schon heute britische und amerikanische Truppen auf dem europäischen Kontinent vorwärts stürmen". In Enaland herrsche jedenfalls die größte Sympathie für das russische Doll wegen seiner augenblicklichen „Agonie".
Stanley bei Stalin.
Vorschläge für einen gemeinsamen alliierten Oberbefehl.
Stockholm, 7. Ott. (Europapreß.) Der USA.* Botschafter in der Sowjetunion, Admiral Stanley, hatte am Dienstagabend eine Unterredung mit Stali.n, an der auch Molotow teilnahm. In Moskau wird dazu bemerkt, Stanley habe sich vor seiner Abreise nach Washington noch einmal über die Auffassung der Sowjetregierung unterrichten wollen. Man glaubt in Moskau, daß Stanleys Besuch bei Stalin und seine Reise nach Washington eine unmittelbare Folge des Stalin- Interviews sind, das in England und USA. soviel Aufregung hervorrief.
Die Reise Stanleys und seiner Militär- und Marineattaches hat in London blitzartig den Ernst der Lage enthüllt. Wenn sich auch die englische Presse auf Anweisung von Downing-Street im allgemeinen weiter großer Zurückhaltung befleißigt, so geht die allgemeine Ansicht doch dahin, daß der Zwischenfall das Fehlen einer einheitlichen alliierten K ri e gs ü h r u n g'aufgezeigt habe. Auch in Kreisen der Downingstreet macht man kein Hehl mehr daraus, daß die Sowjetregierung über die mangelnde Unterstützung ihrer anglo- nordamerikanischeA Bundesgenossen höchst unzufrieden ist und eine sofortige radikale Umstellung verlangt. Obgleich man krampfhaft an der These sesthält, daß das Stalm-Jnteroiew eine Zeitungsangelegenheit und kein staatspolitischer Akt war, versucht man kaum noch zu leugnen, daß damit der Damm vor der lang ausgespeicherten sowjet- russischen Unzufriedenheit gebrochen ist und die anglo-nordamerikanischen. Verbündeten nunmehr verzweifelte Anstrengungen machen müssen, um dos Loch zu stopfen. Die Fahrt des nordamerikanischen Botschafters ist, wie in Landon betont wird, nur ein Teil dieser Anstrengungen. Man spricht in London davon, daß Stanley gewisse Vorschläge in Washington unterbreiten werde und läßt durchblicken, daß diese Vorschläge in der Richtung eines gemeinsamen alliierten Oberbefehls liegen, wobei den S o w j e t r us s e n eine führende Stellung eingeräumt werden soll.
Wittkie fordert stärkere Materialhilfe für Moskau und Tschungking.
Schanghai, 7. Okt. (Europapreß.) „Wir erzählen der Wett viel über unsere Produktion und nennen ihr Zahlen, aber einige unserer Verbündeten haben von unseren Waffen bisher nur sehrweniggesehe n", sagte W i l l k i e in einer Rundfunkansprache in Tschungking. Willkie, dessen Ueberzeugung, der Krieg könne nicht durch Verteidigung gewonnen werden, nach seinen eigenen Worten durch die auf der Reise nach Moskau und Tschungking gemachten Erfahrungen noch verstärkt wurde, fuhr fort: „Es ist nur natürlich, daß sich unsere Verbündeten darüber wundern, wo unsere Produktion bleibt. Es ist nur verständlich, daß sich einige von ihnen fragen, wieviel länger sie noch mw Kinder an Mery K.gtzmM uMen-*
Donnerstag, 8.Gktober R2
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Unterirdischer Kampf bei Drei
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den Brief Stalin^ Daß eins solche De-lvicht rerj". Wenn sie reif wM dann würden
Der von deutschen Truppen im Sturm genommene Ort E l ch o t o w o liegt an der wichtigen Eisenbahnlinie Rostow — Baku. Unmittelbar hinter dem Bahnhof durchschneidet die Strecke die vom Terek in das Kabardinergebirge geschnittene Tatar«
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tu b s k o j e s ch l u cht, deren steile Felswände den- Bahndamm um 380 m überragen. Außerdem ist El- chotowo der Ausgangspunkt der 293 km langen ossetinischen Heer st raße, die von hier aus über Alagir, durch dos Tal des Ardon und über den Mamisonpaß nach K u t a i s führt ünd neben der grusinischen Heerstraße die einzig brauchbare Heber«
