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vornherein zum Scheitern verurteilt, über selbst wenn eine Landung gelingen sollte, dann ist jedes Dorankommen infolge der Befestigungen unmög­lich, aber es handelt sich auch nicht um tote Werke, sondern es sind auch die deutschen Soldaten zur Stelle, die einem Angreifer sofort mit blutigen Köpfen ein zweites Dünkirchen bescheren würden. Zahlreiche Divisionen stehen im Westen einsatz­bereit. Dabei handelt es sich um ausgesuchte Spe­zialtruppen, die den Panzerkampf in Angriff und Abwehr von Grund auf kennen und meistern ge­lernt haben. Dazu kommen natürlich noch die Ein­heiten der Luftwaffe und der Kriegsmarine, die im Zusammenwirken mit dem Heer und der Waffen-^ jeden Versuch, auf dem Kontinent eine zweite Front zu schaffen, zerschlagen würden. Die briti­schen Einflugyversuche in Nordfrankreich haben stets mit den schwersten Verlusten der britischen Luftwaffe geendet. Die Vorstöße der britischen Kriegsmarine endeten nicht anders. Unsere kleinen Einheiten, wie Schnellboote und Räumboote, haben sich bestens bewährt und hervorragenden Kampf­geist bewiesen. Die sog. KommarDounternehmen der Engländer haben nicht die geringste Bedeutung gehabt. Es hat sich hier um eine Art Räuberspiel gehandelt. Immerhin haben diese Unternehmen das Gute gehabt, daß sie die Wachsamkeit an der West­küste aufrechterhalten und gesteigert haben.

Die deutsche Führung, das großartige Befesti­gungswerk an der Küste, die überlegenen deutschen Waffen und vor allem aber die deutschen Sol­daten sind Garanten dafür, daß britische und ame­rikanische Versuche, eine zweite Front in Europa zu schaffen, sei es, wo es auch sei, gründlich zu­nichte gemacht werden.

Japan und das indische Problem.

Tokio, 6.August. (Europapreß.) Japans Stel­lungnahme zum indischen Problem erläuterte der Sprecher der japanischen Regierung Hori. Er sagte: Wir erwarten, daß Indien seine Bestrebungen nach einem unabhängigen Staat verwirklicht, der mit den - anderen asiatischen Nationen auf der gleichen Stufe steht und aktiv an dem großen Werk zur Neugeburt Asiens mitarbeitet. Jedoch gleichgültig, ob Indien unabhängig wird oder nicht, niemals kann Japan die Benutzung Indiens als Mlitärba- sis durch die Alliierten dulden. Indien kann niemals hoffen, durch friedliche Verhandlungen mit den Eng­ländern feine Unabhängigkeit zu erringen. Noch nie­mals ist eine Nation kampflos frei geworden und auch Indien muß für seine Unabhängig­keit fämpfen." Nach dem Rückzug der Eng­länder und der Alliierten aus Indien, so erklärte Hori weiter, und durch die Erringung der Unab­hängigkeit könne Indien sicher sein, in den Krieg nicht verwickelt zu werden und von der Einmischung ausländischer Mächte in seine innere Angelegenhei­ten verschont zu bleiben. Wenn aber England und die USA. unter dem Vorwand der Verteidigung Indiens ihre militärischen antijapanischen Unter­nehmungen in Indien fortsetzen, wird sich Japan gezwungen sehen, militärische Maßnahmen zur Vernichtung dieser feindlichen Elemente zu tref­fen.

Die Lnselbrücke TimorNeu-Guinea.

Tokio, 6. Aug. (Europapreß.) Japanische Ma­rineeinheiten besetzten strategische Punkte auf den Kei-Jnseln, den Aroe-Jnseln und den Tenimber- In'seln in der Alfuren- (H arafura-) See, nördlich von Australen. Die Inseln, die zwi­schen dem Westteil Neu-Guineas und Australien liegen, waren in nied erlä nd isch-indischem Besitz. Die Kei-Jnseln sind an 1500 qkm groß und haben 35 000 Einwohner. Ihre Haupterzeugnisse sind Kokos, Sago und Mais. Die Aroe-Jnseln mit zusammen 8500 qkm haben 22 000 Einwohner, deren Haupterzeugnis Kopra ist. Die Tenimber- Jnseln umfassen zusammen 5500 qkm mit 25 000 Einwohnern. Mais und Perlmutter sind die Hvupt- produkte.

