Hochschulnachrichten.
1000 RM. Geldstrafe.
(Nachdruck verboten.)
80 Fortsetzung.
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Berlin, promovierte dort 1893 und kam 1901 an ic Preußische Akademie der Wissenschaften, wo er en Auftrag erhielt das von Engler herausgegebene Derk „Das Pflanzenreich" zu redigieren. In ~ neinfchaft mit Prof, von Dalla Torre gab er Verk „Genera Siphonogamarum" heraus.
Der große Irrtum
Roman von Meta vrik.
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Mitglied per Kgl. Akademie Italiens, Ricco- bone, hielt in lateinischer Sprache einen Dortrag Iber das Schicksal des römischen Rechts. Professor lZduard Spranger behandelte das Thema „Der Humanismus in deutscher Sicht". Zum Schluß iprach der Direktor des Instituts Prof. Ernesto Srass, über die Ziele des Instituts: Erforschung der Beziehungen zur Antike, zum Humanismus und zur Renaissance, durch eine eigene Bibliothek, Stipendien an deutsche und italienische Studenten, Dor- träge und Veröffentlichungen von Quellen und neuen Werken.
Beziehungen zur bäuerlichen Bevölkerung ankniiplle, im sich zusätzliche Nahrungsmittel auf Kosten der Allgemeinheit zu verschaffen. Sie brachte die ßauerstochker Monika Schoep'
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Um die gleiche Zeit führt dos Auto Doktor Mars- eins in das Viereck des Gutshofes ein und halt vor iem weißen Haus. Mcrswin kommt nicht allein; er Ifeiri) von einem anderen Herrn begleitet.
Bernhardine, durch Bergenroth von dem inog* then Besuch Marswins unterrichtet, tritt aus dem ilous, den Gast zu empfangen. Die alte Frau mit ihm ernsten Gesicht, im schwarzen Kleche und blen- btnb weißer Schürze, sieht sehr wurd-igi aus. Als
Blick auf den zweiten Besucher fallt tritt sie Unwillkürlich einen Schritt zurück, und em großer schreck fährt über ihr Gesicht.
Doktor Marswin sieht sie befremdet an. Ludwig k8tautenberg aber kommt unbefangen auf ote alle (rau zu und reicht ihr die Hand: „(Buten Tag, räulein Bernhardine! Wie geht es Ihnen.
Bernhardine nimmt sich zusammen. «ie berührt la um die dargebotene Hand, grüßt den anderen 5errn mit einer leisen Neigung des grauhaarigen Sopfes und fragt: „Herr Doktor Marswin?
„Richtig. Ist fierr Bergenroth da?
Bernhardine macht eine emladende Handbs »egung: Wollen Sie, bitte, Eintreten.„3d) lalle Kren Bergenroth 1°!°" benachrichtigen
Marswin wehrt ab: „Besten Dank, FrauldiN ... wie sagten Sie eben. Rautenberg ... Fräulein bernhardine, nicht? Ich bin erstaunt... ote kennen jf*?"
Die Frage richtet sich an Rautenberg.
.Der hat ein freundliches Lächeln, eln uberlegene schein' Er sagt: „Mein Erscheinen ist schon eme Überraschung für Fräulein Bernhardine. Ich er .tote Ihnen daß ich (frau Bergenroth und das ucäulein hier ebenfalls, von Berlin Wer ken .
Marswm wendet sich wieder an die alte Frau.
Aus aller Wett.
63 Todesopfer bei einem Grubenunglück in der Türkei.
Ein Grubenunglück in Zonguldag hat drei- rndfechzig Todesopfer gefordert. 10 Personen wurden schwer verletzt. Man befürchtet, daß sich die Zahl der Toten noch erhöhen wird, da die Auf- mumungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Die Untersuchungen über die Ursache des Unglücks Kaben ergeben, daß eine Schlagwetterexplosion den dtolleneinsturz herboigeführt hat.
Zuchthaus für Hamsterei.