darauf hingewiesen, daß gerade in seinem Vaterlande, wo sich starke Kräfte hinter künstlichen Heber- schwemmungen an sich leicht zu verteidigen mögen, die überraschende Landung stärkerer feindlicher Kräfte aus der Luft im Rücken des Ver - teidigers sehr gefährlich . werden könnte. Die Wirklichkeit hat diesem Propheten recht gegeben. Der deutsche Generalstab hat die vorhandene Möglichkeit rechtzeitig erkannt und ausgenutzt. Man hat in den Jahren vor dem Kriege viel Wahres und viel Falsches über die Rolle der Infanterie geschrieben. Man hat von den Totenglocken der Infanterie gesprochen, und es hat sich doch gezeigt, daß die Infanterie auch heute noch die Königin der Waffen darstellt. Dabei ist allerdings fast in allen Ländern erkannt worden, daß die Infanterie künftig mit den erforderlichen schweren Waffen aus- gestattet werden sollte, um sich selbst im Rahmen des Möglichen vorwärts zu helfen. Ein amerikanischer Hauptmann Smith hat auch die Panzerwagenabwehrwaffe treffend geschildert, wenn er sie
batte zwischen den Alliierten, die im Kampf auf Leben und Tod liegen, vor den Ohren bes, Feindes ausgetragen werde, zeige, wie die „Times" weiter schreibt, daß irgend etwas in der Organisatton der „Vereinigten Nationen" nicht stimme. Das Blatt unterstreicht in diesem Zusammenhang erneut die Notwendigkeit einer gemeinsamen Planung und eines gemeinsamen Oberkommandos, damit sämtliche Akttonen künfttg aufeinander abgestimmt werden können, so daß jeder volles Vertrauen haben könne, daß die Handlungen aller anderen völlig auf die Erreichung des Sieges abgestimmt sind. Solange zwischen den Mitgliedern der jetzigen Allianz noch Raum sei für ein Mißtrauen, könne fein Plan für die gemeinsame Strategie vollständig fein, denn es werde ihm die unerläßliche Grundlage des Vertrauens fehlen. „Die zweite Front wird von Großbritannien in dem Augenblick eröffnet werden, in dem sie Aussichten auf Erfolg hat", erklärte der britische Nachrichtendienst. „Wenn die Deutschen im Westen durch sehr starke anglo-amerikanische Kräfte gebunden sind, wird gewiß der deutsche Druck auf Rußland sofort erleichtert, aber er wird nicht vollständig beseitigt werden", meint der kluge Brite. Die ganze Frage der Eröffnung der zweiten Front sei ein Problem des richtigen Zeitpunktes. Ueberaü würde man es gern sehen, wenn diese zweite Front schon heute geschaffen würde, aber „offenbar ist die zweite Front noch
In englischen und amerikanischen Regierungskreisen hat das Presieinterview Stalins außerordentlich verschnupft. Es verlautet, daß sich Churchill und Roosevelt darüber verständigen wollen, in welcher Form sie von Stalin Aufklärung über den Wortlaut seines Interviews fordern werden. In den diesen beiden nahestehenden Blättern erklärt man, daß Stalin niemals eine Zusage in der von ihm behaupteten Form erhalten hätte, so daß er daraus eine Verpflichtung der Alliierten herleiten konnte. Außerordentlich betreten ist man in London und Washington auch darüber, daß sich Stalin nach kommunistischer Methode nicht an die Regierungen, sondern an die Völker gewandt habe, um so durch die Massen einen Druck auf Churchill und Roosevelt auszuüben. Der Erfolg ist, daß nicht nur in der Presse der beiden Länder, sondern auch in Massenkundgebungen die sofortige Errichtung der zweiten Front verlangt wird. Allerdings äußern sich auch in beiden Ländern bedenkliche Stimmen, die darauf Hinweisen, daß die militärischen Vorbereitungen Englands und Amerikas noch bei weitem nicht ausreichen, um eine Invasion auf dem europäischen Kontinent zu beginnen. „News Chronicle" z. B. sagt warnend: „Wenn wir zuschlagen, werden wir einen Kontinent angreifen, der alle Vorbereitungen ergriffen hat, um uns aufzuhalten." — Die Spuren von Dieppe schrecken.
