abgewartet und bestimme nunmehr: Auf Grund der mir durch S 10 des Gesetzes, betreffend die Einrichtung der Verwaltung vom 30. December 1871, in Verbindung mit S 2 des Gesetzes, betreffend die Verfassung und Verwaltung Elsaß-Lothringens vom 4- Juli 1879, übertragenen außerordentlichen Gewalten verbiete ich hierdurch das fernere Erscheinen der „Union Elsaß-Lothrinaens", des „Echo" von Schiltigheim, des „St. Odilienblattes" und ersuche Euer Excellenz, hiernach das Weitere zu veranlassen, gleichzeitig aber auch, da ich wünsche, daß das Land die Motive meines Handelns kenne, diesen Erlaß in seinen: Wortlaute zu veröffentlichen.
London, 24. November. (Unterhaus). Gladstone schlägt kerne Con- jerenz zur Erledigung schwebender egyptischer Fragen vor. Derselbe hofft bis nächsten Montag die Wahlbezirks-Bill einzubringen.
Paris, 24. November. In der Kammer begann heute die Berathung über die Tongkrng-Kreditvorlage. Lockroy (äußerste Linke) kritisirte die Colonial- Politik der Regierung. Delafoffe (Rechte) griff das Cabinet heftig an und erklärte, daffelbe verdiente in Anklagezustand versetzt zu weroen. (Fortsetzung morgen).
Pari-, 24. November. Von Mitternacht bis 6 Uhr Abends sind nur 6 Cholera'Todessälle vorgekommen.
Oran, 24. Novbr. In den letzten 48 Stunden sind hier 11 Cholera- Todesjälle vorgekommen.
Madrid, 24. Novbr. Aus Bienopa werden 2, aus Toledo 7 Cholera- Todesfälle gemeldet.
— In Toledo sind weitere Cholerafälle vorgekommen. Seitens der Behörden sind die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln getroffen worden.
Lokales.
Gießen, 25. November. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sttzung am Donnerstag den 27. November 1884, Nachmittags 4 Uhr.
1. Das Feuerlöschwesen.
2. Gesuch de8 BtervraueretbefitzerS Friedrich Textor um käufliche Urber- laffung städtischen Gelände?.
3. Gesuch deS BlerbraueretbesitzerS An ton Klostermann um pachtweise Ueberlassung städtischen Geländes.
4. Baugesuch deS GrubendireciorS Christian Bansa.
5. Geländeerwerb tn den Etchgärten.
6. Straßenbeleuchtung.
7. Den Weg von der Frankfurter Chauffee nach dem Gütcrschoppen der Cöln- Mmdencr Eisenbahn
8. Umpflasterung tn der Bahnhofstraße.
9. Straßenanlagen in der Nordunlage.
10. Ausbau der Bletchstraßk.
11. Erbauung etneö Schlachthauses.
12. Anschaffung von Schulbänken.
13. Verwaltung einer Lehrerstelle an der Stadtmädchenschule.
14. Kostendecreluren.
Vermischtes.
Holzheim, 24. November. Ein für unsere Gemeinde bedeutungsvolles thaten- reiches Leben hat in diesen Tagen seinen Abschluß gefunden: unser seitheriger Bürger - meister Herr P. Jäger IX. ist nicht mehr! Der Verstorbene begann seine gemeinnützige Laufbahn <m Jahre 1845, wo er Gemeinderathsmitglied wurde. Bet seinen Fähtgketten konnte eine baldige Beförderung nicht ausbleiben; er wurde tm Jahre 1851 Großh. Beigeordneter und Int Jahre 1856 erhielt er da8 Ehrenamt als Großh. Bürgermeister. Dieses Amt verwaltete er volle 28 Jahre zur Wohlfahrt unserer Gemeinde. Der Verstorbene hat sich tn dieser langen Zeit alS guter HauShalter tn der Gemeinde bewährt, so unter Anderem auch bu-db die vielen Baumpflanzungen. Auch durch seinen
Wohlthatigkettssinn gegen die Armen hat sich der Verblichene ein dauerndes Andenken erworben. Zu seinem Begräbnisse war eine unzählige Menschenmenge von Nah und Fern herbetgeellt, um dem Verbl chenen ihre Achtung und Liebe zu bezeugm, wofür die Htnterbltsbenen denselben herzlich danken. Herr Pfarrer Walz hielt eine ergreifende Leichenrede, erwähnte die hohen Verdienste des Verstorbenen, ermahnte die Gemeinde- glteder zur Einigtet und empfahl dem Nachfolger, sich den Verstorbenen zum Vorbild zu nehmen. — Möge ihm die Erde leicht sein.
