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192. Jahrgang Nr. 82

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vonnerrtag, 9. April 19^2

Metzener Anzeiger

vrühlsch e Universttätrdruckerri 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen «ietzen^Schulftrahk 7-9

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Der neue Erfolg unserer Ll-Boote.

Sowjetsiege blieben Wunschträume.

Die japanischen Operationen im Golf von Bengalen.

Oer japanische Sieg aus Malaya.

Oie Vorbereitungen des Landungsunternehmens.

der Dockyard-Creek detonierten in der Marinewerft Bomben schwersten Kalibers. Der Kreuzer im Dock erhielt abermals eine 500-kg-Bornbe. In den Ka­sernen auf Fort Rocco im Osten von Bittoriosa richteten Bombentreffer beträchtliche Zerstörungen an. Das Stabsquartier des Kommandierenden Ad­mirals sowie der Gouverneurspalast wurden von Bomben schwersten Kalibers getroffen. Ganze Ge­bäudekomplexe stürzten unter der Wucht der Bom­bendetonationen ein. Mehrere Bombenreihen lagen quer über den Oelbehältern in der Umgebung von Marsa sowie über den Werkstatthallen der Werften. Auch das Torpedolager Balafrana im Süden der Insel war das Ziel der Bombenangriffe. Drei 500-kg-Bornben detonierten in den Hallen westlich der Werft. Volltreffer in Flakstellungen brachten Ge­schütze zum Schweigen. Bei einem Angriff auf die Flugplätze erzielten Stukas acht Volltreffer mit je 1000»kg=23omben vor den Eingängen der in den Felsen eingebauten unterirdischen Boxen. Auf dem Flugplatz Lucca lagen mehrere Bombenreihen über den Barackenlagern. Deutsche Jäger gingen, da sie nur vereinzelt auf britische Jagdflugzeuge stießen, zu Tiefangriffen auf leichte Flakstellungen und Kü­stenbatterien nieder.

Das Eichenlaub für Oberst Müller.

DAV. Aus dem Aührerhauptquartler, 8. April. (Funkspruch.) Der Führer verlieh dem Obersten Friedrich Wilhelm Müller, Kommandeur eines Infanterieregiments, das Eichenlaub zum Rit­terkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte ihm nach­stehendes Telegramm:In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zu­kunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 86. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."

ricbterstattung angeboten, sondern habe nur die alte Ente" fallen gelassen und der' Oeffentlichkeit sofort wieder eine neue serviert.

Deutlicher konnte wohl den Engländern nicht ge­sagt werden, daß alles das, was man ihnen bisher vorgefetzt hat, Schwindel war. Die Winteroffensive der Sowjets ist in ein Nichts zerronnen. Daß man in London das jetzt zugibt, ist ein neuer Beweis für die Lügenpraxis der britisch-sowjetischen Poli­tiker.

Die Sowjets leugnen.

Stockholm, 8.April. (Europapreß.) Der stell- vertretende Volkskommissar für auswärtige Ange­legenheiten, Wischynski, überreichte hem schwe­dischen Gesandten in Moskau die Antwort der Sow­jetregierung auf die Protestnote Schwedens wegen des Bombenabwurfes über Haparanda. Die Sowjet­regierung müsse es ablehnen, so heißt es in der Note, den Protest entgegenzunehmen, da zu dem angegebenen Zeitpunkt keine russischen Flugzeuge in diesem Gebiet operiert hätten. Inzwischen ist von schwedischer Seite weiteres Beweismate­rial für den sowjetischen Bombenabwurf in Sa­mara vorgelegt worden.

Briten, so schreibt das Blatt, die Verteidigung des Golfs von Bengalen in seiner Gesamtheit aufge­geben, aber zu erkennen gegeben, daß sie die westliche Hälfte des Indischen Ozeans mit Ceylon als Grenze bis zum bitteren Ende halten würden, denn der Verlust der Stützpunkte im west­lichen Indischen Ozean würde den Zusammenbruch des auf diesem Ozean gegründeten Weltreiches be­deuten. Großbritannien messe daher der Verteidi­gung dieser Gebiete größere Bedeutung bei als Hongkong und Singapur. Größere Seeschlachten könnten also im Indischen Ozean erwartet werden. Japans Matrosen sähen freudig einem solchen Kampfe entgegen, der voraussichtlich das Ende des britischen Empires bedeuten werde.

