Mei,,
llW n? U"!> 2
Mir
Ä’* 9 et in»W.
’S« 5 «hx
£
[t* Unsere iv- crn BuchhäM Se zur Deckung Wen nn.
_ 8451
8or-and.
irtei werden zur
Aisinalll!
lbeodS 7 litt,
M Vorstand.
nb M
Leiden unser
seres unver- :n, sowie für rr/f Pfarrer M Ach- j
Jamilie.
8462
t SRau^tiW 611,1
!Ȁ*
! jV«E
Nr. 300 Zweites Blatt Dienstag ven 23. December ISS5t
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
fc
K
V
¥ ll-i
Cttredit t Schulstraße 7.
Erscheint täglick» mit Ausnahme des MontagS.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
AeuLschtüNd.
Darmstadt, 20. Decbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 28) enthält:
1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, den Erlaß einer neuen Arznettaxe für die Apotheken des Großherzoglhums betreffend.
Vom 1. Januar 1885 an tritt -ine neue Arzneitaxe in Wirksamkeit, in welcher insbesondere auch die in der vorjährigen Arzneitaxe begonnene Revision der Taxe für die Arbeiten beendigt worden.
Wir bringen dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß diese neue Taxordnung in amtlichem Abdruck zur Nachachtung für die Interessenten erschienen ist und daß Exemplare von der Buchhandlung des Großh. StaatS- verlugs — Hofbuchhandlung von G. Ionghaus zu Darmstadt — käuflich zu 1 20 ausschließlich Rückporto das Stück abgegeben werden.
Darmstadt, den 9. December 1884.
2. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Worms, die für das Rechnungsjahr 1884/85 zur Bestreitung von Cormnunal-Bedürsniffen der Stadt Worms zu erhebenden Umlagen betreffend.
3. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Oppenheim, das häufige Vorkommen von Bränden in der Gemeinde Bodenheim, hier die Anwendung der Bestimmung in Art. 23 des Gesetzes vom 6. Juni 1853 auf die Gebäudebesitzer daselbst betreffend.
4. Ordensverleihungen.
5. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden:
Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 8. November dem Oberförster Seyd zu Lorsch die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Hoheit dem Fürsten Alexander I. von Bulgarien verliehenen St. Alexander-Ordens 4. Klaffe, am 25. November dem Ministerial- rath in dem Ministerium des Innern und der Justiz, Karl Rothe, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Mas. dem Kaiser von Rußland verliehenen St. Stanislaus-Ordens 2. Klaffe, am 26. November dem Laquaien Sr. Erlaucht des Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg, PH. Dubois, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen der ihm von Sr. Maj. dem Könige von Serbien verliehenen silbernen Medaille, am 4. December dem Geh. Medicinalrath Dr. Mogk zu Offenbach die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Könige von Dänemark verliehenen Ritterkreuzes des Königs. Dänischen Danebrog-Ordens zu erteilen.
' 6. Namensveränderungen.
7. Abwesenheitserklärung.
8. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft.
9. Dienstnachrichten:
Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Mit 16. November den von dem Herrn Fürsten zu Dsenburg-Buoingen auf die erle- digte evang. Psarrstelle zu Rohrbach präsentirten Psarramts-Candidaten Wilhelm Volp aus Gießen für diese Stelle zu bestätigen.
10. Concurrenzeröffnungen:
Erledigt sind: Die zweite evang. Psarrstelle zu Lauterbach. Das Präsentationsrecht auf diese Stelle steht den sämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach zu Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schönnen mit einem jährlichen Gehalt von 900 Ji. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu.
Sprottair, 20. December. Die Reichstagswahl ergab bisher für For- kenbeck (Fr.) 5552, für Graf Kanitz (C.) 4771 Stimmen; aus 26 Wahlbe- iirken fehlt das Wahlergebniß noch.
Univerfitäts- Chronik.
Vermischtes.
Marburg, 18.December. Soeben ist dasPersonalverzeichniß der Studirenden der Universität ausgegeben. Nach Ausweis desselben sind Hierselbst 708 Studenten immatt kulirt (gegen 803 tm vorigen Sommersemester). Von diesen 708 sind tnsni- b!rt: a. bei der theologischen Fakultät 131, b. bet der juristischen Fakultät 63, o. bet k,t mekicinischen Fakultät 206, d. bei der philosophischen Fakultät 308. Hiervon sind 108*KlO8eu, 56 Juristen. 171 Mediclner, 248 der philosophischen KafyUat Angehörige. Außer diesen 708 tmmatrikulirten Studenten besuchen noch >6 Personen mit Erlaubniß deö Rectors einzelne Vorlesungen-
, 45 __ Leopold von Ranke, der Nestor der deutschen Geschichtsschreibung, trat am
n December in das 90. Lebensjahr. Nur noch wenige Monate, Ostern des nächsten JahrcS, und der große GUchrte lst 60 Jahre Lehrer der Universität und Bürger der Stadt Berlin.^ ^^^aloge Dr. Bohen, augenblicklich Docent an der Universität Straß- bnra ist von der Un'veisi'ät Greifswald berufen worden, wohin er zu Ostern nächsten
I Jahres übersiedelt. Professor Cohen ist ein naher Verwandter Ludwig Haun er s.