Die Fischhändlersgattin Auguste Funk aus Berlin-Neukölln glaubte ihre finanziell günstige Lage dadurch ausnutzen zu können, daß sie bei wieder- jolten Sommer« und Winteraufenthalten in Tirol
_________________ Schoepf dazu, daß sie ihr »ach und nach 35 Kilogramm Butter und 40 Eier Übergab oder nach Berlin schickte, und veranlaßte den Landwirt Rathold Kranewitter, ihr 12 Kilo- ramm Speck und l/’e Kilogramm Butter zu ner- ^fen. Dabei bezahlte sie Preise, die die normalen steife um ein Vielfaches überschritten. Die Schoepf atte auch noch anderen Abnehmern in Berlin und eipzig, die alle ermittelt wurden und gesonderter emrteilung entgegensehen, Butter geschickt Das oNdergericht Innsbruck verurteilte die Funk zu rei Jahren Zuchthaus und einer Geldstrafe von ID 000 RM., Monika Schoepf zu zwei Jahren und athold Kraüewitter zu IV* Jahren Zuchthaus und
200 Jahre Berliner Staafsoper.
Ms sich am 7. Dezember 1742 abends 6 Uhr zum irsten Male der Vorhang im Berliner Königlichen Dpernhaufe hob, ging ein Iugendtraum Friedrichs les Großen in Erfüllung. Am 31. Mai 1740 hatte Friedrich den Thron bestiegen, im Herbst überreichte der Architekt Georg von Knobelsdorfs dem König die ausgeführten Pläne, die er selbst bereits in Rheinsberg entworfen hatte. Am 5. September 1741 erfolgte die Grundsteinlegung und bereits nach $ öahresfrift konnte der König im eigenen Opernhause tzines Lleblingskomponisten (Braun „Caesar und Cleopatra" als erste Aufführung erleben. Das Haus wurde 1843 ein Raub der Flammen. Aber schon drei üage nach dem Unglück gab Friedrich Wilhelm IV. feinem Baurat C. F. Langhans den Befehl zum Wiederaufbau. Bereits ein Jahr nach dem Brande tonnte die Oper mit einer Festvorstellung erneut ber Oeffentlichkeit übergeben werden. Seitdem war bie Berliner Oper stets ein Mittelpunkt deutschen Musiklebens, der die bedeutendsten Kräfte an sich jog. Namen wir Jenny Lind, Adelina Patti, Mathilde Mallinger ober der Wagnersänger Albert Riemann und Franz Betz sind noch heute so unver- [effen wie/ aus jüngerer Zeit das Wirken eines Richard Strauß. Lothar Band.
Der Direktor des Pathologischen Instituts der lniversität Tübingen, Prof. Dr. med. Erich Let - er er, hat den an ihn ergangenen Ruf an die niversität Frankfurt abgelehnt. Ebenso hat der stofessor der Mathematik Dr. Hellmuth Knefer inen Ruf an die Universität München bis Nach- olger von Prof. Caratheodory abgelehnt. Die Uni- ersität Tübingen und die Ingenieur-Offiziers-Aka- emie sind dankbar dafür, daß sie ihren geschätzten ehrer nicht verlieren. — In großer Frische voll- ndet der einer. Ordinarius für Augenheilkunde an er Universität Graz^ Prof. Dr. Maximilian Salz- mann, fein 80. Lebensjahr. In Wien geboren, linierte er in Men, promovierte dort 1887, habili- erte sich 1895 und siedelte 1911 als Ordinarius ach Graz über. — Im Alter von 72 Jahren starb er Berliner Botaniker Professor Dr. Hermann
a r m s. 1870 in Berlin geboren, studierte er in
Arbeitsgemeinschaft sürLugenvveireuung
Ein Ausschuß unter Vorsitz des Kreisleiters.
Am gestrigen Montagvormittag fand im Hanse der Deutschen Arbeitsfront eine Sitzung unter Leitung des Kreisleiters, Oberbereichsleiter Backhaus statt, die der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft für Jugendbetreuung in Gießen galt.