Es handelt sich um Inselgruppen, die eine Jnsel- brücke zwischen Timor und der Südwestküste Neu­guineas bilden. Durch die Besetzung 'fyat die japa­nische Marine die für die wichtigsten Rohstoffgebiete im Süden geschaffene Glacisstellung vollendet. Dies ist besonders wichtig, weil gerade an dieser Stelle

einen Gegenangriff durchzuführen. Die Kämpfe auf Neu-Guinea uttd in Papualand werden unter un­günstigsten Klima- und Geländebedingungen aus- getragen. So herrscht tagaus, tagein eine gleich- bleibende, feuchte Hitze von 30 Grad.

Streit um den Flugzeugträger in den LtSA.

Lissabon, 6.Aug. (Europapreß.) Zum ersten- mal wird von nordamerikanischer Seite darauf hin­gewiesen, daß die nordamerikanische Flotte in den Seeschlachten im Korallenmeer und bei den Mid- way-Jnseln nicht erfolgreich war, weil sich die nord- amerikanischen Flugzeugträger nicht bewährtemMa- jor Alexander Seversky schreibt imCosmopoli- tan Magazine", es sei besser, die vom nordameri-

Oie Vereinigten Staaten und der Krieg

Von unserer Berliner Schrislleitung.

und Reklamebeleuchtung bleibt ausgeschaltet, was zur Folge hat, daß sich die Zahl der Verkehrsun- fälle in der Dunkelheit verdoppelt hat. 400 Luft­alarmsirenen ertönen in regelmäßigen Zeitabständen, um die Neuyorker Bevölkerungk r i eg s b e w u ß t" zu machen.280 000 Luftschutzbeamte sind bereits or­ganisiert worden.

Man spricht in den USA. auch immer mehr von einem Rohstoffmangel, schreibt die britische WirtschaftszeitungEconomist". Das könne man nur zu gut verstehen, denn der Leiter des amerika­nischen Kriegsproduktionsausschusses, Donald Nel- d n, habe kürzlich bei der Bekanntgabe einiger amerikanischer Produktionsziffern auf den bevor­stehenden ernsten Rohstoffmangel verwiesen. Die Knappheit werde darauf zurückgeführt, daß viele Rohstoffquellen im Femen Osten verloren gegangen sind, die zahlreichen Schiffsversenkungen an der At­lantikküste trügen weiter dazu bei, daß die Rüstungs­betriebe der USA. sehr unregelmäßig mit Rohma­terial versorgt werden, das sie so dringend nötig hätten. Neben Gummi sei Stahl äußerst knavv. Selbst wenn die Stahlwerke der USA. vollauf be­schäftigt wären, reiche die Stahlmenge, die sie pro­duzieren, in keiner Weise für die Deckung des Kriegsbedarfes aus. In 13 Metallarten fei die Ver- forgungslage kritisch. Am schlimmsten sehe es mit der Einfuhr von Nickel, Kupfer, Chrom, Wolfram und Mangan aus. Für diese Me­talle sei die Nachfrage gewaltig, es stunde ihr aber nur eine unzulängliche Einfuhr gegenüber. Auch in gewissen Holzarten üb er wiege der Bedarf die oorhandene Menge um ein Vielfache^'. Das Trans­portwesen liege ebenfalls sehr im Argen und werde voraussichtlich 1943 zu den Hauptschwierig­keiten der^USA. gehören. Man könne am Ende der ersten amerikanischen Produktionsperiode sagen, daß die wirtschaftlichen Reserven, aus denen man in den ersten Kriegsmonaten in den USA. noch habe schöp­fen können, zu Ende gegangen seien und jetzt im­mer mehr eine Periode der Knappheit Platz greife.

