Leitung der conservativen Partei im Unterhanse durch den jüngern, aber that- krästigen und redegewandten Lord Churchill ersetzt werden solle.
In Italien verursachte die Nachricht von einem Attentatsversuche auf König Humbert eine begreifliche Erregung, welche indeffen^jetzt merklicher Beruhigung Platz macht. Die über den Vorfall bei der Station Corneto der Maremmen-Cisenbahn erhobenen Erörterungen lassen es fast zweifellos erscheinen, daß es sich nicht um ein anarchistisches Complot gegen den italienischen Herrscher, sondern viel eher um einen Racheact gegen den Carabinier Varicchio handelt. Hervorgehoben verdient zu werden, daß gleich nach den ersten Meldungen von dem angeblichen Attentate zahlreiche Beglückwünschungen im Quirinal eingelaufen sind, selbst der Papst ließ trotz der gespannten Beziehungen zwischen dem Vatican und der italienischen Negierung seine Entrüstung über den Vorfall aussprechen.
Von der Balkanhalbinsel ist als wichtigstes politisches Ereigniß der letzten Zeit der abermalige Ministerwechsel in Serbien zu verzeichnen. Welche Gründe das Cabinet Cristic's nach nur kurzer Amtsführung zur Demission bewogen haben, ist noch nicht aufgeklärt, man wird dieselbe aber wohl mit dem Ausfall der Skupschtinawahlen in Verbindung zu bringen haben. Das neue Cabinet Garaschanin gehört in allen seinen Mitgliedern der Fortschrittspartei an.
Mit der Ankunft Gordon Pascha's in Khartum hat erst leine eigentliche bedeutungsvolle Mission im Sudan begonnen. Es scheint aber, daß Gordon die Sache am richtigen Ende angepackl, dies beweist schon die Proklamation des Mahdi zum Sultan von Cordofan. Eine weitere von Gordon erlassene Proklamation gestattet die Wiederaufnahme des Sclaven- handels, dessen Unterdrückung durch die egyptische Regierung eine der Ursachen war, daß der Aufstand im Sudan rasch solche Dimensionen an- riehmen konnte.
Die Vereinigten Staaten werden gegenwärtig von schweren Elementarereignissen heimgesucht. Den großen Ueberschwemmungen im Westen ist ein furchtbarer Tornado (Wirbelsturm) im Südosten und Süden der Union gefolgt, durch welche viele Menschen getödtet worden sind und großer Schaden an Eigenthum angerichtet worden ist.
Die Kiibcnzuckerfalirikation.
Nachdruck verboten.
Zu den bedeutendsten Industriezweig»!, Deuischlands gehört unstreitig die Rüben- zuckerfabrikation. Vor noch etwa einhundertundfüofztg Jahren hatte man noch ferne Kenntniß des Zuckergehaltes der Runkrlrübe und erst Andreas Sigismund Marggraf, dem Director der physikalischen Klasse der Akademie der Wissenschaften in Berlin, war es vorbehalten, im Jahre 1747 zu erkennen, daß der Rohrzucker ein Bestandtheil des Saftes der Runkelrübe (Beta cicla und Bete vulgaris) sei. Trotz seiner Einwirkung aber und trotz eingehender Berichte und Erläuterungen an die Regierung nahm man -seine Projecte nicht auf. Seinem Schüler und Nachfolger im D rettorat derselben Klasse der obgenannten Akademie, Franz Karl Achard, gelang cs, die Marggras'schen Lehren wieder aufzunehmen und die Proj cte zur Verwirklichung zu bringen. Auf seinem Gute CaulSborf bei Berlin producute der rastlos thätige Mann Rübenzucker in größeren Posten und sah somit seine Mühen mit bestem Erfolge gekrönt. Run wurden auch die regierenden Fürsten auf diese Entdeckung aufmerksam und der König von Preußen Friedrich Wilhelm II. schenkte Achard das Gut Kunern in Niederschlcsien im Regierungsbezirk Breslau, damit er zur Ausbildung der neuen Industrie eine Rüben» Zuckerfabrik anlegen und einrichten könne. Dies war ca. 50 Jahre später, nachdem Sigismund Marggraf seine Erfindung publicirt hatte, und zwar im Jahre 1796.