|H=
I Stuttgart, 18. December. Daß die Dummen nicht alle werden, beweist nach- iebenbe be tere Geschichte au6 Ravensburg (Oberschwaben). Ein dortige Familie, welch» immer in dürftigen Verbältnissen gelebt hatte, machte sich auf einmal durch großen Geldaufand bemerklich, namentlich zeichneten sich dabet die Sohne auS. Letztere ^windelten den Leuten vor, sie Hütten einen reichen Onkel in Amerika oder Afrika, ■w hem sie mindestens ca. 20 Millionen erben würden; zweimal schon hätten fit Di ifen Goldonkrl besucht und immer reiche Geschenke von ihm bekommen. Natürlich die aanr- Geschichte ein Märchen — das Geld aber hatten sie sich verschafft, indem fte die Dummheit der Menschen benutzten. Verschiedenen Leichtgläubigen sv^lten die -Sindungkttlchin iunntn L-ut- kömitm durS ^lttrbnchw°runesr°b-Schz,- he^en, brauchten jedoch, da sie an ein Kloster 400 Jfc bezahlen mtrßttn, Geldvorfchüfse.
In der That erhielten sie von verschiedenen Personen über 1600 JL Bald war diese Summe verbraucht und der ganze Schwindel kam au’8 Tageslicht — denn das Gericht hat sich veranlaßt gesehm, etnzuschreiten und die ganze Gesellschaft verhaftet-
— Als jüngst die Hochzeit des jungen Herrn Siemens mit der Tochter des Professors Helmholtz gefeiert wurde, gab es bei Tafel einen höchst bemerkenSwertben Toast- Professor du DoiS R ymond hielt denselben und wollte zum Schluß die hübsche Wendung anbringen: »Hoch lebe btt neue Verbindung ,Siemens und Helmholtz*!" Allein es zeigte sich, daß die Macht der Gewohnheit stärker war als die Inspiration und der schöne Toast kulminirte in dem Endspruch: „Hoch lebe die neue Verbindung Siemens und HalSkr!" (Die bekannte technische Firma.)
Berlin, 20. December. Professor Cuitius wurde am Tonnnstag Abend durch Uederfahren an beiden Beinen verletzt, sein Zustand ist jedoch nicht bedenkUch. ES sind einige Blutgefäße geplatzt, die Oberschenkelknochen jedoch nicht verletzt.
— (Der Unglücksfall auf der Aspangbahn j Von d-n eingehenden Darstellungen Über dies m der Geschichte deS Eisenbahnwesens einzig dastehende Erclznitz ist diejenige des Zugführers Ciblarz, wie er sie vor den Delegirten der Generalinspcctisu zu Protokoll gegeben hat, am interessantesten. Die Aussagen lauten tm Wesentlichen: „Als wir den Wiener Bahnhof verließen, erhob sich bereits ein heftiger Wind, der aber bald wieder nachlteß. Der Zug fuhr mit fahrplanmäßiger Geschwindigkeit und traf auch in den ersten Stationen rechtzeitig ein. E-st bet Maria-Lanzendorf, von wo wtr um 6 Uhr 65 Minuten abfuhren, erhob stch plötzlich ein Sturm von ungeheurer Heftig- kett. Anfangs schien der Zug in seiner Geschwindigkeit nicht beeinflußt zu werden, oltz aber der Sturm immer mächtiger wurde, verringerte stch die Geschwindigkeit um ein beträchtliches. Nach und nach sah der Locomoitvführec em, daß ein Wettersahren den Zug eher gesährden als ihn vorwärts bringen könnte und wendete deshalb die Bremse an, um den Zug tn langsamem Tempo zur nächsten Station, das ist BiedermannSdorf, zu bringen. Aber auch diese Absicht konnte nicht sofort ausgeführt werden. Denn wtr bemerkten, als wir tn den Bereich der Station Biedermannsdorf gelangten, daß her Lastzug, welcher tn der Station stand und unserem Zuge auszuwetchen hatte, noch auf unserem Geleise stand und sich langsam gegen uns bewegte. Der Sturm hatte in diesem Augenblicke eine solche Gewalt, daß er die Locomotive des Lastzug« vollstäudtg lähmte und diesen selbst, trotzdem er schwer beladen war. vor sich hintrteb. Der Loco- mot'vführer brachte nun unseren Zug vollständig zum Stehen und wartete, bis der Lastzug auf ein anderes Geleise gebracht war. Das geschah im Lause weniger Minute». Dann fuhren wir in die Station BtedermannSdorf ein. Der Sturm halte sich tnzwtschen wieder gelegt und mit einer Verspätung von 12Minuten fuhren wtr von Btedermannß- dorf ab. Nun folgte ein Moment der fürchterltchsten Aufregung. Kaum hatten wir die Station verlassen, als auch schon die heftigsten Windstöße gegen den Zug anprallten. Von einer fahrplanmäßigen Geschwindigkeit war keine Rede mehr. Die Stöße warm von solcher Heftigkeit, daß der Zug bet