Unter Photoaufnahmen sinkender amerikanischer Frachter veröffentlicht die amerikanische Wochen­zeitschriftSaturday Evening P«tt" einen Artikel, in dem die Frage gestellt wird, o\ die USA. die TranSport schlacht" noch gewinnen könnten. Die Transportschwierigkeiten seien viel gewaltiger, als man gemeinhin denke. Jeden einzelnen ameri­kanischen Soldaten, der nach Ueberfee befördert werde, müsse man laufend betreuen und selbst mit dem Geringsten versorgen. Im Vergleich zu 1918 müsse jetzt jedes amerikanische Truppentransport­schiff auch alles mit sich führen, was die Soldaten zum Kampf und zur Verpflegung brauchen. Im ersten Weltkrieg habe man nur die Soldaten zu befördern brauchen, und habe sich in ihrer Versor­gung auf die Engländer verlassen formen. Wenn man unter diesen Umständen nun frage, welche Aussichten die USA. in der Transportschlacht hät­ten, dann müßten diejenigen, die die Oeffentlich- keit mit optimistischen Behauptungen irreführen, zugeben, daß der Feind in seiner Seekriegführung beachtliche Erfolge erzielt habe, die das gesamte Verkehrsnetz der Alliierten ernsthaft gefährdeten. Nicht einmal der Grundstein fei in der Sicherung des Verkehrsnetzes zu einem Endsieg der Alliierten gelegt, sondern es türme sich ein militärischer Rück­schlag nach dem andern.

die australisch-amerikanischen Luftstreitkräste ver­schiedentlich offensive Neigungen gezeigt haben. Noch wichtiger aber ist es, daß durch diesen neuen japa^ nischen Vorstoß vorgeschobene Positionen gegenüber Nordaustralien gewonnen werden, durch die be­sonders Port Darwin und andere australische Stützpunkte in einen noch erheblich wirksameren BoMbenbereich gerückt wurden als bisher, denn die Entfernung von diesen Inseln bis Port Darwin be­trügt nur etwa 500 Kilometer.

Auf Neu-Guine gelang es den (Japanern, den Flugplatz von Kokoda in Besitz zu nehmen und die australischen Truppen aus den in der Nähe befindlichen Stellungen zu werfen. Kokoda befindet sich nur noch 60 Meilen von Port Moresby entfernt. Die Australier suchen durch Einsatz von Verstärkungen den Vormarsch der Japaner aufzu­halten. Es ist ihnen jedoch bis jetzt nicht gelungen,

Eine amerikanische Wochenzeitschrift gibt interes­sante Stimmungsberichte aus den großen amerika­nischen Industriestädten der Vereinigten Staaten und faßt den Gesamteindruck in einer Uebersicht zu­sammen:Die Arbeiterschaft verdient jetzt zwar mehr Geld, fühlt sich aber nicht völlig glücklich. So chnell das Geld verdient wird, so schnell wird das Geld wieder ausgegeben, und zwar vorwiegend für Vergnügen, für Alkohol und Wetten. Die Gast- tätten find von morgens bis abends besetzt; alle Wirte machen glänzende Geschäfte. In dieser Stim­mung schwingt ein starker Schuß Galgenhumor mit, denn jeder Mann in den Vereinigten Staaten will noch schnell etwas vom Leben Haben, bevor der Krieg ernster wird und die Inflation, die in weiten Kreisen befürchtet wird, an die Türe klopft." Die amerikanische Zeitschrift wirft dann die inter­essante Frage auf, warum in den Vereinigten Staa­ten so wenig von einem idealen Auftrieb zu merken ei, und findet folgende Antwort:Wenn man sich ragt, woher das kommt, muß man um ehrlich zu ein ein gesteh en, daß die amerikanische Bevölke­rung nur noch voller Zweifel auf ihre po­litischen Führer blickt. Zwar haben wir Amerikaner auch früher nicht viel von unseren Politikern gehal­ten unb haben sie häufig verspottet. Doch haben wir in dem Glauben gelebt, daß auch die Politiker auf­hören würden, sich untereinander zu befehden und endlich am gleichen Strick ziehen würden, wenn erst eine ernste Stunde an bricht, wie wir sie jetzt er­leben. Das ist aber keineswegs der Fall. Die innerpolitischen Streitigkeiten gehen lustig weiter, als wenn es überhaupt keinen Krieg gäbe. Unsere leitenden Kreise nehmen auf das Volk keine Rück­sicht. Darum ist es auch nicht verwunderlich, daß das Volk keinen Realen Auftrieb zeigt, daß es an­gesichts einer unsicheren Zukunft eine möglichst an­genehme Gegenwart haben will. Gelingt es den Politikern nicht noch im letzten Augenblick, sich selbst zusammenzureißen, und die USA.-Kriegsmaschine in Zusammenarbeit mit dem Volk richtig in Gang zu bringen, dann kann man wohl sagen, daß das de­mokratische System versagt hat. Die Schuld trägt bann nicht das Volk, sondern ix der TatdasSy - st e m."

