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Außerdem sind nodj mehrere Eingaben ge ingcren Interesses, z. B- das Gesuch dtr Stadt Aleseld um Erhöhung der Hausmiethe des Rentamtsgebäudes daselbst, durch Beitritt zu dem Beschluß zweiter Kammer zur Erledigung vorgeschlagen.

Berlin, 25. März. Der bereits im Auszuge mitgetheilte kaiserliche Erlaß lautet wörtlich:

Zu Meinem Geburtstage am 22. März, mit dem Ich durch GotteS Gnade das 87. Lebensjahr vollendet habe, sind Mir wiederum, wir in früheren Jahren, aus allen Gauen des Reiches, selbst vom Auslande her, wo Deutsche wohnen, zahlreiche Glück­wünsche dargebracht worden. Gemeinden und andere Körperschaften, Festversammlungen und Vereine, Anstalten und einzelne Personen haben es sich angelegen sein lassen, M.r Beweise freudiger Theilnahme zu geben- In Adressen und Telegrammen, in dichterischen und musikalischen Erzeugnissen, in sinnigen Geschenken und herrlichen Blumenspenden habe Ich zu Meiner innigen Freude den Ausdruck der Gefühle erkannt, welche das Herz des Volkes für Mich erfüllen. Unter dem erhebenden Eindruck einer so weit­reichenden Bewegung ist Mir, umgeben von einem Kreise erlauchter deutscher Fürsten, die Wiederkehr Meines Geburtstages zu einem besonders wohlthuenden Ereigntß gc- wordtn. Hochbeglückt durch solche beredte Zeichen lauter Anhängl chkeit ist es Mir ein Bedürfniß, Meinen verbindlichsten Dank für alle die liebevollen Ausmeeksamketten und Huldigungen auszusprechen, mit denen Ich von nah und fern begrüßt worden bin. Aus ihnen entnehme Ich zu Meiner Genugthuung aufs Neue die frohe Ueberzeugung, daß die ganze Nation in aufrichtiger Vaterlandsliebe, ohne Rücksicht aus politisches und religiöses Bekenntniß, in der Treue zu Kaiser und Reich fest und einig zusammensteht. Gehoben und gestärkt durch dieses Bewußtsein, wird es wie bisher die schönste Aufgabe Meines Lebens sein, die Wohlfahrt Meines geliebten deutschen Volkes in friedlicher Arbeit fort und fort zu festigen und zu fördern- Möge Gott Mir Weisheit und Kraft dazu verleihen, möge Mein ernstes Streben in dieser Fürsorge Meinem theuren Vater­lande zum Heil und Segen gereichen! Ich beauftrage Sie, diesen Erlaß zur öffent­lichen Kenntniß zu bringen.

Berlin, den 25. März 1884.

Wilhelm.

An den Reichskanzler-

Amerika.

New-Bork, 25. März. Nach Meldungen ans New-Orleans sind mehrere gegen den Mississippi aufgeführte Schutzdämme vom Wasser Durchbrochen worden, das untere Thal des Flusies steht vollständig unter Wasser und gleicht einem großen See. Man schätzt die Zahl der Menschen, die auf, dem über­schwemmten Terrain wohnten, auf etwa 60,000 und befürchtet große Verluste an Menschenleben.

Telegraphische Depeschen.

Steiff# teles*. Eorresporrdem-Brrrea«.

Berlin, 26. März. Das Abgeordnetenhaus nahm tu der heutigen Sitzung bet der zweiten Berathung der Jagdordnuna die SS 1 bis 21 tm Wesentlichen nach dm Commissionsanträgen an; der von der Fortschnuspartet eingebrachte Antrag, daß das Jagdrecht und die Jagdausübung Jedermann auf seinem eigenen Grund und Boden zusteben sollen, sowie der Antrag, den kleinsten Umfang der Jagdbezirke statt auf 75 auf 25 Hectare festzusetzen, wurden abgelehnt- Die Fortsetzung der Berathung über dieses Gesetz findet morgen statt.

