Indien zum Kampf aufgerufen
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Berlin, 8. Aug. (DNB.) Subhas Chandra Bose, der von einer längeren Reise durch Asien, Europa und Afrika in sein Hauptquartier zurückgekehrt ist, richtete durch den Aether eine Kundgebung an das indische Bolt, in der er sagte, Indien sei kein Problem des britischen Weltreiches mehr, sondern ein internationales Problem von weltpolitischer Bedeutung. Indien habe sich starke Freunde und Verbündete gesichert, so daß die Lage g ü n st i g für den Erfolg der indischen Sache stehe. Die vielgepriesene Seemacht des angloamerikanischen Imperialismus habe erschütternde Schläge durch die Dreierpattmächte eingesteckt. Die Meldungen über die zweite Front seien Geschwätz; Deutschland warte auf die Engländer, um ihnen ein
lösung ihrer Versprechen erinnerten und zum Verlassen Indiens auffordertön.
Das alte Wort: „Beim ersten Schritte seid ihr frei, beim zweiten seid ihr Knechte" wird sich mit Sicherheit an der englischen Indienpolitik erfüllen, die nun aus dem Zeichen der betrügerischen Phrase in die Wirklichkeit des Unterdrückungskrieges getreten t-ft Das England von heute ist nicht mehr das England, das den Sepoy-Aufstand vom Jahre 1857 niederwarf. Es ist auf dem Atlantik, in Europa, in Aegypten, in Ostafien und Hintermdieir aufs Haupt geschlagen. Die Brutalität des Geschlagenen wirkt noch ganz anders als die des großen Herrn.
neu sowie Transportbewegungen und Einschiffungen an der Schwarzmeerküste an. Rördlichdes $ al gewannen deutsche und rumänische Truppen bei ungewöhnlicher Hitze gegen zähen feindlichen Widerstand weiter an Boden und schossen bei der Abwehr von Gegenangriffen 23 feindliche Panzer ab. 3m großen Donbogen find die deutschen Truppen nordwestlich Kalatsch erneut zum Angriff angetreten. Starke Tkahkampfstiegerverbände griffen in die Erdkämpfe ein und zerschlugen Stauungen feindlicher Kräfte an den Uebergängen und Mähren des Don.
Die Abwehrschlacht im Raum von Rschew hat sich noch auf weitere Frontabschnitte ausgedehnt. Die schweren Kämpfe halten an. Ay mehreren Stellen
Der neue Erfolg unserer U-Boote
15 Schiffe mit 103000 DAT. versenkt.
Der Wehrmachtbericht vom Samstag.
DRV. AusdemFührerhauptquartier, 8. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Kaukasusgebiet wird der Feind rastlos verfolgt. Dreißig Kilometer nördlich und nordostwärts Krasnodar durchbrachen deutsche Truppen eine feindliche Panzergrabenslellung. Schnelle verbände erreichten den Laba - Fluß. Die Städte Armawyr und Kurgannaja wurden nach hartem Kamps genommen. Die Luftwaffe griff, den eigenen Panzerspitzen voraus, marschierende Kolon-
firmen wurden immer wieder von Steinhagel überschattet, Straßenbahnen, und Omnibusse angehalten uni> in Brand gesetzt. Der Verkehr ist nahezu völlig lcchmgelegt. In fast allen Stadtteilen Bombays sind die Geschäfte geschlossen. Die Demonstranten, die ununterbrochen -die Straßen durchziehen, brechen immer wieder in die Sprechchöre aus: „Boykott den britischen Waren", „Heraus aus Indien", „Boykottiert die Amerikaner". Die Polizei hat ihren Straßendienst durch zahlreiche motorisierte Einheiten verstärkt, ist den Demonstranten gegenüber aber
Die Arbeit der Schule ist Arbeit an der Zukunst unseres Volkes Oer Gauleiter vor einem Lehrgang künftiger Hauptschullehrer.
NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach am Samstagvormittag in der Gauschule des NS.-Lehrerbundes in Bensheim an der Bergstraße zu den Teilnehmern eines Lehrganges für künftige Hauptschullehrer.