Auch britische Beobachter stellen recht skeptische Bettachtungen über die Vereinigten Staaten im Kriege an. Einen langen Artikel erhielt derDaily Telegraph" von seinem Nestyorker Korrespondenten. Darin wird folgendes ausgeführt, was nur stich­wortartig wiedergegeben werden soll: Die Ar­beitslosigkeit in Neuyork ist im Zunehmen begriffen. Die derzeitige Ziffer von 400 000 Ar­beitslosen dürfte in Kürze auf eine" halbe Million ansteigen. Während Neuyork vor dem Kriege 76v.H. aller Manufakturwaren des Landes herstellte, kön­nen infolge der Umstellung zahlreicher Betriebe auf Kriegswirtschaft nur noch 37 v. H. erzeugt wer­den. Die Steuerlasten find ungeheuer. Neu- yorks Bevölkerung wechselt von teuren Wohn­gegenden in billige Teile Neuyorks über. In den Geschäften macht sich zunehmende Knappheitan Waren bemerkbar, die nicht mehr erzeugt werden. Die Hausfrauen tragen bereits ihre Rationierungs­karten in den Handtaschen. Um einer Inflation vor­zubeugen, müssen alle Rechnungen in Warenhäusern sofort bar beglichen werden. Neuyork ver­ändert von Tag zu Tag sein Gesicht und hat bereits ein kriegsmäßiges Aussehen. 95 v. H. der Sttaßen-

t maischen Parlament veranschlagten Tausende oder Millionen Dollar zum Bau von Flugzeugträgern ins Meer zu werfen, damit das kriegswich« tige Material sowie die Arbeitskraft für Watten verwendet werden könnten, die nicht so nutzlos und unzeitgemäß seien wie die der Bergan« genheit angehörenden Flugzeugttager.Die ttau- rige Begebenheit militärischer Unfähigkeit", so sagt Seversky,müssen wir jetzt erleben, wo unsere Flöt- tenbaumeifter anfangen, den Flugzeugträger zu glorifizieren, in einem Augenblick, wo sich Jeine Im­potenz für jedermann gezeigt hat. Die Schlachten im Korallenmeer -und bei den Midway-Jnseln ha­ben die letzten Zweifel über die Zweckmäßigkeit der Flugzeugträger ausgeschaltet. Weiter ist klar, daß die Flotte nicht die Offensive gegen den Feind er­greifen kann und daß die Epoche der Flottenoffen-, sive durch den Kampf um die Luftherr­schaft abgelöst wurde. Solange die Alliierten diese Tatsache nicht einsehen, werden wir von einem Un­glück ins andere gestürzt."

Kleine politische Nachrichten.

Der japanische Botschafter in Berlin, General- leutnant Os hima, ist zu einem zweitägigen Besuch in der Hauptstadt des Generalgouvernements einge. troffen. Zu Ehren des Botschafters und des gleich- falls in Krakau weilenden Reichspostministers Dr. Ohne sorge gab Generalgouverneur Dr. Frank auf der Burg zu Krakau einen Empfang.

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Bei den Luftkämpfen in Aegypten ist einer der erfolgreichsten italienischen Flieger, Oberstleutnant Aldo Quarantotti/ beim Versuch, einem von Spitfire-Maschinen angegriffenen Kameraden zu helfen, abgeschossen worden und gefallen.

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Anläßlich der erstmaligen Übertragung einer ^etzt täglich erfolgendenSendung für die Front­kämpfer" im italienischen Rundfunk hielt Dolksbil* dungsminister Vavolini eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung der engen Verwicklung zwischen Heimat und Front hinwies.

Der türkische Ministerpräsident Saracoglu gab vor dem Parlament eine Erklärung ab, in der er sich unter Hinweis auf den Allianz-Vertrag mit England und den deutsch-türkischen Freundsckafts- patt erneut zur türkischen Neutralitätspolitik be­kannte. Die Nationalversamlung sprach dem Kabi­nett einstimmig ihr Derttauen aus. Anwesend waren 381 Abgeordnete. *

Der britische Botschafter in der Sowjetunion, Sir Archibald Kerr, traf aus Samara in Moskau ein. Der frühere USA.-Botschafter in Moskau, Stein- hcwdt (jetziger Botschafter in Ankara), soll ebenfalls demnächst in Moskau eintreffen.

