ereignis haben mir längere Zeit nicht mehr erlebt. Um so größer wird das Interesse an diesem sehenswerten Himmelsvorgang sein. Die Sonnenfinsternisse ent­stehen dadurch, daß der Mond seinen Schattenkegel bei bestimmten Bahnlagen des Neumondes auf die Erde wirft. Da wir uns ganz nahe der Spitze die­ses Schattenkegels befinden, sind die Gegenden, die der Schattenkegel auf der Erde bestreicht, nur be­grenzte Zonen. Damit erklärt sich die verhältttis- mäßige Seltenheit der Sonnenfinsternisse für einen bestimmten Ort der Erde. *

Da der Mondschatten mit rund 500 Metern Se­kundengeschwindigkeit über die Erde hinstreicht, haben verschiedene Orte auch verschiedene Finster­niszeiten. Beginn der Finsternis überhaupt ist um 15.57 Uhr. Die größte Phase der Bedeckung der Sonne wird um 17.39 Uhr erreicht. In Berlin wird, nach den Berechnungen der Astronomen, der Be­ginn der teilweisen Sonnenfinsternis uhi 17.26 Uhr deutscher Sommerzeit, ihr Ende um 19.08 Uhr zu beobachten sein. In Gießen kann man den Be­ginn der Bedeckung um 17.30 Uhr wahrnehmen, die Mitte der Verfinsterung wird um 18.22 Uhr, das Ende um 19.11 Uhr erreicht.

Zur Beobachtung eignet sich am besten ein be­rußtes Glas, das die Sonne in einem rötlichgelben Licht zeigt. Zum berechneten Zeitpunkt entsteht rechts unten am Sonnenrand eine Einbuchtung, die immer größer wird. Zur Zeit der größten Phase bedeckt der Mond 36 v. H. des Sonnendurchmessers. Wer über ein Fernrohr mit Dämpfglas verfügt, kann am Rand des Mondes, der sich scharf vor der hellen Sonnenscheibe abhebt, die Mondberge im Profil sehen. Die Finsternis spielt sich tief am Him­mel in den Stunden vor Sonnenuntergang ab. Im Osten Deutschlands geht die Sonne sogar noch ver­finstert unter, das heißt, das Ende der Finsternis kann überhaupt nicht mehr beobachtet werden.

Die Sonnenfinsternisse haben' der Wissenschaft manchen Dienst geleistet, sogar der Geschichtswissen­schaft, da sie ein Hilfsmittel sein können, Ereignisse zeitlich genau zu bestimmen. Hauptsächlich zu die­sem Zweck hat ein deutscher Astronom, der Wiener v. Oppolzer, im Jahre 1887 ein Werk herausge­geben, das 8000 Sonnenfinsternisse und 5200 Mond­finsternisse von 1207 alter Zeitrechnung bis zum Jahre 2161 neuer Zeitrechnung enthält. Dieser Canon der Finsternisse" blieb bis heute ein einzig dastehendes Werk, Zeugnis deutschen Gelehrten­fleißes und deutscher Genauigkeit. E. D.

£)ie (Störungen desRundsunkempsangs

In letzter Zeit ist der Rundfunkempfang im Reich, besonders iw den Abendstunden, häufig durch Stö­rungen beeinträchtigt. Diefe Störungen werden durch technische Maßnahmen hervorgerufen, die aus Grün­den der Reichsverteidigung nicht näher erörtert wer­den können. Man bittet die Hörer für diese im Interesse der Bevölkerung getroffenen Maßnahmen um Verständnis. *

Ist Läschwaffer da?

NSG. Wie wat doch die Sache mit dem großen Brand vor einigen Jahren in Oeschelbrunn? Der Mangel an ausreichendem Löschwasser führte zu dem Verlust von 203 Gebäuden mit wertvollem Jnreniar, mit Getreide, Vieh und anderen Nahrungsmitteln.

Gerade zur Erntezeit ist es dringend notwendig, sich von dem Vorhandensein genügenden Löschwassers zu überzeugen, auch darüber, ob Wasser und Be­hälter, Teich oder Graben in gutem Zustand, also schlick- und schlammfrei sind. Die verbesserten moto­risierten Löschgeräte stellen an die Wasseroorräte wesentlich höhere Anforderungen als die alten Hand- bruckspritzen.