Nach der Begrüßung durch den k. Gauwalter des NS.-Lehrerbundes, Kreisleiter Jordan, gab der Gauleiter mit grundlegenden Ausführungen ein Bild von den Aufgaben und der Zielrichtung der Hauptschulen. Er ging dabei zuerst auf den Äusgabenanteil der Schule in der nationalsozialistischen Erziehung der Jugend zu volksgemeinschaftlichem Denken und Handeln ein und kennzeichnete daran die besondere Bedeutung des Lehrer- beruf es. Jenseits von Standes- oder Gehaltsfragen komme es bei chm allein darauf an, daß er zur verantwortungsvollen Arbeit an der deutschen Jugend wirkliche Berufung empfindet. Die Partei wende sich daher mit berechtigtem Interesse der Auslese des Lehrernachwuchses zu. Ihr Ziel sei es, dem Lehrerberuf ebenso wissensmäßig — fachlich geschulte, wie" weltanschaulich gefestigte Charaktere zuzuführen.
Der Gauleiter kam dann auf die Bedeutung der Hauptschulen zu sprechen, deren Aufgabe er mit dem Hinweis auf die Sicherstellung eines dauernden Zustromes fähiger, leiftungs- und charakterstarker Nachwuchskräfte aus der breiten Masse unseres Volkes für alle Berufe betont herausstellte. Daß dieses Problem trotz kriegsbedingter personeller Schwierigkeiten noch während des Krieges in Angriff genommen wurde, so führte er hierbei aus, beweise seinen besonderen Rang. Die Freiheit und das Lebensrecht unseres Volkes, die wir heute unter schweren Opfern erkämpfen, so schloß der Gauleiter seine Rede,/werden nur dann gesichert sein, wenn es uns gelingt, die Zukunst einer in Zucht und Misten geübte und in ihrer Charakterstärke erprobten Jugend zu übergeben. Der Beruf des Hauptschullehrers werde an der Erreichung dieses Zieles bedeutenden Anteil haben.
Auf dem mehrtägigen Lehrgang sprachen neben einer größeren Anzahl pädagogischer Fachkräfte der Leiter des hessischen Schulwesens, Ministerialrat Dr. Leip, und der Direktor der Lehrerbildungsanstalt Darmstadt, Professor Dr. Weigand.
Offene Gewaltherrschast in Indien.
Englands Antwort an den Kongreß die Verhaftung Gandhis und der anderen Führer Indiens
Oer Geheimbefehl Stalins erbeutet
„Weiterer Rückzug ist gleichbedeutend mit Untergang."
Berlin, 8. Aua. (DN^.) Ein deutsches Panzerkorps hat an der Kaukasus-Front den Geheim- befehl Stalins für „Eie Verteidigung der UdSSR. Nr. 227 vom 28. Juli 1942 erbeutet. Wenn vor kurzem noch Moskau verkünden ließ, daß die Sowjets es sich leisten könnten, Schlachten zu verlieren und zurückzuweichen, da sie immer noch die Kraft zu einer großangelegten Gegenoffensive hätten, so kommen jetzt in diesem Befehl äußerst schwere militärische und wirtschaftliche Besorgnisse der Sowjetgewaltigen ans Tageslicht. In dem Befehl sagt Stalin: „Wir haben über 70 Millionen Landesbewohner verloren. Wir ernten nun über 800 Millionen Pud Brotgetreide im Jahre weniger, der Ausfall an Metallen übersteigt die Menge von zehn Millionen Tonnen. Von nun an sind wir den Deutschen weder an Menschenreserv'en noch an Getreidevorräten überlegen. Ein weiterer Rückzug ist gleichbedeutend mit unserem Untergan g."
Am brennendsten aber ist dem roten Gewalthaber das Problem, wie er die ständig sinkende Kampfmoral feiner Truppen heben soll. So sagt er in seinem Befehl: „Es fehlt bet uns an Ordnung und Disziplin. Wir können nicht mehr Kommandeure, Kommissare und Polilruks dulden, die ihre Stellungen eigenmächttg verlassen und es zulassen, daß einige Panikmacher die Lage des Kampfes dadurch bestimmen, daß sie andere zum
Verzicht auf Indien der Preis für die Bedingung des Sieges fei, würde eine Fortsetzung des Krieges zwecklos fein. Man hoffe in England, sich wieder einmal wie schon so oft, zum Siege durchzumogeln.