Aus aller Welt.

General Haupt gestorben.

Am 31. Juli starb in Berlin Generalmajor Hans- Joachim Haupt, Ritter des Ordens Pour le me- rite. Aks Hauptmann im brandenburgischen Jn° fanterie-Regrment Nr. 24 hat er sich 1916 beim Sturm auf die Panzerfeste Douaumont ausgezeich­net. Nach Kriegsende führte er ein Bataillon des Freiwilligen-Regiments Oven. Seit 1920 war er in verschiedenen Stellungen am Wiederaufbau des Heeres beteiligt. Nach der Wiederherstellung der Wehrhoheit war er im Stabe des III. Armeekorps in Berlin, wo er als Generalmajor bis zu seinem Tode eine leitende Stellung innehatte.

Schulranzenaktion in Neustadt.

In Neustadt an der Weinstraße wurde in den Schulen durch Umfragen festgestellt, wieviel Schul­ranzen und Schultaschen im kommenden Jahr nicht mehr benötigt werden. Sie wurden dann gesammelt und ab geliefert. Der Wert wurde den Eltern ersetzt. Wo es nötig war, wurden Aus­besserungen durchgeführt. Diele Kinder, die jetzt zum erstenmal in die Schule kommen, erhalten auf diese Weise Schulranzen und Schultaschen.

Zündhölzer müssen vor Kindern verwahrt werden!

Dor dem Amtsgericht in Mähr.-Schönberg hatte sich eine Frau zu verantworten, weil sie Zündhölzer in der Küche nicht sicher genug verwahrt und dadurch fahrlässig zur Entstehung einer Brandkatastrophe beigetragen hatte. Ihr achtjähriger Sohn hatte die Zündhölzer aus der Küche entwendet und damit ein benachbartes Bauernanwesen in Brand gesetzt. Das

Kameradschaft.

Von Wilhelm Hammond-Norden.

Die Kerze flackert, und ich muß die Zeitung schief halten, damit das Licht auf die Stelle fällt, die ich lesen will.Kant hat vor Goethe gelebt, in geisti­ger Hinsicht mehr noch als den Jahren nach..." steht da. Mein Kamerad Fritz Unterbricht meine Lektüre. Er sagt:Du, heißt es eigentlich: ,Jch grüße dich' oder ,-ich grüße dir'?" .

Dich!", sage ich und lese weiter. Aber meine Ge­danken schweifen von der Buchbesprechung, die mir zufällig in die Hände gefallen ist, fort. Früher, oorm Kriege, gehörte das Lesen von Buchbespre­chungen zu meinemBeruf", aber niemals war es vorgekommen, daß jemand mich unterbrach, um zu erfahren, welchen Kasus das Derb grüßen regiert

Wahrhaftig, die Klausur, in der die sogenannten Gebildeten zuweilen leben, ist beim Militär völlig aufgehoben, und das ist wahrscheinlich für man­chen, der sich allzu sehr in Abstraktionen verloren hatte, ganz heilsam. Diele kannten ja gar nicht das Leben in seiner Gesamtheit, sie sahen nur einen klei­nen Sektor. Bei den Soldaten gibt es keine Wahl­bekanntschaften. Der Zufall würfelt die Männer nebeneinander, und jeder ist gleichwertig. Wenn ein Gesuch aufzusetzen ist, wendet man sich an mich. Wenn ich ein Bord anbringen will, hilft Fritz mir.

Das Band, das Menschen so verschiedenarttger Prägung, so verschiedenartigen Könnens und Wis­sens, so verschiedenartiger Interessen umschließt, heißt Kameradschaft. Diese Kameradschaft ist aber keineswegs so rosarot und primitio, wie kleine Mäd­chen sich das zuweilen vorstellen. Kameradschaft ist viel differenzierter. Es ist gut, daß die Zeit, in der die soldatische Kameradschaft heranreift, fast immer die Zeit der soldatischen Ausbildung ist, eine Zeit also, die in der Heimat verlebt wird und also unter Lebensumständen, die es nicht allzu schwer machen, kameradschaftlich zu handeln. Ähre Früchte aber trägt die Kameradschaft im Feindesland, wcchrend eines Feldzuges. Hier erfährt sie gewissermaßen eine Wandlung, eine Vertiefung. An zwei kleinen Beispielen mag dies deutlich gemacht werden.