Verteidigungsvorbereitungen in Kalkutta.

Kopenhagen, 8. April. (Europapreß.) Die britischen Militärbehörden Indiens rechnen nach den Angriffen der japanischen Luftwaffe auf Ceylon und zwei indische Küstenstädte zwischen Madras und Kalkutta mit einem Großangriff auf Kalkutta. Die Verkeidigungsvorbereitungen werden fieberhaft betrieben. In Kalkutta herrscht größte Nervosität. Engländer, Amerikaner und Chi­nesen haben bereits mit der Liquidierung ihrer Ge­schäfte begonnen.

Der Wehrmachiberichi.

DRV. Ausdem Führerhauptquarkier, 8. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der O st f r o n t wurden eigene Angriffsunter­nehmungen erfolgreich fortgesetzt. An mehreren Stellen wiederholte der Feind seine ergebnislosen Angriffe.

3n Rordafrika wurden südostwärts von 2He- chlli britische Kräfte zurückgeworfen.

Der britische Flottenstützpunkt Alexandria wurde in der Rächt zum 7. April bombardiert. In den Dockanlagen entstanden beträchtliche Schäden.

Luftangriffe starker deutscher Kampf-, Sturz- kampf- und Iagdfliegerverbände richteten sich gegen die Hafen- und Versorgungsanlagen von La Va­letta, das Torpedolager Lalafrana und bri­tische Flugplätze der Insel Malta. In Lagerhallen, Derftgebäuden und Werkanlagen wurden Groß- bronde hervorgerufen. Der im Dock liegende leichke britische Kreuzer erhielt abermals Bombentreffer.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, versenkten deutsche Unterseeboote im Atlantik 16 feindliche Handelsschiffe mit zusam­men 104 000 BRT., davon 13 vor der amerikani­schen uyd drei vor der afrikanischen Küste.

Leichte deutsche Seestreitkräfte stell­ten im Skagerrak eine Anzahl norwegischer Schiffe, die von der britischen Regierung geschartert, in einem schwedischen Hafen gelegen hallen und un­ter englischen Kapitänen nach England durchzu­brechen versuchten. Durch Eingreifen deutscher Vor­postenboote wurden fünf Schiffe mit 26 674 BRT., durch die Luftwaffe ein weiteres von 6305 BRT. versenkt. Zwei Schiffe entzogen sich der Aufbrin­gung, indem sie wieder in die schwedischen Hoheits­gewässer flüchteten.

In der letzten Rächt griffen deutsche Kampfflug­zeuge versorgungswichlige Hafen- und Dockanlagen an der h u m b e r - M ü n d u n g an. Starke Brände wurden beobachtet.

Bel den Erfolgen deutscher Unterseeboote im Atlantik zeichnete sich das Boot des Korvettenkapi­täns Merten besonders aus. In der Rächt zum 7. 4. errang Oberleutnant Waltersdorf.feinen 10. Rachkjagdsieg.

Oie neuen 104000 BRT.