Der Entstehung dieser Fabrik, die eigentlich mehr eineL-hr-, bezw. Ausbildungs- «nstalt für Inländer und Ausländer war, folgten rasch zwei andere Rübenzucker- sabriken, erbaut von zwei deutschen Landwirthen, deren Name weit über Deutschlands Grenzen guten Klang haben. Es waren dies der Freiherr v. Koppy zu Kra'n bet Strehlen und v. Nathusius zu Althaldenslcben bet Magdeburg. Diesen beiden Fabriken folgten im Jahre 1802 auch noch einige in Böhmen.
Leider gingen die große Mehizahl aller dieser Fabriken, weil zu wenig rentabel, wieder ein, und nur Achard war es, der, Tag und Nach! tdätig, mit wahrhaft eisernem Fleiße und den größten prcuniären Opfern seine Fabrik fortführte. Nach und nach aelang eS ihm, die dem neuen Industriezweige noch anbängenden technischen Schwierigkeiten zu bewältigen und zu beseitigen, wie auch endlich die einzelnen Fabrtkoperationen zu vervollkommnen. Auch die in Frankreich nach Achard'schem Muster eingerichteten Fabriken und Versuchsanstalten reüssirten nicht und ein im Jahre 1800 erschienener Bericht einer seitens des französischen Instituts ernannten Commission, welcher sich durchaus zu Ungunften der neuen Industrie aussprach und offen von Schwindel, Beutelschneiderei u. f. w. sprach, trug sehr viel dazu bet, die junge Rüdenzuckerfabrtkation in ärgsten Mißkredit zu bringen. Man nannte Achard einen Projectmacher, der es nur auf die Taschen seiner Mitmenschen abgesehen habe. So trug Achard bet allen Mühen und Entbehrungen nur Hohn und Spott davon.
Trotz aller Mißerfolge aber arbeitete und forschte Achard immer weiter, unterstützt von seinen ihm vertrauenden Freunden, den Eingangs erwähnten v. Koppy und d. Nathusius. Ein rastloser Mitarbeiter wurde ihm auch in der Person des Professor« Hermbstädt. Auch Lampadius welcher in Rottwerndorf in Sachsen eine Zuckerfabrik errichtete, und der Letter einer großen Fabrik in Augsburg traten mit in dieses Bünd« niß ein. Alle diese Männer gingen mit zäher deutscher Ausdauer an'S Werk und ließen sich, trotz aller Mißerfolge, die naturgemäß jedem neuen Verfahren anhaften, nicht entmutigen, unverdrossen und unablässig steuerten sie ihrem vorgesteckten Ziele entgegen.
Napoleon I., dem wir manchen Aufschwung deutscher Industriezweige verdanken, war auch hier durch sein Dekret vom 21. November 1806 (Continentalsperre) der Impuls, der Rübenzuckerfabrikation zur BlÜtbe zu verhelfen, und namentlich waren es die von England gegen das napoleonische Dekret ergriffenen Repressalien, welche dem neuen Industriezweige allgemeine Aufmerksamkeit und Beachtung verschafften. Durch den in Folge der Continentalsperre enorm hohen Preis deS Colonialzuckers (Über 6 JC. pro Kilo) veranlaßt, entstanden Überall wieder neue Fabriken, leider darunter sehr viele, die entweder mit zu geringen Geldmitteln arbeiteten oder auch beten Leiter ohne jedes Verständniß für dieses Product waren. Und so konnte es nicht auSbleiben, daß mit dem Sturze Napoleons und den dadurch wieder gekommenen freien Handelsbeziehungen die große Mehrzahl dieser Fabriken ebenso rasch wieder eingingen, als sie entstanden waren.
Von England aus wurde aber noch dazu alles aufgeboten, um die deutsche NÜbenzuckerfabrikation zu untergraben und man wendete selbst Mittel an, welche recht geeignet sind, die damaligen Zustände und die Großherrschaft Englands in kommerzieller Beziehung zu kennzeichnen. Bot man doch Achard, dem cigentlichen Begründer der Rübenzucketindustrie, englischerseitS 600 000 Jt für eine Schrift, in welcher er erklären solle, daß er sich in seinen Erwartungen getäuscht habe und daß er eS für unmöglich halte, daß seine im Kleinen gemachten Versuche im Großen realisirbar wären.
