Freitag den 25. April
1864
Nr. 96
Erscheint tägttch mit Ausnahme des MonLagS.
V«reattr Schulstraße 7.
Bekanntmachung
Gemäß Art- 85 der Kreis- und Prooinzialordnung wird hierdurch zur Lffentlichen Kenntniß gebracht, daß von den Kreistagen der Provinz
Mitgliedern des Proviuzialtages gewählt bezw. wiedergewählt worden sind:
P*A
$
1
W
7/-:
<
9.
10.
11.
12.
PreiK vierteliährlrch 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohr^ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
1. Freiherr Adalbert von Nordeck zur Rabenau in Friedelhausen.
2. Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch in Gießen.
3. Landgerichtsrath Holzapfel daselbst.
4. Wilhelm Engel II. in Homberg a. d. Ohm.
5. Werner Ramspeck jr. in Alsfeld.
(*). Freiherr Georg v. Riedesel za Eisenbach auf Altenburg.
7. Fürst Bruno von Isenburg-Büdingen, Durchlaucht zu Büdingen. Gießen, am 15. April 1884.
schwer gefährdeten Wiener Marktes verlangt. Das Verfahren der Regierung kritisirte besonders scharf Gemeinderath Dr. Meyer, welcher u. A. ausführte, daß keine andere Regierung eine ähnliche Marktordnung erlassen haben würde. Kein Gemeinderath könne es ruhig mit ansehen, daß ein Markt, der 2y2 Mill. Gulden gekostet, seines Verkehrs beraubt werde. Die Eröffnung der Arlberg- Bahn bringe für Wien eine große Gefahr mit sich; was solle dann aus der Residenz werden? — Ob indessen die Regierung des Grafen Taaffe dem erwähnten Anträge Folge geben wird, ist zur Zeit noch sehr fraglich. —. Das Todesuriheil gegen Karl Schenk ist auf dem Wege der kaiserlichen Gnade in lebenslängliche Kerkerstrafe umgewandelt morden; dagegen sah sich der Kaiser nicht veranlaßt, von seinem Begnadigungsrechte gegen Hugo Schenk und Karl Schlossarek Gebrauch zu machen und hat die Hinrichtung derselben am Dienstag früh im Hofe des Wiener Landgerichtes stattgefunden.
Die politische Welt wird nunmehr wieder einmal das merkwürdige Schauspiel einer Conferenz der Großmächte genießen. Bereits lind an dieselben von der englischen Negierung Einladungen zur Theilnahme an einer Conferenz ergangen, die in London zusammentreten und über die Regelung der flnanziellen Verhältnisse Egyptens berathen soll. Mr. Baring, der englische Generalkonsul in Kairo, ist nach London berufen worden, zunächst, um an der Conferenz theil- zunehmen und den Mächten Aufschluß über den Stand der sinanziellen Frage in Egypten zu geben. Ohne Zweifel wird sich Mr. Baring aber auch über den Stand der Dinge im Sudan mit seiner Regierung zu berathen haben, denn die Katastrophe der Einnahme Khartums durch die Rebellen scheint mehr und mehr nur eine Frage der nächsten Zeit zu sein und daß ein solches Ereigniß das englische Prestige im gesammten Orient tief erschüttern müßte, darüber ist man sich allgemach auch in den Lndoner Regierungskreisen klar geworden. Recht bezeichnend für die Situation General Gordon's ist eine Depesche desselben an Samuel Baker, in welcher Gordon davon spricht, einen Appell an englische und amerikanische Kapitalisten zur Erlangung von 200,000 Pfund Sterling zu richten, um vielleicht den Suktan mit Hülfe dieser Summe zu bestimmen, 2000 bis 3000 Nizam-Truppen nach Berber und Khartum zu schicken. Also selbst Gordon scheint mit der Möglichkeit zu rechnen, daß er von seiner eigenen Regierung keine Unterstützung zu erwarten hat, und daß er sich deshalb an den Sultan wenden will. Ist dies nicht höchst beschämend für Mr. Gladstone und seine egyptische Politik?
