Kaiserbegegnung die drei Minister des Auswärtigen beiwohnen würden, wodurch die neueste Monarchen-Zusammenkunft allerdings in einem hochbedeutsamen Rahmen erscheinen würde. , . „
Die deutschen Colonial - Erwerbungen rn West-Afrika haben wiederum eine Erweiterung erfahren. Auch die Küstenstrecke südlich des Camerungebietes bis Batanga hin befindet sich nach einer Meldung des „Hamb. Corresp." in deutschen Händen und hat General-Consul Dr. Nachtigal die deutsche Flagge in Malimba, Klein - Batanga und Groß-Batanga aufgehißt. Gleichzeitig bestätiat sich die Meldung von der Entfaltung der deutschen Fahne in Bageida an der Goldküste, wobei die von vornherein zu bezweifelnde Nachricht, daß es in Bageida zu einer Beschimpfung der englischen Fahne gekommen sein sollte, dementirt wird. Die Eingeborenen haben auch keine feindselige Stimmung gegen das deutsche Protectorat bekundet, da ausbedungen wurde, daß dec Hasen ein freier sein soll und Deutschland in keiner Weise Zölle auferlegen werde.
Die französische Action in China hat mit der Zerstörung des Arsenals von Foutchou und der chinesischen Kriegssiotte aus dem Flusse Ming einen für die Franzosen recht günstigen Anfang genommen. Admiral Courbet meldet, daß 9 chinesische Kriegsschiffe und 12 Kriegschchonken in den Grund gebohrt worden sind, während die französische Flotte nur em Torpedoboot verloren hat. Den Verlust der Franzosen §ibt der Bericht des Admnals auf nur 6 Todte und 27 Verwundete an, was gegenüber den chinesischen Ver-
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203. Jwettes Blatt. Sonntag den 31. August 1881
Meßmer Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Berte* t Vchulftraße 7. 6rf*etnt «N »«Snatzmt heS »enteg*. Durch tzie Post be,ogen merteljLhrlich 2 Mark 50 P.
Amtlicher Hheit.
Betreffend: Die Viehpreisverthellung des landwirthschaftlichen Vereins von Oberheflen in 1884.
25. d.
Die Einlieferung von auszustellenden Erzeugnissen der Landwirthschaft, landwirthsch. Maschinen und Geräthen wolle bis spätestens zum 2. September erfolgen.
Die auszustellenden Thiere müssen am 4. September, Vormittags 7 Uhr, am Ausstellungsplatz zur Stelle sein.
Friedelhausen, am 2. August 1884.
Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen. Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.
druckten Prämiirungsordnung.
Im Ganzen stehen zur Verfügung:
Aus dem Staatsfond.....
Aus Provinzialvereinsmiteln . .
Aus dem Bezirksverein Lauterbach
Zusammen 2500 Mk.
Anmeldungen zur Bethelligung bei der Ausstellung beliebe man bis zum M. bei Herrn Rentmeister Lipp in Lauterbach einzureichen.
Tie diesjährige Viehpreisverthellung des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen soll am
Donner-tag he« 1. September zu Lauterbach
abgehalten werden.
Mit derselben ist eine Ausstellung von Producten landwirthschastlicher Thätigkeit, sowie von Maschinen und Geräthen verbunden.
Prämiirt werden:
1. Pferde, und zwar:
1) Züchtstuten mit Fohlen;
2) Zuchtstuten, bezüglich deren diesjähriger Deckjchein vorliegt.
3) Fohlen, die nicht mehr saugen.
II. Rindvieh, und zwar:
1) der einheimischen Vogelsberger Gebirgsrace;
2) der Simmenthaler Race unö
3) der Kreuzung von beiden vorhergenannten Racen;
4) der Piederungsracen.
Im Einzelnen:
a) Bullen von Privaten, Gemeinden und Gemeindebullenhaltern, im Alter von 1—2 Jahren;
b) Rinder, die sichtbar trächtig sind, von 2—3 Jahren;
c) Zuchtkühe.
III. Schweine, und zwar:
1) Mutterschweine, trächtig oder mit Ferkeln;
2) Eber;
3) Zuchtschweine im Alter von wenigstens Va Jahre.
IV. Schase, und zwar:
1) Zuchtschafe in Loosen von wenigstens 3 Stücken;
2) Böcke.
V. Ziegen.
Vom Aussteller selbstgezüchtete Thiere werden höher prämiirt, als gekaufte. Letztere müssen, insofern sie im Besitze von Privaten sind, eine bestimmte Zeit lang angekauft sein und zwar Stuten mit Fohlen mindestens 1 Jahr; Bullen, Rinder. Zuchtkühe und .Zuchtschweine Va Jahr. Fohlen, welche bis zum Alter non 21/a Jahren noch nicht eingespannt worden sind, sollen vor anderen den Vorzug haben. , c. . „ .
Die Bewerber haben amtliche Bescheinigungen über die bezüglich der Thiere geforderten Voraussetzungen beizubringen.