Mck echten deutschen kernigen Worten wies Ackard dieses elende Angebot von der Hand und heute noch muß jeder Deutsche ihm für diese hochherzige That vollen Dank tn seine letzte Wohnstätte nachrufen.
Einen recht kläglichen Versuch, die Fabrikation des Rübenzuckers zu untergraben, machte noch der Chemiker Humphry Davy, indem er in einer Abhandlung <Trait6 de chimie agricole) versuchte den Nachweis zu führen, daß der Rübenzucker „bittet" schmecke.
Aber, wie bereits erwähnt, Napoleons Sturz war auch der Sturz der Rübenzuckerfabrikation in Deutschland. Nur Frankreich behielt einige Fabriken, die ein klägliches Dasein fristeten.
In den Jahren 1830—1835, nachdem man tn den französischen Fabriken den Dampfbetrieb und sonst noch wesentliche Verbessernngen, z. B. die Säftereinigung durch
gekörnte Knochenkohle rc. einführte, wagten auch deutsche Unternehmer sich wieder an diesen Betrieb. Seit dieser Zeit bat die Zuckerfabr.kation den deutschen Boden nicht wieder verlassen. Kräftig hat sich diese Industrie entfaltet und auSgebrettet. Der Colontalzucker ist fast vollständig von deutschem Gebiete verdrängt und die Rübenzuckerfabrikation Hot trotz hoher Steuer von Jabr zu Jahr an Ausdehnung gewonnen.
Bedeutende Männer haben an der Vervollkommnung dieses Industriezweiges ge- »rfidtet und noch sind fort und fort Chemiker beschäftigt, durch wissenschaftliche Untersuchungen und Entdeckungen die Rüdenzuckerfadrikatton zu fördern.
Hauptsächlich verdienen hierbei hervorgehoben zu werden: Mitscherlich, durch Einführung eines PolartfationSinstruments, später verbessert durch Soleil, w.lches letztere dem Schetbler'fchen Instrument weichen mußte. Scheibler fonftrutrte einen Avparat zur Bestimmung des kohlensauren Kalks in der Knochenkohle, und DuboSq, Dubrunfaut, Stammet, Venhke u. a. m. gebührt das Verdienst der Erfindung und Verbesserung de« Chromoskope (Farbenmesser).
Wie hoch aber gegenwärtig die Lage deS deutschen ZuckergcschäftS ist, mögen nachstebende Zahlen beweisen.
In der Mincinglane tn London, unstreitig dem Mittelpunkt des Znck.'raeschäftS, daben im Jahre 1882 die Zucket,zufuhren nicht weniger als 25 M'llioncn ßftrl. — 500 Millionen </M betragen. Davon kommt der größte Theil auf Rübenzucker, erbaut hauptsächlich tn Deutschland. Oesterreich, Frankreich, Belgien und Holland. Die Zuckerrübencrnte des genannten Jahre« hat die hohe Schätzung deS Fachstatisiikers F. O. Licht von 1,920,000 Tonnen h 1000 K-, roch übertroffen und 2,090,000 Tonnen betragen.
Günstig für den deutschen Markt waren die Berichte au8 Westindien, Brasilien und Demerary, wie endlich auch das sonst auf dem Zuckermarkte harschende und tonangebende Cuba bet seinem diesmaligen geringen Ertrage von 500,000 Tonnen für den europäischen Markt kaum noch von Bedeutung sein konnte. Die Zuckerernte von Cuba tst nicht mehr annäheri d im Stande, den Bedarf der Veretniatcn Staaten zu decken. Aus Spanifch-Weftindien ist in der ersten Hälfte des Berichtsjahres überhaupt nichts auf den englischen Weltmarkt gekommen. D'e Wirkung hiervon ist eine ganz bedeutend erhebliche Verminderung der Zufuhr an Rohrzucker und eine enorme Zunahme an Rübenzucker auf dem englischen Weltmarkt, welchen Bedarf hauptsächlich zu decken Deutschland berufen und befähigt ist
Die Leistungsfähigkeit Der deutschen Fabriken war im vorigen Jahre gegen 1882 um das Doppelte gestiegen und alle Fabriken hatten vollauf zu thun, den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden.