Die Versenkung von 16 feindlichen Handelsschiffen mit zusammen 104 000 BRT., davon 13 vor der amerikanischen Küste, wird von dem USA.-Minister Knox kommentiert. Sein Kommentar erfolgte schon v o r der Sondermeldung des OKW. Auf einer Pressekonferenz am 7. April bezifferte er die Zahl der Schiffe, die seit dem Eintritt der USA. in den Krieg versenkt worden sind, auf insgesamt 116, da­von 59 in der Nähe der USA.-Küste, 23 an der Küste Kanadas, 30 im Karibischen Meer und 4 in der Nähe der südamerikanischen Küste. Er hatte weiter erklärt, daß die Angriffe von Schiffen der Achsenmächte auf amerikanische Dampfer^ während der letzten Wochen beträchtlich abgenommen hätten, und daß diese rapide Abnahme der Versenkungen den neuen Schutzmethoden zuzuschreiben sei, die von der amerikanischen Marine jetzt angewandt würden. Doch kaum hatte Herr Knox seine prahlerische Fest­stellung losgelassen, als auch schon das Oberkom­mando der deutschen Wehrmacht bekanntgeben konnte, daß in fortgesetzten Angriffen gegen die amerikanische und britische Versorgungsschiffahrt deutsche Unterseeboote neue, große Erfolge erzielt haben. Die Abnahme der Versenkungen, von der Herr Knox gefaselt hatte, bestand darin, daß wieder 13 Handelsschiffe vor der amerikanischen Küste auf den Grund des Meeres geschickt wurden.

Wichtiger als diese neueste Blamage des Herrn Knox ist seine Erklärung, daß die Marine die mög­licherweise sich ergebende Notwendigkeit einer Uebernahme der Handelsmarinein sorgfältigste Er­wägung zieht". Bisher sei noch kein Beschluß ge­faßt worden; aber:Wir haben einige Schwierig­keiten, Besatzungen für die Handelsschiffe zu finden, besonders für die langen Reisen." Mit an­deren Worten: Die USA.-Matrosen wollen sich nicht auf Himmelfahrt schicken lassen. Wir haben schon berichtet, daß die Regierung der USA. die norwegischen und griechischen Seeleute mit Gefäng- nisstrafen und Konzentrationslager auf die gefähr­deten Schif-fe zu zwingen sucht. Die Not an Matro­sen ist jetzt so groß geworden, daß Knox eine regel­rechte Flucht in die Oeffentlichkeit antritt. Knox selbst hat das sichere Gefühl, daß der moralische Druck, den er auf die amerikan ' :n Seeleute auszuüben gezwungen ist, keineswegs ein Ruhmestitel für die USA. ist. Darum ließ er den Satz einfließen, daß der amerikanische Matrose heute ein ebenso guter Kämpfer zur See ist wie er es in der ganzen Ge­schichte Amerikas gewesen ist. Ein Satz, der ange­sichts der vorausgegangenen Klagen schwer verständ­lich ist.

Eine Uebernahme der Handelsmarine durch die USA.-Kriegsflotte bedeutet naturgemäß die Mili­tarisierung der Handelsflotte und ihre Unterstel­lung unter Kriegsrecht. Es ist verständlich, daß Knox vor einem solchen Schritt zögert. Denn ein­mal wäre die Militarisierung der amerikanischen Handelsflotte die denkbar schroffste Absage an die freie Wirtschaft" und außerdem ein ausgesproche­nes Armutszeugnis für die Bereitwilligkeit der ame­rikanischen Matrosen, Kriegsrisiken zu übernehmen.

Deutschlands erster!l-Bootführer.

Berlin, 8. April. (DNB.) Am 9. 4. begeht Admiral z. V. Hermann Bauer sein 50jäh- riges Militärdienstjrlbiläum. 1905 meldeten sich

Bauer und ein Kamerad als erste Seeoffi- ziere freiwillig zur U-Boot-Waffe. Dann wurde Bauer Dezernent für U-Bvot-Wesen im Reichs- marineamt, wo er unter Großadmiral von Tirpitz die Vorarbeiten für den Ausbau der U-Boot-Waffe leitete. 1914 erhielt Bauer das Kommando über die 1. U-Boot-Flottille, die aus 14 Booten bestand. Im Bau befanden sich weitere 20 Boote. Ende August 1914 wurde Bauer Führer der U-Boote. Von Juni 1917 bis Weltkriegsende führte Bauer die LinienschiffeWestfalen" undKaiser". In sei- nem WerkAls Führer der Unterseeboote im Welt­krieg" legte Bauer seine Erfahrungen aus seinem Dienst für die deutsche U-Boot-Waffe nieder. Sein einziger Sohn ist als U-Boot-Kommandant im jetzigen Krieg gefallen.