Ein „verwirrendes Dokument" nennt die
92. Jahrgang Nr. 257
Encheint täglich, außer Sonntags und feiertags
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Erster Ob Q bei Biebu SrQuen<n 'Mbar nac 'nem Schlor nachdem me e Ausbleibe, °°rund eh . hatte, much 'n den letttz 3*rb boß. Reviers.
gangsmöglichkeit über die gewaltige Eismauer des Zentralkaukasus ist. Alle übrigen Pässe liegen durchweg über 3000m, sind verschneit und vergletschert und in den Schluchten vorn Verteidiger leicht zu sperren. Elchotowo ist Kreisstadt. Ihre kleinen Industriebetriebe haben nur örtliche Bedeutung. In Konservenfabriken werden die reichen Erzeugnisse des in der Hingegen- betriebenen Obst- und Gemüsebaus verarbeitet.
Das Städtchen Malgobek liegt etwa 30 km südlich von Mosdok und gehört bereits zum Erdölgebiet von Grosny. Wegen feiner reichen Erdölvorkommen ist es durch eine Stichbahn mit Mosdok verbunden und hat Anschluß an eine große Erdölleitung. Bohrtürme, Naphthadestillationen, Reparaturwerkstätten für Bohrapparate und Schlammpumpen geben dem Ort sein Gepräge, dessen Bewohner fast ausnahmslos von der Gewinnung und Aufbereitung des Erdöls leben. Die erste Bohrung nach Erdöl wurde in Malgobek im Jahre 1927 an- gesetzt, aber erst 1934 wurden Erdölmengen in nennenswertem Umfange gefördert und haben sich seit dieser Zeit von 206 800 Tonnen auf 961 200 Tonnen im Jahre 1938 gesteigert. Die schweren Malgobeker Rohöle haben einen beträchtlichen Paraffingehalt. Der Verlust dieser Quellen, die in kühnem Zupacken von deutscher Infanterie und Verbänden der Waffen-in Besitz genommen wurden, wird sich für die Brennstoffversorgung der bolschewistischen Armee bald fühlbar machen.
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Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer biß 81/, Uhr deSÄormittagS
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Gelegenheitsanzetgen Platzvorfchrift (oorheriae Vereinbarung) 25°/° mehr
Nage charakteristisch, die sich aus ^e fogenannte »--eite Front bezieht. Der englische Kaftan itrentice hat z. B. den Verlaus etnea fineges Nischen zwei durch einen Meeresarm getrennten Silbern untersucht. Eine gewaltsame Landung star- tr, r Truppen an der seindlichen Küste hielt Pren tr« für ein ebenso schwieriges Unternehmen nne kk italienische Genera! Douhet die .Vp-r°^°n-n «wangreicher Heere in den Alpen. Die Lustuber lhmheit verhindere die Ueberraschung, die Mmu r «rung erlaube dem Berterdiger, rasch seine »raste a- der Landungsstelle zusamm-nzuZ'ch-n enMch -ciweren es U-Boot und Mine, die gn^kalidrige -4 sssartillerie des Angreifers zur Geltung zu hrgen. Prentice meinte daher, me beiben Gegner Miden wahrscheinlich durch diese Schwiengkeiten mf den Gedanken gebracht werden, den Erfolg m Nr Linie im Luftkrieg zu suchen. ™
Nichtiges und Falsches wurde in bunter Menge «phezeit. So hat eui holländischer General
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Berlin, 7. Okt. (DNB.) Im Osten hat nun auch der unterirdische Kampf begonnen. Zum erstenmal an der Ostfront haben die Bolschewisten am 5.Oktober südostwärts Orel durch Unterminierung und Sprengung Einbrüche in wichtige deutsche Höhenstellungen zu erzwingen versucht. Die Weltkriegsteilnehmer wissen, daß diese Kampfform das Aeußerste an Nervenkraft aus jedem Mann heraushott. Tag und Nacht liegen die Soldaten horchend in den tiefsten Stellen ihrer Bunker. Sie lauschen auf das dumpfe Pochen der Pickel und Schau- fein, mit denen sich der Feind vorwärtswühtt. Solange es pocht, ist meist keine Gefahr. Dann aber hören sie das Schlurfen und Schurren, wenn die Sprengstoffkisten im Kopf des fertigen Minenstollens eingebaut werden. Sie wissen, die Gefahr wächst, und wenn schließlich Ruhe eintritt, dann ist die Mine fertig geladen, und jede Sekunde kann der alles vernichtende Schlag losbrechen.