jedem Anprall um ein großes Stück zurück- geschleudert wurde. So kämpften wtr Meter für Meter, nm vorwärts zu kommen Ich selbst saß im „Hüttel" (b. t. auf dem Dache) des ersten Wagens unb hatte die Hand auf der Bremse, um ben Zug, wenn es nöthig sein sollte, zum Stehen zu bringe». Der Stmm tobte rote ein Wirbel um den Zug herum. Ich fürchtete daS Ängste. Plötzlich kamen zwei einzelne Stöße, die man förmlich von der Ferne her auf den Zug heranbrausen sah . . - ich vernahm ein fürchterliches Krachen hinter meinem Rücken.. . sah, daß der Zug tn zwei Theile gespalten set und — der zweite Thetl, mtt 4 Wage», stürzte den Damm hinab. Einzelne von diesen Wagen überschlugen sich zweimal, bevor sie nirderfielen: der Sturm spielte mit ihnen, rote wenn sie auß Pappendeckel wären- Wir blieben mtt dem Zuge sofort stehen unb eilten bann zur Unglücköstätte. Zwei von den Waggons standen wieder auf ihren Rädern, einer war so umgestülpt, daß die Räder nach oben zu liegen kamen, der vierte lag wagerecht auf dem Boden- In bal Brausen deö Sturmes mischte sich das Jammergeschret menschlicher Stimmen. 28k begannen nun mit ben RettungSarbetten unb zogen bte einzelnen Personen aus ben Trümmern hervor. Während wtr baß thaten, kam der Hofarzt Dr- Klimek ans Laxenburg an unb leistete ben Verwundeten bte erste Hilfe."
— Dor Schreck sprachlos, ist eine sehr gebräuchliche Rebensart. Daß ste zur Wahrheit werben kann, beweist folgender Vorfall: Ein Mädchen, das tn Gößnitz tm Alienburgischen tm Dienst stand, wurde tn ihrer Kammer von einem Manne überfallen, der sich dort versteckt halte und ihr die Zöpfe abschnttt. Der Schreck lähmte de« Mädchen die Sprache. Dasselbe wurde nach Altenburg gebracht und ist noch jetzt sprachlos, aber nicht geistesgLstört, denn sie machte die Mittheilung des empörenden Hergangs ib,-'N Augehörtgen in klarer Weise schriftlich. Hoffentlich gewinnt die BedsuernsLkUl'. die Sprache bald wieder. Der Attentäter ist spurlos verschwunden
Vom Elbstrande, 18. December. Ein schweres Unglück hat sich heute Vormittag in dem Sandsteinbruche bei Wimbegk ereignet. Durch das aanz plötzliche unb noch an Ort unb Stelle eingezogenm Erkundigungen ohne alle In der Regel voraus- gehende Anzei^ n erfolate freiwillige Loostrennen einer sehr ansehnlichen, schon seit mehreren Jahren überhängenden Sandsteinpattie tn einem am rechten Elbuser gelegenen Weinheimer P. ivatbruche sind fünf verheirathete Arbeiter unter dem häuserhohrn Schutte begraben roort-n. Dieselben waren tn einer dicht an der steil sich erhebenden Felswand besindlichen ftetnermn Hütte beim Frühstück versammelt- Mit Hülse geübter Bergleute unter Leiwng des Schichtmetsters wird das RettungSwerk rüstig betrieben und es steht zu '.offen, daß man die Verschütteten entweder vollzählig oder the'lwrife retten ta rn, x :ie vielleicht durch eine günstige Lage von einzelnen größeren Steinblocken dem unmittelbaren Tode entgehen werden- Die zur Rettung der Verschütteten ergriffenen Maßregeln sind nur um deswillen besonders schwierig auszuführen, weil noch immer Stt ne berabrollen.
Nepertoir der vereinigten ZtaSttheater?u Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 23. December: Nachmittags 3Vr Uhr: Till Enlensplegel.
Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Die Jüdin.......
Mittwoch den 24. December: Nachmittags 3^2 UhrTill Enlenspiegel.
Abends geschlossen.
Donnerstag ben 25- December: Nachmittags 3«/eUhr: Till Enlenspiegel. Abends 7 Uhr: Mianon.
Freitag tcn 26. Dcc.mber: Nachmittags 3Vz Uhr: T ill Eulenspiegel
Abends 7 Uhr: Trompeter von Säckingen. „ , . .
Samstag den 27. December: Nachmittags 3'/r Uhr: Till Enlenspiegel.
Abends 7 Uhr: Di-Faoorittn. c Ä .
Sonntag den 28. December: Nachmittags 3‘/z Uhr: Till Eulenspiege!» AbendS 7 Uhr- Die Favoritin.
Schauspielhaus.
Dienstag den 23-December: Goldprobe- Anfang 7 Uhr.
Mittwoch den 24. December geschlossen.
Donnerstag den 25. December: Feenhande. Anfang 7 Uhr-
Freitag dm 26. December: Die Journalisten. Anfang 7 Uhr-
Samstag den 27. December: Richter von Zalamea. Anfang 7 Uhr-
Sonntag dm 2«. December: Reif-Reiflingen. Anfang 7 Uhr.