Die am Sonntag stattgesundenen Nachwahlen zur italienischen Deputirtenkammer haben das für das Ministerium de Pretis erfreuliche Resultat gehabt, daß sämmtliche ministerielle Canoidaten gewählt worden sind.
Die Pforte kommt aus verschiedenen kleinen Verlegenheiten gar nichts mehr heraus. Die Streitigkeiten mit dem bisherigen griechischen Patriarchen in Konstantinopel sind durch dessen Demission allerdings beigelegt worden, dagegen zieht sich die ostrumelische Angelegenheit immer mehr in die Länge. SDte Mächte haben in Folge des Berliner Vertrages bei der jedesmaligen Ernennung des General-Gouverneurs von Ost-Rumelien mitzureden und die Pforte muß deshalb bei jeder Großmacht anfragen, ob ihr die zu diesem Posten vorgeschlagene Persönlichkeit angenehm ist. Rußland nun will weder von dem jetzigen General-Gouverneur, dem Fürsten Vogorides, dessen Bestallung demnächst ab- läust, noch von seinem Vorgänger Aleko Pascha etwas wissen und ist man deshalb in Konstantinopel zu langwierigen Verhandlungen mit dem Petersburger Cabinet genöthigt. Auch die Stimmung auf der Insel Kreta soll fortdauernd noch zu Bedenken Anlaß geben.
In den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika ist die Agitation für die nächsten Präsidentenwahlen im vollen Gange. Dieselbe treibt so wunderliche Blüthen, wie dies eben nur bei einem Wahlkampfe in der Union
i Zimmer zu
Arche 36._ verunetheii. ltersweg 6i._
Der Vorsitzende des Provinzialtages der Provinz Oberhessen. Dr. Boekmann.
Politische Ueberficht.
Gießen- 24. April.
In dieser Woche haben die parlamentarischen Körperschaften verschiedener Länder ihre durch die Osterpause unterbrochene legislative Thätigkeit wieder ausgenommen. Außer dem deutschen Reichstage und dem preußischen Abgeordnetenhause haben sich zur Stunde wieder versammelt das englische Parlament, der ungarische Reichstag und die italienische Deputirtenkammer; auch das österreichische Abgeordnetenhaus nimmt am Freitag seine Sitzungen von Neuem auf. Der deutsche Reichstag und das preußische Abgeordnetenhaus haben an demselben Tage, am Dienstag, ihre Verhandlungen fortgesetzt, zunächst mit Gegenständen mehr untergeordneter Bedeutung. In einem Punkte wird die Thätigkeit beider Parlaments sich berühren und in einen gewissen Zusammenhang treten, nämlich betreffs des für Mittwoch den 30. April angekünoigten Antrages Dr. Windthorst's im preußischen Abgeordnetenhause wegen organischer Revision der kirchenpolitischen Gesetzgebung. Man nimmt wohl nicht mit Unrecht an, daß die Haltung der Negierung gegenüber dem Windthorst'schen Anträge die Stellung der CentrumSpartei im Reichslage zum Socialistengesetz nicht unwesentlich beeinflussen werde und soll Oie Entscheidung in dieser Frage ebenfalls gegen Ende nächster Woche erfolgen. Die Anträge, welche Herr Windthorst hierüber in der Socialistengesetz-Commission gestellt hat, scheinen aber die Annahme zu rechtfertigen, daß das Centrum der Verlänge- runo des Socialistengesetzes nur unter gewissen mildernden Abänderungen zustimmen werde. Herr Windthorst wünscht eine Beschränkung der bezüglich joeialdemokraüscher Versammlungen und des Erscheinens socialdemokratischer Periodischer Druckschriften bestehenden Verbote und die Aufhebung des „kleinen Belagerungszustandes", mit Ausnahme von Berlin und Umgebung. Außerdem schlägt der Centrumsführer die Aushebung des gegenwärtigen Socialistengesetzes und dafür die Verschärfung der im Strafgesetzbuche enthaltenen Bestimmungen gegen die socialdemokratischen und ihnen verwandten Bestrebungen vor. Die durch die vorgeschlagene Verlängerung des Socialistengesetzes geschaffene Situation ist in Folge dieser Anträge nur noch verwickelter geworden und erscheint somit der Ausgang der ganzen Angelegenheit ungewisser als je.