Unrichtige Angaben des Ausstellers in Bezug^auf die bestimmten Anforderungen an die concurirenden Thiere haben zur Folge, daß etwa zuerkannte Prämien wieder zurückgezahlt werden müssen und daß der Aussteller in solchem Falle durch 5 Jahre von der Zulassung zu Prämiirungen ausgeschlossen ist.
Es kann nur wirklich preiswürdiges, den verlangten Leistungen entsprechendes Vieh prämiirt werden. Eigenthümer solchen Viehes, welche wegen zu starker Concurrenz keine Prämien erlangen konnten, erhalten auf Verlangen eine durch die Preisrichter festzusetzende Wegentschädigung, wenn sie über 10 Kilometer weit hergekommen find, und zwar 10 Pfg. für den Kilometer. , ,
Die Musterung und Prämiirung des Viehes durch die Preisrichter beginnt Vormittags 8 Uhr und ist thunlichst mit Ausschluß des Publikums in abgegrenzten Räumen vorzunehmen.
1000 Mk.
1000 „
500 „
Die Namen der Aussteller dürfen den Preisrichtern vor der Prämiirung nicht mitgethellt werden.
Die Thiere sind nach Nummern vorzusühren.
Zur Preisbewerbung sind alle Angehörigen der Provinz zuge- lpssen. Nur die aus Mitteln des Bezirksvereins stammenden Preise werden lediglich den Angehörigen des Kreises Lauterbach, und bei ausgestellten gleich pteiswürdigen Thiere«, Mitgliedern des landwirth. Bezirksvereins Lauterbach vorzugsweise gewährt.
Die Hälfte der verfügbaren Prämiirungssumme wird ausschließlich für die kleinen Grundbesitzer teferüirt und die Bestimmung, wer zu solchen zu rahnen ist, den Preisrichtern überlassen.
Die prämiirten Thiere der kleinen Landwirthe werden be- sklUderS vorgeführt.
Viehhändler als solche sind von der Bewerbung ausgeschlossen. Thiere, welche bereits bei einer PreiSverthellung eines Bezirks prämiirt worden sind, können in derselben Categorie nicht wiederholt einen Preis bei der bevorstehenden PreiSvertheilung erhalten. Ein Aussteller kann auf der bevorstehenden Ausstellung in einer Categorie nur einen der bewilligten Geldpreise erhalten.
Mit der Ausstellung ist eine Verloosung von Vieh, landwirthschaftlichen und sonst nützlichen Geräthen, sowie Maschinen verbunden. Jeder Aussteller hat die Ausstellungszeit bei Meidung des Verlustes der zuerkannten Prämien oder Wegentschädigung auszuhalten. Bezüglich der Erhebung eines Stand- geldes bleibt Bestimmung vorbehalten. * . •
' Den auszustellenden Maschinen, Geräthen, Werkzeugen rc. sind die Verkaufspreise anzuhesten. Die Größe der einzelnen Preise wird vo« den Preisrichtern bestimmt. Bei den aus dem Staatsfonds fließenden 1000 Mark sollen dieselben bei Großvieh nicht unter 60 Mark und bei Kleinvieh nicht unter 30 Mark pro Stück oder Loos betragen. Im Uebrigen erfolgt die Zuerkennung der Preise nach Maßgabe der für die landw. Vereine gültigen, in Nr. 7 der Zeitschrift für die landwirthschaftlichen Vereine in 1882 abge-
Wocheufchau.
Gieße«, 30. August.
Aus dem Gebiete der innerenAngelegenheiten sind aus dieser Woche als erwähnenswerth nur die Veränderungen in mehreren höheren Com- mandostellen in der preußischen Armee hervorzuheben, als deren wichtigste die Ernennung des bisherigen commandirenden Generals des 3. Armeekorps v. Pape, zum commandirenden General des Garde-Corps und die llebertragung des CommandoS des 3. Armee-Corps an Generallieutenant Gras v. Wartensleben, £ früher Commandeur der 17. Division, erscheinen. Beide Militärs haben sich schon in den früheren preußischen Feldzügen ausgezeichnet und auch an dem Kampfe gegen Frankreich rühmlichen Antheil genommen und mit Stolz und Vertrauen dürfen daher das Garde-Corps und das 3. Armee-Corps auf ihre neuen Führer blicken.
Die Luft ist mit Gerüchten über die signalisirte Monarchen- Zusammenkunft erfüllt, ohne daß dieselben bis jetzt eine bestimmte Gestalt angenommen hätten. Daß aber dieselbe stattfinden wird, ist sicher, zumal nunmehr der Oberpolizeimeister von Warschau öffentlich bekannt macht, daß Kaiser Alexander in diesen Tagen in Warschau zu erwarten sei; gleichzeüig ertheilt der Oberpolizeimeister gütigst die „Erlaubniß", die Häuser zu decoriren und Abends zu illuminiren. Uedereinstimmend wird von verschiedenen Seiten ver- ichert, daß Kaiser Franz Joses an oer Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm unb Kaiser Alexander theilnehmen werde, ja, es wird sogar behauptet, daß der