Die Veröffentlichung der Gandhi-Resolution an den Kongreß — die Dokumente habe sicherlich das Secret Service gestohlen — sollte wie eine Bombe wirken, aber als ein Bumerang habe sie sich erwiesen. Gandhi habe den Engländern vorgeworfen, sie hätten den Dreierpaktmächten im Namen Indiens den Krieg erklärt, ohne das indische Volk überhaupt zu befragen. Das Volk Indiens habe ebensowenig gegen Japan, wie Japan etwas gegen Indien habe. Gandhi würde gern mit Japan über einen ehrenvollen Frieden verhandeln. Wenn Gandhi als Fürsprecher für China in Japan auftreten wolle, so sei das, sagte Bose, überflüssig, denn Tschiangkaischeck könne ebenfalls sofort einen ehrenvollen Frieden erhalten, wenn er sich von seinen anglo-amerikanischen Herren frei mache.
Bose warnt sodann seine Landsleute vor einem Kompromiß mit den Engländern. Den Engländern aktive Unterstützung im Kriege für den Preis der Unabhängigkeit zu versprechen, fei sinnlos und verbrecherisch, denn die Unabhängigkeit Indiens würde nur au4 dem Papi er stehen. Das indische Volk sollte bereit sein, mit den Waffen in der Hand die lästigen Briten aus Indien zu vertreiben. Der Forward-Block könne für sich in Anspruch nehmen, wegen seines Mutes und seiner
Rückzug verleiten und damit dem Feind die Front öffnen. Die Miesmacher und Feiglinge müssen auf der Stelle vernichtet werden. Von nun ab muß das oberste Gesetz die Parole fein: „Keinen Schritt zurück!" Es sind im Bereich der Front jeder Armee ein bis zwei (je nach Bedarf) Strafbataillone zu formieren. In diese Strafbataillone sind Offiziere und Politruks einzureihen, die sich Disziplinlosigkeit und Feigheit vor dem Feinde zuschulden kommen ließen. Diese Bataillone müssen in besonders schwierigen Abschnitten eingesetzt werden, um den Angehörige» Gelegenheit zu geben, ihre Schuld vor dem Feinde zu sühnen ..„Außerdem sind im Armeebereich drei bis fünf gut bewaffnete Einheiten aufzustellen, die unmittelbar hinter unzuverlässigen Divisionen einzusetzen sind und die Aufgabe haben, im Falle eines ungeordneten Rückzuges jede» Flüchlling und jeden Feigling zu erschießen."
Es ist beschämend für einen miiltärischen Führer, wenn er feine Truppen nur noch mit solchen Mitteln zum Kampf treiben zu können glaubt. Welchen Erfolg Stalin mit diesen Anordnungen tatsächlich erreicht, geht aus einer Meldung des Kommandeurs der 302. sowjettschen Schützendivision hervor. Sie lautet: „Stalins Befehl vom 28. Juli ist durchgeführt. Aufhaltende Einheiten sind. eingerichtet, doch führt diese Maßnahme nur zu Verlusten ohne greifbare* Erfolg."
nicht nach Englands Pfeife tanzen wollten, Gewaltherrschaft der von England eingesetzten Regierung.
Die Inder ließen sich diesmal durch den ihnen in mannigfacher Form vorgehaltenen Köder nicht täuschen. Sie Hatten die Briten und ihre Doppelzüngigkeit durchschaut, gewitzigt durch die Erfahrungen, die sie nach dem erste» Weltkrieg gemacht hatten, als die Briten ihnen ebenfalls die Selbstverantwortung nach Beendigung des Krieges'zugesagt, aber dieses Versprechen nicht gehalten hatten. So mußte es zwangsläufia zu der Entwicklung kommen, die jetzt zur Verhaftung Gandhis und seiner Anhänger führte, als diese die Briten an die Ein
völlig machtlos. Sie ging mit der Schußwaffe und mit Tränengas gegen die Menge vor. Doch wurden zwei Getreidespeicher der Briten von der erbitterten Menge gestürmt und Polizeistationen unter Steinbombardements genommen. Britische Polizeibeamte waren dabei besonders das Ziel der Angriffe. Auch in Ahmedabad versuchten die Inder die Polizeistation in Brand zu stecken und überschütteten die brittschen Polizeibeamte mit Steinen. Die Polizei schoß auf die Menge. Ein Zivilist wurde getötet und zahlreiche Personen wurden verletzt.
zweites, viel schrecklicheres Dünkirchen zu bereiten. Der anglo-amerikanische Imperialismus werde besiegt und das britische Weltreich zerbrochen, noch Ende dieses Jahres werde die endgülttge Entscheidung dieses Krieges sichtbar sein, wenn auch noch einige Zeit bis zum Frieden vergehen werde.