Jetzt fand man aber eine wirksame Taktik, um die Absicht bes Feindes zu durchkreuzen. Das bedrohte Grabenstück wurde geräumt. Dann stellten sich hinter der gefährdeten Zone zwei niedersächsische Infanteriekompanien zum Gegenstoß bereit. Nach einem schweren Feuerübersall erfolgte die Spren-
morgige Herelternpw -Moli’» Wit Lei Mppensühm 1 Ehrenamt
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Der Stalin-Vries, ein „verwirrendes Dokument"
Von unserer Berliner Schriftleitung.
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General-Anzeiger für Oberhessen rchilstrah«?^^'
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wie folgt charakterisiert: „Es ist eine solche, die ein Panzerfahrzeug außer Gefecht setzen kann. Dieses geschieht durch ein Geschütz mit einem Sprenggeschoß, das den Kampfwagen mit einem Volltreffer erledigt."
Richtige Gedankengänge verfolgte auch der fr an- zösische General Debeney, wenn er schrieb: „Der Weltkrieg hat die Lehre vom Zusammenwirken der Waffen laut verkündet." Es ist aber die deutsche Wehrmacht gewesen, die diesen Gedanken praktisch verwirklicht hat. Stärker als alle Prophezeihungen hat sich die Kraft der deutschen Wehrmacht bewiesen. Die Franzosen gingen von der falschen Prophezeihung aus, daß die Maginotlinie unbesiegbar sei. Sie haben erleben müssen, wie in einem genialen Feldzug die Maginotlinie den Schutz des Landes nicht verbürgen konnte und noch durchbrochen wurde, nachdem sie umgangen worden war. Während die anderen prophezeiten, haben wir gearbeitet, um Grundlagen für den Sieg zu schaffen. Jetzt erleben wir wiederum Prophezeihungen, die aber nur den Wert von Zwecklügen haben. Die deutsche Wehrmacht kann auf solche Prophezeiungen verzichten. Sie hat die Grundlagen für den Sieg geschaffen.
gung. Sie riß große Teile d-er geräumten deutschen Höhenstellung ein. Unmittelbar darauf griff bolschewistische Infanterie ein. Gleichzeitig brachen aber auch die Niedersachsen vor. Am Rande und in der Tiefe des riesigen Sprengtrichters kam es zum erbitterten Nahkampf, bis der Feind abgeschlagen und das gesamte Stellungssystem wieder fest in deutschem Besitz war.
Am Wolchow-Brückenkopf ist es nach siebenwöchigen erbitterten Kämpfen ruhiger geworden. Sieben Wochen lang hielten hier ostpreußische Truppen dem feindlichen Ansturm stand, der den deutschen Brückenkopf beseitigen sollte. Mit schwerstem Feuer der Artillerie und aus Salvengeschützen versuchten die Bolschewisten ihre Widerstandskraft zu erschüttern. Mit mehreren hundert Panzern, Schlachtslugzeugen und massierter Infanterie glaubten sie die Stellungen eindrücken zu können. 81mal griffen sie an, erreichten nichts als unbedeutende örtliche Geländegewinne, die jedoch durch Gegenstöße wieder verlorengingen. Drei bolschewistische Schützendivisionen und eine Schützenbrigade wurden unter Abschuß von 95 Panzerkampfwagen vollständig zerschlagen.