Kreisleiter Backhaus betonte im Anschluß an feine Begrüßungsworte die besondere Wichtigkeit ber Betreuung unserer Jugend, für die neben den drei Erziehungsfaktoren, Ellernhaus, Schule und Hitler-Jugend, noch eine Reihe von Behörden und Dienststellen in Betracht kommen, die mit der Jugend zu tun haben. Weiter machte er die Notwendigkeit der enaften Zusammenarbeit der Partei- und Behördendienststellen bei der Erfüllung dieser Ausgabe deutlich, wobei er das Schwergewicht der Arbeit auf belehrende Einwirkung auf unsere Jugendlichen legte. Als Organ für diese Arbeit an unserer Jugend soll eine Arbeitsgemeinschaft für In- aenbbetreuung wirken, die sich an die entsprechende Arbeitsgemeinschaft für den (Bau bzw. an die Reichsarbeitsgemeinschaft für Iugenddetreuung anschließen wird. Nach den Anordnungen von höherer Stelle führt der Kreisleiter den Vorsitz dieser Arbeitsgemeinschaft, die als ein Ausschuß von Vertretern der zuständigen Parteidienststellen, der in Betracht kommenden Behörden und der Schule wirken wird. Diesem Ausschuß obliegt es, bei der Betreuung unserer Heranwachsenden Jugend durch geeignete belehrende Schritte mit dafür zu sorgen, daß auch in den Kriegsjahren unsere Jugend auf guten Bahnen heranwächst. Der Äretsleiter gab sodann die personelle Zusammensetzung der Arbeitsgemeinschaft bekannt, in der alle mit der Jugend- betreuung und Jugenderziehung befaßten Stellen der Partei, der Behörden und des Wirtschaftslebens durch führende Persönlichkeiten vertreten sind.
Anschließend hielt der Sozialreferent des Bannes Gießen (116), Obergefolgschaftsführer Rahn, einen aufschlußreichen Vortrag über „Das Derfasfungs- recht der deutschen Jugend und ihre Erzieher". Der Redner ging bei seinen Darlegungen von dem Hit- ler-Iugend-Gesetz von 1936 aus, durch das der Führer der Hitler-Jugend ihren Platz in der großen deutschen Gemeinschaft angewiesen habe. Die Hitler- Jugend werde verfassungsrechtlich sowohl von der Partei, als auch vom Staate getragen. Zur Erfüllung ihres Auftrages fei engstes Zusammenwirken mit den verschiedenen Behörden, Dienststellen und Organisationen notwendig. Der Erziehungs- auftrag für die Hitler-Jugend sei vorwiegend ein politischer, nämlich die Erziehung der Jugend zum Dienst am Volk und an der Volksgemeinschaft.
Diese Erziehung baue auf der Grundlage der Kameradschaft auf. Das Erziehungsziel bestehe darin, körperlich und seelisch gesunde, sittlich gefestigte, geistig hoch entwickelte, beruflich tüchtige deutsche Menschen, Die rassebewußt in Blut und Boden verwurzelt und Volk und Reich unlöslich verbunden sind, zum Wohle der Volksgemeinschaft heranzu- vilden. Diese Arbeit strebe also nach dem gle'chen Ziel, bas auch den übrigen Erziehern für ihr Wirken gesteckt sei. Nach einem Hinweis auf die Erziehungsaufgaben von Eltern und Schule betonte der Redner, der Schwerpunkt der Erziehung in den Einheiten der Hitler-Jugend liege in ber Charakter- erziehung und in ber politischen Erziehung zum Dienst am Volke Dann brachte der Redner eine Reihe von praktischen Beispielen, aus denen die breite Arbeitsbasis ber Arbeitsgemeinschaft für ihre Aufklärungsarbeit ersichtlich war. In diesem Zu- famnlenhange gab er dem Wunsche Ausdruck, die erwachsenen Volksgenossen möchten der Hitler- Jugend immer ihre positive Hilfe zuteil werden lassen, da diese eine wertvolle Mitarbeit zum Wohle unserer Jugend darstelle. M t der Gründung ber jetzt geschaffenen Arbeitsgemeinschaften komme zum Ausdruck, daß das Volk selbst für die Erziehung seiner Jugend verantwortlich sei. Die Aufgaben ber Arbeitsgemeinschaften kennzeichnete ber Vortragende wie folgt: die Aufmerksamkeit ber Erwachsenen ?egenüber der Jugend allgemein zu verstärken: Auf- (ärungsarbeit durch Vorträge, Rücksvrache mit den Eltern und Erziehern ufro.; Verstärkung ber Kon- trollmaßnabmen gegenüber der Jugend, insbesondere durch die Hitler-Jugend und die Polizei; Kontrolle von Gastwirtschaften, Kinos usw. nach der Richtung hin, daß die gesetzlichen Bestimmungen über den Besuch durch Iugendlid)e genau* beachtet werden: Beobachtung der Auswirkungen von Ju- genbarreft usw. in erzieherischer Hinsicht unb Auswertung dieser Feststellungen: nachgehende Betreuung ftrafentlaffener Jugendlicher. Die Hitler- Jugend erhoffe von der Mitarbeit der Erwachsenen über die Arbeitsgemeinschaft einen wertvollen Gewinn für die Jugend. Mit dem Wunsche, daß die Zusammenarbeit zwischen der Jugend und den Erwachsenen allezeit fruchtbar sein und die darauf gesetzten Hoffnungen verwirklichen möge, schloß der Redner seinen fesselnden Ueberblid.