Wir lagen, im nun vergangenen, harten Winter, für einige Zeit in einer Stadt dicht hinter der gro­ßen Abwehrfront im Osten, aber immerhin so gün­stig, daß uns die feindliche Arttllerie nicht mehr erreichen konnte. Wir hatten uns, soweit das in der

Sowjetunion möglich war, wohnlich eingerichtet, und sogar Betten hatten-wir uns organisiert.

Eines Tages kamen drei Kameraden zu uns. Sie kamen von vorn. Sie hatten in der Stadt etwas besorgt, es war zu spät geworden, und sie konnten erst am nächsten Morgen weiter. Sie verbrachten den Abend bei uns im Quartier und erfuhren, daß einige von uns in dieser Nacht Wache hatten, so daß sie da sie im Wachtlokal sich au ff) alten mußten ihre Betten heute nacht nicht benutzen konnten.

So fragtet) denn die drei, die von der Front ka­men:Können wir nicht heute nacht in diesen Bet­ten schlafen?" Es war nämlich so, daß wir in dem Hause, in dem wir lagen, einen Raum hatten, in dem durchreisende Soldaten nächtigen konnten. Aber in diesem Raum standen keine Betten. Und unsere drei Kameraden hätten gern einmal wieder ein Bett unterm Rücken gehabt.

,Hm", machte einer von uns.$abt ihr denn auch keine Läuse?"

Die von vorn grinsten.Läuse hoben wir im­mer!" Da antwortete man:Dann könnt ihr hier nicht schlafen. Das könnt ihr uns schließlich nicht verdenken, daß wir keine Läuse haben wallen!"

Nun aber sprang ein anderer van uns zornig auf und rief:Härt mal zu, Kameraden. So geht das ja nun nicht! Die liegen die ganze Zeit da vorn in der Sch..... und wir haben hier unser

gutes Quartier. Sie bleiben also heute nacht auf jeden Fall hier. Selbst wenn wir Läuse bekommen, dann haben wir es zehnmal besser als sie, und au­ßerdem haben mir ja hier die Möglichkeit, uns ent­lausen zu lassen!" So blieben die drei in unserer Stube, und wir bekamen tatsächlich Läuse, aber es hat uns nicht geärgert.

Ein anderes Mal waren wir, bei dreißig Grad Kälte, mehrere Stunden in einem halboffenen Last­wagen gefahren worden. Unsere Füße fühlten wir gar nicht mehr, unsere Gesichter schmerzten, unsere Hände konnten kaum noch die Gewehre hallen, und der Frost schien bis ins Mark zu beißen. Das Quar­tier, das man uns anwies, war ein kahler Raum in einem halbwegs erhaltenen Schulhaus. Der Raum war nur klein, zau klein fast für uns 30 Mann, aber wir sahen, daß ein Ofen darin stand, und wir stopften dessen hungriges Maul erst mal mit einigen Scheiten Holz. Etwas Sttoh war auch vorhanden, so daß wir weich liegen konnten.

Ein Kamerad von mir, der noch einen privaten I Gang zu einem anderen Quartier zu machen hatte.

bat mich, ich möchte für ihn einen Platz mit frei­halten. Wir breiteten das Stroh aus, jeder legte seine Sachen an eine gewisse Stelle, somit andeu­tend:Dies ist mein Platz!" Ich legte außerdem eine Decke auf den Platz neben mir: dort sollte der Ka­merad schlafen. Aber dann ergab es sich, daß dieser Platz immer kleiner wurde, da die Männer sich's ein bißchen bequemer machten, und als mein Ka­merad endlich kam, war sein Platz verschwunden. Er war ärgerlich und bestand darauf, daß man ihm seinen" Platz gäbe, aber die Liegenden erklärten, das sei völlig unmöglich. Es sei schon eng genug. So mußte mein Kamerad endlich den schlechtesten Platz im ganzen Raum einnehmen, nahe der Tür, wo es gewaltig zog.

Vielleicht denkt jetzt mancher von euch:Um Gottes willen, wo bleibt denn da die Kamerad­schaft?" Aber ich sagte es ja schon: so holl» wie im Poesiealbum sieht sie nicht aus. Wir waren alle schlechtgelaunt und hungrig und abgespannt. Wenn ein ungünstiger Platz vorhanden war, so mußte schon der ihn nehmen, der zuletzt kam.