Das Herrenhaus genehmigte heute die Gesetzentwürfe über den Betrieb des Hufbeschlag'Gewerbes und über die Befugnisse der Strombauverwaltung gegenüber den Uferbesitzern, nahm die die Secundärbahnen betreffende Vorlage in der Fassung des Abgeordnetenhauses an und erledigte außerdem noch mehrere kleinere Vorlagen und Petitionen.

In dem Reichstage stand heute der von den Abgeordneten Barth und Dirichlet eingebrachte Antrag: den Reichskanzler zu ersuchen, beim Bundesrathe die Einführung der Tabaksausfuhrvergütungssätze in vollem Umfange zu beantragen, als erster Gegen­stand auf der Tagesordnung Fürst Bismarck erklärte, daß der Antrag die Stellung des Reichskanzlers verkenne. Der Reichskanzler könne als Vorsitzender des Bundes- rathes nicht in der Form eines Commissoriums des Reichstages Anträge an den Bundesrath stellen, vom Reichstage auch keine Instructionen entgegennehmen. Der Reichstag möge Gesetze beschließen, welche dann dem Bundesrathe zur Beschlußfassung unterbreitet werden würden. Der Abgeordnete Windthorst beantragt in Folge dieser Erklärung des Reichskanzlers über den Antrag Barth-Dtrtchlet zur Tagesordnung überzugehen. Die Zählung des Hauses ergab die Anwesenheit von nur 184 Abgeord­neten, das Haus war mithin nicht beschlußfähig. Die nächste Sitzung findet morgen statt. Auf der Tagesordnung steht die Marine:Vorlage.

Dresden, 26. März. Bezüglich der Aufhebung ber Chaussee- und Brückengelder ist zwischen beiden Kammern eine Einigung dahin erzielt worden, daß die Aufhebung nicht schon Ende dieses Jahres, sondern erst Ende 1885 eintreten soll. Wegen Aushebung der Schweine-Schlachtsteuer ist eine Einigung nicht zu Stande gekommen; ebensowenig wegen Entlastung der unteren und mittleren Einkommen-Steuerpflichtigen. Der Bau eines Kunstakademie-Gebäudes ist durch Annahme eines Compromisses gesichert. Heute Nachmittag finden die Schlußsitzungen beider Kammern, morgen Mittag 12 Uhr der feierliche Schluß des Landtags durch den König statt.

Bremerhaven, 26. März. An Bord des auf der hiesigen Nheve liegenden Lootsen-SchoonersStaatsminister Bacmeister" brach in der vorigen Nacht Feuer aus, der Schooner brannte fast ganz aus und wurde an der West­seite der Weser auf den Strand gesetzt.

Pesth, 26. März. Etwa 800 Arbeiter des Kohlenbergwerks Salgo- Tarjan stellten in Folge von Aufhetzungen die Arbeit ein, wobei es zu Aus- fchreitungen kam. Durch das Einschreiten der Gensd'armerie und des Militärs wurde die Ruhe wieder hergestellt. Hierbei wurde ein Arbeiter erschossen, vier verwundet. Die Arbeit ist wieder ausgenommen.

Paris, 26. März. Wie ein Telegramm des französischen Geschäftsträgers am Hose von Huö aus Kuangnan vom 25. d. Mts. meldet, ist der Prinz der königlichen Familie, welcher s. Z. die Niedermetzelung ber Christen veranlaßt hatte, am 25. d. Mts., Morgens, hingerichtet worden.

Stockholm, 26. März. Der König soll die Meinung des schwedischen

Ministeriums darüber verlangt haben, ob die norwegischen Streitsachen eine Einwirkung auf das Unionsvechältniß zwischen Schweden und Norwegen aus­üben könnten. Der schwedische Staatsminister Krusenstjerna hätte erklärt, das ganze Ministerium sei vollkommen einig in der Ansicht, daß die Union vocaus- setze und bedinge, daß weder das Grundgesetz Norwegens, noch dasjenige Schwedens ohne Zustimmung des Königs verändert werden könnte und dass die Kriegsmacht Norwegens wie diejenige Schwedens dem Befehl des Königs unterstehe.