Oer Lustangriff auf Malta.

Berlin, 8. April. (DNB.) Am Dienstag lagen ungefähr zehn Stunden lang der Flottenstützpunkt La Valetta und die Flugplätze im Innern der Insel Malta im Bombenhagel deutscher Kampf- und Sturzkampfflugzeuge. Bereits in den Morgenstun­den wurden in den Munitionsdepots und Arsenalen der Halbinsel Senglea Volltreffer mit 1000-kg-Bom- ben erzielt. Die Wohnschuppen des Werftpersonals wurden zerstört. In der Staatswerft in her Nähe des Trockendocks detonierten zahlreiche Bomben. Nach einem Volltreffer in einem Verpflegungs­magazin La Valettas wurde dunkle Rauchentwick­lung beobachtet. Im Tanklager Cordin am Westteil des großen Hafenbeckens traf eine 500-kg-Bombe einen Oelsilo. Gegen Mittag lösten Stukas ihre Bomben über dem Jnfelfort Manoel aus und trafen die Werkstätten der U-Boot-Stationen. Südostwärts

Tokio, 8. April. (Europapreß.) Am Ende des vierten Kriegsmonats veröffentlicht die japanische Heeresleitung einen Bericht des Generalstabes der in Malaya operierenden Armee, welcher feststellt, daß die Erfahrungenderdeutschen Vor­märsche in Polen sowie an der Westfront bei der Planung der japanischen Operationen trotz der ver­schiedenartigen geographischen Verhältnisse zugrunde- qelegt wurden. Der entscheidende Charakter des Landungsunternehmens war es, daß man trotz der mehrere tausend Kilometer weiten Seereise von der Hauptbasis auf der Insel Hainan durch von feindlichen

Fliegern und Unterseebooten bedrohte Meeresstrecken auf die normalerweise übliche Methode einen Lan- dungskopf mit einem verhältnismäßig schwachen Vorkommando unter Zuhilfenahme starker Flotten­einheiten 3U bilden, verzichtete. Statt Lessen wurde der Plan durchgeführt, die Haupt st reitkräfte sofort zu landen. Um die bei Kota Baru stehenden englischen Streitkräfte zu täuschen, welche über starke Luftstreitkräfte verfügten, wurde eine Flotte von mehr als zwanzig Transportern auf nördlichen Kurs in den Golf von Siam entsandt, als ob sie die Aufgabe einer Landung in Bangkok

Berlin, 8. April. (DNB.) Mit einem Zynis­mus, der typisch für die britische Praxis ist, rückt jetzt die englische Presse von den bolschewistischen Erfolgsmeldungen ab, die im Winter von Moskau aus in die Welt gesetzt wurden. Hatte schon die Times" die monatelang immer wieder genährte Illusion über diehervorragenden Erfolge" der Bolschewisten im Osten jetzt, öa der Frühling all- mählich ins Land zieht, mit dürren Worten zerstört und zugegeben, daß die Deutschen alle strategisch wichtigen Punkte gehalten haben, so nimmt jetzt die Londoner WochenschriftSphere" in noch schär­feren Worten die Art unter die Lupe, in der sich die britischen Kriegsgerüchterstatter in Moskau ihrer Aufgabe einerwahrheitsgetreuen" Berichterstattung entledigt hätten. Tag für Tag hätten sieganze Siegespläne" nach Hause gedrahtet. Dann wiederum sei von ihnen ein entscheidender Durchbruch oder das nahe Ende der einen oder anderen deutschen Armee verkündet worden. Wochenlang habe man in Eng­land vergeblich auf eine amtliche Bestätigung einer solchen Siegesmeldung gewartet. Oft genug hätten sich die Tatsachen, von denen der eine oder andere Berichterstatter schrieb, als reiner Wunsch- traumdes Reporters herausgestellt. Er habe jedoch niemals eine Erklärung für feine falsche Be-