Im Anschluß an den Vortrag gab Kreisleiter Backhaus noch einige Hinweise und Anregungen, die der Förderung der Arbeit für unsere Jugend zu dienen bestimmt sind.
Aus -er Stadt Gießen.
Weihnachtliches Hoppelpoppel.
Ich kam in eine sehr schöne Stube. Die Möbel waren herrlich blau und, ach, so hübsch bemalt. Wie gemütlich war es hier. Eine Standuhr tickte leise. Unb draußen war es so falt. Hier stand ein Kachelofen in der Ecke, unb ich bemunberte gerade bas schöne Geschirr auf dem Schrank unb bie Blumen au fbem Blumenständer, als bie Tür aufging unb das Gänseliesel hereinkam. „Guten Tag", sagte es mit heller Stimme und knixte in seinem roten Kleidchen mit weißer Schürze so artig, baß ich gar nichts sagen konnte, als nun sechs Gänse in einer Reihe hereinaewatschelt kamen unb sich um den Kachelofen auffteilten. Ich setzte mich nur vor lauter Verwunderung in einen ber schönen Sessel unb stieß dabei an die Wiege, die mitten im Zimmer stand. Das rot- und weißgewürfelte Deckbett war aber so aufgetürmt, daß ich nicht sehen formte, was darinnen lag. Das tat mir sehr leid, denn ich sehe so Meine süße Wickelkinder zu gern. Aber schon wieder ging die Tmr auf, unb ein sehr merkwürdiger Mann kam hereingetanzt. Ja, wie sage ich nur, er war wirklich sehr merkwürdig, fast komisch, denken Sie nur, er hatte einen ganz bunten Anzug an, ich glaube wirklich, es war ein Hampelmann! Ich freute mich schon, mal einen richtigen Hampelmann persönlich kennenzulernen, denn bis jetzt war ich in meinem Leben noch keinem begegnet, nur Männern, und das ist doch langweilig, nicht wahr? Er schien aber das Gänseliesel schon zu kennen, denn sie sprachen sofort eifrig miteinander, dann gingen sie zu einem Fenster und sahen hinaus. Auf einmal lachten sie sehr. Leise schlich ich mich an ein anderes Fenster und sah ebenfalls hinaus. Da mußte ich auch laut lachen, denn draußen ging ein sehr komischer Mann vorbei, ganz steif und gerade, der hielt einen Stock in der Hand, womit er eine Ziege vor- märtstrieb. Ach, was hatte die Geiß für ein schönes, weißes Fell! Ich hätte sie zu gern mal gestreichelt. Hinterher kam ein Kind gehopst, das hatte ein Hüpf- feil mit so schönen Anfassern, wie ich es noch nie gesehen hatte. Da kam ein schrecklich dickes Schwein aus einem Hof gelaufen, unb wir mußten wieber sehr lachen, so dick war es. Man hatte ordentlich Angst, es könnte platzen, denn es lief sehr schnell. Ader nun sahen wir auch, mit Schrecken, warum es bas Schwein so eilig hatte: ein grünes Krokodil kam hinter ihm her gekrochen, fürchterlich war es anzusehen mit seinem geöffneten Rachen. Das dicke Schwein hatte sich inzwischen unter einem Wagen verkrochen, der auf der Straße stand. Oh, es war ein feiner Wagen, anscheinend ganz neu und wundervoll angemalt, merkwürdig, daß ich ihn die ganze Zeit gar nicht gesehen hatte! Drei Tauben saßen daneben und pickten ruhig und unbekümmert ihre Körner auf. Ein wunderschöner bunter Hahn stolzierte gerade vorbei, sechs Hühner im (Befolge, während zwei Frauen ein Stück Wäsche reckten, das sie komischerweise fortwährend hin- und herzerrten. Da wieherte plötzlich ein Pferd dicht neben mir, wie kam das nur in die Stube?
In diesem Augenblick — wachte ich auf und merkte, daß ich von der Spielzeugausstellung ber Oberschule geträumt hatte! E. L. St.
<5:e6ener Hitler-Iuqend im Zeichen der Bastelaktion.