Wassereimer und Handfeuerlöschgeräte gehören in jedes Bauernhaus, in jede Scheune, um ^in ent­stehendes Feuer schon beim Ausbruch zu Ersticken! Deutscher Bauer! Schütze Deinen Hof undXDeine Ernte! \

Gießener Docheamarklpreise. \

* Gießen, 10. Sept. Aus dem heutigen Women- markt kosteten: Wirsing, % kg 9 bis ly!Rpf., Weiß­kraut 5 bis 8, Rotkraut 13 bis 15, gelbe Rüben 10, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 10, Frühäpfel 64, Birnen 24, Salatgurken, das Stück 28, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 10, Endivien 10, Rettich 10, Ra­dieschen, das Bund 10 Rpf.

verdunkelungszeil

10. September von 20.51 bis 6.18 Uhr.

Steuerbescheide und ihre Anfechtung.

Nach den neuesten Bestimmungen (Verordnung vom 24. April 1942) müssen Steueranfechtungen schriftlich begründet werden. Die Frist für die schrift­liche Begründung endet einen Monat nach Ablauf der Frist, in der die Anfechtung einzulegen war. Auf Antrag kann das Finanzamt die Frist ver­längern. Die Anfechtung muß wie folgt begründet [ein: Es muß angegeben werden, inwieweit der Be­scheid angefochten wird und welche Aenderungen des Bescheids beantragt werden, zweitens müssen neue Tatsachen oder Beweismittel, die vorgebracht wer­den, als solche gekennzeichnet werden. Das Finanz­amt bzw. der Oberfinanzpräsident, die über die An­fechtung zu entscheiden haben, können Anfechtungen, die nicht form- und fristgerecht abgefaßt sind, als unzulässig verwerfen. Der Steuerpflichtige muß sich also schon die Mühe machen, hier ganz präzise Ar­beit tu leisten, wenn er nicht den Erfolg des Ein­spruchs von vornherein in Frage stellen will. Weiter muß er beachten, daß die neue Verordnung erst am 28. April 1942 in Kraft getreten ist, also nur für Steuerbescheide gilt, die der Steuerpflichtige vor dem 28. April erhalten hat.

Das Finanzamt kann über die Anfechtung durch Einspruchsbescheid eine vorläufige Entscheidung fäl­len, die wie eine Ansechtungsenkscheidung des Ober- finanzpräsibenten wirkt, vorausgesetzt, daß der Steuerpflichtige nicht binnen zwei Wochen nach Zu­stellung des Einspruchsbescheids eine Entscheidung des Oberfinanzpräsidenten beantragt. Wird der An­

trag rechtzeitig gestellt, so wird dadurch der Ein­spruchsbescheid des Finanzamts aufgehoben. Im an­deren Falle ist der Einspruchsbescheid des Finanz­amts laut einer Verordnung vom 22. Juni 1942 end­gültig, und zwar wenn das Finanzamt durch den Einspruchsbescheid die Anfechtung als unzulässig verwirft oder wenn der zur Entscheidung stehende Streitgegenstand keinen höheren Wert als 100 RM. hat. Nach der Verordnung vom 22. Juni 1942 kann das Finanzamt aber auch über die Beschwerde durch Einspruchsbescheid vorläufig entscheiden. Diese wirkt wie eine Beschwerdeentscheidung des Oberfinanz­präsidenten, falls nicht auch hier binnen zwei Wochen eine direkte Entscheidung des Oberfinanzpräsidenten beantragt wird.

Daß eine Steuerbeschwerde nicht immer ohne Kosten abgeht, haben schon viele Steuerzahler er­fahren müssen. Bekanntlich richtet sich die Rechts­mittelgebühr laut Reichsabgabenordnung nach dem Wert des Streitgegenstandes. Nach der Verordnung vom 22. Juni 1942 ermäßigt sich diese Gebühr um die Hälfte, falls die Anfechtung oder die Beschwerde sich durch einen Einspruchsentscheid des Finanzamtes erledigt. In den meisten Fällen wird das Finanzamt den Antragsteller, falls er keine Aussicht auf Erfolg mit seiner Anfechtung hat, schon vor vornherein zwecks Vermeidung unnötiger Kosten daraus auf­merksam machen. In diesem Falle kann sich der Steuerpflichtige unnötige Kosten sparen, wenn er den Antrag zurückzieht.