Tokio, 8. April. (Europapreß.) Die von japa­nischen Ueberwasserstreitkräften und U-Booten im Golf von Bengalen eingeleiteten Operationen machen sich bereits durch erhebliche Verluste der Alliierten- Versorgungsschiffahrt bemerkbar. Nach einem Be­richt des der Marine zugeteilten Frontberichterstat­ters vonNicht Nicht" wurden seit 5. April schon Dutzende von allierten Handelsschif­fen versenkt. Der Aether sei angefüllt mit 808-Rufen angegriffener Schiffe.der Alliierten. Die 808-Rufe häufen sich besonders seit Sonntag, als der Rundfunksender Colombo wiederholt durchgab Wir werden bombardiert". Man fing Seenotmeldun­gen von Schiffen, die unterwegs waren, auf:Japa­nische Kriegsschiffe beschießen uns jetzt" undDas Schiff ist getroffen, e? brennt. Wir sinken und müssen das Schiff verlassen". Die Kapitäne mancher Dampfer fügten ihren Notsignalen die Frage an, wo britische Kriegsschiffe blieben. In ja­panischen Marinekreisen habe man jedoch den Ein­druck, daß die britische Flotte bereits den Rück­zug aus dem Indischen Ozean angetreten habe. Japanische Flotteneinheiten seien auf der Suche nach englischen Kriegsschiffen, um sie zum Kampfe zu stellen.

Die entscheidende Bedeutung der Kampfhandlun­gen gegen Ceylon und an der Indischen Küste für den Bestand des britischen Empires unterstreicht die ZeitungMiyako". Nach dem Fall von Rangun und der Besetzung der Andamanen-Gruppe hätten die

Vor zwei Fahren.

Norwegen unter deutschem Schutz.

Die Westmächte, die im September 1939 den Krieg gegen das Deutsche Reich entfesselten, sahen sich von vornherein außerstande, ihn aus eigener Kraft zu führen. Um so mehr waren sie auf die Ausweitung des Krieges bedacht, um Bundesgenossen zu ge­winnen und die noch vor Kriegsausbruch gescheiterte Einkreisung nachträglich zu erreichen. Als eine gün­stige Gelegenheit dazu erschien den Westmächten der sowjetisch-finnische Konflikt. Unter der Angabe, den Finnen Hilfe zu bringen, rüsteten sie eine Expedition aus, die durch das nördliche Skan­dinavien gehen sollte; der Zweck war, die neutralen Staaten Norwegen und Schweden in den Krieg hin­einzuzwingen, Deutschland von der Nordflanke her zu bedrohen und von der Zufuhr der nordschwedi­schen Erze abzuschneiden. Diesen Plan aber durch­kreuzte der sowjet-finnische Friede vom 12. März 1940.

Nun entschlossen sich England und Frankreich, auch ohne den Vorwand der Finnlandhilfe Nor­wegen, Schweden und Dänemark unter rücksichts­losen Druck zu setzen und in der Rechnung auf ihre Schwäche Streitkräfte in Nordeuropa zu landen. Eine vorbereitende Händlung war der 8. April, als in den norwegischen Hoheitsgewässern drei englische Minenfelder gelegt wurden, um die deutsche See­verbindung mit dem norwegischen Hafen Narvik zu unterbinden. Die schwache und englandyörige Re­gierung in Oslo begnügte sich auch jetzt mit einem lahmen Protest, wie schon am 16. Februar, als der englische ZerstörerCossak" im Jössing-Fjord den unbewaffneten deutschen DampferAltmark", auf dem sich englische Gefangene befanden, allen Völker- rechtsbestimmungen zuwider, überfallen hatte.

Aber man hatte in London und in Paris nicht mit

hätte. Im letzten Augenblick machte jedoch diese Flotte eine Aenderuug des Kurses um 180°, wodurch die vorgesehenen Landungsplätze bei Sin gor a und Kota Baru erreicht werden sollten.