Wie schon öfter herooraehoben, steht die diesjährige Winterarbeit der Hitler-Jugend bis Weihnachten vollkommen unter der Parole „Spielzeug für unsere Soldatenkinder". So laufen auch im Standort G'eßen und darüber hinaus im ganzen Bann 116 schon feit vielen Wochen bie Vorbereitungen. unb Tausende unserer Jungen und Mädel sind mit Begeisterung während ihres Dienstes und ost genug auch noch in ihrer Freizeit nvt ber Herstellung von Spielsachen aller Art beschäftigt. Denn kein Kind — und ganz besonders keines, dessen Vater heute an der Front, steht — soll on Weihnachten ohne Svielzeug sein. Und dieses Ziel wird zumindest im Bereiche des Bannes 116 tatsächlich erreicht werden, trotz aller Schroierioteiten in der Materialbeschaffung und trotz der Hindernisse, die sich d»r Arbeit sonst noch in den W-g gestellt haben. Ein Beweis dafür sind die Ausstellungen, die von einigen besonders eifrigen Gruvpen und Fähnlein bereits jetzt in mehreren Schaufenstern in Gießener Geschäften gezeigt werden können. Doch ist dies erst ber Anfang und nur ein Ausschnitt von all dem. mag bie Hitler-Jugend auf diesem Gebiet noch an Ueberroschungen zu bieten hat, über die wir an dieser Stelle fortlaufend berichten werden. Vo.
Jetzt die Weibnochtsvakete aur Post.
Wer es versäumt, feine Weihnachtspakete und -Päckchen noch in der zweiten Dezemberwoche zur Post einzuliefern, kann nicht damit rechnen, daß die
„Herr Bergenroth ist wohl draußen auf den Feldern?"
„3a", erwidert Bernhardine und denkt, daß sie Frau Bergenroth sehr schnell benachrichtigen muß.
„Also bann beschreiben Sie uns, bitte, den Weg nach braußen, ober geben Sie uns jemanden mit."
„Bitte sehr", sagte Bernhardine bereitwillig. Gut so. Da wird sie Zeit gewinnen. In diesem Augenblick aber sagt der eben vorübergehende landwirtschaftliche Gehilfe, der Marswins Worte noch hörte, daß er jetzt gerade auf dem Wege nach draußen fei. Wenn die Herren also mittommen wollten ...
„Also, dann los!"
Marswin wirst noch feinen Hut in den Wagen unb streicht flüchtig durch das volle Haar, das nur an den Schläfen erst leicht ergraut ist.
Dann gehen sie.
Bergenroth sieht die Ankommenden zuerst. Da die Sonne blendet, beschirmt er die Augen mit der Hand, um besser zu sehen. Helene hat sich auf einen umgestülpten Gartenkorb gesetzt und schreibt in ihrem Buch.
Ihr Mann sagt: „Da ist ja Marswin schon. Und er bringt noch jemanben mit."
„So ..."
Helene steht auf, tritt neben Bergenroth und folgt seinem Bl'ck. Sie sieht den Weg hinunter und sieht bie beiden Männer näherkommen. Der Angestellte ist dabei, zeigt mit ausgestrecktem Arm den Weg und wendet sich bann in einer anderen Richtung ab.
Helene erkennt Rautenberg sofort. Sie steht wie oom Blitz getroffen.
Ihr Herz beginnt wie irrsinnig zu hämmern.
Das ist doch so unwahrscheinlich ... und ist doch Wirklichkeit ... Rautenberg kommt immer näher, kommt gerade auf sie zu. Sein Gesicht sieht strah- lend und sehr zuversichtlich aus.
Helene legt ihre Hand auf den Arm Bergenroths. Er will gerade sagen, daß man die beiden Herren wohl zu Tisch dabchatten wird. Da sieht er Helenes Gesicht ... sieht, wie es den Ankommenden finster
Sendungen rechtzeittg zum Weihnachtsfest beim Empfänger eintreffen. Haltbar verpacken! Genaue Anschrift! Doppel der Aufschrift gehört in jede Sendung!
Ein Gießener Ehrendoktor aestorben.