Dem erhöhten Bedarf aber ist es zuzuschretben. daß man in vielen Gegenden Deutschlands mit der Neuanlage von Zuckerrübenfabriken begonnen hat und es möchte fast vor weiteren Anlagkn abgeraihen werden. Zu leicht entsteht eine Ueberproduction und damit würde ein Rückgang deS Zuckerpreises verknüpft fein.
Zu begrüßen aber ist »s immerhin, daß Deutschland wiederum sich einen Industriezweig zu eigen gemacht bat und daß mit der erhöhten Ausfuhr deutscher Produkte auch das Vermögen unserer Nation steigen muß.
Nun, nur so fort, auch die tiefen Wunden, die die Gründer-, bezw. Krachperiode unserem Nationalwohlstande geschlagen hat, werden heilen. Immer zu, einen Industriezweig nach dem andern erobern und auSharrcn mit echt deutscher Zähigkeit und bald wird es uns gelingen, die Concurrenz gegen alle Völker auf allen Gebieten aufzu- nehmen. Und endlich nur noch den deutschen Namen auf alle deutschen Producie, wir brauchen uns des deutschen Namens nicht zu schämen, er hat einen guten Klang.
vermischte-.
Berlin, 18 Februar. Einer der gefährlichsten Verbrecher der alten und neuen Welt, Der, hochbegabt, als Student der Theologie seine Verbrccher-Carrtörs in Berlin begann, Paul Schöppe, ist, nachdem er auf etwa ein Jahr aus dem öffenllichen Leben verschwunden war, plötzlich im Staate New-Jerscy wieder aufgetaucht. Hier in Berlin beging er bekanntlich Anfangs der sechsziger Jahre in Gemeinschaft mit seinem Vater, dem Pastor Schöppe, sein erstes Verbrechen, einen schweren Diebstahl bet seinem Chef, einem hochangesehenen Aristokraten. Als man die gestohlenen 150,000 Jt bei ihm fand, vertheidigte er sich mit der Lüge, die bochbetagte, nahezu siebenzigjährige Gräfin habe mit ihm, dem Zwanzigjährigen, ein Verhältniß gehabt und ihm dos Geld geschenkt. Er erhielt 4 Jahre Zuchthaus. Nach Verbüßung seiner Strafe wanderte er nach Amerika aus. In Carlisle, Pennsyloanien, quacksalberte er bann, erwarb sich dos Vertrauen einer alten deutschen Dame, Fräulein Steinecke, verlobte sich mit ihr, ließ sich testamentarisch zum Universalerben einsetzen und vergiftete sie dann. Er wurde zum Tode vermtheilt. Aber in deutschen Kreisen schien man anzunehmen, daß er unschuldig sei und in Folge einer ungeheuren Agitation wurde das erste Urtheil caffrrt und er sreigksprochen. Später stellte sich heraus, daß er das Fräulein in der That ermordet und er das Testament gefälscht hatte. Während seiner Jnhaftirung in Carlisle hatte er, der mit der Theologie und Medtcin nun fertig war, Studien im Baufach gemacht. Er kam nach Chicago. Da er eme gute Stimme hatte, fand er Anstellung in dem Kirchenchor (!) einer deutschen Gemeinde. Er nannte sich e'nfach Schulenburg, aber in Freundeskreisen ließ er durchschimmcrn, daß er ein natürlicher Sohn M Grafen von der Schulenburg-Asseburg sei. Eins der hübschesten Häuser in dem nach dem Feuer neuerftonbenen Chicago ist von ihm erbaut. Aber er fälschte Wechsel auf den Namen der Bauherrn. Bei feiner Verhaftung bezog er sich auf das Zeugniß eines fett etwa vier Jahren in der Nahe Chicagos fungirenden Geistlichen, Rrv. Mr. Chappel, der ihm auch vor Gericht bezeugte, daß er einer hoch angesehenen Familie entstamme und in seiner Jugend ein Gehirnleiden gehabt habe, das ihn oft zu dummen Streichen treibe. Mr. Chappel übernahm es, den Erben eines großen