Ä

as die Hausfrau wissen muß.

Und nun die Hagebutten.

Im September kommt wieder ine Zeit der Hage­butten, deren Verwendung unseren Hausfrauen sicher nicht mehr ganz fremd ist. Sind doch gerade die Hagebutten die Früchte, die den höchsten Gehalt an Vitamin -C besitzen und deshalb restlos in der Küche Verwendung finden sollten. Das Sammeln der Früchte macht keine besonderen Schwierigkeiten. Sollen die Früchte entkernt werden, so ist es rat­sam, dabei Handschuhe anzuziehen, da die an den Kernen sitzenden Härchen einen lästigen Juckreiz auf der Haut Hervorrufen. Für die Herstellung von Marmelade, bei der Vitamin C am besten «halten bleibt, folgendes Rezept:

Hag e b u 11 e n m a r m e l a d e: 500 Gramm Mark, 500 Gramm Zucker. Die entkernten und ge­waschenen Früchte werden mit soviel Wasser, daß sie gerade bedeckt sind, weich gekocht (10 Minuten). Dann streicht man sie durch ein gewöhnliches Sieb, danach durch ein Haarsieb. Den Zucker bringt man mit Vs Liter Wasser oder Apfelsaft zum Kochen, zieht ihn vom Feuer, rührt das Mus hinein und rührt so lange, bis die Masse fast erkaltet ist. Dann wird das Mus in gut gesäuberte Gläser oder Stein­töpfe gefüllt und verschlossen.

Hagebuttenmark ist äußerst vielseitig zu verwenden. Auf 1 Kilogramm Mark benötigt man 200 Gramm Zucker. Die Früchte müssen reif und fest fein. Sie werden gewaschen, halbiert und ent­kernt, knapp mit Wasser bedeckt, gargekocht und durch ein Sieb gestrichen. Dann setzt man den Zucker zu und bringt die Masse zum Kochen. Man füllt die dickliche Masse in Gläser und verschließt sofort. Für Marmeladen, Suppe« und Tunken läßt sich dieses Mark verwenden.

Getrocknete Hagebutten. Hierfür hal­biert man die Früchte, entfernt sie und läßt sie bei mäßiger Hitze auf dem Backblech im ober auf dem Herd trocknen. Auf das Backblech hat man zuvor ein weißes Papier gelegt. Trocknet man sie im Herd, muß die Backröhre etwas geöffnet bleiben, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Die Hagebutten­kerne werden ebenfalls getrocknet, durch Schütteln auf einem Sieb von den Härchen befreit und zu Tee verwendet. .

Hagebuttentee ist äußerst wertvoll und wohlschmeckend, zwei Eßlöffel getrocknete Hage­buttenschalen und Kerne werden hierfür in 1 Liter kaltem Wasser eingeweicht. Man läßt sie etwa 12 Stunden stehen und kocht sie dann mit dem Ein- weichwasser 10 Minuten. Bei dieser Zubereitung bleibt Vitamin C weitgehend erhalten. Der Ge­schmack des Tees kann je nach Belieben durch einen kleinen Zusatz von Zucker, Vanillezucker ober Zitrone noch gehoben werden.

Für Hagebuttensuppe ober Tunke lassen sich sowohl die getrockneten Hagebutten als auch das bereits angegebene Mark verwenden. Auch frische Hagebutten sind hierfür verwendbar. Man benötigt 125 g frische oder 50 g getrocknete Hagebuttenschalen, V/t Liter .Wasser, 40 g Stärkemehl, 60 g Zucker, evtl, etwas Zitronenschale. Die Hagebutten werden

mit dem Wasser aufgesetzt und gargekocht. Die ge­trockneten Hagebutter werden 12 Stunden einge­weicht, mit dem Einweichwasser ausgesetzt und gar­gekocht. Alles gießt man durch ein Sieb, bringt zum Kochen, dickt mit dem kaltangerührten Stärke­mehl an und schmeckt mit Zucker ab, evtl, wirb ein Stück Zitronenschale mitgekocht. Die Hagebutten- tunke wirb ebenso hergestellt, es wird jedoch nur % Liter Flüssigkeit genommen.