In der Frage des Staatsrathes ist noch kein neues Moment zu verzeichnen, indessen deuten die abermaligen Audienzen, welche der Reichskanzler Anfangs dieser Woche beim Kaiser wie beim Kronprinzen hatte, darauf hin, daß dieser Gegenstand fortgesetzt eingehenden Erörterungen an leitender Stelle unterliegt.
Die anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Erzherzogs Albrecht von Oesterreich als Inhaber des zweiten ostpreußischen Grenadier- Regiments Nr. 3 nach Wien entsendete Deputation des genannten Regiments wurde am Sonntag vom Kaiser und darauf auch vom Erzherzog Albrecht empfangen. Letzterem überbrachte die Deputation die Glückwünsche des Osficier- Corps und überreichte ein photogravhisches Gruppenbild des gesammten Regiments. Der erlauchte Regiments-Chef dankte für diese Ovation und bemerkte, er sei stolz darauf, Inhaber eines Regiments zu sein, das auf eine so ruhmreiche Vergangenheit zurückblicken könne. Eingehend erkundigte sich sodann der Erzherzog nach den Verhältnissen des Regiments und entließ schließlich die Deputation mit herzlichen Worten; dieselbe hatte noch die Ehre, zu einem am gleichen Tage beim Erzherzog Albrecht stattfindenden Galadiner hinzugezogen zu werden.
Der nun begrabene Preßburger Viehmarkts-Conflict hat in einer der letzten Sitzungen des Wiener Gemeinderathes ein erregtes Nachspiel gesunden. Nach zweitägigen Redekämpfen wurde mit 78 gegen 13 Stimmen «in Sectionsantrag angenommen, welcher von der Regierung die Zurücknahme einiger Bestimmungen der von ihr erlassenen Marktordnung im Interesse des
In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachsteheu-E Durchschnittsmarktpreise vom Monat März 1884 veröffentlicht:
Hafer X 15.80, Heu 6.40, Stroh 6.40 per 100 Kilogramm.
Gießen, den 23, April 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann.
Oekonom Friedrich Keil in Melbach.
Rechtsanwalt Jöckel in Friedberg.
Fabrikant Wilhelm Wenzel in Lauterbach. Bürgermeister Schmalbach in Crainfeld.
14. Bürgermeister Fendt in Schotten.
8. Hüttenbesitzer Georg Buderus in Hirzenhain. Fabrikant Karl Trapp in Friedberg.
s» wf
SH
sofort ju.w , Neuen-M it zu vermieihlk mschen Hosy nber Stube, M nd Logis, M ort u. April in vig Lang,
MltergL ohne Logis in -tohr Awt„
ohne Wohnung
ulittSA^ a-tn mit KO
^DoclcrH UNg Ulti NtI$ berb.3>
AchtWuB
zeigen.
schloß
W ifenttii;
gss l^weg io
5^55 mmern ncu
. Hwterhous Riuilie. '
lurUi^
SÄ*»
Ne§ Lvgii 1 verinicthkii.
'’flerrocg 7.
ist der in n nebst alles,' 1 kann sogleich
ben M chönmöblirte er> sowie ein L§veb. d. Bl. in,eT zu ver- i*6e_U_ bmingänrch
u» Kabimt Ngen Herrn.
-Straße 33. unter zu ver- uitabt 57 F. logis zu orr? ^Schloßgassk. s Zimmer zu ß, parterre.
1 Professor
Haus an : ganz oder li 1884 bc-
ctri ¥.