Rom, 26. März. Während in parlamentarischen Kreisen Mordini als ministerieller Candrdat für das Kammerprösidium genannt wird, sagtPopolo Romavo", daß in dieser Beziehung noch keine Wahl getroffen sei. Von dieser Wahl hänge die Lösung der Krisis zum großen Theil ab.Fansulla" gibt folgende Liste als wahr­scheinliche: Deprel.s, Präsidium und Inneres; Magltani, Finanzen; Manctnt, Aeußeres; Gemala, öffentliche Arbeiten; Bertole Viale, Krieg; Brin, Marine; Grimaldi. Ackerbau; Coppino, Unterricht; Ferracctu, Justiz.Rasstgna" zufolge roirb Depretts die Zusammensetzung des neuen Cabtnets bekannt geben, wenn die Generalstcretärstellen besetzt fern werden. Die osficiöseStampa" sagt, es sei noch nichts Positives festgestellt.

Lokale»»

Gießen, 27. März. Schwurgerichtsverhandlung am Mittwoch derr 26. März l. I. gegen Wilhelm Spangenderger von Unter-Schmitten wegen Körperverletzung mit tödtltchem Erfolg.

Derselbe war angeklagt:

daß er in der Nacht vom 27. zum 28. December 1883 zu Unter-Schmitten den Johannes Braun III. von da vorsätzlich körperlich mißhandelt und hier­durch den Tod desselben verursacht habe.

Die Geschworenen erkannten den W. Spangenberger für schuldig und wurde derselbe demgemäß in eine Gefängntßstrafe von 3 Jahren und 6 Morraten, abzüglich 2 Monaten Untersuchungshaft verurtheilt.

sTbeater.j Morgen Freitag den 28. März findet als vorletzte Vorstellung eine letzte Aufführung des Bettelstudenten zum Benefiz des Herrn Schreiner statt. Nachdem bereits ein anderes Stück in Aussicht genommen war, ist cS aus allgemeines Verlangen Herrn Schreiner mit Hintansetzung seines eigenen Interesses gelungen, eine letztmalige Aufführung des Bettelstudenten durch das Engagement des Fräulein Sophie König zu bewirken, da alle anderen Gäste abgesagt hatten. Herr Schreiner hat sich dem hiesigen Publikum im Lause der Saison in 63 verschiedenen Rollen gezeigt und keine derselben verdorben, in mancher aber sich den höchsten Beifall des hiesigen Publikums errungen. Gerade durch seinen Ollendorf ist er bekannt und beliebt geworden, so daß mau wohl mit Grund annehmen darf, daß ihm der morgige Abend ein volles HauS und alle Ehren eines Benefizianten bringen wird.

Vermischte-.

Marburg, 26. März. Wie wir hören, wurden in der vergangenen Nacht in e!ner hiesigenV illa in der sogen. Philosophie nachstehende Gegenstände mittelst Einbruchs gestohlen: 1 silberner Tafelaufsatz, 1 silberner Milchgießer, 1 silberne Zuckerdose mit Glaseinsatz, 2 versilberte Leuchter, l*/2 Dutzend silberne Eßlöffel, davon 12 Stücks N, die übrigen verschoben gezeichnet, 11 Gabeln, 4 silberne Tbeetöffel, 1 chinesisches Theer breit, gez. 17/10 1879, 3 silberne Serviettenringe, gez. Amalle-Louis, 1 Bcitannia-Thee- brett, 1 Dutzend Messer und 1 Dutzend Gabeln mit Elfenbetngrtff. Verdächtig dieses Diebstahls sollen sein ein Frauenzimmer, etwa 4550 Jahre all, etwas über mittlere Größe, mit Hut. schwarzem Kleid und dunkelgrauem Radmantel bekleidet, und deren Begleiter, eine Mannsperson von etwa 35 Jahren, mittlerer Statur, blassem abgelebtem Gesicht, mit Stoffmütze und dunkelgrauem Gebrock bekleidet, letzterer nennt sich velleicht Mergard, Merkart oder ähnlich und will Tapezirer aus Kassel und Ehemann der ersteren sein. (O. Ztg )