Drei Jahre vor Ausbruch des Krieges hat Oberst von-Belli in einer Schrift dargestellt, wie der iutunftstrieg im Urteil des Auslandes aussehen ürde. Er hat dazu im wesentlichen französische, Arische und amerikanische Stimmen zusammenge- siellt. Wir Deutschen konnten uns damals den Luxus solcher Prophezeiungen nicht leisten, denn jir waren dabei, uns erst eine Rüstung zu schaffen. Dir litten noch damals unter dem Zustand von Versailles, wonach uns Kampfwagen, eine Luftwaffe, U-Boote und schwere Artillerie verboten waren. Innerhalb der deutschen Wehrmacht hat selbstverständlich ein sehr eifriger Gedankenaustausch stattgefunden, wie ein Krieg in der Zukunft aussehen würde, aber Veröffentlichungen darüber konnten wir uns aus guten Gründen nicht gestatten. Um so offenherziger waren unsere Gegner, und es ist nun außerordentlich interessant, nach nunmehr drei Kriegsjahren einmal an einzelnen Beispielen bie wahren und falschen Prophezeiungen aufzuzeigen.
In Deutschland hat man sich lediglich in einem Punkte eine Prophezeiung erlaubt, und zwar waren bös die Parlamentarier einer vergangenen Zeit, die bos wenige an K r i e g ss ch i f f b a u, das uns die Gegner in Versailles zugestanden hatten, für über- flüssig hielten. Auf allen Anschlagsäulen konnte man damals lesen, daß neue Kriegsschiffe ein Luxus wären, obwohl ein Blick auf die Karte genügte, um die Notwendigkeit einer starken Kriegsmarine für die Verbindung mit Ostpreußen im Falle eines deutsch-polnischen Krieges erkennen zu lassen, unabhängig von der Möglichkeit, daß auch England wieder in einen Krieg mit Deutschland eintreten könnte.
Charakteristisch ist jene Prophezeiung des Generals Fuller, der den Rundfunk mit als kriegsentscheidend ansah. Fuller war der Meinung, doß man den Rundfunk nicht beschränken könne, denn man könne nicht alle Empfänger beschlagnahmen. Darpm sei ein Volk dem geistigen Bombardement von feindlicher Seite nicht nur von Beginn der Feindseligkeiten, sondern auch während des Krieges ausgesetzt. Diese Auffassung zeigte, wie wenig Wler vom deutschen Regierungssystem verstand, denn wir haben es fertig gebracht, diese Gefahr Rechtzeitig zu erkennen und sie zu bannen.
General Fuller hat aber auch in anderer Hinsicht Entscheidend geirrt, und zwar ist dieser Irrtum dußerordentlich interessant im Zusammenhang mit den augenblicklicben Terrorangriffen der Gnglänber. Mer hat auf den Rückgang der industriellen Erzeugung infolge von Luftangriffen hingewiesen und kine Ansichten mit einigen Zahlen aus dem Welt- biege bewiesen. Im Jahre 1916 wurden zum Beispiel bei einem Angriff auf Kent, Essex und Lon- ton nur 14 Leute getötet und 38 verletzt. Trotz der cn sich geringen Verluste blieb nach diesem Bom- fnrbement in einer Geschohfüllcmstatt in Woolwich
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Der Wortbruch.
Die Feststellungen des deutschen Oberkommandos über den schändlichen Wortbruch des britischen Kriegsministeriums bei der Behandlung deutscher Kriegsgefangener wird nicht nur im deutschen Volk, sondern in der ganzen gesitteten Welt mit Empörung und Abscheu zur Kenntnis genommen werdem Bekanntlich war bei dem mißglückten Landungsversuch der Engländer bei Dieppe ein englischer Befehl in unsere Hände gefallen, der die Fefselupg deutscher Kriegsgefangener befahl und auch sonst keinen Zweifel darüber ließ, daß deutsche Gefangene von den Engländern nicht wie tapfere Soldaten, sondern wie Verbrecher behandelt werden. Auf Grund der Ankündigung entsprechender deutscher Gegenmaßregeln gegen englische Gefangene erklärte das brittsche Kriegsminisierium am 2. September, daß ihm von einem derartigen Befehl nichts bekannt fei, falls eine untergeordnete Stelle ihn erlassen haben sollte, werde er sofort widerrufen werden. Auf Grund dieser Erklärung hatte das deutsche Oberkommando die Gegenmaßregeln gegen englische Gefangene nicht in Kraft gesetzt. Es vertraute dabei darauf, daß ein von einem Ministerium, dem zahlreiche höhere Dffi- ziere angehören, gegebenes Wort nicht nur der Wahrheit entspricht, sondern auch gehalten wird.