Das focht die Hausfrau morgen?

Wirsing mit Graupen: 1 kg Wirsing, 750 g Kartoffeln, 2 rohe geriebene Mohren, Zwiebel ober Lauch, 80 g Graupen, 2 bis 2% Liter Wasser, Salz, etwas Speck ober Fett. In dem heißen Fett bräunt man bie fleingeschnittenen Zwiebeln und gibt bie am Tage vorher eingeweichten Graupen mit dem Einweichwasser hinzu, kocht bas Gericht halbgar, gibt bann den zerkleinerten Wirsing dar­unter, ebenso bie in Würfel geschnittenen Kartoffeln unb kocht alles gar. Man schmeckt ab unb milcht vor dem Anrichten die geriebenen Möhren unter.

Kürbisspeise. % Liter Milch, 30 g Zucker, 1 P. Vanillezucker, 70 g Stärkemehl, etwa 250 g gekochter Kürbis (süß-sauer ober süß), % Liter Saft (Apfelsaft) aber etwas Zitronensaft. Die kochenbe Milch mit dem angerührten Stärkemehl binden, Kürbissaft und Kürbisstückchen dazngeben, mit Zucker abschmecken unb in eine Glasschüsfel füllen. Man kann die Flammerimasse unb Kürbisstückchen auch schichtweise einfüllen.

Gemüsehackbraten. 1 kg gemischtes Ge­müse, 4 Brötchen, etwas Milch, 1 Ei ober Eiaus­tauschmittel, Salz, 2 bis 3 Eßlöffel Mehl, Weckmehl. Das vorbereitete kleingeschnittene Gemüse mit wenig Wasser gardämpfen, abtropfen lassen (bas Gemüse­wasser wirb zu Tunken verwenbet). Die würfelig ge­schnittenen Brötchen werden mit ber Milch über­gossen. Dann vermischt man alle Zutaten mitein« anber, schmeckt ben Teig mit Salz unb Kräutern ab, formt entroeber einen Braten, wälzt ihn in Weck- mehl unb brät ihn in ber Pfanne, ober man füllt die Masse in eine gefettete Auflaufform und backt im Backofen.

Hirfepudding. 200 g Hirse, % Liter Milch, 1 Ei ober Eiaustauschmittel, Salz, Zucker, Zitronen­schale. Die sehr heiß gewaschene Hirse wird in ber Milch weich gekocht, Ei, Zucker, evtl, etwas Fett, werben schaumig gerührt, die abgefühlte Hirse da­zugegeben, abgeschmeckt, zuletzt der steife Eischnee daruntergemlscht. Man füllt die Masse in eine ge­fettete Auflaufform und backt im Backofen.

Reifezeugnis für Soldaten.

Regelung für frühere Schüler.

Der Reichserziehungsminifter hat einen Erlaß über das Reifezeugnis für Kriegsteilnehmer heraus­gegeben, in dem bestimmt wird: Frühere Schüler der Höheren Schulen, die das Dersetzungszeugnis in die Oberprima einer neunjährigen Höheren Schule

Dr. Brüggers Patientin

Roman von Walter Klöpffer

38. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Annas Herz war schwer. Sie dachte: Nun habe ch ihm bie Heilstätte gerettet, sein Lebenswerk, aber cs ist doch alles umsonst. Sie tat einen Seufzer, 1 r ber bis in bie Lungen schmerzte. ____

Weil Anna so gar nicht rebcte, holte sich Schorschi eine Stange und stocherte in dem verkohlenden unb schwelenden Dachgebälk herum. Es war lustig, die Balken so anzustoßen und aus ihrer lauernden, schwarzen Ruhe zu bringen, daß sie knirschten unb Keine, gloftenbe Stückchen von ihnen absprangen.

Ein gellendes Signal zerriß bas einförmige Pras­sln bes niedergehenden Brandherdes. Die Trettauer Feuerwehr tobte mit ihrer Motorspritze durch die Nacht. Immer näher. Nun kamen sie schon ben Serpentinenweg herauf. Wirb nicht mehr viel ju tun geben, buchte Glas! verächtlich unb stieß feine Stange ins Gebälk.