Vermögens und eines hohen Titels nach Deutschland zurückzuspedtren. Acht Wochen später stellte sich heraus, daß Mr. Cbappel in Wahrheit Mr. Schöppe sen. war. Vater und Sohn verschwanden. Drei Monate später taucht Gras Schulenburg unter einem anderen altadeligen Namen ln St. Louis auf. ES ist ihm hier gelungen — und das ist geradezu fabelhaft — eine verantwortliche Stelle in dem Geldbrief-Departement der Post zu erhalten und sich mit einer Dame aus besten Kreisen zu verloben. Ein Zufall läßt einen deutschen Journalisten au8 Chicago ihn in St. LouiS sehen. Es erfolgt seine Verhaftung, Rücktransport nach Chicago und Verurtheilung wegen Meineides zu 3 Jahren Zuchthaus. Nach Verbüßung derselben wendete er sich nach dem Osten. Im Vorübergehen wurde einigen kleinen Gesängniffen Besuche abgestattet, biS wir ihn jetzt wieder im Staate New-Jersey als Graf von Schmettau wiederfinden. Er ist jetzt Jurist. Er führt die Geschäfte eines angesehenen Advokaten, Mr. Gtlman und ist mit dessen Tochter verlobt. Da kommen seine Fälschungen an den Tag. Er hat 140 Checks in noch unübersehbarem Betrage gefälscht. Um ihn möglichst schnell unschädlich zu machen, wurde er zunächst wegen eines Falles processirt und zu einjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt, die er in Sing-Sing bereits angetreten. Aus dem Zuchthause wird er demnächst zur Verbandlung der anderen Fälle vorgesührt werben. Und wenn er nicht ganz besonders Glück hat, bann wird er diesmal wohl auf zwanzig Jahre Zuchthaus rechnen dürfen. Hier in Berlin erinnert man sich feiner in weiteren Kreisen noch. Der ersterwähnte Diebstahl passirte damals in der Taubenstraße, in Markgraff's Hotel de l'Eurove, dessen damaliger Besitzer ein Herr Kellner war, der Berlin ebenfalls unter dunklen Verhältnissen verließ. Ein seltsamer Zufall führte im Jahre 1873, als Paul Sckövpe von St. Louis nach Chicago zurückgebracht worden, dahin, daß Kellner von Berlin gerade in Chicago ein- getroffen war und somit als classischer Zeuge für die Identität des Berliner und des Chicagoer Betrügers vor Gericht citirt werben konnte.
Berlin, 18. Februar. Heber ein entsetzliches Verbrechen berichten die hiesigen Blätter Folaenbes: Heute früh hat der Posamentirwaarenhändler Blochowsky hier, Dresdener Straße 45, feine Frau durch drei Revolverschüsse in der Brust, im Unterleib und am rechten Arm so schwer verwundet, daß sie auf ärztliche Veranlassung nach Bethanien gebracht wurde. Unmittelbar nach dieser That feuerte Bl. Drei Schüsse auf feine Brust, Die seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Seine Leiche wurde nach dem Obduktionshause gebracht. Zerrüttete Familienverhältnifse sollen Bl. zu dem Verbrechen getrieben haben.
Frankfurt, 19. Februar. Welche Mengen von EiS unsere Großbrauer nöthig haben und welche Summen dafür aufgewandt werden, ergibt sich daraus, daß ein Großbrauer bis jetzt 190,000, ein anderer 196,000 Ctr. Eis in seine Keller hat einführen lassen, wofür beide etwas über 80,000 JL bezahlen mußten.
— (Im Tode vereint ] Mitte voriger Woche kam hier der gewiß seltene Fall vor, daß Mann und Frau in wenigen Stunden kurz nacheinander starben. Der Mann verschied im Heiligengeistspital, die Frau in ihrer Wohnung in der Heiligkreuzgasse. Beide wurden zusammcn begraben und umschließt sie ein Grab.