Nach einer Weile betrat, höchst unerwartet, unser Hauptfeldwebel den Raum. Er brachte zwei Sol­daten mit, die mir nidji kannten und sagte.Hier. Zwei Neue. Die müssen heute nacht hier mitunter« gebracht werden!" Dann ging er wieder, und die beiden Neuen blieben da. Wir sahen uns diese Neu­linge im Schein der wenigen Oel- und Benzin-Fun- .zeln erst einmal an. Und wir erkannten, daß sie schwer bepackt waren. Einer erhyb sich von seinem Lager und half ihnen beim Abnehmen der Klamot­ten. Die Jungens zogen auch ihre Mäntel aus unb wir sahen, daß sie herrliche, neue Uniformen an­hatten, die gegen die unjrigen gewaltig abstachen.

Woher kommt ihr denn?", fragten mir. Sie nannten den Namen einer deutschen Garnisonstadt. Was direktement aus Deutschland? Men- schenskinder, erzählt, erzählt!"' Sie mußten uns erst einmal von der Heimat berichten, die uns ja nie so herrlich und so begehrenswert erschienen war wie seit jenem 22. Jurch da mir zum ersten Male som- jetisches Hoheitsgebiet betreten hatten.

Und dieweil wir ihnen zuhörten, taten uns die Jungen mächtig leib. Mein Gott, da kamen sie ge­raden Weges aus dem schönen Deutschland und wurden ohne Uebergang in diese Misere gesetzt. Wir, nicht wahr, mir hatten uns allmählich an Somjet- Rußland und an seine Art, Krieg zu führen gewöh­nen können. Wtt waren damals über den Bug ge­

gangen, unwissend wie die Kinder, und dann war es ja auch Sommer gewesen, da mar alles halb so schlimm, und der Winter ist ja auch nicht von heute auf morgen gekommen.

Einer von uns sagte:Na, nun wollen wir aber erst mal Platz schaffen!" Und siehe, obwohl zuvor jedermann behauptet hatte, es sei ganz unmöglich, enger zusammenzurücken jetzt gings. Wir hatten, ohne daß wir uns deswegen verabreden mußten, das Bedürfnis, von uns aus alles zu tun, um den Uebergang zu erleichtert.. Die beiden Neuen hatten Platz, mir sagten zu ihnen, sie sollten es sich, someit möglich, bequem machen, und sie sollten die neue Situation nicht tragischer nehmen als sie sei. Auch in der Sowjetunion würde nur mit Wasser gekocht, und leben könne der Soldat schließlich über­all, solange der Nachschub rantommt.

Versteht ihr, was ich meine? Erkennt ihr, woraus es ankommt? Zuerst schienen jene dreißig Mann wohl ein wenig unkameradschaftlich, als sie dem einen den Platz an der Türe ließen. Aber das war ein Gleichberechtigter, einer, der sich schon selbst irgendwo helfen würde. Im besonderen Augenblick aber entstand die vergessene Kameradschaft um so herrlicher. Und sie erweist sich überall da, wo es wichtig ist.

Bier löscht nicht nur den Durst.

In einer großen Landbrauerei im Kanton Bern mar dieser Tage ein Brand ausgebrochen, der sich in rasender Schnelligkeit über mehrere Wirtschafts­gebäude verbreitete und auch benachbarte Wohn­häuser bedrohte. Zwar rnaren genügend Wehren aus anderen Orten erschienen, doch reichte, wie man bald mit Schrecken feststellte, das Löschwasser für ein derartiges Groß feuer nicht entfernt aus. Guter Rat war teuer aber da kam einem Feuerwehr­mann die rettende Idee: man konnte ja auch die riesigen Mengen Bier, die in der Brauerei lagerten, zum Löschen verwenden... Sogleich wurde eine Motorspritze herangeholt und der Spritzenschlauch in das braune Naß getaucht. Bald ergossen sich in die prasselnden Flammen Hunderte Liter Bier, und tatsächlich gelang es, damit des Feuers Herr zu wer­den. Nach der erfolgreichen Brandläfchung löschten die Feuerwehrleute auch ihrenBrand", natürlich ebenfalls mit Bier soviel war noch übriggeMie» ben.

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