Die vom deutschen Oberkommando inzwischen einwandfrei getroffenen Feststellungen haben ergeben, daß die Engländer nicht nur gelogen, sondern auch ihr Wort gebrochen haben. Das Kriegsministerium untersteht Churchill direkt. Churchill ist also an dieser Lüge und an diesem Wortbruch und damit an den Verbrechen gegen deutsche Kriegsgefangene persönlich beteiligt. Sein Verhalten bestätigt, daß es keine Hngeheuerlichkeit gibt, deren er nicht fähig wäre. Er ist genau den Mördern in britischer Soldatenuniform gleich^uachten, von welchen Marschall Rommel dieser Tage sprach, die in der Wüste gefangene italienische Soldaten, weil sie ihnen unbequem waren, einfach niederschossen. Auch der vom deutschen Oberkommando jetzt mitgeteilte Fall betätig t, daß deutsche Gefangene, weil sie sich dieser ehrenrührigen Behandlung' widersetzten, kaltblütig ermordet wurden. Das deutsche Oberkommando hat entsprechende Gegenmaßnahmen angekündigt. Wir sind überzeugt, daß es sich nicht mehr nut einer leichtfertigen Erklärung Des britischen Kriegsministeriums zufrieden geben wird. Die Zeiten sind vorbei, wo England straflos deutsche Menschen wie Verbrecher behandeln kann. Wir werden aber durch diesen neuen Vorfall anschaulich darüber belehrt, daß es nicht angebracht ist, England als eine ritterliche Nation zu betrachten.
70 v. H. der Arbeiter aus. Die Patronenerzeugung fiel in einer anderen Fabrik von 850 000 auf 0. Fuller hat daraus den Schluß gezogen, daß die Furcht Dor Luftangriffen bei undisziplinierten Zioilper- fanen ganz außer Verhältnis zu den angertchteten Clhäden steht. Er hat diese Angst mit der vor dem Teufel und feinen zahllosen bösen Geistern Der- olichen, die von der mittelalterlichen Kirche als Druckmittel benutzt wird. Richtig hat Fuller aller- birgs gesehen, daß man das ganze Volk dazu erziehen müsse, ßuft an griffen zu widerstehen. „Statt eines Volkes in Waffen muß es ein diszipliniertes Volk geben." Fuller hat diese Frage nach weiter verfolgt und ist zu dem für einen Eng- Kmber ungewöhnlichen Schluß gekommen, daß die Demokratie mit ihrer Bewertung der Freiheit nicht bis Ideal eines Volkes darstelle. „Die Sicherheit eines zivilen Volkes" — gesteht er — „wird nicht cuf Freiheit, sondern auf Gehorsam beruhen. Gehorsam aber verlangt wiederum eine Führung, die ihn erzwingt. Darum sind Länder mit fasch ist i- shen Regierungen weit besser als andere in der fege, sich durch Disziplin zu schützen." .
i Wir haben dem nichts beizufügen bis aui das tone, daß der englische General Fuller ein Bombardieren friedlicher Städte für unstatthaft hielt, (ir betonte, daß die Weltmeinung eine derartige Sarbarei verurteilen würde. Nichtsdestoweniger hat Churchill mit dem Bombardement deutscher Städte Wonnen, obgleich der britische General Sir Cd- jtonb Jron side die kriegsentscheidende Wirkung 1 von Luftangriffen bezweifelt hat. Bei einem Vortrag cn der Hniversität London führte 3ronside aus: kBei Vorhandensein eines geeigneten Luftschutzes, b-:r aus Flugzeugen, Fliegerabwehrgeschutzen, ibHeinwerfern, Sperrballonen und ähnlichem de- Wwt und der richtig verwendet wird, werden die Serlufte der feindlichen Bombenflieger so schwer Ipertten, daß sie ihren Auftrag nicht mehr durch- lehren vermögen. Ich kann mir nicht vorMIen, ' . _____3 r -i: _ :r.inHürnen
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