Kurz nach Vollendung feines 79. Lebensjahres starb ber einer. Ordinarius für Tierzucht an ber Universität München, Geheimer Aofrat Professor Dr. med. vet. h. c. Leonharb Vogel. 1863 in Rothenburg geboren, war er zunächst praktischer Tierarzt. 1894 kam er in das bayerische Min.ste- rium des Innern, 1913 übernahm er das Ordinariat für Tierzucht an der TH. München unb sechs Jahre später den Lehrstuhl für Tierzucht unb Vete- rinärfunbe an der Universität. Die Veterinärmedizinische Fakultät Gießen ernannte ihn zum Ehrendoktor, 1934 schied er aus feinem Amte. Prof. Vogel war Mitbegründer der „Süddeutschen landwirtschaftlichen Tierzucht" und Mitherausgeber ber „Deutschen landwirtschaftlichen Tierzucht", sowie der „Berliner tterärztlichen Hochschule". D;e Veterinärpolizeiliche Anstalt in Schleißheim, bie für viele andere Staaten vorbildlich wurde, war sein Werk.
Bohnenkaffee muß voll ausgewogen werden.
Jeder Verbraucher hat Anspruch darauf, daß er dos volle Gewicht ber Kaffeeration erhält, bie anläßlich ber besonberen Weihnachtszuteilungen aus- gegeben wird. Der Reichskommissar für bie Preis- bilbung hot bereits bei der letzten Kaffeezuteilung vorgeschrieben, daß ber Einzelhandel den Kaffee netto abpockt und verkauft. Diese Bestimmung gilt selbstverständlich auch jetzt noch. Das Mitwiegen der Tüte ist also unstatthaft. /X
3um Ausbau der Schweinehaltung.
Zum weiteren Ausbau der Schweinehaltuck^ find durch eine Anordnung ber Hauptvereinigung ber Deutschen Viehwirtschaft vom 30.11.1942 die Preise
entgeaenblitft, und ehe er noch die Ursache ihres Unwillens erfragen kann, sagt sie: „Marswins Begleiter ist Ludwig Rautenberg!"
Eine Sekunde ist nun auch Bergenroth betroffen. Dann nimmt er Helenes Hand mit festem Druck zwischen die seinen unb entgegnet: „Vielleicht müssen wir diesen Besuch als eine etwas listige lieber- raschung nehmen, wie? Jedenfalls wird Frau Bergenroth dieser Begegnung durchaus gewachsen sein!"
Helene fühlt den Rückhalt, den ihr diese Worte geben.
Marswin winkt mit lebhaften Gebärden. Er ist immer sehr beweglich. Jetzt begrüßt er Helene und Bergenroth herzlich.
Ich bringe Ihnen einen alten Bekannten mit, Frau Bergenroth. Vorn im Gutshaus hat Rauten- berg schon bas sehr nette alle Fräulein Bernhardine in große Bestürzung versetzt. Ich hoffe, Sie haben den Mann hier in angenehmer Erinnerung, denn, offen gestanden, sehr erfreut haben Sie die alte Dame da vorne wohl nicht, Rautenberg!"
Der Doktor lacht zu seinen Worten. Er ist so ahnungslos. Nun schüttelt er Bergenroth die Hand.
Rautenberg tritt mit feiner gewandten lieber- lcgenheit zu Helene und neigt sich in seiner eigentümlich geschmeidigen Art über ihre Hand. Unb nun berührt wieder die klangvolle, einst so vertraute Stimme ihr Ohr: „Ich hoffe sehr, gnädige Frau, Sie verzeihen mir mein Eindringen ..."
Rautenberg kennt Helenes heftiges Temperament. Er ist auf eine eisige Begrüßung gefaßt. Und da er sich fast auf diesen stillen Kampf gefreut hat, ist er nun enttäuscht, als Helene liebenswürdig erwidert: „3d) freue mich, Herr Rautenberg ..."
Diese höfliche Form ist natürlich eine Heuchelei. Er weiß das. Seine sprühenden Augen gehen über Helenes Gesicht, sehen in die dunklen Augen, unb dort findet er den haßvollen Zorn, den er erwartet bat Zwischen den dunklen Brauen steht eine scharfe Falte. Er kennt diese Falte des Unwillens sehr gut.