Anna hob den Blick zu dem schwelenden, schwar­zen Dachstuhl, der nur noch von einer unerklar- l'chen Kraft zusammengehalten wurde, wollte eine Warnung ausstaßen zu spät. Plötzlich tat Anna einen Sprung, riß den Buben zur Seite unb empfing dafür selber die volle Wucht des nieder- ftünenben Balkens, der sich lautlos aus dem Ge­füge gelost hatte unb nun niebcrpolterte. Der Bud flog erschrocken, aber unbeschädigt zur weite und STnna mit [eifern Wehlaut zu Boden In diesem Augenblick brauste die Feuerwehr auf ben Platz. Behelmte Männer sprangen z^r Erbe, ein paar von timen hielten gleich auf die Frau zu, bereit tfeu je eben noch gesehen hatten. Einer riß ben rauchen­den Balken zurück, ein anderer hob Anna auf. Annas Kopf baumelte schlaff nach hinten, roch rach verbranntem Stoff unb versengtem Fleuch.

Mein Gott, es hat sie erschlagen", murmelte

ber Mann unb ließ bie leichte Bürbe unter dem Vorbach bes Haupteinganges sacht zu Boben gleiten.

16.

Drei Männer stiegen schweigsam den schmalen Saumpfad zur Bünblesalpe hinan. Das letzte scharfe Stück, eiy sogenannter Abschneiber, trieb ihnen ben Schweiß auf bie Stirnen. Dr. Koch, der vorberste, zog seine Uhr zu Rate unb nickte zu­frieden. Eine weißflirrende Mittagssonne schickte blindwütig ihre Pfeile eauf Bäume, Gras und Menschen. Graue Kühe'lagen 'in dem spärlichen Schatten und starrten verwundert auf bie Ankömm­linge. Nur ein Jungrinb sprang auf und schob sich neugierig näher. Ein dünner Strahl plätscherte in einem hölzernen Trog, um ben Löwenzahn unb Heilglöckchen wuchsen. Ein angeketteter Spitz kläffte. Unter der Hüttentür stand Fidel Butscher und zwin­kerte unbehaglich dem Ereignis entgegen.

Dr. Brügger betrachtete verschnaufend bas kleine niedrige Haus, dessen Sockel aus Stein und dessen geschindeltes Dach mit Moos bedeckt war. In der Regenrinne schmarotzte ein Büschel Hauswurz. Die Fenster waren ein wenig blind und die klobigen Holzwände grau vor Alter.

So, da wären wir", begann Dr. Koch und be­arbeitete die Stirn mit einem farbigen Taschentuch.

Ja", sagte Dr. Brügger unb straffte seine Gestalt. Er trat mit prüfendem Blick auf den Sennen zu und fragte kurz:Nun?"

Es geht gar nicht gut", murmelte der verlegen unb kratzte sich zwischen ben Schulterblättern.Mit Verlaubnis gehe ich voran."

Er führte bie brei in ein biirftiges Gemach, das nach lauer Milch, nach Kien unb nach billigem Tabak roch Auf dem Tisch staub ein Strauß Bergblumen in einem Trinkglas. Die zwei Aerzte traten an das blauweiß gewürfelte Bett. Der Kopf des Kranken lag abgezehrt in ben hochgetürmten Kiffen. Auf ber gelblichen Stirn lag Feuchtigkeit, bie Augapfel waren leicht nach oben verdreht. Fender fieberte und erkannte niemanden. Dr. Koch schlug beflissen bte

Bettdecke zurück. Brügger untersuchte ohne Hast ben Puls, das Herz, den Leib. Dann flüsterte er:

Sie haben recht. Ein Transport ist ausgeschlossen. Wir müssen es hier, oben versuchen. Zuerst ein Sti­mulans, Hingerl!"

Der Gärtner brachte die Jnstrumententafche. Brüg­ger füllte eine Spritze mit Strophantin. Als Fender ben Einstich ber Nabel spürte, kam er zu sich, rang um Begreifen unb starrte seinen Stiefvater verwun- bert an.