Der augenblickliche Weltkonflikt fei ein Zusammenstoß zwischen dem anglo-amerikanischen Imperialismus und den neuen Kräften, der britische 3m«. perialisrnus aber werde eher zerbrechen, als sich den Forderungen des indischen Volkes beugen. Zu-
Bangkok, 8. Aug. (Europapreß.) Der Allindische Kongreß in Bombay hat am Samstag mit 250:13 ' Stimmen die Entschließung des Arbeitsausschusses, die in der Aufforderung an die Engländer gipfelt, Indien unverzüglich zu verlassen, angenommen, worauf England mit der sofortigen Verhaftung Gandhis, Nehrus und des Kongreßpräsidenten Azad sowie mehrerer anderer führender Kongreßmitglieder geantwortet hat. Die Bemühungen Gandhis, noch in letzter Stunde einen Zusammenstoß mit England zu vermeiden, sind damit resttos gescheitert. In einer großen Rede vor dem Kongreß hatte Gandhi die freundschaftlichen Beziehungen unterstrichen, die er auch gerade mit englischen Kreisen, besonders mit verschiedenen Dizekönigen, unterhalten habe. Um Indien aber von der fremden imperialistischen Herrschaft Englands zu befreien, dürfe er feine innere Stimme nicht unterdrücken. England habe die einmalige Gelegenheit, feine wahren Absichten gegenüber Indien zu beweisen. Wenn es diese Gelegenheit vorübergehen lasse, so werde die Geschichte feststellen, daß England sich einer überfälligen Schuld an Indien nicht entledigt hübe. Gandhi erklärte sodann, daß der bevorstehende Kampf ein Kampf der Interessen sein würde, es würde ein offener und ehrlicher Kampf sein. Es sei dies der letzte Kampf seines Lebens. Jeder Inder würde sich als freier Mann betrachten. Es sei fein Platz für Kompromisse, Feiglinge hätten nicht das Recht zu leben. „Wir werden unsere Freiheit kämpfend bekommen", erklärte er. „Sie wird uns nicht aus den Wolken zufallen. Die Briten müssen uns unsere Freiheit geben, wenn wir genügend Opfer gebracht und unsere Stärke bewiesen haben." Den Ernst der Lage unterstrichen auch die Ausführungen Pandit Nehrus auf dem Kongreß. Er sagte, die britische Regierung befinde sich in voller Feindschaft mit dem indischen Volk und der indischen Forderung nach Freiheit. Es sei deshalb für Indien besser, sich von einer solchen Regierung zu trennen und sich mit der Verteidigung Indiens in der richtigen Weise zu befassen. Und Az ad, der Präsident des Kongresses, sagte; „Wir wollen uns nicht auf Versprechungen verlassen, sondern verlangen eine sofortige Erklärung der Unabhängigkeit Indiens."
Englands Haltung aber blieb unnachgiebig. Als erfte Antwort auf die indischen Unabhängigkeitswunsche erließen die Briten ein Verbot zur Schließung der Läden. Am Sonntagmorgen um 5 Uhr fuhren drei Autos der britischen Polizei vor dem Hause Gandhis in Bombay vor und verhafteten ihn. Er wurde mit anderen bedeutenden Führern des Allindischen Kongresses, unter ihnen Azad, Nehm, Wallabhel und Patel verhaftet. Auch Gandhis Sekretärin wurde festgenommen. Als Gandhi zu dem Wagen der Polizei schritt, riesen die vor seinem Hause zusammengelaufenen Männer und Frauen: „Es lebe Gandhi!" und schmückten ihn mit Blumen. Kurze Zeit später wurde bekannt, daß die britische Regierung alle Mitglieder des Vollzugsausschusses in Haft genommen hat, die an der letzten Sitzung des Kongresses teilgenommen haben. Allein in Bombay verhafteten die Engländer 54 Führer der Kongreßpartei. Sie wurden am Sonntagvormittag mit einem Sonderzug nach der starken britischen Garnisonstadt Kuna gebracht und dort im Aga-Kun-Palast interniert. Das Hauptquartier der Partei in Bombay wurde polizeilich ^durchsucht. Noch in der Nacht wurde über Bombay die Telephonsperre verhängt und motorisierte Polizeistreifen durchziehen die Stadt. Alle Versammlungen unb Umzüge sind verboten. Vor dem Kongreßgebäude kam es zu stürmischen Kundgebungen der Inder, als dort durch die Frau des ebenfalls verhafteten Jnderführers Alfali der Menge die Festnahme Gandhis mitgeteilt wurde. Die briische s Polizei zersprengte die Menge mit Tränengasbomben und holte dann die grün-weiß-rote Fahne mit dem Spinnrad vom Kongreßgebäude herunter. Gandhi wird von den Briten nicht wie ein politischer Gefangener, sondern als Schwerverbrecher behandelt. Jeglicher Verkehr mit der Außenwelt ist unterbunden. Es ist ihm streng verboten, Besuche zu empfangen, zu lesen und zu schreiben.