Don den geplanten Landungsstellen war der nächste Festlandsstützpunkt der japanischen Luft- waffe in Jndochina rund 800 Kilometer entfernt, während die feindlichen Flieger nur Anflugstrecken von 100 bis 200 Kilometer hatten. Das japanische Oberkommando wählte deshalb eine nicht allzu weit von Kota Baru entfernte unbewohnte Insel als Flugbasis für den Angriff. In nur 14 Tagen wurde dort ein Flugplatz erstellt. Diese Arbeit war Ende November beendet. Jetzt entschloß man sich, unver­züglich nach der Landung mit aller Energie nach Süden vor^ustohen. Nicht zuletzt war es wohl der Kühnheit dieses Entschlusses zuzuschrei'ben, daß der englische Widerstand in Nord-Malaya so rasch zu­sammenbrach. Hierdurch konnten die japanischen Truppen die ihnen gesetzte Aufgabe in kaum siebzig- tägigem Feldzug statt in 200' Tagen erfüllen. Der Oberbefehlshaber Generalleutnant Yamashita war an Bord des ersten Truppentransporters und inmitten der ersten Soldaten, welche bei Singora im feindlichen Feuer landeten.

Kritische Lage der Briten in Burma.

Stockholm, 9. April. (DNB. Funkspruch.) In Washington wächst die Sorge um das Schicksal der nach Oberburma abgedrängten britischen Truppen. Der schwere Luftangriff der Japaner auf Man­dalay, die letzte wichtige Stadt Burmas, die sich noch in britischen Händen befindet, hat diese Sorge verstärkt, denn die Briten verfügen nicht mehr über die Macht, um derartigen Angriffen entgegenzu­treten. Dazu kommt das Problem weiterer Zufuhr für die britischen Streitkräfte, nachdem alle Ver­kehrswege nach Indien von den Japanern abge- schnitten worden sind. Unter den größten Schwie­rigkeiten ist es möglich, auf Elefanten oder durchKulis Heinere Materialmengen nach Man­dalay zu bringen. Aber für die Versorgung einer modernen Truppe reichen diese Mengen nicht im entferntesten aus. Dazu kommt ferner der wachsende Widerstand der Burmesen gegen die britische Herr­schaft. Alle rückwärtigen Verbindungen der in Burma kämpfenden britischen Truppen sind gefähr­det, der Nachschub wird immer wieder unterbrochen. Oie Verhandlungen in Delhi.

Bangkok, 9. April. (Europapreß.) Nachdem der Vollzugsausschuß der K o n g r e ß p a r t e i am Mitt­woch erneut zwei Stunden beraten hatte, traf Pan­dit Nehm zu einer Unterredung mit Roosevelts Vertreter Johnson zusammen. Unter Mitwirkung des amerikanischen Obersten Johnson, der in dauern­der Verbindung mit dem Weißen Haus in Washing­ton stand, ist eine neue Kompromißformel entwor­fen und dem Vollzugsausschuß der Kongreßpartei unterbreitet worden. Der Ausschuß beriet hierüber drei Stunden lang, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Die neue Formel soll den indischen For­derungen angeblich noch weiter entgegenkommen. Der britische Nachrichtendienst meldet, man nehme in Neu-Delhi an, daß die Formel für die Kongreß­partei und für Cripps annehmbar sei. Nach einer 48stündigen Beratung des Arbeitsausschusses der Kongreßpartei ist ein Gegenvorschlag ausge­arbeitet worden, der Donnerstag früh Cripps vor­gelegt werden wird. In britischen Kreisen Neu- Delhis hofft man, daß die Uebertragung des Kriegs­ministeriums an den Präsidenten der Konareß- partei, Pandit Jawaharlal Nehm, den indischen Mas­sen genügen würde, um ihnen die positive Lösung des Problems schmackhaft zu machen. In indischen Kreisen steht man den britischen Informationen sehr skeptisch gegenüber, wonach eine positive Wendung in der Einstellung der Kongreßpartei unmittelbar bevorstehe, zumal Nehm in einer dieser Tage ab­gegebenen scharf formulierten Erklärung festgestellt habe:Wir Inder sind in der Sklaverei vereint gewesen und wollen auch in der Freiheit vereint bleiben."