Ja, ja, ich bin es. schon, mein Junge. Wir finb ba, um bir zu helfen", sagte Brügger freundlich unb in feinem guten, erprobten Arztton. Dabei strich er bem Kranken bas. nasse Haar zurück.Es wirb alles wieber gut werben, aber wir müssen ein bißchen operieren, Boy."

Nicht schreiben", hauchte Fender mit ver­zerrten Sippen.

Du mußt verständig sein, Boy. Ich verspreche dir, daß es nicht weh tut. Was sein muß, muß sein. Wir wollen dich doch durchbringen. Du darfst uns die Sache nicht erschweren, mein Junge. Na, ich habe ja gewußt, daß du vernünftig bist", lobte er, als der Kranke das Sträuben aufgab. Dann winkte er Hingerl, den mitgebrachten Koffer zu offnen. Während Brügger auf feinen Stiefsohn einredete, klirrten die Instrumente; sterile Tücher wurden aus­gebreitet, und es roch plötzlich nach starken und fremden Dingen. Dr. Koch mühte sich in einen Mantel. Hingerl packte die Büchse mit den Gummi­handschuhen aus. Der Ritus ber aseptischen Wa­schungen begann. Als Becken diente bie Suppen­schüssel bes Fibel Butscher unb ein sauberer Milch­eimer. Der Kranke war längst wieber in die Bereiche der Bewußtlosigkeit hinübergeglitten. Dr. Koch machte einen Jodanstrich, gewissenhaft unb voller Respekt ror ber Kunst bes bekannten Kollegen. Endlich war alles soweit.

Auf die Seite drehen, Hingerl. Lumbalanästhesie!" befahl Brügger fachlich. Sein Gehirn arbeitete. Sein Gesicht war gesammelt unb unburchbringlich.

Ich werbe einen Pararektalschnitt machen", erklärte er bem assistierenben Amtsbruber.

Jawohl, natürlich", raunte biefer ehrerbietig unb leckte einige Schweißtropfen weg, bie sich auf seiner rasierten Oberlippe niedergelassen hatten.

Unb bann ging alles sehr rasch. Schnitt, Klemmen, Schnitt, Tupfer, Präparieren ber Hautschichten, ein zart ausfpürenber Stich mit dem Skalpell, ein Strom Eiter Drän, Situationsnähte, Verband, fertig.Wir wollew gleich einen Tropfeinlauf machen", sagte Brügger noch, während er die Hand­schuhe abstreifte, bann zog er sich in sich selbst zurück unb schwieg.

Dr. Koch ehrte bieses Stummfein eine Zettlang, dann hielt er es nicht mehr aus.Wiq beurteilen Sie den Zustand prognostisch, Herr Kollege?"

Brügger hob die Schultern.Es kommt alles auf bas Herz an. Wenn das Herz mitmacht, habe ich Hoffnung/'

Ich könnte diesem Ouadratesel ba braußen die Ohren abreißen so lange zu warten!" murrte Dr. Koch. z

Brügger starrte wortlos durchs Fenster auf einen heroischen Berg, ben er nicht kannte. Boy unb er waren nie besondere Freunde gewesen, ihre Naturen unb Neigungen waren zu verschieben. Aber jetzt, in dieser Minute, verspürte er eine starke Verpflichtung gegen ben Jüngeren, ber hilflos und geschlagen drü­ben in ber Ecke lag. Kollege Koch mit seiner Be­flissenheit unb Betulichkeit ging ihm auf bie Nerven. Er drehte sich um unb sagte:

Wenn Sie eingepackt haben, Hingerl, fahren Sie ben Herrn Doktor heim." Dr. Koch machte Einwände.

Nein, nein. Fahren Sie nur. Ein Mann genügt hier. Sie dürfen Ihre Praxis nicht unnötig im Stiche lassen, Kollege. Ich komme schon zurecht."

Wann soll ich wieder nachsehen?"

Ich werde Ihnen Bescheid geben. Und einst- weilen vielen Dank, Kollege."

Als Dr. Koch sich verabschiedet hatte, nahm sich Brügger den Fidel Butscher vor, der gerade an' ber offenen Tür vorüber wollte. (Fortsetzung folgt.)