Frankfurt.Frühlings-Anfang" stand vor einigen Tagen im Kalender; doch wie hat er sich eingestellt? Schnee und rauhe Winde brachte er reichlich, und gerne flüchten wir uns in geschützte Räume, wo wirklich voller Frühling herrscht. Unser Lieblings-Institut, der hiesige Palmengarten, bietet gerade jetzt des Schonen und Sehenswerten so viel, daß em Besuch dieser herrlichen Räume gewiß Jeden zufrieden­stellt. Die Blüthengallerien, in welchen die Frühjahrsausstellung etablirt ist, sind wahrhaft gefüllt mit Blumen und Blüthen, und alte Bekannte und neue Fremdlinge sind hier zu einem farbenprächtigen Bilde vereint. (Die Camelien, welche nun schon seit Dezember ununterbrochen blühen, stehen noch in voller Pracht, Rhododendron, Azaleen, Cyclamen, Cinerarien, Syringa, sie alle sind in vielen Arten und allen Farben vertteten, und nun auch beginnt der Rosenflor, der doch die meisten Freunde zählt.) Auch im Freien ist die Pflanzung weit vorgeschritten, da sehen wir Morgens und Abends das Parterre fast wie ein Zeltlager erscheinen, durch die Umhüllungen der Beete und Pflanzen, welche wieder gegen Kälte und Reif geschützt werden müssen. Möge dem strengen Frühlings-Anfang ein schönerer Fortgang folgen.

Handel und Verkehr.

Gießen, 25. März. Auf dem heutigen Vtehmarkt waren aufgetrieben: 784 Stück Rindvieh und 141 Stück Schweine. Bet ersterem war der Handel lebhaft und die Preise böher, dagegen bei Schweinen mcdriger als am letzten Makte.

Nächster Markt Dienstag den 22. und Mlttwocb den 23. Apnl d. I., am letzteren Tage auch Krämermarkt und findet an diesem Tage, Morgens 7 Uhr, das Verlesen der Krämerstände statt.

Limburg, 26. März. Rother Weizen X 1690, weißer Weizen X 00.00 Korn X 12.10, Gerste X 9.50, Hafer X 7.65, Erbsen X, Kartoffeln X.

^Frankfurt, 26. März. Auf dem heutigen Markt kostete der Centtrer Hei: X 3.203.70, Stroh X 3.253.40, Eier das Hundert X 4505.00, Butter 1. Qualität X 1.20, 2. Qualität X 1.30, Kartoffeln per (Zentner X 2.002.13, Kohlrabi 5-6H per Stück, Erbsen 100Kgr. 1928 X, Rothkraut per St. 2025 Poularden X Q0, Huhn 1.502.20, 1 Ente X 3.004.00, 1 Taube 6070 X Hahn X 1.70-2.00, Gans X 0-0.00, Welsche X 7-12.

Zur gefl. Beacht«»g.

Schristlttlie Anftagen wegen Auskunftsertheilung über Inserate rc. können wAx nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzureicheu sind, ist die Exp dition .w keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertenkmfe sind soweit keine bestimmten aeaentdeiliaen Abmackunaeu getroffen mürben in der Ervedition abrub^l-n

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Allgemeiner Anzeiger.

Ilhiiisdiiilis-MiiiiiR.

Einern verehrl. hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich in meinem erkauften Hause

Kaplansgasse 10

eine Wirthschaft Samstag bett 29. März eröffnen werde.

Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt und lade ich zu zahlreichem Besuche hiermit freundlichst ein.

2172 Gff'

OroHerzogliche Realschule zu Gießen.

Donnerstag den 27. März, Nachmittags von 35 Uhr: Schauturnen in der Turnhalle.

Freitag den 28. März, Vormittags von 812 und Nach» mittags von 25 Uhr, sowie Samstag den 29. SKä«j, Vormittags von 811 Uhr: öffentliche Prüfung in der Realschule.

Zm Nanien des Lehrerkollegiums ladet ergebenst ein

Die Großh. Realschuldirektiou.

2151 Soldan,