Und er möchte Helene jetzt sagen dürfen, wie wunderbar sie aussieht, wenn sie so böse ist In ber ersten Minute, da er sie erblickt ...in dem heißen
für Schweine sowie Schweinefleisch im Großhandel neu festgesetzt roorben. Nach dieser Anordnung werden die geltenden Grundpreise für Schweine für bie Schlachtwertklassen a unb gl um 9,50 RM., für bie Schlachtwertklasse bl um 8,50 RM., für die Schlachtwertklassen b2, d, g2. h unb i um 7,50 RM unb für die Schlachtwertklassen c, e und f um 6.50 RM. je 50 k" Lebendgewicht erhöbt Die Klein- bandelsvreise für Schweinefleisch werden durch bu Neufestsetzung nicht berührt Die Anordnung tritt am 7. Dezember 1942 in Kraft. Die Preiserhöhung in Verbindung mit den futterwirtschaftlichen Erleichterungen auf dem Gebiete der Schweinemast dürfte der Nachzuchtoerftärkung im Schweinebestond einen kräftigen Auftrieb geben.
BerbanfelungsjeU: x
8. Dezember von 17.09 bis 7.50 Uhr.
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** 8 9. Geburtstag. Am heutigen Dienstag, 8. Dezember, begeht Frau Elisabeth Wagner, geb. Mohr, Ludwigstraße 14 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 89. Geburtstag. Der Jubilarin gilt unser herzlicher Glückwunsch.
** 85 Iahre alt. Frau Margarete Krehbast, geb., Junker, Neustadt 14 wohnhaft, kann am heutigen Dienstag, 8. Dezember, in körperlicher unb geistiger Frische ihren 85. Geburtstag begehen. Mit den Kindern vereinigen.sich neun Enkel und zehn Urenkel um die Jubilarin. Auch wir gratulieren herzlich zum Geburtstag.
** Treppenbeleuchtung auf „M inu- It e n 1 i d> t". Der Reichsführer ff und Chef ber Deutschen Polizei hat burch Erlaß an alle Polizei- beworben festgestelU, baß es zur Stromersparnis heute erwünscht ist, die Treppenbeleuchtung in Häusern, in denen kein Geschäfts- oder Behördenver- iehr oder sonstiger gesteigerter Verkehr stattfindet, nur auf „Mmutenlicht" zu schallen, auch in ber Zeit, in der die Haustüren noch nicht verschlossen sind.
Duft des Sommers, inmitten des bunten Blumenfeldes ... erkennt er, daß sie sich verändert hat. Das durchaus nicht schöne Mädchen, dessen Reiz in ber chr ganzes Wesen durchströmenden, leiben- schaftlichen Unruhe lag, in ihrer inneren Beweglichkeit — bieses Mübchen ist eine schöne Frau geworben, blüht wie bas hier braußen so überreiche, berauschenbe Leben —
Rautenberg löst den Blick von Helenes Gesicht und läßt ihn über die Felder gehen. Er sagt: „Heute sehe ich Sie in einem ganz neuen Rahmen, meine gnädige Frau. Doktor Marswin sprach mir schon von Ihren Fachkenntnissen. Oh, sehen Sie doch, wie lebhaft hier der Bienenflug ist ..."
Er hebt die Hand, als wolle er den summenden Schwarm von Helene fernhalten.
„Die Insekten sind notwendig, werden uns aber jetzt lästig", sagt Bergenroth. Er hat den unerwarteten Gast mit ruhiger Höflichkeit begrüßt. „Ganz fremb sind wir uns nicht", sagt er und spricht bann mit Marswin weiter.
Dabei beobachtet er Helene unb Rautenberg. Den Mann vor allem. Unb obwohl Bergenroth persönlich nicht bie geringste Ursache hat, Rautenberg mit unsreunblichen Gebauten zu begegnen, so spürt er boch eine heftige Abneigung. Der Mann siebt vorzüglich aus. Sein Körper ist schlank und boch kräftig. Das Gesicht hübsch ... findet Bergenroth. Unb Rau- tenberg hat die leichte, bezwingende Liebenswürdigkeit, die alle Frauen lieben. So beobachtet und urteilt Bergenroth, und die Muskeln feines Gesichtes verhärten sich.
Zu Tisch wollen die Herren nicht bleiben ... nein, vielen Dank! Sie müssen bald weiterfahren. Einem Frühstück aber wäre man nicht abgeneigt.
Helene bittet also, sie zu entschuldigen, und wendet sich zum Gehen. Rautenberg macht impulsiv eine Bewegung, als möchte er Helene begleiten. Da aber zieht Bergenroth ihn in bas Gespräch, das er mit Marswin führt, auch Rautenberg auf eine so selbstverständliche Weise hinein, daß ein Abwenden unmöglich wird. (Fortsetzung folgt.)