— In Hannover haben die Socialdemok atm bet der Stichwahl einen gewissen Humor entwickelt. Die socialdemokcatischen Agenten klebten nämlich ihre Wahlaufrufe auf Tafeln mit polizeilichen Bekanntmachungen, auf Polizetdtstrictsschtlder rc. derartig, daß zu lesen war: „Wählt heute den Candidaten der Soctaldemokcaten, den Cigarren- macher Meister. Die Poli-et'otrecNon." An einigen anderen Stellen war die Wahlaufforderung über dem Schilde einer Hebamme angebracht. Auch die Schilder verschiedener Spreialärzte mußten den Soclaldemokraten dienen.
— Aus Sulzbach, 21. November, schreibt man: In vergangener Nacht ereignete sich auf hiesiger Steinkohlengrube ein größere« Urglück. Beim AuSfahrrn der Belegschaft zersprang die Achse des Radkorbes, in Folge dessen riß da« Sell und die Förderschale stürzte tn die Tiefe. BlS jetzt sind neun Bergleute tobt und sechs verwundet, thetlS sehr schwer. Die Verwundeten befinden sich im hiesigen KnappschaftS- Lazareth.
Köln, 20. November. DaS Kölner ZuchtbauS macht von stch reden. Cer« einigen Tagen wurde ein Aufseher von Gefangenen erdrosselt und gestern sind gar zwei Sträflinge, schwere Verbrecher, die 8 und 16 Jahre verbüßten, auSgebrochen. Die Betreffenden arbeiteten tn der Kesselschmiede; von dort auS sollen dieselben durch die Mauer ein Loch in den inneren Hof gebrochen haben. Mittelst einer Letter, an welcher ein Riemen befestigt wurde, führten sie gestern die geplante Flucht auS, gelangten mit Benutzung der Letter auf dte Außenmauer am Klingelpütz gegenüber der V-ctortastraße und ließen stch, wie eS scheint, an dem Riemen herunter. Bisher ist eö noch nicht ge lungen, der Ausbrecher wieder babhaft zu werden.
Düsseldorf. 17. November. Der „Düsseld. Anz." meldet: Ein großer Jäger und Rastrer hatte vor einigen Tagcn seine Gedanken so auf die Jagd gerichtet, daß er MorgenS, als er feine Kunden besuchen wollte, statt des RastrkastenS feine Jagdtasche umhtng und diesen Jcrthum erst merkte, alS er beim ersten Kunden ankam und diesen rosir n wollte.
Prag. Eine erschütternde Scene spielte sich vor einigen Tagen auf dem Fried- Hofe der böhmischen Stadt Bffchoftttnltz ab. In Anwesenheit zahlreicher, die Gräber ihrer Lieben besuchenden Andächtigen verrichtete der 78jährige Erzdechant Suchy vor dem großen Kreuze öffentliche Gebete. AlS er geendet, Überreichte er sein Gebetbuch einem neben ihm stehenden Caplan und sagte: „Beten Sie für mich!" In demselben Augenblicke brach er, von einem Gehirnschlage getroffen, zusammen und hauchte bald darauf seinen Geist au8.
Handel und Verkehr.
Gieß en, den 25. November. Auf dem heutigen Markt kostete • Butter per Pfund X 1.10—1.15, Hühnereier pr. Stück 6—8 Käse St. 4—8 Käsematte 2-3 Erbsen pr. Liter 20 H, Linsen 25 H, Tauben per Paar 0,45—0,55 H, Hühner per Stück X 0.80—1.20, Hahnen pr. Stück X 0.55—1.00, Enten per Stück -X 1.20—1.60, Gänse per Pfund 36—50 H, Welsche X 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfund 68—70 .H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 60-70 H, Kalbfleisch 56-60 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00-3.50, Milch per Liter 12 — 16 H, Zwiebeln ver Ctr. .X 4.00—5.00, Weißkraut pr. Stück 3—6
Frankfurt, 24. Novmbr. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Angetrieben waren 321 Ochsen, ca. 7 Bullen, ca. 369 Kühe und Rinder, ca. 259 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 70—72, 2. Qual. X 61—65, Kühe und Rinder 1. Qual. .X 60—62, 2. Qual. «X 48—50, Kälber 1. Qual. X 60—62, 2. Qual. X 55—00 per 100 Pfund Schlachtgewicht.
Frankfurt, 24. Novmbr. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer X 17,00—17,25, fremder X 16,75—17,75, Roggen eff. hies. X 15,50—16,00, fremder X 15,50—15,75, Gerste effectiv hiesige und Wetterauer X 17,75—18,50, fremde X 18,00—19,50, Hafer eff. hics. X 13,50—13,75 fremder X 13,50—14,50. — Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. X 30. Branntwein eff. ohne Faß X 42. bkeesn i ihiim—
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