In einer Regierungserklämng sagte die britische Verwaltung, sie lehne es ab, auf der Basis der „Verlaßt-Jndien"-Forderung mit dem Kongreß in Fühlung zu treten. Sie werde künftig ihre Aufgabe mit klaren Entscheidungen gegenüber dem Kongreß- beschluß durchführen und „in vollem Bewußtsein ihrer Verantwortung" mit Strafen einschreiten. Gleichzeitig hat die brittfche Regierung in Neu-Delhi den Provinzialregierungen die Befugnis erteilt, im ganzen Lande die Autorität der Lo- kakbehörden auszuheben, falls sie Grund hätten, an der Zuverlässigkeit der Nachgeordneten Behörden zu zweifeln.
Am Sonntag kam es bereits zu den ersten Zusammenstößen zwischen Briten und Indern. Trotz aller Versuche zahlreich aufgebotener Polizeikräfte, Menschenansammlungen zu vermeiden, zog die empörte Menge ununterbrochen durch die Straßen Bombays. Brittfche Kaufhäuser und Handels-
fammenbrechende Reiche zeigten immer eine geistige
und moralische Degeneration, einen Mangel an, «uipuuuj nehmen, wtytn
Staatskunst und politischer Voraussicht. Ohne In- Opserbereiffchast als Garde der indischen Nattonal- dien gebe es kein Empire, und wenn der I armee zu gelten.
wurden die Sowjets im Gegenangriff zurückgv- warfen. Kampfgeschwader sehen sich in zahlreich« Angriffen gegen sowjetische Truppen-, Panzer- und Kraftfahrzeugansammlungen besonders ein. Die -Bolschewisten hatten wieder hohe Menschen- und Materialverluste. Eine Panzerdivision vernichtete in diesen Kämpfen am 6. und 7. August 54 feind- tiche Panzer. An der Wolchow fronet und vor Leningrad wurden mehrere Angriffe der Sowjets zum Teil im Rahkarnpf abgewiesen, feindliche Bereitstellungen durch wirksames Artilleriefeuer zcr- schlagen. 3m Finnischen Meerbusen wurden ans einem feindlichen Wachtbook Volltreffer erzielt.
3n Aegypten griffen deutsche und italienische Kampfflugzeuge britische Batteriestellungen und Kraftfahrzeugansammlungen mit guter Trefferlage an. Deutsche Jäger schossen in Luftkämpfen 13 bti- tische Flugzeuge ab. Ein eigenes Flugzeug ging verloren.
3m Südwesten Englands belegten leichte Kampfflugzeuge bei Tag kriegswichtige Ziele mit Bomben schweren Kalibers, die Brände und Expls- flohen zur Folge hatten. 3n her vergangenen Rächt wurden Hafen- und Rüstungsanlagen an der englischen und schottischen Ostküste sowie im Osten Mittelenglands bombardiert.
3n der Rächt zum 7.August kam es im Kanal zwischen deutschen Minensuchbooten und acht englischen Schnellbooten zu einem Gefecht, in dessa Verlauf zwei feindliche Boote so schwer beschädigt wurden, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Aos weitere Boote wurden Treffer erzielt. 3m gleich» Seegebiet griffen in derselben Rächt mehrere britische Schnellbootflottillen wiederholt ein durch Minensuchboote gesichertes deutsche Geleit erfolglos an. 3m Verlauf des Gefechts, das teilweise auf nächste Entfernung unter Einsatz von Maschinenwaffen und Handgranaten ausgetragen wurde, gelang es unsren Booten, ein britisches Schnellboot zu versenken, ein zweites, dessen Sinken nicht beobachtet werd» konnte, in Brand zu schießen und sechs weitere Boote zu beschädigen.
Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, vel« senkten unsere Unterfeeboote im Rord- atlantif in harten Angriffen aus stark gesichert« Geleitzügen der Amerika—England-Fahrt sieben Schiffe mit zusammen 49 000 BRT. und einen Bewacher. 3m Mittelatlantik, in amerikanischen (E* wässern und vor den Geleitzugshäfen der roeffafrl* j konischen Küste fielen ihren Torpedos weitere ach Schiffe mit 54181 BRT. und ein amerikanischer Zerstörer zum Opfer. Unter den versenkten Schifft» befand sich ein großer Munittonsdampser sowie ein mit Panzerkampfwagen und Flugzeugen beladea« Schiss, das nach Alexandrien unterwegs roaL W der Vernichtung dieser 15 Schiffe mit zusammen' über 103 000 BRT. wurde der englifch-amerikaui- scheu Versorgungsschiffahrt durch unsere Untersee« boote ein neuer schwerer Verlust zugefügt.
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Kleine politische Nachrichten.
Der Reichsführer ff besichtigte Verbände tur Waffen-^ in Finnland und stattete dem finnischen Staatspräsidenten Rytt einen Besuch ab. Mit dem Chef seines persönlichen Stabes, ^-Obergneppen- führer und General der Waffen-^ Karl Wolf', war er Gast des Ministerpräsidenten Rangell. 2hti Tage darauf folgte er einer Einladung des Mar schalls von Finnland, Freiherrn von Man- n e r h e i m t in üefjen Hauptquartier. Der Marjchall
Mahatma Gandhi.
Mohandas Karamchand Gandhi ist 1869 gi. boren, also rund 73 Jahre alt. Er stammt aus einer vornehmen indischen Familie, die einer Sekte aki gehört, welche das Evangelium der „Gewaltlofiz. keit" predigt. Gandhi ist aber nicht Brahmane, fom dern gehört einer Kaste des gehobenen Mittelstand!- an. Streng askettsch, schwarmgeistig predigt er de „innere Erleuchtung". Parallelen zu Tolstoi oder Ruskin find vorhanden. Sehr jung verheiratet, ffo dierte er 1888/91 die Rechte und war von 1893 bis 1917 in Südafrika als Rechtsanwalt tätig, wo er sich feiner indischen Landsleute annahm und auch schon zu Gefängnis verurteilt wurde.
Gandhi hat schon in Südafrika den Gedanken des passiven Widerstandes entwickelt — ein Gebaute, der in seiner Anwendung auf das national indische Unabhängigkeitsproblem dem 19. Jahrhundert angehört, und für die scharfen Zuspitzungen unseres Jahrhunderts überholt ist. Das mußte Gandhi erfahren, als er nach dem Weltkrieg in feine indische Heimat zurückkehrte und nun feststellen konnte, dch die'Engländer ihre Kriegsversprechen nicht nur nicht hielten, sondern durch ein strenges Gesetz über Men- terei und Aufruhr die indische Unabhängigkeitsbewe- gung — Swaradsch („Selbstregievung") genannt — zu drosseln suchten. Wiederholt wurde Gandhi von den Engländern verhaftet und jahrelang gefangen gehalten. In ihm schwingt ein sehr starkes roma» tisches Element mit. Er trägt stets ein Gewand ans felbstgespormener Leinwand als ein Protest gegen die Vernichtung der alten indischen Hausindustrie zugunsten der Fabrikwaren von Manchester uch Liverpool.
Gandhis Anhänger nennen ihn Mahatma, einen Mann, der „eine große Seele besitzt". Für die indische Jugend, die viel radikaler denkt, ist Gandhi der Repräsentant des 19. Jahrhunderts in dessen sittliche Grundeinstellung — vielleicht unbewußt — starke Motive taktischen Zauderns und parlamentarischer Kompromißsuche Hine in spielen.
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Oie Sowjetunion bald eine belagerte Festung.
Vigo, 10. August. (DNB. Funkspruch.) Die schlechte Führung hat die „Alliierten" in die größte Gefahr gebracht, klagt der ehemalige britische Kriegsminister Höre Belisha in einem Zcl- tungsartikel. Durch Zaudern und Zögern habe di« Sowjetunion als Bundesgenosse an Wert er- hebt ich verloren. Das gesamte sowjetische Machtpotential habe gewalttge Verluste erlitten. Die Achsenmächte schalteten ihre Feinde systematisch hintereinander aus. Ts chungking-China fei praktisch bereits eine belagerte Festung. Das gleiche werde bald für die Sowjetunion gelten. Die Vev bindungsliuie über das nördliche Eismeer sei äußerst gefährdet. Washington und London seien sich der Tragweite,bes großen deutschen Angriffs im <5ü.b- teil der Ostfront von Anfang an klar gewesen. Troz- dem habe man sich nicht zumHandeln auf*' raffen können.
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